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Kategorien-Archiv: Literatur

Frauen in Bewegung: das Buch „Die Frau auf dem Foto“ von Stephanie Butland

09 Sonntag Okt 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur

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Bilder vom Kampf an der weiblichen Front

Stephanie Butland erzählt in „Die Frau auf dem Foto“ von der Emanzipationsbewegung in Großbritannien in den 1960er/70er Jahren und vom Fotografieren. Ihr Roman stellt Fragen, die bis heute unbeantwortet sind.

Von Kathrin Krüger

Kann man einen feministischen Roman ohne Kompromisse schreiben und darauf hoffen, dass er auch von Männern und heutigen Frauen gelesen wird, die mit dem Kampf um Frauenrechte nichts am Hut haben? Man kann. Die britische Autorin Stephanie Butland beweist es. „Die Frau auf dem Foto“ bringt Protagonistinnen auf den Plan, an denen man sich reiben muss. Denn was Veronica Moon und Leonie Barratt, die fiktiven Romanheldinnen, in den 1960er bis 1980er Jahren erleben, ist britische Zeitgeschichte. Und Geschichte von Frauen und ihre Fragen an Gleichheit und Selbstbestimmung. Fragen, über die bis heute gestritten und nachgedacht wird.

Leonie ist die Schreiberin für Zeitungen und Bücher, feministisch bis zur Kotzgrenze. Veronica ist die Fotografin. Sie wächst erst in die Emanzipationsbewegung hinein. Ihre Fotos überdauern die Zeit und erzählen im Roman bis heute von den Vorstellungen, wie selbstbewusste Frauen damals die Welt im Allgemeinen und die Männer im Besonderen sahen. Stephanie Butland verbindet geschickt die historisch verbürgten Ereignisse mit einer vermutlich fiktiven aktuellen Ausstellung in der Londoner The Photographers Gallery. Diese Ausstellung über Aufnahmen der berühmten Vee Moon wird ausgerechnet von einer gewissen Erica kuratiert, die Leonies ungewollte Tochter ist, aber als Kind ihrer konservativen Schwester aufwächst. Erica ist Ehefrau und Mutter und fragt sich selbst, was die Errungenschaften der Emanzipation ihr persönlich gebracht haben. So gelingt es Stephanie Butland, im Hintergrund immer die Probe aufs Exempel mitschwingen zu lassen: Haben sich die Hoffnungen der damaligen Kämpferinnen erfüllt? War ihre Sicht auf die Gleichstellung angemessen? Gingen sie zu weit oder waren sie nicht streitbar genug?

Frauen von heute wie Frauen damals wollen geliebt und geachtet werden. „Zu oft ist liebenswert gleichbedeutend mit bescheiden, zurückhaltend, still. Kompetent, ja, aber wenn, dann bitte auf Stöckelschuhen – als ob der einzige Weg, wie wir unsere Macht, Stärke und Klugheit demonstrieren können, darin bestünde, unser Handeln mühelos aussehen zu lassen, oder so tun, als seien unsere Leistungen nebensächlich, oder bei Interviews Fragen darüber zu beantworten, wie wir Kinder und Karriere unter einen Hut bringen; Fragen, die Männern nie gestellt werden.“ Diese Anmerkung der Autorin umreißt das ganze Dilemma, das der Roman aufwirft. Heutige Frauen verdanken dem Feminismus der 1960er und 1970er Jahre das Leben, das sie führen können. Doch die Angriffslust, die Frauen wie Leonie und Veronica noch an den Tag legten – beschrieben wird z.B. der Angriff auf die Miss World Wahl in London im November 1970 – hat heute kaum noch Massenwirkung. „Männer galten definitionsgemäß als Teil des Problems“ und Frauen, die sich für sie schönmachten, schienen einfach nur unterdrückt. Frauen seien Männern grundsätzlich nicht zu Dank verpflichtet, behaupteten die Feministinnen. Leonie schrieb für die Zeitung monatliche „Frontberichte vom Kampf der Geschlechter“. Wer würde das heute noch so behaupten.

Trotz aller Bedeutungsschwere liest sich „Die Frau auf dem Foto“ kurzweilig, spannend und wenn man so will auch belustigend. Man kann eigentlich nur den Kopf schütteln, dass Leonie Barratt behauptet, dass Mutterinstinkt ein „Scheißbegriff“ wäre, den Männer erfunden hätten, um Frauen klein zu halten. Am Ende ihres Lebens kommt sie aber selbst auch noch in ihre Mutterrolle.

