Lesung aus „Johnny Ohneland“ mit Judith Zander im Landhaus

Sprachwitziger Selbsterfahrungs-Trip

In der Reihe Lesungen/Literarische Alphabete stellt Judith Zander ihren neuen Roman „Johnny Ohneland“ und ihren Gedichtband „manual numerale“ am 27. Oktober, um 19.30 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Straße 2 vor.

Judith Zander liest aus ihrem neuen Roman „Johnny  Ohneland“ und ihrem Gedichtband  „manual numerale“. Joana Wolkenzin weiß früh, dass sie anders ist. Sie liest stundenlang und lernt Songtexte auswendig; später verliebt sie sich in Jungs und in Mädchen. Im vorpommerschen Niemandsland der Neunziger gibt sie sich einen neuen Namen: Johnny. Aber bringt ein neuer Name auch neues Glück? Als die Mutter über Nacht die Familie verlässt, kreisen Johnny, ihr Bruder Charlie und ihr Vater auf wackligen Bahnen um eine leere Mitte. Schließlich macht Johnny sich auf die Suche nach einem Leben und einer Erzählung, die ihren eigenen Vorstellungen entsprechen, in Deutschland, Finnland und Australien.

„Judith Zander erzählt diese Coming-of-Age-Geschichte auf eine ebenso witzige wie anrührende Art und mit großer Lust am Sprachspiel. Neben bildhaften Namen – „Ohneland“, Wolkenzin“ – gehören Lautmalerei und Kalauer ebenso zu ihrem Repertoire wie Zitate aus Pop- und Hochkultur. Auch der Name Johnny Ohneland ist ein Zitat: eine Anspielung an den britischen King John, den bösen Bruder von Richard Löwenherz, der den Beinamen „Lackland“ – „Ohneland“ – bekam. Kein Robin Hood-Film kommt ohne diesen Johann Ohneland aus, aber auch Shakespeare hat ihn verewigt.“

(Christel Wester, Deutschlandfunk)

Judith Zander wurde 1980 in Anklam geboren und lebt heute in Jüterbog. Für ihre Werke wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem 3sat-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs und mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis.

Text: Volker Sielaff

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und dem Amt für Kultur- und Denkmalschutz.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich. 

Online-Salon „Auf Eierschalen gehen? Über politisch korrektes Schreiben in der Literatur“ des Literaturnetzwerks Wortwechsel

Zu Gast im literarischen Salon „Wortwechsel“ sind die Autorinnen
Volha Hapeyeva und Nele Pollatschek

Einladung zum Online-Salon der Reihe „Wortwechsel. Gespräche über Literatur und Politik“ & Diskussion mit den Zuschauern am Bildschirm am 28.10.2020 von 19.30 bis 21.15 Uhr.

“Politische Korrektheit” beinhaltet moralische Vorstellungen, die von manchen als Einengung, von anderen als Leitplanken respektvollen Umgangs verstanden werden. Der literarische Salon „Wortwechsel“ am 28.10.20 fragt von 19.30 Uhr bis 21.15 Uhr nach dem Einfluss der aktuellen Debatten über “politische Korrektheit” auf das künstlerische Schaffen von Schriftsteller*innen. Die Autorinnen Volha Hapeyeva und Nele Pollatschek diskutieren mit den Teilnehmer*innen des Online-Salons über heikle Fragen des Anstands in der Literatur, moderiert von Cornelius Pollmer (Schriftsteller und Journalist).

Wer mitdiskutieren möchte, kann sich bis 26.10.2020 unter kontakt@kaestnerhaus-dresden.de anmelden und erhält einen Link zur Veranstaltung, die über den Videokonferenz-Dienst ZOOM stattfinden wird. Benötigt wird ein internetfähiges Gerät (PC, Laptop, Handy, Tablet) mit Kamera und Mikrofon. Der Einlass und der technische Support finden von 19.15 – 19.30 Uhr statt. Wer einfach nur zuschauen möchte, kann den Livestream bei Facebook verfolgen, der über die Seite des Dresdner Literaturner e.V. geteilt wird.

Über die Autorinnen

Volha Hapeyeva, geboren 1982 in Minsk, ist Autorin, Übersetzerin und Linguistin und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Werke wurden in mehr als zehn Sprachen übersetzt. Ihre linguistische Forschung beinhaltet die Philosophie der Sprache, Körpersoziologie und Geschlechterfragen in Sprache und Kultur.

Nele Pollatschek wurde 1988 in Berlin geboren und studierte Englische Literatur und Philosophie in Heidelberg, Cambridge und Oxford. Für ihren Debütroman “Das Unglück anderer Leute” erhielt sie den Friedrich-Hölderlin-Förderpreis.

Dieser Online-Salon ist eine Veranstaltung des Literaturnetzwerks Wortwechsel und wird durch die Kooperation mit dem Verein Dresdner Literaturner e.V.  sowie dem Erich Kästner Haus für Literatur ermöglicht. Für die Projektförderung danken wir der Landeshauptstadt Dresden.

