Volkshochschule nimmt sich Zeit


Der Direktor der Volkshochschule Dresden, Jürgen Küfner und Mitarbeiterin Anja Jäpel-Nestler mit dem neuen Semester-Katalog zum Thema Zeit. Foto: meeco

Wie die Zeit vergeht

Unter diesem Themenschwerpunkt bietet die Volkshochschule Dresden im neuen Semester wieder ein breitgefächertes Programm. Auch zum aktuellen Zeitgeschehen und zur Förderung der zwischenmenschlichen Kommunikation.

Die Volkshochschule Dresden (VHS) e.V. startet am 26. Februar in das neue Semester. Mit Blick auf ihr anstehendes 100-jähriges Jubiläum lautet das programmübergreifende Motto des kommenden Semesters: „Wie die Zeit vergeht“. Nunmehr am neuen Standort mitten in der Stadt nahe dem Postplatz, bereits im zweiten Jahr. Fällt die Bilanz äußerst positiv aus: Im Vergleich zum alten Standort besuchten 2017 rund eintausend Teilnehmer mehr die angebotenen Kurse.

„Wir freuen uns sehr auf das anstehende Semester mit dem Themenschwerpunkt ‚Zeit'“, sagt Jürgen Küfner, Direktor der Volkshochschule Dresden. „Interessierte Bürger können ab Februar aus rund 2 100 verschiedenen Kursen und Veranstaltungen aus den Bereichen Sprachen, Gesundheit, Computer und Beruf sowie Gesellschaft und Kultur auswählen und sich so je nach Vorliebe selbst weiterbilden.“

Der Schwerpunkt „Zeit“ findet sich dabei in zahlreichen Angeboten wieder und wird aus den unterschiedlichsten Perspektiven betrachtet. Vor allem Kurse mit hoher gesellschaftlicher Aktualität spielen hier eine zentrale Rolle. Katja Kipping, Vorsitzende der Linkspartei, und Christian Ude, langjähriger Münchener SPD-Oberbürgermeister, kommen so zum Beispiel am 12. April der Einladung der Volkshochschule Dresden nach und diskutieren eine der Grundfragen unserer Zeit: „Wie kann bessere Politik gelingen?“

88 Kurse zur Auswahl pro Tag

Doch auch ungewöhnliche und neue Kurse werden geboten. Von der Kosmogenie (der Weltentstehung) über Virtuelle Realität bis hin zu Strong Zumba ist in dem äußerst vielfältigen Angebot für jeden etwas dabei. Und um auch wirklich alle Generationen zu erreichen, bietet die Volkshochschule Dresden als einzige in ganz Sachsen unter dem Slogan „Sommerzeit ist Ferienzeit“ zusätzlich spezielle Kurse für Kinder, Jugendliche und Familien an.

Derweil ist der Umbau der dritten Etage des neuen VHS-Gebäudes schon in Arbeit. Sie wird nochmals rund 750 Quadratmeter Fläche bieten, die dringend benötigt wird. Denn momentan sind räumliche sowie personelle Kapazitäten der Volkshochschule angesichts der hohen Nachfrage beinahe vollkommen ausgeschöpft. „Wir haben teilweise bis zu 88 verschiedene Kurse mit über eintausend Teilnehmern am Tag. Der neue Standort mit der sehr guten Verkehrsanbindung macht sich da wirklich positiv bemerkbar, das freut uns sehr“, so Küfner. „Eine weitere Rolle spielt natürlich Deutsch als Fremdsprache, was schon seit einiger Zeit sehr gefragt ist. Wir wollen uns aber keineswegs vor unserer Verantwortung drücken, ganz im Gegenteil! Die von uns angebotenen Sprachkurse sind immer erste Schritte der dann folgenden, wie auch immer genau ausgestalteten, Integration.“

Das passt ins Selbstverständnis der Volkshochschule Dresden: „Wir leben in einer Zeit, in der Menschen kaum noch miteinander reden – das macht uns Sorgen. Wir wollen ein Forum zum Dialog auf vielen Ebenen zu den unterschiedlichsten Fragen bieten, um so die zwischenmenschliche Kommunikation zu fördern. Auch bei verschiedenen Ansichten. Das ist eine Herzensangelegenheit der Volkshochschule Dresden“, fasst Küfner zusammen. „Unser neuer Standort ist dabei als Diskursort der Bürgergesellschaft im Herzen der Landeshauptstadt die ideale Voraussetzung für diesen Anspruch.“

Nähere Informationen zur Volkshochschule Dresden und eine Übersicht über alle Kurse des anstehenden Semesters findet sich online unter http://www.vhs-dresden.de oder im aktuellen Programmheft. Die 416 Seiten starke Übersicht gibt es kostenlos zum Mitnehmen an 130 Auslagestellen in der Stadt, unter anderem in den städtischen Bibliotheken, den Rathäusern und Ortsämtern sowie vielen kulturellen Einrichtungen.

