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Kategorien-Archiv: Lebensart

Sarrasani: „Wir machen weiter !“ – Die neue Varieté-Show soll im Dezember starten

17 Dienstag Nov 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Kultur, Lebensart, Projekte

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Zauberhaftes Vergnügen: Magier André Sarrasani und seine Mutter Trude Stosch-Sarrasani, einstige Direktorin des traditionsreichen Dresdner Zirkusunternehmens locken wieder mit einer Mischung aus Dinnershow, Varieté und Theater. Dazu gehören atemberaubende Artistik, Luftakrobatik, magische Illusion, herzerwärmende Clownerie und reizendes Showballett. Foto: Kai Schmidt

 „Wir wollen auf jeden Fall spielen – wenn es sein muss, eben später“

André Sarrasani erklärt, was der erneute Lockdown für seine Dinnershow bedeutet. Die neue Dinner-Show „Showtime“ soll Am 4. Dezember im Sarrasani Trocadero-Zelt in Nähe des Elbeparks Dresden starten.


Nach der Bekanntgabe der neuen Corona-Schutzmaßnahmen durch die Bundesregierung wendet sich André Sarrasani an die Öffentlichkeit: „Wir wollen auf jeden Fall spielen, wenn es sein muss, eben später“, sagt Sarrasani und erklärt weiter: „Wenn wir im November noch nicht starten können, ist es für uns kein Problem, unsere Dinnershow-Saison etwas nach hinten zu schieben. All unsere Künstlerinnen und Künstler stehen bereit, der neue Standort steht uns lang genug zur Verfügung. Wir haben einfach eine riesige Verantwortung unseren treuen Fans und Gästen gegenüber, die wir sehr ernst nehmen.“

Der ursprüngliche Beginn von „Showtime“ am 20. November 2020 muss durch den erneuten Lockdown verschoben werden. Es laufen jedoch bereits Planungen, damit die Show voraussichtlich Anfang Dezember, am 4. Dezember starten kann. Der Aufbau des Sarrasani Trocaderos in der Nähe des Elbeparks geht indessen weiter voran. Bereits gekaufte Karten behalten Ihre Gültigkeit und der Vorverkauf geht weiter.

Verantwortung für kulturelles Leben

„Wir haben natürlich Verständnis für die neuen Schutzmaßnahmen und Einschränkungen, schließlich steht unser aller Gesundheit auf dem Spiel. Dennoch sind Kunst, Kultur, Varieté und Unterhaltung ganz wichtige Bestandteile unseres Alltags, unserer Gesellschaft, einfach unseres gesamten Daseins als Menschen. Deshalb müssen wir als Künstlerinnen und Künstler in so einer schwierigen Situation die Ärmel hochkrempeln und anpacken“, sagt der Showmaster und bekräftigt: „Gemeinsam mit den vielen anderen Kreativen in unserer Region ist es unsere Aufgabe, für die Vielfalt der Kultur zu sorgen. Wir machen weiter!“

Hygienekonzept und Platz vorhanden

Von den „Showtime“-Machern wurde bereits ein umfassendes Hygienekonzept erarbeitet und kann jederzeit ergänzt und erweitert werden – je nachdem, was die aktuelle Situation erfordert. Zudem sei das neue Sarrasani Trocadero mit über 1.000 Quadratmetern groß genug, um Mindestabstände und Sicherheit zu gewähren und Gästen damit unbeschwerte Unterhaltung sowie Show-Genuss zu bieten.

Text: Nora Körner – PR und Event Consultant ABG Marketing GmbH für Sarrasani

Über Sarrasani:

Der Name „Sarrasani“ steht für über 100 Jahre Varietégeschichte und modernes Entertainment. Bekannt wurde der Familienbetrieb vor allem durch seine Artistik-, Zauber- und Tiernummern, mit denen er das Bild der deutschen Varietékunst weltweit prägte. Heute befindet sich das Traditionsunternehmen mit André Sarrasani in der vierten Generation. Der Illusionist und Showmaster präsentiert seinen Gästen mit Sarrasani Trocadero seit 2004 eine zeitgemäße Melange aus Dinnershow, Varieté und Theater. Darüber hinaus unterstützt die Sarrasani Entertainment GmbH als Dienstleister Kunden in Sachen Veranstaltungsservice, Zeltvermietung, Showprogramm, Moderation und Catering.

Weitere Informationen: www.sarrasani.de  

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Lesung: Das Gewesene und die Gegenwart mit Julia Schoch und Thilo Krause

16 Montag Nov 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur

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ZWEI STIMMEN DER AKTUELLEN LITERATUR ZUM SYSTEMWANDELN

Lesung und Gespräch mit Julia Schoch und Thilo Krause am 19.11., 19.30 – 21 Uhr: Die Veranstaltung findet als Live-Streaming statt.

Thilo Krause und Julia Schoch setzen sich mit der Frage der Identität im wiedervereinigten Deutschland und mit der Frage ihrer Herkunft durch Rückblick auf Sozialisationserfahrungen in der DDR auseinander.

Beide sind etwa Mitte der 1970-er Jahre geboren, beide im Osten. Es ist der Blick einer Generation, die als junge Erwachsene die Wende erlebt und sich im neuen System eingerichtet hat.

Thilo Krause, geboren 1977 in Dresden, lebt und arbeitet in Zürich. Für seine Gedichte wurde er mehrfach ausgezeichnet. In seinem neuen Roman „Elbwärts“ (2020) kehrt ein junger Mann mit Frau und Kind nach Jahren zurück ins Felsland der Sächsischen Schweiz.

Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, lebt als freie Schriftstellerin und Übersetzerin in Potsdam. Sie veröffentlichte u. a. den Roman „Schöne Seelen und Komplizen“ (2018). Darin schildert sie das Leben von Schülern eines Elitengymnasiums in der DDR und dreißig Jahre nach der „Wende“.

Moderation Jörg Schieke, Literaturkritiker / MDR Kultur
Weitere Informationen und Anmeldung zum Live-Streaming auf der Homepage der Gedenkstätte http://www.bautzner-strasse-dresden.de

Eine Kooperation der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden, den Städtischen Bibliotheken Dresden und der VHS Dresden.

