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Common Ground. Literatur aus Osteuropa in Leipzig
15 Dienstag Mär 2022
Posted in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Musik, Zwischenmenschliches
15 Dienstag Mär 2022
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15 Dienstag Mär 2022
Posted in Aktuelles, Film, Kultur, Lebensart, Zwischenmenschliches

Mauerbild
Der Dokumentarfilm „NO Command“ des ungarischen Regisseurs Péter Szalay handelt von den beiden wichtigsten Grenzöffnungen im Jahr 1989 sowie den Parallelen zwischen der deutschen und ungarischen Wende.
Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Versöhnung und Neuanfang“ sprechen der Regisseur Péter Szalay und Lásló Nagy, Kuratoriumsmitglied und Sekretär der Stiftung Paneuropäisches Picknick ’89, über den gezeigten Film. Wie werden Grenzen überwunden? Genügt die Öffnung des Zauns, um mit den Zuständen der Teilung abzuschließen? Was bedarf es, dass etwas Getrenntes wieder zusammenfindet?
Zur Veranstaltungsreihe „Versöhnung und Neuanfang“:
Der Mauerbau und die damit einhergehende deutsche Teilung zwischen 1949 und 1989 haben bis heute Spuren im Verhältnis zwischen Ost und West hinterlassen. Die Grenzöffnung 1989 brachte Euphorie auf der einen Seite und Misstrauen auf der anderen Seite mit sich. Für den Erfolg der Wiedervereinigung ist die Versöhnung mit der Vergangenheit unerlässlich.
In drei Veranstaltungen soll das Motiv der Versöhnung aus verschiedenen Perspektiven diskutiert werden. Was hat die Öffnung des Zauns bewirkt? Wie nehmen sich getrennte Bereiche wahr? Wie können diametral wahrgenommene Wirklichkeiten zueinander finden? Über diese Fragestellungen soll eine Brücke zu aktuellen Ereignissen geschlagen werden. Die Pandemie zeigt eine immer deutlicher werdende emotionale Spaltung in der Gesellschaft. Fragen der Verständigung und der Kommunikation kontroverser Themen werden wieder relevant und stellen Politikerinnen und Politiker vor große Aufgaben.
Weitere Veranstaltungen der Reihe „Versöhnung und Neuanfang“
22.3., 18.30 Uhr, Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden
Was müssen wir erinnern? „Dresden – Roman einer Familie“
Lesung und Gespräch mit dem Autor Michael Göring
29.3., 18.30 Uhr, Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden
Wie können wir die Zukunft gestalten? Versöhnung mit dem Anderen
Gespräch mit Rainer Eppelmann, Staatsminister a. D., und Wolfgang Berghofer, Oberbürgermeister a. D.
Eine Veranstaltung des Politischen Bildungsforums Sachsen der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in Kooperation mit der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden
Die Veranstaltungen finden unter den aktuelle geltenden Hygienevorschriften im Rahmen der Sächsischen Corona-Schutzverordnung statt.
Bildquelle: pixabayingeborgkraka
Text: Dr. Christine Bücher, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden
Bautzner Straße 112a
01099 Dresden
Telefon: +49 351 899 60 442
Fax: +49 351 646 54 43
Home: www.stasihaft-dresden.de
15 Dienstag Mär 2022
Wer hätte noch vor drei Jahren gedacht, dass heutzutage das Recht, einen Schuh zu kaufen, von einem bestimmten medizinischen Status abhängt? Was geschieht hier? Ist das noch Leben, wenn Menschen aus dem öffentlichen Leben verbannt werden? Gehört unser Körper, unsere Gesundheit uns selbst – oder dem Staat? Was heißt Leben? Ist die Pandemie nur ein Ergebnis der medizinischen Statistik? Sind Grundrechte als natürliche Rechte des Menschen ewige Werte – oder sind sie nur etwas, dass vom Staat beliebig per Diskussion entzogen und gewährt werden kann? Warum gilt eine Genesung so wenig? Was geschieht mit einem Staat, der per Notverordnungen regiert? Und grundsätzlicher: Wie kommt es dazu, dass das wissenschaftliche Denken anscheinend nur noch rein statistisches Denken ist? Was gilt die Philosophie noch? Gibt es einen medizinisch-industriellen Komplex, der für das Individuum bestimmen will, was gesund ist? Und vor allem: Was tun? Diese und andere Fragen sollen an diesem Abend ergründet werden. Außerdem werden wir über aktuelle Erscheinungen aus dem Programm des Passagen Verlags sprechen.