Weitere Infos: www.vhs-dresden.de

Text: meeco Communication Services GmbH

Tschick

Das Abenteuer Leben

Die Road-Oper Tschick von Ludger Vollmer, Libretto von Tiina Hartmann nach dem Kult-Roman von Wolfgang Herrndorf hat am 19. Januar, um 19.30 Uhr Premiere an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Können Jugendliche in unserer karriereorientierten, rational durchgeplanten und in fast jeder Beziehung geregelten Welt jenseits der Computerspiele noch wirkliche Abenteuer erleben?

Ja, können sie. Für den Jugendchor des Gymnasiums Coswig (24 Kinder und Jugendlichen von der 1.-12. Klasse) wird es im Januar 2018 ganz spannend. Sie singen in der neuen Oper „Tschick“ nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf mit. Sie stehen neben dem Opernchor der Landesbühnen und den Opernsängerinnen und –Opernsängern auf der Bühne. Begleitet wird ihr Gesang von der Elblandphilharmonie Sachsen.

2010 erschien die Roadstory «Tschick». Der millionenfach gelesene Bestsellerroman von Wolfgang Herrndorf, der sich lebensphilosophischen Grund- und Sinnfragen junger Menschen auf unkonventionelle Weise nähert, beantwortet die Frage mit Ja!

Zwei 14-jährige Außenseiter aus problematischen Familienverhältnissen, der umtriebige «Iwan» Tschick und der luxusverwahrloste Maik(gesungen von  Michael Zehe und  Johannes Leuschner), beschließen Ende der 8. Klasse, die großen Ferien gemeinsam zu verbringen: Ohne Orientierungshilfen wie Handys oder Karten starten sie von Berlin aus mit einem gestohlenen Lada Richtung Süden und erfahren die Welt und sich selbst auf völlig neue Art und Weise …

Und da den beiden Helden auf ihrer außergewöhnlichen Reise alles «größer» erscheint als bisher, die Farben satter, die Menschen netter und alle Emotionen stärker, ist es nur folgerichtig, dass sich – nach der Schauspieladaption des Buches 2011 und der Verfilmung durch Fatih Akin 2016 – jetzt auch das Musiktheater des Stoffes annimmt. Ludger Vollmer, einem erfahrenen Komponisten auf dem Gebiet «Jugendoper», der auch in seinem neuesten Werk wieder einen Jugendchor mitwirken lässt, ist es beeindruckend gelungen, diesem gesteigerten Erleben von Realität musikalischen Ausdruck zu verleihen. Und natürlich wendet sich die Oper «Tschick» mit ihren vielen lyrischen Glücksmomenten zwischen rasanten Fahrten auf der Autobahn oder auf der Flucht vor der Polizei nicht nur an ein junges Publikum! Am Dirigentenpult steht Hans-Peter Preu und Regie führt Sebastian Ritschel.

Text: Petra Grubitzsch/LB

ES SPIELT DIE ELBLAND PHILHARMONIE SACHSEN
MUSIKALISCHE LEITUNG : HANS –PETER PREU

INSZENIERUNG UND AUSSTATTUNG:  SEBASTIAN RITSCHEL

Darsteller:

Tschick – Michael Zehe; Maik – Johannes Leuschner; Vater – Hagen Erkrath; Mutter – Stephanie Krone; Isa – Kirsten Labonte; Friedemann – Iris Stefanie Maier; Mutter Friedemann – Christiane Günther, Julia Böhme, Gundula Ehret; Jonas Friedemann – Tabea-Drechsler-Reckmann; Elisabeth Friedemann – Manuela Neumann; Florentina Friedemann – Ekaterina Iankovskaia; Horst Fricke – Kay Frenzel; Richter Burgmüller – Paul Gukhoe Song; Krankenschwester – Christiane Günther, Julia Böhme, Gundula Ehret; Taxifahrer – Michael König; Lehrer – Kazuhisa Kurumada; Mona – Anna Erxleben; Lutz Heckel – Stefan Glause; Vater Heckel – Fred Bonitz; Schulze – Stefan Glause

Termine

21.1., 19:00 Uhr,  25. + 30.1.,  11:00 Uhr,  2.2., 19:30  Uhr, Hauptbühne/LB
16.3., 19:00 Uhr,  Freital/Kulturhaus
3.5., 10:30 Uhr, Kleines Haus, Dresden

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0, Kasse: Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; http://www.landesbuehnen-sachsen.de 

BilderAlbum: Ausstellung „Hier und Jetzt“ von La Suza im Kastenmeiers

Genuss und Lebensfreude lassen die sinnlich-versponnenen Bilder von Susann Flasche alias La Suza hoch leben in ihrer neuen Ausstellung an den alten Sandsteinwänden im Restaurant Kastenmeiers im Kurländer Palais (nahe der Frauenkirche), die am Sonntag eröffnete. Ihre luftig-leichten, schwarzen Tuschezeichnungen, hin und wieder ist auch ein farbiges Ölbild dabei, zeigen augenzwinkernd verführerische Tagträumereien zwischen Schreibtisch und Traumstrand, verschiedene Blicke auf Weiblichkeit und die schönen Dinge des Lebens. Von der „Königin der Nacht“ über glatt gestylte, cool lässige, sehnsuchtsvolle Frauen, mit grazil gehaltenem oder umgekipptem Weinglas bis zur reizvollen Dame im Badewannenschaum mit schwarzer, ihr zusehender Katze am Rand. „no milk today . Selina“, heißt der witzige Bildtitel.

