Zauberhaft: Die Krabat-Festspiele in Schwarzkollm ziehen wieder viele Besucher an


Neues, spannendes Spiel vor romantischer Kulisse: Der schwarze Müller versucht mit Hilfe des „Rings der Zeit“ seine Macht zurückzuerobern. Wird er es schaffen oder sind Krabat und die Dorfgemeinschaft stärker… Fotos: Kathrin Krüger

Schwarzer Müller verführt wieder in Schwarzkollm

Am 13. Juli starteten die Krabat-Festspiele in dem kleinen Dorf bei Hoyerswerda nach zweijähriger Zwangspause. Der ganze Ort spielt mit – oder sorgt sich um die Gäste.

Von Kathrin Krüger

„Im Schatten der Vergangenheit“, so heißt das diesjährige Festival an der Krabatmühle im sorbischen Schwarzkollm. Ein musikalisch-theatralisches Ereignis, das seit 13. Juli Abend für Abend 800 Zuschauer in das lauschige Mühlengelände lockt. Leider sind schon alle 16 Vorstellungen bis Ende Juli ausverkauft. Da zwei Jahre coronabedingt nicht gespielt werden konnte, haben viele Gäste ihre Eintrittskarten von 2020 immer wieder umgetauscht.

Seit zehn Jahren begeistern die Festspiele der Dresdner Agentur 0351 als Veranstalter Besucher aus dem ganzen Bundesgebiet und darüber hinaus. Beeindruckend wird stets auf`s Neue die Legende um den schwarzen Müller und den jungen Krabat an der originalen Mühle des Ortes erzählt und dargestellt: und zwar von den Dorfbewohnern selbst. Sie agieren neben Profischauspielern wie Peter Splitt (schwarzer Müller), Steffen Urban (August der Starke), Joachim Kaps (Oberst von Schadowitz) und Suzanne Kockat von der Kleinen Komödie Cottbus. Auch die beiden Ponys Max und Moritz und vier Enten dürfen neben den 71 Darstellern auftreten. Seit April wird schon dafür geprobt.

Lebensfreude und Schmerz sollen sich diesmal in „Im Schatten der Vergangenheit“ besonders ausdrücken – durch die Corona-Erfahrungen gefärbt. “Es geht ums Zurückwünschen in die Unbeschwertheit der Jugend“, erzählt Regisseur Michael Kuhn. Im letzten Festival 2019 wurde der schwarze Müller in die Schattenwelt gezogen. Jetzt kommt er zurück und will mit Hilfe des Rings der Zeit seine Macht wiedererlangen. Doch die Mühle gehört Krabat, und auch das Zauberbuch Koraktor. Krabat selbst müsste am Ring der Zeit drehen. Doch wie bringt ihn der schwarze Müller dazu? Er findet eine List, denn Krabat will Druck und Verantwortung seiner Position in der Gemeinschaft abgeben. Wird er der Verführung standhalten?

Das Festival lebt auch dieses Jahr von jungen Nachwuchstalenten wie den Zwillingen Anton und Richard oder Vivien Fischer, die durch die Aufführungen den Sprung in eine schauspielerische Ausbildung wagten. Es lebt von der romantischen Kulisse des Mühlenhofes und neuen Angeboten wie dem 20 Meter langen Backhaus, in dem jetzt Mühlenbrot gebacken und verkauft wird. Es lebt von der Darstellung sorbischer Traditionen und Trachten, die die Helfer aus dem Ort hinterm Tresen tragen.

http://www.krabat-festspiele.de

Kultur & Kulinarisches vor romantischer Kulisse bei der 12. Dresdner Schlössernacht


Bei der Schlössernacht dabei: die Dresdner Band Envivo, umrahmt von anmutigen Fabelwesen. Fotos (2): Michael Schmidt

Von Bühne zu Bühne im Schlenderschritt
Raus aus der Stille auf zur 12. Dresdner Schlössernacht!

Reichlich Kultur und Kulinarisches locken bei dem Open Air mit 250 Künstlern am 16. Juli im Gelände von Schloss Albrechtsberg.


Eine idyllische Sommernacht, Livemusik zum Rocken, Tanzen oder Träumen, in buntes Licht getauchte Schlösser und viele kulinarische Köstlichkeiten all das sind Attribute der Dresdner Schlössernacht. Zweimal musste die Schlössernacht wegen der CoronaPandemie verschoben werden, jetzt endlich geht es endlich wieder raus aus der Stille!

Am 16. Juli verwandeln sich die Parkanlagen von Schloss Albrechtsberg, Schloss Eckberg, Lingnerschloss und Saloppe zum 12. Mal in eine riesige OpenAirKulturlandschaft. Über 250 Künstler bespielen parallel 15 Bühnen und Spielstätten und bieten Musikgenuss im bunten Mix von Jazz bis Rock, von Swing bis Weltmusik. Dabei wird auch das Römische Bad in Szene gesetzt, um auf die notwendige Sanierung aufmerksam zu machen. Das beliebte Fest gemeinsam mit der hiesigen Kulturszene wieder an den Start zu bringen, das liegt den Veranstaltern besonders am Herzen. Deshalb wurden extra viele Musiker aus Dresden und der Umgebung eingeladen, sich dem Publikum zu präsentieren und es mit ihrer
verblüffenden Vielfalt und ihrer großen Spielfreude zu überraschen.
Dazu kann man auch Open Air das Tanzbein schwingen, später legen DJs im Heizhaus und
in der Saloppe auf.

