Ausstellung „Urkraft – Im Bild der Natur“ von Wieland Richter in der Galerie Mitte in Dresden


Wunderbare Farblandschaften, die an ferne Sehnsuchtsorte entführen: Galeristin Karin Weber und der Künstler Wieland Richter zur Ausstellungseröffnung in der Galerie Mitte in Dresden.

Lichtspiel und Naturteppich

In der wunderbaren Bilderwelt von Wieland Richter in seiner derzeitigen Ausstellung „Urkraft – Im Bild der Natur“ in der Galerie Mitte, Striesener Straße 49/1. Etage in Dresden, gibt es heute, am 18.12., um 19.30 Uhr eine Lesung „Balladen ohne roten Faden“ mit dem bekannten Schauspieler Ahmad Mesgarha. Passend zur Malerei von Wieland Richter sicher ebenso farbreich schillernd, leicht und tiefsinnig und poetisch.

Im Farbrausch der Natur

Farbreiche Lichtspiele, Spiegelungen und weite Horizonte fließen zusammen auf den Leinwänden. In ferne, ursprüngliche Landschaften und Sehnsuchtsorte eintauchen, innehalten vom Alltag in tubulenten Zeiten und in wunderbaren Bilderlandschaften schwelgen. Dazu lädt die Ausstellung „Urkraft – Im Bild der Natur“ mit Malerei von Wieland Richter zum 70. Geburtstag des Künstlers in der Galerie Mitte, Striesener Straße 49 in Dresden ein (noch bis 10.1.2026 zu sehen).

Die Bilder entstanden nach Reisen des Malers im Zeitraum von 2015 bis 2025 nach Australien, Neuseeland, Norwegen und Island. Archaisch, strukurreich pastos, voll elementarer Kraft erzählen sie von urwüchsigem Zauber, Rauheit, Schönheit, Vergänglichkeit und Erneuerung in der Natur und allem Lebendigen. Sie entführen den Betrachter ans Meer, an menschenleere Strände. In Westaustralien erkundete er Ozeane, Schluchten und Nationalparks. Sah riesige Bäume und Wurzeln, Erd- und Gesteinsformationen, die den Maler faszinierten. Karge und üppige Landschaften in wechselnden Lichtstimmungen von zart pastellfarben und kräftig leuchtende Farben treffen aufeinander in der Ausstellung. Anders als bisher in seinen Arbeiten zeigt Wieland Richter keine figürliche Malerei mit Natur mehr, sondern nun größtenteils abstrakte, expressive Farblandschaften. Mit manchmal schemenhaften Umrissen von Menschen, Tieren und Booten. Ein Schlüsselerlebnis in Norwegen brachte ihn dazu. „Damals war ich mit einem Faltboot in den Fjorden zur Midsommernacht paddeln. Und plötzlich kam ich mir so klein vor der Natur vor, dass ich die Figuren aus den Bildern herausnehmen und die reine Landschaft wirken lassen wollte“, sagt Wieland Richter. Seine Eindrücke fotografiert er mit der Digitalkamera, die das Skizzenbuch ersetzt. Er malt aus der Tiefe des Erlebten und aus dem Gedächtnis.

Es sind vor allem Innenlandschaften. In einem wahren Farbrausch flossen sie aus ihm heraus als er wieder vor der Staffelei stand in seinem Atelier in Putzkau bei Bischofswerda. Dort wohnt und arbeitet Wieland Richter in einem selbst ausgebauten alten Bauernhof. Die Ölfarben trägt er mit feinen und ruppigen Pinseln und spitzen Gegenständen wie Spachtel und Rakel auf die Leinwände und Papiere auf und verwischt mit einem Handschuh und Lappen die Farben. Er arbeitet auch mit Übermalungen, mit Strukturpasten und Sand, welche die plastische Wirkung erzielen. Es sind immer gebrochene Farben, flirrende Gelb- und Rottöne und verschiedene Blautöne, die mit den Eisschollen auf dem Wasser treiben. Spannend überlagern sich die Farbflächen zu einem Davor und Dahinter, mit mal schroff und feinkörnig hervorleuchtenden Schimmern. Die vielen Farbschichten lassen Anklänge an Gerhard Richter und seine „Streifen-Bilder“ erkennen. Doch die seien kühler und glatter, so Wieland Richter: „Ich bin malerischer.“

In seinen Bildern spürt man den roten Sand unter heißer Sonne, den Feuerrausch im Eis, die riesigen Vulkangebirge in Ozeanien, Urwälder, Nebelfelder und glühende Lava. Er war am Great Reef, dem größten Korallenriff der Welt in Australien. Er ist getaucht, hat geangelt und ist gekitet auf dem Wasser. „Ich liebe diese Orte, wo ich die Natur allein auf mich wirken lassen und in Frieden mit mir sein kann“, so Richter. „Wieland Richter ist ein Naturphilosoph mit romantischen Neigungen, indem er Gegenbilder zu unserer auf Effizienz bedachten Gegenwart entwirft. Das ist das Wunschbild einer harmonischen Balance zwischen Himmel und Erde, das er erschafft“, sagt Galeristin Karin Weber zu seinem Werk. Außerdem ist hier eine Kabinettausstellung unter dem Motto „lustwandeln“ mit heiter-besinnlichen Arbeiten von rund 30 Künstlerinnen und Künstlern zum Jahreswechsel zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di bis Fr 15 – 19 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr.
Reges Interesse zur Ausstellungseröffnung.
Malerei & Poesie: Mein Gedicht „Urkraft des Meeres“ steht im opulenten Bilderkatalog von Wieland Richter, welcher anlässlich der Ausstellung erscheint und vorbestellt werden kann in der Galerie Mitte.

