WortBilder, die vom Zauber endloser Anfänge erzählen: Autorin Lilli Vostry bei ihrer Lesung in der Preusker-Bücherei Großenhain. Fotos (2): Jens Reichel

Schwere Leichtigkeit und süße Melancholie

Die Gedichtlesung von Lilli Vostry und Gabriel Jagieniak „Vom Zauber endloser Anfänge“ hatte in der Karl-Preusker-Bücherei Großenhain Premiere.

Von Kathrin Krüger

WortBilder nennt sie ihre Gedichte. Poesie, bei der man Illusionen sehen kann. Die nämlich im eigenen Kopf. Wenn Lyrikerin Lilli Vostry von Meeresflüstern, dem Morgenlied oder Garten Eden erzählt, sind sie da. „Sie halten verhalten sich in und außerhalb von Bilderrahmen“. Das kann man nicht begreifen, das muss man in sich fühlen. Bilder, so poetisch, dass Töne keine Mühe haben, mit Leichtigkeit anzuschließen. Und mit süßer Melancholie.

Lilli Vostry und Musiker Gabriel Jagieniak haben sich scheinbar gesucht und gefunden. Ihre künstlerische Zusammenarbeit ist noch jung. Doch ernteten die beiden ungleichen Dresdner in Großenhain zur Premiere ihrer musikalischen Gedichtlesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ viel Zuspruch und beseelte Resonanz.

Lilli ist die eher unruhige, die in ihren poetischen Gedichten Zartheit und Verletzlichkeit zeigt, ansonsten eher nachdrücklich den Ton der Veranstaltung angibt. In neckisch-fordernden Wortwechseln trifft sie auf einen eher ruhigen Instrumentalisten am Akkordeon und Saxophon, der die spielerische Auseinandersetzung um das nächste Musikstück gern für sich entscheiden möchte. Das Großenhainer Premierenpublikum amüsierte sich darüber und war dankbar für die Unkompliziertheit, mit der diese Gedichtlesung vorgestellt wurde.

Natur und Zwischenmenschliches als Gedichtthemen ließen seltene Stimmungen aufkommen. Die wurden von der Musik unterstützt und verstärkt. Ob Tango oder französische Muzette, Gabriel Jagieniak hat die passenden Stücke zu den hintergründigen, oft rätselhaften emotionalen WortBildern von Lilli Vostry. Er stellte auch eine Kostprobe eines eigenen Liederprogramms vor.

Der wundervoll gestaltete Raum in der Preuskerbücherei – mit Bildern von Hobbymalerin Petra Rothe an den Wänden – gab das passende Szenario für so eine in mancher Hinsicht außergewöhnliche Unterhaltung ab. „Ein toller Auftakt, der Mut macht für Weiteres“, sagt Lilli Vostry. Sie möchte ihre Lesung gern an vielen weiteren Leseorten vorstellen.


Wunderbarer Ort & aufgeschlossenes Publikum: Offen, spontan, lebendig und unkompliziert ging es zu bei der Gedicht-Lesung mit Musik „Vom Zauber endloser Anfänge“ mit Gabriel Jagieniak und Lilli Vostry. Hier nach der Lesung zusammen mit der rührigen Bibliotheksleiterin, Kathrin Schäfer und einer Mitarbeiterin am 12. Oktober in der Preusker-Bücherei in Großenhain. Fotos (2): Jens Reichel