Moderatorin Kirsten Balbig im Gespräch mit einem Besucher. Im Hintergrund
Galerist und Fotokünstler Volkmar Fritzsche.

„Liebe ist die größte Kraftquelle“

Männer und Frauen wollen nur das Eine. Geliebt werden und lieben. Warum fällt es ihnen dann heutzutage so schwer, zusammen zu finden? Was braucht es für erfüllenden Sex und beglückende Partnerschaften? Darum ging es beim 3. Talk im Kunstkeller Dresden unter dem Titel „Die Kunst des Liebens oder Sex als Gebet“ am Sonnabend.

Die Liebe kommt, die Liebe geht… Mal überfällt sie einen blitzartig, mal kommt sie leise, unauffällig, fast unbemerkt. Mal lodert sie heftig, mal flimmert sie unruhig und unbeständig. Ihre Sprache ist so vielfältig wie es Menschen gibt auf der Welt.

Kann man dann überhaupt über Liebe reden? Man kann. Das zeigte dieser Abend im Kunstkeller auf der Radeberger Straße 15, bei dem es anfangs scheu, später offener, lockerer, zuhörend und Fragen stellend, eigene Erfahrungen schildernd, einfühlsam und mitfühlend zuging. Erstaunlicherweise waren mehr ältere Zuhörer als jüngere erschienen. Erfreulich jedenfalls, dass die Liebe kein Lebensalter kennt.

„Lieben ist ein krankhafter Zustand…“, schreibt der Schriftsteller Bodo Kirchhoff in seinem Buch „Die Liebe in groben Zügen“. Darauf verweist eine Zuhörerin in der Runde und fragt: Warum kommen wir überhaupt weg davon, von der anderen, tiefen, echten Liebe?

Sie kann einen verrückt machen, verletzlich, nackt, schutzlos, aber auch mutig, stark und wahrhaftig schön.

„Liebe und Sex ist die größte und schönste Sache der Welt und kann eine Kraftquelle für die Menschen sein“, sagt Kirsten Balbig, die Moderatorin der Gesprächsrunde. Sie hat viele ihrer Leidenschaften zum Beruf gemacht wie Erzählkunst, Gesang, Musik, Tanz. Außerdem hat sie eine Ausbildung als ganzheitliche Lebens- und Paarberaterin absolviert. Sie erzählte unbefangen und freimütig von ihren eigenen Beziehungserfahrungen und ihrem schon immer vorhandenen Forscherdrang rund um Lust und Liebe. Sie kennt tiefe Nähe ebenso wie pures Begehren.

„Wenn man sich wirklich öffnet und einem Mann beim Sex in die Augen schaut, dann sieht man sein Leben, seine Seele“, sagt sie. In diesen Momenten könne sie ganz klar sehen. Freilich habe sie manches auch nicht gesehen aus Unwissenheit.

Doch erst im Zusammensein mit einem anderen Menschen lernt man seine Bedürfnisse kennen und Grenzen setzen. „Wirklich bewusster, liebevoller, in die Tiefe gehender Sex nutzt sich nicht ab“, glaubt Kirsten Balbig. Je länger man zusammen sei, um so schöner und intensiver könne er werden. Nach einem Jahr werde es erst richtig spannend.

Doch was tun, wenn in einer längeren Beziehung die Lust aufeinander nachlässt?

Da könnte man sich einiges bei „Don Giovanni“ abschauen, ihrer Lieblingsoper, sagt Kirsten Balbig. Dem legendären Verführer, der alle Frauen herumkriegt. Dabei sei er nicht mal besonders schön, klein und untersetzt gewesen. „Was denken Sie, ist das Geheimnis von Don Giovanni?“, fragt sie in die Runde.

„Er macht Frauen den Hof“, sagt ein älterer Zuhörer. Die Damen nicken anerkennend. „Er kann die Sehnsüchte der Frauen erraten. Die tiefste davon, sie möchte gesehen werden“, sagt eine Zuhörerin. Oh ja.

Keine Frau möchte wohl mit Don Giovanni verheiratet sein, glaubt Kirsten Balbig, aber jede will ein bisschen Don Giovanni in ihrem Partner.

