„Unverschämt“ – Steffen Fischer stellt in der Galerie Kunst & Eros aus

Unverschämte Blicke auf Rollenspiele zwischen Männern und Frauen

Pralle, sinnenfrohe Weiblichkeit lockt in kräftig lodernden Farben. Paare verführen sich himmlisch und animalisch im fesselnden Spiel von Lust, Macht und Gegensätzen der Geschlechter. Kein Tabu kennt dabei die Ausstellung „Unverschämt“ mit Malerei und Zeichnungen von Steffen Fischer, die am Freitag abend in der Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 in Dresden eröffnete (noch bis 18. November zu sehen).

Das Lustprinzip der freien Bewegung und der freie Ausdruck von Körperlichkeit und Nacktheit interessieren den für seine expressive Bildsprache bekannten Künstler vor allem. Die Ausstellung versammelt neuere Arbeiten von 2009 bis `017. Im wild ekstasischen Tanz der Linien und Farben, witzig bis sarkastisch und lustvoll-provokant betrachtet Fischer tradierte Rollenbilder zwischen Männern und Frauen und hebt diese samt ihren Grenzen auf. Er zeigt in seinen oft mythologisch-vieldeutigen Bildern den soldatischen Mann, der an der langen Leine der Götter marschiert und nimmt das Patriarchat, das „Paradies der Väter“ ironisch auf die Schippe und stellt dem die weibliche Schöpferkraft entgegen. Berge sind für ihn wie Brüste, sagt Steffen Fischer.

So hockt der Künstler im Titelbild zur Ausstellung – in einem Selbstbildnis als Junge –  mit schelmischem Erkunderblick oberhalb eines riesigen Frauenkörpers, eine Art Urmutter zwischen ihren Brusthügeln. Sie schwingt ein Seil, das halb Perlenkette und halb Stacheldraht zugleich auf das zweischneidige Mann-Frau-Verhältnis anspielt. Bei ihm wechseln beide als Eroberer, Verführte und Liebende. Da fliegen mal die Federn bei Leda im Liebesrausch und kapituliert Zeus als verzauberter Schwan, da sie eine Waffe zückt. Da sieht man burlesque sich entblätternde Damen, eine entlaufene Nonne und eine Frau beim leidenschaftlichen Tanz mit einem Stiermann.

Und ein „himmlischen Duett“, bei dem sie ihren feurigen Schoß öffnet und sein Phallus in den Himmel wächst. „Unverschämt ist jemand, wenn er unbotmäßig, ungehorsam vom normativen der Gesellschaft abweicht“, sagt Steffen Fischer über den Ausstellungstitel. Die Herrschaftsfrage, wer macht die Gesetze und spricht die Verbote aus, beschäftigt ihn ebenso wie die Selbstauseinandersetzung in der Kunst. Der 1954 in Dohna geborene Künstler lernte Offsetdrucker vor seinem Studium an der Dresdner Kunsthochschule. Seit 1983 arbeitet er als freischaffender Künstler. Bekannt wurde Steffen Fischer als „Künstler-Paar“ mit Angela Hampel in den späten 1980er Jahren in der DDR mit ihren Installationen u.a. von in Netzen gefangener Körperabformungen, die die politische Situation ebenso wie das Mann- und Frausein betrachteten.

Obszön sind nicht die geöffneten Schenkel einer Frau, sondern die mit Orden behangene Brust eines Generals, zitiert Fischer den Künstler und geistigen Wahlverwandten Alfred Hrdlicka. Heute ist die Erotik in der Kunst konfrontiert mit einer Übersättigung an nackten Tatsachen und totalen Vermarktung von Lust und Liebe. „Andererseits nehmen falsche Prüderie und Körperfeindlichkeit zu und echte Empfindungen  ab“, beobachtet der Künstler. Da kommen seine unverschämt sinnesreizenden Bilder gerade recht.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Mo bis Sa von 11 bis 15 Uhr

Tel.: (0351) 802 47 85
http://www.kunstunderos.de

Galeristin Janett Noack von Kunst & Eros

Neustadt Art Festival: Bühne für Kunst von unten

Grafiken: Thomas Schreiter

Bild: Anne Kirlum

Bunte Oase der Kunst

Das bereits sechste Neustadt Art Festival lockt an bisher 19 Orte mit über 100 Veranstaltungen mit reichlich Kunst, Musik, Lesungen und vieles mehr.

