Humorvoller Wettstreit um Geld und Liebe

Die Dame in Schwarz kann sich ihrer vielen Verehrer kaum erwehren. Als humorvoller Wettstreit um Geld und Liebe voll überraschender Wendungen feierte die Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár am Freitag abend Premiere in der Staatsoperette Dresden. Zugleich war es die letzte im traditionsreichen Haus in Leuben, denn die Staatsoperette zieht bald um, in die neue Spielstätte im Kraftwerk Mitte.

Die Bühne ist in kühlen Metalltönen gehalten mit großen neonfarbenen Schaufenstern, hinter denen elegant gekleidete Damen und Herren wie ausgestellt stehen (Bühnenbild und Kostüme: Christof Cremer). Im Stil eines Entertainers führt der Kanzlist Njegus (Jannik Harneit) durch das Geschehen, schnipst mit dem Finger und die in der Pose erstarrte feine Gesellschaft bewegt sich. Man lacht, trinkt, tanzt, balzt, betrügt, spioniert und intrigiert in flottem Wechsel zu betörenden Walzerklängen in diesem lustvoll-komischen Verführungsspiel über die Macht des Geldes, hinreißend gesungen und gespielt vom Sängerensemble, Chor, Ballett und Orchester unter der musikalischen Leitung von Andreas Schüller.

Die schöne reiche Witwe Hanna Glawari (mit viel Esprit: Vanessa Goikoetxea) ist umschwärmter Mittelpunkt insbesondere der Herren, die ihr scharenweise nachlaufen und sie heiraten wollen. Doch alle sind nur hinter ihren geerbten 20 Millionen her. Nur Graf Danilo (galant:Nikolay Borchev) spielt nicht mit. Er kennt Hanna bereits als sie noch arm war und liebt sie, will aber nicht als Mitgiftjäger dastehen. Sie lockt ihn mit den Waffen einer Frau, indem sie sich dem Schein nach auf andere Heiratskandidaten einlässt. In einem goldenem Pavillon täuscht sie ein heimliches Rendez-vous mit dem Verehrer Rosillon (Markus Francke) vor, um seine Geliebte, die Ehefrau des Barons nicht zu komprimittieren.

Nach anfangs schleppender Handlung bekommt die Inszenierung von Sebastian Ritschel im zweiten Teil deutlich mehr Schwung und Spannung, steigert sich die Musik von zart-romantisch, feurig bis beschwingt mit köstlichen Ohrwürmern über Lust und Leid von Frauen und Männern, bei denen die Damen und Herren des Chors auf und abmarschieren an der Bühnenrampe, sich anpreisen und humorvoll über das andere Geschlecht herziehen. Voll kess-verruchtem Witz und Charme dann als Höhepunkt: der Besuch der feinen Gesellschaft im vermeintlichen Kabarett Maxim`s mit tollen Tanzeinlagen der Grisetten, lebensfroher Waschfrauen, die ihre Verehrer im Frack reizen und abservieren und das Publikum begeistern. Reichlich Beifall für einen verführungsreichen Abend mit Happy End und etwas Wehmut, da der Abschied vom alt vertrauten Operettenhaus naht. Damit steigt aber auch die Vorfreude aufs neue Theater: Die erste Premiere dort wird Offenbachs Operette „Orpheus in der Unterwelt“ am 17. Dezember sein.

Nächste Vorstellungen: 10. und 11.5., 19.30 Uhr in Leuben

 

 

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