„Gemeinsam sind wir stärker!“, sagt die Künstlerin Christa Günther über das Projekt „Kunstspuren Radebeul“. Ihr neuestes Bild heißt „Tanzendes Universum“.
Blick ins Atelier von ihr in der alten Schuhfabrik auf der Gartenstraße 72A in Radebeul.

Miteinander im Farbfluss des Lebens

Im Projekt „Kunstspuren Radebeul“ laden derzeit 15 Künstlerinnen und Künstlern zu Gemeinschaftsausstellungen und offenen Ateliers ein. Eine von ihnen ist Christa Günther.

Auf der Staffelei steht das neueste Bild. Lebhafte, farbige
Linienschwünge umkreisen das tiefe Blau der Leinwand.
“Das tanzende Universum“, sagt Christa Günther und lächelt.
Sie trägt ein bunt bekleckstes, weißes Tshirt und rote Handwärmer.
Ihre Liebe zur Farbe, aus der sich Formen entwickeln, die Träume,
Erlebtes und Sinneseindrücke aus der Natur widerspiegeln, verbindet sie mit den anderen Künstlern der „Kunstspuren Radebeul“.

Die Initiatorin Silvia Ibach lernte Christa Günther 2015 kennen, als sie ihr Atelier in der alten Schuhfabrik auf der Gartenstraße 72A in Radebeul besuchte. Dieses öffnet sie für Besucher alljährlich zu Pfingsten unter dem Motto: „Kunst offen in Sachsen“. Silvia Ibach brachte ihre Erfahrungen aus dem Projekt „Kunstspuren in Hamburg“ mit, das sie mit aufbaute und sie suchte nach ihrem Umzug nach Radebeul neue Kontakte und Gleichgesinnte. „Ich war zunächst skeptisch, da ich eigentlich kein Gruppenmensch bin, sondern mehr alleine im Atelier beschäftigt“, sagt Christa Günther. „Doch dann fand ich die Idee ganz gut, etwas zusammen zu machen.“

Einerseits, weil es als einzelner Künstler immer schwieriger wird, Ausstellungsorte zu finden. Andererseits sei der Gedankenaustausch mit den anderen Künstlern, zusammenkommen und miteinander etwas tun, schön. Inzwischen gehören 15 Künstlerinnen und Künstler, vor allem aus der Lößnitzstadt, aber auch aus Dresden zur Initiative “Kunstspuren Radebeul“. Die Treffen finden aller zwei bis drei Monate an wechselnden Orten, in Ateliers oder auch mal der Wohnung von Silvia Ibach statt.

Die Leidenschaft zum künstlerischen Schaffen eint sie ebenso wie der Gedanke: „Gemeinsam sind wir stärker!“ „Wir helfen uns gegenseitig bei den Ausstellungen in der Gruppe und beim Hängen, nehmen aber auch Anteil und gehen zu den Ausstellungen der anderen Künstler. Dass man weiß, was der andere macht. Was der eine nicht kann, macht der andere“, erzählt Christa Günther. Sie ist die Finanzfrau im Kunstspuren-Projekt. Künftig soll es einen Jahresbeitrag für jeden beteiligten Künstler geben, woraus anfallende Ausgaben wie der Druck der Flyer finanziert werden. Außerdem wird die Webseite der „Kunstspuren“ neu gestaltet.

Es gab bereits mehrere Gemeinschaftsausstellungen der Künstlergruppe in beachtlicher Vielfalt der Ausdrucksweisen von Malerei, Grafik bis Fotografie. Die erste Ausstellung fand im April 2016 in der Stadtbibliothek Radebeul im Kultur-Bahnhof statt. „Ein Höhepunkt war unsere Ausstellung ,Spiegelungen` im Frühjahr im Foyer der Landesbühnen in Radebeul, wo von jedem Künstler mehrere Bilder zu sehen waren“, sagt Christa Günther. Das Angebot der offenen Ateliers innerhalb der „Kunstspuren“ sei ebenfalls sehr gut angenommen worden. „Anschließend wurden auch einige Bilder gekauft.“ Dazukommt ein erster gemeinsamer Auftritt der „Radebeuler Kunstspuren“ bei der Kunstmesse „Neue Art“ Anfang 2019 in Dresden. Für das kommende Jahr sei ein größeres Ausstellungsprojekt geplant. Außerdem im Oktober 2020 eine Gemeinschaftsausstellung in der Galerie „Falkenbrunnen“ in Dresden.

„Außerdem hat jeder noch seine eigene Sachen“, schmunzelt Christa Günther. Mit Blick auf eine Serie farbintensiv leuchtender, neuer Meer-Bilder, angeregt vom Rhythmus, der Bewegung der Wellen bei einem Zypern-Urlaub im Herbst. Die Bildtitel “Ekstase“ und „Silence“ (Stille) erzählen von intensiver Malleidenschaft ebenso wie vom intensiven Wahrnehmen mit allen Sinnen. „Malen, das ist meine Insel in der heutigen lauten Welt. Wenn andere Betrachter etwas drin finden in dem Bild für ihr Leben und ich Freude weitergebe, habe ich etwas in die Welt getragen außerhalb des rein Rationalen“, sagt Christa Günther. Mit ihren Bildern kann man eintauchen, verweilen, neue Anregungen finden im Farbfluss des Lebens.

Text + Fotos (lv)

Kontakt zu den „Radebeuler Kunstspuren“: www.kunstspuren-radebeul
si.silvia.ibach@t-online.de oder christamaler@gmx.de
Eintauchen und Träumen in den Bilderlandschaften. Dazu regt auch das Bild „Silence“ (Stille) von Christa Günther den Betrachter an.