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Kategorien-Archiv: Theater

Großes Eröffnungsfest zum neuen Theaterjahr im Staatsschauspiel Dresden

02 Freitag Sept 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Projekte, Tanz, Theater

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Tanzen unterm Sternenhimmel auf der Bühne des Schauspielhauses: Eröffnungsfest 2017. Foto: Sebastian Hoppe

Live-Musik,Tangotanzen für alle und Große Saisonvorschau

Ein buntes Programm lockt zur Eröffnung der neuen Spielzeit vor dem Theater am Postplatz und im Schauspielhaus am Sonnabend ab 16 Uhr für kleine und große Zuschauer.

Am Samstag, dem 3. September 2022, lädt das Staatsschauspiel Dresden zu einem großen Eröffnungsfest ein, mit dem das neue Theaterjahr eingeleitet wird. Ab 16 Uhr erwartet das Publikum ein buntes Programm vor dem Theater und im Schauspielhaus: Auf dem Postplatz gibt es ein Kinder- und Familienprogramm, eine Sonder-Edition von DAS NEUE WUNSCHKONZERT, ein Auftritt der großartigen Jazz-Folk-Band Leléka um die ukrainische Sängerin Viktoria Leléka und als weiteres Highlight Tangotanzen für alle – mit Anleitung und Liveband.

Im Schauspielhaus wird unter anderem in einer Spezial-Ausgabe von MIXTAPE DELUXE das neue Schauspielstudio vorgestellt, das am späten Abend außerdem ein kleines Chansonprogramm präsentiert und so auch zum ersten Mal künstlerisch zu erleben ist.
Daneben stehen Workshops und Begegnungen mit Ensemblemitgliedern genauso auf dem Plan wie Lesungen für Jung und Alt aus Texten des aktuellen und zukünftigen Programms des Staatsschauspiels Dresden. Mitarbeiterinnen ermöglichen spannende Einblicke in weniger bekannte Räume des Schauspielhauses und Führungen in die nur an diesem Tag zugänglichen Bereiche hinter der Bühne. Auch das Historische Archiv der Sächsischen Staatstheater wird an diesem Tag seine Türen öffnen und zu einer kleinen Entdeckungsreise durch die Geschichte des Theaters einladen. Die Bürger:Bühne ist mit kreativen und interaktiven Angeboten vertreten und natürlich sind auch das Montagscafé, das Festival für junge Regie Fast ­Forward und die Theaterpädagogik präsent.

Die GROSSE SAISONVORSCHAU, gestaltet vom Ensemble und den beiden Hausregisseurinnen Daniela Löffner und Lily Sykes, gibt um 20 Uhr auf der Bühne des Schauspielhauses unterhaltsame Einblicke in die Vorhaben der neuen Spielzeit,
Abgerundet wird der Abend mit Live-Musik, die zum Tanzen auf der großen Bühne unterm Sternenhimmel einlädt.

Termin: 3. September, ab 16 Uhr Eröffnungsfest / Der Eintritt ist freiGroße Saisonvorschau, 20 Uhr im Schauspielhaus (Karten für 6,00 € im Vorverkauf)

Text: Franziska Blech

Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden

www.staatsschauspiel-dresden.de

Das Staatsschauspiel Dresden und die Semperoper Dresden bilden gemeinsam die Sächsischen Staatstheater.

Informationen & Karten
T +49 351 49 13-555
F +49 351 49 13-967
tickets@staatsschauspiel-dresden.de
http://www.staatsschauspiel-dresden.de
Saechsische Staatstheater

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Premiere „Monty Python`s Spamalot“ in der St. Pauli Ruine

26 Freitag Aug 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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„Nimm das Leben beschwingt, hab einfach Spaß…“ So lautet das Motto im Musical „Monty Python`s Spamalot“ frei nach den Kultfilmen der berühmten englischen Komikertruppe nun auch in der St. Pauli Ruine in Dresden zu sehen.

Spöttischer Begleiter & Sanitäter in der Not: Gott (herrlich komödiantisch: Karl Weber). Fotos: St. Pauli Ruine

Witzig-unerschrockene Gralshüter

Mit viel Spielfreude, witzig-schrägem Humor ,einfallsreich inszeniert und musikalisch bunt feierte das Musical „Monty Python`s Spamalot“ am Donnerstagabend Premiere in der St. Pauli Ruine in Dresden.

Im dunklen Wald, der sich plötzlich bewegt, suchen die Ritter der Tafelrunde das Weite. Sie behaupten, sie seien nicht weg-, sondern hingerannt und suchen eifrig den heiligen Gral. Aus allen Ecken schallt es: „Nu“! Die Nu-Ritter sind allgegenwärtig und König Artus sitzt alleine da und weiß nicht mehr weiter. Zusammen sind sie unschlagbar komisch im Musical „Monty Python`s Spamalot“, das aberwitzig-abgründig die Legende von König Artus und den Rittern der Tafelrunde parodiert. Die Premiere war am Donnerstagabend in der St. Pauli Ruine am Königsbrücker Platz.

Dies ist eine in jeder Hinsicht wagemutige Aufführung. Die Premiere musste um einen Monat verschoben werden wegen 14 Corona-Fällen bei einer Besetzung von 28 Darstellern, erklärte Regisseur Jörg Berger zu Beginn. Es blieb nicht viel Zeit zum Proben für das Stück, das 2005 am Broadway uraufgeführt, um die Welt ging mit seiner mitreißenden Musik und bekannt ist die Geschichte aus den Filmen der berühmten englischen Komikertruppe Monty Python. Solch einen vollbesetzten Zuschauersaal wie zu dieser Premiere hatte die Theaterruine lange nicht mehr. Einfallsreich, fantasievoll inszeniert und mit viel Spielfreude und witzig-schrägem Humor nah am Publikum gespielt, gesungen und getanzt, kam das Musical auf die Bühne. Auch wenn die Aufführung dramaturgisch noch nicht durchgängig schlüssig ist und man ihr anmerkt, dass keine Zeit für Feinschliff blieb.

Das turbulente Geschehen wird musikalisch breit gefächert begleitet von einer Band mit mal flott schwungvollen Klängen und Slapstick wie in alten Stummfilmen, mal volkstümlichen, altenglischen Weisen und von Pop bis Rap (musikalische Leitung: Yvonne Dominik, Matthias Krüger). Der bekannte Titelsong „Always look on the bright Side of Life“ erklingt auf englisch und deutsch und erinnert in heiklen Situationen die Spieler und die Zuschauer daran: „Nimm das Leben beschwingt, hab einfach Spaß“. Egal was kommt. Das Lied wirkt immer wieder anders und dient auch als Stilmittel in der Aufführung: mal aufmunternd, fröhlich, unbekümmert, mal wie Spott und Sarkasmus. Den bekommt vor allem der eitle, selbstherrliche König Artus (Ilko Tschiedel), begleitet von seinem getreuen Knappen Patsy (Michael Hochmuth) zu spüren. Er schart Ritter um sich, vermeintlich edle, tapfere Männer, die sich jedoch als Feiglinge, auf Bürgerrechte pochende Warner und Widersacher wie Sir Dennis Galahad (Jens Döring) oder blindlings drauflos stürmende, gewalttätige Möchtegernhelden entpuppen wie der Ritter Lanzelot (Robert Schuppe). Oder wenn Artus mit einem schwarzen Ritter (Ronald Kieschnick) kämpft, ihm beide (Stoff)Arme abschlägt und sie erbittert weiterkämpfen in unsinnigem Kräftemessen.

