Aus dem Weinberg in die Ausstellung: Künstlerin Mechthild Mansel

Farbreiche Muntermacher

Wieder zu sehen ist die Ausstellung mit Malerei, Grafik und Keramik zum 60. Geburtstag von Mechthild Mansel in der Stadtgalerie Radebeul. Am 14. Juni, um 15 Uhr gibt es ein Gespräch mit der Künstlerin in der Ausstellung.

Heftig wirbelnde Farbwogen treffen auf Lichtblitze im Dunklen, eine beschwingte „Windorgel“ auf zarten „Sphärenklang“. Hinter den zunächst wie hingeschleudert, unruhig und undurchdringlich wirkenden Farblandschaften kann der innehaltende Betrachter eine Menge entdecken in der Ausstellung „Blickwechsel“. So heißt die derzeitige Ausstellung mit Malerei, Grafik und Keramik von Mechthild Mansel in einer Retrospektive-Schau anlässlich ihres 60. Geburtstages in der Stadtgalerie Radebeul in
Altkötzschenbroda 21.

„Wir sind froh, dass die Galerie wieder geöffnet hat und diese Ausstellung bis 21. Juni verlängert wurde“,sagt Stadtgalerist Alexander Lange. Zu beachten sind die Hygieneregeln wie Mindestabstand von 1,5 Meter und Mund-Nasenschutz. Maximal fünf Besucher können auf einmal in die Galerieräume. “Sie hat die Farbe und Struktur für sich entdeckt, die sich kontinuierlich in ihren Grafiken und auch neuen Werken widerspiegeln“, sagt er über das Schaffen von Mechthild Mansel, Sie hat ihr Atelier jetzt in der alten Schuhfabrik in Radebeul.

In der Stadtgalerie zeigt sie rund 70 Arbeiten, Ölbilder, Lithografien, Radierungen und Keramik. Darunter frühe figürliche Arbeiten, die in lebhaften Linienschwüngen ausdrucksreich Tanzende, steigende und fallende Figuren mit filigranem Netz, Paare, Träumende und eine schwarz schattenhafte Gestalt, den „Rufer“ nach Lyrik von J.L. Borges zeigen. Zwei Kopf-Bilder erinnern in der Handschrift an ihren geschätzten Lehrer Bernhard Heisig, wegen dem Mechthild Mansel 1993 zum Malerei- und Grafikstudium nach Leipzig ging und 1997 als Meisterschülerin abschloss.
Außerdem war sie mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen
Austauschdienstes 1994 bis `95 für das Studium in Malerei und Skulptur
an der Accademia di Belle Arti in Florenz. Seitdem ist Mechthild Mansel
als freischaffende  Künstlerin und als freie Dozentin u.a. an der Volkshochschule Radebeul tätig.

Ihre abstrakte Malerei ist in ebenso bewegtem Farb- und Linienspiel gehalten wie die Grafiken. Diese halten mal expressiv, energiegeladen, kantig und in luftig-leichten Formen und intensiv leuchtenden, zuweilen grellen Farbtönen Landschaften, Orte, Meer und Hafen als Ausdruck innerer Befindlichkeit und Reibung mit der Außenwelt fest. Viele Bilder hängen in schönen alten Rahmen aus ihrer Sammlung. Die Titel stehen versteckt unten am Bildrand. Der Betrachter soll erst die Arbeiten ansehen und sich seine eigenen Gedanken machen.

Ihre Bilder sind „Muntermacher“, „Lichtgesang“, „mehrstimmig“, schwingen auch mal farbbrodelnd die “Kopf-Keule“, führen an „Zauberorte“, sie lässt eine “Eis-Blume“ rot leuchten und die „Wintersonne“ hell strahlen. Dazu gesellen sich große Vasen und Schalen blau und grün bemalt mit Tanzenden, Blättern und Blumen. „Man kann die Bilder wie Musik auf sich wirken lassen“, sagt Mechthild Mansel über ihre Arbeiten.

Die Ausstellung von Mechthild Mansel ist noch bis 21. Juni in der Stadtgalerie Radebeul zu sehen. 

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di, Mi, Do von 14 – 18 Uhr und So von 13 – 17 Uhr