Der Philosoph und Verleger Peter Engelmann ist seit langem einer der wichtigsten Vermittler der französischen Philosophie im deutschsprachigen Raum. Geboren 1947 und aufgewachsen in Berlin (Ost), studierte er dort bis zu einer Gefängnisstrafe Philosophie. Nach seinem Freikauf durch die Bundesrepublik 1973 setzte er in Paris und Bremen seine Studien fort und promovierte schließlich über Hegel. 1985 gründete er in Wien den Passagen Verlag, dessen Schwerpunkt die französische Philosophie ist. Bis heute verlegt er unter anderem Schriften von Jacques Derrida, Jean-Luc Nancy, Jacques Rancière und Alain Badiou. 2013 veröffentlichte Peter Engelmann sein Buch „Dekonstruktion – Jacques Derridas semiotische Wende der Philosophie“ – wie kann das Individuelle seine Eigenständigkeit gegenüber einem Allgemeinen bewahren?
Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes. Gefördert von der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur- und Denkmalschutz.der Landeshauptstadt Dresden.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.
Text: Patrick Beck
Posted in Aktuelles, Lebensart, Poesie, Zwischenmenschliches

Gedicht für Mutter Erde
Ich bin eine Frau
trag ein Kleid
blau wie der Himmel
das meine Mutter
mir einst schenkte
ich bin ein Kind der Erde
(umbuchen! verlangt die Tastatur)
auf der ich wandle
wachse und
werde
was ich noch
nicht bin
sie trägt mich
ihre und unsere Wunden
sie liebt alle Menschen
doch die sich im Dunkeln
verschanzen
sehen nichts
mehr
Menschen fliehen
Soldaten wissen nicht
wofür sie kämpfen
und sterben
ihr Anführer sitzt
im Ural weit weg
von den Schützengräben
wilde Tiere jagen
nur wenn sie hungrig sind
ich wünschte mir
die wilden Tiere kämen
ihn zu vertreiben
und wünsche mir
einen Sternenregen
damit mehr Licht
werde auf der Erde
Lilli Vostry
8.3.2022
07 Montag Mär 2022

Witzig, wild und romantisch: Beim „Mädelsabend“ wird nach Herzenslust gefeiert, gequasselt und der quirlige Pizzabote sorgt für extra Stimmung mit Gitarre und viel Schmelz in der Stimme. Foto: Robert Jentzsch
Sie lieben, lachen, lästern und verführen. Himmeln mal den schönen Fremden und mal den Mann im Mond an. Die vier Freundinnen Hannah, Mel, Emmi und Siri lassen nichts aus. Kein Herz bleibt ungerührt, kein Auge trocken bei ihrem witzig, wilden wie romantischen „Mädelsabend und es hat Zoom gemacht“ (Buch: Michael Kuhn und Anni Lech, Regie und Bühnenbild: Olaf Becker). Die neue Musikkomödie mit den größten deutschen Hits hatte am Sonntagabend Premiere im Boulevardtheater Dresden.
Mit viel Lebenslust, Humor, Charme und Frauenpower singen, spielen, tanzen und umgarnen die vier Damen das Publikum. Hannahs Mann ist gerade auf Geschäftsreise und die Gelegenheit günstig. Mit den Mädels feiert es sich am besten, kann man ungehemmt quatschen über das Leben, die Männer und andere Sorgen. Als Kulisse dient Hannahs schickes Appartement in einem alten Fabrikgemäuer mit weißer Sofaecke und Hausbar. Das verwandelt sich im Handumdrehen zur Bühne, wo die Mädels mit Prosecco anstoßen, lauthals ihre Lieblingslieder singen, dabei all ihre Träume, Frust, Ängste und Sehnsüchte herauslassen und nachdenken über Frauenrollen von Hausfrau, Nutte bis Hippie.