Text: Christine Bücher, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden
Bautzner Str. 112a
01099 Dresden

Telefon: +49 351 899 60 442
Fax: +49 351 646 54 43

www.bautzner-strasse-dresden.de

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„Kunst und Kultur sind Lebensmittel.“ – Offener Brief sächsischer Theaterleiter und Künstler an Ministerpräsident Michael Kretschmer gegen die Zwangsschließung

16 Montag Nov 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kabarett, Kultur, Lebensart, Theater, Zwischenmenschliches

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„Ohne Live-Kultur wird es nicht nur still, sondern kalt!“

Die Unterzeichner des Offenen Briefes wollen mit der Landesregierung ins Gespräch kommen, wie eine Öffnung der Kultureinrichtungen in Pandemiezeiten und somit auch eine bessere und sinnvollere Planung umsetzbar wäre.

Ministerpräsident Michael Kretschmer
Sächsische Staatskanzlei
Archivstraße 1
01097 Dresden
Dresden, 16. November 2020
offener Brief
per Mail: direkt@michaelkretschmer.de
buergerbuero@sk.sachsen.de

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmer,

seit dem 02. November unterliegen nun unsere Theater zum zweiten Mal der Zwangsschließung. Während unsere Schauspielerinnen und Schauspieler, Musikerinnen und Musiker, Technikerinnen und Techniker auf unseren Bühnen mit bewundernswertem Optimismus ins Ungewisse proben, verwaisen unsere – in den letzten Monaten (auch mit staatl. Förderung) für die Virenminimierung hochgerüsteten – Zuschauersäle und Foyers.

Wir, die unterzeichnenden sächsischen Theaterleiterinnen und -leiter, nehmen, so wie auch unsere Ensembles, die Covid-19-Pandemie sehr ernst und leisten selbstverständlich einen Beitrag zur Eindämmung des Virus, auch wenn dafür unsere Theater zeitweise geschlossen werden müssen. Auch die versprochenen Staatshilfen zum Ausgleich der durch die Zwangsschließung verursachten Einnahmeneinbrüche stimmen uns zuversichtlich, dass wir unsere Häuser finanziell über Wasser halten können.

Seit spätestens Mitte März bestimmt die Pandemie das Leben in unserem Land. Am Anfang fehlten wissenschaftliche Erkenntnisse über das Virus, entsprechend grob und undifferenziert fielen die Schließungsmaßnahmen zur Bekämpfung aus. Dafür hatten wir Verständnis. Aber heute fragen wir uns, warum es die politisch Verantwortlichen in den letzten acht Monaten versäumt haben, feinere Instrumente zur Pandemiebekämpfung gemeinsam mit uns zu entwickeln und notwendige Schließungen auf wissenschaftliche Grundlagen und Nachvollziehbarkeit zu gründen. Bis heute konnte deutschlandweit keine einzige Ansteckung in einen Theatersaal zurückverfolgt werden. Die Theater haben kluge und kostenintensive und von den Gesundheitsämtern überprüfte Hygienekonzepte entwickelt, die Zuschauer sitzen vernünftig auf Abstand und tragen Maske, Frischluftsysteme wurden aufwändig eingebaut oder aufgerüstet, manche Theater haben sogar hochmoderne Ionisierungsanlagen installieren lassen … kurz: Die Theater haben alles getan, um den Besuch der Veranstaltungen für ihre Zuschauer sicher zu machen.

Für uns als Kreative ist es irritierend, ernüchternd und nicht zuletzt auch demotivierend, wenn von Politikern Kultur als reines Freizeitvergnügen eingeordnet und mal eben einfach von einem Tag auf de auf den anderen ersatzlos abgeschaltet werden kann. Kultur ist für Menschen relevant. Lebenswichtig.

Oder wie es unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier formulierte: „Kunst und Kultur sind, in einem sehr buchstäblichen Sinn, Lebensmittel.“ Wir möchten ergänzen: Lebensmittel für Menschen, die in Kulturveranstaltungen Trost, Erbauung, Hoffnung, Meinungsaustausch, Widerspruch und Gehör suchen.

Live-Kultur ist wichtig für die seelische Gesundheit, weil sie Hirn, Herz und Bauch gleichermaßen zu berühren vermag – eine Fähigkeit, die kein digitales Ersatzangebot leisten kann. Ohne Live-Kultur wird es nicht nur still, sondern auch kalt, weil Populisten ohne lauten Widerspruch die Gesellschaft weiter spalten können, weil die Angst, Ratlosigkeit und die Wut vieler Menschen keine anderen Räume mehr finden, um durch Gegenvorschläge, Lachen oder Schönheit aus der Dumpfheit geholt zu werden.

Live-Kultur mangels fehlender Weitsicht zur Tragweite solcher Entscheidungen, klügere Konzepte zu entwickeln, abzuschalten, sie gar als verzichtbares Unterhaltungsvergnügen zu behandeln, ist gefährlich für die Demokratie und den Frieden zwischen Menschen mit unterschiedlichen Haltungen.

Wir bitten Sie, sowie jeden politischen Entscheider, jeden, der zur Meinungsbildung in Pandemie-Gremien und Sondersitzungen beiträgt, zu helfen, in Zukunft differenzierte Lösungen zu finden, die eine Öffnung der Kultureinrichtungen einschließt. Geben Sie uns, den Kulturschaffenden dadurch bitte die Möglichkeit, unseren gesellschaftlichen Beitrag in dieser Zeit zu leisten.

Abschließend möchten wir Sie bitten, uns die Möglichkeit eines persönlichen Gespräches einzuräumen, um mit Ihnen in den Dialog zu kommen. Auch wir möchten unseren Beitrag leisten, haben uns Gedanken gemacht und möchten Ihnen aus unserer Sicht ein paar Vorschläge vorstellen, wie eine Öffnung der Kultureinrichtungen in Pandemiezeiten und somit auch eine bessere und sinnvollere Planung umsetzbar wäre, ohne von Langzeitkollateralschäden der gesamten Kreativwirtschaft zu sprechen und dauerhaft deren Arbeitsplätze zu erhalten.

Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und freuen uns auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen.