Die Geschichte spielt in mittelalterlicher Ausstattung  mit unverkennbaren aktuellen Bezügen. Rauch steigt auf, schattenhafte Gestalten husten und röcheln. Seuchen, Krieg und Resignation herrschen im Land. Noch lebende, Kranke werden für tot erklärt zu salbungsvollen Gesängen und Geläut. Ein Mann steht äußerst lebensfroh auf (herzerfrischend komisch: Kirsti Schüller in mehreren Rollen auch als spöttischer Anführer der Franzosen und kesse Ordensschwester). Gott taucht auf mit Heiligenschein, in orangener Latzhose und roten Handschuhen (gewitzt: Karl Weber), der die Gralssuche begleitet, abwechselnd belustigt und besorgt über die menschliche Dummheit. Artus erklärt den Gral als eine Metapher: „Wir müssen nach ihm tief in unserem Inneren suchen.“ Einer der Ritter fragt prompt, ob den wohl jemand verschluckt hat! Eine bezaubernde Fee (Steffi Gerber) aus dem See mit blauem Wuschelhaar bringt Artus ein Schwert und schützt ihn mit der Kraft ihrer Liebe. Eine Sängergruppe singt heroische Durchhalte-Hymnen. Doch statt dem Gral schwebt ein Ungetüm wie ein Drache bedrohlich über der Tribüne und König Artus sucht unter einer Leiter Schutz vor dem Gewitter. Dunkle Gestalten mit spitzen Hüten und Grünbüscheln obendrauf stellen den Wald dar, schwirren im Kreis umher und stimmen allem zu als hartgesottene „Nu-Ritter“. Da bleibt keiner ungerührt und kein Auge trocken. Als witzig-unerschrockene Gralshüter von Dresden geben die Darsteller alles und trotz aller Widrigkeiten fliegen ihnen die Herzen des begeisterten Publikums zu am Premierenabend.

Text: Lilli Vostry

Nächste Termine:

26.8., 20 Uhr. 14. und 15.9., 19.30 und 16.9., 20 Uhr

http://www.pauliruine.de

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Zauberhaft: Die Krabat-Festspiele in Schwarzkollm ziehen wieder viele Besucher an

19 Dienstag Jul 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Theater, Zwischenmenschliches

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Neues, spannendes Spiel vor romantischer Kulisse: Der schwarze Müller versucht mit Hilfe des „Rings der Zeit“ seine Macht zurückzuerobern. Wird er es schaffen oder sind Krabat und die Dorfgemeinschaft stärker… Fotos: Kathrin Krüger

Schwarzer Müller verführt wieder in Schwarzkollm

Am 13. Juli starteten die Krabat-Festspiele in dem kleinen Dorf bei Hoyerswerda nach zweijähriger Zwangspause. Der ganze Ort spielt mit – oder sorgt sich um die Gäste.

Von Kathrin Krüger

„Im Schatten der Vergangenheit“, so heißt das diesjährige Festival an der Krabatmühle im sorbischen Schwarzkollm. Ein musikalisch-theatralisches Ereignis, das seit 13. Juli Abend für Abend 800 Zuschauer in das lauschige Mühlengelände lockt. Leider sind schon alle 16 Vorstellungen bis Ende Juli ausverkauft. Da zwei Jahre coronabedingt nicht gespielt werden konnte, haben viele Gäste ihre Eintrittskarten von 2020 immer wieder umgetauscht.

Seit zehn Jahren begeistern die Festspiele der Dresdner Agentur 0351 als Veranstalter Besucher aus dem ganzen Bundesgebiet und darüber hinaus. Beeindruckend wird stets auf`s Neue die Legende um den schwarzen Müller und den jungen Krabat an der originalen Mühle des Ortes erzählt und dargestellt: und zwar von den Dorfbewohnern selbst. Sie agieren neben Profischauspielern wie Peter Splitt (schwarzer Müller), Steffen Urban (August der Starke), Joachim Kaps (Oberst von Schadowitz) und Suzanne Kockat von der Kleinen Komödie Cottbus. Auch die beiden Ponys Max und Moritz und vier Enten dürfen neben den 71 Darstellern auftreten. Seit April wird schon dafür geprobt.

Lebensfreude und Schmerz sollen sich diesmal in „Im Schatten der Vergangenheit“ besonders ausdrücken – durch die Corona-Erfahrungen gefärbt. “Es geht ums Zurückwünschen in die Unbeschwertheit der Jugend“, erzählt Regisseur Michael Kuhn. Im letzten Festival 2019 wurde der schwarze Müller in die Schattenwelt gezogen. Jetzt kommt er zurück und will mit Hilfe des Rings der Zeit seine Macht wiedererlangen. Doch die Mühle gehört Krabat, und auch das Zauberbuch Koraktor. Krabat selbst müsste am Ring der Zeit drehen. Doch wie bringt ihn der schwarze Müller dazu? Er findet eine List, denn Krabat will Druck und Verantwortung seiner Position in der Gemeinschaft abgeben. Wird er der Verführung standhalten?

Das Festival lebt auch dieses Jahr von jungen Nachwuchstalenten wie den Zwillingen Anton und Richard oder Vivien Fischer, die durch die Aufführungen den Sprung in eine schauspielerische Ausbildung wagten. Es lebt von der romantischen Kulisse des Mühlenhofes und neuen Angeboten wie dem 20 Meter langen Backhaus, in dem jetzt Mühlenbrot gebacken und verkauft wird. Es lebt von der Darstellung sorbischer Traditionen und Trachten, die die Helfer aus dem Ort hinterm Tresen tragen.

http://www.krabat-festspiele.de

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Galerie

Lange Filmnacht: „Das Buch der Unruhe“ nach Fernando Pessoa im Staatsschauspiel Dresden

08 Freitag Jul 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Literatur, Theater

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Diese Galerie enthält 6 Fotos.

Traumlandschaft auf Leinwand…  Für Traumwandler und Träumer – Eine  faszinierende, bilderreiche Reise durch die Nacht In die reichhaltig schillernde, mäandernde, …

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Premiere „Vor den Vätern sterben die Söhne“ nach Thomas Brasch im Schauspielhaus Dresden

08 Freitag Jul 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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So übergroß die Träume, Sehnsüchte und Widersprüche ihrer Zeit: Eine Szene aus dem Stück „Vor den Vätern sterben die Söhne“ nach Erzählungen von Thomas Brasch. Fotos: Sebastian Hoppe

Im Spannungsfeld zwischen Widersprüchen und Wahrhaftigkeit

In einer packend intensiven Mischung aus Körper- und Sprechtheater, realen und surrealen Bildern auf der Leinwand kam die Inszenierung „Vor den Vätern sterben die Söhne“ nach Erzählungen von Thomas Brasch auf die Bühne im Schauspielhaus Dresden.