Da hat jede Freundin ihren großen Auftritt und teilen sie Freude und Leid: die unbeschwert-lebensfrohe Hannah (Stefanie Bock), die rothaarige Mel (Laura Mann), die sich nach außen cool und sexy gibt, die romantische und fürsorgliche Emmi im roten Kleid (Samantha Skopiak) und die taffe, energische Siri (Anne Berndt). Zwischendurch taucht Hannahs Mitbewohner Tom (Daniel Tille) auf, der noch Single ist, alberne und anstößige Sprüche über Frauen reißt und sich in Siri verguckt hat. Witzig die Szene, als er die künstliche Frauenstimme Siri am Handy um Rat fragt, woran man erkennt, dass man verliebt ist. Und die echte Siri hört es mit im Hintergrund und reagiert anders als gedacht.
Für noch mehr Knistern und Stimmung sorgt der quirlige Pizzabote Fabrizio (Joyello Sabatelli), der außerdem noch Gitarre und Saxofon dabei hat, viel Schmelz in der Stimme und sein schwarzes Haar lang wallen lässt, um beim Mädelsabend dabei zu sein. Und er hilft mit, das passende Lied für Hannahs Mutter Anita zu ihrem 60. Geburtstag zu finden. Dabei entzünden die Mädels ein musikalisches Gefühlsfeuerwerk vom Feinsten, von frech, flott, verträumt, verrückt bis leise nachdenklich. Bekannte Ohrwürmer aus Schlager, Rock und Pop waren zu hören: Von „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“, „Männer sind Schweine“, dem Hit „Männer“ von Grönemeyer, „Ein Bett im Kornfeld“ bis „Wie weit ist es bis ans Ende dieser Welt“ gab es in wechselndem Licht von rot, blau, knallig pink bis strahlend gelb für jede Gefühlslage das passende Lied.
Die Stimmung sprang schnell auf die Zuschauer über, die kräftig mitsangen, tanzten und applaudierten. Reichlich Beifall für einen stimmungsreichen Abend, der Wärme, Kraft und Zuversicht in schwieriger Zeit hochhält bis zum Schlusssong: „Eins kann uns keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben“.
Text (lv)
Nächste Termine: 8. März, 19.30 Uhr, 18. und 19.3, 19.30 Uhr, 20.3., 16 Uhr und 21.3., 19.30 Uhr.
06 Sonntag Mär 2022
Posted in Aktuelles, Bildende Kunst

Farbberauschende, vielstimmige Klangmalerei: Gerlinde Queißer vor einem Bild ihres Mannes Max Manfred Queißer in der Stadtgalerie Radebeul. Am 6. März, um 15 Uhr findet dort ein Künstlergespräch mit ihr statt.
„Fantasia“, 2009, Öl auf Leinwand
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„Ein Maler hört Musik“, 1998, Öl auf Leinwand
„Giocoso“, 2016, Öl auf Leinwand

„Clown mit Tremoloharmonika“, 2009, Öl auf Leinwand
Malerei voller Kraft, Rhythmus und Bewegung vereint die Ausstellung „Polyphonie“ (übers.: Vielstimmigkeit) zum 95. Geburtstag von Max Manfred Queißer derzeit in der Stadtgalerie Radebeul in Altkötzschenbroda 21. Zu sehen sind frühe und späte Werke des 2016 in Radebeul gestorbenen Künstlers.
„Wir haben uns in dieser Ausstellung bewusst auf seine abstrakten Werke beschränkt, in denen er Musik in Farben umsetzt und deren Vielfalt fasziniert“, sagt Stadtgalerist Alexander Lange. Er findet diese Bilder von Queißer „am stärksten“. Die Leuchtkraft der Farben wirkt noch mehr im winterlichen Grau. Rund 80 Besucher kamen zur
Ausstellungseröffnung.
Die Bilder von Max Manfred Queißer sind Musik für die Augen. Darin spiegeln sich die Eindrücke und Empfindungen der gehörten sinfonischen Werke, die Queißer in farbberauschende, vielstimmige Klangmalerei verwandelt hat. Die Farben fließen mal ruhig und klar, mal strömen, strudeln, wogen sie expressiv und kontrastreich, mal flächig und mal pastos, gespachtelt aufgetragen auf den oft großformatigen Leinwänden. Darunter “Inspiration“ nach Igor Strawinsky in bewegt-beschwingten, hellen und dunklen Farbtönen. Kräftiges Rot und Schwarz dominieren in Analogie zur Oper „Porgy and Bess“ von George Gershwin. Ein farbflirrendes „Allegro Moderato“ und ein federleichtes „Fortissimo“ stimmen auf den Frühling ein. “Vier Hände – zwei Klaviere“ zeigt einander umspielende, ineinander greifende Farbformen.