Neue KatzenLyrik zur Weihnachtszeit

Winterhöhle

Der flauschige Schwanz bewegt sich
wie ein Uhrpendel
die Zeit vergeht in Streicheleinheiten
Schnurren und Gähnen im Wechsel
wo ist das andere Fellbündel
ein Sprung hinaus
schlummert die Tigerin
auf der warmen Decke
die vorher wohlig ihre weiße Pfote
aus der Höhle reckte
knusper knusper
noch etwas naschen und putzen
und sich wärmen
die Nase tief im Fell
der weiße Kater träumt
auf der Stell` funkelnde Flocken
zu haschen

LV
8.12.2025

Minnie und das Weihnachtskätzchen

Ein kleines Wesen
schwarzfellig mit blauen Augen
rotweißer Fellmütze
lustig auf einem Ohr
und einem Halsband aus Tannengrün
und roter Schleife
fand heute den Weg zu Minnie

es schaut unter ihrem getigerten Fell
hervor
als ob sie es schützen
mit ihm kuscheln und
das Kleine wärmen will
das lächelt sie an
es ist aus Ton und hält ganz still
wenn sie es beschnuppern und
betrachten will

es saß ganz allein
im Supermarktregal
zwischen Kartons
voller Süßigkeiten
wie verloren
als wartete es nur auf mich
mit stillem Zauber
erinnert mich an meine
Sternaugenkatze Lola

das Kätzchen lächelt
mit froher Miene
sitzt es nun neben dem Wichtel
seine Zipfelmütze und sein Rauschebart
sind so lang wie sein Weg
aus dem Weihnachtsland
wo immer neue Wunder geschehen
die Türen öffnen in die Herzen
bevor sie zu Eisklumpen erfrieren

LV
3.12.202

Ein Licht

Ein Lächeln ein Lufthauch milde
Winterluft
ein Licht steigt von tief innen
aus der Seele auf
leuchtet mit den vielen bunten
Lichtern draußen
und hofft
der Wind löscht es nicht
gleich wieder
aus

LV
9.12.202

Texte + Fotos: Lilli Vostry

WeinachtsWunder & Neue Beiträge & Spenden für meinwortgarten

Hervorgehoben


Weihnachtszauber: Meine drei Fellkobolde Flausch Kasimir, Lino & Minnie lieben Kerzenlicht, Tannengrün und schöne Dinge zum Spielen.
Was ist Euer Lieblingsbeitrag auf meinwortgarten & wieviel Euch wert?
Einen zauberhaften Dritten Advent allen Menschen, die hier regelmäßig schauen und lesen in meinem KulturBlog meinwortgarten.com
Das erfreut und macht mich glücklich seit nunmehr zehn Jahren – solange gibt es inzwischen dieses online Kultur-Magazin mit regelmäßig neuen, reichhaltigen Kulturgewächsen aller Art im Netz. Ich mache das sehr gerne, bin Journalistin seit vielen Jahren und Lyrikerin mit Leib und Seele, liebe es mit Sprache umzugehen und das Gesehene und Erlebte mit Stift und Kamera festzuhalten auf Papier und eben im digitalen Raum.
Meinwortgarten.com ist auch sehr gewachsen vom Umfang der Beiträge und die Zahl der Aufrufe nähert sich der 200 000er Marke! Das ist großartig und Ihr, die LeserInnen tragt täglich dazu bei, dass es immer mehr werden. Was mich natürlich als Macherin besonders interessiert: Welche Beiträge werden besonders gern gelesen, welche Themen, Genres, wovon wünscht Ihr Euch mehr?
Und die spannende Frage: Was ist Euer Lieblingsbeitrag auf meinwortgarten.com? Und was ist er Euch wert?
Bei 136 Abonnenten wäre das sehr schön zu erfahren, welcher Text & Bilder Euch am meisten ansprechen, berühren und bewegen, Da kommt sicher eine Menge zusammen.
Und natürlich freue ich mich über rege Beteiligung und über jede Spende für mein Schaffen. meinwortgarten erzielt leider kaum Einnahmen bisher. Jedoch habe ich einen dreistelligen Betrag jährlich für die Blog-Verlängerung und weiteren Speicherplatz zu bezahlen.
Schaffen wir gemeinsam dieses WeihnachtsWunder? Lasst mir gern Eure Antworten und Anregungen da zu Euren Lieblingstexten, als Kommentare oder unter meiner mail-Adresse: lilli.vostry@web.de

Hier meine Spendenkonto für Eure bare Zuwendung:
Lilli Vostry
IBAN: DE90 8707 0024 0525 2317 61
bei der Deutschen Bank

Eine schöne, lichtvolle Weihnachtszeit allen hier und herzlichen Dank im voraus für Eure Unterstützung! Auf dass meinwortgarten.com weiter wächst, blüht und gedeiht!

