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Kategorien-Archiv: Poesie

„Weltenwanderer“: Spätsommerlesung mit Joachim Sartorius in der Buchhandlung „LeseZeichen“

07 Dienstag Sept 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Poesie

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Die Nacht wäscht das Meer.

Am Morgen ist das Wasser neu.

Auf der Netzhaut wird Licht

mit Gischt bezahlt.

„Wohin mit den Augen“

Eine Spätsommerlesung – Open Air (bei Regen im Laden) aus dem gleichnamigen, neuen Lyrikband von Joachim Sartorius gibt es am 8. September, um 20 Uhr im Garten der Buchhandlung „LeseZeichen“, Prießnitzstraße 56 in Dresden. Eintritt frei.

Joachim Sartorius liest aus seinem neuen Gedichtband und spricht mit Volker Sielaff über mittelmeerische Städte, weiße Katzen und den Süden im Gedicht.

Als Orhan Pamuk 2005 – ein Jahr vor dem Literaturnobelpreis – in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandles entgegen nahm, hielt er die Laudatio: Joachim Sartorius. Fast die Hälfte seines Lebens hat der Dichter, Herausgeber, Übersetzer und Kulturmanager Sartorius im Ausland verbracht: in Nordafrika, Istanbul, Zypern.

In Tunis ist er aufgewachsen und zur Schule gegangen, in Berlin war er von 2001 – 2011 Intendant des größte Kulturfestivals des Landes, der Berliner Festspiele. Dazwischen liegt mehr als ein Leben.

In seinem neuen Buch Wohin mit den Augen, einer Art lyrischen Lebensreise, erweckt Joachim Sartorius unermüdlich die Schönheit der Welt im Wort zu neuem Leben. Diese Gedichte handeln von Ruinenstädten, dem Bauchtanz, der Nymphe Aretusa, Eidechsen und Friseuren. Sie sind mittelmeerische Meditationen, getragen von einer großen Sinnlichkeit des Blicks. Sartorius ist – der vieldeutige Titel seines aktuellen Buches verrät es – ein Augenmensch: »Damals hatte ich Zeit, die Dinge herbeizusehnen.«

https://literaturnetz-dresden.de/veranstaltungen/joachim-sartorius-wohin-mit-den-augen/

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Palais.Poesie mit Lesung & Performance beim Palais Sommer & Deutsch-arabischer Lyrik-Salon im Landhaus Dresden

11 Mittwoch Aug 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Poesie, Projekte

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Zauberhafte Kulisse beim Palais Sommer: Heute am 11. August, ab 19.30 Uhr gehört die Bühne der Poesie. Foto: Lilli Vostry

Poetisches Sommervergnügen

Der kommende Mittwochabend steht im Zeichen der Palais.Poesie. Die Veranstaltung ist der 100. Ausgabe von „Ostragehege – Zeitschrift für Literatur und Kunst” gewidmet, zu der der Palais Sommer und das Literaturforum Dresden herzlich gratulieren.

„Ostragehege“ – das ist eine Melange von wunderbaren Gedichten, faszinierenden Interviews, präzisen Porträts und Beiträgen zur Bildenden Kunst (im aktuellen Heft: Peter Graf). Mit jeder Ausgabe seit 1994 probt die Redaktion den Brückenschlag zwischen west- und osteuropäischen Literaturtraditionen. Viel literarische und künstlerische Prominenz ist an diesem Abend auf und um die Palaissommer-Bühne zu erwarten. Nach der Lesung bietet die Wiese vorm Palais Raum für Begegnungen, Gespräche und: es darf gefeiert werden!

Die Lesung: Büchnerpreisträger Marcel Beyer wird dem Klassiker unter den deutschen Literaturzeitschriften den roten Teppich ausrollen und die Laudatio halten. Außerdem gratulieren und lesen auf der Open-Air-Bühne des Palais Sommer in diesem Jahr Kathrin Schmidt, Patrick Wilden, Patrick Beck und Volker Sielaff. Moderation: Axel Helbig (Ostragehege). Die Palais.Poesie ist ein poetisches Sommervergnügen aus Lesung und Performance, bei dem namhafte Dichter und Dichterinnen dem wandelnden, sitzenden oder liegenden Zuhörenden im Park des Japanischen Palais ihre Gedichte vortragen. In den Pausen erklingt Live-Musik von Christian Retzke alias Krischan (electronics).

https://palaissommer.de/programm/palais-poesie/

11.08.2021
ab 19:30 Uhr

Ort
Park Japanisches Palais
Palaisplatz 11, 01097 Dresden

Eintritt frei!

###########################

Der deutsch-arabische Lyrik-Salon

Eine Begegnung der Kulturen, veranstaltet vom Literaturforum Dresden e.V. am 20. August, um 19 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Straße 2.

Diesmal  lesen: Undine Materni, Hedil Al Rachid, Angela Lohausen, Fouad EL-Auwad, Jürgen Nendza, Paul-Henri Campbell, Christoph Leisten, Anton G. Leitner, Volker Sielaff und Patrick Beck. Saz: Razgar Karim.

Verständigung und Versöhnung werden in einer Welt zunehmender Konfrontation immer wichtiger. Aufgrund ihrer Universalität und der Sinnlichkeit ihrer Metaphern ist die Sprache der Poesie in der Lage, einen lebendigen Dialog zwischen den Kulturen zu stiften. Der von dem deutschsprachigen, aus Syrien stammenden Dichter und bildenden Künstler Fouad EL-Auwad ins Leben gerufene und von ihm seit 2005 jährlich organisierte deutsch-arabische Lyrik-Salon soll ein Beispiel dafür sein. Er schafft Jahr für Jahr für die Möglichkeit, dass sich die Kulturen auf literarischer Ebene begegnen und eine neue Brücke zwischen der arabischen und der europäischen Welt bauen. Jetzt kommt der deutsch-arabische Lyrik-Salon zum bereits dritten Mal nach Dresden.

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden und dem Deutsch-arabischen Lyriksalon.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und dem Amt für Kultur- und Denkmalschutz.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Text: Patrick Beck

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BilderAlbum: Der SchaubudenSommer lässt Träume & Fantasie & Lebenslust hochleben erstmals auf der Hauptstraße

04 Mittwoch Aug 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte, Theater

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Aberwitzig-komische Manöver vorm Goldenen Reiter: der Platz wird zum Rollfeld, wo eine verhinderte Flugstaffel alles unternimmt, um dennoch zu fliegen.


Die wunderbaren Traumtänzer haben die Künstler Muriel Cornejo und César Olhagaray geschaffen.

Spontan-verrückte Einfälle & komische Akrobatik: Sara Ski & Chris Lynam aus Großbritannien als Fani & Wili.

Fantasievolle Kunst im öffentlichen Raum: Aus recycelten Materialien gestalten die Künstler „HRB+C“ Skulpturen, Bühnen im Open-Air-Stil, Bilder und Schriftzüge auf Haus- und Leinwänden, holen die Kunst ins Freie und zaubern damit ein Lächeln ins Gesicht.

Lustiger Boxkampf gegen „Dicke Luft“! Dazu lädt mit seiner witzigen Installation, bestehend aus drei luftigen Schlauchwesen, der Aktionskünstler Jim Whiting die Zuschauer ein.

Umwerfend komisch: Als „lebendes Spielzeug“ und menschliches Stehaufmännchen kommt Monsieur Culbuto auf der Suche nach Spielgefährten angefahren auf einem Wagen, die Hauptstraße entlang.

