Vielseitig musikalisch unterwegs: der Posaunist Micha Winkler.

Leidenschaft für Klänge von Jazz bis Polka

Das krankheitsbedingt ausgefallene Geburtstagskonzert von Micha Winkler wird am 9. Juli nachgeholt. Am 31. März, um 20 Uhr begleitet er mit seinem „Dresden Swing Quartett das Programm „fortgeschritten“ von Gunther Emmerlich im FriedrichstaTT Palast am Wettiner Platz 10 (Eingang Jahnstraße) in Dresden.

Wenn Töne in aller Fülle funkeln, flüstern, hüpfen, springen oder quietschen, ist Micha Winkler ganz in seinem Element. Mit Posaune, Tuba, Trompete und Loop-Station begleitet er klangreich Kabarettisten und Geschichtenerzähler, leitet und spielt er erfolgreich in verschiedenen Bands. Der Jazzposaunist und Multimusiker Micha Winkler wollte am 19. März seinen 50. Geburtstag mit einem Konzert mit seiner „Dresden Bigband“ sowie musikalischen Freunden und Künstlerkollegen im FriedrichstaTT Palast  feiern, Daraus wurde krankheitsbedingt leider nichts.

Dafür begleitet Winkler mit seinem „Dresden Swing Quartett“ am 31. März, um 20 Uhr im Programm „fortgeschritten“ den populären Sänger und Entertainer Gunther Emmerlich, der Heiteres, Interessantes und zuweilen auch Besinnliches aus seinem bewegen Künstlerleben liest und auch den oder anderen Ohrwurm mitswingt mit seiner Bassstimme.

Mit zehn Jahren begann Winklers Musikerlaufbahn, kam er beim Meißner Pionierblasorchester in seiner Heimatstadt erstmals mit der Posaune in Berührung. „Die Verteilung der Instrumente ging nach dem Alphabet und bei W waren nur noch Posaune und Tuba  übrig“, erzählt Winkler schmunzelnd. Eigentlich wollte er Klarinette oder Trompete spielen wie sein Vater. Mit vierzehn gründete Winkler mit Gleichgesinnten seine erste Jazzband. „Wenn die anderen zur Disco gingen, spielten wir mit dem Orchester Konzerte. Der Orchesterleiter Siegfried Göckert war Musiker bei den ,Dresdner Tanzsinfonikern`. Dadurch habe ich mich auch früh mit dem Jazz- und Swing-Virus infiziert.“

Und das ließ ihn nicht mehr los. Als Winkler über Wochen einen Ton, das „F“, übte, fragten die Nachbarn seine Eltern, ob sie jetzt ein Schaf hätten?! Sie erwiderten: „Nee, unser Sohn spielt Posaune!“ Es braucht Zeit, Erfahrung und nicht zuletzt die körperliche Statur, bis es schön klingt, weiß Winkler. Er studierte fast zehn Jahre Jazzposaune, Arrangieren und Komposition bei den Professoren Hans Hombsch, Henry Walther und Rainer Lischka an der Dresdner Musikhochschule und danach in der Meisterklasse als Posaunist bei Prof Jiggs Wigham in Berlin, der als Jazzposaunist bei der Rias-Bigband spielte. Der schwedische Posaunist Nils Landgren ist ein großes Vorbild für Winkler. „Da er vielen Menschen Zugang zu Jazz gewährt, der sonst immer noch zu avantgardistisch erscheint.“

Micha Winkler zeigt, dass es auch  anders geht. Seine Posaune kann schmissig schmettern, feurig oder erhaben feierlich klingen. Und die Posaune kommt der männlichen Stimme am nächsten mit ihrem kräftig warmen Ton. Winkler ist vielseitig musikalisch unterwegs, seit 2008 vorwiegend als Musiker und Bandleader mit eigenen Projekten, darunter mit Sänger Gunther Emmerlich und dem „Dresden Swing Quartett“. Emmerlich ist auch der Ehrenpräsident des Fördervereins im FriedrichstaTT Palast. Mit der Jindrich Staidel Combo spielt Micha Winkler fröhlich mitreißende Musik, Jazzpolka.

„Meine Leidenschaft ist es, verschiedene künstlerische Genres, Stile und Menschen zu verbinden“, so Winkler. Wie im Großprojekt „Jazzmaschine“, wo mehrere Musiker eine Installation aus Schrott bespielten Kurz vorm Lockdown letztes Jahr im Oktober brachte Winkler noch ein Programm „Diktator Alligator“, die anrührende Lebensgeschichte eines Krokodils im Moskauer Zoo, mit dem Autor Francis Mohr  heraus. Jetzt steht der FriedrichstaTT Palast wieder offen, dessen Mitbetreiber und musikalischer Leiter Micha Winkler an der Seite von Schauspielerkollege Thomas Schuch seit 2019 ist.

Das Geburtstagskonzert wurde auf den 9. Juli verlegt, wo Künstlerkollegen und Weggefährten Micha Winkler nachträglich musikalisch gratulieren und mit ihm zusammen eine reichliche Ladung Swing und Jazz auf die Bühne bringen werden. Mit Blick auf`s neue Lebensjahrzehnt sagt Micha Winkler: „Mit 50 mache ich nur noch, was Spaß macht!“ Gerade erschienen ist seine erste CD mit eigenen Songs, erhältlich im FriedrichstaTT Palast und über seine Webseite www.michawinkler.de

Text + Foto (lv)

http://www.dresdner-friedrichstatt-palast.de