Ausdrucksreich auch die Bilderserie nach der Orchestersuite Op. 32, The Planets von Gustav Holst. Eins seiner Hauptwerke, das 2009 entstand und in leuchtend farbigen Linienschwüngen, weit ausholend und schwebend die Planeten Saturn, Merkur, Jupiter und Venus auf die Leinwände holt. „Er nahm die Musik in sich auf, wie ein inneres Bild, und danach malte er nach Gehör“, erzählt seine Frau Gerlinde Queißer, Diplomdesignerin und Freie Innenarchitektin, bei einem Rundgang durch die Ausstellung. 45 Jahre lebten sie zusammen.
“Musik, Wissenschaft und Kunst gingen immer zusammen bei ihm, verbunden mit großer Neugier.“ Max Manfred Queißer wurde 1927 in Freital geboren. Nach einer unbeschwerten Kindheit und Jugend erlebte er als 17-Jähriger den Krieg in der Ukraine am Donbass, wo er nach dreijähriger Kriegsgefangenschaft an Malaria erkrankte und trotz der Lungenkrankheit sich zurückkämpfte ins Leben im zerstörten Dresden. Das Geigenspiel half Queißer auch in dieser Zeit. Ab 1958 entstanden erste eigene, realistisch-expressionistische Malereien. Sein Schaffen wurde angeregt durch Besuche in den Ateliers von Künstlern wie Joseph Hegenbarth, Hans und Lea Grundig. Er besuchte das Picasso-Museum in Paris, beschäftigte sich mit seiner Kunst und auch die Bauhaus-Künstler hatten Einfluss auf sein Werk. Nach Beendigung seiner wissenschaftlichen Laufbahn als Kultursoziologe war Queißer ab 1993 als Maler tätig und musizierte auf der Geige.
Er war ein vielseitiger Malerpoet. Fein akzentuiert und assoziationsreich begegnen einem die meist abstrakten und zeichenhaften Farblandschaften in dieser Ausstellung. Ab und an schauen Gesichter und Tiere hervor aus den atmosphärisch dichten Farbgeweben, ein still-versonnener Clown mit sonnengelbem Antlitz inmitten von Grün. Und in der Bilderserie „Tanzender Garten im Wind“ tummeln sich Schildkröte, Adler und Specht. Tatsächlich lebt im Haus der Familie Queißer seit vielen Jahren eine griechische Landschildkröte, ca. 80 Jahre alt inzwischen und über ein Dutzend kleine Kinderschildkröten nebst einer Katze, 13 Jahre. Im März erwachen die Schildkröten aus dem Winterschlaf, so Gerlinde Queißer. Sie archiviert das reichhaltige Werk ihres Mannes im gemeinsam sanierten Wohnhaus mit Atelier, Depot und großem Garten in Radebeul. Rund 500 Werke hat Max Manfred Queißer hinterlassen, darunter etliche Grafiken und auch einiges niedergeschrieben, das seine Frau noch in Buchform mit Bildern veröffentlichen will. Der Katalog „Seelenlandschaften“ zu Leben und Werk mit zahlreichen farbigen Abbildungen ist in der Stadtgalerie erhältlich.
Die Ausstellung ist noch bis 27. März zu sehen in der Stadtgalerie Radebeul. Ein Gespräch mit Gerlinde Queißer gibt es dort am 6. März, 15 Uhr und einen Rundgang am Abschlusstag der Ausstellung um 16 Uhr.
Text + Fotos (lv)
Geöffnet: Di, Mi, Do von 14 bis 18 Uhr und So von 13 bis 17 Uhr


„Fortissimo“, 1999 „Vivace Vivo“, 2016

Abstrakte und zeichenhafte Farblandschaften, darunter eine Bilderserie zur Orchestersuite „The Planets“ von Gustav Holst (im Hintergrund) vereint die Ausstellung in der Stadtgalerie Radebeul. Die Diplomdesignerin und Absolventin der Burg Giebichenstein bei Halle, Gerlinde Queißer erzählt mit Akribie und Hingabe über das reichhaltige Schaffen ihres Mannes.