Und dann die Gedanken über Fotografie! Autorin Stephanie Butland hat sie tatsächlich selbst von ihrem Vater beigebracht bekommen. Originell führt sie neue Teile ihres Romans mit Informationen zu Belichtung oder Bewegung ein. Das macht das Lesen abwechslungsreich und den Roman noch wertvoller. Dass das Geheimnis um Kuratorin Erica – ihr Name stammt von der Schriftstellerin Erica Jong, die das Kultbuch „Angst vorm Fliegen“ verfasste – so ganz nebenbei gelüftet wird, entfaltet trotzdem seine Wirkung. Es versöhnt mit der Gegenwart, in der Frauen immer noch Männer umschmeicheln, um zu bekommen, was sie wollen. Sie könnten es auch fordern. Doch um wieviel effektiver geht heute weibliches Selbstmarketing, das durchaus selbstbewusst und trotzdem liebevoll-sinnlich daherkommt!

Stephanie Butland „Die Frau auf dem Foto“ Roman, 2019 bei Knaur erschienen. Preis: 10.99

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Lesung mit dem Schriftsteller & Lyriker Lutz Seiler in der Buchhandlung LeseZeichen in Dresden

05 Montag Sept 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Poesie

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Rückkehr in den Heimathafen der Poesie

Der gefeierte Autor Lutz Seiler liest am 7. September, 19.30 Uhr aus seinem neuen Gedichtband „Schrift für blinde Riesen“ und seinem Roman „Stern 111“ im LeseGarten der Buchhandlung Lesezeichen auf der Prießnitzstraße 56 in der Dresdner Neustadt.

Nach dem mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Bestseller Kruso führt Lutz Seiler in seinem neuen Roman die Handlung fort: Stern 111 ist Roadtrip, Berlinroman und die Geschichte einer Familie, die der Herbst 89 sprengt und die nun versuchen muss, wieder zueinanderzufinden. Während seine Eltern in den Westen gehen, flieht Carl nach Berlin, um dort durch das archaische Chaos der Nachwendezeit zu schlingern.

»Stern 111 ist ein Roman voll knallhart herzergreifender Psychologie, voll Szenen, in denen Menschen an einer Wirklichkeit rütteln, die sich gerade neue Gesetze gibt.« (Paul Jandl, NZZ)

Aber Lutz Seiler kehrt, nach zwei Romanen, auch in den Heimathafen der Poesie zurück: In seinem neuen Gedichtband Schrift für blinde Riesen erklingen die Stimmen der Kindheit, geht es ins Waldstadion, in einen Knochenpark und zu den blinden Riesen der Antike.

Im LeseGarten in der Prießnitzstraße sind sie nun beide, der Dichter und der Romancier, in Lesung und Gespräch zu erleben.

Moderation: Volker Sielaff

Eintritt frei

In Kooperation mit dem Literaturforum Dresden e.V.

https://literaturnetz-dresden.de/veranstaltungen/lutz-seiler-liest/

Und hier zum Vorbereiten ein Gespräch zum Roman „Stern 111“

https://literaturnetz-dresden.de/mediathek/stern-111-ein-gespraech-zum-roman-von-lutz-seiler/

Mit besten Grüßen,
Jörg Scholz-Nollau — Mo-Fr. 10-13 und 15-19 Uhr, Sa. 10-14 Uhr Buchhandlung LeseZeichen Priessnitzstrasse 56 01099 Dresden Inh.: Jörg Scholz-Nollau Tel. 0351-8033914 Fax 0351-8033915 www.buchlesen.de info@buchlesen.de

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Kunst am Elbufer – Lebensräume entdecken bei der 5. Kunstmeile Laubegast

02 Freitag Sept 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Kultur, Lebensart, Literatur, Musik, Projekte

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Grafik aus Japan, Lateinamerika und Deutschland wird im flussaufwärts-Saal am Laubegaster Ufer 29 gezeigt. Dort ist am Sonnabend, um 18 Uhr das Pantomime-Duo Bodecker & Neander mit seinem Programm „Silence“ zu erleben (begrenzte Sitzplätze! Reservierung per mail an flussaufwaerts@gmx.de )

Ausstellungen, Pantomime, Lesung und Musik

Zum 5. Mal lockt die 5. Kunstmeile Laubegast mit einem vielfältigen Programm am 3. und 4. September von 11 bis 18 Uhr an verschiedenen Veranstaltungsorten zwischen Fährstraße, Laubegaster Ufer und Österreicher Straße.

Der Künstler Eckhard Kempin zeigt Malerei in seinem Atelier im Melli-Beese-Haus auf der Österreicher Straße 84. Dieses Jahr wird zusätzlich auch die Ferienwohnung auf dem Arial des Melli-Beese-Grundstückes für Ausstellungszwecke genutzt. Sybille Sprunk bereitet eine Lesung vor (Sa, 15 Uhr) und es wird musiziert (Sa., 15.30 Uhr und So., 12 Uhr, Liedermacher Uwe Kotteck).

Im Kunst-Café von Silvia Jaretzki und Team könnt Ihr am Sonntag selbstgebackenen Kuchen genießen.