„La Suza fällt in Love in die Leinwand. Ohne Fallschirm. Taucht sie ein in eine andere Welt in ihren Zeichnungen mit viel Herzblut und Talent…“, sagte der Illustrator und Grafikdesigner Roland Beier in seiner Rede zur Ausstellungseröffnung über ihre Arbeiten. Sie gewann den 2. Platz als Canaletto-Kunstpreisträgerin innerhalb des Internationalen Plenairs beim Palais-Sommer 2016 in Dresden.

Außerdem unterstützt die Künstlerin die 3. Küchenparty im Kastenmeiers am 20. Januar, Beginn um 18 Uhr, eine Woche vor dem Semperopernball. Sie steht unter dem Motto: „Genießen und Gutes tun“. Die Einnahmen der Networking-Party mit karitativem Hintergrund kommen der vielseitigen Arbeit des Vereins Aufwind Kinder- und Jugendfonds Dresden e.V. zugute. Mit dem Kauf von Schulranzen für Schulanfänger möchte „Aufwind“ mit den Spenden den Alltag und die Lernbedingungen von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Dresden verbessern. La Suza spendet dafür 50 Prozent aus dem Verkauf ihrer Bilder.

Bei der Küchenparty werden die Besucher an zahlreichen Live-Cooking-Stationen verwöhnt und können ausgewählte Spitzenweine verkosten. Außerdem spielt die Jazzband Blue Line und lockt eine Tombola mit tollen Überraschungspreisen.

Die Teilnehmerzahl ist aus Platzgründen begrenzt, daher wird um rasche Anmeldung per Fax 0351 – 48 48 48 03 oder per mail an info@kastenmeiers.de oder Ausfüllen gleich im Restaurant gebeten.

Die Ausstellung von La Suza im Kastenmeiers ist noch bis 22. Januar zu sehen.

http://www.kastenmeiers.de

http://www.la-suza.com

Text + Fotos (lv)


Genussvolle Bilderreise: Restaurantchef Gert Kastenmeier, die Künstlerin La Suza und der Grafiker Roland Beier zur Ausstellungseröffnung.

Heusers Büchertheke – Lesung aus Juli Zehs Roman „Unterleuten“


Schauspieler Michael Heuser lädt zur Büchertheke an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul ein

Heusers Büchertheke: Starke Geschichten – Starke Autorinnen Europas

Aus Juli Zehs Roman „Unterleuten“ liest Schauspieler Michael Heuser zusammen mit Luca Lehnert, am Klavier begleitet von Uwe Zimmermann, am 12.1., um 19.30 Uhr in der Theaterkneipe Golde Weintraube der Landesbühnen in Radebeul.

Michael Heuser präsentiert sein persönliches Best Of der Gegenwartsliteratur und lädt jedes Mal besondere Gäste – Kollegen, Musiker oder Schriftstellerinnen – ein.

Gemeinsam mit der jungen Schauspielerin Luca Lehnert stellt er zu Beginn der Reihe Juli Zehs hochspannenden und die wichtigen Fragen unserer Zeit aufgreifenden Gesellschaftsroman „Unterleuten“ vor,  gefolgt im März 2018 von „Sandberg“ von Joana Bator. Die polnische Autorin erzählt höchst vergnüglich von Rebellion, Freiheitssehnsucht und Glücksanspruch der Kinder einer vom 2. Weltkrieg und Flucht geprägten Generation. Im Mai verleiht Michael Heuser Stimmen aus dem dokumentarischen Roman der russischen Nobelpreisträgerin für Literatur Swetlana Alexijewitsch „Secondhand- Zeit“ Gehör.

Juli Zeh, Unter Leuten:

Gemeinsam mit der jungen Schauspielerin Luca Lehnert stellt er zu Beginn der Reihe Juli Zehs hochspannenden und die wichtigen Fragen unserer Zeit aufgreifenden Gesellschaftsroman „Unterleuten“ vor: Ein idyllischer Ort in Brandenburg gerät aus den Fugen, als eine Investmentfirma in unmittelbarer Nähe des Dorfes einen Windpark errichten will. Die neu zugezogenen Berliner Aussteiger verstehen die Gesetze der ostdeutschen Provinz ebenso wenig wie die junge ehrgeizige Pferdefanatikerin aus den alten Bundesländern. Und auch der latent schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Verlierern unter den Alteingesessenen lodert mit ungeahnter Kraft wieder auf. In Unterleuten ist schon bald die Hölle los ist …

