Premiere „Show must go on“ – das Freddie Mercury Musical in der Comödie Dresden


Ein Leben im Rausch der Musik: Freddie Mercury, der charismatische Sänger der Band Queen lebte ein Leben voll Ekstase, Leidenschaft, aber auch innerer Zerrissenheit. Das Freddie Mercury-Musical bringt seine großartigen Songs mit Live-Band auf die Bühne mit viel Feeling, Herzblut und Power, erzählt über den Künstler und Menschen mit allen Höhen und Tiefen und schaut hinter die Kulisse des Showbusiness. Fotos: ONUK

Musik voller Magie

Seine Stimme war ebenso außergewöhnlich wie sein Leben. Die Musik war seine Droge. Für ihn gab es weder Grenzen noch Tabus. Er liebte Frauen, noch mehr Männer und seine Katzen. Er konnte knallhart und ganz weich sein, sagte seine erste Liebe, spätere Managerin und Erbin seiner Songs, Mary Austin über Freddie Mercury. Benannt nach Merkur, dem römischen Götterboten. Seine faszinierende, emotionsreiche und kraftsprühende Musik, eine einzigartige Mischung aus Rock und Theatralik, und sein schillerndes Leben kommt auf die Bühne im Musical „Show must go on“ von Ingmar Otto, der auch Regie führte. Die Premiere war am Donnerstagabend in der Comödie Dresden.

Eine flippig-verführerische Zeitreise zurück in die 70er und 80er Jahre voll komischer, trauriger und berührender Momente mit fünf großartigen Darstellerinnen und Darstellern. Angeführt von einem vor Lebenslust, Kreativität und Ausstrahlung strotzenden Künstler, großem Kind, Exzentriker und sensibel, scheuem Menschen, der diese Seite meist überspielte, in der Rolle von Freddie Mercury zeigt Christopher Brose diesen Zwiespalt energiegeladen und feinfühlig.
Begeisterter Beifall, Mitsingen und Klatschen des Publikums beim abschließenden euphorischen Hit „We will rock you“.

Mehr Text zur Aufführung folgt (lv).

Die nächsten Termine: 21.4., 15 Uhr; 23.4., 19.30 Uhr

http://www.comoedie-dresden.de

BilderAlbum: Frühling im Kunstforum Klotzsche

Farbenfrohe Kunstgewächse in aller Vielfalt gab es zu entdecken beim ersten Markt +  Ausstellung „Frühling im Kunstforum Klotzsche“. Rund ein Dutzend Künstler aus Dresden und der Region erfreuten auf Einladung der Künstlerin Erika Walther in ihren Atelierräumen, davor und auf der Wiese die Besucher mit fantastischen, fröhlichen, zarten, bezaubernden Bildern, Installationen, Steinzeug, Porzellan und Textilem.

Mehr Text zu den Kunstwerken und diesem Kunstort folgt.

Text + Fotos (lv)

Ausstellung „Lebensräume – Lebenszeiten“ im Kunstkeller

Unverhüllte, pralle Lebensfreude

Die letzte große Ausstellung eigener aktfotografischer Arbeiten (85 Bilder) zeigt Fotokünstler Volkmar Fritzsche zurzeit im Kunstkeller Dresden (noch bis 18.4.) auf der Radeberger Straße 15. Ein Teil seiner Bilder wird weiterhin im hinteren Raum als Kabinett zu sehen sein im künftigen Museum „aktfotoART Dresden“ mit zeirgenössischer Aktfotokunst mehrerer  künstler.

Eine der Frauen trägt ein Bauchtanz-Kostüm. Sie ist um die 75 Jahre alt und trat auch schon bei einer Vernissage im Kunstkeller auf. Ein Bild zeigt sie beim prüfenden Blick in den Spiegel und im Korbstuhl sitzend mit einem Hut vor ihrer Körpermitte. Neben ihr ein Männerakt mit Hut. Ein älteres Paar umarmt sich auf einer Wiese im gleißenden Sonnenlicht. Eine junge Frau liegt nackt im Gras und träumt sich fort mit den Pusteblumen. Eine Frau hält ein Zeit-Rad auf ihrem Körper…

Unter dem Motto „Lebensräume – Lebenszeiten“ sind diese vorwiegend schwarz-weißen Aktfotografien von Volkmar Fritzsche im Kunstkeller Dresden zu sehen. Vier Räume – vier Generationen. Vorn die älteren Modelle, hinten die Jungen. Jeweils drei Bilder von jedem. In jedem Raum hängt auch ein Gruppenbild der abgebildeten Frauen und Männer, die einem dann an den Bilderwänden wieder begegnen. Sie sind zwischen 18 und 80 Jahre alt. Sie zeigen sich halb verhüllt oder ganz nackt vor der Kamera. Ungeschönt und natürlich. Heiter, sinnlich und selbstbewusst.