Das Neustadt Art Festival zählt eine Woche vor Beginn (vom 22. bis 24. September)
19 Orte, an denen über 30 Künstlerinnen und Künstler über 100 Veranstaltungen in der Äußeren Neustadt ausrichten. Da die Anmeldung bis zum Festival möglich ist, kommen weitere Orte hinzu.

„Es sind alte Hasen wie die Blaue Fabrik, das Stadtteilhaus, die Alte Fabrik und die Waldbühne dabei“, schwärmt Jan Kossick, Mitinitiator des Festivals, „aber auch neue Orte wie der Geldschneider, der Wagenplatz, die Weiße Birke und das ‚Da Unten‘. Besonders freue ich mich, dass der Dachboden ‚Kunst unterm Dach‘ mit vielen Künstlerinnen und Künstlern, viel Musik und Lesungen wieder mit dabei ist.“ Das weiterhin aktualisierte Programm, eine Liste der Orte und eine Auswahl der Kunstschaffenden ist unter naf.li zu finden. Das Neustadt Art Festival finanziert sich hauptsächlich über Crowfunding von Unterstützung dieses Mitmach-Kunstfestes.

Weitere Informationen:
naf.li neustadt-art-festival.de

Ausstellung „Deep Delicious“ von Viktoria Graf im Kastenmeiers

Augenschmaus mit Witz und Biss

Zum Reinbeißen schön, voller Farb- und Sinneslust rund um Genuss und Überfluss lassen die nur scheinbar märchenhaft-verspielt-skurrilen Bilder der Künstlerin Viktoria Graf tief blicken zwischen Traum und Wirklichkeit. Die Ausstellung ist noch bis 31. Oktober zu sehen im Restaurant Kastenmeiers im Kurländer Palais auf dem Neumarkt in Dresden.

Mehr Text zur Ausstellung folgt

Text + Fotos (lv)

Restaurant Kastenmeiers
Tschirnerplatz 3 – 5, 01067 Dresden

Geöffnet: Mo – So von 16 – 23 Uhr

„Bilderwächter“ am Eingang: Hund Gino von Kastenmeiers

Annika Vollmer, sie betreut u.a. die Ausstellungen im Kastenmeiers und Künstlerin Viktoria Graf zur Ausstellungseröffnung

„Der süße Brei“                                „Jungbrunnen“

„Overhover“                                   „Farbwüste“

„Käppchen“                                     „Nachtigall“

„Nymphrenen“                                   „Take the Dream“

„Sinneslüste, Beere“                         „Sinneslüste, Orange“

„Sinneslüste, Zitrone“

Kunst- und kulinarischer Genuss: Lilli Vostry, Autorin  von meinwortgarten.com

„Europa, Du Schöne“ – Im Spiegel der Künste beim 27. Herbst- und Weinfest & XXII. Internationalen Wandertheaterfestival in Radebeul

Das Plakat zum diesjährigen Herbst- und Weinfest in Radebeul-Altkötzschenbroda gestaltete der Grafiker Stefan Voigt.

Im Bild: fröhlich-bunte Gestalten beim Eröffnungs-Festumzug im letzten Jahr.
Fotos: André Wirsig (2)

Weingott Bacchus lockt mit der Schönheit Europas
und ihren vielfältigen Reizen

Vom 29. September bis 1. Oktober findet in Radebeul das 27. Herbst- und Weinfest gemeinsam mit dem XXII. Internationalen Wandertheaterfestival statt. Die einzigartige Kombination aus sächsischen Weinen und Theater aus aller Welt macht die Besonderheit und den unnachahmlichen Charme des Festivals aus. Während Winzer aus der Region köstliche Weine anbieten und zum Genießen einladen, verwandeln Theatergruppen und Solokünstler überall auf dem Festgelände Straßen, Wiesen, Höfe und Plätze in Bühnen und beeindrucken mit humorvollen, artistischen oder zum Nachdenken anregenden Inszenierungen.

Das Fest steht in diesem Jahr unter dem Motto „Europa, Du Schöne“ und nimmt damit Bezug auf den Gründungsmythos unseres Kontinents. Künstler aus ganz Europa zeigen einen Ausschnitt aus der Vielfalt und dem Reichtum unserer Kultur. Erzählt wird vom Entstehungsmythos Europas, nach dem Zeus die gleichnamige phönizische Königstochter in Stiergestalt nach Kreta entführte. Die kulturelle Vielfalt, die sich über die Jahrtausende in Europa entwickelte, ist einzigartig auf der Welt und steht drei Tage lang im Mittelpunkt des Festgeschehens.

