Begleitet von lauten Trommelwirbeln (bekanntlich sind Tiere lärmempfindlich) war die Aktion einer Gruppe selbsternannter „Tierschützer“ und „Tierbefreier“ vor der Premiere des 21. Dresdner Weihnachts-Circus am Mittwochabend. Vor dem Festzelt an der Pieschener Allee protestierten ein paar Erwachsene mit Kleinkindern mit Transparenten gegen das angebliche „Leid in der Manege“ und vermeintliche „Tierquälerei“. Ob sie wohl je einen Zirkus von innen gesehen haben oder sich mal selbst hinter den Zelten konkret über die dortige Tierhaltung informierten ??
Die anschließend in der rund zweistündigen Show präsentierten Tiere wirkten jedenfalls alles andere als leidend, sie tollten, sprangen, hüpften, krochen, hangelten, kletterten… mit sichtlichem Spaß in der Manege umher. Sie verblüfften, erfreuten und begeisterten mit ihren Darbietungen ebenso wie die mit den Tieren sehr natürlich und vertraut wirkenden Tierlehrer das zahlreiche Publikum, darunter auch der Dresdner OB Dirk Hilbert. Begonnen bei der kaprizös-kletterfreudigen Katze des vielseitigen Clownsduos Slobi über galoppierende und tänzelnde Pferde, verspielte Ponys, elegant schreitende Kamele, begleitet von flinken Zebras, Alpakas, einem weiß-zauberhaften und braunen Hörnertieren bis zum superschnellen Känguru. Mit viel Witz und Charme agierte Ingo Stiebner mit zwei Seelöwen, die Bälle balancierten, Flosse gaben und mit ihm bereitwillig wie geschmeidig Tango tanzten und ihn umarmten wie einen guten Freund. Bei Manuel Farina und seiner gemischten Löwen- und Tigergruppe zeigte sich besonders eindrucksvoll, wie innig, nah und respekt- und würdevoll das Verhältnis Mensch und Tier sein kann, ohne das Wilde, Raubtierhafte auszublenden. Es war ein eher spielerisches Herausfordern und Miteinander und Achten der Grenzen. Sehr berührend.

Toll, außergewöhnlich und beeindruckend auch die artistischen Darbietungen – auch musikalisch vielfarbig und schwungvoll begleitet von der Zirkusband mit Sängerin, nur akustisch etwas zu laut – wie die elegant traumwandlerisch, zu Tangoklängen in luftiger Höhe am Trapez schwebende, mit Händen und Füßen jonglierende und kopfstehende ungarische Ausnahmeartistin Elisabeth Axt, das romantische Akrobatikpaar „Duo Devlikamov“ an der Poledance-Stange, die mongolische Artistengruppe mit ihrer rasanten Schleuderbrettakrobatik bis zu den geheimnisvoll-spektakulären Zaubereien des Magiers und Meisters der Illusionen Christian Farla.
Auf die Frage: „Was die Deutschen vom Circus erwarten?“, antworteten übrigens laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK unter Bürgern über 14 Jahren (2008) 86,1 Prozent, dass „Tiere unbedingt zu einem richtigen Circus gehören“ und 85,5 Prozent sehen „Tiere sehr gerne“. „Keine Tiere sehen“ wollen 14,5 Prozent.

Das Programm des Dresdner Weihnachts-Circus ist noch bis 2. Januar 2017 zu sehen.
Zu einem Ökumenischen Gottesdienst im 21. Dresdner Weihnachts-Circus sind alle Interessierten am 26.12., um 10 Uhr eingeladen. Artisten und Besucher feiern diesen unterm Zirkushimmel gemeinsam mit vier Geistlichen unterschiedlicher Konfession. Zirkusdirektor Mario Müller-Milano trägt das eigens verfasste Gebet für die Artisten vor.

Weitere Infos und Tickets unter http://www.dresdner-weihnachts-circus.de

Text + Fotos (lv)
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Zirkusdirektor Mario Müller-Milano, neben ihm der künstlerische Leiter Filip Kaiser, bedankt sich beim Publikum und versichert, dass die Tiere hier artgerecht gehalten werden, viel Auslauf in Freigehegen sowie große Transportboxen haben und regelmäßig tierärztlich untersucht werden. „Deutschland hat die strengsten Tierschutzrichtlinien überhaupt und flächendeckend ein Veterinärwesen. Unsere Tiere werden gut behandelt und machen nichts, was sie nicht wollen“, sagte Müller-Milano reagierend auf die Proteste zu den Zirkustier-Auftritten.

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