Stumm und unbeweglich stehen sie da, vor einer weiß sterilen Wand auf der Bühne.  Neugierig, gutmütig, fremd und verloren zugleich wirken sie und harren der Dinge die kommen. Ein Nashorn reckt sein Horn in die Luft, ein Elefant, Strauß, Zebra und Giraffe stehen bei ihm und schauen auf das Menschen-Theater. Die Tier-Figuren werden später noch ihren fulminanten Einsatz im Stück haben. Wofür sie genau stehen, ob sie Eigenschaften verkörpern oder als Metaphern dienen, bleibt rätselhaft, vieldeutig. So metapherreich, atmosphärisch dicht, atemlos, packend, zwiespältig ist die ganze, knapp zweistündige Aufführung ohne Pause „Vor den Vätern sterben die Söhne“ nach den Erzählungen von Thomas Brasch, die unter Regie von Sebastian Hartmann im Schauspielhaus Dresden im Juni Premiere hatte. Der gleichnamige Erzählband von ihm erschien 1977 in der Bundesrepublik, da er in der DDR nicht gedruckt werden durfte.

Ein Mann in weißem Anzug und dunklem Haar äußert sich anfangs zu einem Preis, den er für seinen ersten Film bekam und annahm nach seiner Ausreise in den Westen – 1981 der Bayerische Filmpreis, verliehen von Franz Josef Strauß –  was zu einer Auseinandersetzung zwischen seinen Freunden führte. Die Annahme oder Ablehnung sei nicht entscheidend, sondern der Umgang mit den Widersprüchen, diese auszuhalten und noch zu verschärfen, erklärt der Mann eindringlich. Die Szene steht exemplarisch für das Leben und Schaffen von Thomas Brasch, Schriftsteller, Dichter und Dramatiker, der als Kind jüdischer Eltern und Kommunisten in der Emigration in England geboren, in die DDR kam und bald gegen den Vater und den Staat rebelliert. Seine rastlose Suche nach einem eigenen Platz  für seine Ideen, sein leidenschaftliches Ringen nach Wahrhaftigkeit, Schönheit und Lebenssinn und seine innere Zerrissenheit zwischen Anspruch und Realität verkörpern in dieser Aufführung zwei Schauspieler, Brasch in jungen Jahren spielt Yassin Trabelsi und den älteren, von vielen Kämpfen zermürbten, immer noch rastlosen Schriftsteller bringt Viktor Tremmel eindrucksvoll auf die Bühne.

Schauspiel und Szenen auf der Leinwand, mit Live-Kamera aufgenommen von Julius Günzel und Eckart Reichel, wechseln sich ab. Intensives Körper- und Sprechtheater, grotesk, grell überzeichnet, beklemmend, bedrückend, bedrohlich und berührend, streckenweise sehr artifiziell und künstlich überdreht wirkt die Figurendarstellung. Diese wird begleitet von beeindruckenden, realen und surrealen Bildern in schwarz-weiß und Großaufnahme auf Leinwand, die hoch und runter fährt über der Bühne und abrupt abbricht, mit mal sphärischen, mal dumpfen, rockigen und leise melancholischen Klängen.

In einem wilden, unbändigen Bilderreigen tauchen die beiden Brasch-Darsteller und die Figuren seiner Erzählungen, seine Freunde, Frauen und Musen auf, die  mal im Bett lethargisch und lustvoll liegen, gemeinsam an einem Tisch sitzen. essen, trinken, feiern, streiten, lachen, schreien, ihrer Wut, Angst, Träumen und Sehnsüchten freien Lauf lassen. Unaufhörlich rinnt Regen auf die Runde, sind sie schutzlos ausgeliefert, buchstäblich nackt und nass bis auf die Haut, sich nach Erfrischung und Erlösung sehnend, wirbeln die beiden Brasch-Darsteller ständig über die Bühne. Sie reiben sich an den Widersprüchen der gesellschaftlichen Verhältnisse, fühlen sich eingeengt und abgeschnürt die Luft zum Atmen, wollen frei sein, etwas Eigenes bauen statt in die ausgetretenen Fußstapfen der Väter zu treten. Immer wieder prallen Braschs Ansichten und eigene Lebensvorstellungen mit dem Denken, der Ideologie und der Übermacht des Vaters (stur, unnachgiebig: Torsten Ranft) hart aufeinander.

Braschs Texte sind im Spiel seiner Figuren verwoben in mal poetischen, mal sachlich lakonischen, wort- und sinnspielenden Versen, Schilderungen und Szenen der Absurditäten des Alltags, der Suche nach Auswegen, Einsamkeit, Verzweiflung in kraftvoll bildreicher Sprache. Wunderbar seine Verse zum Woanders sein: „aber wo ist woanders/ anders… /wo ist man wo… im Wasser, am Meer, die Füße im Sand…/aber wo ist man anders.“, fragt ihn eine Frau mit rosa Haar, seine Liebste (Kriemhild Hamann) und schüttelt ihn ungeduldig an der Schulter.

Der Konflikt mit dem Vater ist allgegenwärtig und spiegelt sich auch in Braschs Erzählungen. Da sieht er sich selbst als Seefahrer, der unentwegt auf dem Meer unterwegs ist und keinen Hafen findet und sein Vater hockt hm auf den Schultern, der ihm fast die Luft abdrückt, ihn abhalten will hinauszufahren und verbittert in die offene Grube springt. In einer anderen Erzählung ist der Vater als alter, verwirrter und einsamer Mann zu sehen, der fremde Menschen von der Straße zu sich in die Wohnung nimmt und ihnen Heldengeschichten erzählt, dabei hat er Oranienburg nie verlassen.

Braschs Freunde und Figuren rufen ihm immer wieder zu: „Hau ab!“. Doch auch im Westen bleibt ihm vieles fremd, gerät er in Widerspruch zum System des Kapitalismus. Seine Freundin verliert in der unruhevollen Zeit ihr Kind, In Schmerz und Zorn halten sich beide in den Armen. Immer öfter greift er zur Flasche, kommt es zu exzessiven Ausbrüchen, hemmungsloses Lachen und Weinen, Schreie und Schluchzen mischen sich und nach Atem ringen. Eine Pfütze erscheint auf einmal groß und weit wie das Meer, Gischt schäumt und Möwenschreie liegen in der Luft in diesem Sehnsuchtsbild.