Genauere Angaben für eure Kunstwanderung entnehmt Ihr bitte dem Programm.

Info: Angela Fugmann
Freundeskreis Eckhard Kempin

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Lange Nacht der Literarischen Alphabete mit Nadja Küchenmeister, Slata Roschal und Jan Wagner im Landhaus/Stadtmuseum Dresden

02 Freitag Sept 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Kultur, Lebensart, Literatur, Poesie

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„Ansichten und Ängste wie weiche warme Tiere austauschen“

Zur Langen Nacht der Literarischen Alphabete lesen die LyrikerInnen Nadja KÜCHENMEISTER, Slata ROSCHAL und Jan WAGNER aus ihren neuesten Büchern am Freitag, 2. September, 19 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum,  Städtische Galerie), Wilsdruffer Str. 2.

Selten besteht die Gelegenheit, mehrere literarische Stimmen an einem Abend zu erleben. Die „Literarischen Alphabete“, eine der bekannten Leserreihen der Stadt, möchte, zusammen mit den Museen der Stadt Dresden und mit Ihnen, dem Publikum, der Sprache einen kurzweiligen Abend bereiten: Der Titel der Reihe ist Programm: es gibt viele Stimmen, viele Alphabete!
Wir laden ein zur „Langen Nacht der Literarischen Alphabete“. Mit großen Namen der deutschsprachigen Lyrik, wie dem mit dem Deutschen Buchpreis geehrten Jan Wagner, wie Nadja Küchenmeister, deren Buch „Im Glasberg“ unlängst Furore machte, wie Slata Roschal, deren zweiter Gedichtband „Wir tauschen Ansichten und Ängste wie weiche warme Tiere aus“ im Jahr 2022 zu den „Lyrikempfehlungen“ der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung zählte.a

Ab 19 Uhr wird jeweils eine Autorin oder ein Autor aus seinen neuesten Büchern lesen, danach besteht die Möglichkeit, in einer kurzen Pause miteinander ins Gespräch zu kommen, etwas zu trinken oder den Sternenhimmel draußen zu genießen. Zu jeder vollen Stunde folgen dann bis ca. 22 Uhr weitere Lesungen. Drei Autorinnen bzw. Autoren, dreimal Literarische Alphabete.

Wein und Bücher: Buchhandlung „LeseZeichen“.

Die Autorinnen und Autoren:

Slata Roschal, geboren 1992 in Sankt Petersburg. Aufgewachsen in Schwerin. Studium in Greifswald, Promotion in München. Zahlreiche Stipendien und Preise, darunter Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern und Arbeitsstipendium des Freistaates Bayern. Lyrikbände Wir verzichten auf das gelobte Land und Wir tauschen Ansichten und Ängste wie weiche warme Tiere aus, lyrischer Roman 153 Formen des Nichtseins.

Nadja Küchenmeister, geboren 1981 in Berlin, wo sie auch aufwuchs und heute als freie Autorin lebt. Sie studierte Germanistik und Soziologie an der TU Berlin sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Veröffentlichte Gedichte und Prosa in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien, lehrte u. a. am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und arbeitet für den Rundfunk, für den sie auch Hörspiele und Feature schreibt. Ihr erster Gedichtband „Alle Lichter“, der 2010 bei Schöffling & Co. erschien, wurde im Juni desselben Jahres von der Darmstädter Jury zum „Buch des Monats“ gewählt. 2014 erschien ihr zweiter Gedichtband „Unter dem Wacholder“, 2020 ihr dritter Gedichtband „Im Glasberg“. Basler Lyrikpreis 2022.

Jan Wagner, geboren 1971 in Hamburg, lebt seit 1995 in Berlin. Er ist Lyriker, Übersetzer englischsprachiger Lyrik (unter anderem von Charles Simic, James Tate, Simon Armitage, Matthew Sweeney, Jo Shapcott und Robin Robertson) sowie Essayist. Sein erster Gedichtband „Probebohrung im Himmel“ erschien 2001, gefolgt von „Guerickes Sperling“ (2004), „Achtzehn Pasteten“ (2007) und „Australien“ (2010) sowie der Essaysammlung „Die Sandale des Propheten. Beiläufige Prosa“ (2011). Für seine Gedichte, die für Auswahlbände, Zeitschriften und Anthologien in vierzig Sprachen übersetzt wurden, erhielt er unter anderem den Preis der Leipziger Buchmesse (2015) und den Georg-Büchner-Preis (2017). Jan Wagner ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, der Freien Akademie der Künste in Hamburg sowie des P.E.N.-Zentrums Deutschland.

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.

Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes. Gefördert von der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur- und Denkmalschutz.der Landeshauptstadt Dresden.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Vor der Lesung: Literarische Alphabete – Lange Nacht am 2. September im Stadtmuseum haben Sie noch die Möglichkeit die Ausstellung ANGELA HAMPEL: DAS KÜNSTLERISCHE WERK in der Städtischen Galerie bis 19 Uhr anzuschauen.

https://galerie-dresden.de/index.php?node=153

Der Eintritt ist freitags frei!
Da die Ausstellung nur noch bis zum 11. September zu sehen ist, sollten Sie die Gelegenheit unbedingt nutzen.

Außerdem gibt es hier in der Buchhandlung LeseZeichen, Priessnitzstr. 56 die Ausstellung
ANGELA HAMPEL – SO SACHEN GETAN
Arbeiten auf Papier zu Künstlerbüchern.
19.8. 2022 – 18.1.2023

Mit besten Empfehlungen,
Jörg Scholz-Nollau

—
Mo-Fr. 10-13 und 15-19 Uhr, Sa. 10-14 UhrBuchhandlung LeseZeichen
Priessnitzstrasse 56
01099 DresdenInh.: Jörg Scholz-NollauTel. 0351-8033914
Fax 0351-8033915
www.buchlesen.de
info@buchlesen.de

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Lesung „Einen Stern spüren“ mit Thomas Gerlach in der Galerie Kunst & Eros

04 Donnerstag Aug 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Literatur, Musik, Projekte

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Spiel mit Worten und Farben

anlässlich der aktuellen Ausstellung »SOMMERSALON 22« sind Interessierte recht herzlich zur Lesung »einen Stern spüren« am 5. August 2022 um 19.30 Uhr in die Galerie kunst & eros eingeladen.

Der Künstler Michael Hofmann und Buchautor Thomas Gerlach haben ein gemeinsames Buch entwickelt. In der aktuellen Ausstellung »SOMMERSALON 22« zeigen wir die Originalillustrationen zum neu erschienen Buch »einen Stern spüren«, neue Farbholzschnitte, die mit den Erzählungen korrespondieren.
Thomas Gerlach: Geboren 1952 in Dresden, lebt und denkt in Radebeul. Die Ahnung, dass Sprache geschaffen ist, große Dinge zu tragen, als bloße Informationen, führte ihm den Stift und schürte die Freude an allem Wort- und sonstigem Gewordenen. Michael Hofmann: Geboren 1944 in Chemnitz, Maler und Grafiker, studierte an der HfbK in Dresden. Bei ihm ist der Holzweg keine Sackgasse; bei ihm hat die Sprache Farben wie die Farben Sprache haben, für die er in Radebeul die passende Umgebung fand.

»einen Stern spüren« Ein Leseabend

Freitag, 5. August 2022 · Beginn 19.30 Uhr  ·

Das Buch »einen Stern spüren« wird in der Galerie kunst & eros vom Buchautor Thomas Gerlach vorgetragen und musikalisch von Christian Mögel am Klavier begleitet.

Kartenreservierungen werden in der Galerie telefonisch oder per E-Mail empfohlen, da Sitzplätze begrenzt!

Galerie kunst & eros, Hauptstraße 15, 01097 Dresden – Mo bis Sa 11 bis
15 Uhr

kunstunderos.de, info@kunstunderos.de – 0351 8024785

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Lesung: „Ich gehe durch das Deutschland meiner Tage“ mit Feridun Zaimoglu im Weltclub in Dresden

23 Samstag Jul 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Projekte

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Stimme der Ausgegrenzten und Suche nach Heimat

Am Samstag, den 23. Juli 2022, 18 Uhr ist einer der  sprachmächtigsten deutschen Schriftsteller im Weltclub, Königsbrücker Straße 13 in Dresden zu erleben: Feridun Zaimoglu in einer Lesung mit Gespräch.

Feridun Zaimoglu wurde 1964 im anatolischen Bolu geboren und verbrachte die ersten 2 Jahrzehnte seines Lebens in München, Berlin und Bonn, bevor er 1985 nach Kiel kam, um dort Kunst und Humanmedizin zu studieren. Die Türkei ist das Heimatland seiner Eltern. Für ihn, Feridun Zaimoglu, ist es jedoch Deutschland – und seine Heimatstadt ist Kiel. Er verfasst außer seinen preisgekrönten Büchern zudem Theaterstücke und Drehbücher, ist bildender Künstler und Kurator und beteiligt sich an politischen Debatten.

In seinen Werken stehen meist die Ausgegrenzten im Mittelpunkt. 1997 wurde sein Debütroman „Kanak Sprak“ erst von einer freien Theaterproduktion auf Kampnagel und kurz darauf beim Jungen Theater Bremen adaptiert. Sein zweites Buch „Abschaum – Die wahre Geschichte von Ertan Ongun“ wurde 2000 von Lars Becker als „Kanack Attack“ verfilmt. Zaimoglu ist Autor zahlreicher Romane, u.a. „Leyla“, „Siebentürmeviertel“ und „Die Geschichte der Frau“.