Grenzenlose Neugier auf den Partner sei ebenso wichtig wie Selbstliebe als Voraussetzung, andere zu lieben. Das meint, gut für sich selbst zu sorgen, die  innersten Wünsche, was man wirklich will, zu kennen und die des Partners. Anziehend werden wir erst für andere, wenn wir viel geben und teilen können. „Wenn wir selbst mit uns ganz im reinen sind und nicht bedürftig. Das ist eine Falle, in die wir oft tappen“, weiß die Paarberaterin. Dazu gehöre auch, in der Vergangenheit erlebte Verletzungen, Enttäuschungen, Zurückweisungen zu verarbeiten und Möglichkeiten zu finden, den Schmerz auszudrücken und aufzulösen. Sich immer wieder an seine Träume als Kind zu erinnern und zu sich zu stehen. Auch mit entsprechendem Körperbewusstsein.

Er habe sich oft gewundert, erzählt ein Mann, dass seine Partnerinnen anfangs ihren Körper nicht schön fanden. „Doch es kommt doch mehr darauf an, wie sie sich bewegen, schauen, fallen lassen können. Und ihren eigenen Körper erotisch zu finden und zu mögen.“ Dies habe er ihnen auch gesagt und sie darin bestärkt.

Manchmal kommen Paare auch ins Fotostudio im Kunstkeller, um innige Momente vor der Kamera festzuhalten, für sich oder auch für Ausstellungen. Galerist und Fotokünstler Volkmar Fritzsche zeigte einige Aufnahmen, die in großer Bandbreite zärtlich miteinander verbundene Frauen und Männer zeigen.

„Auch bei Langzeitpaaren, die einmal leidenschaftlich verliebt waren, können diese Gefühle wieder geweckt werden“, glaubt Kirsten Balbig. Doch man sollte auch den Mut haben, ohne Leidenschaft sich zu lieben. Und sich eine feste Zeit für Liebe und Zweisamkeit reservieren, wenigstens einmal pro Woche. „Sharing“ heißt das auf neudeutsch. Sie erzählt von einem Paar, beide Workaholics, die sich einen Abend pro Woche ganz für sich freihalten und dann das tun, worauf sie gerade Lust haben. Ihre kleinen Kinder geben sie in der Zeit in andere, liebevolle Hände. Ganz nach dem Motto: „Glückliche Kinder brauchen glückliche Eltern“. Dieses immer wieder bewusste Aufeinander einlassen hält die Beziehung lebendig. Seit sieben Jahren sind die beiden zusammen.
Dazu empfiehlt sie das Buch von Diana Richardson, „Slow Sex“ – Langsamer Sex mit viel Zeit und Hingabe.

Ob eine Frau sofort in ihren innersten Tiefen oder erst anders berührt werden möchte, liegt bei jedem selbst und kann auch variieren.

„Nichts gegen einen Quikki zwischen Tür und Angel und übereinander herfallen, Fleischeslust. Aber einmal in der Woche will ich ein Sieben-Gänge-Menü…“, bekennt Kirsten Balbig. Den Quikki bevorzuge sie allerdings in einer festen Partnerschaft, wo  sie Vertrauen hat und sich geliebt fühlt.

Der tantrische Teil der Sexualität gehe davon aus, dass diese das Göttliche in uns weckt und mit einer höheren Macht außerhalb von uns verbindet. Dann entsteht dieser Moment, wo zwei Menschen sich in der Tiefe berühren, ihre Herzen und Körper eins werden und überströmen vor Wärme und neuer Energie, die sie mit sich in die Welt tragen.

„Schlechter Sex kann süchtig machen. Bewusster, liebevoller Sex kann von Süchten befreien“, sagt Kirsten Balbig. Und liest noch zwei wunderbare Texte über die Kraft der Liebe: „Wenn du die Welt verändern möchtest, liebe eine Frau/Mann…“ von Lisa Citore.

Vielleicht besteht die Kunst des Liebens auch darin, einfach den Moment zu erkennen und zu genießen.

Ein spannendes und unerschöpfliches Thema, für das weitere Fortsetzung und noch mehr Zulauf bei den nächsten Talks im Kunstkeller wünschenswert wäre.

Text + Fotos (lv)

Fundstücke: Unzählige kleine Herzen lagen verstreut auf dem Nachhauseweg vom Talk im Kunstkeller.

