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Kategorien-Archiv: Lebensart

Vorhang auf für: „Das Ding! – die Friedrichstatt Revue“ im neuen Dresdner Kabarett-Theater

13 Samstag Apr 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte, Tanz

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Mit Glamour, Witz und Esprit: das Musiker & Kabarettistenduo Micha Winkler und Thomas Schuch und die Schauspielerinnen und Sängerinnen Beate Laaß, Silke Krause und Mandy Partzsch als Showband & Showballett vor der Premiere der Friedrichstatt-Revue. Foto: Dresdner Friedrichstatt Palast

Willkommen im Varieté der Leidenschaft!

Mit viel Humor und musikalischer Power startet das neue Kabarett-Theater „Dresdner Friedrichstatt Palast“ (ehemals Kabarett Breschke & Schuch): Verbal Slapstick, kabarettistisches Pas de Deux, Artistik und Showorchester sind die Zutaten für „Das Ding – die Friedrichstatt Revue“, die am 16. April, um 19.30 Uhr Premiere hat. Poetische und schräge Songs und Gesellschaftssatire mit Künstlern des Hauses und Überraschungsgästen sollen auf die Bühne der Spielstätte am Wettiner Platz 10 (Eingang Jahnstraße) kommen. Es sind noch einige Restkarten erhältlich.

„Es ist ein neues Format, ein Ding der Unmöglichkeiten, das wir wagen. Eine Revue der Leidenschaften, mit viel Engagement und Enthusiasmus aller Beteiligten“, erzählte Michael Winkler, musikalischer Intendant und Mitgesellschafter im „Friedrichstatt Palast“ bei einem Pressegespräch am Freitagnachmittag vorab zur Premiere.
Er kennt das bisherige Kabarett-Theater Breschke & Schuch durch Gastspiele und führt die Spielstätte nun zusammen mit Thomas Schuch weiter, nachdem Manfred Breschke in den wohlverdienten Ruhestand ging. Als Kabarettist wird er ab und zu weiter auf der Bühne stehen.

Die Mischung aus Cabaret, Musik und Satire soll sich durch alle Programme ziehen und für funkelnde Ausstrahlung der kleinen Spielstätte mit 190 Plätzen unweit vom Kulturkraftwerk Mitte sorgen. Der Name „Dresdner Friedrichstatt Palast“ bezieht sich sowohl auf den bekannten Friedrichstadtpalast in Berlin als auch auf den benachbarten Stadtteil Friedrichstadt, der viele Jahre ein Schattendasein führte, gerade einen Boom erlebt und zum „Objekt der Begierde“ für Geschäftsleute wird.

Aktuelle Themen liegen also genügend vor der Haustür des „Dresdner Friedrichstatt Palast“. „Es wird jeden Monat ein Ding geben, wobei das Grundgerüst der Revue bleibt und neue Titel und Sketche hinzukommen“, sagt Thomas Schuch. Er und Micha Winkler moderieren, spielen und kalauern sich durchs Programm. Drei Spieler und drei Musiker und Gastkünstler sind jeweils zu erleben.

Ein Hauptthema sei die „Me-too“-Debatte, über die sich die Kabarettisten selbstironisch hermachen. „Frauen dürfen fragen, worauf Männer schon immer nicht antworten wollten.. und umgekehrt!“, lautet das Motto. Auch Ostern, als Fest der Fruchtbarkeit, Leidensweg Christi und die Kirche heute bis zur „Kassentrennung“ beim Einkauf nach dem Vorbild der Rassentrennunng spielen eine Rolle in der Revue „Das Ding“, verrät Thomas Schuch schmunzelnd.

Der „Dresdner Friedrichstatt Palast“ will Menschen mit unterschiedlichsten Ambitionen zusammenführen, so Micha Winkler. Auch jüngere, noch wenig bekannte Künstler und Musiker aus der Jazzszene sollen hier ein Podium erhalten. Und das ein Programm ein breiteres Publikum als bisher von jung bis jung geblieben anlocken. Weitergehen soll das Projekt „Kabarett macht Schule“ mit weiteren Aufführungen für Kinder und Jugendliche. Und Micha Winklers Bigband, die seit nunmehr 20 Jahren besteht, zieht natürlich auch mit in den „Friedrichstatt-Palast“.

Text + Foto (1) (lv)

Weitere Veranstaltungen im Dresdner Friedrichstatt Palast:

4.5., 6. Dresdner Satire-Preis
8.5., Affenzahnlesung mit Dirk Zöllner
10.5., „Die schönste Frau der Welt… und Er! mit Fußpflege Deluxe“
21.5., Die Jazzpolizei
3.6., Abschlusskonzert der Jazzabteilung der Sächsischen Landesgymnasiums
für Musik Dresden
ab Juli bis August immer mittwochs „Gartengeflüster – Text miez Musik“ mit wechselnden Künstlern

http://www.dresdner-friedrichstatt-palast.de


Die Macher vom „Dresdner Friedrichstatt Palast“: Musiker Micha Winkler und Kabarettist Thomas Schuch.

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Farbenfrohe Kunstgewächse: Frühling im Kunstforum Klotzsche

10 Mittwoch Apr 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Blick ins Kunstforum und Atelier von Erika Walther.
Foto: E.W.

Wo die Fantasie blüht

Die Künstlerin Erika Walther öffnet  ihre Türen für Kunstinteressierte am 14. April von 11 bis 18 Uhr. Mit Ausstellung mit Malerei & Grafik / Kuchenbuffet & Kaffee / Porzellan & Ton/Schmuckarbeiten & Papier / Frühlingssuppe & Baguette/Installation & Skulptur / Obstsaft & Bowle
Lyrik & Prosa / Textildesign & Filz/Blumensträuße & Pflanzen

Im Hof sind Skulpturen und Installationen zu bestaunen, Blumen und Pflanzen recken neugierig ihre Knospen. Große und kleine Kinder erwartet ein spannendes Mitmach-Angebot auf der Wiese. Malerei und Grafik, Textiles und Filz, Porzellan und Ton sind zu sehen, bestaunen, zu befühlen und gern auch zu erwerben.
Aber Achtung: leuchtende Farben, Freude, Verspieltheit und subtiler Humor der ausgestellten Arbeiten setzen das Glückshormon Serotonin frei! Für das leibliche Wohl brodelt im Kessel eine Frühlingssuppe. Naschkatzen werden auf dem Kuchenbuffet fündig und für den Durst stehen Saft, Bowle und Kaffee bereit. Reger Besuch ist gern gesehen.
Text + Foto: Kunstforum Klotzsche
Ort: Kunstforum Erika Walther, Rostocker Straße 12, 01109 Dresden (Straßenbahn Linie 7, Bus 70 und 80 bis Haltestelle Zur Neuen Brücke, S-Bahn und Zug bis Bahnhof Klotzsche)

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Lesung mit Sasa Stanisic aus seinem neuen Buch „Herkunft“ im Hygiene-Museum Dresden

09 Dienstag Apr 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur

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Foto: Sasa Stanisic

Geschichten-Fülle über Heimaten

Der Schriftsteller SAŠA STANIŠIC stellt sein neues Buch „HERKUNFT“ iam 10. April, um 19 Uhr in der Literatur-Reihe im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, Lingnerplatz 1 vor.

