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Monatsarchiv: Juni 2023

Premiere „Sylvia und Sybille“ nach Christa Winsloe im Kleinen Haus

28 Mittwoch Jun 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater, Zwischenmenschliches

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Der Traum vom Fliegen… Im Zwiespalt der Gefühle zwischen schwebender Leichtigkeit, Lebenslust und Übermut und starren Konventionen von Familie und gesellschaftlichen Rollenbildern hin und hergerissen… Von einer ungewöhnlichen Liebesbeziehung erzählt die Aufführung „Sylvia und Sybille“ (mit Leonie Hämer und Fanny Staffa) unter Regie von Daniela Löffner im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden. Foto: Sebastian Hoppe

Beeindruckendes Ping-Pong der Gefühle

Emotionsreich voller leiser, lauter, komischer, trauriger, sinnlicher und berührender Szenen und Momente kam die Inszenierung „Sylvia und Sybille“ nach Christa Winsloe in einer Überschreibung von Daniela Löffner auf die Bühne im Kleinen Haus.

Zwei Frauennamen im Stücktitel sind selten im Theater. “Sylvia und Sybille“ nach Christa Winsloe erzählt in einer Überschreibung von Regisseurin Daniela Löffner eine ungewöhnliche und spannungsreiche Liebesgeschichte. Eine Mutter beginnt eine Affäre mit der Freundin ihres Sohnes. Sylvia ist 16, Sybille 46. Der große Altersunterschied und ihre, unkonventionelle, leidenschaftliche Beziehung verschärfen die Situation. Zur Entstehungszeit Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts war das Stück ein Skandal. Wie gehen Familie und Gesellschaft heute mit derartigen Tabubrüchen und gleichgeschlechtlicher Liebe um? Fragt die Inszenierung die im Mitte Mai Premiere im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden hatte.

Die Zuschauer sitzen rings um die Bühne und können das Geschehen von allen Seiten betrachten. Die Darsteller spielen und schauen abwechselnd zu.
Zu Beginn sieht man einem jungen Paar beim Tischtennis zu. Minutenlang. Wenig aufregend. Bald fliegen wie beim Ping-Pong des Balls auch die Gefühle, Wut, Schmerz und unerfüllte Sehnsüchte, lange aufgestaut, heftig hin und her zwischen Erwachsenen und jungen Leuten. Nach und nach erfährt man aus ihren Wortwechseln oder mehr  –gefechten die familiären Bezüge, Hintergründe und erlebten Tragödien der einzelnen Figuren und wie sie zueinander stehen. Das Mädchen in den kurzen Hosen, Lilly (lebensfroh-selbstbewusst: Mina Pecik) und ihr Freund Henry, Bruder von Sylvia (Jakob Fließ) bekämpft seine Trauer um den Tod der Mutter mit Aggressivität gegenüber seinem Umfeld. Passt ihm etwas nicht, schlägt er wie verletzt wild um sich, wandelt sich Zärtlichkeit in Gewalt. Seine Schwester Sylvia (nach außen cool: Leonie Hämer) trägt nur dunkle Klamotten, fühlt sich von allen unverstanden und will nur ihre Ruhe.

Mit ihrem Vater (egozentrisch und wehleidig: Hans-Werner Leupelt) zofft sie sich ständig. Die harmoniesüchtige Hausfreundin Maike (Christine Hoppe) kann die Risse in der Familie nicht kitten. Erst lächelnd und dann zunehmend genervt wehrt Sylvia die Annäherungsversuche von Fritz (tragikomisch: Daniel Séjourné) ab, der erst naiv gutmütig im bunten Streifenpulli und dann als feurig romantischer, wutschnaubend verstoßener Liebhaber in weißem offenen Hemd und schwarzer Hose auftritt. Er malt ihr eine schöne Zukunft aus und will mit ihr irgendwohin, weit weg von allem, was dunkel und banal ist. Beim Abendessen bei Fritz zuhause lernt Sylvia Sybille kennen, einer verwitwete Modedesignerin, attraktiv und elegant in weißem Anzug (mal herb dandyhaft und gefühlvoll weiblich im lindgrünen Kleid: Fanny Staffa) kennen, die so ganz anders ist, ihr zuhört, ihren Schmerz versteht. Bei der sie endlich wieder aufblüht und ganz sie selbst sein kann.

