
Wunderbare Farblandschaften, die an ferne Sehnsuchtsorte entführen: Galeristin Karin Weber und der Künstler Wieland Richter zur Ausstellungseröffnung in der Galerie Mitte in Dresden.


Lichtspiel und Naturteppich
In der wunderbaren Bilderwelt von Wieland Richter in seiner derzeitigen Ausstellung „Urkraft – Im Bild der Natur“ in der Galerie Mitte, Striesener Straße 49/1. Etage in Dresden, gibt es heute, am 18.12., um 19.30 Uhr eine Lesung „Balladen ohne roten Faden“ mit dem bekannten Schauspieler Ahmad Mesgarha. Passend zur Malerei von Wieland Richter sicher ebenso farbreich schillernd, leicht und tiefsinnig und poetisch.
Im Farbrausch der Natur
Farbreiche Lichtspiele, Spiegelungen und weite Horizonte fließen zusammen auf den Leinwänden. In ferne, ursprüngliche Landschaften und Sehnsuchtsorte eintauchen, innehalten vom Alltag in tubulenten Zeiten und in wunderbaren Bilderlandschaften schwelgen. Dazu lädt die Ausstellung „Urkraft – Im Bild der Natur“ mit Malerei von Wieland Richter zum 70. Geburtstag des Künstlers in der Galerie Mitte, Striesener Straße 49 in Dresden ein (noch bis 10.1.2026 zu sehen).
Die Bilder entstanden nach Reisen des Malers im Zeitraum von 2015 bis 2025 nach Australien, Neuseeland, Norwegen und Island. Archaisch, strukurreich pastos, voll elementarer Kraft erzählen sie von urwüchsigem Zauber, Rauheit, Schönheit, Vergänglichkeit und Erneuerung in der Natur und allem Lebendigen. Sie entführen den Betrachter ans Meer, an menschenleere Strände. In Westaustralien erkundete er Ozeane, Schluchten und Nationalparks. Sah riesige Bäume und Wurzeln, Erd- und Gesteinsformationen, die den Maler faszinierten. Karge und üppige Landschaften in wechselnden Lichtstimmungen von zart pastellfarben und kräftig leuchtende Farben treffen aufeinander in der Ausstellung. Anders als bisher in seinen Arbeiten zeigt Wieland Richter keine figürliche Malerei mit Natur mehr, sondern nun größtenteils abstrakte, expressive Farblandschaften. Mit manchmal schemenhaften Umrissen von Menschen, Tieren und Booten. Ein Schlüsselerlebnis in Norwegen brachte ihn dazu. „Damals war ich mit einem Faltboot in den Fjorden zur Midsommernacht paddeln. Und plötzlich kam ich mir so klein vor der Natur vor, dass ich die Figuren aus den Bildern herausnehmen und die reine Landschaft wirken lassen wollte“, sagt Wieland Richter. Seine Eindrücke fotografiert er mit der Digitalkamera, die das Skizzenbuch ersetzt. Er malt aus der Tiefe des Erlebten und aus dem Gedächtnis.
Es sind vor allem Innenlandschaften. In einem wahren Farbrausch flossen sie aus ihm heraus als er wieder vor der Staffelei stand in seinem Atelier in Putzkau bei Bischofswerda. Dort wohnt und arbeitet Wieland Richter in einem selbst ausgebauten alten Bauernhof. Die Ölfarben trägt er mit feinen und ruppigen Pinseln und spitzen Gegenständen wie Spachtel und Rakel auf die Leinwände und Papiere auf und verwischt mit einem Handschuh und Lappen die Farben. Er arbeitet auch mit Übermalungen, mit Strukturpasten und Sand, welche die plastische Wirkung erzielen. Es sind immer gebrochene Farben, flirrende Gelb- und Rottöne und verschiedene Blautöne, die mit den Eisschollen auf dem Wasser treiben. Spannend überlagern sich die Farbflächen zu einem Davor und Dahinter, mit mal schroff und feinkörnig hervorleuchtenden Schimmern. Die vielen Farbschichten lassen Anklänge an Gerhard Richter und seine „Streifen-Bilder“ erkennen. Doch die seien kühler und glatter, so Wieland Richter: „Ich bin malerischer.“
In seinen Bildern spürt man den roten Sand unter heißer Sonne, den Feuerrausch im Eis, die riesigen Vulkangebirge in Ozeanien, Urwälder, Nebelfelder und glühende Lava. Er war am Great Reef, dem größten Korallenriff der Welt in Australien. Er ist getaucht, hat geangelt und ist gekitet auf dem Wasser. „Ich liebe diese Orte, wo ich die Natur allein auf mich wirken lassen und in Frieden mit mir sein kann“, so Richter. „Wieland Richter ist ein Naturphilosoph mit romantischen Neigungen, indem er Gegenbilder zu unserer auf Effizienz bedachten Gegenwart entwirft. Das ist das Wunschbild einer harmonischen Balance zwischen Himmel und Erde, das er erschafft“, sagt Galeristin Karin Weber zu seinem Werk. Außerdem ist hier eine Kabinettausstellung unter dem Motto „lustwandeln“ mit heiter-besinnlichen Arbeiten von rund 30 Künstlerinnen und Künstlern zum Jahreswechsel zu sehen.
Text + Fotos (lv)
Geöffnet: Di bis Fr 15 – 19 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr.
Reges Interesse zur Ausstellungseröffnung.





Malerei & Poesie: Mein Gedicht „Urkraft des Meeres“ steht im opulenten Bilderkatalog von Wieland Richter, welcher anlässlich der Ausstellung erscheint und vorbestellt werden kann in der Galerie Mitte.






















































