Die Aufnahmen – begleitet von witzig-klugen Sprüchen über Liebe, Leben und Kunst –  entstanden sowohl im Studio als auch in den Lebensräumen der Aktmodelle, im Garten, malend vor der Staffelei, im Wald, auf einer Steintreppe, beim Meditieren im Lotussitz, mit Bandagen dekoriert, nicht gefesselt, auf einer Hausterrasse oder im Steinbruch auf einem Baukran. Gitarre spielend unter einem Baum, die Beine in der Luft, übermütig mit einem Tuch umherwirbelnd, ein Schäfchen im Arm haltend oder verführerisch als Femme fatale.

„Hinten angekommen, geht man froh und unbeschwert hinaus“, sagt Volkmar Fritzsche, Fotokünstler und Betreiber des Kunstkellers Dresden.

Mitte Juli eröffnet hier mit einer Vernissage sein deutschlandweit einmaliges Museum „aktfotoART“ mit Arbeiten von zehn Fotokünstlern und der holländischen Künstlerin Lilith. Jeder darf sechs Bilder zeigen inkl. Vita. „Im Unterschied zur Galerie wird das Museum eine Dauerausstellung. Mit langsam, fließendem Bilderwechsel, ab und zu neuer Werke desselben oder anderer Künstler“, erklärt Volkmar Fritzsche das neue Konzept im Kunstkeller. „Der Schauwert steht im Fokus und nicht der Preis des Bildes.“ Wem ein Bild gefällt, kann den Künstler kontaktieren.

Text (lv)

VERNISSAGE der 99. Ausstellung
„Schwarzfahrten – Joy-rides“
Aktfotografien und mehr von Fotokünstler
Werner Lieberknecht

Die nächste Ausstellung eröffnet am 30. April, 20 Uhr. Zu sehen bis 20. Juni.
Mit Kunstgespräch: Werner Lieberknecht, Volkmar Fritzsche
Tänzerische Performance: Una Shamaa, Sao Paulo

Der in Dresden gebürtige Künstler, Werner Lieberknecht, ist kein „Aktfotograf“, sondern Fotokünstler im weitesten Sinne. Sein Schaffen basiert auf einem Studium der Fotografie. Er fotografiert vorrangig Porträts und Menschen in ihrem Milieu, darunter auch Künstler. Zudem gehört auch die Architektur in einer Breite von modern bis morbid zum Spektrum seiner fotokünstlerischen Arbeit. Doch so, wie kaum ein Maler auf den Akt verzichtet, findet sich auch bei Lieberknecht der (fotografische) Akt. Oft auch in Verbindung mit Architektur. Diese Ausstellung zeigt nun – neben einigen anderen Werken – vorrangig seine Arbeiten im Bereich Akt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Lieberknecht

Veranstaltungstipp

„Es werde Licht!“

Die MINI-BÜHNE Kunstkeller lädt ein für den 3. Mai, 20.30 Uhr.

Una Shamaa tanzt ihr neues Stück „Es werde Licht!“ Sie selbst schreibt dazu: „Mit diesen Worten schuf Gott nach jüdisch-christlichem Glauben aus dem (noch nicht vorhandenen) heiteren Himmel das Licht als Gegenpol zur Dunkelheit. Wir
Menschen fanden die Idee gar nicht so schlecht und versuchten – mit Hilfe der in unserer Zeit mittlerweile verfügbaren Technologien – dieses Wunder auf unsere Weise nachzuahmen. Und so offensichtlich unsere Kopie absolut künstlich ist, bleibt ihre Faszination trotzdem echt.“

Una Shamaa tanzt mit dem „Wunder“ von LED-Requisiten wie ein Geschöpf im Garten Eden, das gerade das Geschenk Gottes erforscht. Und dabei ist es schwer zu übersehen, dass Licht auch Schatten produziert…

Platzreservierungswünsche bitte per Mail an museum@kunstkeller-dresden.de
MUSEUM aktfotoARTdresden im Kunstkeller; Radeberger Str. 15; 01099 Dresden

Öffnungszeiten:

di 15- 21.30 Uhr, mi+do 16.30-19.30 Uhr und nahezu jederzeit nach telefonischer Absprache über 0162 682 93 79

Premiere „Das Ding – die Friedrichstadt-Revue“ im Dresdner Friedrichstatt Palast


Musik & Kabarett mit Reiz und Tücken: Micha Winkler und Thomas Schuch samt Showballett.

