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Heike Jack betreibt erfolgreich den Dresdner Comedy & Theater Club
Foto: privat

Zum Lachen in den Keller!

Die kleine Spielstätte im historischen Gewölbekeller im Kügelgenhaus lockt mit 30 Programmen vom Thema Nr. eins über Männer, Frauen und die Liebe bis zu
politischem Kabarett.

Humor und Schokolade ziehen immer. Bei jedem neuen Programm im Dresdner Comedy & Theater Club steht ein Korb mit kleinen Überraschungen auf dem Tisch an der Abendkasse.

„Sie dürfen sich gern ein Küsschen geben“, begrüßt Heike Jack, die Chefin des kleinen Theaters augenzwinkernd die Zuschauer. Lächelnd greifen ältere Paare und einige Jüngere zu, nehmen sich Schokoküsschen aus dem Korb und manche geben sich einen echten Kuss.

Gleich geht es hoch her im neuen Programm „Wie halte ich mir einen Mann?“ mit der Komikerin Andrea Kulka als witzig-forsche Ratgeberin und dem launig-gelassenen, ihr cool Paroli bietenden Musiker und Kabarettisten Jörg Lehmann am Piano. In ihren frech-frivolen Liedern und Sketchen über Männer und Frauen, die sich gegenseitig bemängeln und gängeln bis es kein Halten mehr gibt, bekommt jeder sein Fett ab.

Die Vorstellung ist an diesem Abend ausverkauft, die Künstler dürfen erst nach mehreren Zugaben von der Bühne. „Zum Lachen in den Keller!“, mit diesem Slogan passend zum urigen Ambiente im historischen Gewölbekeller im Kügelgenhaus lockt der Dresdner Comedy & Theater Club, der unlängst sein zehnjähriges Bestehen feierte. Im Herbst 2006 stieg Heike Jack mit ihrer Agentur Kulturperlen als Leiterin ein. Sie übernahm von Comedian Matthias Machwerk den Dresdner Comedy Club, dessen Namen und Spielplan sie erweiterte mit Lesungen, Chansonabenden, Theaterstücken und mehr. Nach Gastspielen in der Secundo Genitur und im Italienischen Dörfchen zog der Dresdner Comedy & Theater Club dann 2013 um in den historischen Gewölbekeller im Kügelgenhaus auf der Hauptstraße.
Einen „humorvollen Job“ hat hier seitdem Olaf Ruhs, der Inhaber des Restaurants mit dem früheren Bierkeller im Kügelgenhaus. „Vorher haben wir es mit Jazz probiert. Dann kam Frau Jack zu uns und seither läuft es sehr gut“, sagt er. Neben dem Eingang zum Comedy & Theater Club sitzt in einer Nische ein Skelett neben einer Schatzruhe. “Der hat sich totgelacht!“ sagt Heike Jack trocken. Oder anders gesagt: Das Leben ist zu kurz, um es nicht zu genießen. „Wir haben viele Stammgäste und schon 430 Dreier-Abos innerhalb von zwei Jahren. Man kann damit jeweils drei Vorstellungen besuchen und bekommt 15 Prozent Lachrabatt auf die Tickets“, erklärt sie.

99 Plätze hat der Lach-Keller. Gespielt wird fast jedes Wochenende. Rund 110 Vorstellungen gibt es im Jahr. Die Auslastung betrage 70 bis 80 Prozent. Damit behauptet sich die kleine Spielstätte erfolgreich neben einer Handvoll großer Theater in Dresden. Was ist ihr Erfolgsgeheimnis? „Wir sind am witzigsten, nettesten, originellsten“, sagt Heike Jack selbstbewusst. Sie weiß, was gut ankommt beim Publikum und wählt danach sorgsam die Programme aus. Nicht zuletzt versteht und weiß sie genau, wie die Künstler ticken. „Der Betreuungsbedarf von Kindern und Künstlern ist ähnlich, der Unterschied nicht so groß“, sagt sie schmunzelnd. Heike Jack hat eine kaufmännische Ausbildung und fünf Jahre als Heimerzieherin gearbeitet, aber sie wollte immer zum Theater.

Ihr Kindergarten befand sich neben dem Theater Junge Generation. Den Schauspieler Jan Josef Liefers kennt sie noch aus dieser Zeit.
“Ich habe noch ein Foto, wo wir als Dreikäsehochs staunend vor dem Weihnachtsmann sitzen“, erzählt sie. Sie hat bereits viele Jahre an verschiedenen Theatern wie dem Staatstheater Stuttgart, beim Festival Theaterformen Hannover und an der Comödie Dresden gearbeitet, bevor sie sich 2005 mit ihrer Künstleragentur Kulturperlen selbstständig machte.

Der Comedy & Theater Club wird ohne Subventionen und ohne Sponsoren nur über die Einnahmen finanziert. Nachdem Heike Jack zwei Mal umsonst die aufwendigen Förderanträge ans Kulturamt der Stadt eingereicht hatte, ließ sie es. „Was ich nicht habe, kann auch nicht gestrichen werden“, tröstet sie sich. Natürlich hätte sie gern personelle Verstärkung, die aber dann auch für eine längere Zeit gesichert sein müsste. Im Moment helfen eine Praktikantin und zwei freie Mitarbeiterinnen bei Büroarbeiten, Buchhaltung, Werbung, Künstlerbetreuung und Technik.

Für humorreiche Abwechslung ist gesorgt mit 30 verschiedenen Programmen. Angefangen beim Thema Nr. Eins: Männer und Frauen und die Liebe, in denen abwechselnd Matthias Machwerk, Ellen Schaller, Henriette Ehrlich und Alf Mahlo die Lachmuskeln der Zuschauer strapazieren, über witzige Satiren von Tschechow, Sostschenko u.a. im Programm “Kaviar, Sex & Russisch Brot“, witzigen A Capella – Gesang mit den Notendealern bis zu politischem Kabarett reicht das Angebot. Das Publikum ist bunt gemischt, von 30 bis über 80 Jahre alt und kommt aus Dresden, der Region und dem gesamten Bundesgebiet. Es waren auch schon Gäste aus Kanada da.
In der Weihnachtszeit sind fast jeden Abend Vorstellungen im Dresdner Theater & Comedy Club. Auch Ursula von Rätin mit Puppenspielerin Cornelia Fritzsche ist wieder dabei mit einem neuen, rattenscharfen Programm. Gespannt ist Heike Jack auch schon auf das Gastspiel mit politischen Kabarett von Lothar Bölck – bekannt aus der MDR-Sendung Kanzleramt Pforte D. – und seinem neuen Programm: „Dummerland oder Was weiß ich denn?“, das am 29. Januar 2017, 17 Uhr Premiere hat. Und für alle Fans des legendären französischen Filmschauspielers und Erzkomikers Luis de Funès kommt die Kriminal-Komödie „Die lästige Leiche“ im brüllend komischen Stil seiner Filme auf die Bühne im Lach-Keller (Premiere: 10. März 2017, 20 Uhr).

Lilli Vostry

www.comedytheaterclub-dresden.de Tickets unter 0351-4644

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