Saša Stanišić stellt sein neues Buch Herkunft vor, in dem er sich mit dem ersten Zufall unseres Lebens befasst: unserer Herkunft. Saša Stanišić, geboren 1978 in  Višegrad (Jugoslawien) und für seine Romane Wie der Soldat das Grammofon repariert (2006) und Vor dem Fest (2014) bekannt geworden, lässt in seiner Biografie eine Fülle von Geschichten entstehen und setzt sich mit dem Ort auseinander, an dem ein jeder von uns geboren wird.

Herkunft ist kein Roman, kein Sachbuch und kein Erzählungsband. Was es ist, sagt Stanišić selbst: „Herkunft ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Sommer, in dem Angela Merkel die Grenzen öffnen ließ und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh. Diese sind auch Herkunft: ein Flößer, ein Bremser, eine Marxismus-Professorin, die Marx vergessen hat. Ein bosnischer Polizist, der gern bestochen werden möchte. Ein Wehrmachtssoldat, der Milch mag. Eine Grundschule für drei Schüler. Ein Nationalismus. Ein Yugo. Ein Tito. Ein Eichendorff. Ein Saša Stanišić.“

Info zur Lesung: Jörg Scholz-Nollau

—
Buchhandlung LeseZeichen
Priessnitzstrasse 56
01099 DresdenInh.: Jörg Scholz-NollauTel. 0351-8033914
Fax 0351-8033915
www.buchlesen.de
info@buchlesen.de

Auszüge aus dem Roman „Herkunft“ von Sasa Stanisic sind zurzeit zur Lesezeit auf MDR-Kultur zu hören (bis 24.1.2020, 9.05 und 19.05 Uhr)Oder zum Nachhören in der ARD-Audiothek.

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BilderAlbum: „Tankstelle der Lebensinspiration“ – Lügenball & Frühlingszauber im Lügenmuseum

08 Montag Apr 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Genießen, Lebensart, Musik

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Ein Ort voll wundersamer Dinge für Träumer und Freigeister

Mit fröhlich-feuriger Musik des spontanen „Lügenmuseum Orchestra“ und Rundgängen durch die Wunderkammern wurde der 29. Geburtstag des Lügenmuseums gefeiert, das seit sieben Jahren im alten Gasthof Serkowitz in Radebeul zuhause ist.

Nach dem Motto von Federico Fellini: „Ich habe mir alles selbst erfunden, eine Kindheit, eine Persönlichkeit, Sehnsüchte, Träume, Erinnerungen, um sie erzählen zu können, die Lüge ist immer interessanter als die Wahrheit“, entstand das Lügenmuseum als eine kulturelle Überlebensstrategie im ländlichen Raum. Der Gründer Reinhard Zabka ließ sich vor dem Ungehörigen, der Geschmacklosigkeit und dem Skandal leiten, denn der Künstler, der sich davor fürchtet, sei nicht viel wert.

Mit einem eigenen Museum entzog sich der Künstler den Mechanismen des Kunstmarktes und behielt die Deutungshohheit über seine eigene Geschichte. Heute kann diese ehemals verbotene Kunst im Lügenmuseum erlebt werden. Die virtuosen „Lügen“ dieser kunstvollen Wunderkammern sind dabei immer als solche zu erkennen.

Am 1. April, dem Weltlügentag wurde der 29. Geburtstag des Lügenmuseums gefeiert gemeinsam mit Besuchern und Freunden des Hauses. Mit viel fröhlich-feuriger Musik draußen im urwüchsigen Garten am Lagerfeuer und drinnen im ehemaligen Gasthof Serkowitz zum Zuhören und Tanzen. Seit sieben Jahren ist das Lügenmuseum nun hier zu Hause. Mit wachsendem Zuspruch von kleinen und großen, neugierigen Besuchern aus nah und fern. Die Musikerinnen und Musiker des spontanen „Lügenmuseum Orchestra“ und ihre großartige Sängerin spielten fast ununterbrochen den ganzen Abend voll Leidenschaft und Temperament Melodien und Lieder vorwiegend aus südländischen und osteuropäischen Gegenden, jiddische und Roma-Klänge.
Musik, die sofort in Herz und Beine geht und süchtig macht! Mehr davon, gern auch im Ballsaal im Obergeschoss, wäre wunderbar.

Konzert-Tipp: Einer der Musiker aus der Session im Lügenmuseum, Tobias Rietz, spielt sonst in der „Megilleband“ – Klezmer, Gypsy, Russian, World – das nächste Konzert ist am 3. Mai, um 19.30 Uhr in der Zschoner Mühle.

„Tankstelle der Lebensinspiration“ nennt Lügenmuseum-Betreiber Reinhard Zabka diesen Ort voller wundersamer, gesammelter und selbst erschaffener Dinge, gleichermaßen zum Staunen, Schmunzeln, Wundern, Träumen, Innehalten und Frohsinnn tankend.

Osteraktion im Lügenmuseum zu Radebeul: Ein Freiflugschein für die Phantasie
Das legendäre Museum der Dinge, die es nicht gibt, ist in den Osterferien wieder täglich 13-18 Uhr geöffnet.

Text + Fotos (lv)

Lügenmuseum, Kötzschenbrodaer Strasse 39, 10445 Radebeul
Richard v. Gigantikow
Handy 0176 – 99 02 56 52
www.luegenmuseum.de    info@luegenmuseum.de


Wohnzimmer im Grünen: der Garten hinter dem Lügenmuseum.


„Fontanes Wanderschuh“

 

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Selbsterfahrung: Clown sein

27 Mittwoch Mär 2019

Posted by Lilli Vostry in Allgemein, Genießen, Lebensart

≈ 2 Kommentare

Das leise Schmunzeln über Dinge, wo man sich früher aufregte

Die Freude über einen wiedergefundenen Text und den Clown in mir.

Ich habe heute den Clown in mir erweckt. Geahnt habe ich es schon immer, dass da so ein Wesen in mir steckt, voll fröhlicher Neugier mich und alles um mich herum beobachtend. Schwer im Zaum zu halten, oft Schabernack spielend und mich in Verlegenheit bringend mit grenzenloser Offenheit, Direktheit, entwaffnender Schlagfertigkeit, so dass ich selbst nur staunte, woher das kommt.