Nächste Termine:

22.03.2018, 19.30 Uhr, Goldne Weintraube: Joana Bator „Sandberg“
25.05.2018, 19.30 Uhr, Goldne Weintraube: Swetlana Alexijewitsch „Second-Zeit“

Text + Foto: Petra Grubitzsch/LB

Auskünfte und Kartenverkauf:  Kasse der Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/ 89 54 214, Fax 0351/ 89 54 213, www.landesbuehnen-sachsen.de

 

Emotionale Zwischenräume – Ausstellung von Anne Rosinski im „sowieso“


Anne Rosinski „verloren gehen“, 2015, Papier, Graphit, Acryl, Leinwandstoff auf MDF (Ausschnitt)

Collagierte Kostbarkeiten

Eintauchen in innere Welten können mit den figürlichen Papierarbeiten von Anne Rosinski die BesucherInnen der Ausstellung im Kultur-, Beratungs- und Bildungshaus von und für Frauen „sowieso“ auf der Angelikastraße 1 in Dresden. Noch bis 31. Januar.

Die Werke der Künstlerin lassen „gelebte Papiere“, d.h. alte Zeitungen, Briefe, benutzte Ordner oder Notizblätter, mit „neuen“ zart transparenten oder auch leicht farbigen Papierarten interagieren. Aus der entstehenden Papierschichtung tauchen Figuren auf, werden Teil der Materialität, oder grenzen sich von dieser ab. Mit Graphitstift, Acrylfarbe oder Tusche arbeitet Anne Rosinski diese Figuren heraus und lässt zwischen ihnen und den gerissenen Papierfragmenten einen Dialog entstehen.

Ein Großteil der Arbeiten in der aktuellen Ausstellung entstammt der Reihe »eintauchen« No 2. Darin erforscht die Künstlerin die Wahrnehmung menschlicher Zwischenräume. Dabei interessieren sie vor allem jene Räume, die ein Mensch körperlich und emotional füllen kann und die damit verbundenen Positionierungen, um sich selbst Raum zu geben. In diesem Prozess entwickelt sich eine sensible Kommunikation zwischen mehreren möglichen Standpunkten – Zwischenräume entstehen.

Die Arbeiten sind Ergebnis einer längeren künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Innerlichkeit. Im Vordergrund steht dabei, wie sich die Figur mit ihrer Innenwelt im Außen behaupten kann. Die figürlichen Papier-Acryl-Collagen bieten dem Betrachter eine Projektionsfläche an – einen eigenen Begegnungsspielraum für Innerlichkeit, den es in dieser Ausstellung zu erkunden gilt.

Die Ausstellung ist noch bis 31. Januar zu sehen. Besichtigungen sind von Montag bis Freitag, nach telefonischer Vereinbarung (0351-804 14 70) möglich.

Das *sowieso* KULTUR BERATUNG BILDUNG in Trägerschaft des Frauen für Frauen e. V. ist seit 1990 mit einer Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungsformate sowie sozio- und interkultureller Angebote Teil der Dresdner Kulturlandschaft. Jährliche Highlights sind z.B. die Dresdner Frauen*kurzfilmnacht, die Kurzfilmreihe »Klarsicht_Streifen« sowie wechselnde Ausstellungen im Haus, unter anderen von Künstlerinnen wie Angela Hampel, Katharina Lewonig, Marion Kahnemann, Gudrun Trendafilov oder Kerstin Franke-Gneuß. Darüber hinaus bietet der Verein auch psychologische Beratung, Beratung zu Themen der Erwerbslosigkeit sowie interkulturelle Beratung für Migrantinnen an.

Über das gesamte Angebotsspektrum der Einrichtung informiert die Website des Vereins unter: www.frauen-ev-sowieso.de

Text + Foto: Susanne Seifert/“sowieso“

Ausstellung über Heimkinder in der DDR

Vergangenheit bewältigen – Heimkinder in der DDR

Ausstellungseröffnung mit Zeitzeugengespräch in Kooperation mit der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau e.V. am 10. Januar, um 18 Uhr in der Gedenkstätte Bautzner Straße 112a in Dresden.

Die Fotoausstellung „Vergangenheit bewältigen. Heimkinder in der DDR“ eröffnet am 10. Januar in der Gedenkstätte Bautzner Straße 112a in Dresden. Sie war bereits an vielen Orten zu sehen und machte auch international auf sich aufmerksam.
Ehemalige Heimkinder zeigen mit eigenen Fotoarbeiten die Realität der Heimerziehung in Kinderheimen und Jugendwerkhöfen der DDR. Die Besucher der Ausstellung können die damalige Zielstellung und die Praktiken staatlicher Erziehung sachlich, emotional und in jedem Fall eindrücklich erfahren.

