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Kategorien-Archiv: Theater

Alice im Wunderland nach Lewis Carroll an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul

01 Freitag Apr 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Wunderreiche Verwandlungen

Die Inszenierung „Alice im Wunderland“ ist wieder zu erleben am 1. April, um 19.30 Uhr auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Ein Uhrzifferblatt, die Zeiger drehen sich unaufhaltsam. In der Mitte erscheint das Gesicht einer alten Frau, Alice (berührend komisch: Anke Teickner). Sie sitzt im Nachthemd und langen weißem Haar auf einem Stuhl auf der kahlen Bühne. Ihr Sohn in weißem Shirt und Anzug ist in Eile und rennt einem weißen Kaninchen hinterher oder ist es gar selbst. Sie wundert sich, wo und warum sie hier ist, in diesem leeren Raum?! Sie hat das Gefühl, die Welt dreht sich um sie im Kreis und sie ist mittendrin und weiß nicht wohin…

Ihr begegnen Gestalten, die ihr unheimlich, rätselhaft sind, die sie ängstlich und misstrauisch betrachtet. Die strenge Frau im weißen Kittel (Sabine Köhler), die sie ausfragt und ihrem Gedächtnis auf  die Sprünge helfen will. Zwei Pfleger Dideldum und Dideldei (grotesk: Michael Berndt-Cananá und Grian Duesberg), die mit Alice und einem anderen Bewohner (traurig-abgestumpft: Michael Heuser) des Pflegeheims im Kreis gehen, streiten, welcher Wochentag ist und die Monotonie versuchen etwas aufzulockern, mit lustigen Wortspielen und Schwimmbewegungen. Die junge Alice (Luca Lehnert) taucht in eine fantasievolle Traumwelt ein, mit schönen, aberwitzigen, traurigen bis dramatisch-komischen Szenen, in denen sie sich neugierig, klug und tapfer behauptet.

Dann sind da noch der verrückte Hutmacher, der Märzhase, ein hochnäsig, superschlaues Ei und die Herzkönigin, die für reichlich Staunen, Spaß und Verwirrung sorgen, begleitet von einer Fülle surrealer Traumbilder, in mal heiteres, warmes und düsterrotes Licht getaucht, sphärischen, lustigen, grusligen und geheimnisvollen Klängen (Komposition: Tobias Herzz Hallbauer) in der Aufführung „Alice im Wunderland“ nach Lewis Carroll von Roland Schimmelpfennig.

Mit viel Sprachwitz, absurd-komischem Spiel, Bewegung, Liedern und Klängen erzählt die Inszenierung in der Regie von Sandra Maria Huimann die Geschichte von Alice im Wunderland als die einer Frau, die an Alzheimer Demenz erkrankt ist. Ein Gleichnis aber auch für die stetige Verwandlung der Welt und des eigenen Lebens und die Suche nach Antworten auf die spannende Frage: Wer bin ich wirklich?! Ein schön ironisches Spiel auch mit der Bedeutung und dem Doppelsinn von Worten, die jeder ihnen gibt wie es gerade beliebt. Die Inszenierung entstand während der Corona-Zeit mit ihren Kontaktbeschränkungen in einer Kooperation der Landesbühnen Sachsen mit dem Societaetstheater Dresden. Dort war letztes Jahr im Oktober die Premiere. Die Aufführung fand viel Anklang beim Publikum.

Das Wunderland ist auf keiner Landkarte verzeichnet, es existiert nur in deinem Kopf, heißt es zum Schluss. Alles ist möglich, alles wird anders, wenn du es siehst. Alles beginnt in deinem Kopf.

Text (lv)

http://www.landesbuehnen-sachsen.de

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Kleines Welttheater in Radebeul spielt wieder

30 Mittwoch Mär 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Theater, Zwischenmenschliches

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Humorist, Menschenfreund & Naturliebhaber: Alf Mahlo genießt die Ruhe im Wald an der Triebisch. „Wer nichts wissen will, muss alles glauben. Das Gebot der Zeit ist, bei sich zu bleiben und sich wirklich kennenzulernen: Wer bin ich?“ Nachdenkliche Worte von einem Komiker. Foto: privat

Humorvolle Lebensweisheiten im Frisörsalon

Die Komödie „Locken im Sturm“ eröffnete die neue Spielsaison im Kleinen Welttheater in Altkötzschenbroda. Entertainer Alf Mahlo will zudem ein neues Theater auf dem Land errichten.

Gut geschnitten ist halb gewonnen. Bei Giacomo Messerschmitt
bekommt jeder den passenden Kopfschmuck. Und mancher bekommt den Kopf gewaschen im doppelten Sinne. „Locken im Sturm“, so heißt die neue Komödien-Show, mit der das Kleine Welttheater in Radebeul-Altkötzschenbroda Anfang März nach der langen Corona-Pause wiedereröffnete und in die neue Spielsaison startete mit zwei ausverkauften Vorstellungen. Die nächsten Vorstellungen von „Locken im Sturm“ sind dort am 1. und 2. April, 20 Uhr.

Das humorvoll frivole Stück spielt in einem Frisörsalon. „Dorthin kommen illustre Typen zum Haare schneiden, wobei auch verschiedene soziale Schichten aufeinander knallen und tief blicken lassen“, erzählt der Entertainer und Komiker Alf Mahlo, der das Stück schrieb und als Frisörmeister und „trällernde Schmalzlocke“ zu erleben ist. Schauspielerin Henriette Ehrlich spielt die Frisöse Yvonne, bei der Zittern angesagt ist, wenn sie das Rasiermesser wetzt. Auch die anderen Figuren spielen sie selbst, gewohnt witzig schräg. Regie führt der Schauspieler Mario Grünewald, der in anderen Stücken des kleinen Ensembles mit auf der Bühne steht.

Vor drei Jahren erfüllten sich Alf Mahlo und Henriette Ehrlich den Traum vom eigenen Theater, in dem sie eigene Produktionen zeigen. „Wir möchten Theater für lebendige, mitdenkende Menschen machen.“ Die Spielstätte in einem umgebauten, alten Scheunengebäude mit urigem Flair hat 80 Plätze. Derzeit können coronabedingt weniger Besucher rein. Für Theatervorstellungen, Firmenevents und Familienfeiern kann der Raum  genutzt werden. Das Kleine Welttheater arbeitet eng zusammen mit dem Betreiber des Wirtshauses Sonnenhof im vorderen Gebäude. Wer mag, kann vor dem Theaterbesuch auch ein extra Dinner bestellen. Das Angebot wurde bisher gut angenommen, so Alf Mahlo. Es gebe bereits ein Stammpublikum, aber auch zufällige Besucher. Die Corona-Zeit mit ihren vielen Schließungen traf das Kleine Welttheater und seine Künstler hart.