Von Jazz, Swing bis Gospel geht es musikalisch bunt zu, blühen Lust, Liebe und Nächstenliebe reichhaltig. Foto: Tobias Kade

Eier-Witze und Lieder querbeet

Es klingt ein wenig rätselhaft und verrucht. Es weckt Neugier und liebt die Überraschung. „Das Ding – die Friedrichstadt-Revue: Kreuzweise“ feierte am Dienstagabend Premiere im neuen „Dresdner Friedrichstatt Palast“.

Zuerst tanzen nur zwei paar Hände rauf und runter am Goldvorhang, werden rote und silberne Perücken geschwenkt. Das Schild „Bühnenbild“ deutet schon darauf hin. Hier wird weniger Wert auf Äußerlichkeiten gelegt als auf das, was tatsächlich passiert auf der Bühne. Das „Ding“ ist eine Gemeinschaftsproduktion, ohne Regisseur, jeder der Künstler konnte eigene Ideen und Beiträge auf die Bühne bringen im ehemaligen Kabarett Breschke & Schuch am Wettiner Platz 10. Kabarettist Thomas Schuch und die beiden Schauspielerinnen Beate Laaß und Mandy Partzsch leben ihre Spiellust wandlungsreich auch voll aus. Sie singen, tanzen, steppen, erzählen passend zu Ostern „Eier-Witze“ und gackern als „Gockel“ und „verrückte Hühner“, und sie animieren das Publikum anfangs gar noch zu einem „Fitnessprogramm“, bei dem sich alles streckt, dehnt  und springt, soweit es die engen Stuhlreihen hergeben.

Sketche, gespielte Gags und Lieder querbeet, mehr oder weniger pointiert und komisch, wechseln sich ab, die alle etwas mit Mann-Frau-Sein mit allen Reizen und Tücken und der „Me Too“-Debatte gegen sexuelle Belästigung zu tun haben. Sie fragt ihn, ob sie zu dick oder dünn ist. Egal was er sagt, es passt nie voll und ganz. Viele Lacher erntet Schuch als Geistlicher, der „Gleichmacherei als Ursache allen Übels“ mit der Schlagzeile „Wir sind Papst“ und Scheinmoral witzig-wortdreherisch auf die Schippe nimmt. Das Showorchester um Micha Winkler, musikalischer Leiter des „Friedrichstatt Palastes“ zeigt sich sehr vielseitig mit Musik von Slapstick, alten Schlagern, Swing, Charleston, Jazz bis zu Gospel-Songs wie „Freedom“ und „O happay day“, auch wenn ein Teil der Musiker etwas versteckt in der Ecke sitzt.

Beate Laaß und Mandy Partzsch sind mal als Showballett, mal als Frau in der Bar, Französin, Russin, Asiatin und Nonnen zu erleben, die ein Mann plump anmacht. Micha Winkler legt dann Posaune und Trompete zur Seite und zieht einen Mantel über und redet in breitem sächsisch. Einmal springt er mit Teufelsmaske und Tamburin wild umher. Doch statt diabolisch wirkt es nur albern. Seine Ansagen „internationaler Spitzenkünstler“ vorwiegend aus Osteuropa spielen an auf die klamme Kasse des Revuetheaters. Ein Artist jongliert gewitzt mit Hut und Zigarren.