Wer ist dieser Witzbold, Kobold, Träumer, Unruhegeist und Possenreißer in mir, der so gern mit lustvoller Schärfe und Spaß über die Str(e)änge des Lebens haut, kaum Grenzen kennt, sie immer wieder übertritt oft unbewusst, anderen damit zu nahe tritt oder sie vor den Kopf stößt.  Ein Wesen das nichts allzu ernst nimmt, mich foppt immer wieder und im Streit ständig liegt zwischen Spaß und Ernsthaftigkeit, purer Lebensfreude und Traurigkeit, Wehmut, Ängsten vor fast allem, um sich ihnen dann vorsichtig, skeptisch, aber bereitwillig und mutig zu stellen und immer wieder über sich selbst zu triumphieren, wenn wieder eine Hürde genommen ist (wie das Weiterschreiben dieser Zeilen fast im Dunkeln, nachdem das Küchenlicht plötzlich ausging…). Überschäumend vor Freude und Wut, Liebe, Schmerz und Trauer. Oft genug unbeachtet, ungehört und verdrängt, wenn dieses Wesen gar zu übermütig, ungehobelt und ungezügelt aus mir heraus wollte. Heute durfte es endlich heraus, habe ich es gelassen, mich darauf eingelassen, es machen lassen.

Mit Bangen, was es alles anstellen würde mit den anderen Clowns, aber auch voller Neugier und Zuversicht, dass es gut werden würde, weil ich es aus vollem Herzen wollte. Nach den langen Wochen der Trauer in persönlicher Krise wieder mehr Leichtigkeit ins Leben holen. Unbeschwertheit und Gelassenheit wenigstens einen Moment spüren und erleben wie sich das anfühlt. Nun weiß ich es und es fühlt sich großartig an, hätte nie gedacht, dass es so schnell und einfach geht: einfach den Kopf ausschalten und mitten ins Herz hinein sehen, eintauchen und fühlen was da ist, alle Gefühle zulassen wie sie sind, sich zeigen wie man ist. Der Clown darf alles. Er kennt weder Moral noch Regeln. Nicht Ich oder Du. Kein Ja oder Nein. Er ist einfach da jenseits von gut und böse. Er denkt mit dem Herzen und tut wonach ihm gerade ist. Egal was ist, wenn er hinfällt oder etwas schief geht, stutzt er kurz, ach ja, na ja, ja ja, murmelt er vor sich hin, seufzt ein wenig, ist etwas traurig und dann nimmt er die Situation an wie sie ist, ist ja nun einmal passiert.

Er nimmt alles an wie es ist, bewertet es nicht, bleibt nicht stehen im Missgeschick, Pannen oder Trauer, sondern schaut weiter, auf die gleiche Situation mit anderem Blick, verwandelt und verändert sie dadurch im selben Augenblick und erschafft etwas Neues. Er sieht den nächsten Moment, das nächste Abenteuer und Herausforderung, die ihn locken und er lacht und freut sich darüber. Von der heruntergefallenen Torte vor der Haustür des Geburtstagskindes nascht er die köstlich süße Sahne, beschmiert sich damit Gesicht und Hände und lädt das herbei kommende Kind dazu ein, es ihm gleich zu tun. Mit so einem strahlenden Lächeln und naiv fröhlichen Blick, dass man dem Clown gar nicht böse sein, ihm nicht widerstehen kann und diese unbekümmerte Lebensfreude, den verschmitzten und frechen Charme, die Spontanität und das Schöne trotz des Ausrutschers, die Chance im Scheitern sehend (wie im Film „Alexis Sorbas“, wo auch das Clownsprinzip angewandt wird, der Held sieht sein Projekt wie ein Kartenhaus zusammenbrechen und was macht er? Lacht darüber aus vollen Herzen…) sind ansteckend, verblüffen, reißen mit, nehmen dem Leben die Schwere und Druck, erleichtern, wirken befreiend und erlösend.

Der Clown ist ein Meister im Improvisieren, erfindungsreich und weiß immer weiter, immer einen Ausweg, fällt und steht wieder auf, geht weíter und beginnt neu. Er sieht und entdeckt die Welt voll staunenden Kinderaugen (Kinder sind die geborenen Clowns) oft mit einem lachenden und weinenden Auge, ist mal naiv verträumt, trottelig, tollpatschig, unbeholfen, aber auch gewitzt, schlau, weise, fantasievoll, einfallsreich und versteht jeder Situation etwas abzugewinnen. Erlebt und durchlebt, leidet und genießt jeden Moment intensiv und ist daher glücklich, liebens- und beneidenswert. Dennoch wird er von seinen Mitmenschen mitunter argwöhnisch betrachtet, da er sich nicht einordnen, schwer fassen lässt, unkontrollierbar, unberechenbar, maßlos, zuweilen chaotisch und auch gefährlich für andere werden kann, da er sich über alle Grenzen hinwegsetzt; und nicht alle es lustig und toll finden, wenn der Clown für sich und  seine Begleiterin etwa im Café einen Kaffee bestellt, sich am heißen Getränk die Zunge verbrennt, laut nach Wasser schreit und seine clowneske Begleiterin ihm immer mehr Wasser bringt, kannenweise überschüttet bis das ganze Restaurant unter Wasser steht und sich in ein Schwimmbad verwandelt…

Oder  wenn der Clown im Zug sitzt und plötzlich von einer Dame aufgefordert wird, den Platz zu räumen und sie ihm ihre Platzkarte zeigt. Der Clown bin in dem Moment ich und denke gar nicht daran aufzustehen, es ist gerade so gemütlich und genieße am Fenster die schöne Aussicht. Lächle die Dame an und verweise auf den noch freien Platz neben mir. Doch sie lehnt empört ab, sie habe reserviert. Doch der Clown war eher da. Sie redet mit Engelszungen auf ihn ein, versucht ihn wegzuschieben, nichts hilft. Er bleibt sitzen und versteht nicht, was sie von ihm will, will es auch nicht verstehen, warum sie sich nicht auf den freien Platz setzt… Dann hebt sie seine Beine hoch, um ihn zum Aufstehen zu bewegen, sie sind schwer und ihr Rücken schmerzt schon von dem Bemühen. „Aua“ sagt sie zum Clown, zeigt auf ihren Rücken und verzieht das Gesicht. Der Clown stutzt. „Aua“? fragt er, sie nickt. Sein Mitgefühl erwacht. Er streicht über die Stelle, „Aua weg“, sagt er tröstend, sie anlächelnd und dann immer lauter: „Aua weg!“ und sie stimmt mit ein und ebenso die Zuschauer, die gerade selbst noch als Clowns agierten.

Der Clown und die Dame umarmen sich herzlich, er rückt ein Stück zur Seite und lässt sie auf seinem Schoß Platz nehmen. Die Dame strahlt gerührt.