Viel Freude Euch beim Lesen weiterhin und empfehlt diesen Blog gern weiter,

Lebender Advents-Kalender mit meinen drei Fellkobolden Lino, Flausch Kasimir und Minnie. Jeden Tag gibt`s mit ihnen eine neue Überraschung. Oft entstehen dabei schöne, lustige Fotos und manchmal auch Gedichte. Text & Fotos (lv)

Premiere „Weiße Zeiten“ in der Comödie Dresden


Mit viel Herzblut, Witz, Charme und Schwung spielt, singt und tanzt das Damen-Quartett, vier Freundinnen in einer tief verschneiten Berghütte, in der weihnachtlichen Revue „Weiße Zeiten“ in der Comödie Dresden. Foto: Robert Jentzsch

Weihnachtszauber mit viel Witz und Charme und
einem sprechenden Rentier als Herz- und Seelentröster

Eine Bescherung mit reichlich Turbulenzen, Überraschungen, viel Humor und Gesang weckt Vorfreude und Weihnachtsmuffel in der Revue „Weiße Zeiten“ in der Comödie Dresden.

Hausfrau Doris und ihre Freundinnen freuen sich auf Weihnachten. Abseits vom familiären Trubel in weiß verschneiter Landschaft in einer gemütlichen Berghütte wollen sie diesmal feiern. Die Ehemänner dürfen mit und sollen einen Tannenbaum im Wald schlagen. Doch sie lassen auf sich warten und dann zieht auch noch ein Schneesturm auf. Eine Bescherung mit reichlich Turbulenzen und Überraschungen ist die weihnachtliche Revue „Weiße Zeiten“ von Tilmann von Blomberg, Carsten Gerlitz und Katja Wolff, die auch Regie führte. Die Premiere war im November in der Comödie Dresden.

Voller Vorfreude, aufgeregt und quirlig wie das Schneegestöber draußen
schwirren die vier Frauen in Wintersachen und mit Skiern in der urigen Berghütte umher. Doch mit der zunächst himmlischen Ruhe ist es bald vorbei. Der Tisch ist mit Kerzenleuchtern und Geschirr festlich gedeckt. Die erste Flasche Rotwein geleert. Dann ertönt plötzlich auch noch eine Stimme wie aus dem Nichts, die sich als sprechendes Rentier Rüdiger aus dem blinkenden Bilderrahmen an der Wand herausstellt. Eine schöne Idee! Rüdiger hat Zeit und Geduld und scheint alle Sorgen und Wünsche der vier Damen zu kennen. Er stellt sie vor, steht ihnen bei, tröstet, hört ihnen zu und muntert sie auf. Doris, die fürsorgliche Hausfrau und Rentnerin (Eva Brunner) im Strickpullover. Sie hat Kartoffelsalat mitgebracht in der Tupperdose und kann nicht rumsitzen. Beherzt greift sie zur Axt und schlägt selbst ein kleines Weihnachtsbäumchen. Viola, die vornehme und glücklich geschieden (biestig: Heike Jonca) erwartet Niveau zu Weihnachten und verteilt gehässig Seitenhiebe nach allen Seiten.

Tanja, die 43jährige Mutter mit Kleinkind im Rucksack (überdreht: Nini Stadlmann) gibt sich cool, lacht übertrieben laut, hat ihr Babyfon immer griffbereit und ist doch überfordert. Sie sehnt sich nach ein bisschen Ruhe. Die Karrierefrau Gaby (Franziska Becker) spielt die Femme Fatale, gibt sich lässig entspannt und ist genervt vom Kindergeschrei. Sie hat bei einem Catering Hirschgulasch und Knödel in die Berge bestellt. Immer wenn es brenzlig wird und der Streit ausartet, kommt Rentier Rüdiger zu Hilfe. Er hört sich nacheinander an, wie die vier Freundinnen ihr Herz ausschütten, warum sie Weihnachten nicht mit der Familie oder Partner feiern und sie offenbaren ihre Sehnsüchte und Träume, welche die Frauen in anderem Licht zeigen.
Der Schneesturm und die Sorge um ihre Männer, die sie versuchen zu erreichen, lassen die Sticheleien vergessen und bringen sie wieder näher zusammen.