Die Veranstalter freuen sich, Euch am 28.10. bei ZOOM zu begrüßen und mit Euch zu diskutieren. Gern auch zum Weiterempfehlen.
In Vertretung des Literaturnetzwerks Wortwechsel:
Michael Bartsch, Beate Baum, Willi Hetze, Jayne-Ann Igel, Torsten König, Andrea O’Brien,  Petra Schweizer-Strobel, Hans-Haiko Seifert, Ju Sobing, Justus Ulbricht, Noëlle Waibel

Das Erich Kästner Haus für Literatur e.V.
Villa Augustin
Antonstraße 1
01097 Dresden
Tel 0351 / 8045087

kontakt@kaestnerhaus-literatur.de
www.kaestnerhaus-literatur.de

Neu: mit #kaestnerathome gibt es jetzt auch #kaestnerimnetz: Literatur in all ihren vielfältigen Facetten online jederzeit abrufbar – zum Auftanken & Mitmachen in Lesungen, Gesprächen, Interviews und Museumsschätzen auf @kaestnerhaus und @Erich.Kaestner.Museum.

Auch das MuMo ist nun virtuell unterwegs – hereinspaziert & mitgekästnert! Hier geht’s zum Fahrplan und allen Beiträgen: @KaestnerMuMo

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Lesung aus dem neuen Gedichtband „Wildniß“ von Daniela Danz im Landhaus Dresden

Verse voll wilder Experimentierlust

In der Reihe Literarische Alphabete des Literaturforum Dresden e.V. liest Daniela Danz (Kranichfeld) aus „Wildniß“ am 20. Oktober, um 19.30 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum,  Städtische Galerie), Wilsdruffer Straße 2.

Daniela Danz zählt seit langem zu den wichtigsten Lyrikerinnen dieses Landes. Ihr neuer Gedichtband ist ein Ereignis. Der Titel „Widniß“ in dieser Schreibweise ist eine Anspielung auf Hölderlin. Streng formbewusst und voll wilder Experimentierlust sind ihre Verse, sie greifen weit aus in die Landschaft, in die Welt, in die Geschichte, und doch führen sie immer auch in enge Räume zurück, in das Haus, die Wohnung, das innerste Fühlen. Oder vielleicht gehen sie eher davon aus? Als eine Sehnsucht? Ins Offene? Wenn zeitgenössische Lyrik eine Dringlichkeit hat, dann in den Versen von Daniela Danz.

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und dem Amt für Kultur- und Denkmalschutz.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Text: Volker SIelaff

Eröffnung der 20. Jazztage Dresden & Überblick über Konzert Highligths


Die Klazzbrothers spielen zum Auftakt der Dresdner Jazztage und das Abschluss- und Jubiläumskonzert des Festivals am 23. November, um 20 Uhr in den Ostra-Studios.


Die Sängerin Julia Neigel & Band ist mit ihrem neuem Album „Ehrensache“ am 24. Oktober, um 20 Uhr im Ostra-Dome zu erleben.


Luca Stricagnoli, einer der besten Akustikgitarristen aus Italien spielt am 5. November, um 19.30 Uhr in den Ostra-Studios.


Tom Gaebel & His Orchestra zelebrieren 15 Years of Singing & Swinging am 22. Oktober, um 20 Uhr im Ostra-Dome.


Dirty Loop geben ihr einziges Deutschland-Konzert mit furiosem Fusion Pop am 13. November, um 20 Uhr im Ostra-Dome. Fotos/PR: Jazztage Dresden

Maske im Gesicht, Jazz im Blut

Die Jazztage Dresden eröffnen am Mittwoch mit Kurzkonzerten das Festival in der QF-Passage an der Frauenkirche.

In normalen Jahren zelebrieren die3 Jazztage Dresden ihre alljährliche Eröffnung mit zahlreichen, eng gedrängten Gästen, die verschiedenen Künstlern des Festivals in der QF-Passage an der Frauenkirche lauschen. Für den Auftakt im Corona-Jahr mussten sich die Veranstalter ein neues Konzept überlegen, das den Zuhörern genauso viel Lust auf die immerhin schon 20. Ausgabe der Jazztage Dresden macht. Das Festival findet in diesem Jahr vom 21. Oktober bis 23. November statt. Eingeladen sind Neugierige bei freiem Eintritt und unter Einhaltung der allgemeinen Gesundheitsmaßnahmen zur großen Eröffnung diesen Mittwoch, 21. Oktober, ab 16 Uhr in das QF-Quartier an der Frauenkirche.