Die Schauspieler und Techniker arbeiten freischaffend, die Spielstätte wurde bisher ohne laufende Subventionen von Stadt und Land aufrechterhalten. „Alle Kosten von Werbung über Künstlerhonorare, Mieten, Technik und Versicherungen werden ausschließlich von den Karteneinnahmen bestritten“, so Mahlo. Die Tickets kann man im Vorverkauf auch online buchen. Aus einem Neustart-Fonds der Deutschen Theater und Technikgesellschaft (DTHG) bekommt das Kleine Welttheater jetzt finanzielle Unterstützung für die technische Einrichtung. “Wir strukturieren das Theater so um, dass wir flexibler spielen können, wenn noch mal solch eine Situation kommt“, sagt er. Da der Raum nicht groß genug ist für Umbauten wegen der Corona-Maßnahmen, hat das Kleine Welttheater neue, robuste Technik angeschafft, auch für mobile Veranstaltungen und Open-Air-Aufführungen. Der Spielplan steht vorerst bis Ende Mai. Gespielt wird weiterhin im Kleinen Welttheater und auf Reisen.

Die Komödianten touren sachsenweit und in Sachsen-Anhalt mit ihren meist musikalischen Stücken wie „Mit Cha, Cha, Cha um die Welt“. Weiterläuft auch die Komödie „Jägerstolz im Unterholz“ mit Musik und viel Halali aus dem Moritzburger Wald. In Moritzburg wohnen Alf Mahlo und Henriette Ehrlich mit Sohn Alfons auf einem eigenen Hof mit Pferden, zwei Hunden und Katzen. Der inzwischen 13-Jährige spielt Schlagzeug und macht Leistungssport. Mujy Thai, eine Kampfsportart. Das Soloprogramm „Der Menschenfreund“ bringt Alf Mahlo völlig neu überarbeitet mit Bezügen zur Wirklichkeit am 6. Mai, 20 Uhr wieder auf die Bühne im Kleinen Welttheater.

„Wir sind durch diese Zeit gekommen, weil wir Freunde und Herzensmenschen haben, die füreinander einstehen. Uns helfen gute Gedanken, Leidenschaft und ein Lebenskonzept. Jeder muss sein eigenes finden“, so Mahlo. Er hat schon ein neues Stück im Kopf für eine neue Spielstätte. „Wir barmen nicht rum wegen der ganzen Maßnahmen. Wir handeln antizyklisch und errichten ein neues Theater auf dem Lande“, mehr verrät er noch nicht.

Text + Foto (1) (lv)

http://www.kleines-welttheater.de

Alf Mahlo am Eingang zum Kleinen Welttheater in Radebeul-Altkötzschenbroda. Hier locken Theater- und kulinarischer Genuss im Restaurant „Sonnenhof“ nebenan. Auf dem Spielplan steht intensives Körper- und Sprechtheater mit viel Musik und schwarzhumorigen, absurden Elementen.

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Premiere „Djamila“ nach Tschingis Aitmatow im Theater Junge Generation

25 Freitag Mär 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Theater

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Was der Krieg mit Menschen macht: Wie Djamila und ihre Freunde ihre Freude am Leben wiederfinden, davon erzählt das dieser Tage hochaktuelle Stück als Figuren- und Objekttheater nach der bekannten Erzählung von Tschingis Aitmatow. Foto: Marco Prill

Von der Liebe zum Leben

Das Stück „Djamila“ nach Tschingis Aitmatows Erzählung „Dshamilja“ hat aus dem Russischen übersetzt von Gisela Drohla in einer Fassung von Katharina Kummer am Sonnabend, dem 26. März, 19.30 Uhr Premiere im Puppentheater des Theaters Junge Generation im Kraftwerk Mitte. Für Zuschauer ab 16 Jahre.

Djamila ist jung, klug und gewitzt. Während viele ihrer Mitmenschen ihre zupackende Energie bewundern, empört sie Djamilas Schlagfertigkeit. Der fünfzehnjährige Said hingegen liebt seine Schwägerin unschuldig und innig. Weil alle erwachsenen Männer des Dorfes zum Kriegsdienst an die Front eingezogen wurden, soll er sie beschützen und ihr bei der Arbeit zur Hand gehen. Als sich Djamilas Arbeitsaufgaben erweitern, bekommt sie weitere Unterstützung – durch Danijar, einen schweigsamen, verwundeten Kriegsrückkehrer. Auch ihn neckt Djamila gemeinsam mit Said, bis er eines Abends mit einem eigenen Lied seine Gedanken und unfassbar schöne Stimme erklingen lässt. Said ist von Danijars Gesang so verzaubert, dass auf einen Schlag seine von ihm selbst als unmöglich eingeschätzte Leidenschaft für die Malerei wieder erwacht und heftig danach verlangt, ausgelebt zu werden. Und Djamila? Schweigt. Und trifft bewusst eine ihr Leben verändernde Entscheidung.

Tschingis Aitmatows Novelle „Djamila“ von 1958 erzählt nicht nur davon, wie wichtig es ist, mit Vertrauen in sich selbst das eigene Leben zu gestalten, sondern ist auch eine Liebeserklärung an die Künste und ihre den Blick auf die Welt verändernde Sprengkraft.

Text: Norbert Seidel/TJG

tjg. theater junge generation
Kinder- und Jugendtheater Dresden
~ theatre for children and young audiences
Kraftwerk Mitte 1
~ 01067 Dresden
Postanschrift
~ Postfach 12 00 20 ~ 01001 Dresden
Tickets und Info +49 351 3 20 42 777
~ tjg-dresden.de

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„Mein Freund, der Betrunkene Sachse“ – ein Olaf Böhme Abend mit Thomas Kaufmann im Boulevardtheater

21 Montag Mär 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Theater

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Voll unerschütterlichem Humor. Mal kämpft er wie sein Freund, der Betrunkene Sachse, mit den Zeigern der Uhr, mal starrt er gebannt auf eine Kuckucksuhr, wo sich der Vogel versteckt. Thomas Kaufmann spielt die Kultfigur Olaf Böhmes mit ebenso viel Spiellust und anrührender Komik. Fotos: Robert Jentzsch

“Wenn die Brühe kalt ist, gehe ich raus!“

Direkt, ohne Umschweife, voll trocken bodenständigem Humor, mit  viel Fantasie, Fabulierfreude und Hintersinn erzählte und spielte Olaf Böhme seine Kulturfigur als „Betrunkener Sachse“. In einer liebevoll vergnüglichen Hommage, nah am Original entlang, huldigt und erinnert mit dem Programm „Mein Freund, der Betrunkene Sachse“, das unlängst Premiere im Boulevardtheater Dresen hatte, Thomas Kaufmann an den großartigen Komiker.