Phantastisch und nahegehend, wie die Tiere von der Bühne gegen Ende lebendig auf der Leinwand erscheinen in einer Animation mit gezeichneten, surrealen Filmbildern von Tilo Baumgärtel.  Wie der Elefant und das Nashorn zwischen grau trostlosen Hochhäusern mit weißen, gesichtslosen Fenstern umherirren. Der Strauß sein schillerndes Gefieder spreizt und durch endlose Gänge rennt und schwebt. Das Zebra mit seinen schwarz-weißen Streifen im Wohnzimmer steht und vergebens schafft sich anzupassen. Und die Giraffe auf dem Hochhausdach die Weite genießt und in den Abgrund schaut. Ein Raum zeigt einen leeren Schaukelstuhl vor laufendem Fernseher, in dem die Zeit vergeht, Blitze einschlagen und die Giraffe zum Skelett erstarrt da steht.

Das Telefon auf der Bühne klingelt ununterbrochen. Keiner geht ran. Zu einem Eisklumpen gefroren der Apparat, trägt ihn Schauspielerin Louise Aschenbrenner, die abwechselnd verführerisch und sirenenhaft Braschs Muse spielt, fröstelnd zu den anderen. Sie sitzen nebeneinander, wie auf ein Wunder wartend, springen auf und marschieren in einer Reihe raus zu beschwingt romantischen Klängen aus der Oper „Peter und der Wolf“  und düsteren, albtraumartigen Szenen mit einer maskierten Gestalt taumelnd und am Boden zuckend, hinter der sich ebenfalls Brasch verbirgt, im Wechsel. Zuletzt sieht der Seefahrer auf die Stadt und das Meer und wartet vergebens auf das Klopfen in den Schläfen. Nur Stille. Ohne Widerpart, Streit und Diskurs egal wie konträr die Meinungen auch sind, herrscht Stillstand. lässt sich nichts bewegen und verändern in einer Welt voller Widersprüche. Das ist die zeitlos bleibende Botschaft von Thomas Brasch. Viel Beifall gab es für die Aufführung vom Publikum.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Buch-Tipp zum Weiterlesen:

„Ab jetzt ist Ruhe – Roman meiner fabelhaften Familie“ von Marion Brasch (Fischer Taschenbuch). Darin erzählt die Schwester von Thomas Brasch die Geschichte ihrer außergewöhnlichen Familie.

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Premiere „Watership Down – Unten am Fluss“ nach dem Roman von Richard Adams im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden

06 Mittwoch Jul 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Vertraute Scheinidylle: Vom Umgang mit Unsicherheit und Angst vor Veränderungen erzählt aus der Kaninchen-Perspektive witzig ironisch, bedrohlich und berührend die Inszenierung „Watership Down – Unten am Fluss“ im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden. Fotos: Sebastian Hoppe

Absurd-komisches Spiel mit der Gefahr

Das Stück „Watership Down – Unten am Fluss“ nach dem Roman von Richard Adams erzählt witzig anrührend und grotesk zugespitzt vom Zusammenleben in der Mensch- und Tierwelt, über das Verhältnis von Individuum und Masse ebenso wie die Angst vor Veränderung. Einfach großartig und für mich eine der besten Inszenierungen dieser Spielzeit!

Das Gehege ist ihr Zuhause. Den bequemen Bau verlassen, weil etwas Schlimmes passieren könnte? Was, wenn draußen eine noch viel größere Gefahr lauert?! Die Welt der Kaninchen gerät aus den Fugen im Stück „Watership Down – Unten am Fluss“ nach dem Bestsellerroman von Richard Adams (1920 – 2016), der die Geschichten zunächst seinen beiden Töchtern erzählte und sich zeitlebens für Umweltschutz und Tierwohl einsetzte. Die deutschsprachige Uraufführung war im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Im gediegen holzgetäfelten Kaninchenbau mit grünen Vorhängen und idyllischen Bildern an den Wänden sitzen die Bewohner adrett in weißen Hemden, Schlips und schwarzen Hosen beisammen, knabbern Salatblätter und dürre Mohrrüben. Nur Fiver, das noch ganz seinen natürlichen Instinkten vertrauende, naiv-aufgeweckte Kind (großartig in ihrer ersten Rolle am Staatsschauspiel Dresden: Katja Gaudard) fühlt die drohende Gefahr. Die anderen meinen, es sei nur das Licht des Sonnenuntergangs, doch Fiver sieht das Feld bedeckt voll Blut! Die Bühne ist in rotes Licht getaucht und flimmert grell von surrenden, unheilvollen Tönen begleitet. Sein Bruder Hazel (besorgt und ironisch-unruhevoll die anderen mitreißend: Matthias Reichwald) warnt das Oberkaninchen ebenfalls. Als lässiger Anführer, mit Möhre wie eine Zigarette im Mundwinkel, agiert spöttisch und Aufruhr im Gehege witternd Thomas Eisen.
Auf die Bühne kam eine wunderbare, metapherreiche Parabel über das Zusammenleben in der Menschen- und Tierwelt, über das Verhältnis von Individuum und Masse, ihre Bedürfnisse und Interessenkonflikte ebenso wie die Angst vor Veränderung. Was hemmt und beschleunigt Auf- und Umbrüche, führt zu Zerfall oder Zusammenhalt, all das beleuchtet und hinterfragt die zweistündige Inszenierung ohne Pause überaus witzig, klug und spannend unter Regie von Tom Kühnel.

Anrührend komisch, traurig, dramatisch bis unheimlich grotesk steigert sich das aus der Kaninchen-Perspektive erzählte Geschehen im Laufe des Abends. Wundervolle Naturschilderungen und düstere Szenen, leise, lustige und grelle Klänge und Naturgeräusche, Schauspiel und Videobilder auf die Bühnenwand projiziert, wechseln sich ab. Die sieben Schauspielerinnen und Schauspieler nehmen das Publikum mit auf die beschwerliche Reise und Suche der Kaninchen nach einer neuen Heimat bis zu jenem hoch gelegenen, sicheren Ort auf den Hügeln, von dem man aus alles sehen kann und wo kein Mensch hinkommt! Überall lauern Gefahren: Da gibt es in einem anderen Gehege Futter in Hülle und Fülle in einem Einkaufswagen und feiern sie berauscht davon. Plötzlich legt sich am Futterplatz eine Schlinge um den Hals des großmäulig-selbstsicheren Kaninchens Bigwig (Moritz Kienemann). Als die anderen ihn befreien wollen, hält der Gehege-Anführer sie zurück mit der Parole: „Ein Tag weniger für einen, bedeutet ein Tag mehr für alle!“ Doch wer will schon freiwillig ins Gras beißen. Erschütternd die Schilderung eines alten Kaninchens, Holly, der als einziger der grausamen Ausrottung seines Geheges durch Menschen entkam, dort steht jetzt eine Luxuswohnanlage.