Zwei junge Körperakrobaten nehmen sich gegenseitig auf den Arm und parodieren Kraftmeierei. Schön satirisch vor allem die Szene über „Kassen-Trennung“ in arm und reich als Mittel gegen Sozialneid. Vorgeführt von Hans Nager (Thomas Schuch), als armer Esser und Trinker und  Klaus Esser (Micha Winkler), Exmanager. Beate Laaß erheitert als schrille Lady mit Pumps, die einen gestreiften Gummistiefel anschmachtet: „You make me feel!“ mit dem Hit von Aretha Franklin. Großartig auch ihre soziale Satire als Pennerin mit Flasche, die dem frustrierten Karrieretyp (Thomas Schuch) ungeahnt das Leben rettet. „Lieber außen dreckig, statt innen leer“, lautet ihre Devise. Herzlicher Beifall für dieses erste „Ding“, das noch emsig brütet und seine Form sucht, im Friedrichstatt Palast.

Text (lv)

http://www.dresdner-friedrichstatt-palast.de

Fontanes Wanderschuh kehrt zurück ins Wegemuseum Wusterhausen


Der Künstler und Betreiber des Lügenmuseums Reinhard Zabka zog 2012 mit seinen Schätzen nach Radebeul. „Fontanes Wanderschuh“ wird nun in einer Wunder-Kammer-Inszenierung in das Wegemuseum in Wusterhausen zurückkehren. Fotos: Lilli Vostry

Wundersame Welten

Theodor Fontane prägte mit den »Wanderungen durch die Mark Brandenburg« die Identität des Landes über dessen Grenzen hinaus. Nun kehrt Fontanes Wanderschuh in einer Sonderausstellung in das Wegemuseum in Wusterhausen zurück. Damit wagen wir einen Blick hinter die Kulissen.

Abseits der vertrauten Wege entdeckte der Reiseschriftsteller Francis Sauvage in einem kleinen Museum den Wanderschuh von Theodor Fontane. „Ein mit Fresken phantastisch bemaltes Haus, ein traumhaft verwachsener Garten, Räume mit künstlerischen Modellen voll hintergründigen Klippen, leichtem Schauer und heiterem Erbarmen.“ Doch das ist Geschichte. Das Museumsexperiment des Künstlers Reinhard Zabka in Babe im sumpfigen Rhinluch ist gescheitert.

Der Ostberliner hatte sich 1980 in der abgelegenen Ostprignitz in einer Bauernkate ein Sommeratelier eingerichtet, um sich der Kulturzensur zu entziehen. Dort lud er die letzten eigenwilligen Käuze der ostdeutschen Künstlerschaft in seinen Garten. So entstand im Vakuum der Wiedervereinigung das legendäre Lügenmuseum, eine Inszenierung mit einer unglaublichen Kreativität. Die staubaufwirbelnden Querfeldeinritte führten dann das Lügenmuseum samt Fontanes Wanderschuh 2012 nach Radebeul in Sachsen.

Nun, zum 200 jährigen Jubiläum, kehrt Fontanes Wanderschuh zurück ins Wegemuseum Wusterhausen, im Nordwesten des Landes Brandenburg. Fontanes Wanderschuh wird in einer Art Wunder-Kammer-Inszenierung zwischen Maschinen zur Belustigung, anarchischen Apparaten im ironischen Leerlauf und anderen Sensationen wie der Himmelsscheibe von Serkowitz oder dem Hörbild der verschollenen Kyritzer Knatter präsentiert.

Die Ausstellung ist ein Projekt im Rahmen des Themenjahres fontane.200 von Kulturland Brandenburg.

Text: Reinhard Zabka

Lügenmuseum, Kötzschenbrodaer Strasse 39, 10445 Radebeul
Richard v. Gigantikow
Handy 0176 – 99 02 56 52
www.luegenmuseum.de    info@luegenmuseum.de

Premiere „Ich bin Muslima – Haben Sie Fragen?“ im Kleinen Haus


Lebhafter Austausch untereinander & mit dem Publikum: 13 muslimische Frauen und Mädchen reden offen über Glauben, Religion, Träume, Ängste und Frausein.
Neugier, Offenheit, Lebensfreude: Mit mal leisen, mal kraftvoll rockigen Liedern singen und trommeln die Frauen alles heraus, was sie bewegt. Fotos: Sebastian Hoppe

