„Little Girl“ von Gunnar Pfaffe und Zeichnungen von Edgar Kupfer
Zeichnungen von Anastasia Kalinycev. Re. im Bild: Arbeiten von Kerstin Dähne, Gunnar Pfaffe und Edgar Kupfer

Farbige Zeichnungen von Edgar Kupfer
Bilder einer Ausstellung: Edgar Kupfer, Leiter des „Notart-Kreativraums“ Radebeul und Anastasia Kalinycev, die ihn porträtierte.

Im Rausch der Farbe

Eine Gruppe junger Künstler vom „Notart-Kreativraum“ zeigt ihre Arbeiten derzeit im Amt für Bildung, Jugend und Soziales in Radebeul.

Ein Porträt zeigt Edgar Kupfer, mit halblangem Haar, Bart und Brille, im Atelierraum. Er steht vor einem Holztisch, darauf ein Weinglas und eine Weinflasche, auf der eine Kerze steckt. Gleich daneben der Drucktisch und der Grafikschrank.
Gezeichnet hat ihn Anastasia Kalinycev, 15 Jahre und die Jüngste in der Künstlerrunde. Ihre Familie stammt aus Kasachstan.

„Ich war überrascht, wie schnell und mit welcher Sicherheit sie das Bild hinbekommen hat“, sagt er. Zunächst mit Bleistift, dann mit Tuschefarben und mit Rötelstift nahm es Gestalt an. Edgar Kupfer steht zusammen mit Anastasia in der Ausstellung des „Notart-Kreativraums“ Radebeul. Eine Gruppe junger Künstler zeigt ihre neuesten Arbeiten derzeit auf drei Etagen an den Wänden des Amts für Bildung, Jugend und Soziales Radebeul auf der Hauptstraße 4. Es ist die erste Ausstellung mit Bildender Kunst dort. Zu sehen sind Siebdrucke, Tiefdrucke Aquarelle und Zeichnungen.

Auch die Bilder von Anastasia, Porträts und Stillleben, sind erstmals öffentlich zu sehen. Das Kunstangebot entdeckte sie eher zufällig. „Eigentlich war ich wegen Gitarre spielen im ,Weißen Haus` und fand dadurch den Kreativraum“, erzählt sie.
Seit einem drei viertel Jahr kommt Anastasia regelmäßig dorthin zum Malen und Zeichnen. Offen und neugierig betrachtet sie auch die anderen Arbeiten in der Ausstellung. Für später hat sie noch keine festen Pläne. Sie „schwankt noch zwischen Grafikdesign oder einem sozialen Beruf.“

„Im Rausch der Farbe“ heißt ein Blatt von Kerstin Dähne, von Beruf Krankenschwester und seit Sommer 2016 künstlerisch aktiv im „Notart-Kreativraum“. Ein anderes Bild zeigt farbige, bewegte, fast tanzende Häuser und eine Frau, die übermütig ihre Arme ausbreitet vor dem Nachthimmel. Zwei ausdrucksstarke Porträts, „Little Girl“ und „The inner Side“, Kaltnadelradierungen stellt Gunnar Pfaffe aus. Er begann mit Graffiti und lernt seit 2015 verschiedene Drucktechniken im “Notart-Kreativraum“. Letztes Jahr war er mit seinen Arbeiten erstmals beim Radebeuler Grafikmarkt dabei.

Der Ausstellungsort im Amt passt, denn der „Noteingang“ e.V. ist ein Jugend- und Kulturverein und der Kreativraum eins von vielen Angeboten. Der Treff befindet sich im „Weißen Haus“ auf der Kötzschenbrodaer Straße 60 in Radebeul. Den Notart-Kreativraum gibt es seit 2013. Er steht täglich, Montag bis Freitag von 16 bis 18 Uhr offen für Jugendliche. „Um Kunst und Kreativität auszuleben und erlebbar zu machen“, sagt Edgar Kupfer, Maler und Grafiker und Leiter des „Notart-Kreativraums“. „Wir sind eine Ateliergemeinschaft von 5 – 6 Leuten, die den Raum regelmäßig nutzen und zusammen Ausstellungen machen.“ Es werden Mal- und Zeichenkurse angeboten und auch anderen Künstlern steht der Raum zur Ateliernutzung auf Spendenbasis zur Verfügung. “Ein Teil des Erlöses aus den Kursen fließt wieder ins Projekt des Kreativraums“, sagt Kupfer. „Manchmal sind wir zu dritt am Malen und Drucken gleichzeitig. Wir lernen voneinander, führen Gespräche untereinander“, erzählt er.

Zurzeit malt Edgar Kupfer, der mit Comics und Buchillustrationen begann, kleine Ölbilder, die er als „träumerischen Umgang mit dem Leben und philosophischen Themen“ betrachtet. Wichtig ist ihm: „Aktiv in der Umgebung sein, man kann etwas ändern und bewegen, indem man einfach anfängt, auch wenn man nicht gleich weiß, wohin es führt.“ Der „Notart-Kreativraum“ veranstaltet mehrmals im Jahr eine „Kreative Nacht“ mit offener Bühne und Kunst für alle.

Es werden auch Abendkurse für Jung und Alt angeboten, z.B. Aquarell, Schmuck- und Aktzeichenkurse. Weiterhin sind neue Kursleiter willkommen, um das bunte Angebot weiter auszubauen. (Bei Interesse und Fragen einfach anrufen unter Tel: 0351 – 833 72 175 während der Öffnungszeit von 16 bis 18 Uhr). Die Ausstellung im Jugend-Amt ist noch bis 4. Juni zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Mo und Fr 9 – 12 Uhr, Di und Do 9 – 12 und 13 – 18 Uhr,
mittwochs geschlossen