Nach drei Stunden „Clown Sein – Im Jetzt Sein!“, so der Titel des Schnupperkurses mit Sigrun Stiehl im Galli Theater Dresden, fühle ich mich heiter, leicht, erfrischt und gelöst wie lange nicht, fahre mit einem Lächeln nachhause. Die Clownsnase ist längst ab, doch der Clown immer noch bei mir, ich kann ihn jetzt besser sehen und fühlen, bin mir selbst ein Stück näher gekommen und werde ihn ab jetzt öfter fragen, wenn ich nicht weiter weiß, was er in dem Moment tun würde. Und sei es nur dieses leise Schmunzeln über Dinge, wo man sich früher aufregte oder die man sich nicht traute auszuprobieren. Ich weiß ja jetzt, der Clown in mir kann nichts verkehrt machen. Er lernt und sammelt immer neue Erfahrungen, wächst an sich, sieht das Leben als großes Spiel und will sich nicht selbst den Spaß daran verderben.

Text + Fotos: Lilli Vostry

(geschrieben am 24.5.2014, abends nach dem Clowns-Workshop im Galli-Theater Dresden.)

Weitere Infos unter http://www.galli-dresden.de

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BilderAlbum: Hereinspaziert beim Circus Astoria!

27 Mittwoch Mär 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Lebensart

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Streichelzoo und Manege im Freien

Der Circus Astoria, ein kleines Familienunternehmen in siebenter Generation, hat zurzeit seine Zelte aufgeschlagen am Elbufer in Dresden-Pieschen, Moritzburger Str. 3. Die Wiese hat sich in eine Manege im Freien verwandelt, auf der Kamele herumlaufen und grasen. Lamas, Alpakas, Bergziegen, Esel, Shetlandponys und eine Watussi-Kuh mit warmbraunem Fell namens Lisa, die viele für einen Ochsen oder einen Stier halten, tummeln sich außerdem im Freigehege, genießen die Sonnenstrahlen und bleiben gelassen angesichts der vielen neugierig vorbeischauenden Besucher. Die Kleinen dürfen schon auch mal auf Kameldame „Salome“ steigen und eine Runde drehen, lustig ermuntert von Zirkuschef Ricardo Köllner.

Mit Anmut und Gelassenheit bezaubern die Kamele auch in der Manege im Zirkuszelt.
Die Zirkusleute bringen Kinderaugen zum Strahlen, Erwachsene schmunzeln über die fröhlich-fantasievolle Show, mit viel Spaß und Herzblut gezeigte Tierdarbietungen, mitreißende und verblüffende Akrobatik und schelmische Clownerie.

Der Clown schließt eine Wette ab mit der Zirkusdirectrice, die durchs Programm führt, wie leicht sich mit Heu Geld verdienen lässt. Sie glaubt es nicht und wird in einem Wissensquiz eines Besseren belehrt. Sie braucht immer nur mit „Heu“ antworten… Auch auf die Frage: „Was wollen Sie lieber? 10 Euro oder Heu…“

Die „Astoria Sisters“, zwei junge Frauen, schwingen Hula-Reifen zu Rock`n`Roll-Klängen und begeistern abwechselnd mit viel Power, Charme und atemberaubender Jonglage und Artistik hoch unter dem Sternenzelt das Publikum. Jamie, eine der Schwestern balanciert und dreht sich um die eigene Körperachse auf die Arme gestützt auf einem Lenkergriff. Ihre Schwester Sally schwebt in blaues Licht getaucht als Meerjungfrau in die Höhe und befreit sich aus ihrem Netz, später schwingen beide als Engel mit weißen Federflügeln hoch unter die Zirkuskuppel.

Clown Diego, ihr Bruder, erweist sich auch als wagemutiger Akrobat auf übereinander gestapelten Rollen und tritt aks Kung-Fu-Kämpfer, in weißem Anzug und roter Nase, aus der Ferne auf, der lustig einen Zuschauer in die Geheimnisse der Körperentspannung einweiht.

Vater Ricardo stemmt einen Hammer, Schubkarre und Turm aus Stühlen freihändig, von einem Mundgriff gehalten mit Humor, Geduld und Gelassenheit. Außerdem lässt er Kamele durch die Manege traben, Bergziegen über Balken balancieren und auf Klettertürme rauf und runter springen. Shetlandponys am Manegenrand die Zuschauer begrüßen. Gerade noch Rasselbande, hören sie auf`s Wort, wenn er sie in einer Reihe Aufstellung nehmen lässt, die Ponys sich aufrichten und aneinander halten. Sehr berührend.

In der Pause dürfen klein und groß im Streichelzoo und bei der Schlangenshow den Tieren ganz nahe sein. Mit Futterspenden helfen sie außerdem den Zirkustieren. Und am Ende bekommen die Zirkuskünstler reichlich Applaus für ihre abwechslungsreiche Vorstellung.

„Zirkus ist wieder im Kommen“, sagt Astoria-Chef Ricardo Köllner hinterher. „Die Besucher erleben einen harmonischen Umgang zwischen Mensch und Tier, alles echt, hautnah und live.“ Das spreche gerade in der heutigen, technisierten und schnelllebigen Zeit besonders junge Familien an. Erinnerungen kommen hoch an eigene Kindertage. Der Zirkus ist auch ein Stück Kulturtradition.

„Die Leute staunen, dass die Tiere hören und sofort zu mir kommen, wenn ich sie rufe“, sagt Ricardo Köllner. Dies würden sie wohl nicht tun, wenn er sie nicht gut behandle. Er legt großen Wert auf tiergerechte Haltung ebenso wie auf Transparenz. Jeder kann die Tiere auf der Wiese vor dem Zirkuszelt sehen und sich ein eigenes Bild machen. Das Kamel-Paar „Kalif“ und „Salome“ und ihren Sohn „Ali`, die aus der Mongolei stammen und dort wie Haustiere gehalten werden. „Tiergerecht heißt, dass die Tiere sich wohlfühlen, auf das Tierwohl achten.“

Der Circus Astoria tourt seit nunmehr zehn Jahren vor allem durch ostdeutsche Lande, aber auch Tschechien und Dänemark. Vor 28 Jahren haben sich Ricardo Köllner und seine Frau Velicka, die aus einer tschechischen Zirkusfamilie stammt, beim Circus Royal kennengelernt, den es inzwischen nicht mehr gibt. Ihre drei Kinder sind mit dem Leben unterwegs aufgewachsen. Sie mögen es, immer neue Orte und Menschen kennenzulernen, erzählt Jamie Köllner. Seine Heimstätte hat der Circus Astoria im Winterquartier in Suckow bei Parchim in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Circus Astoria ist zum ersten Mal auf diesem Platz am Pieschener Elbufer zu Gast. Es gefällt ihnen sehr. Die Hunde nehmen auch gern mal ein Bad in der Elbe und halten die Tiere draußen zusammen. Sie haben einen Tierpfleger und einen Requisiteur, ansonsten helfen alle in der Familie mit, die Tiere füttern und pflegen.

Zu erleben ist das Programm des Circus Astoria noch bis 31. März an diesem Platz.

Vorstellungen: Do + Fr. 17 Uhr, Sa 14+17 Uhr, So 14 Uhr

Do + Sa 17 Uhr Familienvorstellungen: Erwachsene zahlen Kinderpreise; Fr 17 Uhr, Happy Friday: Nur 8 Euro pro Person auf allen Plätzen

Die nächste Station von Circus Astoria ist übrigens in Dresden-Cossebaude eine Woche lang.