Luftige Harlekine, Traumgestalten, Fliegerparade und Stehaufmännchen

Der SchaubudenSommer ist aus der Neustadt auf die Hauptstraße umgezogen, erfreut, verblüfft und begeistert Stammbesucher und zufällige Besucher. Und zeigt eindrucksvoll, dass im freien Raum noch viel mehr möglich ist. Gespielt wird noch bis 5. August ab 14.30 bis 22 Uhr.

Wundersame Traumgestalten schweben, tanzen, springen hoch über den Bäumen der Hauptstraße. Vor dem Goldenen Reiter hält ein Mann auf einem Gerüst zwei Stöcke in die Luft. Als wolle er Zeichen geben, manövrieren, gar die schweren Regenwolken am Himmel vertreiben oder die Zuschauermenge dirigieren?! Die Stöcke tauscht er gegen einen Stuhl in der Hand. Will er etwa August den Starken von seinem Sockel drängen. Ungerührt geht ein Mann an der Bühne vorbei, der Galerist Holger John. Ringsum stehen die Zuschauer, kleine und große, mit Regencapes, Regenschirmen und verfolgen amüsiert und gebannt das verrückt skurrile Geschehen der drei Männer auf der regennassen Bühne, die hin und her rennen, einen Mann auf einem rollenden Karren an einem Seil im Kreis ziehen, Luftsprünge mit dem Seil vollführen… Das ist ebenso lustig wie rätselhaft, vieldeutig. Ein Blick in den Programmflyer verrät, dass es sich um eine verhinderte Flugstaffel aus Kanada handelt, die aufgrund von Budgetkürzungen ohne Flugzeuge dasteht. Entschlossen versuchen die Piloten dennoch um jeden Preis zu fliegen und setzen ihr striktes Training am Boden fort.

Corpus heißt diese Komikertruppe aus Kanada und ihre Aufführung „A Flock of Flyers“. An ihrer aberwitzigen Fliegerparade und den anderen fröhlich bunten Darbietungen dieses Internationalen Sommerfestivals für Theater, Vergnügen und Musik hätte gewiss auch der für seine leidenschaftliche Kunstliebe berühmte August der Starke seine helle Freude. Der SchaubudenSommer ist weg von der Scheune in der Dresdner Neustadt auf die Straße gezogen, genauer auf die Hauptstraße. Und es bekommt ihm sichtlich gut.

Noch überraschender und unberechenbarer als der SchaubudenSommer ist nur das Wetter mit seinem ständigen Pendeln zwischen Sonne und kräftigen Regenschauern.
So blieb es an manchen Spielflächen leer gestern abend zum Auftakt des Programms, das jetzt als Festival für Straßentheater und Urban Art weitermacht.

Komödianten, Clowns, Artisten, Musiker und Tänzer unterhalten, verblüffen und erfreuen ihr Publikum zwischen 14.30 und 22 Uhr noch bis 5. August. Und einem fröhlichbunten Sommercarneval, „Hochsommerausbruch“ für die ganze Familie mit Frau Hochsommer, Glücksfee, dem Theater Schreiber & Post, feuriger Musik mit Fanfara Kalashnikov, Cie. Freaks & Fremde und den Elbstelzen als krönendes Finale am Donnerstag (5.8., Treffpunkt: 16 Uhr vor der Dreikönigskirche).

Mit spontan-verrückten Einfällen wie Begriffe raten, wie sagt man hier und da, wortspielerisch abwandeln, artistischer Comedy mit viel Bewegung und Spiel mit den Zuschauern, begeistert das Duo Sara Ski & Chris Lyman aus Großbritannien auf der Hauptstraße. Als Clown mit wildwirbeligem Haar im feinen Anzug gibt er gern großspurig den Ton an, verlangt volle Aufmerksamkeit von den Zuschauern („Wo gehst Du hin?!“, will er wissen und macht eine Geste als wolle er samt Publikum mitkommen, als ich ein paar Schritte weitergehe…) Seine Mitspielerin in pinkfarbenem Kleid steht brav die Hände gesenkt und über sich selbst grinsend am Rand. Bis zu ihrem großen Auftritt. Sie kann nicht nur gleichzeitig jonglieren und außerordentlich gut Akkordeon spielen. Sondern sie balanciert mit dem Gesicht auch noch kleine Gläser auf Tabletts, nicht ohne sich vorher allein Wein einzuschänken, eine Treppe hochgehend. Selbst ist die Frau!

Luftige Schlauchwesen, mit denen die Zuschauer sich lustig entspannende Boxkämpfe gegen „Dicke Luft“ liefern können, hat der Aktionskünstler Jim Whiting, der aus England stammt und in Leipzig wohnt, mitgebracht zum SchaubudenSommer. Gleich drei aufblasbare Schlauchmänner und Lufttänzer stehen, vis a vis zu einer schwebenden Traumtänzerin, bereit. Die laut pfeifenden Geräusche beim Bewegen der luftigen Gesellen hat er schon entfernt, nachdem ein Anwohner ihn freundlich darauf aufmerksam machte. Die fröhliche Luftverwirbelung macht dennoch viel Spaß. „Die Kinder waren mutig“, sagt Whiting und lächelt. Sie stellten sich sofort den dicke Luft verbreitenden Wesen. Sein Schaffensort „Bimbotown“ ist leider geschlossen, nachdem die alte Fabrikhalle saniert wurde. Er ist auf der Suche nach einem neuen Ort für seine witzig-verrückten und fantasievollen, mechanischen Apparate und Installationen. Vielleicht kann ihm jemand helfen, ein neues Domizil in Dresden oder Umgebung zu finden. Seine Erfindungen sind einzigartig, originell, lösen Lachen und Denkanstöße aus.

Umwerfend komisch der Auftritt der Cie. Dynamogène aus Frankreich. Als „lebendes Spielzeug“ und menschliches Stehaufmännchen kommt „Monsieur Culbuto“ auf einem Wagen angefahren, hier und da abgestellt von einem Lieferboten. Die kugelrunde Gestalt, 320 Kilo schwer, trägt ein braunes Gewand und eine Kappe wie ein Pilot. Er wartet darauf, dass jemand mit ihm spielt. Ist jemand gefunden, bewegt er sich, dreht, wippt, walzt und kugelt sich nach allen Seiten, verbeugt sich, fällt vornüber und bleibt liegen bis ihm jemand aufhilft. Das ist ungeheuer witzig und anrührend anzuschauen. Und man staunt wie der Kugelmann es schafft, derart beweglich zu sein, immer wieder aufzustehen und die Balance zu halten. D i e Entdeckung des diesjährigen SchaubudenSommers.