04 Freitag Mär 2022
Posted in Aktuelles, Lebensart, Musik, Projekte, Zwischenmenschliches
Das Konzert, eine gemeinsame Initiative des kulturellen Bündnis #WOD – Weltoffenes Dresden, ist eine Einladung an alle Dresdner BürgerInnen, die Menschen in der Ukraine, die vor Ort durch diesen Angriffskrieg bedroht werden oder sich auf der Flucht befinden, zu unterstützen.
Das binnen weniger Tage von der ukrainischen Musikerin und Komponistin Viktoria Leléka gemeinsam mit einer Vielzahl ukrainischer und solidarischer MusikerInnen organisierte Benefizkonzert versammelt am Sonntagvormittag auf der Bühne des Dresdner Schauspielhauses KünstlerInnen aus der Ukraine und der Welt, um in Musik, Wort und Gesang ein Zeichen für Frieden und Zusammenhalt zu setzen.
Das Konzert verbindet klassische Musik ukrainischer Komponisten, alte ukrainische Volkslieder, Weltmusik, Oper und Jazz und zeigt damit vielfältige musikalische Facetten dieses kulturreichen Landes und seiner Beziehungen in die Welt. Zahlreiche KünstlerInnen haben zugesagt, unter anderem die gebürtige ukrainische Jazzsängerin und Komponistin Kateryna Kravchenko mit ihrer Band InSpace, die Violinistinnen Daria Tarasova und Patrycja Ulańska, der Pianist Yaroslav Molochnyk, die Cellistin Anastasiya Myakushko, die Sopranistin Paulina Bielarczyk, der Bratschist Eduard Poharetski, die Band Leléka, die Banda Internationale und viele mehr. Gemeinsam stehen sie Seite an Seite mit Mitgliedern der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, einem Projektorchester unter der Leitung von Katharina Dickopf, und den Ensemblemitgliedern der Theater der Stadt, u. a. des Staatsschauspiels Dresden, der Semperoper Dresden, der Sächsischen Staatskapelle Dresden und der Staatsoperette Dresden.
Das Konzert ist kostenfrei, um großzügige Spenden an die Hilfsorganisation arche noVa – Initiative für Menschen in Not e. V. wird gebeten. Vor Ort werden Spendenboxen aufgestellt, es ist aber auch eine Spende online möglich an: arche noVa e.V. Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE78850205000003573500, BIC: BFSWDE33DRE
Nähere Informationen finden Sie hier: www.arche-nova.org/news/arche-nova-ruft-zu-spenden-fuer-die-ukraine-auf
Karten für das Benefizkonzert erhalten Sie über die Theaterkassen des Staatsschauspiels Dresden, unter 0351 49 13-555 oder per E-Mail an tickets@staatsschauspiel-dresden.de. Verbleibende Restkarten werden 30 Minuten vor dem Konzert am Sonntag unter den Arkaden des Schauspielhauses ausgegeben. Die Veranstaltung findet unter 3-G-Voraussetzungen (Geimpft – Genesen – Getestet) statt. Im Haus ist FFP2-Maskenpflicht, am Platz kann die Maske für die Dauer der Veranstaltung abgenommen werden.
Text: Gertrud Aringer/ Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Staatsschauspiel Dresden
04 Freitag Mär 2022
Posted in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Projekte


Nein, im Titel der Ausstellung steckt kein Fehlerteufel. Elke Heber hat die Formulierung „Die Weissheit des Zebras“ ganz bewusst gewählt. Denn dieses Wortspiel steht für die Intention ihrer Bilderserie, die bis 14. April die lehmverputzten Wände des Restaurants Kastenmeiers illustriert.
Elke Hebers Schaffen bewegt sich seit vielen Jahren zwischen Kunst und Design. In dieser Ausstellung zeigt sie sich als Künstlerin, die sich u.a. von der Tierwelt Tansanias inspirieren ließ für ihren ganz eigenen und im wahrsten Sinne „fabelhaften“ Blick auf Menschen und Tiere. Mehr erfahren Sie zu Beginn der Vernissage am 6. März, um 13 Uhr in einer Rede der Diplom-Kunstwissenschaftlerin Karin Weber.