Mit einem etwas kleineren und dennoch nicht weniger beschwingten Festakt eröffnen die Jazztage Dresden ihre diesjährige Ausgabe. Gemeinsam mit ihren Partnern, der QF-Passage, Dresden-Information und der Sächsischen Zeitung, bieten sie einen musikalischen Nachmittag inmitten des Dresdner Zentrums. Bis 19 Uhr stehen einige Kurzkonzerte sowie moderierte Gespräche auf dem Programm. Anstatt auf mehreren Ebenen und in einzelnen Geschäften der Einkaufsmeile finden die Veranstaltungen in diesem Jahr allesamt auf der Bühne im Untergeschoss der QF-Passage statt. Das Team der Jazztage Dresden bietet währenddessen die Möglichkeit des lockeren Austausches vor Ort. Angekündigt haben sich bereits die Klazzbrothers, Ive Kanew & Friends sowie die Forster Family. Als „Special guest“ wird in diesem Jahr Entertainer Tom Gaebel mit seiner Stimmgewalt das Publikum fesseln. Parallel zum Bühnenprogramm zeigt der Festival-Fotograf Hans-Joachim Maquet seine Bilderausstellung in der Passage.

Damit das strahlende Lächeln der Zuschauer auch für die Musiker deutlich sichtbar ist, bieten die Jazztage Dresden erstmals hauseigene „Smile@Jazztage“-Transparentmasken an. Außerdem gibt es während der dreistündigen Festivaleröffnung im Shop der Dresden-Information 50% Ermäßigung auf Konzerttickets des Festivals, außer auf Restkarten. Bei der Veranstaltung gelten die allgemeinen Regeln der Corona-Schutz-Verordnung. Das Tragen einer Mund-Nasen-Maske ist verpflichtend, außer bei Einnahme von Getränken unter Wahrung des Mindestabstands.

Tickets für alle Konzerte der Jazztage Dresden gibt es an allen Dresdner und deutschlandweiten ReserviX-Vorverkaufsstellen. Ebenso steht die ReserviX-Hotline unter 01806 700733 (0,20 Euro aus dem Festnetz, mobil 0,60 Euro) zur Verfügung.

Text: meeco Communication Services GmbH

Weitere Informationen: www.jazztage-dresden.de

Kunst aus Tschechien in der Galerie Rainar Götz


Anästhesist, Kunst- und Weinliebhaber und Galerist Rainar Götz weiß ästhetische Genüsse zu schätzen. Zurzeit stellt er Arbeiten von Markéta Safáriková, darunter auch unikate Kleider mit bedruckten Motiven von ihr in den Räumen auf der Westendstraße 16 in Dresden-Plauen aus. Fotos: Susanna Lotte Henken

Faszinierende Fotomalerei voller Verwandlung

Bilder zwischen Traum und Realität zeigt die Künstlerin Markéta Safáriková zurzeit im Rahmen der Tschechisch-Deutschen Kulturtage in der Galerie Rainar Götz in Dresden-Plauen. Die Ausstellung ist noch bis 12. November zu sehen.

Bunte Herbstblätter wirbeln auf grauer, fast menschenleerer Leinwand. Ein intensivrotes Stillleben mit Äpfeln. Drei schwarze, knorrige Bäume stehen geheimnisvoll beisammen wie „Schicksalsgöttinnen“. Faszinierend verwandelt,
in starken Farbkontrasten zwischen Traum und Realität schwebend,Grenzen auslotend, geht es auf die Suche nach dem “Gleichgewichtszustand“. So heißt die Ausstellung mit Malerei auf Fotografie von Markéta Safáriková, zu sehen im Rahmen der Tschechisch-Deutschen Kulturtage in der Galerie Rainar Götz auf der Westendstraße 16 in Dresden-Plauen.

Zwei Wochen lang locken außerdem Konzerte und Lesungen an vielen Orten in der Stadt noch bis 18. Oktober. Gerade stand der selbstständige Narkosearzt noch im OP-Saal einer Klinik, drei Stunden später eröffnete der Anästhesist und Galerist Rainar Götz (62) die Ausstellung der aus Prag stammenden Künstlerin. Mit ihren Arbeiten öffnete zugleich die erste und älteste Galerie in der Südvorstadt wieder ihre Türen als
Kunst- und Begegnungsort. Im Mai 2006 begann Götz neben seiner Anästhesiepraxis mit seiner Galerie im Souterrain des von ihm sanierten Hauses. Er zeigt zeitgenössische Werke internationaler Künstler unter dem Motto: „Ausland in Dresden“.

Seit 2009 stellten bereits Künstler aus Argentinien, Chile, Russland, England, Iran und Italien in der Galerie Rainar Götz aus. Einerseits, weil er selbst weiß, was es heißt angenommen und willkommen zu sein in der Fremde. Er hat eine Zeitlang in Italien und der Schweiz gelebt. “Die Ausstellungen sind ein Angebot, Kultur aus anderen Ländern als Bereicherung zu sehen, nicht nur den Elbe-Barock, schließlich erweitert dies den Blick des Verständnisses für die Welt“, sagt Rainar Götz. In diese Galerietradition passt nahtlos die Ausstellung mit Kunst aus Tschechien. „Ein Land, das aktuell aufhorchen lässt in der Corona-Krise und auch mit den sensiblen Arbeiten und der beeindruckenden Technik der Fotomalerei“, so Götz.

