Ein Archäologe, der Träume sichtbar macht

Archaisch, zeitlos und poetisch, farb- und zeichenreich ist die Bildwelt des Künstlers Wieland Richter. Wie ein Archäologe gräbt er in der Tiefe unseres Seins nach verlorenen und verborgenen Träumen, um sie in Erinnerung zu rufen und holt sie ans Licht. Zu sehen sind seine Malerei und Mischtechniken auf Papier in der derzeitigen Ausstellung „Ich gehe im Licht“ in der Galerie mit Weitblick auf der Oberen Bergstraße 13 in Radebeul.

Mit seinen Arbeiten entführt Wieland Richter den Betrachter in „ferne Paradiese“ und bringt uns „fremde Schönheit“ nahe, so die Titel einiger Bilderserien. Da begegnet man archaischen Gestalten in erdigen und dunklen Farbtönen mit Speeren, Pfeil und Bogen, Paaren auf felsigen Inseln und andere in Booten schwerelos gleiten. Auf einer Farbpalette ist eine gehörnte Gestalt gehüllt in Sonnenfarben zu sehen, ringsherum Figuren, Tiere und Fundstücke. „Sehnsüchte“ heißt dieses Werk. „Stille klingt“ bei ihm, wenn Mensch und Natur sich nahe sind.

Seine Ölbilder auf Leinwand und teils runden Formate sind angeregt von der Höhlenmalerei von Naturvölkern. Sie wirken wie aus uralter Zeit und Ferne, doch Vergangenes und Gegenwärtiges überlagern sich und fließen ineinander im stets sich erneuernden Lebenskreislauf. Außerdem sind farbberauschend vielschichtige Arbeiten von Reisen des Malers, der sich alles im Selbststudium beibringt, nach Australien und Norwegen zu sehen.

Drei Monate war Wieland Richter unterwegs im Frühjahr 2015 im Westen des Kontinents, durchwanderte Nationalparks, Schluchten und glühende Wüsten. Gebannt vom Licht und dem Zauber der Farben, sind seine neuen Bilder wie das Titelbild „Little Sandy Desert“, „Bee delup Falls“ oder „Thistle Cove“ von Meer, Strand, Himmel, Bergen und alten Bäumen noch freier in den Formen und spurenreich durch feinkörnig übermalte Sande.
Die Farblandschaften strömen, flimmern, wogen und brausen oder ziehen ruhig dahin in sattem gelb, ocker, türkis und tiefblau, wellig spiegelnden Linien. Da blühen die alten, zerfurchten Baumstämme im Karriwald im Zauber des Lichts noch einmal auf. Dorothee Kuhbandner lernte Wieland Richter vor drei Jahren auf dem Grafikmarkt in Radebeul kennen und besuchte ihn zum Tag des offenen Ateliers auf seinem ausgebauten Bauernhof in Putzkau bei Bischofswerda.

Außerdem sind in der Ausstellung Sandsteinskulpturen des Bildhauers Olaf Klepzig zu sehen, die mit ihren figürlichen und offenen Formen interessante Zwiesprache halten mit den Bildern Wieland Richters. Die Ausstellung ist noch bis 30. Juli  zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Sa und So von 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung
www.doro-malerei.de; Tel.: 0174 – 147 1270


die Künstlerin und Galeristin Dorothee Kuhbandner zeigt Malerei und Arbeiten auf Papier von Wieland Richter und Sandsteinplastiken von Olaf Klepzig.

Advertisements