Unterzeichnende

Comödie Dresden, Olaf Maatz, Direktor
Dresdner Comedy & Theaterclub, Agentur Kulturperlen Dresden, Heike Jack
Herkuleskeule Dresden, Philipp Schaller, Künstlerischer Leiter
Kammerspiele Dresden, Peter Förster, Theaterleiter
1001 Märchen GmbH, Reiner Petrovsky, Geschäftsführer und künstlerischer Leiter
Central Kabarett Leipzig, Henrik Dantz, Geschäftsführer
Blauer Salon, Karla Wachsmuth, Betriebsleiterin
Komödie Leipzig, Irene Holzfurtner und Mathias Engel, Schauspieler und Geschäftsführung
August Theater Dresden, Grigorij Kästner-Kubsch, Theaterleiter
Close Up Night Dresden, Torsten Pahl, Matthieu Anatrelle, Andre Kursch, Zauberkünstler und Theaterleiter
Kabarett Leipziger Pffermühle gGmbH, Dieter Richter, Geschäftsführer und künstlerischer Leiter
Kabarett Academixer Leipzig, Dörte Waurick, Geschäftsführerin
Weil die Schließung der Theater auch viele freiberufliche Künstlerinnen und Künstler betrifft, schließen sich
diesem Brief an:
Matthias Machwerk, Kabarettist und Autor, Dresden
Ellen Schaller, Schauspielerin und Kabarettistin, Dresden
Kathleen Echterhoff-Miersch, Sängerin, Klipphausen/Dresden
Dr. Stephan Reher, Unterhaltungskünstler und Regisseur, Dresden
Jörg Lehmann, Pianist und Kabarettist, Dresden
Dimitrij Sacharow, Regisseur und Produzent Sandtheater Leipzig und Dresden
Annemarie Schmidt, Kabarettistin, Leipzig
Roman Raschke, Kabarettist, Leipzig
Jürgen Fliegel, Kabarettist, Leipzig
Simone Danaylow, Musikerin und Theaterregisseurin, Leipzig
Katrin Tröndle, Kabarettistin, Leipzig
Martin Joost, Musiker, Leipzig
Helga Werner, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Sabine Alex, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Michaela Tschubenko, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Evelyn Kitzing, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Babette Kuschel, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Kirsten Balbig, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Kerstin Doelle, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Daniel Minetti, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden und Krefeld
Stephan Reher, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Wolf Dieter Gööck, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Radebeul
Ulrich Thiem, Ensemble 1001 Märchen GmbH, Dresden
Peter Röttig SKABA, Entertainer, Dresden
Frank Weiland, Schauspieler, Kabarettist Dresden
Anke Geißler, Kabarettistin, Leipzig
Wolfgang Schaller, Autor, Dresden
Hannes Sell, Schauspieler, Dresden
Michael Specht, Schauspieler, Bannewitz
Andreas Leuschner, Musiker, Dresden
Meigl Hoffmann, Kabarettist & Autor, Leipzig
Heike Ronniger, Schauspielerin & Kabarettistin, Leipzig
Carolin Fischer, Kabarettistin, Leipzig
Olaf Hais, Schauspieler & Regisseur, Dresden
Michael Rümmler, Kabarettist, Dresden
Alexander Fabisch, Schauspieler & Musiker, Leipzig
Felix Constantin Voigt, Schauspieler, Dresden
Tom Quaas, Schauspieler, Dresden
Mario Grünewald, Schauspieler & Regisseur, Dresden
Anne Konstanze Lahr, Designerin & Bühnenbildnerin, Dresden
Cornelia Fritzsche, Puppenspielerin, Dresden
Dieter Richter, Geschäftsführer, Künstlerischer Leiter und Kabarettist
Ute Loeck, Kabarettistin, Leipzig
Elisabeth Sonntag, Kabarettistin, Leipzig
Rainer Koschorz, Kabarettist, Leipzig
Burkhard Damrau, Kabarettist, Leipzig
Bernard Paschke, Kabarettist, Leipzig
Hans-Jürgen Silbermann, Kabarettist, Leipzig
Rebekka Köbernick, Kabarettistin, Leipzig
Sascha Kiesewetter, Kabarettist, Leipzig
Heinz Klever, Gastkabarettist, Leipzig
Hartmut Schwarze, Pianist, Leipzig
Steffen Reichelt, Schlagzeuger, Leipzig
Ingo Volkmer, Ton- und Beleuchtungstechniker, Leipzig
Florian Zwiener, Ton- und Beleuchtungstechniker, Leipzig
Ines Richter, Stellvertretung der Geschäftsführung Pfeffermühle, Leipzig
Stephan Richter, Fotograf und Kassierer, Leipzig
Dimitrij Sacharow, Regisseur und Produzent Sandtheater, Leipzig und Dresden
Roman Raschke, Kabarettist, Leipzig
Jürgen Fliegel, Kabarettist, Leipzig
Simone Danaylow, Musikerin & Theaterregisseurin, Leipzig
Katrin Tröndle, Kabarettistin, Leipzig
Martin Joost, Musiker, Leipzig
Erik Lehmann, Kabarettist, Arnsdorf
Michael Feindler, Kabarettist, Leipzig
Maxim-Alexander Hofmann, Kabarettist, Leipzig
Benjamin Gerlach, Cellist, Radebeul
Andrea Müller, Comedian, Weinböhla
Tino Liebe, Comedian, Dresden

*
Information über den Offenen Brief:

Comödie Dresden/Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

http://www.meinwortgarten.com – Das Dresdner Kulturgewächshaus im Netz – Inhaberin und freie Journalistin Lilli Vostry schließt sich diesem Offenen Brief und Appell der Kulturschaffenden an.