Zauberhaft beleuchtete Wege schlängeln sich von Bühne zu Bühne und zu den ausgesuchten Ständen mit kulinarischen Verlockungen. Fantasievoll kostümierte
Fabelwesen mischen sich unter die Besucher. Gekrönt wird der Abend von einem musikalisch unterlegten Feuerwerk und einer eigens produzierten Fassadenprojektion auf Schloss Albrechtsberg. Wer im Vorverkauf kein Ticket mehr ergattern kann, hat vor Ort noch alle Chancen. Denn für Touristen und Kurzentschlossene hält der Veranstalter 200 Karten zurück. Sie werden am 16.7. ab 16.00 Uhr ausschließlich am Haupteingang Schloss Albrechtsberg verkauft. Da es rund um das Festgelände keine Parkplätze gibt, empfehlen die Veranstalter dringend die Nutzung von Bus und Bahn. Straßenbahn Linie 11 verkehrt in verkürzter Taktfrequenz.

12. Dresdner Schlössernacht:

Sonnabend, 16.7., Einlass: 17 Uhr, Beginn: 18 Uhr.
Areal Dresdner Elbschlösser, Bautzner Straße
Tickethotline: 0351/501 50 666
info@dresdner-schloessernacht.de

Text: Sabine Mutschke

Mehr Infos dazu und zum Shuttleservice, der zwischen ausgewählten Parkplätzen und den Schlössern pendelt, gibt es unter http://www.dresdnerschlössernacht.de


Fabelwesen barock und maritim bezaubernd.

Premiere „Vor den Vätern sterben die Söhne“ nach Thomas Brasch im Schauspielhaus Dresden


So übergroß die Träume, Sehnsüchte und Widersprüche ihrer Zeit: Eine Szene aus dem Stück „Vor den Vätern sterben die Söhne“ nach Erzählungen von Thomas Brasch. Fotos: Sebastian Hoppe

Im Spannungsfeld zwischen Widersprüchen und Wahrhaftigkeit

In einer packend intensiven Mischung aus Körper- und Sprechtheater, realen und surrealen Bildern auf der Leinwand kam die Inszenierung „Vor den Vätern sterben die Söhne“ nach Erzählungen von Thomas Brasch auf die Bühne im Schauspielhaus Dresden.

Stumm und unbeweglich stehen sie da, vor einer weiß sterilen Wand auf der Bühne.  Neugierig, gutmütig, fremd und verloren zugleich wirken sie und harren der Dinge die kommen. Ein Nashorn reckt sein Horn in die Luft, ein Elefant, Strauß, Zebra und Giraffe stehen bei ihm und schauen auf das Menschen-Theater. Die Tier-Figuren werden später noch ihren fulminanten Einsatz im Stück haben. Wofür sie genau stehen, ob sie Eigenschaften verkörpern oder als Metaphern dienen, bleibt rätselhaft, vieldeutig. So metapherreich, atmosphärisch dicht, atemlos, packend, zwiespältig ist die ganze, knapp zweistündige Aufführung ohne Pause „Vor den Vätern sterben die Söhne“ nach den Erzählungen von Thomas Brasch, die unter Regie von Sebastian Hartmann im Schauspielhaus Dresden im Juni Premiere hatte. Der gleichnamige Erzählband von ihm erschien 1977 in der Bundesrepublik, da er in der DDR nicht gedruckt werden durfte.

Ein Mann in weißem Anzug und dunklem Haar äußert sich anfangs zu einem Preis, den er für seinen ersten Film bekam und annahm nach seiner Ausreise in den Westen – 1981 der Bayerische Filmpreis, verliehen von Franz Josef Strauß –  was zu einer Auseinandersetzung zwischen seinen Freunden führte. Die Annahme oder Ablehnung sei nicht entscheidend, sondern der Umgang mit den Widersprüchen, diese auszuhalten und noch zu verschärfen, erklärt der Mann eindringlich. Die Szene steht exemplarisch für das Leben und Schaffen von Thomas Brasch, Schriftsteller, Dichter und Dramatiker, der als Kind jüdischer Eltern und Kommunisten in der Emigration in England geboren, in die DDR kam und bald gegen den Vater und den Staat rebelliert. Seine rastlose Suche nach einem eigenen Platz  für seine Ideen, sein leidenschaftliches Ringen nach Wahrhaftigkeit, Schönheit und Lebenssinn und seine innere Zerrissenheit zwischen Anspruch und Realität verkörpern in dieser Aufführung zwei Schauspieler, Brasch in jungen Jahren spielt Yassin Trabelsi und den älteren, von vielen Kämpfen zermürbten, immer noch rastlosen Schriftsteller bringt Viktor Tremmel eindrucksvoll auf die Bühne.