Feridun Zaimoglu erzählt in Dresden von seiner Kindheit und von seinem „Ausbruch aus der Unterschicht in die Literatur“, von Schwester und Mutter, von Bekannten und Unbekannten, von Erlebnissen, Reisen und Lektüren – und wie von ungefähr stellen sich die aktuell virulenten Themen unserer Gesellschaft ein: das Reden von Integration, die Suche nach einem Begriff von Heimat, die merkwürdigen Erscheinungsformen, in denen Deutschlandliebe und –hass sich zeigen.

Eintritt frei.

Eine Veranstaltung des Projekts „Vielfalt erzählen“.

Gefördert durch den Fonds Soziokultur aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.

Mit besten Empfehlungen,
Jörg Scholz-Nollau

-- 
Mo-Fr. 10-13 und 15-19 Uhr, Sa. 10-14 Uhr

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Priessnitzstrasse 56
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Galerie

Lange Filmnacht: „Das Buch der Unruhe“ nach Fernando Pessoa im Staatsschauspiel Dresden

08 Freitag Jul 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Literatur, Theater

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Diese Galerie enthält 6 Fotos.

Traumlandschaft auf Leinwand…  Für Traumwandler und Träumer – Eine  faszinierende, bilderreiche Reise durch die Nacht In die reichhaltig schillernde, mäandernde, …

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Lesung mit dem Dichter Andreas Reimann im Landhaus Dresden

08 Mittwoch Jun 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Poesie

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Verse aus einer anderen Zeit und eine Werkausgabe zu Lebzeiten

Der Dichter Andreas Reimann liest in der Reihe „Literarische Alphabete  – Lesungen im Landhaus“ am 9. Juni, 19.30 Uhr im Café im Stadtmuseum Dresden, Wilsdruffer Straße 2.

Auch wer den Dichter Andreas Reimann nicht kennt, hat bestimmt schon Lieder von ihm gehört. Als Texter von Popgruppen, Liedermachern und Chansonsängern hielt der 1946 in Leipzig geborene Sohn eines Grafiker-Ehepaares sich in den späten 80er Jahren über Wasser. Für Lift und Stephan Krawczyk hat er unter anderem gedichtet. Sein heute hoch geschätztes Werk ist nicht zuletzt aus einer brüchigen Biografie erwachsen: als 1953 der Vater in den Westen ging, 1954 die Mutter sich das Leben nahm, kam er in einer Kinderheim, später wuchs er bei der Großmutter in Leipzig auf. Die weiteren Wegmarken: Schriftsetzerlehre, Literaturstudium, Exmatrikulation, zwei Jahre Haft wegen »staatsfeindlicher Hetze«. Nach seiner Entlassung 1970 Transportarbeiter, Brauereigehilfe, Lohnbuchhalter. Aber das sind nur die äußeren Fakten.
Zwei Gedichtbände durften von Andreas Reimann in der DDR erscheinen, dann durfte er bis 1989 nicht mehr veröffentlichen. Aber er schrieb trotzdem weiter über das Land, an dem er litt. Viele Bücher von ihm erschienen nach 1989, die Liste ist lang. Peter Geist schrieb über Reimanns Poesie: »Er weiß die Bennschen Wallungswerte in Klangmagie und harten Fügungen ebenso für sich zu nutzen wie die Möglichkeiten der Bildparadoxa. Der dialektische Sprachwitz Brechts scheint durch.«

Nun wird der Dichter mit einer Werkausgabe zu Lebzeiten geehrt, die ersten 5 Bände sind in der Connewitzer Verlagsbuchhandlung erschienen. Im Gespräch mit Patrick Beck gibt er Auskunft über sein Werk und liest Gedichte aus seinem umfangreichen Œuvre.

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes. Gefördert von der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur- und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden.

Mit besten Empfehlungen,
Jörg Scholz-Nollau

-- 
Mo-Fr. 10-13 und 15-19 Uhr, Sa. 10-14 Uhr

Buchhandlung LeseZeichen
Priessnitzstrasse 56
01099 Dresden

Inh.: Jörg Scholz-Nollau

Tel. 0351-8033914
Fax 0351-8033915
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Eintauchen in andere Lebenswelten: Mit der Lesung „Aufgetaucht“ stellte sich die Schreibwerkstatt von Michael G. Fritz im Erich Kästner Haus für Literatur vor

29 Freitag Apr 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Literatur, Musik, Projekte

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Fröhlich beschwingte, zauberhafte Klänge der „Waldmüslikanten“ begleiteten die
Lesung.

Zuhören und Lesen im Wechsel.