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Neue Lyrik: „Der Horizont der Träume“ von Christine Matha

08 Sonntag Nov 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Poesie

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Am Horizont der Träume und verblassten Schatten

In ihrem neuen Gedichtband in deutscher und italienischer Sprache fängt die Bozener Lyrikerin Christine Matha in eindrucksvollen, stimmungsreichen Versen die sich ständig wandelnde und erneuernde Wirklichkeit ein. Auch wenn sie weiß: „Es fehlt stets irgendetwas, das in uns weiter bohrt und Worte sucht…“

„Zwischen den Worten/ die vielen Räume/worin sich Bilder/auf Bilder häufen…“ So beginnt eines der Gedichte der Lyrikerin Christine Matha. Manche sind ganz kurz, andere lang über mehrere Seiten, mit oder ohne Titel und alle irgendwie miteinander verbunden, stetig im Fließen wie die ständig sich wandelnde und erneuernde Wirklichkeit. „Zwischen den Worten/ die Wartezeiten, die wir Tag um Tag im Herzen sammeln. / Zwischen den Worten das schwarze Loch unlösbarer Fragen.“

In den Texten ihrer neuen Anthologie „Der Horizont der Träume/L`orizonte dei sogni“ (erschienen bei Curcu Genovese, 2019 in Trient – Italien) taucht Christine Matha in „die Träume und Galaxien vieler Zeiten“ ein und „im Schweigen bilden sich die Welten neu.“ Verlorenes, Vergessenes, Wiedergefundenes, die Bürden des Lebens, die alle Worte rauben und die Angst vor der Sprachlosigkeit sprechen aus den Zeilen und treiben Christine Matha immer wieder an.

Das Besondere dieser Ausgabe, die durch Naturaufnahmen der Kunstfotografin Mariagrazia Bianchi einen weiteren Reiz erhält, ist ihre Zweisprachigkeit. Die Gedichte stehen in deutscher und italienischer Sprache nebeneinander. Vor einiger Zeit entdeckte ich sie im Internet, wo Christine Matha rege neue Texte publiziert in sozialen Netzwerken wie Facebook.

Die Autorin und passionierte Übersetzerin Christine Matha wurde 1943 in Brixen (Südtirol) geboren und wohnt in Bozen. In den 1970er Jahren experimentiert sie in visueller Poesie und nimmt Kontakt mit anderen konkreten Poeten wie Ugo Carrega, Sarenco in Italien und Clemente Padin in Südamerika auf und beteiligt sich an Sammelausstellungen der visuellen Poesie. Seit 1968 tätig in der Kunstrestaurierung mit Arbeitssitz in Trient, promovierte sie als Werkstudentin an der Universität Padua in Literatur und Ästhetik mit einer Dissertation über Theorie und Praxis in alten und neueren Restaurierungssystemen. Sie veröffentlichte ihre Kurzgeschichten, Gedichte und Haiku in Anthologien und einen Roman (Neuauflage als E-Book) mit dem Titel „Schenkung auf italienisch“. 2016 war Christine Matha Preisträgerin mit Liv Evju (norwegische Fotografin) des Internationalen Wettbewerbes „Il Carro delle Muse“ und bekam 2017 den Encomio Speciale per la Poesia. 2017 erschien das zweisprachige Buch „Maskerade“ mit 44 Gedichten von ihr und Bildern von Manfred Evertz im Pubblitec edizioni-Verlag, Bozen.

In den Gedichten von Christine Matha geht es viel um existenzielle Themen: immer wieder der Fluss des Lebens, das Verrinnen von Zeit, Vergänglichkeit, die Grenzen von Traum, Wirklichkeit, Sehnsucht, Schmerz, das Unbekannte, was kommt… Im nächsten Moment, am nächsten Tag, nach dem Lebensende… Die Suche und das Ringen um Antworten, auch für das Ungewisse, Unsagbare, Ungreifbare, die Räume zwischen den Worten, Gefühle, Stimmungen tauchen immer wieder auf in ihren Texten. Die Bilder dafür, oft Meer, Wellen, fliehende Stunden, Tage, Jahre die wie Flüsse wandern, sind sehr schön und berühren. Die Bilder wiederholen sich oft, mäandern, breiten sich aus, fließen über, manchmal ist es dann zu viel… Etwas gestrafft und dichter würden manche der Texte für mein Empfinden noch mehr an Atmosphäre und Aussagekraft gewinnen.

Die freien Verse sind mal konkret, klar, mal geheimnisvoll, in Metaphern gehalten und besitzen viel emotionale Kraft und regen an zum Nach- und Weiterdenken. Sie sind mal leicht, unbeschwert, lichtvoll und zuversichtlich und mal schwermütig, dunkel….
Diese Gedichte trösten, wärmen, muntern auf und erhellen dunkle Tage. Nie verliert Christine Matha in ihnen den „Horizont der Träume“ aus dem Blick. „Zeit der Reise zu den Grenzen, / ohne Umkehr, ohne Weisung / auf der Suche nach den Quellen, / um den Seelendurst zu stillen“, schreibt sie im Titelgedicht. Ein Schwingen und Wogen begleitet ihre Zeilen, das nachhallt und weiter wogt.

Text + Fotos (lv)

http://www.curcugenovese.it


Die Buchrückseite des Gedichtbandes „Der Horizont der Träume“ von Christine Matha.

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Vorlesetag: „Fast alle Kinder lieben es, wenn ihnen vorgelesen wird.“

06 Freitag Nov 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Projekte

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„Wir würden ja, aber es passt nicht in
unseren Alltag“ – warum Eltern wenig vorlesen

49 Prozent sagen, dass es ihnen keinen Spaß macht / wenig Bücher zuhause / Vorlesestudie 2020 vorgestellt.

Rund 32 Prozent der Eltern in Deutschland lesen ihren Kindern selten oder nie vor – diese Zahl ist seit Jahren konstant. Erstmalig geht die Vorlesestudie 2020 der Frage nach, welche Gründe dahinterstecken. Dazu wurden bundesweit 528 Eltern befragt, die maximal einmal pro Woche vorlesen.

Die Vorlesestudie 2020, die kürzlich in einer Online-Pressekonferenz vorgestellt wurde, ist wie der Bundesweite Vorlesetag am 20. November ein gemeinsames Projekt von Stiftung Lesen, DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung.

Wenig Zeit

Häufig fehlt es an Zeit und Bereitschaft zum Vorlesen. Die Hälfte der Eltern gibt an, dass es im Haushalt anderes zu tun gibt und sie zu erschöpft zum Vorlesen sind. Außerdem denken 48 Prozent der befragten Eltern, dass ihren Kindern woanders schon genug vorgelesen wird, vor allem in der Kita.