Nie den Glauben an sich und seine Träume verlieren

Über ihr Leben mit oder ohne Kopftuch im Spannungsfeld von Traditionen, Religion und eigenen Lebensvorstellungen erzählen, singen, trommeln berührend mit viel Power  dreizehn Frauen und Mädchen in der Aufführung „Ich bin Muslima – Haben Sie Fragen?“ von Martina van Boxen. Die Premiere war am Sonntagabend im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Sie sehen bezaubernd aus wie aus einem orientalischen Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Sharazad trägt ihr langes, schwarzes Haar offen, eine weiße Seidenbluse und spielt Schlagzeug. Khanssaas Kopf schmückt eine weiße Kappe, sie ist eine der Gitarristinnen. Halas dunkle Locken hält ein rotes Stirnband, wenn sie übermütig trommelt. Hiba singt in weißem Kleid mit wundervoller Stimme. Sie alle haben eins gemeinsam: „Ich bin Muslima – Haben Sie Fragen?“ Die gleichnamige Aufführung von Martina van Boxen, ein Projekt der Bürgerbühne in deutscher und arabischer Sprache, hatte Premiere am Sonntagabend im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Die Bühne umgibt eine Ziegelsteinfassade,  durch ein großes Fenster fällt der Blick auf die Frauenkirche und Baukräne. Am Bühnenrand stehen Sofas mit bunten Kissen, auf denen die Akteurinnen Platz nehmen. 13 Frauen aus verschiedenen Ländern, die jüngste zehn, die älteste 67 Jahre alt, erzählen über ihr Leben, ihre Familie, die verlorene Heimat, die Flucht und das Ankommen in einer unbekannten Welt. Sie sind  Bauingenieurin, Anwältin, Künstlerin, Kosmetikerin, Hausfrau, Alleinerziehende, Schülerin und Studentin. Drei der Frauen tragen ein Kopftuch.

Mit schöner Selbstironie posieren die Frauen zunächst wie in einer TV-Talkshow und reden mit hohen, künstlich-verfremdeten Stimmen. Es geht um Vorurteile und Klischees über muslimische Frauen im Spannungsfeld von Tradition, Religion, Fanatismus und eigenen Lebensvorstellungen. Es wird geredet über Kinderehen, Frausein und Frauenrechte im Islam in den Gesprächen der Frauen untereinander und mit dem Publikum, aufschlussreich und nahe gehend unter Regie von Martina van Boxen auf die Bühne gebracht. Anfangs zögerlich, erfüllen bald lebhaftes, babylonisches Stimmengewirr, unverhüllte Neugier, Offenheit und Lebensfreude, Musik und Gesang der 13 Darstellerinnen die Bühne.

Auf die Frage einer Zuschauerin: „Sitzen Aufpasser im Publikum?“, antworten die Frauen: „Möglich.“ Es sind einige arabische Männer unter den Zuschauern. Sie summen mit bei den vertrauten Liedern und einige klatschen Beifall, als Huda, eine junge Frau mit Kopftuch sagt, sie trage es, um ihre Schönheit zu beschützen nur für einen Mann. Zugleich sagt sie, dass die Menschen selber bestimmen können, wie sie mit den Werten des Islam und dem Koran umgehen. Mit Lachen reagieren die muslimischen Frauen auf die Frage, ob Frauen ins Paradies kommen und dann dort auch junge Männer auf sie warten. Sie bewirten die Zuschauer mit süßem schwarzen Tee und lassen es Bonbons regnen bei einer Hochzeitsfeier-Szene. Da wechseln leise, temperamentvolle und kraftvoll rockige Klänge, mit denen die Frauen ihre Traurigkeit und Schmerz um das verlorene Zuhause, alte und neue Grenzen und Zwänge als Geflüchtete in einem fremden Land heraus singen und trommeln. Erscheinen ihre Gesichter in Großaufnahme auf der Leinwand vor der Frauenkirche im Wechsel mit Bildern ihrer zerstörten Heimatstädte in Syrien, Irak und und Afghanistan.

Ihr Glaube bedeutet den Muslimas „Freude und innere Zufriedenheit“, ein „Kompass, der mich führt“, andere sehen sich davon in ihrer Freiheit und Selbstentfaltung eingeschränkt. Eine Frau aus einer FB-Gruppe muslimischer Frauen verliest erschütternd, was muslimische Frauen alles nicht dürfen, von nicht rausgehen nach Sonnenuntergang bis zur Kontrolle über ihre Partnerwahl und körperlicher Gewalt bei Ungehorsam. Doch egal wo man lebt, man darf nie den Glauben an sich selbst und seine Träume verlieren, singt Hiba, eine junge Frau aus dem kriegszerstörten syrischen Aleppo mit warmer Stimme. Denn es gibt auch die hoffnungsvoll-unbeschwerten Bilder von muslimischen Frauen und Kindern, die fröhlich in die Kamera lachen im Frühling auf den Elbwiesen in ihrer neuen Heimat. Herzlicher Beifall für einen Abend verschieden schöner, stolzer und starker  Frauenstimmen, die endlich aus dem Verborgenen heraus, in der Öffentlichkeit gesehen und gehört werden.