Fazit zum neuen Spielort und dem neuen Festival für Straßentheater

Beim SchaubudenSommer im Freien können alle, vom Rollstuhlfahrer bis zum Kleinkind im Wagen, zuschauen. Das ging in den Buden und im Scheune-Saal mit der hohen Metalltreppe nicht. Draußen ist außerdem noch viel mehr möglich, wie die neuen Performances etwa mit dem Kugelmann zeigen, die viel Platz und festen Boden brauchen und die Interaktion mit dem Publikum. Hier steht das Erlebnis im Vordergrund. Zufällige Passanten sehen die Menschentraube und bleiben stehen, werden angezogen vom Geschehen. Was im Scheunegelände so nicht ging. Die Kulisse dort wurde in den letzten Jahren immer mehr ein Treffpunkt für die Szene in der Neustadt, rings um die Buden und Zelte war der Platz immer voll, standen und saßen die Leute mit Getränk in der Hand. Der Lärmpegel war dementsprechend und teils verstand man im Trubel vor den Buden gar nicht mehr die Künstler drinnen. Das ist zum Glück auf der Hauptstraße anders. Dort verteilen sich die Spielorte mehr, man wandelt neugierig umher, die schöne Baum-Allee entlang. Natur und Kunst spielen wunderbar zusammen. Bäume, Wiese und bunte Blumenrabatten, Springbrunnen nebst Bänken sorgen für zusätzlichen Genuss, Freude, Muße, Innehalten und werden Teil der Inszenierung ohne zu sehr einzugreifen.

In den angrenzenden Lokalen mit Außenplätzen sitzen die Leute weiter bei Speis und Trank, können nebenbei einen Blick auf die Komödianten und Performances erhaschen und bekommen vielleicht auch Lust mehr zu sehen. Der SchaubudenSommer mit seinem besonderen Flair ist jedenfalls eine Bereicherung der Kulturlandschaft dieser Stadt, nicht mehr wegzudenken und passt gut auf die Hauptstraße. Das macht neugierig und Lust auf mehr solche neue Spielformen und Künstler, die gemeinsam mit dem Publikum agieren und lebendig Kunst dorthin bringen wo sie hingehört, zu den Menschen. Glückwunsch den Veranstaltern zu dieser Neuauflage des SchaubudenSommers!

Der Eintritt ist frei. Für das weitere Gedeihen dieses Festivals sind natürlich Spenden nach den Shows und auch danach weiterhin von Besuchern und Unterstützern jederzeit willkommen.

Text + Fotos (lv)

http://www.schaubudensommer.de

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Der SchaubudenSommer zieht auf die Hauptstraße

02 Montag Aug 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Kultur, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte, Tanz

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Fröhlich bunt, unbeschwert, schwebend wie gewohnt, an neuem Ort auf der Hauptstraße, öffnet der SchaubudenSommer morgen. Bild: Verantalter

Der SchaubudenSommer wird zum Festival des Straßentheaters

Die Hauptstraße verwandelt sich vom 3. bis 5. Augst zwischen 14 und 22 Uhr in ein lebendiges Kunstwerk mit Carneval zum Goldenen Klabauter.

Der SchaubudenSommer zieht auf die Straße. Raus aus den engen Buden, Zelten und Containern an die frische Sommerluft. Kein Schlangestehen und kein Gedränge mehr auf dem Platz hinter dem Kulturzentrum Scheune in der Neustadt, wo 22 Jahre lang das Zuhause des Internationalen Festivals für Theater, Musik und Vergnügen war. Letztes Jahr fiel der SchaubudenSommer coronabedingt aus.

Das besondere Flair bleibt jedoch erhalten. Bunt, fantasievoll, fröhlich, wagemutig und experimentell soll es weiterhin zugehen: Mit dem Umzug der Komödianten, Performer, Tänzer und Musiker auf die Bummelmeile am Goldenen Reiter verwandelt diese sich drei Tage lang, vom 3. bis 5. August jeweils zwischen 14 und 22 Uhr in ein lebendiges Kunstwerk. Bis zu zehn Companies und Einzelkünstler treten an verschiedenen Punkten der Hauptstraße auf. Kein Grund zur Wehmut. „Es ist großartig, ein neues Festival zu kreiern“, sagt Helmut Raeder, der künstlerische Leiter des SchaubudenSommers.

Mit der diesjährigen Ausgabe soll ein überregional strahlendes Festival des Straßentheaters, der Straßenmusik und der Urban Art geschaffen werden, das kein einjähriges Pflänzchen bleiben soll. Das Publikum darf sich auf „außergewöhnliche Erlebnisse in komprimierter Zeit und maximaler Intensität freuen“, so Raeder. Die Zuschauer können gezielt kommen, aber auch flanieren, stehen bleiben und sich treiben lassen. Das Festival wird tatkräftig unterstützt von seinen Kooperationspartnern, dem Societaetstheater und dem Abenteuerspielplatz Eselnest des Spielprojekt e.V. Dieser gestaltet am Donnerstag einen Sommercarneval für die ganze Familie mit einem bunten Schwarm kleiner und großer Fische, glücklichen Eseln, feuriger Musik von Fanfara Kalashnikov und Straßentheater von der „Kirche der Drei Weisen Bademeister“ bis zum „Goldenen Klabauter“.

Als weitere Attraktion des SchaubudenSommers kommt der durch seine witzig-verrückten Installationen bekannte Aktionskünstler Jim Whiting, der aus England stammt und in Leipzig seinen Schaffensort in der „Bimbotown“ hat. Seine neueste mechanische Erfindung steht unter dem Motto: „Kämpfen gegen die dicke Luft!“ Alle sind ermutigt, sich den bösen Wesen zu stellen, die aus Polymeren, Kleidung und Wind gewachsen sind. Ein Boxkampf, der für viel heitere Luftverwirbelung sorgt. Die „JuWie Dance Company“ aus Dresden zeigt ihr neues Tanzstück “Thisplay. MenschMaschineZukunft“ und Florian Mayer ist als virtuos temperamentvoller Teufelsgeiger „Mein Paganini“ zu erleben. Nach den Shows wird Geld im Zylinder, Strohhut und Basecap eingesammelt, das dem Festival zugute kommt. Außerdem kann man dieses mit einer Spendenkampagne unter ww.betterplace.org/de/projects/96378 unterstützen. Für Speis und Trank sorgen die ansässigen Gastronomen auf der Hauptstraße. Das Team des SchaubudenSommer hofft auf regen Zuspruch. „Wir bleiben mit dem Festival erst mal auf der Hauptstraße“, so Raeder.

Text (lv)

Das vollständige Programm steht unter http://www.schaubudensommer.de

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Lesung „Dämonenräumdienst“ mit Marcel Beyer im Stadtmuseum

14 Montag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Poesie

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Freiheit in vierzig Verszeilen

Der Autor Marcel Beyer liest neue Gedichte am 15. Juni, 19 Uhr im Stadtmuseum Dresden, Wiilsdruffer Straße 2.

Unerhörtes trägt sich zu in den lange erwarteten neuen Gedichten von Marcel Beyer. In jedem einzelnen der exakt vierzig Verszeilen langen Poeme nimmt sich eine andere Figur jede Freiheit, die die strenge Begrenzung ihr lässt, erzählt Geschichten, paraphrasiert Übersetzungen, stellt Reihungen an – kurz: Sie treiben es bunt, manchmal auch wild, so dass am Ende gesagt werden muss: Es wird ernst! Es wird Zeit, den Dämonenräumdienst zu rufen.

Eine Veranstaltung der Literarischen Arena e.V. / Ostragehege  in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Sachsen und den Museen der Stadt Dresden

Mit besten Empfehlungen,
Jörg Scholz-Nollau

— Mo-Fr. 10-13 und 15-19 Uhr, Sa. 10-14 Uhr Buchhandlung LeseZeichen Priessnitzstrasse 56 01099 Dresden Inh.: Jörg Scholz-Nollau Tel. 0351-8033914 Fax 0351-8033915 www.buchlesen.de info@buchlesen.de

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Neue Lyrik & BilderAlbum: Ausflug (Zwei Welten) & Die Natur führt sich auf – Wolkenspiele

16 Sonntag Mai 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Poesie, Unterwegs

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Ausflug (Zwei Welten)
Für A.M.