Mit viel Herzblut, Witz, Charme und Schwung spielt, singt und tanzt das Damen-Quartett mit bezaubernden Stimmen, viel Swing, Slapstick und Varietémusik abwechselnd fröhlich, verlockend, mitreißend, kraftvoll und leise wehmütig die bekanntesten Weihnachtshits von Jingle Bells, O Holy Night bis Gloria mit neuen, humorvollen Texten. Und plötzlich werden Wunder wahr für alle vier Frauen. Auch sie gehen herzlicher und mitfühlender miteinander und ihren Liebsten um. Das Rentier sieht es lächelnd. Zuletzt singen sie gemeinsam mit dem Publikum das Lied „Sind die Lichter angezündet“ mit dem Wunsch überall soll Frieden sein. Reichlich Beifall gab es für diese wunderbare, herzerwärmende und rundum gelungene Weihnachtsgeschichte der besonderen Art.

Text (lv)

Nächste Termine:
12.12., 13.12., jeweils 19.30 Uhr und 14.12., 15 und 19.30 Uhr

http://www.comoedie-dresden .de

Ausstellung mit Zeichnungen & Farbstudien von Werner Löffler im Einnehmerhaus Freital


Die Poesie und Kraft der Farben

Natur- und Stadtansichten in wechselndem, stimmungsreichen Farb- und Formenspiel zeigt eine Ausstellung mit Arbeiten von Werner Löffler (geboren 1904 in Breslau – gestorben 2001 in Naumburg) in der Reihe „Künstler der verschollenen Generation“ derzeit im Einnehmerhaus des Kunstvereins Freital, Dresdner Straße 2. Zur Ausstellung erschien ein Kalender von Löffler „Monatsbilder“ für 2026 und ein Buch „Bildbetrachtung“ zu Bildern von Franz Marc. Außerdem ist der Kunstverein beim Schlossadvent auf Schloss Burgk in Freital mit vielfältigen. kunst- und liebevoll gestalteten Dingen aus den Zirkeln dabei am Sa und So jeweils von 12 bis 20 Uhr.
Der Erlös fließt in neue künstlerische Projekte im Einnehmerhaus.

Der Mond steht wie ein einsamer Wächter am Himmel vor der dunklen Stadtsilhouette. In zwei Fenstern brennt noch Licht. Die Farben umkreisen sich, stoßen aneinander oder fließen ineinander. Licht und Schatten sind nah beieinander in den Arbeiten von Werner Löffler, Künstler und Kunstpädagoge. Heute am 13.12., um 15 Uhr gibt es eine Lesung aus den Kriegstagebüchern von Löffler mit Andreas Albert und musikalischer Begleitung. Zu sehen sind in der Ausstellung auch berührende Graffitzeichnungen und Aquarelle, die während seiner Zeit als Soldat im Zweiten Weltkrieg entstanden. Porträts von Kameraden, Verletzten und das Stiefelpaar am Abend vor der Einberufung neben Landschaften im gleißenden Licht in Südfrankreich und im Elsaß aus dem Jahr 1944.

Zu sehen sind seine Kriegstagebücher und Zeichnungen daraus, die das Gesehene festhalten, erinnern und ihm halfen, das Erlebte zu verarbeiten. „Er hat oft ein Bild, Malmotiv in verschiedenen Farbstimmungen dargestellt. Es geht Werner Löffler um die Emotionalität des Sehens in den Arbeiten“, sagt Bettina Liepe, die Vorsitzende des Kunstvereins im Einnehmerhaus und Ausstellungskuratorin. Etwa in einer Straßenszene in Stralsund, wo er mit seinen Malschülern war. „Man sieht auch den Entstehungsprozess und den Weg zur Abstraktion, die sich aus der Anschauung, aua dem Gegenstand entwickelt.“ Das ist das Besondere seiner Bilder und fasziniert beim Betrachten, diese in immer wieder abgewandelter Form zu sehen, die den Blick und die Wahrnehmung ebenso wie die Fantasie anregen, weiten, sensibilisieren und vertiefen.

Zum Jahresende gab es außerdem noch etwas Erfreuliches: „Wir haben den Kaufvertrag des Einnehmerhauses an den Kunstverein gefeiert und damit die gesicherte Zukunft von Kunst und Kultur im Einnehmerhaus“, sagt Bettina Liepe stolz.
Es ist auch eine Anerkennung für viele wunderbare Ausstellungen und ein vielfältiges Kursangebot für Kunstinteressierte von jung bis alt an diesem schönen Ort vor den Toren Dresdens und ein kulturelles Aushängeschild als erstes Haus am Ortseingang in Freital. Herzlichen Glückwunsch dem Kunstverein im Einnehmerhaus und auf ein gutes, erfolgreiches neues Jahr mit vielen kunstfreudigen Besuchern und Unterstützern bei allen Vorhaben!