Immer beschwipst, den Kopf voller Ideen und skurriler Geschichten über die Absurditäten des Lebens, wankte er in weißem, lässig aus der Hose hängenden Hemd und offener Krawatte auf die Bühne. “Mein Freund, der Betrunkene Sachse“ – ein Abend für Olaf Böhme erinnert an den großartigen, heiteren wie ernsthaften Komiker. Am 18. März 2019 starb Olaf Böhme 65-jährig an den Folgen der Leukämie. Böhmes Kultfigur des „Betrunkenem Sachsen“, den er 2016 letztmals an diesem Ort spielte, holt Thomas Kaufmann jetzt auf die Bühne und huldigt Olaf Böhme in einer liebevoll vergnüglichen Hommage. Premiere war im Rahmen der „Humorzone 2022“ kürzlich im Boulevardtheater Dresden.

Ein Mann kommt fröhlich angeheitert auf die Bühne und ruft: „Olaf, ich bin da!“ Doch die Bank im Grünen, neben der Mülltonne und Laterne, bleibt leer. Hier wollten sie sich treffen, an der Babisnauer Pappel, die er liebevoll “Barbie“ nennt. Er war immer pünktlich. Der Freund beschließt auf ihn zu warten. Er trägt eine graue Strickjacke über dem weißen Hemd und ausgebeulte Jeans, wankend und eine Hand aufgestützt in die Seite fragt er die Zuschauer, ob sie seinen Kumpel gesehen haben: „So einen Großen, mit langen Armen…“ Der Mann setzt sich auf die Bank und beginnt zu erzählen, alles was ihm einfällt über seinen Freund, den „Betrunkenen Sachsen“.

Wie er mit ihm Mathe übte, dies sogar studierte und ihm witzig das Rechnen und Wahrscheinlichkeiten erklärte, auch wenn Äpfel und Birnen scheinbar nicht zusammen passen. Herrlich naiv komisch, liebevoll und anrührend, erzählt, spielt, schwärmt, tröstet und erinnert Thomas Kaufmann als fiktiver Weggefährte von Olaf Böhme an Anekdoten, Lebensstationen und bekannte Nummern aus seinen Programmen. Und er kramt die schönsten, lustigen und traurigen Geschichten noch einmal aus dem Plastbeutel. Über die Hochzeit mit der „Muddi“, die an sich kein schlechter Mensch ist, doch an allem etwas auszusetzen hat. Wie sie jede Stunde auf die Kuckucksuhr sahen, doch das Vieh kam nicht raus und entpuppte sich als vietnamesische Bachstelze, als billig hereingesetzter Gastarbeiter. Oder der gemeinsame Weihnachtsabend mit Olaf inklusive Besichtigung des Wasserschadens in Nachbars Wohnung, einem Designer, der mit braunen Kringeln an der Decke und dem Wasserbett verblüfft.

Er wundert sich über vieles. Wozu eine Uhr im Bad hinter der Badewanne?! „Wenn die Brühe kalt ist, gehe ich raus!“ Dieser herrlich trockene, bodenständige Humor war typisch für Olaf Böhme. Einfach, direkt und ohne Umschweife sagte er, was der Mann von der Straße dachte, mit sehr eigener Logik und Sicht auf die Welt. Er hält einen Stock als Angel in den Sandkasten. Vielleicht kommt der Fisch zu Fuß… Herzzerreißend komisch kämpft er mit den Tücken des Alltags, wenn er etwa versucht, auf eine runde Dose einen eckigen Deckel passend zu bekommen. Aus solchen Dingen und unsinnigen
Kleinlichkeiten, die einem die Freude vermasseln, schöpfte Böhme seine Komik  und sorgte für Lachtränen beim Publikum.

Thomas Kaufmann schlüpft im Laufe des Abends immer mehr in die Rolle des „Betrunkenen Sachsen“. Er redet in seinem Tonfall mit „Weeste“, steht mit weißem, heraushängenden Hemd und loser Krawatte schwankend am Bühnenrand, liest aus dem Telefonbuch vor und erfindet frei heraus Geschichten dazu wie einst Böhme und trägt ein paar ulkige „Pichmann Gedichte“ vor. Höhepunkt ist die rätselhafte „Steuererklärung“, mit der er die Bürokratie ad absurdum führt. Inzwischen hat der Freund die Mettwurstbemme, „echter Schweine Nougat“, die Olaf gern mochte, aufgegessen. Die Uhr ist stehengeblieben. Das Laternenlicht geht an.

„Wo`s dunkel wird, wird`s auch wieder hell“, tröstet sich sein Freund.
„Wenn er nicht, gar nicht kommt. Ist er ja trotzdem, eigentlich immer da.“ Sagt Thomas Kaufmann unter herzlichem Beifall und stehenden Ovationen des Publikums. „Sein Zwillingsbruder!“, sagt ein älterer Mann, der sich bei seiner Frau untergehakt hat, beim Hinausgehen über den Freund des „Betrunkenen Sachsen“. Schön, dass auf die Weise Olaf Böhmes wunderbare Geschichten über das Leben und sein Humor weiterleben. Der nächste Olaf Böhme-Abend mit Thomas Kaufmann ist am 24. April im Boulevardtheater Dresden.

Text (lv)

http://www.boulevardtheater.de


Fabulierfreudig: Der „Betrunkene Sachse“ findet und liest sogar aus dem Telefonbuch witzig-verrückte Namen, Nummern und Geschichten, natürlich immer mit einem Fünkchen Wahrheit.

Unvergessen: Olaf Böhme als „Betrunkener Sachse“.

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Theater Junge Generation lädt geflüchtete ukrainische Kinder und Jugendliche zum Theaterspielen ein

18 Freitag Mär 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Projekte, Theater, Zwischenmenschliches

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Orr der Begegnung für „Phantastische Welten“: Das Theater-Spiel-Angebot wird bereits rege genutzt im Theater Junge Generation. Foto: Marco Prill

Wöchentliches Theater-Spiel-Angebot für geflüchtete ukrainische Kinder und Jugendliche im tjg.

Ab sofort gestaltet und betreut das tjg. theater junge generation in Kooperation mit dem Kolibri – Kinder- und Elternzentrum e.V. an zwei Vormittagen in der Woche ein Theater-Spiel-Angebot für geflüchtete ukrainische Kinder und Jugendliche. Vier Theaterpädoginnen der tjg.-Theaterakademie und weitere Mitarbeiter*innen des Hauses laden die Kinder und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren, die über den Kolibri e.V. ins Theater kommen, ein, gemeinsam mit ihnen in zwei alterspezifischen Gruppen Theater spielen, Geschichten zu erfinden oder mit Bewegung und Tanz die Bühne zu erforschen.

Das Thema „Phantastische Welten“ bietet einen Ort der Begegnung und der Gemeinschaft sowie die Möglichkeit methodisch vielfältig und sprachlich niedrigschwellig in einen szenischen Austausch miteinander zu treten. Bereits zu den ersten beiden Angeboten kamen mehr als 60 Kinder und Jugendliche.
In einem Statement des Theaters zu den Ereignissen in der Ukraine heißt es: „Die Mitarbeiter*innen des tjg. fühlen sich allen Kindern und Jugendlichen dieses Landes verbunden und werden ganz besonders denen beistehen, die vor dem Krieg in der Ukraine flüchten und bei uns Schutz suchen.“ Mit dem neuen Theater-Spiel-Angebot möchte das Haus dazu einen Beitrag leisten.