Wenn Worte wie Pfeile treffen: Die Erzählerin Wiete Lenk las eine Kurzgeschichte von Anja Haase. Vorgestellt wurden die Autoren und neue Texte
aus der Schreibwerkstatt von Schriftsteller Michael G. Fritz.

Ergreifend und schockierend: Vom Umgang mit schmerzlichen Erinnerungen erzählte der Autor Jakob Möbius.

Lebhaft, witzig und anrührend schilderte Hans-Haiko Seifert, wie er unverhofft zu einem eisigen Hähnchen unter seinem Hemd kam zur Zeit der politischen Unruhen in Warschau Anfang der 80er Jahre.

Von Herzenspfeilen im Wald und einem eisigen Hähnchen unterm Hemd

Berührende, humorvolle, lustige, traurige und nachdenkliche Geschichten aus dem Lebensalltag hier und anderswo lasen acht AutorInnen aus der Schreibwerkstatt von Michael G. Fritz im Erich Kästner-Literaturhaus in Dresden.

Für die einen war es ein Wiedersehen nach längerer Zeit, für andere ein erstes Kennenlernen. Allen gemeinsam war an diesem Abend ihre Neugier, Interesse und Freude an ungeahnten, überraschenden und mitgebrachten Geschichten, die das Leben schreibt. Unter dem Titel „Aufgetaucht“ stellten acht Autorinnen und Autoren aus der Schreibwerkstatt von Michael G. Fritz neue Texte vor am Dienstagabend im Erich Kästner Haus für Literatur am Albertplatz in Dresden. Nachdem sie sich während der Corona-Pandemie nicht treffen konnten, sind sie nun zurückgekehrt. „Der Reiz liegt im Unsortierten der Texte, im Alter der Beteiligten und in den Themen“, sagte Fritz, der als Schriftsteller in Dresden und Berlin lebt und die Lesung moderierte. Das sei ein Vergnügen für Autoren wie Publikum gleichermaßen. „Wir lernen alle voneinander, weil wir alle etwas abgeben, offen sind für den anderen und dessen Vorstellungen von Literatur.“ Die Schreibwerkstatt sei ein geschützter Raum, in der Texte besprochen werden und Kritik immer nur am Werk, nicht am Autor geübt werde.

Die Gründe zu schreiben sind so vielfältig wie die Texte und ihre Verfasser, die zumeist neben ihrem Beruf oder Studium, aus ihrem Alltag heraus schreiben. „Ein Unbehagen an den Umständen, nicht Ausgeschöpftsein, der Drang sich mitzuteilen“, so war es bei G. Fritz. „Weil wir keine Wahl haben, wir können nicht anders! Schreiben ist eine Angewohnheit, von der man nicht lassen kann.“

Schreiben ist ebenso ein Abenteuer, von dem man nie weiß, was einen unterwegs erwartet, wohin es einen führt  und wie andere darauf reagieren. Ein Einlassen, Zulassen, sich ausliefern mit dem Erzählten, ein Sehen, Erkennen für sich und gemeinsam mit anderen. Lesen und Zuhören im Wechsel. Eintauchen in ganz verschiedene Lebens- und Erfahrungswelten. Wunderbar musikalisch begleitet mit mal fröhlich beschwingten, mal leise, zarten, zauberhaften Melodien aus südlichen und osteuropäischen Gefilden von den „Waldmüslikanten“, die an Geige, Akkordeon, Banjo, Gitarre, Drehleier und Ukulele musizierten. Für mich die Entdeckung des  Abends mit betörender, fast hypnotischer Wirkung!

Die gelesenen Kurzgeschichten und Romanausschnitte führten die Zuhörer nach Thailand, Äthiopien, Argentinien und Polen. Begonnen mit der geheimnisvollen Geschichte von Steffen Wartner über einen Mann, der nach Bangkok reist, dort vergebens auf seine Freundin wartet und ein anderes Paar trifft auf der Plattform des Hotels. Er baut Spannung auf, man fürchtet Schlimmes, er werde sich hinab stürzen, doch nein, er verbringt den Abend mit den beiden an der Bar und auf einer Partymeile, zahlt alles und dann ist plötzlich sein Portemonnaie weg und die Situation eskaliert und schwarze Skorpione spielen auch eine Rolle… Eine Geschichte, die viele Fragen aufwirft und einen etwas ratlos zurücklässt.