Den musikalischen Rahmen setzt Thomas Friedlaender mit seinen ungewöhnlichen Instrumenten, darunter ein traditionelles afrikanisches Hirteninstrument, gefertigt aus dem fast ein Meter langen Horn eines Watussi-Rindes.
Es gilt die aktuelle Corona-Schutzverordnung.
(Generell werden alle Besucher der Vernissage vorab um Anmeldung gebeten!!!)
Zebra, Gnu, Gepard und Perlhühner – wer Elke Hebers Bilder betrachtet, fühlt sich versetzt in die Steppenwelt in Afrika und berührt von der Lebendigkeit und der Anmut der Tiere. Vom 2. März bis 14. April sind 28 Bilder von Elke Heber im Restaurant „Kastenmeiers“ zu sehen – gearbeitet in Acryl oder Tusche / Ölpastell, auf Leinwand oder Karton. Den Titel der Ausstellung „Menschentiere – Die Weissheit des Zebras“ hat Elke Heber ganz bewusst gewählt. Denn die Farbe Weiß – so wie sie die Zebras in ihren Linien tragen – ist für die Künstlerin ein Sinnbild für die Schönheit der Tiere. Aber auch den weißen Gänsen Marianne und Michael begegnet man in der Ausstellung. Sie leben auf einem Hof in Schmadebeck und haben das weise Alter von 19 Jahren erreicht. Und so kann man in vielen Bildern sowohl „Weissheit“ als auch Weisheit entdecken.
Die Betrachter sind eingeladen teilzuhaben an ihrem „Fabel-haften“ Blick auf die faszinierende Tierwelt, in der den Zebras das Streifenkleid als Tarnung dient vor Löwen und Hyänen, wo das Gnu die Zebras begleitet und sich im Zweifel für sie opfert. Nach Tiger, Kranich und Gans hat die Künstlerin das Gnu oder englisch „wildebeest“ zu ihrem Tier des Jahres 2021/2022 gewählt und setzt dem Weißbartgnu in einem Bild ein besonderes Denkmal.
Elke Heber wurde in Dresden geboren und hat nach dem Diplomingenieur an der TU Dresden ihr zweites 2. Studium an der Burg Giebichenstein in Halle als Diplomdesignerin abgeschlossen. Seit 1992 ist sie freischaffend u.a. in Berlin, München, Bautzen und in Dresden tätig. Sie arbeitet als freie Dozentin für Grafik und Gestaltung und als Innenarchitektin. In ihrem Designatelier in der Dresdner Neustadt gibt sie Workshops für Menschen, die Freude am künstlerischen Tun empfinden und bietet sogar „Baby Matsch-Patsch-Mal-Stunden“ an. Ihr Atelier ist ihr Refugium, der Ort für ihr experimentelles, künstlerisches Schaffen.
Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland, Italien und Frankreich zu sehen und befinden sich weltweit in privatem und öffentlichem Besitz.
Text + Fotos: Sabine Mutschke
Mehr Infos unter http://www.kastenmeiers.de

04 Freitag Mär 2022
Posted in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte



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Andy Warhol – Pop Art Identities heißt eine neue, heute eröffnete Ausstellung, die ihre Deutschland-Premiere feiert in der „Zeitenströmung“ Dresden. Direkt gegenüber der van-Gogh-Bilderschau lockt das Werk eines weiteren Weltkünstlers und Visionärs. Rund 130 Originalwerke, Bilder, Objekte und Filme des schillernden Meisters der Extravaganz nehmen die Besucher zu rockigen Klängen mit auf eine frisch-fröhlich-bunte Zeitreise zurück in die 60er und 70er Jahre in Amerika und der spannenden Frage: Was ist Identität und wer will ich sein?!
Die Ausstellung ist noch bis 12. Juni 2022 zu sehen.
Mehr Text zur Ausstellung folgt.