Die Erlebnisse in den Spezialheimen und Jugendwerkhöfen führten zu massiven Beeinträchtigungen der Lebenschancen und Entwicklungspotenziale der Betroffenen, die bis heute teilweise traumatisch nachwirken. In der Diskussion mit Zeitzeugen und den Ausstellungsmachern werden persönliche Erfahrungen reflektiert und die Fotoarbeiten vorgestellt.

Die Ausstellung wird bis Sonntag, 1. April 2018, in der Gedenkstätte gezeigt.

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr

Das Ausstellungsprojekt wird gefördert durch den Fond für Heimkinder der DDR, Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben unter der Schirmherrschaft der Anlauf- und Beratungsstelle Magdeburg, Sachsen-Anhalt

Text: Christine Bücher/Gedenkstätte Bautzner Straße

http://www.heimkinder-der-ddr.de

Biografie Thomas Senft

Flucht vom vermeintlichen Zuhause ins Heim mit neuem Leid für Körper und Seele

Thomas Senft ist einer der Initiatoren des Ausstellungsprojekts. Bei der Ausstellungseröffnung wird er anwesend sein.

„Mein Name ist Thomas Senft und ich bin im Harz, ganz in der Nähe von Thale zu Hause. 1962 wurde ich in Kropstädt (Landkreis Wittenberg/Lutherstadt) geboren und 1965 nach Aschersleben adoptiert. 1969 kam dann das eigene Kind der Adoptiveltern und fortan zeigte meine Adoptivmutter, wie man das fünfte Rad am Wagen ersetzt. Näher möchte ich gar nicht wirklich drauf eingehen, nur so viel, es war sehr oft so fürchterlich und zum Teil unerträglich, dass ich dann die Flucht vom vermeintlichen Zuhause ergriff. Letztendlich eskalierte das Ganze so, dass ich es vorzog, gänzlich im Heim zu bleiben und nicht immer nur kurzfristig. Und somit ging ich 1978 in das „Hanno-Günther–Heim“ in Aschersleben. Das war zum Teil auch nicht gerade das, was man unter Geborgenheit und Wohlbefinden versteht. Es artete dort dann doch des Öfteren richtig in seelischen, nervlichen und körperlichen Stress aus.

Erzogen wurden wir pädagogisch sicher von den Erziehern, körperlich gezüchtigt wurden wir von den Größeren, natürlich auf Geheiß der vermeintlichen Pädagogen. Und dennoch, war ich dort besser aufgehoben, als im Hause meiner Adoptiveltern. Auch wenn ich ihnen so manches zu verdanken habe und ich ihnen sicher auch in gewisser Weise dankbar bin, stellte ich mir unter einem liebevollen Elternhaus dann doch etwas ganz anderes vor und niemals eine nur auf einen einprügelnde Mutter.

1979 ging ich dann in die Lehre und somit nicht nur aus Aschersleben, dem Kinder- und Jugendheim fort, nein auch vom Hause meiner Adoptiveltern, welche ich seit diesem Zeitpunkt nie wieder besucht habe.

Ja und so zog sich der Faden des Heimlebens dann doch bis Mitte 1988 durch mein Leben. Erst Lehrlingswohnheim und dann das sogenannte Arbeiterwohnheim. Und dennoch war es ein Stück Freiheit im Leben, welches man genießen konnte, auch wenn man nun auf sich selbst gestellt war. Es war ein ganz neuer Abschnitt im Leben, der einen schnell sehr vieles für die unvermeintliche Zukunft lehrte und zum Teil heute noch lehrt.

Die Gründung einer eigenen Familie und die Geburt zweier Kinder waren ein Lebensabschnitt, der nun alles, was wir zuvor an Lebenserfahrungen sammeln durften und konnten, abrief und uns Eltern so einiges abverlangte. Auch dabei lernt man, dass das Leben eben kein Ponyhof ist und man ganz schnell auch als allein erziehender Vater klarkommen muss. Und siehe da, auch das hat geklappt und das Leben geht in jeglicher Hinsicht weiter und schenkt uns Tag um Tag neue Erfahrungen, die wir sammeln dürfen und können. Das war ein kleiner Auszug aus meinem Leben.

Nun wünsche ich uns allen, dass wir noch sehr, sehr lange unser Leben leben, gesund bleiben und all unsere Erfahrungen weitergeben und die Erfahrungen anderer Menschen annehmen dürfen und können.“

Quelle: www.heimkinder-der-ddr.de

Premiere „Fluchtwege“ an den Landesbühnen Sachsen

Neues Leben in der Ferne

Das Stück „Fluchwege“ (Warrior Square) von Nick Wood für Zuschauer ab 14 Jahre, inszeniert von Esther Undisz, hat am 7. Januar, um 19 Uhr Premiere an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Die vorgesehene Premiere im Kino Königstein am 6.1.2018 findet nicht statt. Dort wird es zu späterer Zeit Vormittagsvorstellungen für Schüler geben. Die Termine werden noch bekanntgegeben.