Schauspiel und Szenen auf der Leinwand, mit Live-Kamera aufgenommen von Julius Günzel und Eckart Reichel, wechseln sich ab. Intensives Körper- und Sprechtheater, grotesk, grell überzeichnet, beklemmend, bedrückend, bedrohlich und berührend, streckenweise sehr artifiziell und künstlich überdreht wirkt die Figurendarstellung. Diese wird begleitet von beeindruckenden, realen und surrealen Bildern in schwarz-weiß und Großaufnahme auf Leinwand, die hoch und runter fährt über der Bühne und abrupt abbricht, mit mal sphärischen, mal dumpfen, rockigen und leise melancholischen Klängen.

In einem wilden, unbändigen Bilderreigen tauchen die beiden Brasch-Darsteller und die Figuren seiner Erzählungen, seine Freunde, Frauen und Musen auf, die  mal im Bett lethargisch und lustvoll liegen, gemeinsam an einem Tisch sitzen. essen, trinken, feiern, streiten, lachen, schreien, ihrer Wut, Angst, Träumen und Sehnsüchten freien Lauf lassen. Unaufhörlich rinnt Regen auf die Runde, sind sie schutzlos ausgeliefert, buchstäblich nackt und nass bis auf die Haut, sich nach Erfrischung und Erlösung sehnend, wirbeln die beiden Brasch-Darsteller ständig über die Bühne. Sie reiben sich an den Widersprüchen der gesellschaftlichen Verhältnisse, fühlen sich eingeengt und abgeschnürt die Luft zum Atmen, wollen frei sein, etwas Eigenes bauen statt in die ausgetretenen Fußstapfen der Väter zu treten. Immer wieder prallen Braschs Ansichten und eigene Lebensvorstellungen mit dem Denken, der Ideologie und der Übermacht des Vaters (stur, unnachgiebig: Torsten Ranft) hart aufeinander.

Braschs Texte sind im Spiel seiner Figuren verwoben in mal poetischen, mal sachlich lakonischen, wort- und sinnspielenden Versen, Schilderungen und Szenen der Absurditäten des Alltags, der Suche nach Auswegen, Einsamkeit, Verzweiflung in kraftvoll bildreicher Sprache. Wunderbar seine Verse zum Woanders sein: „aber wo ist woanders/ anders… /wo ist man wo… im Wasser, am Meer, die Füße im Sand…/aber wo ist man anders.“, fragt ihn eine Frau mit rosa Haar, seine Liebste (Kriemhild Hamann) und schüttelt ihn ungeduldig an der Schulter.

Der Konflikt mit dem Vater ist allgegenwärtig und spiegelt sich auch in Braschs Erzählungen. Da sieht er sich selbst als Seefahrer, der unentwegt auf dem Meer unterwegs ist und keinen Hafen findet und sein Vater hockt hm auf den Schultern, der ihm fast die Luft abdrückt, ihn abhalten will hinauszufahren und verbittert in die offene Grube springt. In einer anderen Erzählung ist der Vater als alter, verwirrter und einsamer Mann zu sehen, der fremde Menschen von der Straße zu sich in die Wohnung nimmt und ihnen Heldengeschichten erzählt, dabei hat er Oranienburg nie verlassen.

Braschs Freunde und Figuren rufen ihm immer wieder zu: „Hau ab!“. Doch auch im Westen bleibt ihm vieles fremd, gerät er in Widerspruch zum System des Kapitalismus. Seine Freundin verliert in der unruhevollen Zeit ihr Kind, In Schmerz und Zorn halten sich beide in den Armen. Immer öfter greift er zur Flasche, kommt es zu exzessiven Ausbrüchen, hemmungsloses Lachen und Weinen, Schreie und Schluchzen mischen sich und nach Atem ringen. Eine Pfütze erscheint auf einmal groß und weit wie das Meer, Gischt schäumt und Möwenschreie liegen in der Luft in diesem Sehnsuchtsbild.

Phantastisch und nahegehend, wie die Tiere von der Bühne gegen Ende lebendig auf der Leinwand erscheinen in einer Animation mit gezeichneten, surrealen Filmbildern von Tilo Baumgärtel.  Wie der Elefant und das Nashorn zwischen grau trostlosen Hochhäusern mit weißen, gesichtslosen Fenstern umherirren. Der Strauß sein schillerndes Gefieder spreizt und durch endlose Gänge rennt und schwebt. Das Zebra mit seinen schwarz-weißen Streifen im Wohnzimmer steht und vergebens schafft sich anzupassen. Und die Giraffe auf dem Hochhausdach die Weite genießt und in den Abgrund schaut. Ein Raum zeigt einen leeren Schaukelstuhl vor laufendem Fernseher, in dem die Zeit vergeht, Blitze einschlagen und die Giraffe zum Skelett erstarrt da steht.