„Vorlesen ist für viele der Befragten eine zusätzliche Belastung in ihrem Alltag“, sagt Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer der ZEIT Verlagsgruppe. „Dabei lässt es sich mit anderen Freizeitaktivitäten wie etwa Basteln gut verbinden, das wollen wir noch mehr zeigen. Schon fünf Minuten Vorlesen sind besser als nichts.“

Wenig Bücher

Auch mangelt es in vielen Haushalten an Vorlesestoff. 68 Prozent der befragten Haushalte geben an, dass ihre Kinder maximal zehn Bücher haben. Sie sehen diese Tatsache häufig nicht als Manko, allerdings fänden es 57 Prozent der befragten Eltern gut, wenn ihre Kinder regelmäßig Bücher geschenkt bekämen.
Die Studie zeigt auf, dass Buchgeschenke die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Eltern häufiger vorlesen.

„Geschichten müssen zu den Familien kommen, egal ob als Buch oder digital“, fordert Jürgen Kornmann, Leiter Marketing & PR der Deutschen Bahn AG und Beauftragter Leseförderung der Deutsche Bahn Stiftung. „Vorlesestoff sollte im Alltag überall verfügbar sein – attraktiv, unkompliziert, niedrigeschwellig und in möglichst vielen Sprachen. Das erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit, dass die Eltern häufiger niedrigeschwellig und in möglichst vielen Sprachen. Das erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit, dass die Eltern häufiger vorlesen.“

Wenig Spaß

49 Prozent der Eltern macht Vorlesen keinen Spaß. Damit gehen sehr kritische Vorstellungen vom Vorlesen einher: Die Eltern glauben, schauspielern und ihre Kinder zum geduldigen Zuhören zwingen zu müssen. 44 Prozent der befragten Eltern sagen, dass ihr Kind zu unruhig sei, 31 Prozent geben an, dass ihr Kind selbst gar nicht vorgelesen bekommen möchte.

„Viele der befragten Eltern stehen dem Vorlesen kritisch gegenüber – es macht ihnen keinen Spaß, weil sie sich der Aufgabe nicht gewachsen fühlen“, sagt Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer Stiftung Lesen. „Die Hälfte hat in ihrer eigenen Kindheit zu Hause keine Vorleseerfahrungen gemacht. Ihnen fehlt das Vertrauen, dass Vorlesen jederzeit und überall ohne Übung möglich ist. Das wollen, das müssen wir ändern, denn es geht darum, dass alle Kinder diesen wichtigen Impuls in ihr Leben mitnehmen können!“

Die Präsentation der Vorlesestudie wurde von einer Diskussion begleitet, wie Vorlesen gewinnbringend in Familien gebracht werden kann, in denen es bislang nicht oder nur wenig praktiziert wird. Hierzu diskutierten Prof. Dr. Simone C. Ehmig (Stiftung Lesen), Daja Wübbens (Impuls Stiftung Deutschland), Jürgen Kornmann (Deutsche Bahn AG / Deutsche Bahn Stiftung), moderiert von Katrin Hörnlein (DIE ZEIT).

Die Vorlesestudie wird seit 2007 jährlich durchgeführt. 2020 hat iconkids & youth München im Mai und Juni 528 Eltern von Kindern im Alter von 1-6 Jahren (358 Mütter, 170 Väter) persönlich-mündlich befragt, die maximal einmal pro Woche vorlesen. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Gruppe der selten und nie vorlesenden Eltern bundesweit.

Alle Ergebnisse sowie Vorleseempfehlungen für Kinder zwischen einem und acht Jahren finden Sie unter: http://www.stiftunglesen.de/vorlesestudie

Zentrale Ergebnisse aus den zurückliegenden Vorlesestudien lauten:
– Vorlesen fördert die Lesemotivation und das Leseverhalten (2011/2018)
– Vorlesen fördert die sprachliche Entwicklung (2018)
– Vorlesen fördert die persönliche Entwicklung (2015)
– Vorlesen fördert die sozialen Kompetenzen von Kindern (2015/2016)

– 91 Prozent der Kinder in Deutschland lieben es, wenn ihnen vorgelesen wird und wünschen sich, dass dies noch viel öfter geschieht. (2016)

Beim Bundesweiten Vorlesetag setzen jedes Jahr Hunderttausende Menschen ein Zeichen für das Vorlesen. 2020 findet er am 20. November statt.

Text: Oliver Wasmann

Deutsche Bahn Stiftung
Kommunikation / Pressesprecher
Bellevuestraße 3
10785 Berlin
Tel. (030) 297 56107

Weitere Informationen und Anmeldung:
http://www.vorlesetag.de

http://www.deutschebahnstiftung.de
http://www.stiftunglesen.de
http://www.zeit-verlagsgruppe.de
http://www.vorlesetag.de

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Förderprogramme für Darstellende Künstler im Lockdown

05 Donnerstag Nov 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Projekte

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Erste #TakeCareResidenzen an über 130 Künstler*innen und -gruppen vom Bündnis internationaler Produktionshäuser vergeben

Dazu gehören FFT Düsseldorf, HAU Hebbel am Ufer Berlin, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Kampnagel Hamburg, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main, PACT Zollverein Essen und tanzhaus nrw Düsseldorf.

Das Rettungspaket NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und die #TakeThat-Förderprogramme des Fonds Darstellende Künste ermöglichen dem Bündnis internationaler Produktionshäuser, diese Maßnahmen mit der Vergabe von ersten #TakeCareResidenzen zu unterstützen und damit Kunstschaffenden zu helfen.

Das neue Programm #TakeCareResidenzen fördert ergebnisoffene Recherchen, die in Verbindung mit Residenzen an einer Bühne des Bündnisses internationaler
Produktionshäuser stehen. Deren Programmteams entscheiden gemeinsam über die Auswahl der Künstler*innen, Gruppen und Residenzvorhaben. Das Verfahren selbst verantwortet der Fonds Darstellende Künste.

Ziel des Programmes ist es, die berufliche Existenz von professionellen Künstler*innen und Gruppen, die durch die Covid-19 Pandemie und die Einschränkungen im kulturellen Sektor existenziell betroffen sind, zu stabilisieren und die Verbindung mit kooperierenden Theater- und Tanzhäusern zu stärken. Inhaltliche Schwerpunkte dieser Vorhaben sind u.a. Kunst im digitalen Raum, feministische Perspektiven auf die Gegenwart, die Erforschung performativer Elemente der Natur und Umwelt sowie das interdisziplinäre Arbeiten und die Diversifizierung der Künste. Künstlerkollektive benennen insbesondere die Reflektion über Arbeitsstrukturen und Hierarchien sowie das Recherchieren neuer Formen der Zusammenarbeit als Kernpunkte ihrer Residenzvorhaben.