An einem ganz normalen Tag kommt die Lehrerin zu den Geschwistern Riva (Julia Rani) und Andrea (Johannes Krobbach) und flüstert ihnen zu, unverzüglich nach Hause zu gehen. Ohne nachzufragen, ohne sich umzuschauen. Kurze Zeit später muss die Familie aus dem Land fliehen. In diesem totalitären Regime sind sie nicht mehr sicher. Der Onkel ist schon tot. Der Vater kommt bei der Flucht ums Leben.

Und nun, in dem fremden Land Deutschland angekommen, sehen sich Riva und Andrea plötzlich mit anderen Vorurteilen und Unsicherheiten konfrontiert. Es gilt eine neue Sprache zu lernen, ein neues Leben zu beginnen – das alte hat der Mutter die Sprache geraubt. Doch Bruder und Schwester reagieren unterschiedlich auf die unbekannte Situation: sie möchte lernen und ankommen, er verschließt sich in seiner Wut. Am Ende müssen die Geschwister jedoch gemeinsam dieses andere, neue Leben beginnen und hoffen auf den entscheidenden Brief von der Asylbehörde.

In seinem Stück «Fluchtwege» lässt der britische Autor Nick Wood die Geschwister Riva und Andrea im Rückblick ihre Geschichte von Flucht, Heimatverlust und Ankommen in der Fremde erzählen. Zwei DarstellerInnen wechseln fließend zwischen Spiel und Erzählung, verschiedenen Rollen und Perspektiven. Und aktueller denn je lässt dieses Theaterstück uns spüren: vor allem die Kinder sind es, die unter den Kriegen dieser Welt zu leiden haben und die die Chance auf ein friedliches Leben haben sollten.

Gisela Kahl, Chefdramaturgin :
„Das Stück „Warrior Square“  von Nick Wood erlebte unter dem Titel „Fluchtwege“ 2001 am Hans Otto Theater Potsdam seine Deutsche Erstaufführung und wurde 2003 mit dem Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin ausgezeichnet. Obwohl das Stück bereits aus den 1990er Jahren stammt, hat es – leider – bis heute nichts an Aktualität eingebüßt. Beeindruckend und sensibel stellt es Fragen danach, warum Menschen, in dem Fall sehr junge Menschen, zur Flucht gezwungen werden und wie es ihnen dabei geht –  in Zeiten, in denen die Flüchtlingsströme Europa erreichen, wo die Stimmen derer immer lauter werden, die sagen, man solle höhere Zäune und Mauern bauen, in Zeiten, in denen Asylantenheime brennen, die Polizei und die Behörden überfordert scheinen und ,besorgte Menschen` auf die Straße gehen.

In Zeiten, in denen aber auch die Hilfsbereitschaft groß ist in denen sich Menschen und Gesellschaften um Lösungen bemühen. In diesen Zeiten möchten wir auch durch das Stück „Fluchtwege“ (neben anderen im Spielplan zu diesem Thema aufgeführten Stücken und zahlreichen Aktionen wie z.B. “Kochen kunterbunt“) besonders jungen Menschen einen Einblick in die Realität von Flüchtlingen geben. Warum müssen Menschen aus ihrem Land fliehen? Was geschieht auf der Flucht? Welche Ängste und Strapazen begegnen diesen Menschen auf ihrer Reise? Wie ist das Leben im Asylantenheim? Wie ist das Leben in einem fremden Land und verstehen sich alle Flüchtlinge untereinander immer gut? Wie finden die Flüchtlinge hier neue Freunde? Was können wir tun?“

INSZENIERUNG ESTHER UNDISZ
AUSSTATTUNG IRINA STEINER

Es spielen: RIVA- Julia Rani und ANDREA –Johannes Krobbach

Text: Petra Grubitzsch/LB

Termine:

8.1.2018, 10:00 Uhr, 12.1.2018, 10:00 +1930 Uhr, Studiobühne LB
16.03.2018, 10:00 Uhr, Böhlen/Kulturhaus  

www.landesbuehnen-sachsen.de

Hier und Jetzt: Vernissage mit La Suza im Kastenmeiers

Unter dem Titel „Hier und Jetzt“ stellt die Künstlerin  La Suza ihre Bilder in der Galerie im Kastenmeiers aus und zeigt dabei ein großes Herz.

Sie spendet 50 Prozent des Erlöses der Bilder, die am Abend der Küchenparty am 20.1. verkauft werden, für den „Aufwind Kinder- und Jugendfonds Dresden e.V.“ Karten für die Küchenparty sind noch erhältlich.

Die Ausstellungseröffnung ist am 7. Januar, ab 12 – 14 Uhr im „Kastenmeiers“ am Tzschirner Platz 3 im Kurländer Palais, zu der Kunstinteressierte herzlich eingeladen sind. Sie wird begleitet von köstlichen Häppchen und gekühltem Sekt.