Schön ironisch die Szene mit zwei ängstlichen Kaninchen aus Käfighaltung, wie sie zögernd und sächselnd den ersten Schritt in die Freiheit gehen. Bezaubernd die Zeremonie,  bei der die Kaninchen lange weiße Gewänder tragen und eine Gestalt eine Blumenkrone und die Schöpfungsgeschichte erzählen, als alle Wesen gleich und Freunde waren, bis ein Fürst sein Volk als das stärkste der Welt hervorhob und Streit und Furcht vor der Überlegenheit der anderen zwischen den Tieren ausbrachen und sie sich seither gegenseitig bekämpfen und töten. Zuletzt erscheinen die Kaninchen maskiert wie Dämonen mit rollenden Augen und scharfen Hauern, die Angst und Schrecken verbreiten und listreich Weibchen zur Arterhaltung holen in ihr Gehege, wo sie satt und zufrieden wieder umher hoppeln, mit gebeugten Pfoten in trauter Scheinidylle. Viel Beifall vom Publikum.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

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Premiere des Kultmusicals „The Rocky Horror Show“ in einer Inszenierung der Landesbühnen Sachsen im Alten Schlachthof Dresden

17 Freitag Jun 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Tanz, Theater

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Zeigt her eure Reize: Der Spaß beginnt schon vor der Show. Fantasievoll kostümierte Fans der „Rocky Horror Show“ am Premierenabend im Foyer im Alten Schlachthof Dresden. Foto: Lilli Vostry

Reizvolles Spiel über Liebe, Lust, Freiheit und ihre Grenzen

Witzig-frech, fantasievoll, offen ungeniert, lustvoll und musikalisch mitreißend kommt die Aufführung der „The Rocky Horror Show“ der Landesbühnen Sachsen im Alten Schlachthof auf die Bühne. Unverwüstlich!

Grusel und Glamour, Traum und Wirklichkeit liegen nah beieinander in der The Rocky Horror Show von Richard O`Brien. Das mittlerweile fast 50 Jahre alte Musical feierte in einer Inszenierung der Landesbühnen Sachsen (Regie, Bühne, Kostüm und Licht: Sebastian Ritschel), coronabedingt mehrmals verschoben, letzte Woche am Sonntagabend endlich Premiere im Alten Schlachthof in Dresden.

Seit seiner Premiere 1973 als Bühnenstück in London war dieses Musical ein Riesenerfolg und der Film von Jim Sharman 1975 brachte den Kultstatus. Das Stück hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren, es prickelt und ist pikant wie eh und je auch in unserer scheinbar so aufgeklärten modernen Welt. Die Rocky Horror Show erzählt schockierend offen, ungeniert, witzig, frech und selbstbewusst, auch visionär über Moral und Scheinmoral, Lust und Laster, Träume, Liebe, Freiheit, ihre Grenzen und Gewalt in Beziehungen ebenso wie in der Gesellschaft. Noch reiz- und spannungsvoller in einer Zeit, in der Frau-Mann-Geschlechterrollen immer mehr verschwimmen, Genderfragen heiß diskutiert werden im Zwiespalt von Gleichheitsanspruch, Gleichberechtigung und möglichst geschlechtsneutraler Sprache und andererseits dadurch Anonymität, Beliebigkeit, Verwischung von Unterschieden und Individualität, die es jedoch braucht, um einander zu erkennen und zu ergänzen im überall in der Natur vorhandenen Spiel der Gegensätze. Im Mittelpunkt der Aufführung steht der schillernde Außenseiter und transsexuelle Frank N`Furter (Jan Rekeszus), der sich um keine Konventionen schert und ganz nach eigenem Gefallen lebt und liebt.

Die Show beginnt schon vorher. Viele Fans erscheinen in fantasievollen Kostümen. Männer in enganliegenden Minikleidern, Netzstrümpfen und High Heels, manche mit Perücken und einer sogar mit spitzen Zuckertüten-Brüsten. Gaudi schon im Foyer. Der weiß gerüschte Bühnenvorhang ist in pinkfarbenes Licht getaucht im vollbesetzten Saal. Die Bühne bestückt mit futuristischen Lampenschalen wie Augen oder Ufos, die bunt blinken, wenn Frank N`Furter und sein illustres Gefolge auftauchen. Ein Erzähler (Lutz van der Horst, bekannt aus der „Heute“-Show im ZDF) zuerst im schwarzen Anzug, dann in Body und Strapsen und pinfkfarbenem Kleid stimmt das Publikum auf die Show ein und erklärt das Procedere, wann und wie die Zuschauer das Stück  begleiten dürfen. Mit „Uhs“, „Ahs“, „Psst“, zischeln, Reis werfen als Glückssymbol für das Brautpaar und aus Wassererspritzpistolen regnen lassen. Das geschieht dann auch ausgiebig und sorgt für eine fröhlich mitgehende Atmosphäre im Publikum.

Mit Neugier, Heiterkeit, Staunen, Mitfiebern bis zum übermütigen Mittanzen reagieren die Zuschauer auf das prüde schüchterne Paar Brad (energisch-entschlossen: Merlin Fargel) und Janet (romantisch und abenteuerlustig: Karen Müller), die verliebt und frisch verlobt auf einem Ausflug eine Reifenpanne haben, in ein Unwetter geraten und in einem alten, düsteren Schloss landen, in dem es zu spuken scheint. Fenster öffnen sich plötzlich und seltsame Gestalten tauchen auf, die mal in schwarz-weiß  hochgeschlossenen Trikots, mal in schwarz glitzernden Bodys und Strapsen immer mehr Haut zeigen. Aufreizend umtanzen die „Phantoms“, Geschöpfe der Nacht, das Paar. Frank N`Furter lässt die beiden nass gewordenen Gäste in sein Reich, zeigt ihnen alles und verführt sie nacheinander, in einem weißen, offenen Gestell mit rosa Kissen und Bettdecke. Anfangs sind Brad und Janet verlegen und empört, doch bald erwacht ihre Lust und geben sie sich dem Vergnügen hin, singend und tanzend mal in knalligen Lackmänteln, in Korsage und Strapsen. An der Bühnenwand prangen Closetts als rote, verführerische Münder a la Mick Jagger, darüber die Showbühne mit Glitzervorhang. Seitlich der Bühne recken rote Kunstkörper ihre Hinterteile in den Raum. Zur schrill amüsanten Figurenschar um Frank N`Furter gehören Magenta (Julia Harneit) und Riffraff (Martin Mulders) als ergeben-listige Diener.

Der künstlich erschaffene, muskelbepackte Gespiele Rocky (Andrew Chadwick) in regenbogenfarbener Badehose, die liebevoll-gutmütige Columbina (Romina Markmann) und Eddi, den Frank N`Furter im Rausch tötet (in einer Doppelrolle auch als zackig-militanter Wissenschaftler Dr. Everett Scott, im karierten Anzug im Rollstuhl umherfahrend: Michael Berndt-Cananá). Die Aufführung lebt vor allem auch von der zündenden, mitreißenden, gefühlsstarken wie zeitlosen Musik und Songs, die von Anfang bis Ende packen mit ihrer Mischung aus wild rockigen, kraftvollen, sanften, leisen und verträumten Liedern wie „Don`t dreamed“ bis zu Varieteemusik und Slapstick, gespielt von der Rocky Horror Show Band (musikalische Leitung: Uwe Zimmermann). Immer wieder standen die Zuschauer auf, sangen und tanzten begeistert mit. Hände fliegen zum energiegeladenen Hit „Let`s do the time warps again“.