Das Telefon auf der Bühne klingelt ununterbrochen. Keiner geht ran. Zu einem Eisklumpen gefroren der Apparat, trägt ihn Schauspielerin Louise Aschenbrenner, die abwechselnd verführerisch und sirenenhaft Braschs Muse spielt, fröstelnd zu den anderen. Sie sitzen nebeneinander, wie auf ein Wunder wartend, springen auf und marschieren in einer Reihe raus zu beschwingt romantischen Klängen aus der Oper „Peter und der Wolf“  und düsteren, albtraumartigen Szenen mit einer maskierten Gestalt taumelnd und am Boden zuckend, hinter der sich ebenfalls Brasch verbirgt, im Wechsel. Zuletzt sieht der Seefahrer auf die Stadt und das Meer und wartet vergebens auf das Klopfen in den Schläfen. Nur Stille. Ohne Widerpart, Streit und Diskurs egal wie konträr die Meinungen auch sind, herrscht Stillstand. lässt sich nichts bewegen und verändern in einer Welt voller Widersprüche. Das ist die zeitlos bleibende Botschaft von Thomas Brasch. Viel Beifall gab es für die Aufführung vom Publikum.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Buch-Tipp zum Weiterlesen:

„Ab jetzt ist Ruhe – Roman meiner fabelhaften Familie“ von Marion Brasch (Fischer Taschenbuch). Darin erzählt die Schwester von Thomas Brasch die Geschichte ihrer außergewöhnlichen Familie.

SommerLesung: poesie.premiere3 im Garten der Buchhandlung LeseZeichen

Herzliche Einladung zur Sommerlesung im Garten!
(auch bei Regen – Überdachung ist vorhanden)
Am Freitag, 8. Juli 2022, 19.30 Uhr

poesie.premiere³: Beck | Sielaff | Wilden

Neue Gedichte mit Patrick Wilden, Volker Sielaff, Patrick Beck und Fouad EL-Auwad

Drei Dresdner Schriftsteller haben je einen neuen Gedichtband veröffentlicht – ganz zufällig erscheinen alle drei Bücher im Frühjahr /Sommer 2022:

Patrick Wilden: Schreibers Ort
Volker Sielaff: Poesiealbum 366
Patrick Beck (gemeinsam mit Fouad EL-Auwad): Die unsichtbaren Dinge werden von der Zeit trainiert (arabisch/deutsch)

Musik: Cornelia Vranceanu (Klavier) und Oliver Clauß (Saxophon)

Im LeseGarten der Buchhandlung LeseZeichen, Prießnitzstraße 56.

Eintritt frei

Der blasse Tagesmond
bestaunt die Pflaumenblüten
von allen Seiten!

(Patrick Beck)

Der letzte Zug zur Grenze ist durchgerauscht

der Ostwind dreht
das Federvieh träumt
auf den Bäumen des Friedhofs
es ist zu dunkel
um hinter dem Fluß die Musik noch zu sehen

(Patrick Wilden)

Nature Writing

und danach, and after, eine Zeile bei Gary Snyder.
Danach heißt: nach dem Knall, dem Anthropozän.
Auf atme dann die Welt, ohne uns. (Hypothese.)
Wir machen Pause, werden weicher: keimen und grünen.

(Volker Sielaff)

https://literaturnetz-dresden.de/veranstaltungen/poesie-premiere³-beck-sielaff-wilden/

Ihr
Jörg Scholz-Nollau

-- 
Mo-Fr. 10-13 und 15-19 Uhr, Sa. 10-14 Uhr

Buchhandlung LeseZeichen
Priessnitzstrasse 56
01099 Dresden

Inh.: Jörg Scholz-Nollau

Tel. 0351-8033914
Fax 0351-8033915
www.buchlesen.de
info@buchlesen.de

„Sommersalon 22“: Gruppenausstellung in der Galerie Kunst & Eros


Fest der Farben und Sinnlichkeit: Sala Lieber »Assemblé« Öl auf Leinwand, 2022, Ausschnitt Foto: Galerie Kunst & Eros

»Sommersalon 22« Gruppenausstellung

Malerei · Zeichnung · Grafik · Plastik

  1. Juli bis 3. September 2022

Vernissage am Freitag, 15. Juli 2022 · Beginn 19 Uhr
Begrüßung: Janett Noack

Musik: »Rio Mar Tango Trio«

Morina Krause Querflöte, Valentina Solis Kontrabass & Leandro Rasz Gitarre

Herzliche Einladung an alle Kunstfreunde zur Eröffnung der Ausstellung »Sommersalon 22«

am Freitag, den 15. Juli 2022, um 19 Uhr in die Galerie kunst & eros. 

In dieser traditionellen Gruppenausstellung werden Malerei, Grafik und Plastik
zeitgenössischer Künstler vorgestellt:

Sala Lieber | Viktoria Graf | Michael Hofmann | Maximilian Hagstotz | Peter Zaumseil & weitere Künstler

Anlässlich der neuen Ausstellung »Sommersalon 22« in der Galerie kunst & eros wird es zur Eröffnung ein Konzert

mit dem »Rio Mar Tango Trio« geben:

Das Trio spielt Tango, Vals und Milonga in einer Besetzung die mit Querflöte. Gitarre und Kontrabass einen Klang entwickelt, der auf die Ursprünge des Tangos zurückgeht. Das Repertoire umfasst verschiedene Nuancen des Genres und stellt seine Vielfalt in den Vordergrund. Mal sehnsuchtsvolle, mal spielerische Melodien und Rhythmen verflechten sich mit den tanzenden Körpern im Halbdunkel einer Synkope. Tangos, Valses und Milongas schaffen den Fluss, der in einer Umarmung mündet, jenem Ort, an dem der Tango immer wieder lebendig wird.