Die stipendienartige Förderung wird an bundesweit und bundesländerübergreifend arbeitende Einzelkünstler*innen für monatlich 2.500 Euro für einen Mindestzeitraum von zwei Monaten vergeben. Langjährig kollektiv arbeitende Künstler*innengruppen können ihre Anträge für bis zu fünf antragstellende Personen zum selben Vorhaben gebündelt einreichen und so insgesamt bis zu 25.000 Euro erhalten. In der ersten Förderrunde wurden knapp 140 #TakeCareResidenzen in Höhe von ca. 1 Million Euro vergeben.

Online-Anträge für die zweite Förderrunde können noch bis zum 15. November 2020 und ausschließlich beim Fonds Darstellende Künste eingereicht werden: https://onlineantrag.fonds-daku.de/start. Für die Antragstellung muss u.a. die Residenzbescheinigung von einem der sieben Bündnishäuser vorliegen.

Der Beginn der nächsten #TakeCareResidenzen ist am 1. Dezember
2020, das Programm endet am 31. August 2021.
#TakeCareResidenzen ist ein Förderprogramm des Fonds Darstellende Künste im Rahmen von NEUSTART KULTUR. Realisiert durch das Bündnis internationaler Produktionshäuser, dem Zusammenschluss der sieben größten Institutionen für die freien darstellenden Künste in Deutschland, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Text: Barbara Schindler

Bündnis internationaler Produktionshäuser e.V.
c/o HAU Hebbel am Ufer Stresemannstr. 29 10963 Berlin
T +49 (0)176-20925679
barbara.schindler@produktionshaeuser.de

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Premiere „Kiss me, Kate“ an den Landesbühnen Sachsen

02 Montag Nov 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Theater

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Reizvolles Spiel auch ohne Küsse: die widerspenstige Olivia Katharina (Olivia Delaurè) und ihr Verehrer Petruchio (Holger Uwe Thews). Fotos: Sylvio Dittrich

Wie aus weniger mehr wird

Beim Musical „Kiss me, Kate“ an den Landesbühnen Radebeul bewirken die Corona-Einschränkungen, dass die Darsteller zu Bestform finden. Am 31. Oktober war Premiere.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Die Bühne ist minimal bestückt, es gibt kaum Kulissen, nur wenige Requisiten. Aber einige sind Wie aus weniger mehr wird unerlässlich: Masken und Plexiglaswände. Sie hindern die Darsteller daran, sich zu berühren, ja sich zu küssen. Aber genau das soll doch laut Stücktitel passieren. An gelegentlichen Spitzen zeigen die singenden Schauspieler im Musical „Kiss me, Kate“ an den Landesbühnen Sachsen, wie sehr ihnen die Corona-Einschränkungen zusetzen. Nur die Premiere durfte am Sonnabend stattfinden. Nun ist das Stück wie der gesamte Spielplan für einen Monat auf Eis gelegt.

In „Kiss me, Kate“, 1948 in New York uraufgeführt, wird Theater in einem Theaterstück gespielt. Während eine Darstellergruppe Shakespeares Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“ aus dem 17. Jahrhundert vorbereitet, in der es um Liebe und Widerstand geht, ergeben sich auch unter den Darstellern Beziehungskonflikte und amouröse Abenteuer – wie Petruchio und Katharina auf der Bühne, so Fred und Lilli hinter den Kulissen. Bzw. Lucentio und Bianca alias Bill und Louis Lane.

Wie das Ensemble dieser musikalischen Komödie in der Inszenierung von Peter Kube aus dem Weniger an Miteinander ein Mehr an Darstellungskunst macht, ist lustvoll anzuschauen. Und anzuhören. Bis auf die ausgebildete Sängerin Olivia Delauré als Gast (Katharina) und Musicaldarstellerin Christin Rettig (Bianca) ausschließlich Schauspieler singend zu den Band-Einspielungen zu erleben. Sie kraxeln für so bekannte Hits aus der Feder von Cole Porter wie „Wunderbar, wunderbar“ auf Tische. Sie erklimmen die typisch amerikanische Showtreppe für „Es ist viel zu heiß“. Oder kleiden sich um, während sie „Schlag nach bei Shakespeare“ schmettern. Auch konditionell zeigen sich die Darsteller in Höchstform.

Holger Uwe Thews legt als Petruchio mit Rasta-Haartracht sängerisch gegenüber seiner Rolle im Landesbühnen-Musical „Hair“ noch einiges zu. Olivia Delaurè reizt ihre Rolle als leidenschaftliche und widerspenstig geltende Katharina bis zum Äußersten aus. Christin Rettig bekommt für eine bravouröse Stepeinlage Szenenapplaus der nur einhundert erlaubten Premierengäste. Sehr amüsant sind zudem Moritz Gabriel und Michael Berndt-Canana, die in der Verkörperung zweier Ganoven ihrer komödiantischen Finesse so richtig Raum geben können.

In Erinnerung bleibt vor allem das kreativ umgesetzte Tanzen der Darsteller innerhalb von Plastikgehäusen. Wie sie drehend über die Bühne schieben und dabei das anstrengende Leben eines Reisetheaters zwischen Pirna und Großenhain intonieren, ist Corona geschuldet und gerade deshalb eine fabelhafte Darbietung. Welch erstaunliche Energie aus einer Pandemie!

Wieder am 4.12. im Stammhaus Radebeul, am 5.12. im König-Albert-Theater Bad Elster.

http://www.landesbuehnen-sachsen.de

Amüsantes Versteckspiel zweier Ganoven: Michael Berndt-Canana und Moritz Gabriel. In der Mitte Johannes Krobbach.