Die Aufführung ist temporeich in Szene gesetzt, vom Darstellerensemble großartig gespielt und gesungen, begleitet von lustsprühenden, flottenTanzeinlagen der androgynen Tänzerinnen. Immer ungehemmter und zügelloser tritt Frank N`Furter auf, der sich über alle Grenzen hinwegsetzt und hemmungslos nimmt, was ihm gefällt und dafür auch kalt tötet. Das kann nicht gut gehen. Am Ende wird er selbst zum Opfer seiner Leidenschaft und Willkür. Seine geliebte Columbina wirft sich vor ihn schützend und stirbt ebenfalls unter den Schüssen zweier silbern glänzender Sternenkrieger. Zum Schluss stehen Brad und Janet allein, erscheint wie ein böser Albtraum alles. Verwundert sehen sie sich an, mit anderen Augen als vorher, diese Nacht hat sie verändert. Sie gehen die Showtreppe hoch, umarmen und küssen sich und verschwinden hinter dem Glitzervorhang. Eine Liebe voller Licht und Schatten wie ein schöner Traum. Reichlich Beifall und Zugaben gab es zur Premiere. Die Rocky Horror Show wird noch bis 3. Juli im Alten Schlachthof in Dresden gespielt.

Text + Foto (1) (lv)

Nächste Termine: 17., 18., 19.6., jeweils 19.30 Uhr

http://www.landesbuehnen-sachsen.de
Tel.: 0351 – 8954-214
http://www.konzertkasse-dresden.de
0351 – 86660-11

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The Rocky Horror Show im Amphitheater am Senftenberger See

08 Mittwoch Jun 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Lüstling und Bürgerschreck mit Hahnekamm in Punkermanier: Frank`N`Furter, gespielt von Matthias Luckey, zieht alle Register in der „Rocky Horror Show“ von Richard O`Brien. Das Kultmusical kommt auch in einer Inszenierung der Landesbühnen Sachsen auf die Bühne  (Premiere: 12. Juni, 19.30 Uhr, Alter Schlachthof Dresden). Foto: Neue Bühne Senftenberg

Bizarr und brillant

Matthias Luckey ist als Gast der Frank’N’Furter in der Rocky Horror Show des Theaters Senftenberg.

Von Kathrin Krüger

Stolz und erhobenen Hauptes schreitet Frank’N’Furter über die kleine Bühne des Amphitheaters am Senftenberger See. Seine Haare in Punkermanier zum  Hahnenkamm hochgezogen, ein Korsett um die Brust mit Ringen in den Brustwarzen, ist Matthias Luckey ganz der King im Ring. Der in Dresden vom Staatsschauspiel her eher in ernsten Rollen bekannte Darsteller aus Berlin macht die „Rocky Horror Show“ zu seinem großen Auftritt. Und zu einem Fest für Augen und Ohren. Denn Richard O‘ Brians inzwischen fast 50 Jahre altes Musical kehrt zurück ans Theater Senftenberg. Auch die Landesbühnen Sachsen bringen das Kultstück aus diesem Anlass im Alten Schlachthof Dresden am 12. Juni zur Premiere. Die Senftenberger waren mit dem Start am 26. Mai noch schneller.

Die Rocky Horror Show ist eine freche, anzügliche und höchst amüsante Geschichte über ein biederes Pärchen in den 70ern, das durch eine Autopanne in ein Gruselschloss mit schaurig-aufreizenden Außerirdischen gerät. Frank’N’Furter ist ihr Anführer. Er lebt seine sexuellen Begierden hemmungslos aus. Und bald tun es auch Janet und Brad, das biedere, frisch verlobte Pärchen. The Rocky Horror Show wird in dieser Inszenierung zur maßlosen Übertreibung der Anti-Spießigkeit, die Matthias Luckey, weitere Gäste und das Ensemble des Theaters Senftenberg openair mit Genuss und gesanglicher Finesse zelebrieren. Die opulente Ausstattung von Mike Hahne, die Bandbegleitung unter Leitung von Benjamin Rietz und die Regie von Tilo Esche verhelfen dem Publikum zu einem ungemein amüsanten Abend. Stimmlich und darstellerisch geben die Mimen – auch die Männer samt und sonders in hochhackigen Schuhen – alles. Und die Zuschauer im Amphietheater machen natürlich mit. Stoffbeutel (Goodie Bag) werden am Eingang verkauft mit diversen Utensilien, die zur Show passen. Luftschlangen sollen nach Anweisung geblasen, Wasserpistolen abgespritzt oder Gummihandschuhe übergestreift werden. Ehrlich – für prüde Zeitgenossen ist das nichts. Doch Besucher wie Heike Weymann aus Großenhain sind begeistert: „Herrlich unanständig“, sagt sie. Und singt zum großen Finale mit demEnsemble mit: „Let’s do the time warp again“.

Vorstellungen noch bis 10. Juli immer donnerstags bis samstags um 19.30 Uhr, sonntags um 18.30 Uhr im Amphitheater Großkoschen.
*
www.theater-senftenberg.de

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„Vorwärts immer! Jubiläumsshow !“ der Seniorentheatergruppe „Ohne Verfallsdatum“ im Theaterhaus „Rudi“ in Dresden

15 Sonntag Mai 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Theater

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Spielfreude kennt kein Alter: Drei Damen in barocken Kleidern umgarnen und tanzen Twist mit dem König (Gert Knieps). Eine Szene aus dem Märchen „Aschenputtel“.

Spielfreudige Senioren

Mit einem herzerfrischend heiteren Programm feierte die Seniorentheatergruppe „Ohne Verfallsdatum“ mit ihrem Leiter Gert Knieps aus Freital unlängst ihr 15-jähriges Jubiläum im Theaterhaus „Rudi“ in Dresden.

“Der erste Lack ist ab, wir sind nicht mehr die Jüngsten. Uns stört`s nicht im geringsten. Kein Mensch kann ewig glänzen…“, singen die Akteure auf der Bühne
zu beschwingten Akkordeonklängen zu Beginn. Es ist für sie mehr als ein Lied, eine Lebenshaltung. Es spricht ihnen selbst und den Zuschauern aus dem Herzen. Der Theaterraum im „Rudi“ ist voll besetzt. Im Publikum sitzen viele Familienangehörige, Bekannte und frühere Arbeitskollegen der Darsteller. An diesem Abend und auch sonst staunen sie und sind begeistert über das frische Theaterspiel, mit wie viel Witz und Schwung man auch im Alter noch etwas bewegen kann, für sich und andere.