Die Ausstellung von Werner Löffler wird bis 4. Januar verlängert,

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Do und Sa von 10 bis 17 Uhr und Fr und So von 14 bis 17 Uhr

http://www.kunstvereinfreital.de

Neue Lyrik: Sonnenfrüchte & Verwandlung & Kugelbahn

Sonnenfrüchte

Die Sonne umarmt noch einmal
den Tag weiße Wolken segeln
im Himmelblau
verfangen in kahlen Bäumen
schimmert Licht
auf den letzten roten Geranienblüten
Knospen noch und Lavendel
träumen immer noch von wärmeren Tagen
die Äpfel rot und gelbbackig im Korb
auf dem Balkontisch glänzen in der Kälte
Winter naht heran
mit kaltem Kuss
Keiner schreibt mir Liebesbriefe
die Natur legt sich zur Ruh
bald nur noch eisige Starre
setzt mir zu

Ich flieh ins Lichtzimmer
wärm mich an Erinnerungen
fellig lebhaften auf und ab flackernden
hüllen mich wie der köstliche Duft
der goldgelben Äpfel und Quitten ein

LV
22.11.2025

Verwandlung

Noch einmal nah
beieinander
gelb rot geflammtes
Herzapfelleuchten
und Blätterflügel erhoben
noch einmal heller Schein
zerteile Euch ungern
mit jedem Stück
zerfällt etwas
vom lichten Sein
kommt zu den anderen
im Topf ein gelber weicher warm
duftender Sud
knistert und glänzt
dass nichts anbrennt
scheint auf mir Zitrusfrische
umgarnt mit Zimt
kitzelt Nase und Gaumen
und wärmt an dunklen Wintertagen

LV
26.11.2025

Kugelbahn

Meine geliebte Kugel
das Gelbe vom Ei
flog heute aus der Bahn
rollte vor meiner Zimmertür
auf und ab
riss mich aus dunklen Träumen
verschwand dann spurlos

drei Katzentiere sahen mich
unschuldig an
sie lieben das Spiel
noch übermütiger und siegessicherer
als meine anderen Fellmusen
die meist staunend davor saßen
hielten die Kobolde die Kugel in Gang
und an wie es ihnen gefiel
schwungvoll über Kopf angetrieben
kreiste sie mit wirbelnden Pfoten

herausgerissen aus ihrer Bahn
Stillstand Leere inmitten bunter Fülle
Federn Rasseln und Bälle die kleiner
oder größer nicht im Kreise
rollen wollen
Die Kugel kennt ihre Bahn
ohne sie ohne Halt
bewegt sich nichts
bin ich verloren
außer mir

LV
26.11.2025

Texte & Fotos: Lilli Vostry

Buch & Bildershow „Südwinter in Afrika“ – Eine Reisereportage von und mit Kirsten Balbig

Reiseabenteuer zwischen Wildnis und Moderne

In ihrem Buch „Südwinter in Afrika“ erzählt die Dresdner Autorin Kirsten Balbig lebendig,  episodenreich, spannend, unterhaltsam und schmunzelnd von ihren Reisen als Frau allein durch Metropolen, Townships und die bezaubernde Natur Afrikas. Heute, am 27.11., 19.30 Uhr gibt es eine Live-Bildreportage mit ihr im Programmkino Ost in Dresden.

Das druckfrische Buch „Südwinter in Afrika“ von Kirsten Balbig (achter Verlag, 2025,) ist die passende  Lektüre für kalte Wintertage. Neugier, Faszination und Entdeckungsfreude pur! Was gibt es Schöneres an frostig dunklen Abenden als in ferne südliche Traumgefilde lesend einzutauchen, entspannt zurückgelehnt mit einer heißen Tasse Tee fantastische, faszinierende, überaus erstaunliche , beeindruckende und bewegende Erlebnisse zwischen Wildnis und Moderne, Wüste und Ozean, Geschichte und Gegenwart, Kultur, Natur und Seele eines Landes lebhaft geschildert zu bekommen inklusiver farbenfroher Aufnahmen?!

Im ebenso surrealen wie beschaulichen Swakopmund, im „südlichsten Nordseebad der Welt“ und ehemaligen deutschen Kolonialstadt in Namibia fühlt die Autorin sich fast heimisch wie in Dresden-Laubegast, würde anstelle des Atlantiks die Elbe am Strand entlang brausen. Sie fühlt sich wohl, seltsam vertraut und absolut sicher. Vielleicht weil unsere Vorfahren hier so lange und intensiv zugange waren?

Überlegt sie und so offen, spontan und herzlich wie sie selbst, begegnen ihr auch die Menschen in den bereisten Ländern Afrikas. Kirsten Balbig reiste allein als Frau durch Namibia. Kapstadt, Botswana, Sambia und Simbawe und hat ihre Reiseabenteuer, Eindrucke und Erfahrungen sehr lebendig, anschaulich, episodenreich, unterhaltsam, spannend und schmunzelnd in diesem Buch aufgeschrieben. Das einen sofort packt und man so schnell nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Da landet sie unversehens mitten in einer Hochzeitsgesellschaft, wird zum Mitfeiern und Singen eingeladen. Kirsten Balbig spielt als Musikerin auch auf Bühnen. Sie sieht das Leben der Menschen in den Slums der Townships, erlebt eine Odyssee durch Sambia und ein Seher in einem simbabwischen Dorf kannte ihre Vergangenheit und schaut für sie in die Zukunft. Ein ungewöhnliches Reisebuch, das Herz, Geist und Sinne wärmt und weitet.

Text und Fotos (lv)
Mehr zum Buch demnächst auf diesem Blog.