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Ausstellung „Bilder ohne Rahmen“ von Ausdrucksmalern in der Städtischen Galerie Dresden

01 Sonntag Nov 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Kultur, Lebensart, Projekte

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„Wenn du eine innere Stimme hörst, die sagt: Du kannst nicht malen, dann male auf jeden Fall, damit diese Stimme zum Schweigen gebracht wird.“ Vincent van Gogh

„Manche Maler machen aus der Sonne einen Punkt. Andere machen aus einem gelben Punkt eine Sonne.“ Pablo Picasso

Eine Augenweide der Fantasie

Eine Gruppe von Ausdrucksmalenden  zeigt zurzeit in einer Ausstellung mit dem Titel „Bilder ohne Rahmen“ ihre ausdruckreichen Arbeiten in der Städtischen Galerie im Landhaus/Stadtmuseum Dresden, EingANG lANDHAUSSTRASSE. Die Finissage mit Ausstellungsrundgang für die Besucher und anschließendem gemeinsamen Essen, Trinken und Erzählen im Museumscafé findet heute, am 1. November, von 16 bis 19 Uhr statt.

„Zum Ausdrucksmalen komme ich mit einem Rucksack, den ich sukzessive auf das Blatt entleere“, steht auf einer der farbenfrohen Postkarten zu dieser besonderen Ausstellung. „Im Malraum bin ich geschützt und kann sein, wie ich bin“, schreibt ein anderer Teilnehmer dieses Projekts. Auf rund 300 Quadratmeter sind 48 farben- und formenreiche Bilder von malfreudigen Menschen zu sehen, die dabei ganz auf ihre eigene Wahrnehmung, Sehen, Empfinden und Intuition vertrauen. Die Freude am Malen und mehr über sich zu erfahren und sichtbar werden zu lassen für andere, stehen dabei im Vordergrund. Leider habe ich erst vor kurzem rein zufällig bei einer Lesung im Landhaus von dieser ungewöhnlichen, sehr sehenswerten Ausstellung und Begleitprogramm erfahren, die bereits seit September laufen.

Dieses Angebot des Ausdruckmalens startete zunächst als ein Projekt für minderjährige, unbegleitete Geflüchtete, die ihre Erlebnisse und Gefühle in den Bildern frei herauslassen und verarbeiten konnten. Inzwischen sind dazu interessierte Dresdnerinnen und Dresdner aller Altersgruppen und Herkunft jeden zweiten Mittwoch von 16 bis 18 Uhr im Malraum der Städtischen Galerie Dresden eingeladen, sich von Farben und Formen inspirieren zu lassen und ihren eigenen kreativen Ausdruck zu finden. Das Projekt Ausdrucksmalen wird geleitet von Irene Bader und Franziska Schmidt.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos unter http://www.hier-ist-malraum.de

Anmeldung erforderlich unter: franziska.schmidt@museen-dresden.de

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Premiere „Wunderblock – eine Trilogie der Erinnerung“ im Kleinen Haus

29 Donnerstag Okt 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Theater

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„Wunderblock I: Roswitha“ – die Unverzagte
„Wunderblock II: Dörte“ – die Lebenslustige
„Wunderblock III: Thomas“ – NichtmehrStotterer
Fotos: Sebastian Hoppe

Echtes Leben auf der Bühne

Drei Menschen. Drei Stücke. In „Wunderblock I  – III – eine Trilogie der Erinnerung“ von Miriam Tscholl nehmen Roswitha, Dörte und Thomas die Zuschauer mit in ihre ganz persönliche Welt mit allen Höhen und Tiefen, mit mal witzigen, wehmütigen, offenherzigen, schönen, traurigen und nachdenklichen Momenten in einem Theaterprojekt der Bürgerbühne im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Es ist ein Wagnis und Experiment zugleich: Menschen erzählen auf der Bühne ihre Lebensgeschichte mit allen Höhen und Tiefen, sie agieren allein oder zu zweit. Ein besonderes Theatererlebnis für Akteure und Zuschauer gleichermaßen sind die Aufführungen „Wunderblock I – III – eine Trilogie der Erinnerung“ von Miriam Tscholl, die als ein Projekt der Bürgerbühne Premiere hatten im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Für das Theaterprojekt bewarben sich über 50 Interessierte, aus denen
sie drei auswählte. Der Titel spielt an auf die Notizen zum “Wunderblock“
von Siegmund Freud, der in der vielschichtig beschriebenen Wachstafel ober- und unterhalb der Folie mit ihren Wischspuren ein Modell vom menschlichen Gedächtnis sah. Davon angeregt, interessierte die Regisseurin und ehemalige Leiterin der Bürgerbühne Miriam Tscholl, wie diese Leben sich zu einer Biographie fügen. Welche Ereignisse hinterlassen Spuren, verändern und prägen eine Person und ihren Lebensweg? Aus langen Interviews mit den Protagonisten entstanden die Textvorlagen. Die drei Stücke – „I: Roswitha“, „II: Dörte“ und „III: Thomas“ –  sind Teil eines Ganzen. Jedes ist in sich abgeschlossen, lässt aber in den sehr verschiedenen Lebensgeschichten dennoch Verbindendes entdecken, wenn man alle Aufführungen anschaut. Es fühlt sich zunächst seltsam an, wie offen und selbstverständlich Roswitha Bach, Dörte Kleinbeckes und ihre Mutter Gudrun und Thomas Brockow dem Publikum die Tür in ihr Leben öffnen, das sie von kleinauf bis heute betrachten und reflektieren über ihre Träume und Traumata, Glück und Unglück, Freude, Schmerz, Enttäuschungen und Erfahrungen. Ebenso neugierig, gespannt und staunend erlebt man, wie die sprunghaft zwischen Vergangenheit und Gegenwart pendelnden Erzählteile sich sortieren, verknüpfen zu einem roten Lebensfaden und Zusammenhänge sichtbar werden.