Das Schloss hat geschlossen
sagt die lotsende Stimme im Auto
doch wir wollen draußen sein
über uns grandiose Wolkenschlösser
spiegelten sich im See

Wir liefen rund um den Teich
frische Waldluft umwehte uns
es roch fischig
große Baumwurzeln schlängelten am Boden
selbst der modderige Schlamm
fühlte sich großartig an unter den Füßen

vor und hinter uns Leute
im Entenmarsch
Wildgänse am Ufer paarweise
Motorradfrauen in schwarzer Kluft
die Helme abgelegt
eine Gans passte auf
dass ich ihren Jungen nicht
zu nahe kam
bevor sie ins Wasser sprang zu ihrer gelb
flaumigen Kükenschar
ich ihnen am liebsten hinterher
und beneidete die Wildgänse
wie sie frei umher schwammen

Wir redeten über die Liebe und
Männer die ich liebe dich sagen
nur um den anderen festzuhalten

in der Tierwelt geht es so einfach
alles intuitiv
unser Verstand steht uns oft im Weg
Wir hören zu viel wenig oder
gar nicht in Konkurrenz
mit dem Herz

wieder zuhause sortiere und streichle
ich die aufgesammelten Federn
kleine weißgraue mit Flaum lange schwarze
und erdbraune mit hellem Rand
sehe den offenen weiten Himmel
doch kann die Balkontür nicht öffnen
wegen der Katzen ohne sie auszuschließen

sie springen und klettern gern
die Kleine fiel schon hinunter
die Tierarztrechnung hält mich ab
es noch mal zu versuchen

meine Sicht- und die Bewegungsfreiheit
der Katzen steht auf dem Spiel
ein hohes Katzennetz vorm Balkon
schirmt sie ab und kapselt uns ab
von der Außenwelt

Was ist mehr wert
der Blick ins Freie oder
die Freiheit hinterm Netzvorhang

LV
15./16.5.2021


meine Miezen Lina & Jade im Wintergarten

Text + Fotos (lv)

WolkenSpiele folgen demnächst

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Neue Lyrik: Der Seifenblasenmann & Unter Bäumen & Worte & Abwehr & Wenn Männer heulen und mehr

13 Donnerstag Mai 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Poesie, Zwischenmenschliches

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Der Seifenblasenmann

Er wankte torkelte ein wenig
als er seine Sachen zusammenpackte
fast wie die vielen lustigen Kringel
aus Seifenschaum
die er in die Luft auf Reisen schickte

allein stand er auf dem Platz vor dem Supermarkt
am alten Straßenbahnhof
umringt von drei Polizisten mit Masken
die ihn mitnahmen

neben ihnen ein Rettungswagen
ein Rucksack und die zwei langen Stäbe
die er in den Händen hielt
wenn er sein schillerndes Heer
überschäumender Freude
aus dem Wassereimer empor steigen ließ

wie beim Diabolo dirigierte
hin und her schwenkte
und tanzen ließ

die Kinder hüpften vergnügt
den Seifenblasen nach sie zu fangen
Erwachsene schauten ihnen
versonnen nach
bis nur noch eine Pfütze auf dem Asphalt
übrig blieb

der Seifenblasenmann saß manchmal
auf dem Fensterbrett eines Geschäfts
ein junger etwas wunderlicher Zausel
der nie bettelte einige warfen ihm Münzen zu
in seiner Welt lebte

vor sich hin murmelte lachte
manchmal einen Schluck zu viel trank
und rauchte mit klammen Fingern
bei Wind und Wetter draußen

wovon träumte er
mit ihm ging etwas verloren

LV
12.5.2021

Unter Bäumen
(Für Mutter Erde)

Beraubt seines stürmischen Gemüts
oder berauscht vom Duft
streift der Wind sacht durch die Blütenbäume
an der Elpromenade
die ihre knorrigen Glieder vergessen
keck in verschwenderischer Pracht
wie im Tanz die Blütenköpfe wiegen

Blütentrauben biegen sich herunter
zu denen die auf Picknickdecken liegen
im konfettibunten Gras zwischen zerzausten
Gänseblümchen und gaukelnden Schmetterlingen
nach denen ein kleines Mädchen in weißem
Kleid und Schleife im Haar hascht
eine Frau steckt Blüten an ihre Schuhe

Breite deine Arme aus
über den Bäumen
über allen die im Geäst
unter den Zweigen
Geborgenheit und Schutz suchen
Stürme überstehen
im Fallen das Schöne nie übersehen

Besänftige die Lauten
schenke Licht denen die frieren
und den Unverfrorenen
wenn Bäume und Gräser Schatten werfen
dass sie das Dahinter sehen

Lass im Azurblau des Morgens
den Tag an Blässe verlieren
nimm der Nacht ihre Schwärze
wenn wir unsere Erdhaut fühlen

der Wind weht Blütenblätter aufs Papier
ins Haar sammle ein paar auf
von diesem Moment unendlicher Fülle
in deinem Gesicht Mutter Erde Pachamama

LV
9.5.2021

Worte

Worte geben uns
wider hallen nach

wir hören uns
andere Worte
spielen PingPong
ein Wort gibt das andere

hören wir auf uns
wann werden wir stumm
im blinden Wortgestöber

ob ich auch mal in den Schuhen
eines anderen gehe fragst du mich
als ginge dann alles besser
die auf meinen Worten herumtrampelt

sie mir entreißt verdreht wegschreit
all die fröhlichen Menschen im Frühling
draußen sehe ich wie durch einen Film

LV
29.4.2021

Abwehr
(Für A.)

Der Abstand wurde größer
unser Schweigen immer länger
Nun ist es heraus:
Hoffnungslose Ignorantin nennst du mich
ein kleiner Stich ins Herz
mit großer Wirkung
stärker als jeder Virus

wie kannst du dir so sicher sein
alle die anders denken über C.
sind „Schwachomaten“ für dich
doch wer hat die Deutungshoheit darüber

auf Bildern kneifst du oft
die Augen zusammen
blinzelst in die Sonne
blendet sie dich oder
was hindert dich klar zu sehen

wer bist du ohne alles andere
Mann Kinder Arbeit
wehrlos wirfst mir vor
ich würde mich nicht wirklich
für andere Menschen interessieren
doch ich lebe nicht nur für mich selbst

der Riss geht tief zwischen uns
bis in Kindertage
die Seele früh mit Stachelhaut überzogen
wir beide
nach und nach abgestreift
uns eingerichtet

doch noch längst nicht alles verwunden
voll auf Abwehr nun
immun zeigen gegen jegliche Eigenart
Auffälligkeit Verletzbarkeit
vermeintlicher Schutz

doch aus jeder stachlig unscheinbaren Raupe
schlüpft eines Tages
ein prachtvoller Schmetterling
der fliegt wohin er mag

LV
11.4.2021

Zerbrechliche Welt

Ein kalter Wind zaust
den bunten Osterstrauch
hinterm Haus
in der Natur regt sich vieles
unentwegt vieles geht entzwei
wird nie ausgebrütet
außer in Gedanken

wie der Spruch im Netz
über ein Ei das durch äußere Kraft
gebrochen wird
womit Leben endet
bevor es begann
doch wenn die Schale von innen
aufbreche
beginne Leben