Text + Fotos (lv)

Es liebt Sonne und Möhren… meinwortgarten.com-Inhaberin Lilli Vostry erlebte die Zirkustiere bei ihrem Gastspiel an der Elbe in Dresden-Pieschen in urwüchsiger Umgebung.


Nach seinem Freigang mit Abendbrot an der Brombeerhecke kehrt Kamel „Kalif“, an der Seite von Zirkuschef Ricardo Köllner, zurück zu seiner „Salome“ ins Gehege.


Schlange stehen zum Kamelreiten. Die Kinder dürfen nach der Vorstellung eine Runde mit Kamel „Kalif“ drehen, der gerade Vater geworden ist. Bereits zum zweiten Mal.


Streicheleinheiten & Leckerli: Bis zur Abfahrt standen kleine und große Besucher am Freigehege der Zirkustiere am Pieschener Elbufer. „Es war ein sehr nettes Publikum hier“, sagte ihr Tierpfleger vom Circus Astoria. „Wir bekommen bestimmt wieder.“

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7. Bibliothekskongress Leipzig 2019: „Bibliotheken verändern“

25 Montag Mär 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Projekte

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Fake News und verbale Ausfälligkeiten: Bibliotheken stellen sich als Informationsvermittler gegen Spaltung der Gesellschaft

7. Bibliothekskongress gibt wichtige Impulse für die Zukunft / Bibliotheken in der digitalen Welt unverzichtbar und diskursfördernd

Die Gesellschaft wandelt sich rasant. Bibliotheken begegnen dieser Dynamik mit innovativen Konzepten für Medienzugang und Teilhabe. So lautet das positive Fazit, mit dem der 7. Bibliothekskongress in Leipzig zu Ende ging. Vier Tage lang hatten sich mehr als 4.000 Teilnehmer von öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken im Congress Center Leipzig getroffen, um gemeinsam das Motto „Bibliotheken verändern“ intensiv zu diskutieren und Lösungsansätze konsequent auf den Weg zu bringen. Dabei stand die Positionierung als sogenannter Dritter Ort – als Schnittstelle für Wissenserwerb und Möglichkeit zur Teilhabe in der modernen Gesellschaft – genauso auf der Tagesordnung wie Fragen rund um die Digitalisierung.

„Der Bibliothekskongress hat sprichwörtlich ein neues Kapital in der Zukunft der Bibliotheken aufgeschlagen. Wir haben die digitale Aufbereitung von Forschungsdaten und somit Themen wie Open Access, Open Data oder Open Science intensiv beleuchtet. Zudem haben wir eruiert, wie Blockchain-Technologien unsere Arbeit verändern werden“, lobt Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen, Präsident des BID den hohen Stellenwert der Veranstaltung. Er betont: „Mit unserem klaren Fokus auf die Weiterentwicklung von Bibliotheken als Kommunikations-, Interaktions- und Erlebnisräume schaffen wir attraktive Angebote für die Alphabetisierung. Mit Blick auf die aktuellen technischen Entwicklungen kommt die digitale Alphabetisierung – also der Zugang sowie Kenntnisse über die sinnhafte Nutzung der digitalen Welt – als zusätzliche Aufgabe für Bibliotheken hinzu. Dem stellen wir uns aktiv, um als Ermöglicher für gesellschaftliche Teilhabe Verantwortung zu übernehmen.

Partnerland Niederlande: Royales Engagement für Leseförderung

Zahlreiche Anregungen dafür gab es auch durch das Gastland Niederlande. Denn mit der Etablierung der Bibliotheken als Dritter Ort nehmen die Niederlande international eine Vorreiterrolle ein. Dies zeigte die niederländische Prinzessin Petra Laurentien Brinkhorst, die sich zugleich als ehrenamtliche UNESCO-Botschafterin für Alphabetisierung engagiert, deutlich. Die Prinzessin erläuterte beispielsweise die in den niederländischen Bibliotheken eingeführten Sprachhäuser. In diesen wird die Alphabetisierung sowohl der einheimischen Bevölkerung als auch von Migranten kontinuierlich gefördert. Zudem können die Bürger dank e-Government in den Bibliotheken zahlreiche Verwaltungsgänge komfortabel realisieren.

Bibliotheken für bessere Diskussionskultur und gegen Fake News

Um die richtige Umsetzung ging es auch in den mehr als 260 Vorträgen innerhalb der Plenarpanels. Hier richteten die Vertreter der Bibliotheken nicht nur den Blick auf die eigene Branche, sondern nutzten die Kompetenzen externer Profis, um den eigenen Horizont zu erweitern. Besonderes Interesse erfuhr dabei der Vortrag der renommierten niederländischen Architektin Francine Houben, die für zahlreiche Bibliotheksbauten in aller Welt verantwortlich zeichnet und aktuell bei der Sanierung der New York Public Library federführend ist. Die bereits mehrfach ausgezeichnete Architektin besitzt große Expertise bei der Gestaltung von Bibliotheken als Dritte Orte und stellte zugleich ihre Initiative „Eye opener“ vor. Diese soll Entscheidern die „Augen öffnen“, um Innovationen von Bibliotheken konsequent voranzutreiben.

Gerade mit Hinblick auf die immer häufigeren unsachlichen und emotional aufgeladenen Debatten in der Öffentlichkeit können Bibliotheken eine wichtige Schnittstelle für respektvollen Meinungsaustausch werden. Dr. Lorenzen: „Immer häufiger werden extreme Meinungen ohne sachliche Argumente ausgetauscht und die Gesellschaft auf diese Weise in zwei Lager getrennt. Als Bibliotheken wollen wir uns dem verstärkt entgegenstellen. Wir brauchen neue Ideen für Inhalte und Veranstaltungen. Auf dem Bibliothekskongress gab es zahlreiche Impulse dafür. Jetzt gilt es diese in naher Zukunft umzusetzen.“

Ein neues Denken und strukturierte Aktivitäten braucht es auch beim Thema Fake News. Da waren sich die Teilnehmer nach den vier Veranstaltungstagen einig. Denn immer häufiger werden gezielt falsche Informationen über alle Kommunikationskanäle gestreut, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen oder um anders denkende Menschen zu diskreditieren. Porträtfotos mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten, die vielfach über soziale Netzwerke verbreitet werden, sind dabei nur die Spitze des Eisberges. In ihrer Rolle als Informationsvermittler müssen die Bibliotheken dem entgegentreten und immer mehr Menschen dazu befähigen, Fake News von tatsächlichen Nachrichten zu unterscheiden. Anregungen für entsprechende Formate für die Arbeit vor Ort – insbesondere für die Jugend – gab es dazu in Leipzig zur Genüge.