Von einer Frau, die mit Pfeil und Bogen in den Wald geht und herausfinden will, wer sie wirklich ist, erzählt die Geschichte „Der Weg“ von Anja Haase, berührend und mit leisem Humor gelesen von Wiete Lenk, die schon einen Erzählband „Krähenbeißer“ veröffentlicht hat. Die Bogenschützin hat aufgehört zu sprechen und will erst wieder damit beginnen, wenn sie sich wieder spürt. Kann man sich selbst verlieren und wiederfinden?!, fragt sie sich mit Blick auf die Natur und Bäume, die im Frühjahr neu erwachen. Dann taucht auch noch ihre Freundin auf und die Ruhe ist dahin. Schön beschrieben das Gleichnis, wie sie das Spannen des Bogens mit Öffnen des Herzens vergleicht: „Man macht es weit und lernt wieder zur vertrauen. Die Angst geht mit dem Pfeil auf die Reise, man lässt sie los. Man vergisst zu denken und ist einfach nur Mensch in dem Moment.“

Eine witzig-satirische Geschichte, „Sachsens Glanz“ über die Begegnung mit einem Straßenkünstler las Geralf Grems, der als Maler, Musiker und Autor freischaffend tätig ist. Er spielt auf selbst gebauten Instrumenten wie der Drehleier urig klangreich mit bei den „Waldmüslikanten“. Er betrachtet die lebende grausilberne Zinnfigur, die als „August der Schwache“ mit Münzteller auf der Brühlschen Terrasse auftritt und nimmt Befindlichkeiten, Mentalitäten und Vorurteile gebrochen deutsch sprechend wie der polnische Straßenkünstler humorvoll auf die Schippe. Mittlerweile gäbe es ebenso viele Deutsche mit polnischen (Zahn)Kronen wie Polen mit deutschen Wurzeln. Man erntet, was man sät, wissen beide. Was ich gebe, bekomme ich zurück, sagt der Straßenkünstler. Gemeinsam stützen sie sich auf die Balkonbrüstung Europas und schauen auf das Fließen des Stroms…

Diana Wolff arbeitet als Pastorin in der Nähe von Annaberg-Buchholz im Erzgebirge, ist Mutter von vier Kindern und war mit ihrem Mann eine Zeitlang als Entwicklungshelferin in Äthiopien. Das dort Erlebte schildert sie anschaulich und bewegend, streckenweise zu ausschweifend und wiederholend, in ihrem entstehenden Roman, aus dem sie ein Kapitel, Täuschung und Enttäuschung las über ein 12jähriges Mädchen, das aus einem Dorf in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba kommt, um dort in die Schule zu gehen. Bei einer Tante findet sie Unterkunft hat, schält Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch für das Essen und wartet sehnsüchtig auf ihre Schuluniform. Doch es kommt anders als erhofft. Ihre Tante kommt auf den Geschmack, so muss Virtokan (dt.: Orange) fortan als Hausmädchen die Familie versorgen und kann nur in die Abendschule gehen, wo der Unterricht oft ausfällt. Einige Mädchen laufen weg aus Angst vor Strafen und Schlägen, zurück nach Hause oder landen auf dem Straßenstrich. Wie es weitergeht mit Virtokan, ob sie ihren Weg schafft, bleibt  als spannende Frage.

Wenn er nachts nicht schlafen kann, schreibt Harald Lämmel Geschichten. Er wohnt in Radeberg, hat Theologie und Sozialpädagogik studiert und inzwischen pensioniert. Seine ironisch-surreale Geschichte „Die fehlende Antwort“ erzählt über eine Frau, die seine Blicke anzog, eine Zeitung hatte von ihr berichtet, sie überragte ihn an Größe und er unterhält sich mit der bronzenen Figur, die einen Hammer in der Hand hält über ihr Vorleben, warum sie nicht fortging in ein anderes Land und so viel auf sich nahm.

Petra Schweizer-Strobel ist Archäologin, Fachbuchlektorin und Schriftstellerin, sie stammt aus Schwaben und lebt seit 22 Jahren in Dresden. Ihre Geschichten kreisen darum, was Menschen an- und umtreibt, um die Suche nach der eigenen Identität. Sie las  einen Auszug aus ihrem Romanmanuskript mit dem Arbeitstitel „Vater, Mutter, Kind“ über einen Mann, David, der nach Jahren wieder ins Leben von Hannah tritt und erfährt, dass er eine Tochter hat. Eines Abends, sie ist müde und abgespannt, steht er in verschmutzter Motorradkluft vor ihrer Tür. Er hat immer Angst, das Richtige zu tun, erfährt man über ihn und er ist zwischen zwei Frauen hin und hergerissen. Was führt ihn nun zu ihr? Wie wird er sich entscheiden und will sie ihn überhaupt noch?! Wie schafft man es überhaupt in turbulenten Zeiten wie diesen, den Glauben an die Liebe und Miteinander nicht zu verlieren? Fragt man sich unterschwellig, ungeduldig beim Zuhören.