Text + Fotos (lv)
http://www.warhol-exhibition.com
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25 Freitag Feb 2022

Fabulierfreudig zwischen Fiktion und Wahrheit: der Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer. Foto: Staatsschauspiel Dresden
Seine Texte sind lebensprall, direkt, krass und sozialkritisch, voll komisch-skurriler Typen, Außenseiter und Gestrandeter. Clemens Meyer sagt von sich, er sei „ein Voyeur erster Klasse“. Einer, der begierig „Menschen aufsauge“ und sich „für Dinge interessiert, die aus dem Ruder gelaufen sind.“ So gesehen, dürften verrückte Zeiten wie diese ihm reichlich literarisches Futter bescheren. Doch manches ist so absurd, unglaublich und entsetzlich, dass man nicht weiß, ob man lachen oder heulen, schreien oder schweigen statt sich den Mund verbrennen soll.
Ebenso schwindelerregend zwischen Fiktion und Wahrheit, Spottlust und Ratlosigkeit, Wut, Humor und ernsthaftem Nachdenken, Geschichte und Gegenwart hin und her springend, bewegte sich der Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer („Als wir träumten“, „Im Stein“) in seiner Dresdner Rede mit dem Titel „Realitätsverlust oder: Komm wieder, Dr. May!“ am denkwürdigen 13. Februar im Schauspielhaus Dresden. Es ist bereits die 30. Ausgabe dieser Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Sächsischen Zeitung, bei der bekannte wie streitbare Persönlichkeiten des nationalen und internationalen Kultur- und Geisteslebens zum Zeitgeschehen sprechen, ein vorgegebenes Motto gibt es nicht. Das hält die Neugier des Publikums wach und macht die Reden spannend.
Meyer begann seine Rede mit einem langen Vorsatz, in dem er Ge- und Erfundenes querbeet durcheinander als Gerüchte entkräftete, entschieden dementierte oder klarstellte einschließlich der Tatsache, dass er nicht verrückt sei! Er war noch nie in Amerika in Sachsen gewesen, weil dort der CIA stationiert ist, sagt er flüsternd. Berichtet von einem ominösen Teilchenbeschleuniger im Cern-Forschungszentrum, der Nanopartikel absondere, die eigentlich Viren seien. Er sei nicht Lex Barker, obwohl er ihm sehr ähnlich sehe. Er hat keinen Ziegenkäse bei Beate Schöpe gekauft und war nicht auf Klassenfahrt mit Björn Höcke, habe aber das Buch gelesen. „Wenn Sie Zusammenhänge nicht sehen“, sagte er, „heißt das nicht, dass sie nicht existieren.“
Er dementiert zudem, dass er gemeinsam mit KollegInnen einen „Phantastischen Salon“ einrichten werde in der frühlingsleeren Glashalle der Leipziger Buchmesse, um das „Monopol der Realitätserfindungen zurückzuholen von denen, die sich ungehemmt eine neue Realität erschaffen, ohne über die erzählerischen Mittel zu verfügen.“ – Zwischenbeifall – „Begreifen Sie es doch endlich. Dr. Karl May ist tot !“, so Meyer.
Er packte in seine einstündige, anspruchsvolle Rede eine Fülle an Themen, parlierte und schwadronierte mit viel Ironie und Fabulierfreude rund um Dichtung und Wahrheit, Farce und Tragödie, Tragödie und Farce. Erzählte wie er kürzlich einer Täuschung zum Opfer fiel, als er Artefakte aus der jugoslawischen Geschichte kaufte, die er sammelt für eine größere Geschichte und las Passagen aus neuen Texten. Statt des gesuchten Minenwarnschildes erwarb Meyer über ebay ein Schild eines Stromhäuschens oder Hochspannungsmastes und wurde zornig, da er sich um „seinen Krieg betrogen fühlte.“ Ein Kapitel seines neuen Romans handelt vom Glauben an Täuschung, Erscheinungen und Wunderheiler.