Text: Norbert Seidel

tjg. theater junge generation
Kinder- und Jugendtheater Dresden
~ theatre for children and young audiences
Kraftwerk Mitte 1
~ 01067 Dresden
Postanschrift
~ Postfach 12 00 20 ~ 01001 Dresden
Tickets und Info +49 351 3 20 42 777
~ tjg-dresden.de

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Premiere „Alles Beste!“ – 25 Jahre Comödie im Schnelldurchlauf

15 Dienstag Mär 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater, Zwischenmenschliches

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Im Humorlabor brüten Prof. Thalius (Christian Kühn) und seine Assistentin Betty Eureka (Dorothea Kriegl) immer neue Ideen aus, um das Publikum zum Lachen zu bringen. Humor ist bekanntlich die beste Medizin!

Märchenspaß für klein und groß: Hexe Baba Jaga und Weihnachtsgans Auguste, die als Lieferdienst angeflogen kommt und eine tragende Rolle im Hexenhaus spielen soll.


Die Spielleidenschaft kennt keine Grenzen über alle Sprachfehler hinweg: Eine Liebeserklärung ans Theater ist der Komödienklassiker „Pension Schöller“. Fotos: Robert Jentzsch

Schräger Humor mitten ins Herz

Mit viel Spiellust, Leidenschaft und wandlungsreich brachten die Vollblutschauspieler Dorothea Kriegl und Christian Kühn die Highligths des Hauses auf die Bühne im Jubiläunsprogramm „Alles Beste! – 25 Jahre Comödie im Schnelldurchlauf“, das am Sonnabend Premiere hatte im größten sächsischen Privattheater.

Die Bühne ähnelt einem Versuchslabor mit allerlei Gerätschaften, Kaffeemaschinen und rot flimmernden Lämpchen. Dazwischen eilt ein Mann mit Wuschelfrisur, verschmitztem Blick und weißem Kittel umher, zeigt seine Wunderwelt und wie sie entsteht: die „Pointenschleuder“, den “Gagomat“, die „Spaßbremse“ und einen „Brutkasten“, in dem neue Ideen reifen. „Komik entsteht aus Konflikten!“, erklärt der Humorforscher Professor Thalius (Christian Kühn). Und seine Assistentin Betty Eureka (Dorothea Kriegl) findet „ein wenig Anzüglichkeit gar nicht verkehrt“.

Als Vollkomödianten-Duo lassen sie nichts unversucht und ziehen alle Register, um ihr Publikum witzig und originell, lustig nachdenkend über ernsthafte Dinge, zum Lachen zu bringen. Und wie sie das schaffen! Ihr schräger Humor aus dem Leben geholt trifft mitten ins Herz. Mit viel Spiellust, Leidenschaft und wandlungsreich spielen sie zu zweit 25 weitere Rollen in schnellem Perücken- und Kostümwechsel und bringen Highlights aus der Geschichte des Hauses – dem mit 650 Plätzen größten sächsischen Privattheater – auf die Bühne. Das Jubiläums-Programm „Alles Beste! – 25 Jahre Comödie im Schnelldurchlauf“ erlebte am Sonnabend seine Uraufführung. Regie führte Christian Kühn, Schauspieler, Stückautor und seit 2012 der künstlerische Leiter der Comödie Dresden. Er ist erfreut, dass er noch zusammen mit Schauspielgrößen wie Herbert Köfer („Rentner haben niemals Zeit“), Ursula Karusseit („Kalendergirls“), Ingeborg Krabbe und Wolfgang Winkler auf der Bühne stehen konnte.

Die Comödie, mit der Dresden seit 1945 erstmals wieder ein Komödienhaus bekam, holte mit der Eröffnung 1996 gezielt die alten Oststars ins Haus wissend: Das ist schon die halbe Miete! Sie alle sind noch einmal kurz mit ihren Auftritten auf die Bühnenleinwand projiziert, zu sehen. Auf der Drehbühne wechseln amüsant und temporeich Stücke, Figuren und Handlungsorte. Da treffen sich und streiten im „Witwenclub“ vor den Gräbern ihrer Männer die tieftraurige Doris und die immer noch lebenslustige Lucille. Kämpfen Kriegl und Kühn komisch-dramatisch mit Sprechfehlern im Komödienklassiker „Pension Schöller“. Taucht Egon Olsen mit seinem neuesten Plan bei Erich Honecker auf in der kuriosen „Andersum-Wende-Revue“.

Strapaziert Kühn in „Gretchen 89 FF“ als hochambitionierte Dramaturgin die Lachmuskeln, die ihre Darstellerin mal „geschlechtsneutral“, buchstäblich nichts sagend und mal wie ein „tibetanischer Flusskiesel“ säuseln lässt. Im „Tussipark“ managen sie als Frauen cool per Handy Haushalt, Männer, Kinder und gehen als Männer in der Midlifekrise in Seilen gefangen neue Wege. Herrlich komisches und großes Gefühlskino zelebrieren Kriegl und Kühn, das gipfelt im Streifzug durch bekannte Filmszenen, mit witzig-liebevollen Abschiedssprüchen in der Wüste aus „Der englische Patient“, köstlich sächselnden Dialogen zwischen „Pretty Woman“ und ihrem Verehrer im Hotelzimmer bis zum ruppig-strengen Tanzlehrer und seiner naiv-gutwilligen Tanzpartnerin in „Dirty Dancing“.

Vom Märchenspaß mit Hexe Baba Jaga und Weihnachtsgans Auguste, über fantasievolle Figuren aus Willie, dem Weiihnachtsstollenmusical, heiter-frivole Stripeinlagen aus „Ganze Kerle“ und „Landeier“, dem fröhlichen Wirbelwind Alfons Zitterbacke bis zu Gruselhumor mit einer Hitler-Parodie aus dem Stück „Rubbeldiekkatz“ reichte die Bandbreite im Jubiläumsprogramm der Comödie Dresden. Als musikalische Gäste sorgten in Videoeinspielungen die Firebirds mit zündendem Rock`n`Roll, das Zwingertrio mit dem Ohrwurm „Ein Freund, ein guter Freund…“ u.a. für Stimmung und einen flotten Blick hinter die Theaterkulissen gab es mit Mimeclown Rainer König.

Krönender Abschluss dieses Humor-Marathons war Kriegls und Kühns „Dinner for one“ mit vielen illustren Zitaten aus anderen Komödien. Leichtigkeit ist oft das Schwerste!, weiß Comödien-Leiter Christian Kühn. Fröhlichkeit braucht es in diesen Zeiten dringender denn je. „Menschen, die wir zum Lachen bringen, vergessen uns nicht so schnell.“ Dafür gab es reichlich Beifall vom Publikum.