Der Eintritt ist frei!

Wir freuen uns auf dieses Wiedersehen, Ihre Neugier und auf die anschließende Geselligkeit in der Galerie.

Herzliche Grüße in Vorfreude

Ihre Janett Noack & Team

Galerie kunst & eros, Hauptstraße 15, 01097 Dresden – Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr

kunstunderos.de, info@kunstunderos.de – 0351 8024785

Premiere „Watership Down – Unten am Fluss“ nach dem Roman von Richard Adams im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden


Vertraute Scheinidylle: Vom Umgang mit Unsicherheit und Angst vor Veränderungen erzählt aus der Kaninchen-Perspektive witzig ironisch, bedrohlich und berührend die Inszenierung „Watership Down – Unten am Fluss“ im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden. Fotos: Sebastian Hoppe

Absurd-komisches Spiel mit der Gefahr

Das Stück „Watership Down – Unten am Fluss“ nach dem Roman von Richard Adams erzählt witzig anrührend und grotesk zugespitzt vom Zusammenleben in der Mensch- und Tierwelt, über das Verhältnis von Individuum und Masse ebenso wie die Angst vor Veränderung. Einfach großartig und für mich eine der besten Inszenierungen dieser Spielzeit!

Das Gehege ist ihr Zuhause. Den bequemen Bau verlassen, weil etwas Schlimmes passieren könnte? Was, wenn draußen eine noch viel größere Gefahr lauert?! Die Welt der Kaninchen gerät aus den Fugen im Stück „Watership Down – Unten am Fluss“ nach dem Bestsellerroman von Richard Adams (1920 – 2016), der die Geschichten zunächst seinen beiden Töchtern erzählte und sich zeitlebens für Umweltschutz und Tierwohl einsetzte. Die deutschsprachige Uraufführung war im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Im gediegen holzgetäfelten Kaninchenbau mit grünen Vorhängen und idyllischen Bildern an den Wänden sitzen die Bewohner adrett in weißen Hemden, Schlips und schwarzen Hosen beisammen, knabbern Salatblätter und dürre Mohrrüben. Nur Fiver, das noch ganz seinen natürlichen Instinkten vertrauende, naiv-aufgeweckte Kind (großartig in ihrer ersten Rolle am Staatsschauspiel Dresden: Katja Gaudard) fühlt die drohende Gefahr. Die anderen meinen, es sei nur das Licht des Sonnenuntergangs, doch Fiver sieht das Feld bedeckt voll Blut! Die Bühne ist in rotes Licht getaucht und flimmert grell von surrenden, unheilvollen Tönen begleitet. Sein Bruder Hazel (besorgt und ironisch-unruhevoll die anderen mitreißend: Matthias Reichwald) warnt das Oberkaninchen ebenfalls. Als lässiger Anführer, mit Möhre wie eine Zigarette im Mundwinkel, agiert spöttisch und Aufruhr im Gehege witternd Thomas Eisen.
Auf die Bühne kam eine wunderbare, metapherreiche Parabel über das Zusammenleben in der Menschen- und Tierwelt, über das Verhältnis von Individuum und Masse, ihre Bedürfnisse und Interessenkonflikte ebenso wie die Angst vor Veränderung. Was hemmt und beschleunigt Auf- und Umbrüche, führt zu Zerfall oder Zusammenhalt, all das beleuchtet und hinterfragt die zweistündige Inszenierung ohne Pause überaus witzig, klug und spannend unter Regie von Tom Kühnel.

Anrührend komisch, traurig, dramatisch bis unheimlich grotesk steigert sich das aus der Kaninchen-Perspektive erzählte Geschehen im Laufe des Abends. Wundervolle Naturschilderungen und düstere Szenen, leise, lustige und grelle Klänge und Naturgeräusche, Schauspiel und Videobilder auf die Bühnenwand projiziert, wechseln sich ab. Die sieben Schauspielerinnen und Schauspieler nehmen das Publikum mit auf die beschwerliche Reise und Suche der Kaninchen nach einer neuen Heimat bis zu jenem hoch gelegenen, sicheren Ort auf den Hügeln, von dem man aus alles sehen kann und wo kein Mensch hinkommt! Überall lauern Gefahren: Da gibt es in einem anderen Gehege Futter in Hülle und Fülle in einem Einkaufswagen und feiern sie berauscht davon. Plötzlich legt sich am Futterplatz eine Schlinge um den Hals des großmäulig-selbstsicheren Kaninchens Bigwig (Moritz Kienemann). Als die anderen ihn befreien wollen, hält der Gehege-Anführer sie zurück mit der Parole: „Ein Tag weniger für einen, bedeutet ein Tag mehr für alle!“ Doch wer will schon freiwillig ins Gras beißen. Erschütternd die Schilderung eines alten Kaninchens, Holly, der als einziger der grausamen Ausrottung seines Geheges durch Menschen entkam, dort steht jetzt eine Luxuswohnanlage.

