Mephisto steht feuerrot mit breitem Grinsen hinter Gretchen und Faust. Der Drachentöter Siegfried mit Punkfrisur umarmt kurz seine Kriemhild und tut kurz darauf wieder das, was ein Mann tun muss, nämlich Held spielen. Die widerspenstige Katharina legt sich mit den Männern an. Und die romantische Idylle im Elfenwald täuscht auch. König Oberon und seine Gattin Titania werfen sich gegenseitig Untreue vor und zwei junge Paare verirren sich im Wald. Dort sorgt Diener Puck mit einer Liebes-Zauberblume für ein lustvoll-komisches Verwirrspiel der Gefühle. Willkommen zum „Sommer der Liebe“ – unter diesem Motto eröffnete die neue Spielsaison in der urigen St. Pauli Ruine am Königsbrücker Platz im Hechtviertel in Dresden am Freitag abend.

Bei ihrem Theaterfest zeigten gestandene und neue Akteure, die in ihrer Freizeit Theater spielen, mit reichlich Herzblut, Spielfreude, Einfallsreichtum und Humor Ausschnitte aus dem Repertoire und den zwei bevorstehenden Premieren „Der Widerspenstigen Zähmung“, eine Komödie von Peter Dehler nach William Shakespeare (5.5., 20 Uhr) und „Ein Sommernachtstraum“, ein Liebesspiel ebenfalls von Shakespeare (16.6., 20 Uhr). Außerdem gab es vielfältige musikalische Kostproben von Gästen der Theaterruine. Darunter die Dresdner Band „enVivo“ um die Sängerin Alexandra Kayser, die von den Philippinen stammt und mit glasklar-fragiler und zugleich kraftvoller Stimme Lieder aus eigener Feder aus ihrem Programm „Nothing left to say“ sang (zu erleben am 23.4., 19.30 Uhr).
Ein Magier auf der Gitarre ist der Leipziger und jetzt in Dresden lebende Musiker Christian Buchmann, der stilistisch stimmungsreiche Klangbilder erzeugt mit Eigenkompositionen wie „Der Joker“, „Wüstenplanet“, „Der Schamane“ oder „Spieluhr“. Mehr davon gibt es bei einer „Guitarmania“ (Gitarrennacht) mit ihm solo und zusammen mit dem mehrfach preisgekrönten Musiker Falk Zenker, der Buchmanns erster Gitarrenlehrer war. Sie präsentieren außerdem ein außergewöhnliches Nachwuchstalent mit dem französischen Musiker Antoine Boyer an der Gipsy-Gitarre (am 26.4., 19 Uhr).

Text + Fotos (lv)

http://www.pauliruine.de

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