15 Theatergruppen und Künstler aus ganz Europa präsentieren ihre eindrucksvollen und humorvollen Inszenierungen, die von Schauspiel über Tanz bis hin zu Comedy und Stelzentheater reichen. Internationale Bands locken mit Brass, Rock, Chansons und Gypsy-Musik auf die Tanzflächen und laden zum ausgelassenen Feiern ein, während Entspannungssuchende inmitten von Kunstinstallationen ihren Tagträumen freien Lauf lassen können.

Vorverkauf für Herbst- und Weinfest Radebeul beginnt

Schon auf vollen Touren läuft der Ticketvorverkauf für das 27. Herbst- und Weinfest mit XXII. Internationalem Wandertheaterfestival Radebeul. Die preisgünstigen Vorverkaufstickets sind als Onlineticket unter http://www.weinfest-radebeul.de sowie als Eintrittsbändchen in der Radebeuler Tourist-Information erhältlich.

Beim Kauf der Eintrittskarten im Vorverkauf erhalten Erwachsene einen Preisvorteil von bis zu 2 € gegenüber dem Tageskassenpreis. Familien sparen bis zu 4 €. Nur im Vorverkauf erhältlich ist das Wochenendticket, das zum Eintritt an allen Festtagen berechtigt. Dieses kostet für Erwachsene 10 €, für Ermäßigte 5 € und für Familien 22 €. In der Radebeuler Tourist-Information fallen keinerlei zusätzliche Gebühren zum Vorverkaufspreis an. Alle anderen Ticketverkäufe gelten zuzüglich der üblichen Vorverkaufsgebühr. Im Ticketpreis inbegriffen ist der Besuch aller Theateraufführungen und Konzerte während der jeweiligen Festtage.

Text: Ina Dorn/PR- und Marketing im Amt für Kultur und Tourismus,
Altkötzschenbroda 21, 01445 Radebeul

Mehr Informationen:

http://www.weinfest-radebeul.de

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Außerdem beim Herbst- und Weinfest in Radebeul: das Skulpturenlabyrinth Labystan

An der Elbe entsteht dann wieder das Skulpturenlabyrinth LABYSTAN. LABYSTAN ist ein Pop up country, ein Fantasieland, eingebürgert in zwei Minuten und Labystaner werden. Feuriges Finale am 1.Oktober ab 20 Uhr.

Vorankündigung Ausstellungseröffnung: Künstler, ihre Museen und Institutionen
13.10.2017, um 19.30 Uhr, Tanzsaal im Gasthof Serkowitz, Lügenmuseum

Info + Foto: Reinhard Zabka, Lügenmuseum

Vermag Kunst Sucht vorzubeugen? – Ein deutschlandweit einmaliges Programm zur Prävention

Das „Kulturjahr Sucht“ präsentiert über 15 Projekte zum Thema Sucht und Suchtprävention von September bis November in Dresden.

Darf man Kunst als Methode der Suchtprävention nutzen? Und kann das funktionieren?
Diesen Fragen geht die Landeshauptstadt Dresden gemeinsam mit der Projektschmiede gemeinnützige GmbH seit Anfang des Jahres unter dem Titel „Kulturjahr Sucht“ nach. Seit Anfang September, können Dresdnerinnen und Dresdner die ersten Ergebnisse der unterschiedlichen künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Thema erleben.

Den Anfang bildet die Wiederaufnahme des Theaterstücks „Welche Droge passt zu mir?“ von Kai Hensel am projekttheater Dresden. Vom 4. bis 9. September inszenierte das Ensemble La Vie unter Regie von René Rothe das provokante, zum Denken anregende Stück. Begleitet von Ärzten und Psychologen der Sächsischen Landes
ärztekammer konnte das Publikum sowohl vor als auch nach der Aufführung Fragen stellen und sich zum Thema Suchtprävention informieren.

Die künstlerische Auseinandersetzung endet aber nicht bei der Darstellenden Kunst. Geplant sind insgesamt 15 Produktionen, darunter eine Ausstellung junger Dresdner Künstler um den „uncanny valley“ Mitbegründer Albrecht Wassersleben. Hinzu kommen eine Tanzperformance der JuWie Dance company zum diesjährigen
DAVE Festival und weitere Tanzperformances von Isaac Spencer und Magdalena Weniger als sogenannte „Interventionen im Öffentlichen Raum“.