Wann beginnt wann endet etwas
was hält uns noch zusammen
was ist zerbrochen in dem Mann
der vorm Neustädter Bahnhof steht
wirres Haar und Zigarette im Mundwinkel
neben sich einen Einkaufswagen voll
Habseligkeiten die ein Wollpullover wie eine
Decke umhüllt
er bindet seine beiden Hunde an
einen hellen halb blinden und einen
schwarzen mit weißen Pfoten der erst den Mann
dann mich ansieht mit fragenden Augen
ich lege ihnen fünf Euro in die noch leere Mütze
die Hälfte des Scheins für mein Osterbrot

ein älterer braunhäutiger Mann rutscht vom
Fensterbrett am Bahnhofsgebäude
mit nur einem Bein und sieht mir nach
vor sich hin murmelnd
ich habe keine Münzen mehr

die ersten Forsythia leuchten am Straßenrand
die Knospen der Magnolien springen bald auf
der Himmel zerfällt in grauschwere Wolken
und hellblaue Flecken
ich komme an zwei Uhren vorbei
jede geht anders und freue mich
über die gewonnene Zeit

die mich einen Moment davon trägt mit den
Zeilen an einem Ampelmast: Ich träume von
einer Welt, in der jeder sein kann wie er will
ohne deswegen Angst haben zu müssen,
gezeichnet von #gelbe Zettel

Ich stehe im Regen und denke an den Mann
und seine zwei Hunde
die ihm und er ihnen beim Überleben helfen

LV
27.3.2021

Vor dem Flug

Den ganzen Tag stand die Sonne
hoch über der grauen Wolkenherde
doch die Nachtschatten fielen
nur langsam ab
ein Vogel sang leis in der Früh
Raben krächzten ich dachte an die Nüsse die
ich ihnen zu knacken gab
die sie erfreut im Schnabel forttrugen
die innen faul waren
wie ich später bemerkte

aus der Wolkenburg fällt Sonnenglanz
in den Fluss
ein Entenpaar erhebt seine Flügel
ein Entenjunges setzt an zum Flug

zwei Jungen stehen am Ufer
und schlagen mit Stöcken um sich
ein Kind weint im Wagen
es ist blass und ballt die Fäustchen
ich kann dich nicht immer tragen
sagt seine Mutter
das Kind weint stärker

weinend läuft ein Steppke im blauen
Kosmonautenanzug neben seinem Vater her
ich denke an ein Kinderbild
auf dem Arm meiner Mutter im Schnee

wie oft hat sie mich gehalten
ich weiß es nicht mehr
wie gern würde ich sie noch einmal
umarmen
ein rötliches Band am Horizont
begleitet mich

LV
22.3.2021

Der SchuhBaum

Unten am Fluss schreien
Wildgänse in die Stille
umfließt Abendrot
dunkle Baumumrisse
voll verirrter Dinge

ich hielt sie zuerst für Vögel
doch dort hängen Schuhe paarweise
an den Schnürsenkeln in den Zweigen
nichts drückt drängt trägt
veranlasst sie mehr zum Gehen

sacht bewegt vom Wind
halten sie sich in der Luft
Schuhe von kleinen und großen Füßen
wie klobige Elbkähne und elegante Ballerinas
zwei rosafarbene nah am Stamm
ein einzelner Turnschuh mit schwarzem
Schnürsäckchen
ein paar Badelatschen abgelegt auf einem
Strauch unweit vom Ufer

Keiner wundert sich
keiner bleibt außer mir stehen
die aufgehängten Schuhe im Baum
anzusehen

Wer hat sie verloren ausgezogen hergegeben
Wer kletterte mit ihnen bis hinauf
in die Baumkrone
heraus aus ausweglosen Spuren

von weitem sehen sie aus wie Vögel
ein Rabe lässt sich kurz nieder
putzt sein Gefieder neben dem
festhängenden Schuhschwarm

Vorn vor dem erleuchteten Ball- und Brauhaus
vis a vis zum Fluss
steht eine Warteschlange
und lässt hohe Bierkrüge für daheim
nachfüllen

LV
6.3.2021

Frühlingszeit

Halb Winterblässe halb Frühlingslau
ziehen die letzten Sonnenstrahlen des Tages
mich hinaus
Bares zu regeln
auf der Fensterbank vor der Bankfiliale
sitzt ein älterer Mann
als warte er auf etwas
schaut in den Himmel
fast ein wenig scheu
ins wolkenlos strahlende Nichts

ich sehe ihm nach
die Sonne wärmt mich nicht
doch sein still versunkener Blick
er lächelt in sich hinein
und ich wüsste gern was mit ihm ist
doch ich trau mich nicht ihn zu stören

vorn im Gebüsch hängen Bälle mit Vogelfutter
aber keine Vögel
schwirren umher wie sonst
die Eiszapfen mit den dazwischen gurrenden
Tauben unterm Dachsims sind längst getaut
eine Taube schaut sich oben um

unten am Fluss randvoll und matt
schimmernd ragen Bäume aus dem Wasser
schnattern Enten und Wildgänse
schauen Männer schweigend rauchend und
Bier trinkend an der Böschung ins Ungewisse
ein Kind läuft über die Ufermauer der
Abendhimmel ist leicht gerötet wie meine
Wangen hast du Rotkehlchen gefangen
fragte mich meine Großmutter dann lange her

ich hab noch kein Rotkehlchen gesehen
freue mich auf die Rückkehr der Singvögel
am Morgen mit ihrer ansteckenden
Leichtigkeit
Vielleicht schaffe ich es morgen zur
Krokusswiese

LV
1.3.2021

Herzblumen

Die Sprache der Blumen
ist leis
sie schauen mich an
ich schaue sie an
in der großen Vase
finden sie keinen Halt
fallen zur Seite
auseinander
hängen die Köpfe
die ich aufrichte
die mich aufrichten

ihre offenen herzförmigen Blüten
mit farbensattem Lächeln
hell tiefrot und violett
mit dunkel raunendem Augenaufschlag
im Licht aufscheinende Umrisse
wellig rund sperrig schwellende Erhebungen
und Vertiefungen

umfassen Blüten Blätter
in feinnervig gefiederter Umarmung
kreisen die Blumenflügel einer Windmühle
wie sie Kinder haben
Wie schön sagt die rundliche Frau mit dem
silbergrauen Haar an der Supermarktkasse
Warum holt sie sich nicht selbst eine

LV
20.2.2021

foto von anemonen mit windmühle. rote anemonen und lila mit herzform

 

 

 

Wilder Garten

Aufgefaltet meine Schmetteringsflügel
öffne weite ich mich
von innen
schäle mich aus meiner Haut
nach langem Winterschlaf
ans Licht aus jeder Körperpore
flüstert es

lege die Fingerspitzen auf den Mund
lausche dem sachten Kreisen
und Antworten der Lippen
lasse mich ein
wage einen Blick
in den wilden Garten

aus tiefer Erde leuchten Blumen
in allen Farben
ihre Blütenblätter breiten sich aus
wie feine Sensoren
die ausschwirren schwingen sich verweben

meine Sinne wachkitzeln
benetzen
mein Innerstes erblühen lassen
im pulsierenden Tanz der Körperzellen
und einer Tango Umarmung von Piazolla
fliege ich schmetterlingsleicht