Text (lv)

http://www.comoedie-dresden.de

Umwerfend komisch-kämpferisch: Egon Olsen hat einen neuen Plan und da kann Erich Honecker nicht Nein sagen in der „Andersrum-Wende-Revue“.‚
Heiter-frivole Stripeinlagen zeigten die beiden als „Ganze Kerle“ und „Landeier“.

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Premiere „Mädelsabend“ im Boulevardtheater

07 Montag Mär 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Tanz, Theater

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Witzig, wild und romantisch: Beim „Mädelsabend“ wird nach Herzenslust gefeiert, gequasselt und der quirlige Pizzabote sorgt für extra Stimmung mit Gitarre und viel Schmelz in der Stimme. Foto: Robert Jentzsch

Pure Lust am Leben

Ein musikalisches Gefühlsfeuerwerk von frech, flott, verträumt, verrückt bis leise nachdenklich entzünden vier Freundinnen beim „Mädelsabend und es hat Zoom gemacht“. Die Musikkomödie feierte am Sonntagabend Premiere im Boulevardtheater Dresden.

Sie lieben, lachen, lästern und verführen. Himmeln mal den schönen Fremden und mal den Mann im Mond an. Die vier Freundinnen Hannah, Mel, Emmi und Siri lassen nichts aus. Kein Herz bleibt ungerührt, kein Auge trocken bei ihrem witzig, wilden wie romantischen „Mädelsabend und es hat Zoom gemacht“ (Buch: Michael Kuhn und Anni Lech, Regie und Bühnenbild: Olaf Becker). Die neue Musikkomödie mit den größten deutschen Hits hatte am Sonntagabend Premiere im Boulevardtheater Dresden.

Mit viel Lebenslust, Humor, Charme und Frauenpower singen, spielen, tanzen und umgarnen die vier Damen das Publikum. Hannahs Mann ist gerade auf Geschäftsreise und die Gelegenheit günstig. Mit den Mädels feiert es sich am besten, kann man ungehemmt quatschen über das Leben, die Männer und andere Sorgen. Als Kulisse dient Hannahs schickes Appartement in einem alten Fabrikgemäuer mit weißer Sofaecke und Hausbar. Das verwandelt sich im Handumdrehen zur Bühne, wo die Mädels mit Prosecco anstoßen, lauthals ihre Lieblingslieder singen, dabei all ihre Träume, Frust, Ängste und Sehnsüchte herauslassen und nachdenken über Frauenrollen von Hausfrau, Nutte bis Hippie.

Da hat jede Freundin ihren großen Auftritt und teilen sie Freude und Leid: die unbeschwert-lebensfrohe Hannah (Stefanie Bock), die rothaarige Mel (Laura Mann), die sich nach außen cool und sexy gibt, die romantische und fürsorgliche Emmi im roten Kleid (Samantha Skopiak) und die taffe, energische Siri (Anne Berndt). Zwischendurch taucht Hannahs Mitbewohner Tom (Daniel Tille) auf, der noch Single ist, alberne und anstößige Sprüche über Frauen reißt und sich in Siri verguckt hat. Witzig die Szene, als er die künstliche Frauenstimme Siri am Handy um Rat fragt, woran man erkennt, dass man verliebt ist. Und die echte Siri hört es mit im Hintergrund und reagiert anders als gedacht.

Für noch mehr Knistern und Stimmung sorgt der quirlige Pizzabote Fabrizio (Joyello Sabatelli), der außerdem noch Gitarre und Saxofon dabei hat, viel Schmelz in der Stimme und sein schwarzes Haar lang wallen lässt, um beim Mädelsabend dabei zu sein. Und er hilft mit, das passende Lied für Hannahs Mutter Anita zu ihrem 60. Geburtstag zu finden. Dabei entzünden die Mädels ein musikalisches Gefühlsfeuerwerk vom Feinsten, von frech, flott, verträumt, verrückt bis leise nachdenklich. Bekannte Ohrwürmer aus Schlager, Rock und Pop waren zu hören: Von „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“, „Männer sind Schweine“, dem Hit „Männer“ von Grönemeyer, „Ein Bett im Kornfeld“ bis „Wie weit ist es bis ans Ende dieser Welt“ gab es in wechselndem Licht von rot, blau, knallig pink bis strahlend gelb für jede Gefühlslage das passende Lied.

Die Stimmung sprang schnell auf die Zuschauer über, die kräftig mitsangen, tanzten und applaudierten. Reichlich Beifall für einen stimmungsreichen Abend, der Wärme, Kraft und Zuversicht in schwieriger Zeit hochhält bis zum Schlusssong: „Eins kann uns keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben“.

Text (lv)

Nächste Termine: 8. März, 19.30 Uhr, 18. und 19.3, 19.30 Uhr, 20.3., 16 Uhr und 21.3., 19.30 Uhr.

http://www.boulevardtheater.de

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Premiere „Die Laborantin“ von Ella Road im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden

14 Sonntag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater, Zwischenmenschliches

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Nichts Menschliches ist mir fremd?! War einmal. Erst der Kampf gegen das Virus. Erprobung von Covid-Impfstoffen mit modernen medizinischen Verfahren wie Genom Editing und Crispr (einer Art Gen-Schere, mit der sich Gene zielgerichtet herausschneiden und verändern lassen). Und bald komplett designte Menschen?! Dem geht die Gruselkomödie mit realen Bezügen „Die Laborantin“ mit Karina Plachetka in der Titelrolle nach. Foto: Sebastian Hoppe

Im Selbstoptimierungsrausch

Das Streben nach Perfektion, Freiheit von jeglichem Kranksein und Schmerzen durch totale Gesundheits-Überwachung wird düster grotesk auf die Spitze getrieben und wirft viele Fragen auf zu Möglichkeiten und Grenzen moderner Medizinforschung im Stück „Die Laborantin“ von Ella Road im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden,

Sag mir deine Blutwerte und ich sage dir voraus, woran du erkranken wirst und wer du bist! Davon hängt alles, Wohl oder Weh ab im Stück “Die Laborantin“ von Ella Road (Übersetzung aus dem Englischen von John Birke). Die deutschsprachige Erstaufführung der auf einem dokumentarischen Text basierenden fiktiven Geschichte  mit realen Bezügen war kürzlich im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Ein Mann und eine Frau begegnen sich auf einem Krankenhausflur und kommen sich näher. Eigentlich eine banale Story, die überall passieren kann. Ihre Brisanz erhält sie durch die besondere Situation und das Umfeld der Figuren. Schon das zufällige Kennenlernen der beiden ist nicht mehr möglich in der Welt, in der sie leben. Das Private wird politisch in dieser Liebesgeschichte.