Die Kunst des Liebens: Weiterführende Literatur – Empfehlungen von
Kirsten Balbig

Eva-Maria Zurhorst:
„Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest“;
„Liebe dich selbst und freu dich auf die nächste Krise“

Barry Long:
„Sexuelle Liebe auf göttliche Weise“

André Hermann Höfer:
„Himmel und Erde – 1 – Jetzt (ein kleines 3 mal 3 mal 3 zur
Wiedervereinigung von Mann und Frau)

Ilka Plassmeier:
„Ein Date mit der Seele“, „Ein Kompass durch den
Beziehungsdschungel“

Christian Thiel:
„Suche einen für immer und ewig“

Diana Richardson:
„Slow Sex“ (auch als DVD erhältlich)

Susanne Hühn:
„Schatz, ich muss dir was sagen: Wenn die Liebe ein Wunder
braucht“

Karin Langholf:
„Von der Schönheit, Frau zu sein: Heilung und Entfaltung der
Weiblichkeit“

David Deida:
„Der Weg des wahren Mannes“

Wenn du die Welt verändern möchtest, liebe eine Frau

Wenn du die Welt verändern willst… liebe eine Frau – liebe sie wahrhaftig! Finde die Eine, welche deine Seele berührt, die welche keinen Sinn macht. Wirf deine Checkliste weg, lege dein Ohr auf ihr Herz und lausche.

Höre die Namen, die Gebete, die Lieder eines jeden Lebewesens – jedes geflügelten, jedes pelzigen, jedes schuppigen, jedes unter der Erde und jedes unter Wasser, jedes grüne und blühende, jedes noch nicht geborene und jedes sterbende…

Höre ihre melancholischen Lobgesänge, bis zurück zu der Einen welche ihnen Leben gab. Wenn du deinen eigenen Namen noch nicht gehört hast, hast du nicht lange genug gelauscht.

Wenn deine Augen nicht mit Tränen gefüllt sind, wenn du dich ihr nicht zu Füssen wirfst, dann hast Du nie darum getrauert, sie fast verloren zu haben.

Wenn du die Welt verändern willst… liebe eine Frau, eine einzige Frau
jenseits deiner selbst, jenseits von Begehren und Vernunft,
jenseits deiner männlichen Vorlieben für Jugend, Schönheit und Abwechslung
und all deiner oberflächlichen Konzepte von Freiheit.

Wir haben uns selbst so viele Wahlmöglichkeiten gegeben
wir haben vergessen, dass wahrhaftige Befreiung
daher kommt, mitten im Seelenfeuer zu stehen
und unsere Widerstände gegen die Liebe durchzubrennen.

Es gibt nur eine Göttin.
Schaue in Ihre Augen und siehe – sieh wirklich ob sie diejenige ist,
welche die Axt an Deinen Hals führt.

Wenn nicht, geh weg. Genau jetzt.
Verschwende keine Zeit mit „Probieren“.

Wisse, dass deine Entscheidung nichts mit ihr zu tun hat
Weil es nicht darum geht, mit wem
sondern wann du wählst, dich hinzugeben.

Wenn du die Welt verändern willst… liebe eine Frau.
Liebe sie für das Leben – jenseits deiner Angst vor dem Tod
jenseits deiner Angst, manipuliert zu werden
von der Mutter in deinem Kopf.

Sag ihr nicht, du wärest bereit, für sie zu sterben.
Sag ihr, du bist bereit, mit ihr zu LEBEN,
Bäume mit ihr zu pflanzen und diese wachsen zu sehen.

Sei ihr Held, indem du ihr sagst, wie wunderschön sie ist in ihrer verletzlichen Erhabenheit, indem du ihr jeden Tag hilfst, sich daran zu erinnern, dass SIE eine Göttin IST durch deine Bewunderung und Hingabe.

Wenn du die Welt verändern willst… liebe eine Frau
mit all ihren Gesichtern, durch all ihre Jahreszeiten
und sie wird Dich heilen von deiner Schizophrenie

deinem gespaltenen Geist und deiner Halbherzigkeit
welche deine Seele und deinen Körper voneinander trennen –
welche Dich in der Einsamkeit halten und in der ständigen Suche ausserhalb deines Selbst
nach etwas, das Dein Leben lebenswert macht.