Text + Foto (1) (lv)

Ein Song für bunte Vielfalt



Künstler aus Sachsen produzieren NoAfD-Song

Künstler aus Sachsen produzieren ein Musikvideo, welches das
Wahlprogramm der AfD erklärt und dazu aufruft, seinen Verstand bei der
Wahl zu benutzen. Neben Tom Quaas, Kati Grasse und Banda Internationale
unterstützen unter anderem Gunther Emmerlich und Claudia Schmutzler das
Projekt.

"Die AfD wird bei den anstehenden Wahlen wieder Stimmen von Menschen
bekommen, die von der Politik in Deutschland enttäuscht sind. Schaut man
genauer ins AfD-Programm, bemerkt man jedoch schnell, dass der Preis für
ein Kreuz bei der AfD ziemlich hoch ist", sagt Jan Kossick, Mitinitiator
des Projektes. "Alleinerziehende werden nicht unterstützt, Bürger sollen
sich Waffen zulegen dürfen und die Schule ist nicht mehr für alle Kinder
da."

Als Veröffentlichungstermin für das Video wird der 12. Mai anvisiert.
Für die Produktion im Studio und den Videodreh sammelt die Initiative
Spenden. Weitere Informationen sowie die Spendenmöglichkeiten sind auf
der Webseite unter kuenstler-mit-herz.de zu finden.

Weitere Informationen:
https://kuenstler-mit-herz.de
https://www.facebook.com/kuenstlermitherzinsachsen/

Kontakt:
Jan Kossick, jan@kultur-sucht-raum.de, +49 173 944 88 95

Vorhang auf für: „Das Ding! – die Friedrichstatt Revue“ im neuen Dresdner Kabarett-Theater


Mit Glamour, Witz und Esprit: das Musiker & Kabarettistenduo Micha Winkler und Thomas Schuch und die Schauspielerinnen und Sängerinnen Beate Laaß, Silke Krause und Mandy Partzsch als Showband & Showballett vor der Premiere der Friedrichstatt-Revue. Foto: Dresdner Friedrichstatt Palast

Willkommen im Varieté der Leidenschaft!

Mit viel Humor und musikalischer Power startet das neue Kabarett-Theater „Dresdner Friedrichstatt Palast“ (ehemals Kabarett Breschke & Schuch): Verbal Slapstick, kabarettistisches Pas de Deux, Artistik und Showorchester sind die Zutaten für „Das Ding – die Friedrichstatt Revue“, die am 16. April, um 19.30 Uhr Premiere hat. Poetische und schräge Songs und Gesellschaftssatire mit Künstlern des Hauses und Überraschungsgästen sollen auf die Bühne der Spielstätte am Wettiner Platz 10 (Eingang Jahnstraße) kommen. Es sind noch einige Restkarten erhältlich.

„Es ist ein neues Format, ein Ding der Unmöglichkeiten, das wir wagen. Eine Revue der Leidenschaften, mit viel Engagement und Enthusiasmus aller Beteiligten“, erzählte Michael Winkler, musikalischer Intendant und Mitgesellschafter im „Friedrichstatt Palast“ bei einem Pressegespräch am Freitagnachmittag vorab zur Premiere.
Er kennt das bisherige Kabarett-Theater Breschke & Schuch durch Gastspiele und führt die Spielstätte nun zusammen mit Thomas Schuch weiter, nachdem Manfred Breschke in den wohlverdienten Ruhestand ging. Als Kabarettist wird er ab und zu weiter auf der Bühne stehen.

Die Mischung aus Cabaret, Musik und Satire soll sich durch alle Programme ziehen und für funkelnde Ausstrahlung der kleinen Spielstätte mit 190 Plätzen unweit vom Kulturkraftwerk Mitte sorgen. Der Name „Dresdner Friedrichstatt Palast“ bezieht sich sowohl auf den bekannten Friedrichstadtpalast in Berlin als auch auf den benachbarten Stadtteil Friedrichstadt, der viele Jahre ein Schattendasein führte, gerade einen Boom erlebt und zum „Objekt der Begierde“ für Geschäftsleute wird.

