Die Natur spielt mit: Eine fantasievolle Figurenschar um die Schauspielerin und Regisseurin Regina Felber (im Hintergrund) lockt zum Wald-Theater.

Luftholen  – Eine musikalisch-theatralische Wanderung
mit Picknick im Wald

Insgesamt 15 Künstlerinnen und Künstler begleiten die Besucher beim Wald-Theater, das am 27. Juni, 15 + 18 Uhr Premiere hat.

Bühne frei zum „Wald-Theater“ in der Dresdner Heide. Vor traumhafter Kulisse im Waldpark Weißer Hirsch überrascht eine lustig-fantasievoll kostümierte Figurenschar die Spaziergänger. Zwischen Bäumen steht eine Wanderbühne mit samtrote Vorhang, auf dem vom Wind bewegte Blätterschatten mit den Sonnenstrahlen tanzen.

Ein erster Vorgeschmack auf ein Erlebnis besonderer Art. Unter dem Titel „Luftholen“ hat der musikalisch-theatralische Spaziergang am und im Stechgrund der Dresdner Heide am 27. Juni, 18 Uhr Premiere. Wegen des großen Interesses gibt es noch eine zweite Vorstellung um 15 Uhr. Beide Veranstaltungen sind bereits ausverkauft.

Sich Luft machen, Rausgehen und wieder live Kultur genießen nach dem langen Lockdown, das führte die Akteure um die Schauspielerin und Regisseurin Regina Felber zusammen. „Ich wollte wieder etwas machen, eine künstlerische Reise im Wald“, sagt Regina Felber, „und es ist toll, wieder mit anderen Künstlern zusammen arbeiten zu können.“ Noch nie sind die Leute so viel spazieren gegangen oder gejoggt und suchen Erholung im Wald wie während der Corona-Zeit, heißt es jetzt oft. Und Kunst im Wald?

Gab es so noch nicht und reizt Regina Felber daher um so mehr. Der Wald als Zufluchtsort, Ort der Geheimnisse, Träume und Visionen spielt außerhalb der Bühne und Stücken wie etwa Shakespeares „Sommernachtstraum“ bisher kaum eine Rolle. Das Kunstprojekt „Luftholen“ lädt die Besucher zum Gehen und Schauen, Hören, Verweilen und Lustwandeln im Freien ein. Insgesamt 15 Künstlerinnen und Künstler agieren zum Thema Luft und Wald an zehn Spielorten. „An der Pergola, dem Eingang zum Waldpark an der Stechgrundstraße wird das Publikum begrüßt, mit einem kulinarischen Lunchpaket und Getränk von Feinkost Müller vom Weißen Hirsch für das Waldpicknick versehen und in Gruppen von 30 bis 45 Personen von den Künstlern ins `Wald-Theater` begleitet“, so Regina Felber. Sie ist die Theaterdirektorin und spielt eine Figur, die vom Home Office weg will.

Mit von der Partie sind außerdem ein „sprechender Baum“, eine Frau im Käfig und eine Einsiedlerin, die im Wald lebt unter den Gesetzen der Natur, frei von den Zwängen der Gesellschaft und in einem Laubhaufen schläft. Gespielt wird sie von Julia Henke, die auch Figuren aus Holz mit der Kettensäge bearbeitet und einige mitbringt. Es gibt eine „Freakshow“ von Verrückten, die sich im Wald tummeln. Als Nixe in blauem Kleid und Fransentuch entsteigt die Tänzerin Sabine Jordan dem Wasser an der Teichquelle. Clown Lulu alias Joachim Lippmann sorgt als „bunter Hund“ für Späße und konkurriert
Flöte spielend mit dem Vogelgezwitscher. Eine urwüchsige Waldfee mit Feder und Blume im Haar und kraftvoll trommelnd, spielt Pepper Winnfried Haak. Ihr Künstlername ist Serpentina Riddle. Die 14-Jährige stammt aus einer Familie von Cheyenne-Indianern in den USA. Sie wohnt mit ihrer Mutter und Oma in Dresden.

Das Spiel im Wald begleiten Klänge auf dem Didgeridoo, Geige und Cello. Finanziell unterstützt wird die künstlerische Wald-Wanderung durch private Sponsoren, insbesondere Baywobau Dresden, die Apotheke am Weißen Hirsch, Ärzte und das Auktionshaus Günther. Regina Felber war sechs Jahre als Schauspielerin am Staatsschauspiel Dresden engagiert und initiiert und organisiert seither freischaffend kulturelle Projekte, darunter seit 2012 die Reihe „Dreikönigsball“ im Parkhotel Weisser Hirsch mit nationalen und internationalen Opernsängerinnen und für das Elbhangfest 2013 „Lohengrin – ein MusikSchauSpiel“ nach Richard Wagner. Das „Wald-Theater“ findet am dieses Jahr coronabedingt ausfallenden Elbhangfest-Wochenende statt.
Es ist natürlich kein Ersatz, aber setzt ein Zeichen für die Kultur, so Regina Felber. Sie wohnt seit 1994 in der Nähe vom Waldpark. 2011 entstand bereits „Spur der Kur“ in Zusammenarbeit mit dem Verschönerungsverein Weißer Hirsch/Oberloschwitz und der Baywobau, eine Zeitreise im ehemaligen Lahmann-Sanatorium mit 130 Mitwirkenden und 800 Zuschauern. Das Gebäudensemble wird saniert und als Wohnpark ausgebaut.

Außerdem kann man Regina Felber jetzt jeden Sonntag zwischen 14 und 18 Uhr mit Straßenmusik vor dem Café Clara unweit vom Körnerplatz erleben. Mit Liedern von Zarah Leander bis Rammstein. Manchmal trifft sie dann auch auf die spontan drauflos musizierende Künstlerrunde, wo auch Komiker Joachim Lipppmann regelmäßig mitmischt, unterhalb vom Körnergarten am Blauen Wunder mit regem Zulauf von Spaziergängern und Fans.

Innerhalb des Kultursommer 21, gefördert vom Bund, plant Regina Felber eine Stadtwanderung in Dresden, wieder mit verschiedenen Stationen und Künstlern. Zu erleben allerdings erst im September.

Weitere Infos und Kartenbestellungen (pro Person 25 Euro inkl. Lunchpaket und Getränk, Dauer: ca. zwei Stunden) für das Wald-Theater unter www.luftholen.regina-felber.de Für alle Nicht-Geimpften gibt es vor Ort ein zertifiziertes mobiles Test-Zentrum für einen Spuck-Test, der gratis genutzt werden kann.

Text + Fotos (lv)

Zum Theater in den Wald: das Titelplakat für diese besondere Aufführung gestaltete die Illustratorin Annette von Bodecker (im Foto 2. v. li). Außerdem dabei: Pepper Winnfred Haak, Joachim Lippmann, Regina Felber und Sabine Jordan.