Herausragend für mich sind zwei Geschichten, in denen es um Erinnerungen, schöne wie schmerzliche und den Umgang mit Vergangenheit geht. Die Kurzgeschichte „Flüge“ von Jakob Möbius, er stammt aus Freiberg, hat in Dresden Psychologie studiert, arbeitete in Kliniken und als Krankenpfleger in Corduba in Argentinien und schreibt außerdem erfolgreich Kurzfilme, entstand bereits 2013.  Er erzählt ebenso trocken, klar wie schockierend und ergreifend über den Konflikt einer Frau, deren Vater Menschen im Gefängnis folterte während der Militärdiktatur in Argentinien. Die Erinnerungen an die Grausamkeiten, die er beging in einem „Rausch von Macht und Verachtung“, lassen ihn nicht los, erzürnen und quälen ihn rückblickend. Er liest einige Worte auf spanisch und denkt nach über die Gedichtzeilen auf dem blutigen Zellenboden, dass das Böse in jedem von uns stecke, auch in denen, die wir lieben. Etwas undurchsichtig und vage bleibt, wer die Gefangenen sind im Flugzeug. die immer noch auf Gnade hoffen, wohin der Flug geht und warum der Mann am Ende nicht an Bord ist.

Einen lebhaft heiteren Kontrast dazu bildete die Kurzgeschichte „Der Laden“ von Hans-Haiko Seifert zum Abschluss der Lesung. Eine Alltagsszene aus seinem gerade abgeschlossenen Roman „Joanna“, der von seiner Zeit in Warschau von 1979 bis in 1980er Jahre während des Volksaufstandes unter der Solidarnosc-Bewegung in Polen erzählt. Einer Zeit, in der die Welt im Osten aus den Fugen geriet und zurzeit wieder erschreckend aktuell ist. Not, Mangel, Gewalt und Entbehrungen. Mit viel Witz und Gespür für Land und Leute, sehr lebendig und anrührend beschrieben und gelesen, wobei man dem Autor seine Spielerfahrung in der damaligen freien Theatergruppe „Traumzeit“ am projekttheater in Dresden in den 1990er Jahren anmerkte, brachte Seifert die Geschichte zu Gehör. Wie die üppige Verkäuferin ihn, den jungen Mann, der sich im Laden umsieht, zuerst grob ansieht, als wolle er alles leerkaufen, ihn beargwöhnt wie einen Dieb und dann alles Mögliche aufschwatzt und neugierig nebenbei erkundigt sich nach ihm, halb mitleidig und mütterlich. Während draußen eine Schlange von 20  Frauen auf Fleisch wartet.  Sie stopft ihm schließlich ein eisiges Hühnchen unters Hemd, nach außen trägt er nur eine Zwiebel und ein Mohnbrot, wenn die Frauen in der Schlange nur wüssten!, und warnt ihn wachsam zu sein, vor Drogendealern und anderen zwielichtigen Gestalten auf der Hut zu sein. Seifert sucht noch einen Verlag sucht für seinen Roman, von dem man sogleich Lust bekam mehr zu hören. Alles in allem konnten Zuhörer und Lesende eine bunte Mischung aus weit gespannten Themen und Blicken auf das Leben und die Welt in und um uns herum erleben, mitnehmen und nachklingen lassen.

Für weitere, tiefergehende Einblicke in die Schreibwerkstatt blieb an diesem Abend keine Zeit. Diese sei mit rund einem Dutzend AutorInnen zurzeit ganz gut gefüllt, so Fritz. Die Teilnehmer treffen sich alle sechs Wochen. Die Schreibwerkstatt sei aber dennoch offen für neue Interessierte, die Talent und Lust am Schreiben mitbringen, ihre Texte in der Gruppe lesen, besprechen und hinzulernen wollen und denen der persönliche Austausch wichtig ist.

Text + Fotos (lv)

http://www.kaestnerhaus-literatur.de

Fantasievolle Sitz- und Leseplätze für kleine und große Besucher im Garten vom Erich Kästner-Literaturhaus:


Schöne Ein- und Ausblicke im Grünen.

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„Aufgetaucht“ – Lesung der Schreibwerkstatt von Michael G. Fritz im Erich Kästner Haus für Literatur

25 Montag Apr 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Projekte

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Bühne frei für neue literarische Stimmen!

Die Schreibwerkstatt des Schriftstellers Michael G. Fritz zählt zweifelsfrei zu den Konstanten im Erich Kästner Haus für Literatur. Ihr gehören nicht nur junge literarische Stimmen, sondern auch bereits etablierte Autorinnen und Autoren an. Am kommenden Dienstag, 26.04., um 19 Uhr stellen Mitglieder der Schreibwerkstatt ihre Texte dem interessierten Publikum vor.
Musikalisch wird die Lesung von den „Waldmüslikanten“ begleitet.

Der Eintritt zur Lesung ist frei.

 

Text: Florian Ernst

Das Erich Kästner Haus für Literatur e.V.
Villa Augustin
Antonstraße 1
01097 Dresden
Tel 0351 / 8045087

kontakt@kaestnerhaus-literatur.de
www.kaestnerhaus-literatur.de

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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