Aktuelle Themen liegen also genügend vor der Haustür des „Dresdner Friedrichstatt Palast“. „Es wird jeden Monat ein Ding geben, wobei das Grundgerüst der Revue bleibt und neue Titel und Sketche hinzukommen“, sagt Thomas Schuch. Er und Micha Winkler moderieren, spielen und kalauern sich durchs Programm. Drei Spieler und drei Musiker und Gastkünstler sind jeweils zu erleben.

Ein Hauptthema sei die „Me-too“-Debatte, über die sich die Kabarettisten selbstironisch hermachen. „Frauen dürfen fragen, worauf Männer schon immer nicht antworten wollten.. und umgekehrt!“, lautet das Motto. Auch Ostern, als Fest der Fruchtbarkeit, Leidensweg Christi und die Kirche heute bis zur „Kassentrennung“ beim Einkauf nach dem Vorbild der Rassentrennunng spielen eine Rolle in der Revue „Das Ding“, verrät Thomas Schuch schmunzelnd.

Der „Dresdner Friedrichstatt Palast“ will Menschen mit unterschiedlichsten Ambitionen zusammenführen, so Micha Winkler. Auch jüngere, noch wenig bekannte Künstler und Musiker aus der Jazzszene sollen hier ein Podium erhalten. Und das ein Programm ein breiteres Publikum als bisher von jung bis jung geblieben anlocken. Weitergehen soll das Projekt „Kabarett macht Schule“ mit weiteren Aufführungen für Kinder und Jugendliche. Und Micha Winklers Bigband, die seit nunmehr 20 Jahren besteht, zieht natürlich auch mit in den „Friedrichstatt-Palast“.

Text + Foto (1) (lv)

Weitere Veranstaltungen im Dresdner Friedrichstatt Palast:

4.5., 6. Dresdner Satire-Preis
8.5., Affenzahnlesung mit Dirk Zöllner
10.5., „Die schönste Frau der Welt… und Er! mit Fußpflege Deluxe“
21.5., Die Jazzpolizei
3.6., Abschlusskonzert der Jazzabteilung der Sächsischen Landesgymnasiums
für Musik Dresden
ab Juli bis August immer mittwochs „Gartengeflüster – Text miez Musik“ mit wechselnden Künstlern

http://www.dresdner-friedrichstatt-palast.de


Die Macher vom „Dresdner Friedrichstatt Palast“: Musiker Micha Winkler und Kabarettist Thomas Schuch.

Matinee zur Uraufführung „Wer seid Ihr“ von Oliver Bukowski an den Landesbühnen Sachsen

Rückkehr in ein fremdes Zuhause

Die Matinee zu „Wer seíd Ihr“ von Oliver Bukowski findet am 14. April, um 11 Uhr im Glashaus der Landesbühnen Sachsen in Radebeul statt. Die Uraufführung ist am 26. April, um 19.30 Uhr dort auf der Studiobühne.

In der Matinee zur Inszenierung berichtet das Inszenierungsteam von der spannenden Arbeit mit dem Autor an einem zuvor noch nicht veröffentlichten Text, der Probenarbeit und diskutiert mit Experten über die hochaktuellen Themen des Stückes.

Durch den Vormittag führen Dr. Roland Löffler (Leiter der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung), der Regisseur der Inszenierung Tom Quaas, Ausstatter Tom Böhm und Dramaturgin Judith Zieprig.

Zum Stück

Eine Dorfkneipe in Sachsen. Hierher, in ihr Elternhaus, wird Lisa unfreiwillig zurückgebracht, nachdem sie in Berlin auf der Straße zusammengebrochen war. Vor den Spoilern der Kraftfahrzeuge hatte sie keulen- und bänderschwingend linke Brandreden gehalten. Ihre Eltern und Onkel Ralf, der Lisa mit aufgezogen hat, sind stolz auf die aktive Bloggerin, verleiht sie doch auch ihrer Ost-Herkunft eine Stimme, obwohl sie erst ein Jahr nach dem Mauerfall geboren wurde. Aber damit hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf, und Lisa fragt sich nach ihrer Rückkehr allmählich immer mehr: Wer seid ihr …?