Um auf die große Vielfalt der Produktionen rund um das Kulturjahr Sucht aufmerksam zu machen, gibt das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Dresden eine Programmbroschüre heraus. Sie ist ab Mittwoch, 20. September, in den Auslagestellen der Rathäuser und bei allen Veranstaltungen des Kulturjahres Sucht kostenlos erhältlich.

Das Kulturjahr Sucht im Überblick

Die Stadt Dresden geht im Jahr 2017 bei der Suchtprävention neue Wege: Deutschlandweit wird erstmalig mit dem „Kulturjahr Sucht“ die Schnittstelle zwischen Kunst, Kultur und Suchtprävention erschlossen. Das Kulturjahr Sucht bildet den Rahmen für künstlerisch-kulturelle Arbeiten, die sich mit den Risiken des Drogenkonsums auseinandersetzen. Künstler und Kulturschaffende waren dazu eingeladen, Konzepte im Rahmen der Suchtprävention zu entwickeln. Dafür konnten zum 1. März und 1. Juni Projektmittel beantragt werden. Das Gesamtbudget für das Kulturjahr beträgt 200 000 Euro. Die Mittel stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Verfügung. Bei der Umsetzung ihrer Ideen werden Künstler und Kulturschaffende von der Projektschmiede gemeinnützige GmbH im Auftrag der Landeshauptstadt Dresden unterstützt.

Weiterführende Informationen unter http://www.dresden.de/kulturjahr-sucht

Text +Kontakt Kulturjahr Sucht:
Josefa Hose, Projektschmiede gGmbH
E-Mail kulturjahr-sucht@projektschmiede.net
Telefon 0351-32015613

Politischer Poetry Slam im Societaetstheater

„Politik Macht Worte“ 

Das Herbert-Wehner-Bildungswerk feiert 25-Jähriges Jubiläum mit Slammern im Societaetstheater Dresden.

Am Donnerstag, 14. September feiert das Herbert-Wehner-Bildungswerk aus Dresden seinen 25. Gründungstag mit einem Politischen Poetry Slam. Umrahmt von Musik der Banda Internationale, widmen sich die KünstlerInnen an diesem Abend unter dem Titel „POLITIK MACHT WORTE“ nicht nur Fragen der politischen Gegenwart, sondern auch dem Wirken des Namensgebers des Bildungswerkes Herbert Wehner. Als SlammerInnen mit dabei sind Sabrina Schauer (Hamburg), Piet Weber (Berlin), Franziska Wilhelm (Leipzig), Kaleb Erdmann (Frankfurt) und Friedrich Herrmann (Jena). Moderiert wird der Abend von Kaddi Cutz, Slammerin aus Dresden.

Als Format der politischen Bildung ist diese Form des poetischen Wettstreits eine echte Neuheit. „Wir möchten Menschen für politische Bildung begeistern und gehen dabei gern neue Wege“, so Geschäftsführerin Karin Pritzel.

Der Politische Poetry Slam beginnt um 19 Uhr im Societaetstheater in Dresden, der Eintritt ist frei. Wer teilnehmen möchte, sollte sich unbedingt unter 0351/ 8040220 oder www.wehnerwerk.de anmelden!

Im Sommer gab es anlässlich des 25-jährigen Jubiläums und des 111. Geburtstages von Herbert Wehner bereits eine erste Festveranstaltung.

25 Jahre Bildungswerk 

Das Herbert-Wehner-Bildungswerk mit Sitz in Dresden ist ein staatlich geförderter Verein, der seit 1992 politische Erwachsenenbildung anbietet. Gegründet am 14. September 1992 in Chemnitz, ist das Bildungswerk seit 1999 in der Kamenzer Straße 12, mitten in der Dresdner Neustadt, zuhause. Mit der Fertigstellung des Herbert-Wehner-Hauses, geplant für 2018, steht dann der Umzug ins Zentrum der Stadt an. Die Idee zum Bau eines Hauses für die politische Bildung, die mit dem Herbert-Wehner-Haus nun umgesetzt wird, entstammt dem Freundeskreis Herbert-Wehner-Bildungswerk. Er wurde 1997 unter anderem von Greta Wehner gegründet.