Positives Fazit und nächster Termin

Spannende Diskussionen, gewinnbringende Plenarpanels, ein sechsprozentiges Teilnehmerplus und eine ausgebuchte Fachausstellung mit rund 150 Ausstellern machten den 7. Bibliothekskongress zu einer gelungenen Veranstaltung. Die nächste Bibliothekskongress in Leipzig findet 2022 statt und wird wieder eng mit der Leipziger Buchmesse verankert sein.

Über den Bibliothekskongress Leipzig

Der Bibliothekskongress (zugleich Deutscher Bibliothekartag) ist der größte nationale Fachkongress in Europa. Als wichtigster Treffpunkt der Informations- und Bibliotheksbranche für internationale Fachbesucher aus dem Bibliothekswesen findet der Kongress im Vorfeld der Leipziger Buchmesse in einem dreijährigen Turnus im Congress Center Leipzig (CCL) statt. Die Fachausstellung dient mit einer Gesamtnettofläche von 2.213 qm Messeausstellern als Forum, um ihre Unternehmen, ihre Produkte und Dienstleistungen vorzustellen. Zu den zentralen Ausstellungsbereichen gehören: Archivierungssysteme, Aus- und Weiterbildung, Bibliotheks- und Informationssysteme, Bibliothekseinrichtungen/Mobiliar, Bibliotheksmaterialien und -zubehör, Buchhandel/Verlage, Datenbanken, Fachbücher und -zeitschriften, Information-Retrievalsysteme, Konversion und Digitalisierung, Mikroformen, OCR, Recherche- und Informationsdienstleistungen, Restauration und Pflege, Scanner und Codierung, Selbstverbuchungssysteme, Sicherheit und Sicherungssysteme, Software, Verbände und Organisationen. Die Fachausstellung zum Bibliothekskongress Leipzig wird vom Veranstalter Leipziger Messe GmbH organisiert und durchgeführt.

Über Bibliothek & Information Deutschland (BID) e. V.

Bibliothek & Information Deutschland (BID) e. V. ist der Dachverband der Institutionen- und Personalverbände des Bibliothekswesens und zentraler Einrichtungen der Kulturförderung in Deutschland. BID vertritt deren Gesamtinteressen auf nationaler und europäischer Ebene sowie in internationalen Gremien.

Text: Frank Schütze/priori-relations

Bibliothekskongress Leipzig im Internet:
bid-kongress-leipzig.de 

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Der Rausch der Freiheit – Podiumsdiskussion im Kulturrathaus Dresden

24 Sonntag Mär 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Zwischenmenschliches

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Freiheit – Traum und Wirklichkeit

Die Volkshochschule Dresden geht der Frage nach, was das Wort heute bedeutet in einer Podiumsdiskussion am 26. März, um 19 Uhr im Kulturrathaus Dresden.

Die Zahl neun hat eine beinahe schicksalhafte Bedeutung in unserer Geschichte: Seit der Französischen Revolution 1789 elektrisiert der Freiheitsbegriff die Menschen. 1849 versuchte man in Deutschland, diese Impulse aus Frankreich umzusetzen, was vorerst nicht gelang. In Weimar wurde 1919 die erste freie deutsche Verfassung errungen und 1989 führte schließlich die Friedliche Revolution zum Sturz der letzten deutschen Diktatur. Do ch was verstehen wir unter Freiheit? Wo liegen ihre Grenzen und wie weit reicht die Freiheit der Andersdenkenden? Diesen Fragen geht die Volkshochschule Dresden am 26. März in der Podiumsdiskussion „Freiheit: Traum und Wirklichkeit“ nach. Die Veranstaltung findet um 19 Uhr im Clara-Schuman-Saal des Kulturrathauses (Königstraße 15) statt.

Seit gut 200 Jahren ringen die Menschen in Zentraleuropa um ihre Freiheit. Durch viel Blut und Tränen wurden Königtümer gestürzt und Ständeprivilegien gebrochen. Für die Frage, was diese Veränderungen heute für uns bedeuten und warum es gilt, die Freiheit heute und in Zukunft zu verteidigen, hat die Volkshochschule Dresden drei Experten eingeladen: Prof. Dr. Matthias Middell ist Professor für Kulturgeschichte und Direktor des „Global and European Studies Institute“ der Universität Leipzig. Oliver Reinhard arbeitet als stellvertretender Leiter des Feuilletons bei der Sächsischen Zeit und Prof. Dr. Hans Vorländer ist Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte und er leitet als Direktor das „Zentrum für Verfassungs- und Demokratieforschung“ an der Technischen Universität Dresden. Gemeinsam tauschen sie sich über die Rolle der Freiheit heute aus.

Die Podiumsdiskussion findet in Zusammenarbeit mit dem Dresdner Geschichtsverein, der Gedenkstätte Bautzner Straße und der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung statt. Sie ist zudem Auftakt einer Reihe rund um das Thema „Freiheit“. Hierin betrachtet die Volkshochschule Dresden den Begriff aus verschiedenen Blickwinkeln. Beispielsweise stehen im ersten Halbjahr vor allem die historischen Ereignisse der Jahre 1789, 1849, 1919 und 1989 im Vordergrund.

Der Eintritt zur Diskussion ist frei. Um eine Anmeldung wird gebeten, da nur begrenzt Plätze zur Verfügung stehen: Entweder über die VHS-Dresden-Webseite, in der Geschäftsstelle Annenstraße 10 (Montag bis Freitag 9 Uhr bis 13 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag 14 Uhr bis 18 Uhr) sowie im Standort Gorbitz (Helbigsdorfer Weg 1, Montag und Dienstag 15 Uhr bis 18 Uhr sowie Mittwoch 9 Uhr bis 13 Uhr) und telefonisch unter 0351 254400 möglich.

Weitere Infos: www.vhs-dresden.de

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Leipziger Buchmesse: 286 000 Buchbegeisterte kamen

24 Sonntag Mär 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Projekte

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Auf dem Weg zur Leipziger Buchmesse gab es manch lustige Überraschung. Und eine Fülle zu entdecken und erleben an den drei Messetagen. Fotos (lv)

Literatur als sensible Zeitzeugin der Gegenwart und Seismographin der Zukunft

Dem Sog der Worte folgten vom 21. bis 24. März 286.000 Besucher zur Leipziger Buchmesse (2018: 271.000) und dem Lesefest Leipzig liest. Sie entdeckten die Neuerscheinungen der 2.547 Aussteller aus 46 Ländern, tauschten sich mit Branchenexperten aus und ließen sich vom geschriebenen und gesprochenen Wort faszinieren. Letzteres war vor allem bei Europas größtem Lesefest Leipzig liest zu erleben: Auf dem Messegelände und in der ganzen Stadt wurden in 3.400 Veranstaltungen die Novitäten des Frühjahrs vorgestellt und ließen damit einmal mehr ein lebendiges Fest für die Literatur erklingen.

