Batman trifft Marilyn in der Comödie

Actionheld Batman gibt den coolen Verführer vor dem schüchternen Zauberlehrling Harry Potter und einer lässigen Blondine an der Bar. Marilyn Monroe putzt die Gläser. Ein paar finstere Typen beginnen eine Massenschlägerei zum Westernhit „Spiel mir das Lied vom Tod“. Kurz darauf biegen die Blues Brothers um die Ecke. Das Publikum erlebt „Ganz großes Kino“ voller Power, Humor und Leidenschaft auf einer rasanten Reise durch legendäre Filmklassiker. Die besten Filme aller Zeiten in zwei Stunden kommen in dieser Comedy-Revue von und mit Christian Kühn in Kurzfassung samt heißer Soundtracks mit der Band „The Firebirds“ auf die Bühne der Comödie Dresden.

Der Anlass ist ein trauriger: Das kleine Kino “Gloria“ steht vor der Schließung, da nach der Eröffnung eines Multiplex-Kastens um die Ecke die Besucher ausbleiben. In einer Abschieds-Show sollen noch einmal die Film-Höhepunkte der vergangenen Jahrzehnte gezeigt werden. Da der Verleih der Streifen scheitert, bleibt nur eins: Selber spielen! Der arbeitslose einzige Stammkunde Danilo (Christian Kühn) und die  flippig und mit flottem Mundwerk ausgestattete Viola (Dorothea Kriegl) vom Nagelstudio nebenan treiben sich gegenseitig in schnellem Perücken- und Kostümwechsel zu immer neuen Höhenflügen an in diesem Rollen-Marathon mit romantischen, kuriosen bis verrückt-komisch parodierten Filmszenen. Angefangen bei der mit allem Krafteinsatz bewältigten Hebe-Szene aus „Dirty Dancing“, mit Kühn als hart gesottenem Tanzlehrer, der seine Partnerin völlig verwirrt über die Hotelszene aus „Pretty Woman“, wo er als kurvige Quasselstrippe dem armen Richard Gere zeigt wo`s langgeht bis zur herrlich schrägen Mal-Szene an Bord der Titanic, wo Jack mit Hingabe mit Fettstiften seine gewichtige Rose in lasziven Posen solange zeichnet, bis sie von der Treppe fällt.

Witzig auch das Video mit der nächtlichen Stadtfahrt auf Kinderrollern zu den wilden Klängen aus Easy Rider. Nach etwas umständlich-zähem Beginn der Geschichte heizen vor allem die vier Musiker der Firebirds mit zündenden Klängen und auch mal groovendem A Cappella Gesang die Stimmung an, von Musik aus Starwars mit Sternengefunkel bis zu Musik aus dem König der Löwen. Da werden eingeblendete Filmzitate wild durcheinander gewirbelt und parodiert, erscheinen Figuren aus der bunten Disney-Zeichentrickfilmwelt lustig vermengt auf der Bühne: von Arielle der Meerjungfrau und Aladdin über die Eisprinzessin Elsa und Mary Poppins bis zum Dschungelbuch. Da muss eine Sackkarre herhalten für rasante Fahrten oder Liebesgeständnisse zwischen „Harry und Sally“ und ein BH als Gesichtsmaske für einen Bösewicht. Leider wurde zu viel hineingepackt an Filmschnipseln und Gags in die Inszenierung, so dass die Spielszenen zu kurz kommen bzw. im Klamauk der Sinn untergeht. Viel Beifall dennoch vom Publikum für einen unterhaltsamen und vor allem musikalisch mitreißenden Kinoabend im Theater mit Happy End.

Weitere Termine: 2. – 5.3., 19.30 Uhr, 6. + 13. + 20. 3., 15 Uhr, 8. – 12.3., 19.30 Uhr, 15. – 19.3., 19.30 Uhr.

Foto: Robert Jentzsch

 

 

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