Persönliche Lebensvorstellungen und Werte sind restriktiven Regeln der Selbstoptimierung durch die Gesellschaft unterworfen, die hart und konträr aufeinander prallen in dieser Inszenierung unter Regie von Adrian Figueroa.
Auf die Bühne kam das Szenario einer Dystopie mit abwechselnd grotesk-komischen, düsteren und beklemmenden Videobildern und Szenen (Videoprojektion: Victor Morales) mit endlos scheinenden Krankenhausfluren, blutrot aufleuchtenden Lämpchen, unheilvoll kreisenden schwarzen Vögeln am Himmel und Avataren, künstlich-menschlichen Mischwesen mit bizarren Maskengesichtern auf der Leinwand.

Spannend, unheimlich und eindringlich in Szene gesetzt, werden die Versprechen, Versuche und Folgen der modernen Medizin für das künftige menschliche Zusammenleben näher beleuchtet. Damit geht die in England lebende Autorin Ella Road mit ihrem Szenario noch hinaus über den Roman „Corpus Delicti“ von Juli Zeh, der das Bild einer Diktatur entwirft, in der Gesundheit erste Bürgerpflicht ist.

Eingangs erscheint auf der Leinwand das Bild einer Politikerin, die sich vehement für die Genomforschung ausspricht. Ihr Kopf wird immer größer bis er wegkippt wie eine künstliche Attrappe, begleitet von grell lauten, elektronischen, brodelnden und glucksenden Klängen (Musik: Miguel Toro). Eine ebenso verlockende wie gruslige Vorstellung zugleich sind die medizinischen Versuche, in die menschlichen Gene einzugreifen, aus unserem Blut „lesen“ und Vorhersagen für die Zukunft treffen zu können. Keine Krankheiten mehr, makellose Körper und bald auch komplett designte Menschen?!

Mittendrin in diesem Dilemma des absurd auf die Spitze getriebenen Selbstoptimierungswahns stehen Bea, die Laborantin (ehrgeizig-idealistisch: Karina Plachetka) und ihr vermeintlicher Traummann Aaron, der ein Doppelleben führt im Zwiespalt mit den äußeren Zwängen und daran zerbricht (beeindruckend: Simon Werdelis). Sie müssen sich behaupten in einer Welt, in der die Blutwerte über alles entscheiden, welchen Job, Partner, sozialen Status man bekommt. Es gibt nur noch zwei Arten von Menschen: “High-Rater“ mit hohem Rating und „Low-Rater“ mit niedrigen Werten. Die erbarmungslose Auslese treibt das Paar zu einem Versteckspiel, bei dem Gefühle wie Schmerz, Schwäche und Trauer um Verluste ausgeblendet werden. Sie werden immer missmutiger und misstrauischer, erschöpfter und ihre Bewegungen immer mechanischer, starrer.

Bis der schönen Schein ihres sorgfältig konstruierten Lebens als Scherbenhaufen vor ihnen liegt. Bea verdient mit gefälschten Bluttests viel Geld, ihre Freundin Char (Laina Schwarz) ist „Low-Rater“ durch eine unheilbare Erbkrankheit und wird zur glühenden Aktivistin gegen Ratismus und Ausgrenzung. Bedrückend die Szene, in der Bea im Schattenspiel hinter einer roten Wand ein schwarzes Brautkleid anzieht, als sie nach vorn tritt ist es weiß. Am Ende verliert sie alles, ist der andere plötzlich nichts mehr wert, weil er nicht die optimalen Blutwerte hat.

Als bodenständig lebenserfahrener Hausmeister der Klinik, der lustige Anekdoten von Familienfeiern und spielenden Kindern im Garten erzählt, wirkt Holger Böhme wie aus einer anderen Zeit und parodiert erfrischend den Perfektionswahn in einer Zigarettenpause mit Bea. Doch dann wurde alles anders. Sein gärtnernder Bekannter weinte wegen etwas krummer Gurken und erstickte schließlich an einer großen, glatten Tomate. Ein packender Theaterabend, der viele ethische Fragen aufwirft über lebenswertes Leben, Gesund- und Krankheit und Verletzlichkeit, die zum Menschsein dazu  gehören. Viel Beifall vom Publikum.

Text (lv)

Nächste Termine: 16.11., 19.30 Uhr und 21.11., 19 Uhr im Kleinen Haus, Glacisstraße 28.


Wenn die „richtigen“ Blutwerte entscheiden: Ist man von einem Moment zum anderen Gewinner oder Verlierer von Job, Karriere, Partnerschaft, sozialem Status in der Gesellschaft. Char (Laina Schwarz) macht diese Erfahrung und die „Laborantin“ mit selbst durchschnittlichen Blutwerten (Karina Plachetka) profitiert von diesem ungeheuren „Selbstoptimierungs“-System durch gefälschte Bluttests. Foto: Sebastian Hoppe

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Das Spiel mit dem Unsichtbaren – 36. Internationale PantomimeTheaterFestival im Theaterhaus Rudi

09 Dienstag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Projekte, Theater

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Pantomime hat viele Facetten: Anton Adassinsky vom Derevo Laboratorium, Michael Meinel, Vorsitzender des Mimenstudio Dresden e.V. und der „Vater der Dresdner Pantomime“ Ralf Herzog in Vorfreude auf das Festival der stummen Kunst. Foto: Veranstalter

Von Artistik bis Slow Motion – Die verblüffende Vielfalt der „Kunst ohne Worte“


Das 36. Internationale PantomimeTheaterFestival Dresden bietet  vom 10. bis 14. November viel Abwechslung und Unterhaltung im Theaterhaus Rudi, Fechnerstraße 2a in Dresden und sucht gleichzeitig Unterstützung bei seinen Fans. 

Pantomime ist die Grundlage vieler darstellender Künste und beeinflusst ungezählte Facetten des modernen Bewegungstheaters. Neben dem klassischen Spiel, das vor allem durch Altmeister Marcel Marceau bekannt wurde, zählen auch Tanztheater, Maskenspiel und Artistik dazu. Vom 10. bis 14. November 2021 macht der Mimenstudio Dresden e.V. diese Vielfalt erlebbar und lädt zum 36.Internationalen PantomimeTheaterFestival Dresden ein. Hier kann man in elf Vorstellungen die faszinierende Vielfalt an Spielarten der „Kunst ohne Worte“ entdecken. Der gastgebende Mimenstudio Dresden e.V. begrüßt in diesem Jahr zehn Ensembles bzw. Solokünstler aus vier Nationen.