Sichtbarkeit für das Medium Buch im Dschungel der Medienangebote und für einzelne Werke sowie ihre Macher im Meer der Bücher zu schaffen, sind die großen Anliegen der Leipziger Buchmesse, ihrer Aussteller und Partner. Bereits zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse im Gewandhaus zu Leipzig mahnte Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien: „Ohne Menschen, die das Buch wertschätzen, wird es nicht gehen.“ Fazit der Leipziger Buchmesse 2019: Es geht! „286.000 Besucher haben ihre Begeisterung für Bücher, Autoren und Verlage zum Ausdruck gebracht und bestätigen damit einmal mehr die Kraft und Faszination des Wortes“, erklärte Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe.

„Die Buchbranche zeigte sich auf der Leipziger Buchmesse in Aufbruchsstimmung. Verlage und Buchhandlungen gehen selbstbewusst neue Wege, um das Buch wieder stärker in den Alltag der Menschen zu bringen“, so Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. „Innovative Veranstaltungsformate, Lesungen und Diskussionen machten die Vielfalt und die Stärken des Buches sichtbarer denn je. Die Branche hat sich in Leipzig für ein faires Urheberrecht stark gemacht und ein deutliches Zeichen für Toleranz, Freiheit und Vielfalt sowie ein solidarisches und demokratisches Europa gesetzt.“

Tschechien: Türen auf dem internationalen Buchmarkt geöffnet

Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, betonte in seiner Rede zur Eröffnung, dass ein Gastlandauftritt Besuchern die Möglichkeit biete, zu lesen, zu lernen und zu verstehen, warum es in anderen Ländern andere Ansichten gebe. Tatsächlich nutzten die 55 tschechischen Autorinnen und Autoren in 130 Veranstaltungen diese Gelegenheit. Sie erläuterten im Rahmen des Gastlandauftritts ihre Gedanken zur Geschichte und Gegenwart ihrer Heimat in der Mitte Europas. Auf dem Leipziger Messegelände und in der Innenstadt erlebten die Besucher in gut gefüllten Veranstaltungen ein reiches Programm in allen Genres – Poesie, Roman, Sachbuch, Comic, Graphic Novel, Kinder- und Jugendliteratur, Film, Theater, Musik und Fotografie. „Der Gastauftritt der Tschechischen Republik auf der Leipziger Buchmesse war außerordentlich erfolgreich“, resümierte Antonín Staněk, Kulturminister der Tschechischen Republik. „Es ist uns gelungen, den deutschsprachigen Leserinnen und Lesern über 70 neue Übersetzungen aus der tschechischen Literatur vorzustellen und damit hoffen wir, unseren Autorinnen und Autoren die Türen zu weiteren internationalen Märkten zu öffnen. Diese Aussicht, aber insbesondere der aktuelle Erfolg bereitet uns große Freude und motiviert uns, die Verbreitung der tschechischen Literatur weiterhin besonders zu fördern. Nun bleibt, uns bei all den Menschen und Institutionen aufs Herzlichste zu bedanken, die zu diesem großen Erfolg beigetragen haben, der alle unsere Erwartungen übertroffen hat.“

Raus aus der Zeitschleife: The Years of Change 1989-1991

30 Jahre nach der Wende stieß die Premiere des neuen Programmschwerpunkts der Bundeszentrale für politische Bildung und der Leipziger Buchmesse „The Years of Change 1989-1991. Mittel-, Ost- und Südosteuropa 30 Jahre danach“ auf großes Interesse. In acht Diskussionsrunden reflektierten Schriftsteller, Journalisten, Publizisten, Zeitzeugen und Mitgestalter der Wende aus Deutschland, Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien und der Slowakei die Entwicklungen ihrer Länder und der Europäischen Union. Im Mittelpunkt der Debatten stand die Sorge um den Erhalt und die Stärkung demokratischer Werte in Europa. „Wir hängen in dieser Zeitschleife fest und kämpfen wieder um unsere Freiheit“, so einer der Teilnehmer, Schriftsteller und Dissident Jáchym Topol aus Tschechien, der sich bereits zum Prager Frühling 1968 und der Samtenen Revolution 1989 für eine freiheitliche Demokratie einsetzte. Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, zog eine positive Bilanz: „Einmal mehr hat sich gezeigt, wie wertvoll es ist, neue Allianzen einzugehen: Literatur als Kommunikationsmittel, sensible Zeitzeugin der Gegenwart und Seismographin der Zukunft bereichert die politische Bildung mit ungewöhnlichen Perspektiven, Brüchen und Bildwelten, die aufhorchen lassen, Leerstellen füllen und neue Fragen aufwerfen. Und wir sind ein gutes Stück weitergekommen bei der Suche nach Antworten auf die Frage: Wie lassen sich die vielen Erfahrungen des Widerstands, des Undergrounds und politischen Engagements für die Wiederherstellung des Vertrauens in Demokratien nutzen?“

Medienbildung als Chance eines demokratischen Miteinanders

Zum ersten Mal öffnete auf der Leipziger Buchmesse die Werkstatt+, ein Gemeinschaftsprojekt der Leipziger Buchmesse, des Bundesverbands Bibliothek Information Deutschland e.V. und der Verlagsgruppe Westermann, koordiniert von der gemeinnützigen European Learning Industry Group (ELIG.org). In spannenden Workshops wurden Kinder- und Jugendliche zu Meinungsmachern, die zu gesellschaftlichen Themen Beiträge für Print-, Online-, Hörfunk- und TV-Beiträge entwickelten. „Wir haben vier Tage lang junge, inspirierte Menschen erlebt, die Lust haben, mit der Vielfalt an Medien ihre Meinung zu unserem demokratischen Miteinander auszudrücken“, so Buchmessedirektor Oliver Zille. „Medienbildung gehört auf die Leipziger Buchmesse und stärkt damit die Stimme der jungen Leser – das haben die vier Tage auf der Leipziger Buchmesse einmal mehr gezeigt.“

Das Projekt war Teil des Forums Politik- und Medienbildung, in dem während der gesamten Messelaufzeit aktuelle, gesellschaftliche Trends in experimentellen Foren diskutiert wurden. Einen Höhepunkt bildete der Democracy Slam am Messefreitag: Im Vorfeld hatten Schülerinnen und Schüler an zehn mitteldeutschen Schulen gemeinsam mit Slammern Texte zu ihren Werten entwickelt. Das Ergebnis war beeindruckend mutig und sorgte für tosenden Applaus bei den Zuhörern.

Leipzig liest – ganz Leipzig!

Einmal mehr war der Name des Lesefests Leipzig liest Programm. Vier Tage lang präsentierten 3.600 Mitwirkende an 500 Orten auf dem Messegelände und in der ganzen Stadt ihre Novitäten des Frühjahrs. Vom kleinsten Café bis zum großen Forum war Leipzig von Literatur erfüllt und sorgte für nachdenkliche Momente, spitze Diskussionen, erheiternde Gedanken und jede Menge Inspiration.