Scheu, sinnlich, berührend und schmerzlich schön erlebt das Publikum gemeinsam mit Sylvia und Sybille hautnah alle Facetten ihrer Liebe mit allen Höhen und Tiefen, Widersprüchen, Lust und Verzweiflung, die an gesellschaftlichen Rollenbildern und Normen scheitert. Wunderschön die Szene, bei der Sylvia auf einem funkelnden Kronleuchter wie auf einer Schaukel übermütig schwingt und Sybille sie anschiebt, auffängt und aus ihrer Traurigkeit zurück ins Leben holt. Verlockend schwebende, weiße Tücher wandeln sich zu Seilen, Fesseln und schwarzes Klebeband spannt sich bis in die Zuschauerreihen einschneidend. Da suchen die jungen Leute Geborgenheit und Vergnügen, tanzen im Drogenrausch, aus Infusionsbeuteln inhallierend wie Patienten auf der Intensivstation und wird mit vorgehaltener Pistole knallhart gefragt: Wer bist du und wofür stehst du?!

In einfallsreichen und eindringlichen, lauten, leisen, schrillen, komischen und traurigen Szenen und großartig, packendem Spiel vor allem der beiden Hauptdarstellerinnen kam die Geschichte auf die Bühne. Reichlich Beifall gab es dafür vom Publikum.

Text (lv)

Letzte Vorstellung vor der Spielzeitpause: 30.6., 19.30 Uhr im Kleinen Haus.

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

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Sommertheater: „Der Diener zweier Herren“ nach Carlo Goldoni im Innenhof des Japanischen Palais

20 Dienstag Jun 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Theater, Zwischenmenschliches

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Wettstreit der Leidenschaften… Komik und Dramatik nah beieinander… Wer ist Gewinner, wer Verlierer… Das wechselt ständig… aber alle fiebern gemeinsam mit, wenn Dynamo Dresden spielt… Hinreißend komödiantisches Sommertheater bietet die Inszenierung „Der Diener zweier Herren“ nach Carlo Goldoni vom Staatsschauspiel Dresden zurzeit im Innenhof des Japanischen Palais. Foto: Sebastian Hoppe

Das Leben als Glückslotterie

Um Liebe und Geschäft, Business und Moral, List, Lüge und echte Gefühle dreht sich alles in der rasant komischen Verkleidungs- und Verwechslungskomödie „Der Diener zweier Herren“ nach Carlo Goldoni in modernisierter Textfassung. Mit viel Witz, Streitlust, Dance-Hits der 90er Jahre und Lokalkolorit im Jahrmarktsbuden-Ambiente inszeniert, kam zweieinhalb Stunden deftig-direktes, pralles Sommertheater unter Regie von Rafael Sanchez auf die Bühne in dieser Inszenierung des Staatsschauspiels Dresden im Innenhof des Japanischen Palais. Höchst vergnüglich!

