Die Firebirds auf einem Bandfoto von 1994.
Session am Flügel in der Aula der Leipziger Werner-Heisenberg-Schule.

Nach 30 Jahren zurück zu den Wurzeln

Deutschlands bekannteste Rock’n’Roll-Band startete als Schülerband der Leipziger Werner-Heisenberg-Schule.

30 Jahre nach ihrer Gründung haben „The Firebirds“ den Ort ihrer ersten musikalischen Schritte besucht: die Werner-Heisenberg-Schule in Leipzig. Denn die heute bekannteste Rock’n’Roll-Band der Bundesrepublik hat sich in diesem Gymnasium als Schülerband gegründet. Die Jungs nahmen ihren 30. Geburtstag zum Anlass für einen kleinen Rückblick und haben dazu die heutige Schulleiterin, Lehrer von damals und natürlich auch die von heute sowie Mitglieder der sich in Gründung befindlichen aktuellen Schulband in die Aula der Werner-Heisenberg-Schule eingeladen.

Bei Firebirds-Gründungsmitglied Guido Gentzel kamen mit jeder Treppenstufe mehr Erinnerungen an die damalige Zeit hoch. „Damals ließen wir uns freitags nach Schulschluss einschließen, um in Ruhe im Bandraum proben zu können – teilweise sogar über Nacht. Und am nächsten Tag riefen wir unsere Musiklehrerin Karin Schumacher an und sie kam extra für uns in die Schule, um uns wieder rauszulassen“, so Gentzel. Und genau diese Lehrerin, die jetzt Weidel heißt, ließ es sich nicht nehmen, von Saalfeld in Thüringen, wo sie jetzt unterrichtet, extra zum Treffen nach Leipzig zu kommen und ihre Zöglinge zu treffen. „Als neue Musiklehrerin habe ich damals gefragt, wer singt, wer kann tanzen oder wer kann ein Instrument spielen. Von 25 Schülern haben seinerzeit zwölf die Hand gehoben, unter anderem Guido, der sagte, dass er Schlagzeug spiele. Ich antwortete ihm, dass das kein Instrument sei, wogegen er sich ganz schön auflehnte. Aber wenig später durfte ich seinen Künsten lauschen und wurde eines Besseren belehrt“, erinnert sich Karin Weidel. Christina Stegmann, als einzige Lehrerin von Anfang an dabei, als die Jungs damals noch im Plattenbau unweit der heutigen Schule anfingen, ist stolz auf deren heutige Leistung. „Damals sagte ich ihnen, dass sie unbedingt nach der Schule weitermachen müssen – glücklicherweise haben sie haben auf meinen Rat gehört. Den auf sie folgenden Schülerbands habe ich immer den Erfolg der Firebirds vor Augen gehalten – leider haben die meisten mit Schulzeitende aufgehört zu spielen“, sagt Frau Stegmann. Dank vieler Fördermittel gibt es heute einen perfekt ausgestatteten Bandraum, von dem die Firebirds damals nur geträumt hätten. Ein super Start für die neue Schulband.

Heute bestehen die Firebirds aus zwölf Personen: Neben der eigentlichen Band gehören fünf Techniker und zwei Kräfte im Büro zum Team. „Die sind nötig, wenn man bedenkt, dass wir in den letzten 30 Jahren über 4.000 Konzerte spielen durften. Leider haben uns immer wieder Bandmitglieder verlassen, um ihren eigenen Weg einzuschlagen. Aber jeder Neuzugang hat uns neue Wege eröffnet. Wir haben somit immer profitieren dürfen“, sagt Mit-Gründer Konrad Schöpe.

Doch die Firebirds singen nicht nur, sie leben auch ihren Rock’n’Roll: Mittlerweile organisieren sie für ihre Fans jedes Jahr am ersten Juli-Wochenende ein eigenes Festival im und am Schloss Trebsen und 2023 ihre zweite Rock’n’Roll-Cruise, diesmal im östlichen Mittelmeer. Man kommt als Band viel herum und versteht sich dabei immer als Botschafter der Musik und des Miteinanders. Aus dem Grund sagte Konrad Schöpe auch spontan zu, als ihn die heutige Schulleiterin Dagmar Schreiber fragte, ob er, so sich die Schule für die Aktion „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ qualifizieren würde, die Patenschaft übernehmen würde.

Der Bandraum liegt wie damals immer noch neben der Aula. Und in dieser steht immer noch ein Flügel. An diesen setzte sich das neueste Firebirds-Mitglied Roy J. Martin und spielte spontan ein Lied von der neuen CD. Anschließend kamen Guido, Konrad sowie die zwischenzeitlich zur Band gekommenen Krusdy van Friday und Henning Plankl dazu und performten zu fünft einen A-capella-Song für ihre Gäste. „Wir waren gerne in unserer alten Schule zu Besuch und haben die Atmosphäre und die Gespräche genossen, denn wir sind immer noch Lokalpatrioten. Wir sind unterwegs in der Welt, aber immer bodenständig und heimatverbunden geblieben. Daher starten wir unsere Jubiläumstour auch am Mittwoch, 2. November, in Leipzig. Weiter geht es in unserer näheren Umgebung am 3. November in Halle, am 4. November in Chemnitz und am 5. November in Kooperation mit den Jazztagen Dresden in der BallsportARENA Dresden. Und exklusiv auf diesen Konzerten starten wir mit dem Pre-Sale unserer neuen CD ‚Stripes‘. Jetzt freuen wir uns auf viele Gäste bei unseren Auftritten – lasst uns den Geburtstag gemeinsam feiern!“, so Konrad Schöpe abschließend.

Weitere Infos: www.the-firebirds.de

Text + Fotos: meeco Communication Services