Schön ironisch die Szene mit zwei ängstlichen Kaninchen aus Käfighaltung, wie sie zögernd und sächselnd den ersten Schritt in die Freiheit gehen. Bezaubernd die Zeremonie,  bei der die Kaninchen lange weiße Gewänder tragen und eine Gestalt eine Blumenkrone und die Schöpfungsgeschichte erzählen, als alle Wesen gleich und Freunde waren, bis ein Fürst sein Volk als das stärkste der Welt hervorhob und Streit und Furcht vor der Überlegenheit der anderen zwischen den Tieren ausbrachen und sie sich seither gegenseitig bekämpfen und töten. Zuletzt erscheinen die Kaninchen maskiert wie Dämonen mit rollenden Augen und scharfen Hauern, die Angst und Schrecken verbreiten und listreich Weibchen zur Arterhaltung holen in ihr Gehege, wo sie satt und zufrieden wieder umher hoppeln, mit gebeugten Pfoten in trauter Scheinidylle. Viel Beifall vom Publikum.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

BilderAlbum: Gedicht-Lesung mit Musik „Vom Zauber endloser Anfänge“ vor zauberhafter Kulisse am Melli Beese-Haus in Laubegast


Ein schöner Ort für Kunst & Poesie: Der Künstler Eckhard Kempin vor seinem Atelier im Melli Beese-Haus und die freie Autorin & meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry.



Immer wieder überraschend: Musiker Gabriel Jagieniak spielte neben dem Libertango von Astor Piazolla am Anfang der Gedicht-Lesung etliche andere Stücke und eigene Lieder, inspiriert von der wundervollen Umgebung des Gartens. Fotos (8): JN

Musik und Poesie vor zauberhafter Kulisse

Am Eingangstor ein großer Strauß Sommerblumen. Die Hausherrin hatte an alles gedacht. Auf der Veranda standen erfrischende Getränke und selbstgebackener Rhabarber-Erdbeer-Kuchen von mir, von dem fast nichts übrigblieb… Genuss für Gaumen, Auge und Ohr gab es reichlich für die BesucherInnen, die zur Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ mit frühen und neuen Texten von mir, begleitet von Gabriel Jagieniak mit Akkordeon und Stimme, am Donnerstagabend ins Melli Beese-Haus in Dresden-Laubegast kamen. Schade für diejenigen, die es nicht dorthin schafften!

Es war eine wunderschöne Gedicht-Lesung. meine erste im Freien, mitten im Grünen, zusammen mit dem Musiker Gabriel Jagieniak und seinem mitlauschenden Hund Gulliver, in lockerer Runde, mit aufmerksamen ZuhörerInnen, angeregten Gesprächen zwischendurch und lebendig, intuitiv, beschwingt und mitreißend musikalisch umrahmt teils mit Beteiligung des Publikums. Die eine indianische Melodie über das Licht inmitten hoher Berge summe ich immer noch, he jei jo…

So kann es gerne weitergehen. Herzlichen Dank der Gastgeberin vom Melli Beese-Haus, Silvia Tröster und ihrem Mann und dem Künstler Eckhard Kempin, der uns zur Lesung einlud.

Text + Fotos  (11) (lv)

Fotos (2): Teodosius


Musizierfreudig: Mancher Zuhörer griff selbst zur Gitarre zwischendurch und es wurde auch zusammen mit Gabriel Jagieniak musiziert und gesungen. Von osteuropäischen Weisen bis zum Gundermann-Lied „Immer wieder wächst das Gras“.


Charmant: der Künstler Eckhard Kempin freut sich über den Besuch von Janett Noack, Galeristin von Kunst & Eros in Dresden. Bezaubernd: Kleine Fee im Garten.


Janett Noack mit Tochter Klara.


Viel zu entdecken im Garten. Besonders viel Freude bereitete das Himbeeren pflücken. Von den Sträuchern naschte einst schon Melli Beese, die erste deutsche Motorfliegerin, als Kind.

Beflügelnder Ort: Das Melli Beese-Haus in Laubegast strahlt in frischem Glanz mitten in einem wundervollen, urwüchsigen Garten


Kunstreicher Ort mit malerischem Ausblick ins Grüne: Silvia Tröster, die neue Besitzerin, rettete und sanierte das Melli Beese-Haus in Dresden-Laubegast. Hier im Gespräch mit dem Künstler Eckhard Kempin, der im Haus einen neuen Ort zum  Wohnen und Malen gefunden hat. Für beide ein Glücksfall.

Glücklich im Garten mit Fingerhut und Königskerzen

Die Schweizerin Silvia Tröster rettete das Melli-Beese-Haus und seinen urwüchsigen Garten mit alten Obstbäumen und seltenen Pflanzen in Dresden-Laubegast.

Die rostige Wasserpumpe steht immer noch im Garten vor dem Melli-Beese-Haus in Laubegast. Sie gehört dorthin wie all die hohen, alten Bäume, die die Zeiten  überdauert und ihre Spuren hinterlassen haben. Hinter dem schmiedeeisernen Metalltor empfängt den Besucher eine blühende Oase. Ein Spalier mit roten Rosen und lila Rhododendronbüschen und vielen weiteren, seltenen Gewächsen. Ein helles Sonnensegel spannt sich schattenspendend über der Wiese. Ein Tisch und Stühle stehen dort. Ein paar Spritzer vom Rasensprüher dringen erfrischend herüber.