Das Festival beginnt mit einer Gala, in der sich verschiedene Künstler des Festivals vorstellen. Am Sonntag ist eine Familienvorstellung für Kinder ab vier Jahren geplant, und am Samstagabendabend lädt der „Vater der Dresdner Pantomime“ Ralf Herzog zum Mitmachen ein beim beliebten Impro–Abend. „Nachdem wir das Festival 2020 Corona–bedingt absagen mussten, gehen wir erneut an den Start“, so der Vorsitzende des Mimenstudio Dresden e.V. Michael Meinel. „Wir freuen uns, dass fast alle Künstler wie vor einem Jahr geplant dabei sein werden und bieten sogar elf statt zehn Vorstellungen an. Mit dem Ticketkauf sollte man nicht so lange warten, denn wegen der 3G–Regel haben wir nur 50 von 100 möglichen Plätzen zur Verfügung.“

Eine Gala bildet den Auftakt für eine spannende Reise durch die Spielarten der Pantomime 

Den Auftakt bildet am 10.11. eine Gala–Show, in der die angereisten Künstler jeweils einen Ausschnitt aus ihren Programmen zeigen und Appetit machen auf den Besuch des Festivals. Ob das Tanztheater „DirtzTheatre“ mit zum Leben erweckter Puppe (entfällt leider!) oder ein wortloser Western um den rachedurstigen „Django“ mit dem „Knalltheater“ – die Kunst des Bewegungstheaters ohne Worte ist so vielschichtig wie unterhaltsam. Das Theatro Continuo kombiniert Körper–, Puppen– und visuelles Theater, und Nabil Zanabili gibt mit drei Ausschnitten aus seinem Soloprogramm einen spannenden Einblick in seine Kunst.

Freunde von Comedy sind in der Vorstellung von Benoit Turjman („Les Transports Publics“) genau richtig, der als „französischer Mister Bean“ gilt. Oder man besucht den Abend des Duos Mimikry, das Comedy mit Schwarzem Humor verbindet. Handstandkünstler Moritz Lucht beeindruckt mit seinen akrobatischen Ausdrucksformen, wenn er zwischen zwei Stühlen fast in den Wahnsinn ge-
rät. Der tschechische Ausnahme–Pantomime Radim Vizvary bündelt viele Genres in seiner Kunst. Er macht gleich dreifach erlebbar, was Pantomime heute alles kann: in seinem Soloprogramm, einer Kindervorstellung und einem Workshop.

Das Tanztheater des Derevo Laboratoriums ist mit dem Tänzer Anton Adasinskiy und der Cellistin Ekaterina Gorynina dabei und ihrem Stück „Reinheit“ zum Thema der Musik von Johann Sebastian Bach (So., 14.11., 18 Uhr).


Handstand lernen oder mit einem Objekt agieren –Workshops für jedermann sind geplant

Begleitend werden am Wochenende drei Workshops über 2 bis 3 Stunden für jedermann angeboten, für die sich theateraffine Laien für je 15 bzw. 10 Euro anmelden können. „Es ist uns wichtig, dass das Festival Vorstellungen und Workshops unter einem Dach vereint“, erklärt Michael Meinel. „Das war schon 1982 ein Anliegen, als das Festival von Ralf Herzog und Rainer Petrovski in Dresden gegründet wurde. Der fachliche Austausch der Künstler hat das Genre international immer voran gebracht.“

Beispielsweise kann man sich in der Kunst des Handstands üben, unterrichtet von Moritz Lucht, der Akrobatik und Pantomime auf faszinierende Weise verbindet. Oder man beschäftigt sich im Workshop von DirtzTheatre mit einem selbst gewählten Objekt und versucht, durch seine Nutzung fantasievolle Geschichten zu kreieren. Und im Workshop von Beniot Turjmen geht es darum,
mit dem Unsichtbaren zu spielen und durch Illusionen und Verwandlung Neues zu erzählen.

Bereits ab 5. November gibt es drei Workshops mit Anton Adasinsky vom Derevo Laboratorium. Neben einem 13–stündigen Kurs zum Thema Körperarbeit gibt es am 9.11. einen zweistündigen Workshop zum Thema Rhythmus und Bewegung, an dem auch Kinder ab 8 Jahren teilnehmen können.


„Der Verein organisiert das Festival im Ehrenamt und freut sich dieses Jahr mehr denn je über Unterstützung“, so Michael Meinel. „Daher sind wir den verschiedenen Einrichtungen der Kulturförderung sehr dankbar, zumal wir durch die Platzbegrenzung weniger Tickets verkaufen können. Wer uns darüber hinaus helfen möchte, findet in den Vorstellungen eine Spendenbox und auf der Homepage unser Spendenkonto. Außerdem freuen wir uns über ehrenamtliche Hilfe, zum Beispiel für den Fahrdienst oder als Volunteer in der Organisation.“

Text + Fotos: Sabine Mutschke

Tickets für das Pantomimefestival gibt es bei SAX–Ticket, bei Reservix und angeschlossenen
Vorverkaufsstellen. Die Tickets kosten 17,70 Euro (Abendkasse 20 Euro), ermäßigt 14 Euro
(AK 15 Euro). Anmeldungen für die Workshops nimmt der Verein Mimenstudio Dresden e.V. direkt entgegen unter info@mimedresden.de. Teilnahmegebühr für die 3 Workshops am 9. und 10.11.21: Erwachsene 15 Euro / Kinder, Schüler, Azubis, Studierende 10 Euro
Workshops
vor Beginn des Festivals vom 5. – 9.11.21
Details
über die drei Workshops mit dem Derevo Laboratorium vom 5. bis 9.11.
(Dauer
13 /5 /2 Stunden, Preis 100 /80 /15 Euro) findet man auf  http://www.mimedresden.de


Kontakt


36. Internationales PantomimeTheaterFestival Dresden vom 10.11. bis 14.11.2021

Koordination und Künstlerische Leitung: Michael Meinel

Träger: Mimenstudio Dresden e.V.

info@mimedresden.de

T +49 (0)151 55 61 98 99


Das diesjährige Festival wird gefördert durch

–
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
– Amt für Kultur und Denkmalschutz der LH Dresden

– Stadtbezirksamt Dresden–Pieschen

– Ostsächsische Sparkasse Dresden

– Bund Deutscher Amateurtheater

– Institut francais Berlin

– Lions Hilfswerk Dresden Semper e.V.

Spendenkonto des Mimenstudio Dresden e.V. bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden:
IBAN: DE61 8505 0300 3120 0009 99 / BIC: OSDDDE81

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Wiederaufnahme: „Stummes Land“ von Thomas Freyer im Staatsschauspiel Dresden

12 Dienstag Okt 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Theater

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Eigenes und Fremdes: Vier einstige Schulfreunde stellen fest, wie sehr sie sich mit
ihren Idealen und Ansichten voneinander entfernt haben. Foto: Sebastian Hoppe

Im Kreislauf der Geschichte

Von alten und neuen Vorurteilen, Ängsten, Unsicherheiten und dem Überwinden der Sprachlosigkeit erzählt spannend, grotesk-komisch und schmerzlich nahegehend das Stück „Stummes Land“ von Thomas Freyer in der Regie von Tilmann Köhler. Heute, 12.10. und 13.10., 19.30 Uhr wieder im Kleinen Haus in Dresden zu sehen.