Als „Mr. Bombastic“ aus dem gleichnamigen Hit, mit cool-ergrautem Charme und zugleich geschäftstüchtiger Moralapostel namens Pantalone dei Bisognosi, der versucht seine Tochter Clarice unter die – möglichst vermögende – Haube zu bringen, zieht Ahmad Mesgarha alle Register. Besonders reizvoll, da die als „freche Göre“ genannte, aufmüpfige Tochter Clarice von der wie er schon reiferen Schauspielkollegin Anna-Katharina Muck verkörpert wird, die lebenslustig, temperamentvoll, kratzbürstig und leidenschaftlich dramatisch um ihren Liebsten Silvio (verzweifelt-komisch: Philipp Lux) kämpft. Mit dunkler Wuschelperücke, Lederjacke und lila Hose gibt er den südlichen Liebhaber als feurig eifersüchtigen, verwöhnten, eitlen und wehleidig-unverstandenen Trottel. Sein Vater Dottore Lombardi (cool-gelassen: Moritz Dürr) wirkt klein und zäh wie ein Fels in der Brandung, lässt alle Anfeindungen seines Widersachers Pantalone galant und spitzfindig zugleich abprallen und beide entlarven sich bei ihren Wortduellen gegenseitig. Für Verwirrung und Überraschungen sorgt die in Männerkleidern auftretende Beatrice (kess-selbstbewusst und kraftvoll: Ursula Hobmair), die ihren Geliebten Florindo (finster-verwegen: Thomas Eisen) sucht, der unter Verdacht steht, den Bruder Beatrices ermordet zu haben.

Da werden lustvoll genüsslich Mann-Frau-Geschlechterrollen durcheinander gewirbelt auf, vor und hinter der Jahrmarktsbuden-Kulisse. Da fliegt ein roter Herzballon hoch in die Lüfte, unaufhaltsam, unerreichbar. Und wird die Regenbogenfahre gehisst am Balkon vor dem barocken Gemäuer am Japanischen Palais. Da hagelt es Liebesschwüre, Flüche, Kose- und Schimpfworte, Küsse und Vorwürfe von allen Seiten. Da werden Briefe überbracht, heimlich geöffnet, gelesen und mit Kaugummi wieder zugeklebt. Mittendrin eilt Truffaldino (zwiespältig voller Ironie: Raiko Küster) als Diener zweier Herrn hin und her, anfangs naiv, unsicher, gestresst, bald immer gerissener, abgebrühter und dreister, um es allen recht zu machen. Er wechselt Kleidung und Haarmoden nach Belieben und angepasst an die Situation und Vorgesetzte. Mal fühlt er sich als Glückspilz mit gleich zwei Jobs, meint zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu können. Doch immer in Eile und der Angst, aufzufliegen, verstrickt Truffaldino sich immer mehr in seine Lügengeschichten, gerät immer mehr in Bedrängnis bis das Lügengebäude zusammenbricht, platzt wie eine Seifenblase. Ihm zur Seite steht die ihn bewundernde und anhimmelnde, naiv-liebenswerte Smeraldina, die lässig auf einem Motorradroller hereinfährt (Betty Freudenberg). Schön wie die beiden sich näher kommen, mit hungrigem Magen sich die leckersten Speisen ausmalen und immer mehr Lust aufeinander bekommen.

Lakonischer Begleiter des turbulenten Geschehens, Zuhörer, Tröster und Lachender Dritter ist der Imbisshändler Brighella (voll südlicher Heiterkeit und Gelassenheit, mit zurückgekämmtem dunklem Haar und Bart sehr authentisch: Holger Hübner). Im zweiten Teil gewinnt die zweieinhalbstündige Aufführung noch an Tempo, Spannung und Intensität. Klangreich musikalisch begleitet von den in der Losbude sitzenden Musikern der Banda Communale. Zu erleben ist ein äußerst spielfreudiges Ensemble, jeder geht auf in seiner Rolle und zeigt was Geld, Liebe, Glück, Erfolg wert sind und was der Einzelne bereit ist dafür zu tun. Alles hat seinen Preis. Und als alle Maskerade fällt, finden sich am Schluss der Komödie doch noch glückliche Paare. Reichlich Beifall vom Publikum.

Text (lv)

Nächste Termine: 22.6. und 23.6., jeweils 20 Uhr. Letzte Vorstellung: 09.07., 19 Uhr

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

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Figuren-Zauber bei der Kasperiade in Radebeul

20 Dienstag Jun 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Tanz, Theater, Zwischenmenschliches

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Fantasiereiches Puppenspiel
mit Händen und Füßen

Bei der 36. Kasperiade Radebeul war vom klassischen Kasperletheater, fast akrobatisches Körpertheater bis zu lebendigen Tanzpuppen alles dabei zum Vergnügen von kleinen und großen Besuchern. 3 000 Zuschauer kamen.