Nach ihrer erfolgreichen Ausstellung 2016 prägen ausdrucksstarke Tuschezeichnungen der Dresdner Autodidaktin Susann Flasche alias „La Suza“ erneut vom 5.  bis 22. Januar das urige Mauerwerk im „Kastenmeiers“. Anlass ist die „Küchenparty“, die das „Kastenmeiers“ am 20. Januar zugunsten des „Aufwind Kinder- und Jugendfonds Dresden e.V.“ veranstaltet. Der Dresdner Verein sammelt Spenden, um möglichst vielen Dresdner Schulanfängern aus sozial schwachen Familien einen neuen Schulranzen zu kaufen.

La Suza engagiert sich für diesen guten Zweck und spendet 50% des Erlöses aus dem Verkauf der Bilder.

Mehr Informationen über die Künstlerin finden Sie auch im Anhang und hier: www.la-suza.com

http://www.kastenmeiers.de

Text + Foto: Sabine Mutschke/PR „Kastenmeiers“

Junges Studio der Landesbühnen: Bühne frei für Zukunftsforscher und Glücksuchende


Theater-Workshop der Glücksuchenden, 2017 Foto: Claudia Pfeil
Zukunfts-Theaterwerkstatt, 2016 Foto: Martin Reissmann

Anschauen & Mitspielen – Neue Theaterangebote für junge Leute

Wie die Zukunft Radebeuls aussieht und vieles mehr ist Stoff für spannende Aufführungen beim „jungen studio“ der Landesbühnen Sachsen.

Es gibt eine Theater-Werkstatt der Zukunftsforscher und eine der Glückssuchenden. Da stößt ein Forscherteam bei einer Ausgrabung auf ein seltsames Becken und den Namen „Bilz“ und fragt sich, ob es sich hierbei um eine bedeutende Pilzzucht im 20. und 21. Jahrhundert handelt? Mehr solcher Geschichten, ob wahr oder geflunkert zur Historie und Zukunft Radebeuls, sucht und sammelt derzeit das „junge Studio“ der Landesbühnen Sachsen. Das Projekt der „Zukunftsforscher“ startete im Herbst mit bisher fünf Teilnehmern, die sich mittwochs abends ab 17 Uhr im Theater treffen. Es richtet sich an schreib- und spielfreudige Menschen ab 16 Jahren ohne Altersgrenze.

„Die Idee ist, sich mit Radebeul auseinanderzusetzen, indem wir die Stadt neu betrachten und wie ihre Zukunft aussehen könnte“, sagt Johanna Jäger. Letztes Jahr kam sie neu ins Team aus vier Theaterpädagoginnen um den Leiter Steffen Pietsch, der auch als Schauspieler und Regisseur am Haus arbeitet. Durch die Aufstockung um drei Stellen und zwei Bundesfreiwillige kann das 2012 vom neuen Intendanten Manuel Schöbel gegründete „junge studio“ sein Angebot ausweiten. Mittlerweile gibt es sieben Theater-, Film- und Tanz-Werkstätten für Kinder, Teenies, Jugendliche und junge Erwachsene, in denen sie sich im Theaterspiel selbst entdecken und ausprobieren können zusammen mit anderen. Unter dem diesjährigen Spielzeitmotto „Weltreise“ entstehen dazu eigene Aufführungen im „jungen Studio“.

Begleitend zum breiteren Angebot an Kinder- und Jugendtheaterinszenierungen am Haus und Klassenzimmerstücken laden die Theaterpädagoginnen regelmäßig zu Austausch und Workshops mit Schulen ein. Manchmal holen die Theaterleute sich auch Anregungen von Kindern wie beim Science-Fiction-Schattenspiel „Einmal Weltraum und zurück“, das am 3. Februar 2018 Premiere hat. Im Theaterworkshop durften sie Ideen spinnen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen während sie Aliens zeichneten und fremde Planeten. „Wir sehen Theater als einen Ort zum Treffen und Möglichkeitsraum außerhalb der Schule für Kinder und Jugendliche, wo sie sich auf andere Weise spielerisch kennenlernen und erleben“, sagt Johanna Jäger. Wegbegleiter zu sein für eine Sekunde in deren Leben, so sieht sie ihre Aufgabe, die sie mit viel Lust und Anspruch und weniger mit theaterpädagogischem Zeigefinger ausübt.

Die Glückswerkstatt für Teilnehmer ab 14 Jahren startet im Januar. „Wir haben auch schon einen Pool aus Jugendlichen und Erwachsenen seit der Inszenierung ,In Gottes eigenem Land`, die sogenannten Comumunity Player, die gern weitermachen wollen und nun zu den Glückssuchern kommen. Ihre Erfahrungen sind die Essenz im Spiel“, sagt Theaterpädagogin Elizabeth Guzy. Neue Interessierte sind in den Theaterwerkstätten des „jungen studio“ immer willkommen.

Am 13. April ist die Premiere des „Radebeuler Bilderbogen – Theater in der Stadt“ an den Landesbühnen und am 8. und  9. Juni eine Werkschau mit Präsentation der Werkstätten des “jungen studio“.