LV
15.2.2021

Foto/Quelle: Ilan Stefani

Weiße Inseln

Der Himmel bleiern seit Tagen
erschüttert von donnerndem Flockengewitter
als bräche ein Riese auf der dünnen
Wolkendecke ein
sie zersplittert in unzählige
watteweiche Inseln

kühles Weiß
unberührt
ungeborgen
sehnsuchtsstarr wandert der Blick
über das strahlende Nichts

pudrig überzogen dunkles Geäst
darauf ein weiß gefaltetes Tuch
noch vom Sommer vom Balkon nebenan
hergeflogen

hinter den Bäumen
das schneebemalte graue Gemäuer
mit den vergitterten Fenstern
hinter denen Wesen sitzen
warten wie ich
dass Türen aufgehen
in jemandes Herz

die weissbunte mit den magisch
entrückten Augen die mich nicht loslassen
die dunkle schildpatt mit den Sonnenflecken
schnurrt sofort wie meine schwarzfellig
sternäugige aus der Ferne

zwei gelbe Augen treffen mich
noch scheu legt die kleine grauweiß getigerte
ihre Pfote durch die Gitterstäbe
auf das Fell der schildpattfarbenen
beide sehen mich an
auf dem Weg zu mir

wenn ich sie hole wird eine woanders sein
bereits vergeben
Doch wir werden einen langen Augenblick
uns weiter nah sein

LV
17.1.2021

foto oranger himmel und schnee unten im hof

Gedichte + Fotos (lv)

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Neue Lyrik & Wiedergefundenes: An den Mond & Neuanfang & WortSegel hissen & Weisse Inseln

02 Samstag Jan 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Poesie

≈ Hinterlasse einen Kommentar

An den Mond

Drinnen hält mich
nichts
lausche in die Nachts hinaus
höre Vogelstimmen vergesse den weißen
Atemrauch
von ferne funkeln Sterne
mittendrin ein einsamer Segler auf dunkler See

Du bist mein Leuchtturm
der sich über der Schwärze erhebt
Wolken und schwere Gedanken beiseite  schiebt
als Lampion lichttorkelnd
hoch über den Bäumen schwebt
mich anstrahlt

voll und ganz
legt sich Dein Glanz
über alle Schatten
überlasse mich
dem Sog der Klänge
der Ode an die Freude
gehe durch ein Tränengebirge
beim Vers: „Seid umschlungen, Millionen!
Diesen Kuss der ganzen Welt…“

und lächle dem Mond vorm Davonsegeln zu

LV
1.1.2021

Neuanfang
(Für Lola)

Azurblauer Morgenhimmel
weiße Federwolken
ein paar gerötete und graue Tupfen
wie von Samtpfoten dagelassen
und Sonnenlicht fließt
zu mir herein
bescheint Deinen Platz
am letzten Tag im alten Jahr

abends funkeln Deine Augen
mich aus der Höhe an
manchmal huscht ein kleines
schwarzes Wesen vorbei am Mond

samtfellig sternäugig
legst Du Dich zu mir
träume ich mich auf die andere
Seite der Nacht
wo kein Hier und Dort
kein Nah und Fern
sondern unendliche Weite
herzverbundener Seelen

die dunkle Grenze überwindet

LV
1.1.2021

Wort – Bilder – Gedanken

Ich versink
immer tiefer
im See
meiner Träume
Du stehst am Ufer
und siehst zu

LV
19.7.2009

Paradox

Du kannst wohl
nur Frauen lieben
die Dich
ablehnen

Mir geht es mit
Männern
ebenso

Ich liebe Dich
nicht
wenn Du
mich liebst

Wer fliegt
zuerst
Wer verliert

Wer fühlt
zuerst
nichts
mehr

LV
21.7.2009

Du irrst
durch meine Träume
ein ruhloser Schatten

Keine Sternschnuppe
fällt mehr
so tief

LV
21.7.2021

Aufgeblüht

Der Himmel ein fahlweißes Band
rote Blüten wärmen
im Wintergarten
der Weihnachtskaktus blüht
seit langem wieder
vorm Fenster rieseln
die ersten Flocken
wie ein Flüstern der Natur
die noch weiß
was sie will
winzige Eiskristalle auf dem
Balkontisch schmelzen
langsam
unendlich schön

LV
15.12.2018

Blütenhimmel

Über mir wogende Blüten
schaue ihnen zu
alle Blicke fliegen zu ihnen
Zuneigung für den Moment
ein Bild inniges Versinken
in den Blütengrund
bis sie sich lautlos lösen

nicht zu halten
nicht zu fassen
davon segeln
den Boden färben

Würd gern mit dir hier sitzen
halt mich lass dich fassen
Besiegen wir uns
beide

LV
19.4.2019

Herzgarten

Vor mir im Treppenhaus
springt die Tür
zu einem wilden Garten auf
vielblättriges Verlangen
schaut mich an

wachse aus mir
heraus fließe über
mit dem Duft frischer Erde
pflanze mein Herz
in mich aufweckende Blütenknospen

LV
17.3.2019

Dunkler Strom

Der große dunkle Strom
hat uns erfasst
droht uns zu verschlingen

Ich hisse WortSegel
sehe kein Land
überall Fragen brodelnd
die sich an mir festkrallen
wie Ertrinkende

LV
8.4.2017

Wandlung

Ich wanke noch
wache auf
wandle mich
nun ohne dich

wachse aus mir
heraus
in mich hinein
in endlose Tiefen
und Höhen

wische mir den Sand
unserer Träume aus den Augen
die weiter brennen

LV
7.9.2018

Inbesitznahme

Der Raum noch leer
Zeit verstrichen
fort geschliffen die Gebrauchsspuren
vergangener Tage
wage mich kaum
hinein

ergriffen vom strahlenden
Nichts

im Eimer Farbe angerührt
Sonnengelb
der Raum noch unberührt
stelle ich mich
hinein

am Schreibtisch noch
ein paar gelbe Spritzer
erinnern mich
an mein neues Leben

LV
29.9.2018

Neujahr

Ein weißes Blatt
unbefangene Stille
Lauschen dem ersten Tag
der noch unberührt
unbewegt
alle Wege stehen offen
alles ist möglich
auch das Unmögliche
sagt Mary Poppins
ihre Rückkehr am Jahresende
war höchste Zeit
der resoluten Retterin der Träume
folge ich gern

LV
1.1.2019

Texte + Fotos (lv)

Weiße Inseln

Der Himmel bleiern seit Tagen
erschüttert von donnerndem Flockengewitter
als bräche ein Riese auf der dünnen Wolkendecke ein
sie zersplittert in unzählige
watteweiche Inseln

kühles Weiss
unberührt
ungeborgen
sehnsuchtsstarr wandert der Blick
über das strahlende Nichts

pudrig überzogen das dunkle Geäst
darauf ein weißes gefaltetes Tuch
noch vom Sommer vom Balkon nebenan
hergeflogen

hinter den Bäumen
das schneebemalte graue Gemäuer
mit den vergitterten Fenstern
hinter denen Wesen sitzen
warten wie ich
dass Türen aufgehen
in jemandes Herz

die weissbunte mit den magisch
entrückten Augen die mich nicht loslassen
die dunkle schildpatt mit den Sonnenflecken
schnurrt sofort wie meine schwarzfellig
sternäugige aus der Ferne

zwei gelbe Augen treffen mich
noch scheu legt die kleine grauweiß getigerte
ihre Pfote durch die Gitterstäbe
auf das Fell der schildpattfarbenen
beide sehen mich an
auf dem Weg zu mir

wenn ich sie hole wird eine woanders sein
bereits vergeben
Doch wir werden einen langen Augenblick
uns weiter nah sein