Es wird immer eine andere Frau geben.
Bald wird die neue Strahlende die alte Langweilige werden
und du wirst wieder rastlos werden, mit Frauen handeln wie mit Autos,die Göttin eintauschen gegen das neuste Objekt deiner Begierde.

Der Mann braucht nicht noch mehr Wahlmöglichkeiten.
Was der Mann braucht ist die Frau, ist der Weg des Weiblichen, der Geduld und des Mitgefühls, nicht-suchend, nicht-tuend,

des Atmens an dem einen Ort,
des tiefen Versenkens von sich ineinander verschlingenden Wurzeln
stark genug, die Erde zusammenzuhalten
während sie den Zement und den Stahl von der Haut abschüttelt.

Wenn du die Welt verändern willst… liebe eine Frau, nur eine einzige Frau.
Liebe und beschütze sie, als wäre sie das letzte heilige Gefäss.
Liebe sie durch ihre Angst vor dem Verlassenwerdenwelche sie für die gesamte Menschheit in sich getragen hat.

Nein, es ist nicht nur ihre Wunde, die geheilt werden will.
Nein, sie ist nicht schwach in ihrer Co-Abhängigkeit.

Wenn du die Welt verändern willst… liebe eine Frau
den ganzen Weg hindurch
bis sie dir glaubt,
bis ihre Instinkte, ihre Visionen, ihre Stimme, ihre Kunst, ihre Leidenschaft, ihre Wildheit zu ihr zurückgekehrt sind –

bis sie eine Kraft der Liebe ist, machtvoller
als all die politischen Medien-Dämonen, die danach trachten, sie zu entwerten und zu zerstören.

Wenn du die Welt verändern willst,
lege deine Streitigkeiten, deine Gewehre und Protestzeichen nieder.
Lege deinen inneren Krieg nieder, deinen berechtigten Ärger
und liebe eine Frau…

jenseits all deines Strebens nach Grösse,
jenseits deiner hartnäckigen Suche nach Erleuchtung.

Der Heilige Gral steht vor dir
wenn du sie nur in deine Arme nehmen
und die Suche loslassen würdest nach etwas jenseits dieser Intimität.

Was wäre, wenn Frieden ein Traum ist, der nur erinnert werden kann
durch das Herz einer Frau?

Was wäre, wenn die Liebe eines Mannes für eine Frau, der Weg des Weiblichen,
der Schlüssel ist um IHR Herz zu öffnen?

Wenn du die Welt verändern willst… liebe eine Frau
bis in die Tiefen deines Schattens,
bis zu den höchsten Weiten deines Seins,
zurück zu dem Garten, wo du sie das erste Mal getroffen hast,

zu dem Tor des Regenbogenreiches
durch das ihr zusammen hindurch geht als Licht, als Einheit,
zu dem Punkt an dem es keine Umkehr gibt,
zum Ende und dem Beginn einer neuen Erde.

Lisa Citore (2008)

http://lisacitore.com/poetry/if-you-want-to-change-the-world-love-a-woman-2008/
aus dem Englischen übersetzt von: Patricia Hilali (2014)

Wenn du die Welt verändern möchtest, liebe einen Mann

Wenn du die Welt verändern möchtest, liebe einen Mann. Liebe ihn aufrichtig. Wähle den einen, dessen Seele klar die deine ruft, der dich sieht und mutig genug ist, ängstlich zu sein.

Empfange seine Hand und führe ihn sanft zu deines Herzens Blut, dass er deine Wärme auf sich spüren kann und Ruhe findet, dass seine schwere Last verbrennen kann in deinem Feuer.

Schau in seine Augen, schau tief in sein Inneres und sieh, was dort schlummert oder wach ist, schüchtern oder voll Erwartung.

Schau in seine Augen und sieh dort seine Väter und Großväter, all die Kriege und den Wahnsinn, den ihre Geister kämpften, in einem fernen Land, zu anderer Zeit.

Schau auf ihre Schmerzen und Kämpfe und Qualen und Schuld; ohne Urteil. Und dann, lass es alles gehen.

Fühl hinein, in die Bürde seiner Ahnen, und wisse, was er sucht, ist sichere Zuflucht in dir.