Zum Autor

Oliver Bukowski, 1961 in Cottbus geboren, studierte Philosophie und Sozialwissenschaften und ernährte nebenbei Frau und Kind mit der Arbeit als Profi-DJ. 1989 begann er, Theaterstücke zu schreiben, anfangs spaßeshalber, neben seinem Doktorat. Sein erstes Stück DIE HALBWERTZEIT DER KANARIENVÖGEL wurde erfolgreich im Juni 1991 an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt uraufgeführt. Seitdem und nach dem Abbruch seines Forschungsstipendiums an der Humboldt-Universität, lebt er als freier Autor in Berlin. Für sein reiches Schaffen als Dramatiker und Hörspielautor wurde Oliver Bukowski mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem «Gerhart Hauptmann Preis», dem «Mülheimer  Dramatikerpreis» 1999 und dem «Lessing-Förderpreis des Freistaates Sachsen» 2001. Bukowskis Stärke ist, Geschichten von «kleinen Menschen» zu erzählen, komisch und tragisch zugleich in ihrem Bemühen, mit sich, der Vergangenheit und den Wünschen und Hoffnungen an die Zukunft klarzukommen. Für die Landesbühnen Sachsen schreibt Oliver Bukowskis nun ein Stück, das heutige Themen aufnimmt und in der Region Sachsen spielt.

In der Matinee zur Inszenierung berichtet das Inszenierungsteam von der spannenden Arbeit mit dem Autor an einem zuvor noch nicht veröffentlichten Text, der Probenarbeit und diskutiert mit Experten über die hochaktuellen Themen des Stückes.

Text: Petra Grubitzsch/LB

Auskünfte und Kartenverkauf:  Kasse der Landesbühnen Sachsen GmbH ,

Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/ 89 54 214, Fax 0351/ 89 54 213, www.landesbuehnen-sachsen.de

Ausstellung „Transformationen“ im Rathaus

Wandlungsreiche Begegnungen

Die Ausstellung „Transformationen“ in der Galerie 2. Stock im Dresdner Rathaus am Dr.-Külz-Ring zeigt Arbeiten von Stephanie Leager, Philipp Gloger, Anita Rempe, Anna Gorsleben, Olaf Amberg, Robert Finke, Michele Cyranka und Carsten Bürger.

Zur Eröffnung am Dienstag, 16. April 2019, um 18 Uhr sind Kunstinteressierte herzlich in die Galerie 2. Stock im Neuen Rathaus, Dr.-Külz-Ring 19, eingeladen.
In der zweiten Ausstellung der vierteiligen Jahresreihe „Die Natur gegenüber der freien Künstlergruppe Pleinair“ zeigen acht Künstlerinnen und Künstler Malerei und Zeichnung: Olaf Amberg, Carsten Bürger, Michele Cyranka, Robert Finke,
Philipp Gloger, Anna Gorsleben, Stephanie Leager, Anita Rempe.

Nachdem die vergangene Ausstellung „Impulse 1“ das unmittelbare Arbeiten in der Natur widerspiegelte, geht es nun mit „Transformationen“, Umformungen, weiter. Damit ist ein künstlerischer Prozess gemeint, der die in der Landschaft empfangenen Reize und Impulse verarbeitet, um sie dann weiter zu denken und neu zu formen.

In diesen Umformungsprozess fließen auch viele verschiedene Eindrücke und Empfindungen aus dem Alltag mit hinein, zum Beispiel Begegnungen mit anderen Menschen, mit Literatur und Musik. So entstehen neue Bildwelten
mit der jedem Künstler eigenen Symbolik und Bildsprache als
schöpferische Reflexion auf Erlebtes und Wahrgenommenes.
In dieser Ausstellung sind demnach – mindestens – acht
unterschiedliche Transformationen zu entdecken.

Begrüßung: Eva Jähnigen, Umweltbürgermeisterin
Einführung: Heinz Weißflog, Autor und Journalist
Musik: Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden

Die Ausstellung ist vom 17. April bis zum 1. Juli 2019 zu sehen.

Geöffnet ist die Galerie 2. Stock montags bis freitags von
9 bis 18 Uhr, außer an Feiertagen. Der Eintritt ist frei.

Text + Foto: Landeshauptstadt Dresden, Amt für Presse-, Öffentlichkeitsarbeit