Er glaube an das Wunder der Autographen und Handschriften, so Clemens Meyer. Wenn er vorsichtig mit den Fingerspitzen über den Namen und das Papier streicht, habe er keine Angst mehr vor der Realität. „Der Geist erhebt sich aus dem Papier.“ Es löst Fragen aus. „Wo stand Tito, als er dieses Foto unterzeichnete, wer reichte es ihm…“
Es geht um Sachsen und Karl May, den fantastischen Geschichtenerzähler und -erfinder und Humanist. Der veröffentlichte seine ersten Kolportageromane in Dresden bei einem direkten Nachfahr des Barons von Münchhausen, Mönchmeyer und erlangte erst mit seinem Spätwerk Tiefe, findet Meyer. Er erwähnt einen Indianer, Edward Tutu, der einst mit dem berühmten Circus Sarrasani aus Dresden auf Tournee ging und auf dem Neuen Katholischen Friedhof in Dresden begraben liegt. Und er überrascht und erheitert mit der Aussage: „Im Grunde unseres Herzens sind wir Sachsen Monarchen, die am Straßenrand stehen und winken. Wir wollen uns weiden an den Klatsch- und Hofgeschichten und unserem König in Sachsen glauben, dass wir kein rechtes Problem haben.“ Und lieber über die guten alten Wichs-, ähm Wettiner Witze lachen, so Meyer, statt sich um den Rest der Welt zu scheren.
Clemens Meyer hat – da die Leipziger Buchmesse dieses Jahr erneut ausfällt – viele Bücher mitgebracht, aus denen er zitiert, von Anna Seghers „Die Toten bleiben jung“ und „Die Überfahrt“ bis zu Christa Wolfs „Kindheitsmuster“. „Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen. Wir trennen es ab von uns…“, heißt es dort. Stark polemisch wird es im zweiten Teil der Rede, als es um den Umgang mit der Realität und narratives, authentisches Erzählen geht.
„Uns sind die Narrative abhanden gekommen. Es gibt keine Erzählungen mehr. Die Leipziger Buchmesse wurde abgesagt, weil uns die Narrative fehlen“, beklagt Clemens Meyer, der 2008 den Preis der Leipziger Buchmesse, Belletristik gewann für seinen Erzählband „Die Nacht, die Lichter“ und sich darüber mit erhobener Bierflasche freute. Nun sagt er: „Wir Erzähler, Erfinder sind arbeitslos! Die Phantasten, Antierzähler haben übernommen und die an Verschwörungen glauben.“ Und setzt amüsiert und verärgert zugleich noch eins drauf: „Unsere Narrative sind nicht verrückt genug gegenüber den Narrativen der Straße.“
Vielleicht sollte man es doch darauf ankommen lassen, denen zuhören und den Faden des Absurden, Ungeheuren weiterspinnen?! Vielleicht wird es dann erkennbarer in seiner Drastik, man wacht auf wie aus einem Albtraum und sieht die Realität wieder klarer. Schön ironisch las Meyer zum Schluss eine Episode über einen seltsamen Reisenden. Ein kleiner Mann, sein Alter war nicht zu schätzen, mit einer Art Kaftan gekleidet, Turban und Sandalen, erschien an einem Januarmorgen auf dem Bahnsteig in Zwickau und murmelte halb fremd-, halb einheimische Worte vor sich hin. Er rief das Wort „Bomben“, das im Lärm des Bahnhofs fast unterging und zwei Biertrinker verstanden „Plomben“ und zeigten grinsend auf ihre schwarzsilbernen Zahnruinen.
„Karl May weiter erzählen, den Hatschi zurückholen in die Gegenwart, die Narrative zurückerobern, verzweifeln und lesen und den Zügen hinterher schauen, die am Horizont verschwinden“, gab Clemens Meyer dem Publikum abschließend mit auf den Weg. Eine Rede, die zum Nachdenken darüber anregt, was Literatur heutzutage noch vermag, um Menschen zu erreichen. Ein zwiespältiger Eindruck bleibt. Die Szene erscheint verlockend und surreal. Man schaut nur, reist in Gedanken und der Fantasie, tut es aber nicht mehr selber. Steigt nicht in den Zug. Warum nicht?!
Text (lv)
Den Schlusspunkt der diesjährigen Dresdner Reden setzt Svenja Flaßpöhler, Philosophin, Journalistin und Autorin am 27.2., 11 Uhr im Schauspielhaus Dresden. Sie forscht in ihrem Vortrag unter dem Titel „Erkenntnislust“ nach den Grundbedingungen guter Gespräche und setzt in einer Zeit zunehmender Polarisierung und Verhärtung auf die Kunst der Dialektik und die unerschrockene Erkenntnislust der Philosophie.