LV
17.1.2021

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Neue Lyrik: Farbbewegung & Spätlese-Erdäpfel & Abschied von Lola & Advent ohne Schnurren…

09 Mittwoch Dez 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Poesie

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Farbbewegung

Ich mal mir den Tag aus
der Sonne entgegen
tausend Schritte gehn
doch ich bleibe liegen

das kleine schwarzfellige mal murrende mal schnurrende
Knäuel vor mir stärker als ich
hält mich mit seiner ganzen Liebe fest
doch es hält die Schatten nicht fern
die immer näher rücken

seh der Sonne hinter den Bäumen
beim Untergehen zu
wie sie in tausend Farben
zerfällt die am Himmel
verglühen und neu aufgehen
und finde mich in jeder Farbe
ein Stück wieder

LV
14.11.2020

Spätlese-Erdäpfel

Der Himmel golden gefärbt
Goldmarie zieht ihre Spur
ein paar Lichtfunken verstreut
im dunklen Geäst im Park
das verwaiste alte Märchenschloss
leuchtet einen Moment auf
träumt ruhelos weiter
das Gemäuer an dem täglich
so viele vorbeifahren
und kein Weg hineinführt

im Dämmerlicht die knorrigen Bäume
auf den Streuobstwiesen fast blätterleer
tragen keine Früchte mehr
die Goldmarie hat wohl einiges übersehen
worüber ich stolpere im Gehen
vor der Winterruhe regt sich noch viel

ein Kind fragt was ich suche
halb im Laub versteckt verdreckt
grabe ich Äpfel aus der Erde
erst einer dann zwei immer mehr
gelbe rotbäckige kleine große
glatt rau gefleckt gesprenkelt geflammt
voller Zeichen der Natur
aus verlorenen Paradiesen
lächeln mich an

weiter hinten auf der Wiese
grummeln eingezäunt ein paar Schafe
in der Dämmerung als ich mich ihnen nähere
die Äpfel aufhebe
bevor sie faulen

LV
16.11.2020

‚

Diagnose: Freier Fall

Die Sonne versteckt sich
in der gelben Blätterfülle
ich trage schwer an dem was ist

die Beine bleiern
brennen beim Gehen
angeschwollen wie Flüsse
kurz vorm Überlaufen

die Lebensadern angespanntes Sehnen
will aus der Haut
voll roter Punkte
wie Warnlichter

kreiseln und schmerzen
bei jeder Berührung
letzte Nacht träumte ich
wieder vom Fliegen und Fallen
konnte nicht mehr stehen

der Boden unter den Füßen weggerissen
der Arzt sagt: vermutlich eine Bindegewebsentzündung
und ich soll der Führung vertrauen
meiner inneren oder der von außen

er wolle nicht in meiner Haut sein
meinem Freisein
als hieße das schon freier Fall
und streicht mir beim Gehen
mit der Hand über die Regenjacke

draußen fließt alles Grau
aus mir mit dem Regen

LV
4.11.2020

Geborgen

Auf den Ästen der alten Weide
sitzt schon länger kein Vogel mehr
halb verborgen unter ihrem Blätterkleid
leuchtet etwas Weißes hervor
ein Tuch vielleicht eine Windel vom nahen Balkon
wie kurz abgelegte Flügel
wiegen im Wind in den filigranen Zweigen
die sich über den Fremdkörper beugen
hin und her schaukeln und im dichten Zweiggeflecht halten

wie den welken Ast halb abgebrochen
bei einem schweren Frühjahrssturm
den goldgelbe und noch grüne Blätter
umarmen in der Baummitte glänzt hoch
aufgerichtet die Weidenkrone in der Herbstsonne

und auf einmal wiegt alles Schwere leicht
mit diesem Aufgehoben und Gehalten sein
so sehr der Wind auch rüttelt an den Zweigen
sie geben das weiße Etwas nicht her

LV
7.11.2020

Abschied von Lola
(Für mein Fellmädchen)

Du siehst mich an
ganz nah bei mir doch bist nicht mehr hier
könnte ich Dich doch aus den Bildern
zu mir holen
die Zeit zurück drehen
oder mit Dir zu den Sternen fliegen

doch nur die Stunden verfliegen
der erste Tag ohne Dich
unerträglich lang
all Deine Sachen stehen noch da unberührt
die Plätze wo Du gern weiltest und wärmtest
schweigen mich verlassen an

gehe von Raum zu Raum
überall Deine Spuren
Futterteller verstreute Haare auf dem Bett
das unfeine Hingemachte nun anrührend und die Kuscheldecke
gleich kommst Du hervor
bin versucht Dich zu rufen
und lege Bilder von Dir in die Leere

die Jahren schienen an uns
vorbeizugehen
unsere Zeit endlos
als würde er vergessen
Dich zu holen
dabei stand er schon länger
mit einem Bein in der Tür
der dunkle ungebetene Gast
hab ihn beflissen übersehen
wer will schon wissen wann es Zeit ist
zu gehen

versuchte alles ihn aufzuhalten
mit gut zureden streicheln und Tabletten
eines Nachts bist Du vor der Wasserschale umgefallen
hab Dich aufgefangen
Du schriest vor Schmerz
bei jeder Bewegung konntest nicht mehr stehen
und schliefst am nächsten Tag
sanft ein in meinen Armen

ein Teil von mir ist mit Dir fort
und ein Teil von Dir mir anverwandelt
wir sind wesenseins
Das alles bist Du mir: ein sonniges Wesen seidig schwarzfellig
willensstark eigenwillig
Kobold Kuschelmaus Kratzbürste Königin Kämpferin
Engel Biest Dame kleine Madame
Fellmädchen Scharwänzelchen Genießerin Seelentier
Zicke Freundin Weise Wegbegleiterin
Mein Liebstes

Dein Sternaugenlächeln funkelt
jetzt von weit oben zu mir
abends werde ich ein Licht anzünden
dass wir uns immer wiederfinden

LV
6.12.2020
(am 5.12., ca. 11 Uhr musste ich meine geliebte Miezi verabschieden. Sie wurde stolze 18,5 Jahre alt.)

Advent ohne Schnurren

Die Sonne scheint mir
ins Gesicht hinter den dunklen Bäumen
in denen Raben heiser krächzen
nach Essbarem suchen

Du hast mich immer zum Futternapf gedrängelt
konntest es kaum erwarten
doch seit Tagen wurde der Teller nicht mehr leer
versuchtest mit schwerem Atem
ein paar Happen zu haschen
gingst weg kamst wieder
gingst immer öfter leer aus
und trugst so viel mit mir

als Du die geliebten zarten Stücke vom Hähnchenmann
nicht mehr anrührtest
schien die Welt still zu stehn
nichts half mehr
weder Globoli Pastete Leberwurst Milch Schokolade

ich überhöre mein Magenknurren
kann kein Hähnchen mehr sehn
sah Bilder von uns aus glücklichen Tagen
mein sanft verschmust verspielt energisch fragiles Seelentier

der nächste Abend war unser letzter
vieles bleibt ungeschehen
einmal zusammen ins Grüne
auf der fast menschenleeren Hauptstraße die Lichterketten und Weihnachtssterne
ohne Buden flackern einsam

nur einmal spielte ich an meinem Geburtstag auf der geschenkten
Kalimba wir lauschten den zauberhaften Klängen
werde sie wieder hervorholen
doch nichts kann Dein Schnurren Gurren und Murren
ersetzen

zwei Tage ohne Dich
der erste Gang durch die Tür
die Du gerade verließest
zurück mit dem Wissen
Du empfängst mich nicht mehr

beneide die Frau die einen Berg Katzennahrung
auf das Kassenband in der Drogerie legt
an Deinem Futternapf steht jetzt ein großer Blumentopf