Lass ihn in deinem festen Blick schmelzen. Und wisse, dass du seine Wut nicht zu spiegeln brauchst, denn in deinem Schoß, deiner Gebärmutter, liegt ein süßes, tiefes Tor, die alten Wunden zu heilen.

Wenn du die Welt verändern möchtest, liebe einen Mann. Liebe ihn wirklich. Sitze vor ihm, in der vollen Würde deiner Weiblichkeit, im Atem deiner Verletzlichkeit, in der Verspieltheit deiner kindlichen Unschuld, in der Tiefe deines Todes.

Eine blühende Einladung, in sanfter Hingabe, die sich öffnet für seine männliche Kraft.

Dass er zu dir kommt und ihr schwimmt im Schoß der Erde. In stillem Wissen, gemeinsam.

Und wenn er sich zurückzieht, und das wird er, flüchtend aus Angst, in seine Höhle, dann sammle du deine Großmütter um dich, umschlungen von ihrer Weisheit.

Höre ihr besänftigendes Flüstern, beruhige das Herz des verängstigten Mädchens in dir. Sei still und warte geduldig auf seine Rückkehr.

Sitze und singe an seiner Tür, ein Lied der Erinnerung, dass er Ruhe und Trost findet, ein weiteres Mal.

Wenn du die Welt verändern möchtest, liebe einen Mann. Liebe ihn ganz.

Entlocke ihm nicht seinen kleinen Jungen, mit Tücke und List, Verführung und Betrug, nur um ihn in ein Netz der Zerstörung zu locken – zu einem Ort aus Chaos und Hass, schrecklicher als jeder Krieg, den seine Brüder je kämpften.

Es ist nichts Weibliches daran, es ist Rache. Es ist das Gift unserer gestörten Geschichte, von Zeitaltern des Missbrauchs, der Vergewaltigung unserer Welt. Es gibt der Frau keine Kraft, es verstümmelt sie, während sie ihm seine Eier abschneidet. Und es tötet uns alle.

Und ob seine Mutter ihn halten konnte oder es nicht vermochte: Zeige du ihm die wahre Mutter, jetzt.

Halte ihn und führe ihn in deine Gnade und Tiefe, glimmend im Kern dieser Erde.

Bestrafe ihn nicht für seine Wunden, die nicht deinen Anforderungen entsprechen. Weine für ihn süße Flüsse. Blute es alles nach Haus.

Wenn du die Welt verändern möchtest, liebe einen Mann. Liebe ihn schutzlos.

Liebe ihn genug, um nackt und frei zu sein. Liebe ihn genug, um deinen Körper und deine Seele zu öffnen, für den Kreislauf von Geburt und Tod.

Und danke ihm für die Gelegenheit, während ihr gemeinsam tanzt, durch tobende Winde und stille Wälder.

Sei mutig genug, zerbrechlich zu sein, lass ihn die weichen, berauschenden Blüten deines Seins trinken. Lass du ihn wissen, dass er dich halten darf, aufstehen und dich schützen. Fall in seine Arme und vertraue ihm, dass er dich auffängt.

Auch wenn du schon tausende Male fallen gelassen wurdest. Lehre ihn Hingabe, indem du dich selbst hingibst. Und schmelze in das süße Nichts, das Herz dieser Welt.

Wenn du die Welt verändern möchtest, liebe einen Mann. Liebe ihn.

Ermutige ihn, nähre ihn, erlaube ihm, höre ihn, halte ihn, heile ihn. Und du wirst genährt und unterstützt und geschützt sein, durch starke Arme und klare Gedanken und gezielte Pfeile. Denn er kann, wenn du ihn lässt, alles sein, was du dir erträumst.

Wenn du einen Mann lieben willst, liebe dich selbst.

Liebe deinen Vater, liebe deinen Bruder, deinen Sohn, deinen Ex-Partner, vom ersten Jungen, den du je geküsst, bis zum Letzten über den du weintest.

Danke ihnen für die Gaben; für die Heilung – hin zu dem Treffen desjenigen, der nun vor dir steht.

Und finde in ihm den Samen für alles, was neu ist und voller Licht, ein Samenkorn, dass du nähren kannst um eine neue Welt wachsen zu lassen – gemeinsam.

Lisa Citore

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