Markéta Safáriková lernte er durch seine jetzige Galeriemitarbeiterin Susanna Lotte Henken kennen, ebenfalls Tschechin, bei einer Lesung mit der bekannten Schriftstellerin Radka Denemarková im letzten Jahr in Dresden. Die Ausstellung mit rund 120 Bildern erstreckt sich über zwei Etagen. Sie hängen im hinzugekommenen medizinischen Schönheitsatelier „Curabella“ und in der neuen Weingalerie mit edlen Tropfen aus Portugal, Spanien und Österreich und demnächst auch Elsässer und Schweizer Käse.

„Vom Galerismus satt werden kann ich nicht, aber ohne ihn würde ich verhungern“, sagt Rainar Götz über seine Kunstleidenschaft. Im Titelbild der Ausstellung sind helle und dunkle Farbflächen wie Traumgespinste verwoben. Die Farbe überdeckt oft Teile der Landschaft und Gesichter, mal wie ein Hauch, mal gitterartig und wie mit einer Schutzhülle versehen. Markéta Safáriková malt gegen das Dunkle an. Das Pierrot-Motiv des traurigen Clowns ist auch auf Kleidung gedruckt.

Insekten schwirren in zart farbigen Aquarellen im Weinregal und wundersame, skurrile Wesen wie Scherenkäfer und „Keimlinge“ blinzeln aus vielfarbigen kleinen Zeichnungen den Betrachter an. Außerdem gibt es ein Galeriedinner für Kunstliebhaber am 28.10., um 18 Uhr (Voranmeldung erforderlich. Mehr dazu unter www.galerierainargoetz.de ) Dann kocht Rainar Götz ein Vier-Gänge-Menü für maximal 16 Personen. Die Finissage (mit Kunstauktion) der Ausstellung von Markéta Safáriková findet am 12. November ab 18 Uhr statt.

Text (lv)

http://www.galerierainargoetz.de


Galeriedinner & edle Tropfen. Dabei kocht Rainar Götz ein Vier-Gänge-Menü für Besucher in seiner Kunst- und Weingalerie. Das nächste findet am 28.10., um 18 Uhr statt. Voranmeldung erforderlich über die Galerie Götz.

Buchpremiere: „Alte Karten von Flandern“ von Patrick Wilden in der Buchhandlung LeseZeichen

Eine Reise entlang unsichtbarer Grenzen

Zur Lesung mit Patrick Wilden aus seinem Gedichtband „Alte Karten von Flandern“ lädt die Buchhandlung LeseZeichen heute, am 15. Oktober, um 20 Uhr in die Priessnitzstr. 56 ein. Moderation und Gespräch: Jayne-Ann Igel.

Im Dunkeln leuchtende Wörter, die Verheißungen alter Bücher und Landkarten, die letzten Geheimnisse einer von Google Maps kartierten Welt – all das findet in Patrick Wildens Debüt ganz selbstverständlich zusammen. Er nimmt uns mit auf Reisen entlang unsichtbarer Grenzen, spürt Verwandtschaften und vergessenen Bezeichnungen nach. Doch es ist Vorsicht geboten: Die Zuverlässigkeit der „Alten Karten von Flandern“ ist äußerst fragwürdig. Sie spielen mit unserer räumlichen Vorstellung, verbinden die entlegensten Gegenden miteinander oder verschweigen deren Existenz. Diese Gedichte durchstoßen die Oberfläche unserer Gegenwart.

Patrick Wilden, geboren 1973 in Paderborn, aufgewachsen in der Region Kassel. Nach einem Studium in Tübingen und einem Verlagsvolontariat in Stuttgart arbeitete er viele Jahre in einem Antiquariat in Dresden und ist dort heute für eine Bibliothek und ein Archiv sowie als Redakteur der Literaturzeitschrift Ostragehege tätig.Er erhielt im Jahr 2000 den Würth-Literatur-Preis und 2019 das Raniser Debüt Stipendium. Der Gedichtband „Alte Karten von Flandern“ erschien im Jahr 2019.

Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt.
Bitte um Anmeldung unter 0351-803 39 14 oder info@buchlesen.de

Eintritt frei.

Text: Jörg Scholz-Nollau

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Buchhandlung LeseZeichen
Priessnitzstrasse 56
01099 Dresden

Inh.: Jörg Scholz-Nollau

Tel. 0351-8033914
Fax 0351-8033915
www.buchlesen.de
info@buchlesen.de

Streit um Vortrag von Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser im Ostra-Dome Dresden


Daniele Ganser  Foto: Jazztage Dresden
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Geostrategie: Der Blick hinter die Kulissen der Macht

„Brücken schlagen, statt Gräben ziehen über die Musik hinaus“, lautet das Motto der 20. Jazztage Dresden vom 21. Oktober bis 23. November. Aufgrund des hohen Interesses hält der Schweizer Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser am 25. Oktober, um 11 und 15 Uhr einen Vortrag über Geostrategie im Ostra-Dome in Dresden.