Eindrucksvoll zeigte dies die Seniorentheatergruppe „Ohne Verfallsdatum“ auch in ihrem Programm unter dem Motto: „Vorwärts immer! Die Jubiläumsshow!“, einer kurzweilig vergnüglichen Mischung aus kurzen Spielszenen, Gesangsparodien, Musik und Tanz mit Gästen, mit dem sie unlängst ihr 15-jähriges Bestehen nach zwei Jahren coronabedingter Pause im Theaterhaus „Rudi“ in Dresden feierten. Seit nunmehr 20 Jahren treten in dieser städtischen Spielstätte viele Künstler und Gruppen der freien Szene in Sachsen auf. Regelmäßig dabei seit mehreren Jahren sind die  spielbegeisterten Senioren. Die Gruppe wurde als „Älterntheater“ im Jahr 2005 gegründet. Seitdem entstanden zwölf Inszenierungen. Darunter Stücke für Erwachsene, die über das Älterwerden erzählen mit eigenen Texten der Gruppe und Märchen.

In der Jubiläumsshow waren Ausschnitte aus dem ersten Programm des Seniorentheaters, den „Hochhausgeschichten“ zu sehen und Szenen aus den Aufführungen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ und „Alle werden älter – nur wir nicht“. Den größten Erfolg hatte die Theatergruppe „Ohne Verfallsdatum“ 2009 mit der Teilnahme am 3. Europäischen Seniorentheaterfestival in Pforzheim mit ihrem Stück „Heim oder Daheim“.

Die zehn Spielerinnen und Spieler sind zwischen 68 und 80 Jahre alt. Ein Tisch und Stühle und farbige Lichteffekte auf einer Leinwand genügen als Kulisse. In einer Szene geht es um Schnäppchenkauf, drei Frauen zeigen stolz ihre neueste schicke Bluse, leider alle dieselbe und man erlebt drei ältere, lebensfrohe Damen, die in einer WG zusammen leben und sich ihren persönlichen Wellnesscoach leisten, der sie massiert. Sie sind gerade beim Sektfrühstück, als der Doktor ihnen ihre nicht so tollen Blutwerte aus dem Labor überbringt, der ein Gläschen mit den Damen ablehnt und hinter vorgehaltener Hand bekennt, er habe schon drei Gläser heute morgen geleert.

Durchs Programm führte, garniert mit Witzen und Anekdoten aus der Jugendzeit, dem Alltag und Theaterleben Gert Knieps. Der 73-Jährige, gebürtige Freitaler ist  Kabarettist, Conferencier und Autor seit vielen Jahren. Er war von 1991 bis 2011 der Leiter des Kulturhauses Freital, musste aufgrund einer schweren Erkrankung aufhören. Seinen Humor hat er behalten. Seit neun Jahren ist Knieps Leiter der Seniorentheatergruppe „Ohne Verfallsdatum“.  Er erheiterte als König im Märchen „Aschenputtel“, der mit zwei Damen in roten, barocken Kleidern flott tanzt bis ihn beim Twist ein Hexenschuss trifft, und lustig-prall als einer der „Wildecker Herzbuben“. Im Wechsel mit Monika Bethge, Gesangspädagogin, viele Jahre Leiterin der Freitaler Musikschule und Vorsitzende des Vereins „Ohne Verfallsdatum“ moderierte Knieps die Jubiläumsshow im Theaterhaus „Rudi“.

Als Gäste und Gratulanten waren der Sänger Mario Boden mit mal sanften und rockig-bluesigen Liedern von Ina Deter und Rio Reiser zur Gitarre und schwungvoll am Akkordeon begleitet von seiner Tochter Hannah zu erleben. Mit flott kessen Tanzeinlagen von Charleston bis Showtanz glänzten sechs junge Tänzerinnen des Dresdner Tanzstudios „Dance Art“ von Dagmar Deke. Das Seniorentheater trifft sich immer dienstags Vormittag zum Proben im „Rudi“.

“Wir könnten noch einen Herren gebrauchen und noch ein, zwei Damen“, so
Knieps. Im Juli spielen sie hier wieder „Aschenputtel“ als Familienvorstellung.
Als nächstes soll ein heiter musikalisches Programm mit dem Titel „Frühling, Sommer, Herbst und Windeln…“ aus seiner Feder im Oktober Premiere haben.
Das Jubiläumsprogramm würde das Seniorentheater auch gern weiter spielen,  wenn sich Spielorte dafür finden. Er denkt dabei an die Spielstätte „Laterne“ unterm Dach im Kulturhaus Freital. Die Spielfreude der Akteure kennt eben kein Verfallsdatum.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos:

www.Ohne-Verfallsdatum.de
http://www.Theaterhaus-Rudi.de

Mit Charme & Schwung begeisterten die jungen Tänzerinnen des Dresdner Tanzstudios „Dance Art“, das es schon 30 Jahre gibt.

Als Gäste der Jubiläumsshow traten außerdem Sänger Mario Boden mit sanft rockigen Songs zur Gitarre und am Akkordeon begleitet von seiner Tochter Hannah auf.

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Premiere „Zwei Krawatten“ – Die Revue vom Großen Los in der Staatsoperette Dresden

03 Dienstag Mai 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Film, Lebensart, Musik, Theater

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Ganz oben auf der Showtreppe: Zwischen Glamour, Vergnügen, Sehnsucht nach Liebe und Überdruss vom Überfluss. „Wir haben alles, nur keine Zeit… Und wenn wir heut` mal leben, dann gehn wir gleich zu  weit,..“, heißt eine Liedzeile aus der Revue „Zwei Krawatten“. Fotos: Pawel Sosnowski

Vom großen Los, glücklich zu sein

Rauschhaft bunt, turbulent und witzig-komisch entführt die Revue „Zwei Krawatten“ von Georg Kaiser und Mischa Spoliansky ins Berlin der Goldenen Zwanziger mit allen Höhen und Tiefen in der Regie von Matthias Reichwald in der Staatsoperette Dresden.

Auf der Showtreppe geht es geschäftig zu. Revuegirls mal in schillernden Kostümen, in Charlestonkleidern mit Fransen und mal in schwarzen Bodys und Netzstrümpfen tanzen zu flotter Tingeltangelmusik. Ein Herrenquintett, „Die Kristallkehlen aus Moabit“ in schwarzen Anzügen singen mit samtigen Stimmen à la Comedian Harmonists den Ohrwurm „Einmal möcht` ich keine Sorgen haben…“ Ein Gentleman in pinkfarbenem Umhang flirtet mit einer Frau im weißen Abendkleid und blonden Haar, die Marlene Dietrich ähnelt und stürmt im nächsten Moment mitten durch die Ballgesellschaft davon. Gerade erst kennengelernt, schon auf der Flucht?!, wundert sich die Blondine.
Doch es kommt noch verrückter. Nichts ist wie es scheint, alles ist möglich in dieser rauschhaft bunten, turbulenten und witzig-komischen Vergnügungs-  und Verwechslungskomödie „Zwei Krawatten – Die Revue vom großen Los“ aus der Feder von Georg Kaiser und mit Musik von Mischa Spoliansky. Auf die Bühne der Staatsoperette Dresden kam das Revuestück unter Regie von Matthias Reichwald, der sonst als Schauspieler am Staatsschauspiel Dresden auf der Bühne steht und auch bereits inszenierte.