Riesenhafte Zwerge und zauberhafte Dinosaurier tummelten sich auf der Hauptstraße. Mit roten, spitzen Hüten und langen Hosen wandelten zwei Stelzenläufer umher, machen Späße und wiesen Besuchern den Weg zu den Spielstätten. Zur 36. Kasperiade verwandelte sich Radebeul-Ost wieder zur kunterbunten Freilichtbühne ein Wochenende lang, veranstaltet und gefördert vom Kulturamt der Stadt. Sechs Puppentheater zeigten in Höfen und Gassen rings um die Hauptstraße und den Radebeuler Kultur-Bahnhof ihre humor- und fantasievoll erzählten Märchen und Geschichten.

Zu erleben war Puppenspielkunst in großer Bandbreite vom klassischen Kasperletheater bis zum originellen Fußtheater. Mit Sonne und Regen im Wechsel, was die Stimmung keineswegs trübte. Schirme auf- und zugespannt, Regenkapuzen aufgesetzt, Augen und Ohren weit auf, lauschten klein und groß vergnügt dem fröhlichen Figurenzauber und der Straßenmusik, lauschig unter Bäumen, Caféstühlen und gelben Sonnenschirmen auf der Wiese vorm Kultur-Bahnhof. Für abwechslungsreiche Klänge sorgten die Kapelle Krambambuli, das Trio VagabunT und Die Elbzigeuner. Mitten auf der Hauptstraße an der Eiche steht eine Puppenbühne, die sich bei näherem Hinsehen als umgebauter Campinganhänger entpuppt. Golden bemalt, mit Guckfenster und rotem Vorhang zum Auf- und Zuziehen.

Die Bänke davor sind alle besetzt. Dort lachen, staunen und begleiten die Kinder lebhaft die Geschichte von Puppenspieler Christian Bahrmann über Kasper und den Dinosaurier, einem grasgrünen, krokodilähnlichen und kulleräugigen Stofftier, der plötzlich in der Küche steht. Der durch Zaubersalz kleiner oder größer wird und sich entsprechend mehr traut. Die Kinder zählen auf, was der kleine Dino namens Konstantin alles lernen soll: „Sprechen, laufen, Fußball spielen, Radfahren, Fernsehen…“ Ei, ei, ei,  sagt der dazu. Ein Ei taucht auch auf, das wegläuft und nicht in die Pfanne gehauen werden will. Der Dino lässt sich nicht mehr klein und niedlich zaubern und schaut neugierig in die Welt. Zu den Kindern, die jetzt schlauer und mutiger als vorher hoffentlich sind, sagt Bahrmann.

„Uns hat das Stück gut gefallen“, sagt Max, 34 Jahre. Söhnchen Leon, elf Monate, sitzt auf seinem Schoß und lacht verschmitzt. Seine Schwester Elena, drei Jahre, läuft vor zur Puppenbühne. „Wir sind zum ersten Mal bei der Kasperiade und haben im Internet davon gelesen“, sagt seine Frau Kristin, 34 Jahre. Die junge Familie aus Dresden hat einen Ausflug hierher unternommen. „Es ist alles dabei von Musik, Karussell bis Puppenspiel“, freut sie sich. Sie haben außerdem an der Lotterie eines Tierschutz-Vereins teilgenommen und am Glücksrad beim Förderverein des Karl-May-Museums eine Eintrittskarte für ein Kind gewonnen. An einem Bücherstand konnte man in seinen vielen Abenteuergeschichten stöbern. Die jungen Tänzerinnen und Tänzer vom MuNo-DanceStudio traten exklusiv für die Kasperiade als „lebendige Puppen“ auf in ihrer Show und begeisterten mit mal anmutigen und romantischen Tanzszenen bis zu cool-kraftvollem HipHop und Breakdance sowohl Jungen wie Mädchen. Gegenüber im Hof vom Weinhandel Andrich, umgeben von rankenden Weinreben und lustigen Holzfiguren draußen und im Fenster, hat in einer offenen Scheune Anne Klinge ihr Bühnenpodest aufgebaut. Sie spielte im Sitzen und Liegen, mit Händen und Füßen, aus denen die Figuren hervorwuchsen, mit Stoff umhüllt, Wuschelhaar und Knollennase das Grimmsche Märchen „Der gestiefelte Kater“ vor vollen Rängen.