Preiswürdige Begegnungen versprachen dabei zahlreiche Autoren, die im Rahmen der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurden. Den Reigen eröffnete am Messemittwoch die Vergabe des Leipziger Buchpreis zur europäischen Verständigung an Masha Gessen. Am Donnerstag erhielten Anke Stelling (Belletristik), Harald Jähner (Sachbuch/Essayistik) und Eva Ruth Wemme (Übersetzung) den renommierten Preis der Leipziger Buchmesse. Es folgten mehr als 20 Preisverleihungen im Rahmen der Leipziger Buchmesse.

104.000 Besucher bei der 6. Manga-Comic-Con

Wenn auf der Manga-Comic-Con sanfte Teddybären wilde Krieger umarmen, oder Aragorn Sailor Moon über die Schwelle hilft, ist dies ein wunderbarer Beleg, was Literatur leisten kann: gemeinsam in Geschichten einzutauchen und füreinander einzustehen. Die Manga-Comic-Con begeisterte einmal mehr damit 104.000 Besucher (2018: 104.000 Besucher). Große Stars aus Übersee wie Hiro Mashima, Erubo Hijihara und suu Morishita zogen Besucher in den Bann. Schwerpunktthema in diesem Jahr war „Übersetzen im Comic“.

Die kommende Leipziger Buchmesse im Verbund mit der Manga-Comic-Con findet vom 12. bis 15. März 2020 statt.

Über die Leipziger Messe

Die Leipziger Messe gehört zu den zehn führenden deutschen Messegesellschaften und den Top 50 weltweit. Sie führt Veranstaltungen in Leipzig und an verschiedenen Standorten im In- und Ausland durch. Mit den fünf Tochtergesellschaften und dem Congress Center Leipzig (CCL) bildet die Leipziger Messe als umfassender Dienstleister die gesamte Kette des Veranstaltungsgeschäfts ab. Dank dieses Angebots kürten Kunden und Besucher die Leipziger Messe – zum fünften Mal in Folge – 2018 zum Service-Champion der Messebranche in Deutschlands größtem Service-Ranking. Der Messeplatz Leipzig umfasst eine Ausstellungsfläche von 111.900 m² und ein Freigelände von 70.000 m². Jährlich finden mehr als 270 Veranstaltungen – Messen, Ausstellungen, Kongresse und Events – mit über 15.500 Ausstellern und über 1,2 Millionen Besuchern aus aller Welt statt. Als erste deutsche Messegesellschaft wurde Leipzig nach Green Globe Standards zertifiziert. Ein Leitmotiv des unternehmerischen Handelns der Leipziger Messe ist die Nachhaltigkeit.

Text: Julia Lücke/Pressebüro Leipziger Buchmesse

http://www.leipziger-buchmesse.de/buecherleben 

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Ausstellung „Tapetenwechsel – Das goldene Leder“ im Schloss Moritzburg

24 Sonntag Mär 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart

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Ein Schatz historischer Goldledertapeten

Die neue Sonderausstellung im Schloss Moritzburg ist seit   dem Wochenende noch bis 3. November 2019 zu sehen.

Die Goldledertapeten des ehemaligen sächsischen Kurfürsten August der Starke ließen all seinen Besuchern einst den Atem stocken. Wer heute durch die Räume von Schloss Moritzburg schlendert, erahnt die Pracht, die die Tapetenschätze aus Venedig und den Niederlanden ausgestrahlt haben müssen. Noch heute erzählen sie von ruhmreichen Königszeiten.

Die neue Sonderausstellung »Tapetenwechsel – Das goldene Leder im Schloss Moritzburg« gibt die einmalige Gelegenheit, die Strahlkraft, die dieser Schatz zu seiner Entstehungszeit hatte, zu erleben.

Schloss Moritzburg beherbergt bis heute die weltweit größte Sammlung barocker Goldledertapeten – auch wenn in 300 Jahren Schlossgeschichte einige Stücke verloren gegangen sind. Als König August der Starke ab 1723 sein geliebtes Jagdschloss Moritzburg in die heutige Form umbauen und vergrößern ließ, befahl er seinen Architekten alle 60 Gästeräume mit den kostspieligen und repräsentativen Luxustapeten auszustatten. Hauptsächlich aus Venedig, aber auch aus den Niederlanden wurden 17 verschiedene Goldledermuster herangeschafft. Zwei der großen Säle bemalte der Venezianer Lorenzo Rossi mit lebensgroßen Figuren auf Leder.

Im 19. Jahrhundert verschwanden einige Zimmerausstattungen bei Umbauten, im frühen 20. Jahrhundert verkauften die Wettiner – das ehemalige sächsische Königshaus – nicht mehr gebrauchte Tapeten an das polnische Königsschloss, den Krakauer Wawel, wo man große Staatsräume restaurieren und mit Goldleder neu ausstatten ließ. Dazu erlernte ein polnischer Restaurator die längst vergessene Herstellungstechnik neu und schuf Hunderte neue Ledertapetenstücke, die noch heute zu bewundern sind.

Sowohl in Moritzburg, als auch im Wawel blieb die Zeit nicht stehen, die goldenen Wandverkleidungen alterten und verloren ihren einst goldenen Glanz. Heute bemühen sich Restauratoren diesen Alterungsprozess aufzuhalten. Aufwendig werden die Stücke bearbeitet und wieder an die Wand gebracht.

Die Ausstellung erzählt erstmals über die Herstellungstechnologie der vom 16.-18. Jahrhundert einst europaweit hochgeschätzten Goldledertapeten. Um sich eine Vorstellung des fantastischen ursprünglichen Glanzes vorstellen zu können, sind neben neu hergestellten Stücken aus Frankreich auch mühselig erstellte digitale Farbrekonstruktionen aller Moritzburger Muster zu sehen.

Aus dem Wawel, dem Deutschen Tapetenmuseum Kassel und dem Kunstgewerbemuseum Pillnitz kommen originale Musterstücke als Leihgaben, denn nicht alle Muster haben sich in Moritzburg erhalten.

Während des Sommerhalbjahres können Ausstellungsbesucher werktags auch den Restauratoren über die Schulter schauen, wenn in einem der Gästezimmer an den Tapeten restauriert wird. Medienstationen geben Auskunft über Materialien, Technologien und Arbeitsgänge.

Dazu gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Themenführungen und Workshops.

»Tapetenwechsel – Das goldene Leder im Schloss Moritzburg« Neue Sonderausstellung vom 23. März bis 3. November 2019

Text: Uli Kretzschmar/Schlösserland Sachsen
»Königlich erwacht. Fürstlich eröffnet«
Feierliche Saisoneröffnung der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

Starten Sie mit uns in die Saison – Wir laden Sie herzlich ein!
Im exklusiv geöffneten Palais im Großen Garten stellen die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten die spannendsten Highlights der Saison 2019 vor und bieten Aktionen zum Anfassen und Mitmachen für Groß und Klein.

Wann: am 14. April, 10-17 Uhr
Wo: im Palais Großer Garten Dresden
Motto:   »Hochzeiten gestern & heute«

Eintritt ist frei!

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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