Dr. phil. Daniele Ganser ist Schweizer Historiker und Friedensforscher, spezialisiert auf internationale Zeitgeschichte seit 1945. Seine Forschungsschwerpunkte sind Friedensforschung, Geostrategie, verdeckte Kriegsführung, US-Imperialismus, Ressourcenkämpfe, Energiesysteme und Wirtschaftspolitik. Dr. Ganser ist Gründer und Leiter des Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER) in Basel. Das SIPER untersucht, ob es möglich wäre, die Energieversorgung zu 100% auf erneuerbare Energien umzustellen und Konflikte ohne Gewalt zu lösen (www.siper.ch). In seinen Vorträgen geht es Dr. Ganser hauptsächlich um den Weltfrieden, denn der Frieden ist die Basis einer gesunden Entwicklung in jedem Land, in jeder Gemeinschaft und eben auch in der Familie.

Veranstalter: SIPER AG
Kooperationspartner: Jazztage Dresden

Stellungnahme der Jazztage Dresden (vom 13. Oktober 2020)

Im Anschluss an den Vortrag soll um 18 Uhr unter dem Motto „Concertare“ eine offene Diskussion mit Gesprächspartnern und allen Interessierten stattfinden.

Seit Ende letzter Woche verbreitet sich ein Aufruf, ausgehend von einem Facebook-Post, mit dem Ziel, bei den Jazztagen Dresden die Absage des Vortrages von Dr. Daniele Ganser zu erreichen. Seitdem gehen Mails von unterschiedlichen Seiten bei den Jazztagen ein. Einerseits mit der Bitte bzw. der expliziten Forderung, den Vortrag abzusagen – und andererseits mit der konträren Bitte, den Vortrag nicht abzusagen. Auch Partner und Sponsoren werden mit entsprechenden Mails bedacht. Wir freuen uns immer über Feedback und konstruktive Kritik. Auch die Zuschriften, die uns nun erreichen, haben im überwiegenden Teil einen positiven Grund-Tenor den Jazztagen gegenüber.

Aus der von uns tiefempfundenen Verantwortung und Verpflichtung sowohl unseren Künstlern als auch dem Publikum und unseren vielen, zum großen Teil langjährigen Partnern und Unterstützern und unserem Team gegenüber, möchten wir zu diesem Thema wie folgt Stellung nehmen.

Gerne stellen wir ein Zitat aus der Präambel des Jazzverbandes Sachsen e.V. an den Anfang: „Der Jazzverband Sachsen e.V. versteht sich als weltoffen und sagt deshalb entschieden Nein(!) zu jeglicher Form von Diskriminierung, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und Homophobie.“ Dieser Aussage schließen wir uns von Seiten der Jazztage Dresden zu 100 Prozent an. Die Jazztage Dresden stehen in diesem für viele so schwierigen Jahr aktuell kurz vor ihrem 20. Festivaljahrgang. In den vergangenen 19 Jahren hat sich das Festival vom Dresdner Stadtrand mit zu Beginn 400 Gästen hin zu einem Festival von internationaler Reputation mit renommierten Künstlern aus aller Welt entwickelt. In den letzten Jahren besuchten jährlich circa 40.000 Gäste die jeweils rund 80 Festivalkonzerte.

Neben dem grundlegenden Bestreben, hervorragende und außergewöhnliche Musiker nach Dresden zu holen – seien es internationale Stars oder junge und/oder aufstrebende Musiker – liegt von Beginn an ein besonderer Schwerpunkt der Festivalprogrammatik im Ausloten von Grenzräumen zwischen unterschiedlichen Genres und Stilen – und dem Schaffen eines Raumes für Projekte, Ensembles und Experimente, die sich in einem derartigen Spannungsfeld bewegen. Das auf den ersten Blick mitunter scheinbar Unvereinbare kann miteinander in Kontakt treten und ermöglicht dabei das Entstehen von Neuem.

Diese Motivation, Brücken zu schlagen anstatt Gräben zu ziehen, tragen die Jazztage auch über die Musik selbst hinaus mit – und weiter. So gibt es im Festivalprogramm immer mal wieder Künstler, die auch politisch aktiv sind und Entsprechendes in ihrem Programm auf der Bühne kommunizieren. Dies ist im Rahmen der Kunstfreiheit in Ordnung und wichtig, solange die Grenze zur Diskriminierung (egal welcher Art und gegen wen) und zum Extremismus nicht überschritten wird.

Auch auf dem Gebiet der gesellschaftlichen, auch der politischen Themen halten wir eine offene Diskussion auch sehr unterschiedlicher Ansichten und Perspektiven für gut und richtig – und ziehen dies einer Abgrenzung und Abschottung vor. Immer mit Blick auf die oben schon genannte rote Linie, deren Überschreitung von uns nicht toleriert wird.

