Luftig-leichte Aktzeichnungen auf der Wäscheleine

Der Grafiker und Sozialarbeiter Edgar Kupfer stellt zurzeit in der Galerie mit Weitblick in Radebeul aus.

Spontan, impulsiv und klar umrissen spiegeln die Bilder den schnellen Zeitstrom, setzen aber zugleich reizvolle Kontraste und laden zum Innehalten ein. Die Ausstellung „Der schwarze Strich – Landschaft & Akt“ stellt Arbeiten des Radebeuler Künstlers Edgar Kupfer vor in der Galerie mit Weitblick auf der Oberen Bergstraße 13 in Radebeul. Passend zum lebhaften Farb- und Formenspiel der Zeichnungen und Grafiken gab es beschwingte und herzerwärmende Akkordeonklänge mit den Musikern Irina Naudszus und Robert Hennig zur Ausstellungseröffnung.  Da strahlt im Titelbild zur Ausstellung das Schloss Schönfeld etwas verwunschen Märchenhaftes aus und ist ein Rückenakt halb im Sprung sitzend in knappen, kantigen Körperkonturen dargestellt. In wenigen, markanten und bewegt fließenden Linien hält Kupfer in seinen schwarzweißen und farbigen Aquatinta-Grafiken in spannendem Wechselspiel von Hell und Dunkel imposante Gebäude, Landstriche und Menschen fest. Das Elbtal mit geschwungener Flussbiegung, die Radebeuler Friedenskirche, alte Bauernhäuser neben Reiseimpressionen aus Italien mit verwinkelten Häusergassen und ihren licht- und schattenreichen Kontrasten. Im oberen Ausstellungsraum sind die Aktzeichnungen wie auf einer Wäscheleine aufgehängt. Da zeigt der Zeichner mit den weiblichen Körperansichten auch ganz verschiedene Emotionen auf den mal luftig-leichten, kraftvoll-energiegeladenen und von feinen Rissen überzogenen Skizzenblättern auf weißem Grund, mit und ohne Interieur aufs Papier geholt mit Bleistift, Zeichenkohle und Aquarellfarben. Edgar Kupfer wurde 1967 in Dresden geboren und ist in Radebeul aufgewachsen. Er begann als Elfjähriger zu zeichnen und orientierte sich an Comics und Buchillustrationen. Später kamen Farbtuschzeichnungen, Collagen und Grafiken hinzu. Von ihm stammen auch die Illustrationen zum Gedichtband „Fragmente dieser Tage“ von Jens Kuhbandner als eine der ersten Veröffentlichungen im Notschriften-Verlag Radebeul, der im Juni sein 20jähriges Bestehen feiert. Viele kennen „Eddi“ aus dem ehemaligen Café Noteingang als rührigen Mitarbeiter in der kulturellen Sozialarbeit. Diese Arbeit setzt Edgar Kupfer nun im 2013 eröffneten NotArt-Kreativraum auf der Kötzschenbrodaer Straße 60 in Radebeul fort. Dort steht eine Druckpresse. Außerdem bietet er Aquarell- und Kunstschmiede-Kurse und  Aktzeichnen an. Die Ausstellung ist noch bis 31. Mai zu sehen. Geöffnet: Sa und So von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung, Tel.: 0174 – 147 12 70

http://www.doro-malerei.de

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