Unter dem Titel „Error: X“ zeigen rund 200 Künstler aus 40 Ländern über eintausend Werke in den denkmalgeschützten, seit Jahren verfallenden Futterställen in städtischem Eigentum im alten Schlachthof-Gelände im Ostra-Gehege. Den Ostrale-Machern fehlen die Mittel für die Sanierung.

Hier eine kleine Auswahl der gezeigten Arbeiten:

016Thorbjoern Rahnfeld, Serienteil                                                                                              „Erinnerung“

unspecifiedThomas Brenner, „Krieg + Frieden“

IvanIvana De Vivanco, „Die Marionette“

unspecifiedStephanie Abben, „Haijans End“

Kunst schlägt Alarm: Unter dem Titel „Error: X“ eröffnete zum 10. Mal die Ostrale, die internationale zeitgenössische Kunst im Dresdner Ostragehege zeigt.
Seit Anfang Juli stellen dort rund 200 Künstler aus 40 Ländern über 1 000 kuratierte Werke von Malerei bis Objektkunst auf über 20 000 Quadratmetern in den denkmalgeschützten Futter- und Kleinviehställen des ehemaligen Erlwein-Schlachthofensembles und der Messehalle 4 aus.

Zu sehen ist junge, noch nicht etablierte Kunst ebenso wie bereits international anerkannte und künstlerische Arbeiten von Flüchtlingen. Ein Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit verschiedenen Kulturen und Glaubensrichtungen sowie „die Rekonstruktion der Erinnerung, die untersucht inwiefern unsere Wahrnehmung die Gegenwart und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wie Zuwanderung und Flüchtlingsproblematik bestimmt“, heißt es im Ostrale-Programm. Außerdem ist die Ostrale noch bis 31. Juli mit 64 Dresdner Künstlern und Künstlergruppen zu Gast in der europäischen Kulturhauptstadt Wroclaw in der „Browar Mieszczanski Wroclaw“ (Kulturbrauerei).

Doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr droht der Ostrale, welche das verfallene Areal neu belebt und als weltoffener Kunstort weiterentwickelt werden soll,  das Aus. Der Grund: Die Futterställe mit ihrem besonderen Flair sind seit Jahren akut dem Verfall preisgegeben. Ihr maroder baulicher Zustand lässt eine Öffnung für das Publikum nächstes Jahr nicht mehr zu trotz jahrelanger Bemühungen des Fördervereins der Ostrale-Freunde. Die Futterställe befinden sich bislang im Eigentum der Stadt Dresden und eine Sanierung ist nicht in Sicht.

„Die Ostrale soll aktuell ein Finanzierungskonzept für Kauf und Sanierung der Futterställe vorlegen. Benötigt werden nach unseren Vorgesprächen mit der Stadt dafür ca. 4,5 bis 5 Millionen Euro. Diese können wir gar nicht aufbringen, was der Stadt bekannt ist“, sagt Ostrale-Direktorin Andrea Hilger. Es soll dem Vernehmen nach im Hintergrund bereits Gespräche über einen Verkauf an Dritte geben, worüber die Ostrale-Veranstalter trotz wiederholter Nachfragen gar nicht informiert wurden. Dass die Ostrale dann eine marktübliche Miete aufbringen könnte an einen neuen Eigentümer, der mit einer Sanierung der Ställe auch kommerzielle Interessen verfolgen würde, sei nicht realistisch. Damit bleibt eigentlich nur, einen neuen Standort zu suchen, so Hilger. Dazu Kai Schulz, Pressesprecher der Stadt Dresden: „In der Ostrale wird nach wie vor ein hohes Entwicklungspotenzial gesehen. Wenn das Konzept vorliegt, kann über weitere mögliche Schritte gesprochen werden.“ Die Ostrale-Freunde haben bereits einen von vielen Kulturschaffenden und Unternehmen unterzeichneten Hilferuf zur Rettung der international ausstrahlenden Kunstausstellung im Ostragehege gestartet. Die Ostrale mit Begleitprogramm ist noch bis 25. September zu sehen.

Der Verein der Ostrale.freunde und Team setzt sich für den Erhalt der Kunstmesse am jetzigen Ort ein, versandte dazu auch einen öffentlichen Unterstützerbrief.
„Gerade in ,besorgten` Zeiten wie diesen halten wir es für absolut notwendig, auch weiterhin internationale und kulturvolle Signale von Dresden aus zu senden“, heißt es in dem Schreiben. Der Verein bittet Besucher und weitere Interessierte um unterstützende Worte und auch finanzielle Hilfe, um das bürgerschaftliche Engagement für den Erhalt dieses einzigartigen Ortes gegenüber der Stadt reichhaltig zu zeigen.

Zuschriften an: rettung@ostrale.de

Das Titelfoto ganz oben zeigt ein Werk von Burchard Vossmann.

Weitere Infos und das ausführliche Programm der Ostrale-Messe und Aktivitäten des Fördervereins unter:
http://www.ostrale.de
http://www.ostrale-freunde.de

Zahlen/Fakten 2016:

20 000 m2 Ausstellungsfläche
1 000 Werkpräsentationen
200 Künstler
die Ostrale beschäftigt laut Veranstalter alljährlich rund 99 Arbeitskräfte, die sich um Technik, Kasse, Auf- und Abbau, Organisation und Catering auf der Kunstmesse kümmern.

Öffnungszeiten: außer montags Dienstag bis Donnerstag von 10 – 20 Uhr,
Freitag bis Sonntag  von 11 – 20 Uhr
Offene Führungen: Sonnabend und Sonntag 14 und 17 Uhr

Fotos: PR/Ostrale

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