Vor diesem Hintergrund haben wir Dr. Ganser zur Durchführung seines Vortrages auch in diesem Jahr zugestimmt. Der Vortrag ist, als „Vortrag“ gekennzeichnet, bereits seit Anfang des Jahres 2020 (Januar/Februar) veröffentlicht und im Verkauf. Auch im Vorjahr hatte bereits ein Vortrag von Dr. Ganser stattgefunden. Die Veranstaltung wird durchgeführt von der SIPER AG, die Jazztage stellen die Infrastruktur zur Verfügung und erhalten eine Miete. Das Entstehen von Kosten für die Jazztage aus diesem Vortrag ist (und war) ausgeschlossen.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung sind die folgenden Punkte:

1. Dr. Ganser hat sich unseres Wissens nach nie rassistisch, diskriminierend oder homophob geäußert. Dies bestätigt unter anderem auch Prof. Butter, der im ursprünglichen Facebook-Post (siehe oben!) zitiert wird.
2. Wir sind der festen Überzeugung, dass sowohl das Sprechen miteinander als auch das Hören und Erfahren von anderen Sichtweisen oder Perspektiven dem Menschen nicht schadet, sondern vielmehr das eigene Reflektieren und das eigene kritische Denken anregt.
3. Weiterhin sind wir der Überzeugung, dass wir Menschen durchaus dazu in der Lage sind, Gehörtes und Erlebtes selbst und eigenständig zu beurteilen (im Idealfall aus erster Hand und nicht über Dritte) und daraus – jeder für sich – seine Schlüsse zu ziehen oder das Gehörte in der einen oder anderen Form für sich weiter zu verarbeiten.

Wir sehen eine größere Gefahr darin, Gesprächspartner oder Andersdenkende auszuschließen, als miteinander zu sprechen (oder auch kontrovers zu diskutieren) und unterschiedliche Perspektiven zuzulassen. Immer natürlich mit Blick auf die bereits genannte rote Linie.

Das Zitat von Evelyn Beatrice Hall „Ich missbillige, was du sagst, aber würde bis auf den Tod dein Recht verteidigen, es zu sagen.“ (Voltaire zugeschrieben) leitet uns an dieser Stelle.

Ansonsten stehen wir und die Jazztage – und wohl zumindest die meisten, die die Jazztage und uns selbst kennen, wissen das – für Freiheit und Weltoffenheit und gegen jegliche Form von Diskriminierung, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Homophobie und Extremismus. Das ist eine Selbstverständlichkeit, die eigentlich keiner Erwähnung bedarf.

Da wir miteinander und nicht übereinander (oder gar nicht) sprechen wollen, möchten wir eine Diskussion an den Vortrag von Herrn Ganser (der aufgrund der Corona-Auflagen und entsprechend geringerer Platzkapazität in zwei Vorträge gesplittet wurde) anschließen unter dem Motto „Concertare“. Um 18 Uhr wollen wir Gesprächspartner zur offenen Diskussion einladen. Wir bitten die Initiatoren des Facebook-Posts um Vorschläge zu möglichen Gesprächspartnern/Diskutanten.

Wir freuen uns auf ein Festival mit großartiger Musik – und mit guten Gesprächen und Diskursen. Offen, freiheitlich, mit Respekt und Toleranz jedem und jeder gegenüber.

Text: Kilian Forster & Tanja Grandmontagne, Jazztage Dresden

Weitere Infos: www.jazztage-dresden.de

P.S.: Ein ausführlicher Beitrag zum Vortrag und der anschließenden Diskussion mit Daniele Ganser erscheint morgen, 27.10, auf meinwortgarten.com

Neustart im BücherReich: Bundesmittel für die Leipziger Buchmesse

Aufbruch zu Neuem in der Welt der Bücher

Bund fördert Ausstellerteilnahme an der Leipziger Buchmesse mit einer Million Euro. Sie öffnet wieder ihre Türen im kommenden Frühjahr statt Mitte März nun vom 27. bis 30. Mai 2021.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters unterstützt die Leipziger Buchmesse mit einer Million Euro aus dem Konjunkturprogramm NEUSTART KULTUR, um die Folgen der Corona-Krise für die Branche abzumildern. Die Förderung wird zum Großteil für die Teilnahme der Aussteller sowie für die Schaffung schutzdienender Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen für Aussteller und Besucher verwendet.

Als wichtigster Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche traf die Corona-bedingte Absage der Leipzig Buchmesse im März 2020 die Branche besonders hart. Die Auswirkungen sind noch heute zu spüren. Die Mittel der Förderung werden aus diesem Grund zum Großteil für die Aussteller eingesetzt. Ermäßigte Standgebühren sollen vielen Ausstellern die Teilnahme an der Messe ermöglichen, um Neuerscheinungen zu präsentieren. Dies betrifft besonders kleine und mittlere Verlage. Zusätzlich wird die Förderung für die Schaffung schutzdienender Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen für Aussteller und Besucher verwendet.