Es hat sich viel getan am Haus und im Garten, seit Silvia Tröster das Geburtshaus von Melli Beese auf der Österreicher Straße 84 im Jahr 2016 zusammen mit ihrem Lebensgefährten und zwei Freunden erworben und mit privaten Mitteln saniert hat. Erbaut wurde dieses Ende des 19. Jahrhunderts. Hier hat Hedwig Amelie Beese, 1886 geboren und später die erste deutsche Motorfliegerin, ihre Kindheit verbracht. In dem weiträumigen, urwüchsigen Garten naschte sie als Kind bestimmt schon von den vielen Himbeeren, pflückte Äpfel von den Bäumen, lag im Gras und schaute träumend in den Himmel. 1911 erhielt Melli Beese als erste Frau in Deutschland den Pilotenschein. „1898 sind Beeses dann nach Striesen gezogen. Im Garten wollte der Vater seine Fabrik, einen Steinmetzbetrieb und Tiegelgießerei, im Bereich des Gartens erweitern, aber die Stadt lehnte ab. Zum Glück“, weiß Silvia Tröster.

1998 sollten 23 Reihenhäuser auf dem Grundstück gebaut werden. Doch auch dies scheiterte. Viele Jahre gehörte das Grundstück einer Erbengemeinschaft, die sich nicht einigen konnte, was mit dem Haus passieren soll. Zehn Jahre stand das Gebäude leer und verfiel immer mehr, bevor Silvia Tröster es 2011 entdeckte. Sie ist gebürtige Schweizerin, studierte in Basel Geschichte und Sprachen und zog 1993 nach Dresden. Sie mag diese Stadt und ihre Historie, doch vor allem die besondere menschliche Lebensqualität, sagt sie. Erstmals besuchte sie die Elbestadt und Herrnhut in der Lausitz als junges Mädchen mit 16 Jahren in den 1970er Jahren und erinnert sich gern an diese Zeit. Seit 1995 wohnt sie in Laubegast. „Wir haben etwas Altes zum Sanieren mit Gestaltungsmöglichkeiten gesucht, am liebsten in Laubegast. Im Denkmalsschutzamt wurde uns dieses Haus genannt. Als ich es das erste Mal sah, ging mir schon das Herz auf“, erzählt Silvia Tröster, die mit ihrem eigenen Touristikbüro Stadt- und Kunstführungen in Dresden anbietet.

Um das denkmalgeschütze alte Gebäude originalgetreu zu sanieren und den wundervollen Garten zu erhalten, hat sie ihre Eigentumswohnung verkauft und ihr Lebenspartner sein Haus. Die alten Holzrahmenfenster, Holztüren und Klinken wurden aufgearbeitet, eine völlig zugekleisterte Stuckdecke samt Deckenmalerei in einem Raum von Silvia Tröster allein wieder freigelegt und restauriert, die blau weißen Villeroy & Bochkacheln erhalten und veraltete Wasser- und Gasanschlüsse im Haus erneuert. Das – welch ein Zufall – im Schweizer Stil erbaute, nun wieder frisch weiß strahlende Gebäude mit filigranen Holzverzierungen und hellgrünen Fensterläden steht umgeben von einer Teneriffa-Kiefer, Mittelmeer-Zypressen und einem Gingkobaum. „Der Alteigentümer und Vater der Erben hatte ein gutes Händchen für den Garten. Er ließ sich Setzlinge von Reisenden mitbringen. Ihn habe ich leider nicht mehr kennengelernt“, bedauert Silvia Tröster. Diese Mischung aus kultivierten Gewächsen und Wildblumen hegt, pflegt und vermehrt sie nun mit Hingabe weiter. Alte Apfel-, Kirsch-, Pflaumen- und Nussbäume stehen im Garten. Alte Obstsorten wie „Berner Rose“, „Kaiserapfel“ und „Danziger Kantapfel“ mit feinem Aroma lassen ihre Augen leuchten. „Wir lassen den Garten naturnah und pflanzen nur insekten- und vogelfreundliche Sorten“, sagt Silvia Tröster. Gemäht wird das Gras erst wenn es hoch steht, zwei Mal im Jahr, Anfang Juni und im Oktober mit Sense und Balkenmäher. Ein alter Brunnen noch vom Hausgründer wird mit Elektropumpe genutzt. Äste mit Windbruch bleiben liegen in einer „Feenecke“ als Unterschlupf für Igel im Winter.

„Wir sehen den Klimawandel und möchten unseren Garten nachhaltig gestalten und erhalten als eine grüne Oase in der Großstadt“, sagt Silvia Tröster. Durch die hohen Bäume bleibt Feuchtigkeit im Boden, während vier junge Lärchen schon verdurstet sind. „Dafür sprossen plötzlich Königskerzen, Fingerhut und Lichtnelken reichlich, die sich selbst ernähren und man nicht zu gießen braucht. Die ersten Himbeeren sind schon  reif, die wunderbar schmecken“, freut sich Silvia Tröster. „Wir wollen dieses besondere Haus und den Garten auch für Besucher öffnen zu kulturellen Anlässen.“ Im Anbau des Melli-Beese-Hauses mit Holzveranda und malerischem Ausblick in den Garten wohnt der Künstler Eckhard Kempin, der sein Atelier im Erdgeschoss hat und 80-jährig immer noch vital und produktiv ist, malt und Ausstellungen und Lesungen im Haus organisiert. Am Gartentor hängt ein Aushang mit den Veranstaltungen.

