Spiel um Macht. Wer wird die Krone aufsetzen in „König Lear“? Mit dem Shakespeare- Stück eröffnet am 18.9. die neue Spielzeit am Staatsschauspiel Dresden.


Wovon träumen junge Leute heute? Davon erzählt Büchners Lustspiel „Leonce und Lena“ ab 17.9. in einer Aufführung der Bürgerbühne im Kleinen Haus. Fotos: Sebastian Hoppe

Staatsschauspiel Dresden
Spiel mit Autos auf dem Neumarkt
und König Lears Töchter an der Macht

Nach fast einem Jahr Spielpause coronabedingt, hat sich das Staatsschauspiel Dresden viel vorgenommen für die neue Spielzeit. Insgesamt 27 Premieren, davon zehn Uraufführungen stehen auf dem Plan, die bisher nicht oder nur eingeschränkt gezeigt werden konnten. Die Bandbreite reicht vom Roadtrip „Asphalt“ als Spiel mit vierzig Autos auf dem Neumarkt (Premiere: 19.9.) über das Lustspiel „Leonce und Lena“ von Georg Büchner mit jungen Akteuren der Bürgerbühne im Kleinen Haus (17.9.) bis zu Schillers Monumentaldrama „Wallenstein“ unter Regie von Frank Castorf, der erstmals in Dresden inszeniert (Premiere: 9.4.2022). Beginnend mit Shakespeares „König Lear“ (18.9.) stehen die Zeichen auf Veränderung. Ein Machtwechsel steht an. Die junge Regisseurin Lily Sykes erzählt die Geschichte aus der Perspektive der Töchter Lears.
Außerdem kommt endlich die Inszenierung des Dresden-Romans
“Die rechtschaffenen Mörder“ von Ingo Schulze unter Regie von Claudia
Bauer im Oktober auf die Bühne im Großen Haus.

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Alternder Junggeselle auf Freiersfüßen. Da prallen Ansprüche, Liebes- und Moralvorstellungen aberwitzig aufeinander. Foto: Peter Förster

Sommertheater im Bärenzwinger
Molieres Frauen – schlau und verführerisch

Alle träumen vom Himmel auf Erden. Der alte, selbstgefällige Junggeselle auf
Brautschau und das einsame, schöne Waisenmädchen. Die üppig, direkte
und lebensfrohe Zofe und der in Liebe entflammte, junge Dichter.
Ihre Wege kreuzen, verlieren und finden sich wieder. Jeder will und verlangt etwas anderes vom anderen. Das führt zu mehr oder weniger komischen, widersinnigen Situationen und doppeldeutigen Dialogen in der Inszenierung „Molières Frauen – ein Shakespeare aus Paris“ (Buch und Regie: Peter Förster) in der bereits 18. Spielzeit des Sommertheater Dresden im Bärenzwinger. Sein bester Freund und seine Verlobte Sophie sind entsetzt als sie erfahren, dass der alte Schwerenöter dessen Sohn im Keller einsperrte, da er ihm die Braut wegschnappen wollte. Ein vergnügliches Stück über die Irrungen und Wirrungen der Liebe mit überraschenden Wendungen und ein absurdes Spiel mit Männer- und Frauenrollen, Wünschen und Erwartungen, Schein und Sein. Gespielt wird täglich außer Montag, 20 Uhr, auch bei Regen im überdachten
Innenhof noch bis 5.9.

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„Lustgarantie“: Entertainerin Dagmar Frederic gibt ihr Comödie-Debüt in der Komödie um ein quirliges Damentrio jenseits der 70. Foto: Robert Jentzsch

Comödie Dresden
Sternstunden mit Lustgarantie
zum 25jährigen Jubiläum

Kurz vor seinem 25jährigen Jubiläum geht das beliebte Privattheater
endlich wieder an den Start. Mit der Premiere von „Alice im Wunderland“
begann die Comödie Dresden nach monatelanger Zwangspause im Juni wieder mit dem Spielbetrieb und eröffnete die Open-Air-Saison am Elbschloss Übigau.
Noch bis Mitte September entführt dort das verrückt-komische Musical in eine
zauberhafte Welt zwischen Utopie und Wirklichkeit. Hochprozentige Unterhaltung liefert das Dresden-Musical “Mit Herz & Promille“ (18.8. – 5.9.), in dem die Pieschener Großfamilie König humorvoll und mit typisch sächsischem Charme die Lachmuseln strapaziert. In der Spielstätte der Comödie im WTC gibt es ab September wieder temporeiche Komödien und Kultproduktionen mit bekannten TV-Gesichtern zu sehen. Darunter die französische Boulevardkomödie „Sternstunden“ (ab 28.9.) mit Cosma Shiva Hagen und die Premiere von „Lustgarantie“ am 8. Oktober, in der die Sängerin und Moderatorin Dagmar Frederic ihr Comödien-Debüt gibt als Teil eines illustren und noch sehr lebensfrohen Damen-Trios jenseits der 70.