Bildungswerk heute

Heute führt das Bildungswerk ca. 100 Seminare pro Jahr mit rund 2.000 Teilnehmenden durch. Es ist einer von nur zwei anerkannten Bildungsträgern der Bundeszentrale für politische Bildung in Sachsen und wird gefördert durch das Sächsische Staatsministerium des Innern und die Sächsische Staatskanzlei. Das Team organisiert politische Bildungsfahrten, Seminare und Diskussionsveranstaltungen. Formate wie politisches Geocaching und Stadtteilführungen sind außerdem im Programm. Auch für Beratung und die Moderation von Gruppenprozessen kann man sich an das Bildungswerk wenden.

Philosophie des Bildungswerkes

Das Herbert-Wehner-Bildungswerk macht politische Erwachsenenbildung für alle mit dem Ziel, das demokratische Verständnis zu stärken. „Wir haben eine breite Palette im Angebot für die rüstige Rentnerin wie für den Punk aus der Neustadt. Keiner geht leer im Kopf nach Hause“, erklärt Geschäftsführerin Karin Pritzel den Ansatz ihrer Arbeit. So unterschiedlich wie die Zielgruppen sind auch die Angebote. „In unseren Seminaren gibt es nicht den Fürstenzug oder das Gewandhaus, dafür treffen wir Oberbürgermeister, Feuerwehrleute und blicken hinter die Kulissen“, so Karin Pritzel. Darüber hinaus engagiert sich der Verein in der Antirassismusarbeit. Ende Juni wird beispielsweise eine Broschüre mit Argumentationshilfen gegen rechte Parolen erscheinen. Auch entsprechende Seminare bieten die Erwachsenenbildner an.

Damit Demokratie zur Selbstverständlichkeit wird, wünscht sich Karin Pritzel ein grundsätzliches Umdenken: „Politische Bildung hat in Sachsen immer noch ein Schmuddel-Image. Wir müssen dahin kommen, dass es selbstverständlich ist, in seiner Freizeit Veranstaltungen der politischen Bildung zu besuchen. Ein erster Schritt wäre, dass die CDU ihre Blockadehaltung gegenüber der Einführung des Weiterbildungsurlaubs aufgibt.„

Text: Katharina Jehring,
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Herbert-Wehner-Bildungswerk e.V. Kamenzer Straße 12 01099 Dresden   Tel.: 0351-8040220 Fax.: 0351-8040222 E-Mail: jehring@wehnerwerk.de   www.wehnerwerk.de

 

 

 

 

Endspurt für die Premiere in Merlins Wunderland

Im Bild: die gute Fee Maria (Alice Erk) und Zauberer Merlin (Ron Holzschuh)
Foto: First Class Concept

Kostümprobe bei „Merlin, mein Merlin“

Am 15.September feiert in „Merlins Wunderland“ ein neues Stück Premiere.

Die Proben laufen auf Hochtouren für das neue musikalisch-verrückte Fantastical „Merlin, mein Merlin“, das am Freitag abend, um 19.30 Uhr Premiere feiert im Dresdner Erlebnisrestaurant „Merlins Wunderland.

Zu Wochenbeginn wurde im Kostüm geprobt. Diese stammen vom Dresdner Kostümbildner Michael Wolf, der bereits für verschiedene Hollywood-Produktionen gearbeitet hat. Der Film „Grand Budapest Hotel“ wurde sogar mit einem OSCAR für das beste Kostümbild ausgezeichnet. Inspirationen für die Ausstattung des Fantastical „Merlin, mein Merlin“ holte sich Michael Wolf in Tim Burton-Filmen, bei „Alice im Wunderland“, aber auch in der Biedermeierzeit und aus dem Steampunk. Für die Kostüme verwendete er unter anderem violetten Seidensamt, Leder und Wolle, aber auch ein Hightech-Material, das im Reitsport eingesetzt wird.

Durch die bequeme stretchige Hose bekommt Fee Maria besonders viel Bewegungsfreiheit. Seine Stoffe findet der Designer meist im eigenen Atelier und stockt seinen Bestand oft im „Karstadt“ Dresden auf, deren Stoffabteilung aus seiner Sicht bestens sortiert ist.