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters: „Es ist für alle Buchliebhaber ein Zeichen der Hoffnung und des Aufbruchs, dass die Leipziger Buchmesse im kommenden Jahr wieder ihre Türen öffnen will. Durch die Absage der beiden größten deutschen Buchmessen sind der Branche in diesem Jahr zwei der bedeutendsten kulturwirtschaftlichen Treffpunkte verloren gegangen. Umso wichtiger ist es, möglichst vielen Verlagen im nächsten Jahr in Leipzig die Teilnahme zu ermöglichen. Deshalb unterstützt die Bundesregierung die Leipziger Buchmesse aus dem Zukunftsprogramm NEUSTART KULTUR dabei, die Standkosten und Teilnahmegebühren für die Verlage deutlich zu reduzieren.“

Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse, betont: „Mit ihrer Unterstützung befördert die Kulturstaatsministerin eine breite Teilnahme an der nächsten Leipziger Buchmesse und setzt damit ein wichtiges Zeichen für den Erhalt der Vielfalt in der Buchbranche. Dafür sind wir sehr dankbar. Das macht Mut nach einem extrem schwierigen Jahr, das pandemiebedingt ohne die starken Impulse der Buchmessen auskommen musste. Die Förderung gibt allen Beteiligten Rückenwind mit der Messe im kommenden Frühjahr besonders engagiert für neue Literatur und das Lesen zu werben.“

Das Format der Leipziger Buchmesse 2021, die vom 27. bis 30. Mai stattfindet, wird derzeit schrittweise konkretisiert. So wie in den Vorjahren findet die Leipziger Buchmesse gemeinsam mit dem Lesefest Leipzig liest, der Manga-Comic-Con und der Antiquariatsmesse auf dem Gelände der Leipziger Messe und in der Kongresshalle am Zoo statt.

Das Rettungs- und Zukunftspaket NEUSTART KULTUR in Höhe von einer Milliarde Euro gliedert sich in vier Teilprogramme: „Pandemiebedingte Investitionen“ (bis zu 250 Mio. Euro), „Stärkung der Kulturwirtschaft“ (bis zu 480 Mio. Euro), „Unterstützung alternativer, auch digitaler Kulturangebote“ (bis zu 150 Mio. Euro) und Hilfen bei „pandemiebedingten Einnahmeverlusten und Mehrbedarfen der vom Bund geförderten Häuser und Projekte“ (bis zu 100 Mio. Euro).

Über die Leipziger Buchmesse
Die Leipziger Buchmesse ist der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche und versteht sich als Messe für Leser, Autoren und Verlage. Sie präsentiert die Neuerscheinungen des Frühjahrs, aktuelle Themen und Trends und zeigt neben junger deutschsprachiger Literatur auch Neues aus Mittel- und Osteuropa. Durch die einzigartige Verbindung von Messe und Leipzig liest – dem größten europäischen Lesefest – hat sich die Buchmesse zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Im Verbund mit der Leipziger Buchmesse öffnet die Manga-Comic-Con (MCC). Parallel dazu findet die 26. Leipziger Antiquariatsmesse statt.

Text:  Dr. Andreas Knaut
Unternehmenssprecher/Bereichsleiter Kommunikation

Leipziger Buchmesse im Internet:
www.leipziger-buchmesse.de

Leipziger Buchmesse im Social Web:
http://www.facebook.com/leipzigerbuchmesse
http://twitter.com/buchmesse
http://www.instagram.com/leipzigerbuchmesse

 

Premiere „Blut am Hals der Katze“ von Rainer Werner Fassbinder im Societaetstheater


Menschen wie Schaufensterpuppen, doch allen fehlt etwas. Mittendrin Phoebe Zeitgeist, die von einem fremden Stern auf die Erde kommt, um die Sprache der Menschen verstehen zu lernen. Ein grotesk-komischer Figurenreigen von Fassbinder auf der Bühne im Societaetstheater Dresden.

Ein Gruselkabinett verlorener Träume

Sie alle sind auf der Suche nach Liebe, Erfolg und Glück, doch mehr im Unglück verbunden. Der einsame Geschäftsmann, die lebensfrohe Sekretärin, die traurige alte Frau, der ruppige Motorradfahrer, die vom Aussteigen träumende Prostituierte, der coole Frauenheld und die farbige Powerfrau in der Inszenierung „Blut am Hals der Katze“ zu Fassbinder-Texten im Societaetstheater Dresden.

Phoebe Zeitgeist kommt von einem fremden Stern auf die Erde, um eine Reportage über die Demokratie der Menschen zu schreiben. Doch sie versteht deren Sprache nicht, obwohl sie die Worte gelernt hat. Das führt zu skurril-komischen bis dramatischen Situationen, mit denen die Außerirdische konfrontiert wird bei ihren Begegnungen. Die Inszenierung „Blut am Hals der Katze“ zu Texten von Rainer Werner Fassbinder, der dieses Jahr seinen 75. Geburtstag hätte, der Compagnie Freaks und Fremde hatte am Freitagabend im Societaetstheater Dresden Premiere.

Die erste Aufführung von Heiki Ikkola als Intendant des Hauses kam zusammen mit Sabine Köhler als Spiel mit lebensgroßen Puppen in der Ko-Regie von Jörg Lehmann auf die Bühne. Die lebensprallen sozialen Milieu-Geschichten von Fassbinder, einem Seismograph deutscher Befindlichkeiten, lassen tief blicken hinter die  Wohlstandsfassade der alten Bundesrepublik in den 1970er Jahren und viele der gestellten Fragen sind immer noch gültig und ungelöst wie große soziale Unterschiede, Ablehnung und Gewalt gegen Fremde. Sternenhimmel und bunte Lichter und Großstadtgeräusche bilden die Kulisse.