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Aus dem Leben eines Sonnyboys: Die „Frank Schöbel Story“ kommt nach seiner Autobiographie im Boulvardtheater auf die Bühne. Foto: Boulvardtheater Dresden

Boulevardtheater Dresden
Ansteckende Lebenslust, Frank Schöbel & Olsenbande

Mit viel Lust und Spielfreude öffnet auch das Boulevardtheater Dresden
wieder seine Türen. Mit der Premiere von „Herr Käpt`n, die Schaluppe leckt!“
kommt am 28. August die neueste frivole Komödie für Zuschauer ab 18 Jahren auf die Bühne. Kurz nachdem das kleine, exklusive Kreuzfahrtschiff „Flotte Welle“ unter Kapitän Florian Goldeisen in See sticht, sticht einige Passagiere der Hafer. Gäste und Crew verhalten sich übermütig und freizügig und das ganze Schiff scheint erfüllt von einer mysteriösen Wollust. Alles scheint aus dem Ruder zu laufen, nur die alte Frau Leutheuser-Schnarrenthal zeigt sich erstaunlich immun und wehrhaft gegen das um sich greifende Phänomen. Da bleibt sicher kein Auge trocken bei diesem maritim-intimen Stück über neu gewonnene Lebenslust. Als nächstes feiert am 8.9. „Die Frank Schöbel Story“ Premiere über sein Leben, seine Lieben und Lieder, gespielt von ihm selbst, seiner Band und dem Ensemble (beide Vorstellungen sind bereits ausverkauft!). Die Kultkomödie „Die Olsenbande dreht durch“ (vom 5. – 17.10.) sorgt wieder für reichlich komischen Nervenkitzel und herzerfrischenden Humor.

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Schöne Traumwelt: „Die Fantasticks“ Foto: Pawl Sosnowski

Staatsoperette Dresden
Von Cinderella bis Casanova

Träume und Sehnsüchte stehen nach fast zwei Jahren voller Einschränkungen
im Mittelpunkt der neuen Spielsaison 2021/`022 in der Staatsoperette Dresden im Kraftwerk Mitte. Sie erzählen von Sehnsucht nach der Ferne, von neuer Liebe, Glück und Reichtum und dem Traum von einer idealen Welt. Losgeht`s mit einem Dauerbrenner des Musiktheaters, „Im weissen Rössl“ (Premiere: 10.9.) in einer schmissigen Fassung mit Band und Streichquintett. „Blondinen bevorzugt“ heißt die zweite Premiere (ab 23.10.), ein Kultstück, das in der Verfilmung mit Marilyn Monroe weltberühmt wurde. Der Märchenklassiker „Cinderella“ erfreut zur Adventszeit die Herzen als mitreißendes Musical. Temporeich, voll spritziger Dialoge und mit Musik von Tango bis Foxtrott kommt die Operette „Der Vetter aus Dingsda“ auf die Bühne. In der turbulenten Kabarett-Revue „Zwei Krawatten“ wird ein mittelloser Kellner im Handumdrehen zum Gentleman. Mit „Casanova“, einer weiteren Revue-Operette, schließt die Spielzeit.

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Semperoper Dresden
Starke Frauen, Blues Brothers
und Peer Gynt

Mit 15 Neuproduktionen, 22 Wiederaufnahmen und Repertoirestücken in Oper, Ballett und Junge Szene öffnet sich ein Füllhorn von aufregend neuen Stücken in großartiger Besetzung. Unter dem Spielzeitmotto “Starke Frauenpersönlichkeiten“ sorgen gleich drei italienische Opern von Bellini, Verdi und Rossini für Leidenschaft und starke Töne: Mit Peter Konwitschnys „Norma“-Inszenierung, Vera Nemirovas Regiearbeit „Don Carlo“ und der in Kooperation mit dem Théatre de Champs-Èlysées, Paris entstandenen Neuproduktion “La Cenerentola“. Chefdirigent Christian Thielemann dirigiert die Aida-Premiere, inszeniert von der bekannten Schauspielerin
Katharina Thalbach. Für die Oper „Madama Butterfly“ kreierte
Modedesigner Kenzo die Kostüme. Als Highlight der Jungen Szene
locken die Musicals „Blues Brothers“ als Dresdner Erstaufführung
und Stephen Sondheims „Into the Wood/Ab in den Wald“ und als
Tanz-Höhepunkt tanzt das Semperoper Ballett erstmals „Peer Gynt“ in einer
Choreografie von Johan Inger.

http://www.semperoper.de

Texte (lv)