Heute am 27. November, um 19.30 Uhr könnt Ihr im Programmkino Ost, Schandauer Str. 73, in Dresden eine Live Reisereportage in Bildern und Erzählung mit Kirsten Balbig „Als Frau allein durch Afrika“ von und mit Kirsten Balbig von ihren jüngsten Reisen nach Südafrika, Mosambik, Swasiland und Lesotho erleben.

VVK webseite online
http://www.KirstenBalbig.de
oder an der Abendkasse im Kino

Premiere „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren im Schauspielhaus Dresden


Streitlustig & kraftprotzend: Zwei Räuberbanden bekämpfen sich hart und unerbittlich seit Jahren. Erst die Kinder Ronja und Birk überwinden den tiefen Spalt der Feindseligkeiten, helfen sich aus Gefahr, freunden sich an und versöhnen die Räuberhauptmänner in der zauberhaft urwüchsigen Inszenierung „Ronja Räubertochter“ im Schauspielhaus Dresden. Fotos: Sebastian Hoppe

Mutige Absage ans finstere Räuberleben

Mit viel Witz und Fantasie helfen Kinder die Kämpfe um die Mattisburg zu beenden im Stück „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren im Schauspielhaus Dresden.

Das Mädchen hat alles, wovon Kinder träumen: eine riesige Kletterburg und eine Höhle zum Spielen und Verkriechen. Außerdem sieht sie im Wald viele wundervolle Wesen und erlebt zusammen mit ihrem Freund Birk lustige und spannende Abenteuer. Davon erzählt „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren. Eine der beliebtesten Geschichten für Generationen von Kindern kommt jetzt auf die Bühne. In einer Bearbeitung von Christian Schönfelder hatte die diesjährige Inszenierung zur Weihnachtszeit für die ganze Familie unlängst Premiere im Schauspielhaus Dresden.

Vor leuchtend orangenem Hintergrund tauchen die Räuber zunächst wie von ferne im Schattenspiel auf. Sie spielen Donner und die Arme werden Flügel wie kreisende Raben, während die Mutter Lovis (liebevoll: Friederike Ott) ein Schlaflied für die kleine Ronja (eigensinnig-aufgeweckt: Henriette Hölzel) singt. Sie wird in einer Gewitternacht geboren und die Freude in der Räuberbande ist groß. Der alte Glatzen-Per (witzig-weise: Philipp Lux) wirft sie übermütig in die Luft und fängt sie wieder auf. Doch die Freude währt nicht lange. In jener Gewitternacht teilte ein Blitzschlag die Mattisburg, ihr Zuhause, in zwei Hälften. Den anderen Teil hat Mattis` Erzfeind Borka (cool-gelassen: Viktor Tremmel) mit seiner Räuberbande ungefragt bezogen. Das behagt Ronjas Vater Mattis (stur und stolz: Oliver Simon) gar nicht. Die beiden Banden bekämpfen sich erbittert seit vielen Jahren. Dem furchterregenden Höllenschlund darf Ronja sich nicht nähern. Doch sie umgeht das Verbot und begegnet dort Birk (sanftmütig: Moritz Spender), dem Sohn der verfeindeten Räuberbande.

Das wilde, harte und gefährliche Räuberdasein und das Leben mit der Natur zwischen Werden und Vergehen, Schönheit und Gefahren, Nehmen und Geben ist urwüchsig, fantasievoll und zauberhaft in Szene gesetzt begleitet von stimmungsvollen Gitarrenklängen, voller fröhlicher, komischer und trauriger Momente, die kleine wie große Zuschauer begeistern in dieser Aufführung unter Regie von Jan Gehler. Der Wald mit Bäumen sind bemalte, wehende Vorhänge im wechselnden Licht der Tages- und Jahreszeiten. Eine grüne, drehbare Spielfläche dient als Mattisburg mit Spalt und Höhlen, in denen die zwei Räuberbanden hausen. Sie tragen mittelalterliche und erdfarbene Sachen. Es geht rau und herzlich zu.

Mattis und Borka schimpfen, fluchen und spucken aus, fordern sich gegenseitig heraus, nennen die anderen „Hosenschisser“, was oft albern wirkt und viele Lacher auslöst. Klein-Klipp, der Spaßvogel (Holger Hübner) erheitert die Räuberfamilie Ronja, sie galoppieren, necken sich, spielen und löffeln zusammen Grütze. Manchmal singen sie auch urige Räuberlieder. Mit schwarz wirbeligem Haar, Fellweste, Stiefeln und Rucksack, oft auch barfuß, zieht Ronja umher im Wald und ihr begegnen wunderliche Wesen: Graugnome mit roten Augen, lustige Rumpelwichte mit großen Ohren und gruslige Wilddruden, schwarze Raubvögel mit spitzen Schnäbeln. Sie kommen nur dann, wenn sie Angst hat. Die erste Begegnung von Ronja und Birk verläuft abweisend und ruppig als sie hört, dass er zur anderen Räuberbande gehört. Doch dann springen beide mutig über den Spalt der Mattisburg, helfen sich gegenseitig und freunden sich an über alle Hindernisse hinweg. Sie merken, wie schnell ein Streit alles zerstören kann. Ronja will erst wieder nachhause kommen, wenn ihr Vater und sie und die Räuberbanden sich vertragen. Für Ronja und Birk ist klar, sie wollen später keine Räuber werden, nicht wenn die Leute wütend werden und weinen. Tosenden Beifall gab es vom Publikum für diese wunderbare, herzerfrischende und hoffnungsvolle Geschichte.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Nächste Termine: 21., 22.11., jeweils 19 Uhr im Schauspielhaus Dresden


Wunderliche, lustige Wesen im Wald: Rumpelwichte mit großen Ohren und piepsigen Stimmen begegnen Ronja im Wald. Aber auch gruslig gefährliche Wilddruden.