Phoebe trägt ein Kleid und Kosmonautenkappe und steht auf einem Drahtgestell als stille Beobachterin. Ihr Körper leuchtet auf, wenn sie Menschen trifft und sie wiederholt die Worte mit kühler Stimme, ohne Mitgefühl und Seele, konzentriert zusammengefasst, so dass sie eine noch intensivere, nachdrückliche Wirkung entfalten. Aus dem Halbdunkel heben die Spieler die Figuren auf ein schwarzes Podest, dazu klettert Heiki Ikkola auf eine Leiter oder sie treten wie zufällig zu ihnen auf der Bühne. Ein Motorradfahrer mit Helm mustert Phoebe, macht ihr Komplimente und pöbelt sie an, als sie schweigt und fühlt sich provoziert, wenn jemand komisch schaut oder eine Frau lacht, ihn angeblich auslacht.

Eine Frau in rosa Korsage und blondem Bubikopf räkelt sich wie eine Schaufensterpuppe selbstverliebt auf dem Ladentisch. Im roten Schaufenster empfängt sie ihre Kunden. Darunter ein älterer Mann in weißem Hemd und Krawatte, der wie ein Hund kläfft und kriecht und sich auspeitschen lässt von ihr. Seine eigene Frau schlägt er, wenn sie nicht gehorcht und bringt sie im Streit um. Sie kippt samt Stuhl hintenüber, ist buchstäblich kopflos und er entsetzt, das wollte er nicht und setzt ihren Kopf wieder auf den Hals, und sie lächelt ihn an: „Ach, mein Dickerchen…“

Alle Figuren haben irgendwie miteinander zu tun, mit ihnen betritt man ein Gruselkabinett aus verlorenen Träumen und sie versetzen die Zuschauer in ein Wechselbad der Gefühle. Von Neugier, direkt, offenherzig berlinernd, laut, schroff, grell, düster bis tragikomisch und tieftraurig sind die Begegnungen Phoebes mit den Menschen, die ihnen zusieht, zuhört und speichert ihre Sorgen, Ängste und Wünsche. „Wenn eins unglücklich ist, dann muss es halt reden. Sonst bleibt nichts“, sagt Fassbinder. Das tun die Figuren in diesem Stück schonungslos zwischen Sehnsucht, Hoffnung und Verzweiflung, Liebe und Verzicht, Älterwerden und Tod. Viel Beifall und viel Stoff zum Nachdenken.

Text + Foto (lv)

http://www.societaetstheater.de

Gastspiel „Prinz Eselohr“ mit dem Figurentheater Ambrella im Museum für Sächsische Volkskunst


Der Prinz trägt eine Krone und eine lustige Schnecke am Ohr. Was sich wohl dahinter verbirgt… Foto: Puppentheater Ambrella

Mit dem Herzen sehen

Die Freunde der Puppentheatersammlung Dresden e. V. laden zur Familienveranstaltung ein am Samstag, 10. Oktober um 15.30 Uhr zur Aufführung „Prinz Eselsohr“ mit dem Figurentheater Ambrella aus Hamburg im Museum für Sächsische Volkskunst mit Puppentheatersammlung Dresden.

Es waren einmal eine Königin und ein König. Die wünschten sich von Herzen ein Kind. Da schickte die Königin eines nachts ihren Gemahl zu den Feen in den Wald – und tatsächlich wurde ihnen noch im selben Jahr ein Prinz  geboren. Die Feen wünschten dem Kind Schönheit und Anmut, Verstand und Aufrichtigkeit. Die letzte Fee aber schenkte ihm Eselsohren, „… damit er nicht hochnäsig wird!“.

Da wurden im Schloss alle Türen und Fenster verschlossen und keiner durfte den Prinzen sehen. Nur der Barbier erfuhr von dem Geheimnis, doch das wurde ihm fast zum Verhängnis.

Spiel: Heike Klockmeier
Regie und Musik: Dietmar Staskowiak
Dramaturgie: Hella Müller
Figuren und Szenografie: Jürgen Maaßen

Aufgrund der begrenzten Platzkapazitäten bitten die Veranstalter um Reservierung unter post@puppentheaterfreunde.de
Evtl. Restkarten sind an Theaterkasse ab 1/2 Stunde vor Vorstellungsbeginn erhältlich.
Veranstaltungsort: Museum für Sächsische Volkskunst Dresden, Köpckestr. 1, 01097 Dresden

Text: Alexandra Löser

Freunde der Puppentheatersammlung Dresden e.V.
Stauffenbergallee 9, Garnisonkirche, Eingang D,
01099 Dresden
Tel.: 0176/21060355 (Löser); 0351/32964740 (Thiel)
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