Am 23. Juni, 19.30 Uhr gibt es eine Gedicht-Lesung: „Vom Zauber endloser Anfänge“ mit Lilli Vostry, freie Autorin und dem Musiker Gabriel Jagieniak mit Akkordeon und Stimme im Melli Beese-Haus, Österreicher Straße 84 (gegenüber der Schiffswerft) in Dresden-Laubegast.

Text + Fotos (lv)


Ein schöner Ort zum Malen, Wohnen und Kultur genießen: der Eingang zum Atelier von Eckhard Kempin, der hier auch zu Ausstellungen und Lesungen einlädt.

Wort & KlangZauber: Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ mit Lilli Vostry & Musiker Gabriel Jagieniak im Melli Beese-Haus in Laubegast

Hervorgehoben


Herzlich willkommen zu meiner nächsten Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ im Melli Beese-Haus, im Atelier von Eckhard Kempin, Österreicher Straße 84 in Dresden-Laubegast. Ein wunderschöner Leseort mit zauberhaftem Garten.

Natur, Kunst, Musik & Poesie in zauberhafter Umgebung

Zu erleben bei der Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ mit Lilli Vostry, freie Autorin und Musiker Gabriel Jagieniak mit Akkordeon und Stimme am 23. Juni, 19.30 Uhr im Melli Beese-Haus, im Atelier von Eckhard Kempin, Österreicher Straße 84 (gegenüber der Schiffswerft) in Dresden-Laubegast.

Der Zauber endloser Anfänge geht weiter. Diesmal sind wir mit unserer Gedicht-Lesung mit Musik in einem Haus mit besonders bewegender Geschichte zu Gast. Im Melli Beese-Haus, dem Geburtshaus der ersten deutschen Motorfliegerin, in Dresden-Laubegast. Eine Gedenktafel mit ihrem Bildnis an der Gartenmauer am Eingang erinnert an die berühmte Bewohnerin. Umgeben ist das Haus von einem wundervollen, urwüchsigen Garten mit hohen alten Bäumen, blühenden Sträuchern, Blumen und seltenen Pflanzen. Ein beflügelnder Ort wie geschaffen für Kunst, Musik und Poesie, begleitet von Vogelgezwitscher. Das von seinen neuen Besitzern liebevoll, detailgetreu sanierte, denkmalgeschützte Haus lädt ein zum Träumen, Innehalten und Verweilen. Die Besitzer öffnen die Türen gern für Besucher zu kulturellen Anlässen wie Ausstellungen, Lesungen und Musikabenden. Diese finden statt im Atelier- und Ausstellungsraum des Künstlers Eckhard Kempin, der hier seit der Sanierung des Gebäudes wohnt. Durch ihn wurde ich auf diesen besonderen Ort und seinen zauberhaften, naturnah belassenen Garten aufmerksam.

Um so größer die Freude, nun hier meine Gedichte, begleitet von Musiker Gabriel Jagieniak mit Akkordeon und Stimme, wieder lesen zu können. Zu hören sind ältere und neue Texte, darunter aus den bereits vier veröffentlichten GedichtBilderKalendern, die zwischen 2010 und 2022 entstanden.

Meine Wortgebilde sehe ich wie Wolken, die beständig ihre Form ändern,
in offener Weite die Fantasie anregen und in denen man immer etwas Neues entdecken kann. Die mal unbeschwert, mal bewölkt, von den Wandlungen im Leben, von Licht und Schatten, dem Zauber des Augenblicks und Neuanfangs erzählen.

Gabriel Jagieniak (soundcloud.com/gabriel-jagieniak) bewegt mit seinem virtuosen Akkordeonspiel, mit und ohne Gesang und eigenen Kompositionen, auf humorvolle Weise frei vorgetragen, immer wieder das Publikum.

Kommt, schaut, lauscht und genießt.

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

Herzliche Grüße
Lilli Vostry und Gabriel Jagieniak

Hier vorab eines meiner neuen Gedichte zur Einstimmung auf die Lesung im Melli-Beese-Haus:

Nahe bei Dir

Ich saß in einem Garten
ganz in deiner Nähe
und dachte wie es wäre
wenn wir uns noch einmal
alles erzählen
wie es begann
dein und mein Leben
wir uns aus den Augen verloren
doch nicht aus dem Sinn

ein Wasserstrahl flüstert
in einem Brunnen
sitzt du manchmal
auf einer der Bänke
beschirmt von hohen Bäumen
verblüht schon die  Rhododendron
die Blumen aus Kindertagen

locken vor mir weiße Blütensterne
der Duft von Holunder in der Luft
greife nach den hoch hängenden
Blütendolden
und vergesse einen Moment
die unsichtbare Grenze
zwischen uns

LV
2.6.2022

Text + Fotos (lv)