BilderAlbum: Ausstellung „Apropos Libido“ von Steffen Fischer & Lesung mit Hannelore Koch in der Galerie Mitte


Bilder voll weiblicher Lust & Kraft & Leidenschaft: Steffen Fischer in seiner Ausstellung „Apropos Libido“ mit Galeristin Karin Weber und Besucherin Annette Richter in der Galerie Mitte.

Bilder voll emotionaler Sprengkraft

Verführerisch, lockend, sinnlich, anspielungsreich bis explosiv geht es um Liebe, Leidenschaft und ihre Abgründe sowie Mann-Frau-Geschlechterrollen und Machtspiele in der Ausstellung „Apropos Libido“ von Steffen Fischer in der Galerie Mitte in Dresden.

Vor einer Meerlandschaft sitzt eine Frau mit lang wallendem, blondem Haar und schwarzem Mieder, mit weit geöffneten Beinen und einem weißen Schwan vor der Körpermitte, „Leda und ihr Schwimmtier oder I like Boticelli“ heißt das Titelbild zur Ausstellung „Apropos Libido“ von Steffen Fischer in der Galerie Mitte, Striesener Straße 49 in Dresden. Verführerisch, lockend, offen, direkt und anspielungsreich, voll lustvoller Ironie geht es um Liebe, Leidenschaft und ihre Abgründe in zwischenmenschlichen Beziehungen in seiner Malerei und Zeichnungen, zumeist von 2025 und `024 und einige frühere Arbeiten.

Wie kaum ein anderer zeitgenössischer Künstler setzt Steffen Fischer sich seit vielen Jahren in farbreich, figürlich expressiver und symbolstarker Bildsprache auf den oft großformatigen Leinwänden und in farbigen Zeichnungen unverblümt, oft auch provokant mit männlich-weiblichen Rollenbildern, Klischees und Umkehrung der Geschlechterrollen – von weich, sanft, sinnlich bis durchtrieben, machtlüstern und kriegerisch – auseinander. Dabei schöpft Fischer gern aus dem großen Fundus griechischer Mythen und biblischer Geschichten wie in einer Bilderserie zu Lot und seinen Töchtern, hinterfragt und zeigt sie mit Bezug zur Gegenwart in neuem Licht. Da geht es um Hingabe – Hergabe, Macht und Unterwerfung, Begehrlichkeiten und Verletzlichkeit. Das ist in dieser Härte und Direktheit der Darstellung nicht immer leicht auszuhalten, bei Männern wie Frauen gleichermaßen beim Betrachten seiner Bilder, weiß Steffen Fischer. Sie sind lebens- und sinnesprall mit aller menschlichen Lust und Lastern, Schönheit und Verdorbenheit. Mancher könnte sich davon angegriffen fühlen. Die Bilder anstößig bis abstoßend empfinden. Er will mit ihnen vor allem Denkanstöße geben, so Fischer. Was Liebe und Triebe mit den Menschen machen.

Das spiegelt sinnenfreudig und explosiv zugleich das großformatige Bild „Die Sprengung“, Pastell auf Leinwand von 2025. Es zeigt umher fliegende Steine, Trümmerteile und ein brennendes Flugzeug am Himmel, davor zwei nackte Frauen, eine sitzt rittlings auf einem am Boden liegenden, bärtigen Mann, die andere hält ihn umarmt und eine Weintraube oder Olive in den Fingern. Sie sprengen wohl seinen Gefühlspanzer. Auf seinem verdeckten männlichen Teil sitzt eine weiße Taube mit erhobenen Schwingen. Ein vieldeutiges Bild voll emotionaler Sprengkraft.

