Streichelzoo und Manege im Freien

Der Circus Astoria, ein kleines Familienunternehmen in siebenter Generation, hat zurzeit seine Zelte aufgeschlagen am Elbufer in Dresden-Pieschen, Moritzburger Str. 3. Die Wiese hat sich in eine Manege im Freien verwandelt, auf der Kamele herumlaufen und grasen. Lamas, Alpakas, Bergziegen, Esel, Shetlandponys und eine Watussi-Kuh mit warmbraunem Fell namens Lisa, die viele für einen Ochsen oder einen Stier halten, tummeln sich außerdem im Freigehege, genießen die Sonnenstrahlen und bleiben gelassen angesichts der vielen neugierig vorbeischauenden Besucher. Die Kleinen dürfen schon auch mal auf Kameldame „Salome“ steigen und eine Runde drehen, lustig ermuntert von Zirkuschef Ricardo Köllner.

Mit Anmut und Gelassenheit bezaubern die Kamele auch in der Manege im Zirkuszelt.
Die Zirkusleute bringen Kinderaugen zum Strahlen, Erwachsene schmunzeln über die fröhlich-fantasievolle Show, mit viel Spaß und Herzblut gezeigte Tierdarbietungen, mitreißende und verblüffende Akrobatik und schelmische Clownerie.

Der Clown schließt eine Wette ab mit der Zirkusdirectrice, die durchs Programm führt, wie leicht sich mit Heu Geld verdienen lässt. Sie glaubt es nicht und wird in einem Wissensquiz eines Besseren belehrt. Sie braucht immer nur mit „Heu“ antworten… Auch auf die Frage: „Was wollen Sie lieber? 10 Euro oder Heu…“

Die „Astoria Sisters“, zwei junge Frauen, schwingen Hula-Reifen zu Rock`n`Roll-Klängen und begeistern abwechselnd mit viel Power, Charme und atemberaubender Jonglage und Artistik hoch unter dem Sternenzelt das Publikum. Jamie, eine der Schwestern balanciert und dreht sich um die eigene Körperachse auf die Arme gestützt auf einem Lenkergriff. Ihre Schwester Sally schwebt in blaues Licht getaucht als Meerjungfrau in die Höhe und befreit sich aus ihrem Netz, später schwingen beide als Engel mit weißen Federflügeln hoch unter die Zirkuskuppel.

Clown Diego, ihr Bruder, erweist sich auch als wagemutiger Akrobat auf übereinander gestapelten Rollen und tritt aks Kung-Fu-Kämpfer, in weißem Anzug und roter Nase, aus der Ferne auf, der lustig einen Zuschauer in die Geheimnisse der Körperentspannung einweiht.

Vater Ricardo stemmt einen Hammer, Schubkarre und Turm aus Stühlen freihändig, von einem Mundgriff gehalten mit Humor, Geduld und Gelassenheit. Außerdem lässt er Kamele durch die Manege traben, Bergziegen über Balken balancieren und auf Klettertürme rauf und runter springen. Shetlandponys am Manegenrand die Zuschauer begrüßen. Gerade noch Rasselbande, hören sie auf`s Wort, wenn er sie in einer Reihe Aufstellung nehmen lässt, die Ponys sich aufrichten und aneinander halten. Sehr berührend.

In der Pause dürfen klein und groß im Streichelzoo und bei der Schlangenshow den Tieren ganz nahe sein. Mit Futterspenden helfen sie außerdem den Zirkustieren. Und am Ende bekommen die Zirkuskünstler reichlich Applaus für ihre abwechslungsreiche Vorstellung.

„Zirkus ist wieder im Kommen“, sagt Astoria-Chef Ricardo Köllner hinterher. „Die Besucher erleben einen harmonischen Umgang zwischen Mensch und Tier, alles echt, hautnah und live.“ Das spreche gerade in der heutigen, technisierten und schnelllebigen Zeit besonders junge Familien an. Erinnerungen kommen hoch an eigene Kindertage. Der Zirkus ist auch ein Stück Kulturtradition.

„Die Leute staunen, dass die Tiere hören und sofort zu mir kommen, wenn ich sie rufe“, sagt Ricardo Köllner. Dies würden sie wohl nicht tun, wenn er sie nicht gut behandle. Er legt großen Wert auf tiergerechte Haltung ebenso wie auf Transparenz. Jeder kann die Tiere auf der Wiese vor dem Zirkuszelt sehen und sich ein eigenes Bild machen. Das Kamel-Paar „Kalif“ und „Salome“ und ihren Sohn „Ali`, die aus der Mongolei stammen und dort wie Haustiere gehalten werden. „Tiergerecht heißt, dass die Tiere sich wohlfühlen, auf das Tierwohl achten.“

Der Circus Astoria tourt seit nunmehr zehn Jahren vor allem durch ostdeutsche Lande, aber auch Tschechien und Dänemark. Vor 28 Jahren haben sich Ricardo Köllner und seine Frau Velicka, die aus einer tschechischen Zirkusfamilie stammt, beim Circus Royal kennengelernt, den es inzwischen nicht mehr gibt. Ihre drei Kinder sind mit dem Leben unterwegs aufgewachsen. Sie mögen es, immer neue Orte und Menschen kennenzulernen, erzählt Jamie Köllner. Seine Heimstätte hat der Circus Astoria im Winterquartier in Suckow bei Parchim in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Circus Astoria ist zum ersten Mal auf diesem Platz am Pieschener Elbufer zu Gast. Es gefällt ihnen sehr. Die Hunde nehmen auch gern mal ein Bad in der Elbe und halten die Tiere draußen zusammen. Sie haben einen Tierpfleger und einen Requisiteur, ansonsten helfen alle in der Familie mit, die Tiere füttern und pflegen.

Zu erleben ist das Programm des Circus Astoria noch bis 31. März an diesem Platz.

Vorstellungen: Do + Fr. 17 Uhr, Sa 14+17 Uhr, So 14 Uhr

Do + Sa 17 Uhr Familienvorstellungen: Erwachsene zahlen Kinderpreise; Fr 17 Uhr, Happy Friday: Nur 8 Euro pro Person auf allen Plätzen

Die nächste Station von Circus Astoria ist übrigens in Dresden-Cossebaude eine Woche lang.

Text + Fotos (lv)

Es liebt Sonne und Möhren… meinwortgarten.com-Inhaberin Lilli Vostry erlebte die Zirkustiere bei ihrem Gastspiel an der Elbe in Dresden-Pieschen in urwüchsiger Umgebung.


Nach seinem Freigang mit Abendbrot an der Brombeerhecke kehrt Kamel „Kalif“, an der Seite von Zirkuschef Ricardo Köllner, zurück zu seiner „Salome“ ins Gehege.


Schlange stehen zum Kamelreiten. Die Kinder dürfen nach der Vorstellung eine Runde mit Kamel „Kalif“ drehen, der gerade Vater geworden ist. Bereits zum zweiten Mal.


Streicheleinheiten & Leckerli: Bis zur Abfahrt standen kleine und große Besucher am Freigehege der Zirkustiere am Pieschener Elbufer. „Es war ein sehr nettes Publikum hier“, sagte ihr Tierpfleger vom Circus Astoria. „Wir bekommen bestimmt wieder.“

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