LV
8.12.2020

Texte + Fotos: Lilli Vostry

,

Herzgehäuse

Als die Nachtschatten mich
kurz verließen
ich eine Hülle für mein Liebstes suchte
es wohlverwahrt in die Erde
zu legen
zersprang mein Herzgehäuse
in zwei Teile

der kleine Froschkönig
der mich sonst hinter Glas
anlächelte
steht mir plötzlich
frei gegenüber
die Kugel kann wieder rollen

unzählige winzige Herzen und Schimmer
rieselten zu Boden
löste sie aus dunklem Geschling
die Herzen haften an meinen Händen
jedes eine Möglichkeit ein Traum
ein Weg zu anderen

LV
13.12.2020

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BilderAlbum: Wartende Weihnachtsfiguren in der Stadtgalerie Radebeul

29 Sonntag Nov 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Poesie

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Zauber einer anderen Welt

Eigentlich wollte ich mir die neue Ausstellung „An den Rändern“ mit Zeichnungen und Malerei von Stefan Voigt in der Stadtgalerie Radebeul ansehen. Am Rande fiel mir eine zauberhafte Figurenschar auf, die zweifelsohne aus einer anderen Welt hier gelandet waren. An der Fensterseite im Eingangsraum standen sie kurz vorm Ersten Advent aufgereiht, abgestellt und abwartend allein im Galerieraum und erhellten diesen mit ihrer Anwesenheit. Die Figuren hielten stumme Zwiesprache mit sich selbst und als ich näher auf sie zutrat und sie länger betrachtete, sprachen sie auch zu mir. Wieso sie so vereinzelt herum stehen und keiner sie sehen könne…

Dieses Jahr ist alles anders, flüsterte ich ihnen zu. Immer öfter sei zu hören, dass wir jetzt eine „andere Zeit haben“, die „fordernd“ sei. Bedeutet das, dass Orte, die zu Kultur- und Kunstgenuss einladen, bald nur noch am Rand vorkommen oder nur aus der Ferne, im Internet zu betrachten sind?!

Ein Tier, wohl ein Kamel, reckt seinen langen Hals und Kopf, umschwirrt von kleinen Figuren mit ausgestreckten Flügeln. Neben ihnen ein umgefallener Engel und einer, der seine Schwingen über ihn hält. Ein anderer Engel sitzt mit gesenktem Blick. Um ihn herum stehen Gestalten mit Krone, Päckchen in den Händen und in Tücher gehüllt. Eine Frau hält ein Kind im Arm. Neben ihr hocken ein gehörntes Tier und ein Schaf, davor eine Sternschnuppe am Boden, auf die eine Gestalt blickt, die etwas wie einen Koffer in den Händen hält.

Sonnenlicht fällt durchs Fenster auf die Flügel und in die Gesichter und lässt sie noch mehr leuchten. Bald werden sie ihr Licht und ihren Zauber in die Welt bringen. Wenn die Figuren rings um die Weihnachtskrippe wieder an ihrem angestammten Platz auf dem Dorfanger in Radebeul-Altkötzschenbroda stehen und die Besucher zur Adventszeit erfreuen. Geschaffen hat die kunstvollen Wesen aus Papier und Weidengeflecht der chilenische, in Dresden lebende Künstler César Olhagaray. Zur Weihnachtskrippe führt ein Lichterpfad mit wundersamen Installationen entlang der Baumallee von Bärbel Voigt.

Text + Fotos (lv)

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Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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  • Die Sprache des Steins: Ausstellung zum Abschluss des Internationalen Bildhauer-Symposiums auf dem Campus der Fachhochschule Dresden
  • Restaurace "Babicka" eröffnet mit tschechisch-böhmischer Küche in Pirna
  • BilderAlbum: Bilder & Klänge für alle im KlanGLaboR
  • "Mut schöpfen": Kurzgeschichte & Dialog-Szene "Wenn aus Liebe Gewalt wird"
  • Premiere "Leonce und Lena" nach Georg Büchner auf der Bürgerbühne im Kleinen Haus
  • Ausstellung "Mittendrin" von Peter Pit Müller & André Uhlig im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz
  • Premiere "Die Laborantin" von Ella Road im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden
  • Premiere "Einige fühlen den Regen, andere werden nass" & Festivaltag mit Stücken von Jugendlichen im Theater Junge Generation
  • Ausstellung "Gotthardt Kuehl. Ein Lichtblick für Dresden" auf Schloss Burgk Freital
  • Ein Abend für Thomas Brasch im Minckwitzschen Weinberghaus in Radebeul

Top-Beiträge & Seiten

  • Atelierbesuch bei Kathrin Stadthaus: "Ich fühle mich überall zuhause"
  • Atelierbesuch bei Steffen Fischer zu seiner Ausstellung "Rollenspiele" in der Galerie Kunst & Eros Dresden
  • Atelierbesuch bei Jochen Fiedler in Cunnersdorf, Sächsische Schweiz
  • Premiere im Boulevardtheater Dresden- Herr Lehrer, Fräulein Lustig schwänzt!
  • Ausstellung "Paradies" mit Arbeiten von Irene Wieland & Leihgaben aus den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen im Weinbaumuseum Hoflößnitz in Radebeul
  • Gruppenausstellung "Kunst muss prickeln" zum Erotischen Advent in der Galerie Kunst & Eros in Dresden
  • Kreatives Universum mit neuen Erlebnisräumen für Kunst: Der aus Venezuela stammende Künstler Esteban Velázquez von Wilhelm hat eine Kunstmanufaktur mit Galerie & Atelier in Wurzen eröffnet
  • "Mut schöpfen": Kurzgeschichte & Dialog-Szene "Wenn aus Liebe Gewalt wird"
  • Premiere "Piaf. Mythos, Rausch und Wirklichkeit" im Schauspielhaus Dresden
  • Premiere "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch im Kleinen Haus

Aktuelle Beiträge

  • Bühne frei für: „Lyrik unter freiem Himmel“ auf dem Konkordienplatz in Dresden
  • Jubiläumsausstellung „handsam“ von Angela Hampel in der Galerie Mitte in Dresden
  • Neue Lyrik: Frühlingsanfang & Blütensterne & Frühlingsbeginn (Ohne P.)
  • Leipziger Buchmesse beendet mit neuem Besucherrekord
  • Leipziger Buchmesse: Menschen am Fluss & Romantasy & Wo sich die Erde verändert. Empfehlungen für den letzten Buchmesse-Tag.
  • Leipziger Buchmesse: Halbzeit mit neuem Besucherrekord
  • BilderAlbum: Unterwegs in der Welt der Bücher auf der Leipziger Buchmesse
  • Die Preisträger der Leipziger Buchmesse 2026
  • Leipziger Buchmesse: Reichhaltige Welt voller Geschichten & Gespräche & Lesungen & Begegnungen
  • Leipziger Buchmesse: Besondere Bücherschätze auf der Antiquariatsmesse

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