Beschwingte und feurige Klänge vor romantischer Kulisse

Es passte alles. Strahlend blauer Himmel, südländische Hitze und das romantische, efeuumrankte Gemäuer der Klosterruine inmitten einer blühenden Gartenoase.
Vor dieser Kulisse bezauberten beim „Spanischen Abend“ vor reichlich Publikum – rund 300 Besucher zog es am Freitagabend ins Hahnemannzentrum in Meißen – mit beschwingten und feurigen Klängen im Vorprogramm das junge Cello-Duo „Circulo“, Deborah Oehler und Laura Härtel aus Dresden und die wunderbaren andalusischen Sänger Maria Mellado Prenda und Enrique Correa, begleitet von dem Flamenco-Gitarristen Johannes „Josel“ Ratsch. Eingeladen zu dem Konzert hatten das Hahnemannzentrum gemeinsam mit dem Mittelsächsischen Jugendverein, der sich für Musik, Begegnung und Kultur an verschiedenen Orten engagiert. Man konnte die Musik auf der Wiese vor der Bühne genießen und zwischendurch spanische Spezialitäten wie Paella und Tapas probieren, die zeitig ausgingen angesichts der vielen Besucher, etwas Obst, Brot und Schinken und Sangria gab es aber bis zum Schluss.

Die zwei jungen Musikerinnen begeisterten die Zuhörer mit ihrem frisch lebendigen, mit viel Grazie, Schwung und Hingabe dargebotenen lateinamerikanischen Programm und Improvisationen. Sie reisen und spielen viel Straßenmusik unterwegs und stellten einige der auf ihren Reisen durch Südamerika kennengelernten alten Lieder und Volkstänze vor. Begonnen beim lebhaft, klangerfrischenden Stück „Wind“, einem im Schlamm umherspringenden Stier in Ekuador, einem Tanz der Klöppelfrauen aus Nordbrasilien bis zu verlockend-charmanten Tangos, „Im Licht der Öllampe“, melancholisch an „Alte Zeiten“ erinnernd bis zum sentimentalen und leicht augenzwinkernden Tango „Wenn die Ente weint“. Klanglich interessant und kraftvoll-temperamentvoll außerdem ihr abschließender Flamenco und als Zugabe der zu zweit an einem Cello und auf zwei Bögen musizierte, flügelschwingende „Schwan“ aus Camille Saint-Saens „Karneval der Tiere“. Auf jeden Fall ein Klangerlebnis, von dem man sich weitere wünscht vom Duo „Circulo“.
Feurig, betörend und leidenschaftlich das Leben und die Liebe, den Schmerz und die Hoffnung besingend, ging es weiter im Programm „Aire Flamenco“ der andalusischen Sänger Maria Mellado Prenda und Enricque  Correa, die mit rhytmischem Händeschlagen, Percussionspiel und anfeuernden Rufen den Gitarristen Johannes „Josel“ Ratsch begleiteten. Traditionelle, volksliedhafte und neuere Lieder zum Träumen und Innehalten, leise bis glutvoll, sehnsuchtsvoll und lebensfroh. Maria Mellado Prenda singt ergreifend mit ihrem ganzen Körper, bewegt und gestikuliert mit den Händen. Und auch wenn man die Sprache nicht versteht, fühlt man worum es geht. Enrique Correa singt mit mal dunkel-schwermütig, bebender, mal stolz kraftvoller Stimme, ausdrucksstark und einfühlsam von Johannes „Josel“ Ratsch an der Gitarre begleitet. Abschließend besingt Maria mit tief warmer Stimme, allein von Trommeln begleitet ein archaisches, natur- und erdverbundenes Lied mit Blick auf das im Dunkeln entzündete Feuer.
Mit einer furiosen Feuershow vor der Klosterruine klang der mit viel Beifall bedachte Spanische Abend aus.

Der Spanische Abend ist heute, am 24.7., von 15 bis 21 Uhr noch einmal in Leisnig auf der Burg Mildenstein zu erleben.

Das Hahnemannzentrum Meißen, das sein Angebot als sozialer und kultureller Begegnungsort weiter ausbauen will, feiert im kommenden Jahr das Jubiläum „800 Jahre Kloster zum Heilig Kreuz“ in der einstigen Zisterzienserinnenanlage mit einer Festwoche vom 14. bis 21. September 2017.

http://www.hahnemannzentrum-meißen.de

http://www.mjv-online.de

Text + Fotos (lv)
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