Vor diesem Werk, inmitten der intensiv reizvoll-spannungsvollen Bilderwelt von Steffen Fischer, las die Schauspielerin Hannelore Koch Besinnliches, Heiteres und Nachdenkliches rund um die Liebe, ihre Freuden und ihre Tücken am vergangenen Sonnabend in der Galerie Mitte. Erfreut über den großen Zuspruch auf die Lesung und die Ausstellung war Galeristin Karin Weber. Da tauchte in einer frivolen Geschichte aus dem Decamerone von Giovanni Boccaccio ein junger, gutaussehender und verschwiegener Mann eines Tages in einem Nonnenkloster auf, wo er als Gärtner angestellt wurde und nebenher die jungen, neugierigen und noch liebesunerfahrenen Frauen eine nach der anderen empfängt und beglückt und bald darauf auch die Äbtissin. Er schenkte ihnen Liebeswonnen und viele kleine Mönchlein und kehrte wohlhabend nachhause zurück. Mit leisem Humor und warmer, einfühlsamer Stimme las und erzählte Hannelore Koch außerdem eine ungewöhnliche und berührende Geschichte über eine späte Liebe zwischen einer alten Dame im Krankenhaus und ihrer jüngeren Pflegerin. Susan und Miffy heißt diese Geschichte von Jane Campbell, die fast 80-jährig ihr erstes Buch „Kleine Kratzer“ heraus brachte. Miffy schraubt gerade eine Glühbirne an die Zimmerdecke, wobei Susan ihren Körper betrachtet, sich danach sehnt sie zu berühren und ihre Lebenslust neu erwacht. Susan ist eine Frau mit „dem kühlen Charme unbenutzten Porzellans“ und immer noch schönen Händen, die Miffy faszinieren. Sie ist gerade frisch verliebt und ein kleiner Funke von Leuchtfeuer und Mitgefühl steigt in ihr auf und überträgt sich auf Susan. Sie weiß nicht wie sie es ihren zwei erwachsenen Söhnen sagen soll, die sie besuchen und banale Worte wechseln mit ihrer Mutter. „die Intimität und Kummer umschiffen.“ Susan ist allein mit ihren Empfindungen. Die Momente mit Miffy, die ihre Hände mit duftender Creme einreibt und ihre Fingernägel scharlachrot lackiert und mit sanfter Stimme zu ihr spricht bis zum sachten, innigen Kuss, zaubern Susan ein seliges Lächeln ins Gesicht an ihrem letzten Lebenstag. Auch Miffy bleibt allein mit ihrem Erlebnis. Keiner versteht ihre Traurigkeit als sie fort ist und ihre tiefe Zuneigung zu der alten Dame. Eine wunderbare Geschichte über liebevolle Nähe und Geborgenheit im Alter, das ist mehr ist als Runzeln und Verfall. Mit einem kleinen Gedicht von Mascha Kaleko schloss Hannelore Koch die mit viel Beifall bedachte Lesung: „Man braucht nur eine Insel im weiten Meer und einen Menschen. Doch den braucht man sehr.“

Die Ausstellung von Steffen Fischer ist noch bis 22. November in der Galerie Mitte zu sehen. Im Kabinett werden zudem fantasievoll-skurrille, vielfarbige Zeichnungen von Juraj Cizmarovic mit dem Titel „PhantasmaOrgien“ gezeigt.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Die – Fr 15 bis 19 Uhr, Sa 10 bis 14 Uhr

http://www.galerie-mitte.de

Vorschau

Wieland Richter
„Urkraft – im Bild der Natur“
Malerei zum 70. Geburtstag des Künstlers
Ausstellungseröffnung am 27. November, um 19.30 Uhr in der Galerie Mitte


Bilder von emotionaler Wucht & besinnliche, einfühlsame Geschichten: Die Schauspielerin Hannelore Koch las in der Ausstellung von Steffen Fischer in der Galerie Mitte.

Die neuen Kunstkalender für 2026 sind da und erhältlich in der Galerie Mitte.
Fantasiereiche Mensch- und Naturwelt: Zeichnungen von Juraj Cizmarovic im Kabinett im mittleren Ausstellungsraum.

Neue Lyrik: Das unendliche Spiel & Rabengeflüster

Das unendliche Spiel

Ein neues Lebensjahr kommt
was geht was bleibt
die Acht webt sich fort
durch alle Zeit
achtsam achtet sie
auf mich
dass endlich
unendlich und rundum
glücklich
ich bin
mit mir
all meinen gefundenen
und noch zu bergenden Schätzen
umgehe
und das ewige Band
mit alles was ich liebe
bleibt

LV
10.11.2025

Neues Lebensjahr, neues Glück: Flausch Kasimir mein erster Gratulant heute.

Rabengeflüster

Am Morgen zogen
rötliche Streifen am blauen
Himmel entlang
lockten und verliefen
sich Stege im Licht
der Baum vor dem Fenster
schien warm golden
nun fahl gelb und rostrot
die Kronen auf dem Schornstein
verlieren an Glanz
die Sonne geht schon wieder
glänzt noch einmal
im Fenster gegenüber
seh stumm ihr Strahlen
in mir brennt es
mein Hals meine Stimme
kratzen knarren ächzen
wie die alten Bäume nachts
im Wind die heiser und
dunkel krächzende Raben
tragen und in die Schlaf wiegen
sie haben sich wundgerieben
die Laute winden ringen sperren sich
kein Liedersummen ohne raue Töne
die hohen klaren verziehen sich
brüchig ins Dunkle

Erschüttert von den bleiernen Gewichten
auf den Stimmbändern
weiß ich nicht wohin
mit mir
bin weder Mensch noch Tier
formt sich ein neues Gehäuse

LV
5.11.2025