Im Dunklen stehen sie, zwei Männer und zwei Frauen kämpferisch mit Hockern in der Hand, auf der Bühne. Das Publikum sitzt ringsherum um die SchauspielerInnen und den sie an der Gitarre begleitenden Musiker Matthias Krieg. Das Licht geht an, vier Menschen treffen sich in der ostdeutschen Kleinstadt  wieder, in der sie zur Schule gegangen sind. Sie begrüßen sich freundlich, fragen sich was sie so machen und trinken aus Wasserflaschen „Wein“. Etwas argwöhnisch fragt Daniel, der durch die Welt jettende Managertyp (Benjamin Pauquet) ob das Lamm ist, das Esther (nach außen strahlend erfolgreich: Fanny Staffa) zubereitet hat. Er nennt Soska (Oliver Simon) einen Griesgram und ein Teil von ihm sei immer kampfbereit. Und Laura (Karina Plachetka) wird den schusseligen Fleck von Kindertomatensoße auf ihrer Bluse nicht los und wünscht sich in ihrem blaugemusterten Kleid, einmal unbekleckert das Haus zu verlassen. Anfangs können sie noch über ihre Marotten und Eigenarten lachen, doch bald wird der Ton ernster, härter, skeptischer und lauernder als auf einmal ein Rassismus-Vorwurf im Raum steht.

Alle fühlen sich angegriffen und widersprechen, verteidigen sich bis sie es nicht mehr aushalten und sich Luft machen. Ein ebenso packender wie emotionsreicher, grotesk-komisch inszenierter Kreislauf zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist die Inszenierung „Stummes Land“ von Thomas Freyer in der Regie von Tilmann Köhler. Die Premiere war am 25. September vor einem Jahr im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Die vier einstigen Schulfreunde sitzen nicht nur mit Abstand am Tisch, sie haben sich auch im Leben und in ihren Ansichten voneinander entfernt. Laura stellt fest, wie sehr  sich die Heimat verändert hat. Vielleicht etwas zu schnell, meint Esther. Sie fühlt sich wohl hier, hingegen stören sie „übermalte Wände und Geschichte“. Soska erzählt von einem jungen Türken, den er mit seinem Besuch fest im Blick hatte, ihn beobachtete und belauschte hinter der Tür. Die Angst hocke hinten im Kopf, erklärt Soska. Und fragt die anderen, ob sie den Mut hätten, sich so zu zeigen wie sie sind?!

„Die Worte hallen noch in den Räumen zwischen den Gedanken“, das beunruhigt Soska. Erschrecken über diese Gedanken, über Eigenes und Fremdes, Vorurteile und Ängste, die sie auslösen. Denken wie die Väter. „Wo, wenn nicht hier, können wir uns diese Grässlichkeiten von der Seele reden!“, fordert er die anderen zu Ehrlichkeit zu sich selbst heraus. Einer nach dem anderen erzählen sie ihre Geschichte über versteckten, ungewollten oder unverhohlenen Alltagsrassismus. Doch wann beginnt er, wann sind die Vorwürfe berechtigt oder übertrieben, eingebildet?

Berührend und bedrückend zugleich die Schilderung von Laura, die einen Blick für Diskriminierung und Ungerechtigkeiten habe wie sie sagt und sich in einem Verein für geflüchtete Frauen engagiert. Doch eines Tages sah sie vor ihrem Haus einen Mann, der in der Mülltonne wühlte und dachte, was will der da, in unserem Müll?! Sie schämt sich für diesen Gedanken und hält sich die Hände vors Gesicht.

Dann ein lauter Knall. Eine tote Gestalt in dunkler Metallfolie fällt von der Bühnendecke. Die vier zerren an ihr und finden ein Paket mit Inschrift: Berlin 1961, August, Mauerbau. Eine Zeitreise beginnt, zurück in die frühere DDR und davor die Zeit des Nationalsozialismus. Die vier Jugendfreunde schlüpfen in die Rolle ihrer Eltern, erzählen von den politischen Ereignissen und wie sie sich verhielten und zeigen sie mit dem Blick der Kinder. Ideal, Verklärung, Gerüchte und Wirklichkeit, das Rot der Arbeitermacht, Streit, Verrat, Bespitzelung und Gewalt prallen drastisch zugespitzt aufeinander. „Ich bin noch zu jung, ich weiß von alldem nichts!“, wird immer wieder betont. Manches konnte oder will man nicht wissen. Bis hinein in die Gegenwart. Schwelt das Unausgesprochene, Empfundene, Erlebte und Beklagte weiter. Doch die Spannungen sind spürbar. Die Stimmen der Toten und Lebendigen vereinen sich und verhallen.

Immer lauter, offener und hasserfüllter reden die einstigen Jugendfreunde bis zu offener Gewalt mit umgestürztem Tisch und Stühlen.

„Da braut sich was zusammen. Da kommt was auf uns zu. Die Toten fliegen hoch. Sie trinken aus dem Himmel jetzt…“, bricht die Angst offen aus ihnen heraus. Sie fühlen sich verdrängt. „Von den Rändern zieht die Fäulnis längst zu uns…“ Die Darsteller gehen im Kreis und rufen den Zuschauern ihre beunruhigenden, düsteren Befürchtungen zu als wären es Tatsachen. Und man möchte sich am liebsten wegdrehen, aufstehen und weglaufen. Weg aus dieser dunklen Schwarzmalerrunde.
Doch wohin steuert die Entwicklung?, die spannende Frage bleibt offen. Das dürfen die Zuschauer für sich weiterdenken.

Die vier Unruhegeister mit weiß geschminkten Gesichtern schweben zum Schluss davon in einem Metallkäfig. „Und morgen früh ist alles weg… Es ist alles nur ein Spiel, es sind nur Gedanken. Wir reden hier nur ins Dunkle“, sagen die vier SchauspielerInnen zum Schluss. Schminke, Kostüme. Alles nur ein Job. Sie betonen es wie um sich vom Gesagten zu distanzieren. Doch wie weiß man, wie es in einem Menschen aussieht, wo die Ironie aufhört und der Ernst beginnt?! Viel Beifall gab es vom Premierenpublikum für einen Theaterabend mit viel Stoff zum Nachdenken, bitterkomisch und mit den Klischees spielend, herausfordernd, um hinter die Fassade zu schauen. Geschichte und Wirklichkeit und ihre Zusammenhänge differenziert zu betrachten und die Sprachlosigkeit zu überwinden, wenn jemandem egal woher, Unrecht geschieht.

Text (lv)

Nächste Aufführungen: 12. und 13. Oktober, 19.30 Uhr und 31.10., 19 Uhr im Kleinen Haus

http://www.staatsschauspiel-dresden.de


Die Gespenster der Vergangenheit lassen nicht los.
Foto: Sebastian Hoppe

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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