Das Schauspiel von Olaf Hörbe nach dem gleichnamigen historischen Roman von Eberhard Görner feiert am 29. April, um 19 Uhr Uraufführung an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul. 

Europa und Nord-Amerika im 18. Jahrhundert. Tausende Menschen verlassen Europa. Armut und Hunger, politische und religiöse Verfolgung oder Abenteurertum lassen sie den gefährlichen Schiffsweg nach Amerika wagen. Angekommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sind sie auf sich gestellt, treffen auf unterschiedliche Kulturen, Lebensweisen, Glaubensgemeinschaften.

Im Auftrag der Franckeschen Stiftungen Halle geht der lutherische Theologe und Prediger Heinrich Melchior Mühlenberg (1711 – 1787) im Jahr 1742 nach Pennsylvania, um die dort ansässigen deutschen Gemeinden zu betreuen. Nach seiner Ankunft in Philadelphia beginnt er mit dem Aufbau einer institutionalisierten lutherischen Kirche.

Doch seine Mission durchzusetzen, ist schwerer als gedacht. Machtkämpfe zwischen unterschiedlichen religiösen Sekten, persönliche Entbehrungen, Kriege, die wechselvolle Beziehung zu dem Delawaren-Häuptling «Fliegender Pfeil» – aber auch die große Liebe zu seiner Frau, die ihm eine starke Partnerin ist, bestimmen sein Leben. Überzeugt von der Vision einer toleranten, friedlichen Gesellschaft beteiligt er sich maßgeblich an der Gründung der neuen amerikanischen Demokratie.

Für die Inszenierung bietet der historische Stoff, basierend auf dem Leben und dem Werk des lutherischen Predigers Mühlenberg, Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Künstlern, Historikern, politischen Institutionen und Ausbildungsstätten sowie Kirchenvertretern in Deutschland und in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Dieses besondere Theaterprojekt zum Reformationsjubiläum 2017 bringt der britische Regisseur Damian Cruden mit einem großen Ensemble von Schauspielern, Laiendarstellern und Chören aus der Region auf die Bühne. Die Soldaten, Matrosen, Farmer, Indianer, Gemeindemitglieder, Männer, Frauen und Kinder werden von sogenannten „Community Players“ und Studierenden der Theaterakademie Sachsen gespielt. Die Rolle des Delawarenhäuptlings „Fliegender Pfeil“ übernimmt der aus vielen DEFA-Indianerfilmen bekannte Schauspieler Gojko Mitic. Moritz Gabriel vom Ensemble der Landesbühnen spielt die Hauptrolle des Pfarrers Mühlenberg.

Ab 29. April 2017 sind sie dann in Radebeul, Meißen, Großenhain, Torgau, Wittenberg mit dem Ensemble der Landesbühnen und zahlreichen Laienmitspielern aus den Regionen unterwegs.

Gojko Mitic: „Ich freue mich diese Rolle übernehmen zu können und erstmals für das sächsische Publikum auf der Bühne zu spielen. Für den Film „Söhne der Großen Bärin“ habe ich bereits vor 50 Jahren 1966 in der Sächsischen Schweiz gedreht. Ich habe mich gern vom Intendanten Manuel Schöbel für die Rolle des Delawarenhäuptlings  „Fliegender Pfeil“ im Stück „In Gottes eigenem Land“ verpflichten  lassen.“

Damian Cruden, Regisseur

Damian Cruden studierte am Royal Scottish Academy of Music and Drama in Glasgow, 1982–1986. Danach arbeitete er für das Tron Theatre und die TAG Theatre Company, und wurde Dozent des Scottish Youth Theatre. Damian zog nach England, wo er Co-artistic Director des Liverpool Everyman Youth Theatre wurde, übernahm dann die Aufgaben des Directors für Hull Truck in den frühen 1990er Jahre. Seit 1997 ist Damian Cruden Artistic Director des York Theatre Royal. Einige seiner Regiearbeiten wurden mit Preisen ausgezeichnet, wie z.B. die Inszenierung „Railway Children“, die den Laurence Olivier Award for Best Entertainment 2011 gewann.

