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Die Schweiz(en) in Malerei, Grafik und Wagners Werk zeigt eine Sonderausstellung im Stadtmuseum Pirna und in den Richard-Wagner-Stätten Graupa (ab 9. April zu sehen) und natürliche und kunstvolle Kamelien erblühen im Landschloss Zuschendorf (ab 4. März).

Die wild-romantische Landschaft der Sächsischen Schweiz hat Künstler schon immer magisch angezogen und zu ihren Werken angeregt. Auf ihren Spuren können die Besucher der neuen großen Sonderausstellung „Inspirierende WanderWelten – Die Schweiz(en) in Malerei, Grafik und Wagners Werk“ im Stadtmuseum Pirna und in den Richard-Wagner-Stätten Graupa wandeln (ab 9. April zu sehen).

„Noch nie gezeigte Schätze aus der Grafiksammlung des ,Gebirgsvereins für die Sächsische Schweiz` und zahlreiche authentische Exponate zu Wagners Wanderungen werden in beiden Museen zu sehen sein“, sagt Christian Schmid-Doll, Geschäftsführer der Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna. Der Komponist Richard Wagner war ein leidenschaftlicher Wanderer, der nach seiner Flucht aus Sachsen in der Schweiz in höchst anspruchsvollen Touren die Berge erkundete. Bereits in seiner Dresdner Zeit war er viel in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz unterwegs. An beiden Orten gewann er tiefgreifende Eindrücke, die er später in seinen Werken szenisch und musikalisch umsetzte. Im Museum in Graupa sind Wagners Wanderrouten auf historischen Karten dargestellt. Seine damit verbundenen inneren Bilder, die er in seinen Musikstücken umsetzte, sind in Grafiken, Zitaten, Musikbeispielen und Bühnenbildmodellen skizziert.

Zeitgleich zeigt das Stadtmuseum Pirna in einer separaten Ausstellung bedeutende Bilder aus seiner Kunstsammlung, die auf den 1878 gegründeten Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz zurückgehen, bei dem wissenschaftliche und soziale Interessen mit ausgeprägtem Kunstsinn zusammentrafen. Die Zeichnungen, Kupferstiche, Radierungen und Lithografien sowie einige Gemälde werden nach aufwendiger Restaurierung nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Unter den Landschaftsansichten aus 200 Jahren befinden sich Werke von Matthäus Merian, Johann Alexander Thiele, Bernardo Bellotto, Adrian Zingg und Karl Gustav Täubert. Die Sammlung eröffnet dem Betrachter einen Blick in die Landschaft, so wie sie Wagner einst sah und wie sich die Landschaftsdarstellung seither verändert hat.

Ein Fest fürs Auge ist außerdem die XIV. Deutsche Kamelienblütenschau im Landschloss Pirna-Zuschendorf, zu der die Botanischen Sammlungen der TU Dresden einladen (vom 4. März bis 9. April). Zu sehen und bewundern sind in farbenfroher Pracht über 1 000 Einzelblüten, darunter eine Vielzahl historischer Sorten aus dem 19. Jahrhundert auf der 1 700 Quadratmeter großen Gewächshausfläche. Das Publikum darf zusammen mit der Mitteldeutschen Kameliengesellschaft die allerschönste Blüte wählen. Ein besonderes Vergnügen ist diesmal für Pflanzenfreunde und Kunstliebhaber, dass vis à vis zu den lebendigen Blüten auch Kamelien in der europäischen Malerei aus der schlosseigenen Sammlung sowie Leihgaben zu sehen sind.

Hauptsächlich Ölbilder und Aquarelle, darunter die allererste gezeichnete Kamelienblüte des sächsischen Gärtners George Meister um 1682, ein Selbstbildnis mit Kamelienzweig der Dresdner Malerin Paula Modersohn-Becker um 1906/07 aus dem Museum Folkwang Essen, ein Stillleben mit weißen Kamelien und gelben Rosen von Wilhelm Lachnit von 1942 und ein Bildnis der aus Alexandre Dumas` Roman berühmten Kameliendame Alphonsine Plessis von Edouard Viénot. Im Festsaal ist das Maleratelier eines Bohème aufgebaut und im Vestibül ein Stilleben exotischer Blumen des ehemals Königlichen Gartens von Berlin nachgestellt. Aus den Pillnitzer Versuchsgewächshäusern kommen außerdem Edelpelargonien nach Zuschendorf. Diese Pflanzenschönheit soll noch bekannter werden und bald auch in einer Vielfalt neuer Sorten erblühen.
Text: (lv)

Fotos: Landschloss Zuschendorf

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