Text (lv)

http://www.landesbuehnen-sachsen.de/junges-studio

„In fernem Land“ – Malerei und Tuschezeichnungen von Oskar Staudinger im Kabarett Breschke & Schuch

Aberwitzige Träume am Abgrund

Aus Spaß wird Ernst, aus Traurigkeit Komik, wobei Traum und Wirklichkeit spannend in der Schwebe bleiben. Bilder voller hinterhältigem, schwarzem Humor und zeichnerischer Leichtigkeit, die mit der Fantasie und Fassungslosigkeit des Betrachters spielen, ihn zum Schmunzeln und Nachdenken herausfordern, zeigt Oskar Staudinger derzeit unter dem Titel „In fernem Land“ im Dresdner Kabarett Breschke & Schuch, Jahnstraße 5a unweit vom Bahnhof Mitte (noch bis 4. Januar zu sehen im Foyer und Saal). Es ist seine erste Einzelausstellung. Staudinger ist Kunststudent im fünften Studienjahr an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste.

Da er selbst oft ins Kabarett geht, lag dieser Ausstellungsort nahe. Die Tuschezeichnungen entstanden eigens für die kleine Bildergalerie bei Breschke & Schuch. Das Tragikomische, die Gemütlichkeit am Abgrund spiegeln seine Arbeiten, so Staudinger. Auch wenn er zunächst sehr ernsthaft und in sich gekehrt erscheint. Er sei ein fröhlicher Mensch, was sich auch auf die Bilder übertrage. Bei näherem Hinsehen spürt man aber auch. Für diese Art Humor braucht es eine gehörige Portion, auch negativer, Lebenserfahrung. Oskar Staudinger wurde in seiner Familie früh mit dem Thema Tod und Verlust konfrontiert, erzählt er, und musste damit umgehen lernen.  „Manche Kranke haben mehr Humor als andere Menschen. Manchmal ist er überlebenswichtig.“
In seiner Bilderwelt treffen heitere und schmerzliche Themen haarscharf aufeinander, oft zweischneidig und absurd auf die Spitze getrieben. Dass man halb belustigt und irritiert davorsteht und sich wünscht es wäre anders. Wie die Zeichnung mit dem Clownsballon, an dessen Gondel ein Erhängter schwebt. „Himmelwärts“, so der Bildtitel. Und ein Paar schaut gebannt und ungerührt zu, als sähe es einen romantischen Sonnenuntergang.

Oder das Bild mit der Putzfrau, die wie jeden Tag mit lächelnder Miene die Schuhe ihres Arbeitgebers blitzeblank putzt und nicht mitbekommt, dass er gerade vor ihr leblos in der Luft hängt. Ist das nun Verdrängen, Abgestumpftheit, Routine?! Wer ist ärmer dran? Der Typ im Anzug, der einem halbverhungerten Kind ein Buch mit dem Titel „Simplify your Life“ anbietet? Was veranlasste den selbstsüchtigen Selbstmörder, sich umbzubringen, bevor er die Katze fütterte, die auf seine Schuhsohlen blickt?! Oder das Bild mit dem süßen Eichhörnchen, das vor einer Granate hockt, schon auf den Zünder drückt und sich auf diese größte Nuss freut… Ein knuddeliger Teddy grinst bissig. Eine Nachteule hält arglos „Fingerfood“ im Schnabel.

Außerdem ist eine Serie ironischer Selbstbildnisse von Oskar Staudinger zu sehen. Darunter eins auf einem Steckenpferd reitend. „Der Sprung ins Ungewisse, der Glaube, dass man wie einst als Kind auf dem Besen reiten kann…“, kommentiert er lächelnd. Auf einem anderen Porträt begegnet ein Mann mit Hut im Schneesturm seinem nackten Spiegelbild. Auf einem weiteren Bild greift ein Mann nach einer statuenhaften, überhöht großen, unerreichbaren Schönen, die mehr schwebt als geht.

Seine surrealen Traumbilder sind geheimnisvoll und konkret zugleich. Sie spielen und parodieren pointenreich die Oberflächlichkeit des schönen Scheins, das Lächeln am Rand des Abgrunds. Oskar Staudinger malt und zeichnet im Stil des „phantastischen Realismus“ und ist ein großer Fan der Wiener Schule des Fantastischen Realismus der 1950er Jahre bis zur Gegenwart. Er porträtiert außerdem gern Menschen wie du und ich, illustriert gerade ein Kinderbuch und bereitet sich auf sein Diplom an der Hochschule vor.
Man darf auf weitere Ausstellungen dieses besonderen Malersatirikers gespannt sein.

Text + Fotos (lv)


Sprung ins Ungewisse: Oskar Staudinger stichelt gern mit seiner satirischen Malerei.

http://www.oskarstaudinger.com

http://www.kabarett-breschke-schuch.de