Foto: Sebastian Hoppe/Staatsschauspiel Dresden

„Die Wirklichkeit ist eine Umwandlung unserer Träume“

Eine bewegend-bilderreiche Familiengeschichte im Spannungsfeld von Unterwegssein und Ankommen, Tradition und Moderne erzählt das Stück „Wo ein Vogel am schönsten singt“ nach dem Roman von Alejandro Jodorowsky im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

In der Bühnenmitte steht ein Baum mit Ästen voller Kleidungsstücke. Der Ich-Erzähler nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise zu den Wurzeln seiner Familie, seines Vaters und seiner Mutter und erlebt am Ende der Geschichte seine eigene Geburt. „Die Wirklichkeit ist eine allmähliche Umwandlung unserer Träume“, sagt er zu Beginn. Dichtung und Wahrheit liegen nah beieinander in dieser mit viel Witz und Poesie, fröhlichen, temperamentvollen und sehnsuchtsvoll-schwermütigen Akkordeonmelodien und Tango-Klängen erzählten, russisch-jüdischen Einwanderungsgeschichte Anfang des 20. Jahrhunderts in Chile und Argentinien.

„Wo ein Vogel am schönsten singt“ nach dem gleichnamigen Roman von Alejandro Jodorowsky, der 1992 erschien, setzt sich in der Inszenierung unter Regie von Mina Salehpour mit Flucht, Heimatlosigkeit, Unterwegssein und Ankommen, Religion und  Identität auseinander in einem farb- und fantasiereichen Bilderreigen mit schnellem Figurenwechsel. Es agieren fünf Schauspielerinnen und Schauspieler, die Männer- und Frauenrollen spielen, angeführt vom gewitzt-ironisch über die Bräuche wachenden Rebbe (Philipp Lux), als gutem Geist aus der Zwischenwelt, der die Familie auf ihrem gefahrvollen Weg voller Träume, Auf- und Umbrüche und Konflikten zwischen Tradition und Moderne begleitet. Viel Beifall vom Publikum.

Text (lv)

Nächste Vorstellungen: 17.6., 19 Uhr und 25.6., 19.30 Uhr im Kleinen Haus.

 

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