Jane Taubert, Projektleiterin

„In Gottes eigenem Land“ – Schauspiel von Olaf Hörbe nach dem gleichnamigen Roman von Eberhard Görner – ist ein spannender Stoff, der aufgrund der historischen Parallele zur gegenwärtigen Flüchtlingsthematik ein ungeahntes Maß an Aktualität gewinnt. Durch die Mitarbeit vieler und durch die Förderung der Ostsächsischen Sparkassenstiftung kann nun das Konzept des Gastregisseurs Damian Cruden – nämlich eine inszenatorische Vision der „Community Ownership“ – in einem multilingualen Probenprozess verwirklicht werden. Dirk Strobel und das Theaterpädagogische Zentrum Sachsens werden uns bei der Einbindung der Laiendarsteller wichtige Partner in diesem Arbeitsprozess sein, denn das internationale Theaterprojekt bietet zahlreiche Gelegenheiten, das Ensemble der Landesbühnen Sachsen mit Veranstaltungspartnern, Vereinen, Kirchgemeinden und Bildungsinstitutionen sowie zahlreichen Laiendarstellern zu vernetzen.“

Zu den Laienmitspielern:

Das Konzept des Regisseurs Damian Cruden sieht eine Mitwirkung von zahlreichen Laienspielern – „Community Players“ genannt – vor. Diese werden gemeinsam mit dem Ensemble der Landesbühnen Sachsen und einigen Gastkünstlern wichtige Massenszenen der Inszenierung gestalten. Sie haben die letzten 12 Monate in Theaterworkshops und Proben trainiert. Diese Arbeit übernimmt ein Team von Mitarbeitern, das in Kooperation mit dem Theaterpädagogischen Zentrum Sachsen e.V. organisiert und koordiniert wird – sogenannte „Team Leiter“, die in den Disziplinen „Schauspiel“, „Tanz“, „Chorgesang“ und „Bühnenkampf“ mit den „Community Players“ probieren. Koordinator dieser Arbeit ist Dirk Strobel.

„Wir leben in einer bewegten Zeit. Viele Menschen sind unterwegs – auf langen Wegen durch Länder und über Meere, und auch innerlich, so und so fort von Konflikten und zu Konflikten hin. Wo – in der Welt, der Gemeinschaft und wo in sich selbst – findet man seinen Platz?“ Das ist eine Frage, die das Theaterpädagogische Zentrum Sachsen, immer bewegt und ein wesentlicher Antrieb seiner Arbeit ist. „Unsere Aufgabe war es, Menschen zusammenzubringen, die Lust haben, mit auf diese Reise zu gehen, mit uns in Workshops zu erkunden, wie Fremdheit und Ankommen sich anfühlen. Wie es ist, alles hinter sich zu lassen und neu anzufangen in einem fremden Land. Die sich erproben möchten in Schauspiel, Tanz, Kampf und Gesang. Und die in dieser großen Theaterproduktion auf der Bühne stehen möchten gemeinsam mit dem Ensemble der Landesbühnen Sachsen zu spielen und den Siedlern, Indianern und Soldaten Gesicht und Stimme zu geben.“  Außerdem sind mehrere Chöre aus der Region an dieser Theateraufführung beteiligt.

Vorstellungen :

Sa 29.04.2017 19:00 Hauptbühne; So 30.04.2017 19:00 Hauptbühne; Mo 01.05.2017 19:00 Hauptbühne; Fr 05.05.2017 20:00  Hauptbühne; Sa 03.06.2017 19:30 Hauptbühne; So 04.06.2017 15:00 Hauptbühne

So 11.06.2017 18:00 Kulturschloss Großenhain.
Fr 16.06.2017 20:30 Neue Burgfestspiele Meissen; Sa 17.06.2017 20:30 Neue Burgfestspiele Meissen
Do 22.06.2017 20:00 Schloss Hartenfels Torgau; Sa 24.06.2017 19:30 Eisleben Kulturwerk
Freitag, 30.06.2017, 20.00 Uhr und Sonnabend,1.7.2017, 20.00 Uhr Franziskaner Kloster Zeitz
07.07.2017 20:00 Storkow/Burg; Sa 08.07.2017 20:00 Storkow/Burg

Text: Petra Grubitzsch, Pressereferentin Landesbühnen Sachsen
Foto: Landesbühnen

Kasse: Tel. 0351/8954 214; Fax: 0351/8954 213

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul,
Tel. 0351/8954-0
http://www.landesbuehnen-sachsen.de

 

 

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