Für ihr fast akrobatisches Körpertheater, einfallsreich mit viel Witz und Spielfreude erzählt, bekam sie reichlich Applaus und Münzen in den Hut von den faszinierten Zuschauern. Anne Klinge verblüffte die Zuschauer auch noch mal mit ihrem Fußtheater zur Kasperiade-Gala mit einem Best-of der Künstler am Samstagabend, humorvoll moderiert von Kultopa Arnold Böswetter alias Franz Lasch. „Sie kommt aus einem kleinen Ort in Thüringen und ist weltweit die einzige Künstlerin mit dieser Spieltechnik. Wir freuen uns, dass sie bei der Kasperiade dabei war“, sagt Helmut Raeder, künstlerischer Leiter. Rund 3 000 Besucher kamen an beiden Tagen zu dem eintrittfreien Puppentheater-Festival, mehr als letztes Jahr, da das Wetter diesmal zum Glück weniger heiß war.

Text + Fotos (lv)

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BilderAlbum & Lyrik: Die Blumen der Kindheit

11 Sonntag Jun 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Poesie

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,,

Die Blumen der Kindheit

Die Zeit steht still in den Blütenbüschen
im Sonnenlicht glänzen sie noch mehr
selbst die welken Blätter vielfarbig
die Hitze und Frost holten
verdursteten oder erfroren umgeben
von neuen Knospen und Grün
ihre Farben und Duft wohlvertraut
zartlila weiß rosa purpur und tiefrot
innen geflammt und gesprenkelt die
Blütenpollen funkeln wie Perlen
die gelben Azalleen duften wie Orangen
Zitrone und Kirsche auf einmal

ich sehe sie vor mir durchstreife das
knorrige Unterholz stehe unterm Blütendach
irgendwo in de n Bäumen ruft ein Kuckuck
und suche das Kind
das einst lachend zwischen den
Rhododendron umher sprang
oder sich versteckte
das gern Blütenketten auf Grashalme fädelte
den Hutberg hinauf am liebsten
verschlungene Seitenwege lief
die Angst sich zu verlaufen kam erst
später

ich erinnere mich an den Aussichtsturm
und die Ausflugsgaststätte mit muffigem Charme
dichter Rauch Bier und Tanzparkett im Saal
manchmal bekamen wir Kinder
Waldmeisterbrause oder angelten
etwas aus dem Spielzeugautomat
weiter hinten am Wald die steinernen
Monumente Säulenreste von einem
gigantischen Aufmarschplatz
wo wir als Kindern gern spielten

ich sehe die Blütenbüsche
gehe die Wege die meisten verlaufen
gerade in diesem Park
erfreue mich an den einzelnen und
paarweisen Blütenstengeln
nur die Menschen fehlen
mit denen ich damals ging

ich fädle eine Blütenkette und sammle
Blüten von der Erde auf
zuhause sehe ich das dunkle Insekt
am Arm das noch in der Haut steckte
zog es heraus die Stelle noch gerötet
ich häng an der Vergangenheit
an Blütenfäden die nie vergehen

und fühl mit der Zunge
die frische OP-Naht und Fäden
am Zahnfleisch
die Betäubung hat nachgelassen
der Blütenduft bleibt

LV
1.6.2023

Fotos (lv)
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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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