Die Kulisse bleibt immer die gleiche. Ein Wohnzimmer. Der Inhalt des Kühlschranks, der Fensterausblick und die Gegenstände an den Wänden wechseln mit dem Mensch, der dort auftritt und die Zuschauer in seine ganz persönliche Welt mitnimmt für eine Stunde. Den Anfang macht Roswitha, der man ihre 72 Jahre nicht ansieht. Sie trägt ein geblümtes Kleid und Strickjacke und summt vor sich hin, während sie strickt und erzählt über ihre Familie, die sie früh verlor, ihre Einsamkeit, sexuellen Missbrauch, verpasste Chancen und neuen Lebensmut. Eine Uhr tickt und ein Wecker klingelt. Zeit für die Tabletten. Und für eine „Puddingpause“. Wie einst als junge Frau bei den Diakonissen. Sie isst genussvoll und erzählt mit ruhiger Stimme schöne und traurige, entsetzliche Dinge. Manchmal lacht sie, heiter und bitter zugleich. Begleitet von Cellospiel. Ergriffen hört man ihr zu, fühlt mit und wünscht sich, dass ihr großes Herz und warmes Lächeln die Schatten besiegen. Ein grandioser Schlussmoment, als Roswithas Wunsch sich erfüllt, einmal eine „Nussknacker“-Aufführung zu erleben. Der steht in Ballettrock und Pelzkappe auf dem Tisch und spielt hingebungsvoll Geige für sie.

In Teil zwei stehen Tochter und Mutter zusammen auf der Bühne. Dörte verkörpert mit ihrer prallen Körperfülle pure Lebensfreude und Sinnlichkeit, das ganze Gegenteil ihrer Mutter, die der Tochter im Hintergrund zuschaut, laut staubsaugt und sie immer wieder zurechtweist: “Dörte, dein Schild hängt hinten raus !“ Dörte ist Mitte 40, kinderlos und tut was ihr gefällt. Schönheitsideale sind ihr egal, sie isst gern und viel und hat Spaß am Sex. Sie erzählt wie es im Swingerclub war, wo sie ihren Schatz fand. Sie lacht, tanzt und stellt ihrer Mutter provozierende Fragen, warum sie so ernst und prüde ist, beide reden über ihre Beziehungen und tragische Verluste. Toll, amüsant und beeindruckend sind diese unverschämt ehrlichen Mutter-Tochter-Gespräche, mit denen sie sich wieder näher kommen.

In Teil drei erzählt Thomas Brockow, Mediziner und Musiker, selbstbewusst und unterhaltsam über seine Reiseabenteuer als Student und seine Erfahrungen mit dem Stottern, dem Hängenbleiben der Worte, geht den Gründen nach und spielt mit seiner Sprechstörung. Seine langsam bedächtige Stimme, ernsthaft und komisch zugleich vortragend, erinnert ein wenig an Loriot. Ob das nun Zufall oder Absicht ist. Es kommt gut an beim Publikum. Auch sein Spiel an Keyboard und Gitarre von Swing, Blues, zarten Mozart-Sonaten bis zu lebhaft vibrierendem Jazz und tiefe, vielsagende Blicke, die anziehend auf Frauen wirken. Er kennt die befreiende Wirkung sowohl von Musik als auch Sexualität, welche die unsichtbare Wand der Sprechbarriere auf wundervolle Weise durchbreche. Er weiß aber auch, dass es eine eingeübte Bühnenshow ist und ein Monolog, den er kennt, anders als die Realität mit ihren unvorhersehbaren Situationen, immer wenn Stress und Emotionen dazukommen, fällt ihm das Sprechen schwer, gerät er ins Stottern. Doch Thomas weicht nicht mehr aus. Die unsichtbare Wand zwischen ihm und dem Gegenüber ist durchlässiger geworden, er selbst nahbarer. Alle drei Aufführungen stecken wie eine Wundertüte voller Überraschungen, Erkenntnisse, wecken eigene Erinnerungen und machen Lust auf weitere Lebenserzählungen auf der Bühne. Für alle drei gab es reichlich Beifall vom Publikum.

Text (lv)

Nächste Vorstellungen:

„Wunderblock I: Roswitha“, 29.10., 19.30 Uhr;
„Wunderblock II: Dörte“, 30.10., 19.30 Uhr;
„Wunderblock III: Thomas“, 31.10., 19.30 Uhr.

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

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Neue Comedy-Pop-Show „KannMannSutra“ mit den NotenDealern im Dresdner Comedy & Theater Club

29 Donnerstag Okt 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Zwischenmenschliches

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Zum Anbeißen komisch: die NotenDealer geben kurz vor Inkrafttreten der neuen Corona-Maßnahmen mit Veranstaltungsverboten an diesem Wochenende noch zwei Vorstellungen im Dresdner Comedy & Theater Club. Foto: PR

Der Humor blüht weiter

Mir / uns fehlen eigentlich die Worte, ich bin geschockt … Dem sowieso schon grauen November werden nun noch die letzten Farben genommen. Unser vorsichtiger Optimismus, alle Mühen, Hygienekonzepte etc. – irgendwie nutzlos, mit Füßen getreten. Unsere Künstler*Innen sind sehr traurig, daß sie nun wieder einige Wochen nicht auf der Bühne stehen dürfen. Alle Vorstellungen ab 2. November 2020 müssen abgesagt werden L

Doch es muss weitergehen … Klopapier wächst ja nicht aus der Wand 😉 Also schauen wir mal, was wir retten können.
Und so haben sich die wunderbaren NotenDealer spontan bereit erklärt, noch an diesem Wochenende Doppelvorstellungen ihrer großartigen neuen ComedyPopShow „KannMannSutra?“ zu spielen.

Es stehen zwei neue Termine an, für die noch Karten zu haben sind:

Samstag, 31.10. 2020 um 16 Uhr
Sonntag, 01.11. 2020 um 20 Uhr

Ticketreservierungen unter: Telefon 0351-46 44 877

Lassen Sie uns gemeinsam Spaß haben, so lange es noch geht. Wir freuen uns auf unser Publikum!

Aktuell spielt der DRESDNER COMEDY & THEATER CLUB selbstverständlich für Wohlbefinden und Sicherheit noch mit reduzierter Platzanzahl und angemessenem Hygienekonzept am angestammten Spielort.
Es sollten aber Gäste mit Symptomen unsere Vorstellungen bitte nicht besuchen, im Theaterkeller einen Mund-Nasen-Schutz tragen, Abstände eingehalten und die Hände desinfiziert werden.

Text: Heike Jack

DRESDNER COMEDY & THEATER CLUB
Gewölbekeller im Kügelgenhaus
Hauptstraße 13
01097 Dresden
Telefon 0351-46 44 877

www.comedytheaterclub-dresden.de 

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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