1929 in Berlin uraufgeführt, sorgte Marlene Dietrich in der Rolle der kühl-extravaganten Amerikanerin Mabel in diesem Revuestück für Furore, bevor sie als verführerische Nachtklubsängerin Lola im Ufa-Film „Der blaue Engel“ (1930) den Männern den Kopf verdreht und der sittenstrenge Lehrer Prof. Rath ihr vollends verfällt. Der Film „Der blaue Engel“ ist neben dem Revuestück im Zentralkino im Gelände des Kraftwerks Mitte am 11. und 12. Juni wieder zu sehen. „Zwei Krawatten“ ist eine musikalische Zeitreise ins Berlin der Goldenen Zwanziger Jahre mit all ihren Gegensätzen und in die Metropolen New York und Chicago. Beidseits der Bühne und der Showtreppe sitzen die Musiker.  Die Palette reicht von schwungvoller Varietémusik, schmissigen Bläserklängen, Oldtimejazz bis zu greller Marschmusik (musikalische Leitung: Johannes Pell).

Die Kellner eilen treppauf, treppab und werfen sich die Tabletts hin und her. Einer sieht wie der andere aus in adrett weißer Montur. Ein Ballgast, der mit dem pinkfarbenen Umhang, schlägt auf der Flucht vor der Polizei dem Kellner Jean ein unglaubliches Angebot vor. Für 1 000 Mark soll er seine schwarze Krawatte gegen die elegante weiße des Gastes tauschen. Außerdem gewinnt Jean auch noch ein Tombola-Los für eine Reise in die Neue Welt, nach Amerika. Die beiden Männer tauschen mit den Krawatten Aussehen und Identität. Tatsächlich erkennen Jean seine Kellnerkollegen nicht mehr, da er jetzt eine schwarze Weste über dem weißen Hemd trägt.

Der Gauner entkommt als Kellner getarnt durch die Katakomben. Als Hochstapler sprang an dem Abend Andreas Sauerzapf für den erkrankten Kollegen Marcus Günzel ein. Singend zur Seite stand ihm Christian Grygas mit einschmeichelnder Tenorstimme. Kellner Jean (gewitzt-blauäugig: Jörn-Felix Alt) hat vermeintlich das große Los gezogen, auf dem Weg in die Welt der Reichen und Schönen. Mit an Bord auf der Überfahrt mit dem Ozeandampfer nach Amerika, durch ein ovales Holzpodest mit Liegestühlen an Deck und geringelte Badeanzüge der Damen angedeutet, sind der Herrenchor, der zünftige Lieder schmettert und säuselt. Außerdem Jeans Freundin Trude (kess mit Bubikopf und lebenslustig: Devi-Ananda Dahm), die ihm heimlich hinterherreist, nachdem sie von seinem Abschiedsgeschenk, den 1 000 Mark eine Fahrkarte kaufte und der umtriebige Rechtsanwalt Bannermann (Elmar Andree), der auf der Suche nach einer Millionenerbin ist. Die gutbetuchte Mabel (weniger elegant als forsch: Stefanie Dietrich) lässt Jean nicht aus den Augen. Alle träumen sie von Liebe, Glück, Aufstieg und einem Leben in Wohlstand. Immer kommt etwas dazwischen. Das Glück lässt sich nicht fassen, und kommt es dann unverhofft, glaubt man es kaum und will man es festhalten, ist es schon fast wieder vorbei.

In diesem Auf und Ab-Gefühl von Sehnen, Bangen, plötzlicher Glückseligkeit, Vergnügen und Maßlosigkeit bewegen sich die Revue und die verträumt-ironischen, zeitlosen Liedtexte. Da tanzen abwechselnd Matrosen und Revuegirls, gibt es eine Showeinlage mit einem halbnackten Tänzer mit Stierkopf an einer Stange, äußert sich Mabel abfällig über die fünf „Gesangsnasen aus Europa“ und ihre „Hochkultur“ bei einer Party im Club der Chicagoer „Fleischfürstin“ Mrs. Robinson, rothaarig und derb-deftig gespielt und gesungen von Silke Richter. Die reichen Damen umgarnen und Geschäftsleute umlagern Jean. Außerdem ist er immer in Sorge, dass seine Rolle als Gentleman auffliegt und er als Kellner entlarvt wird. Schön ironisch sein Lied und Seitenhieb auf den Senator und Moralapostel, der den Abbruch des Vergnügens fordert und den Jean noch als Gast aus Berlin kennt: „Es kommt nicht auf den Inhalt an, die Verpackung ist alles…“ Und setzt noch eins drauf: „Wenn man es nur servieren kann,  dann frisst die Menschheit alles.“

Sehr komödiantisch und wandlungsfreudig in schnellem Rollenwechsel als Flitzer, Kellner, Kneipengäste, Matrosen, Advokaten und Reporter agieren die zwei Schauspieler Christian Clauss und Benjamin Pauquet. Witzig-schräge Slapstikeinlagen als Agenten in grünen Mänteln und Sonnenbrillen und hinter Zeitungen verschanzt, dem Hochstapler dicht auf den Fersen, liefern die Pantomimen Wolfram von Bodecker und Alexander Neander.

Dann erbt Trude überraschend 40 Millionen, vom Rechtsanwalt beglaubigt, der zunehmend ungeduldig wird, nun müsste sie doch endlich glücklich sein! Doch allein im Geld schwimmen ist langweilig! Die Sehnsucht nach Liebe führt beide wieder nach Berlin zurück. Eines Tages steht Trude wieder in dem Kellerlokal, in Jeans Stammkneipe, die sich durch eine Bühnenluke mit Tresen und Bierflaschen öffnet und schließt, wo es direkt und schnodderig zugeht und man sich schon mal wegen einer Frau prügelt. Trude ist jetzt reich und liest Jean erst mal die Leviten, bevor sie ihren Geldkoffer öffnet und Jean seinen Hauptgewinn Trude in die Arme schließen kann. Reichlich Beifall vom Publikum für einen glanzvoll vergnüglichen Abend voller Schwung, Wehmut, Leichtigkeit und Hintersinn und der Aufforderung, das eigene Glück nicht leichtfertig zu verspielen.

Text (lv)

Nächste Aufführungen: 3. und 4. Mai. 19.30 Uhr, Staatsoperette Dresden im Kraftwerk Mitte. 5 Euro Rabatt erhalten Zuschauer für das Stück „Zwei Krawatten“ in der Staatsoperette Dresden am 11. und 12. Juni gegen Vorlage ihrer Kinokarte von „Der blaue Engel“ im Zentralkino.

http://www.staatsoperette.de


Vom Kellner zum Gentleman, umgarnt von den Damen und immer in Angst, aufzufliegen.

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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