Mehr über das neue Stück „Merlin, mein Merlin“, das Menü und zum Ticketverkauf unter www.merlins-wunderland.de

Restaurant-Theater Merlins Wunderland

Tel. 0351/ 421 99 99, Fax 421 99 77; info@merlins.de
Zschonergrundstraße 4, 01157 Dresden

Text: Sabine Mutschke PR- und Marketingberatung
www.mutschke.de

 

Blogger-Konferenz: Wie verändert die digitale Welt unser Leben?

im Foto: die #BSEN2-Veranstalter Romina Stawowy, Agenturinhaberin, Peter Stawowy, Verleger, Michael Sagurna, Medienrat der SLM und Carsten Krebs, Pressesprecher der Gläsernen Manufaktur von VW

Blick in den Konferenzraum

Blogger diskutieren über eigene Verantwortung

160 Teilnehmer bei #BSEN2 am 1. September 2017 // Blogger und Onliner trafen auf Vertreter von Agenturen, Medienschaffende und Verantwortungsträger aus Politik und Wirtschaft

Bei #BSEN2 haben sich am vergangenen Freitag in Dresden 160 Blogger und Onliner aus ganz Deutschland mit Vertretern von Agenturen, Medienschaffenden und Verantwortungsträgern aus Politik und Wirtschaft getroffen. Die Abkürzung „BSEN“ steht für „Blogger spinnen ein Netzwerk“. Die Konferenz fand nach der Premiere 2016 in Leipzig nun zum zweiten Mal statt und trägt der zunehmenden Bedeutung von Onlinern und Bloggern in der öffentlichen Meinungsbildung Rechnung. Eine Fortsetzung im Jahr 2018 ist bereits avisiert.

„Wir sind überwältigt, wie viele Teilnehmer zu #BSEN2 nach Dresden gekommen sind und sich aktiv in die Konferenz eingebracht haben. Es war ein spannender, interessanter und abwechslungsreicher Tag mit vielen neuen Erkenntnissen und Verknüpfungen, aber auch kontroversen Diskussionen“, sagte Peter Stawowy vom Dresdner Medienblog FLURFUNK und Herausgeber des Medienmagazins FUNKTURM. Er hatte die Tagung gemeinsam mit der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) und der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen organisiert und veranstaltet.

Kernfragen der Tagung waren, wie das Netz und die Digitalisierung die Gesellschaft und unser Leben verändern und welche Rolle dabei Blogger, Onliner und Influencer spielen können. In rund 30 Kurzvorträgen á drei Minuten, 16 Sessions á 45 Minuten und der Abschlussdiskussion drehte sich alles um die Themenfelder Bloggen, Medien, Marketing und eSociety. Dazwischen hatten die Teilnehmer reichlich Zeit zum Netzwerken, für Probefahrten mit dem neuen eGolf und Führungen durch die Gläserne Manufaktur.

Robert Basic, als einer der ersten deutschsprachigen Blogger ein „Urgestein“ der Szene (www.robertbasic.de), widmete sich in seiner Session der Kernfragen der Bloggerei: Warum tun wir das alles? Für sich beantwortete er diese Frage wie folgt: „Ich möchte mein Wissen verbreiten und  an andere weitergeben, was ich so lerne.“ Blogger seien oft Experten auf ihrem Gebiet, suchen aber auch den Austausch mit Gleichgesinnten, um beispielsweise ihr eigenes Wissen zu vermehren. Kritisch sieht er die Entwicklung, dass einige Onliner, neudeutsch auch Influencer genannt, nur Kasse machen wollen und mit fehlender Transparenz – welche Beiträge sind „gekauft“, welche nicht – auch seriösen Bloggern ein Imageproblem verschaffen.

Wie wichtig Integrität und Authentizität für Blogger sind, erörterten auch Anne-Katrin Hutschenreuter, Natalie Sontopski und Martin Meißner aus Leipzig. Blogger würden zunehmend als Botschafter, Lenker und Meinungsbilder wahrgenommen. Daraus ergibt sich nicht nur eine große Verantwortung den Lesern gegenüber sowie Dritten, über die man schreibt, sondern auch sich selbst. Allein die Themenauswahl lenke den Leser und auch die richtige Beurteilung von Quellen sei gerade in Zeiten von „Fake News“ unabdingbar, nicht nur um dem zunehmenden Misstrauensvorschuss Bloggern gegenüber entgegen zu wirken.

Deutlich wurde im Rahmen von #BSEN2 auch, dass immer mehr Lokalblogs zur nachrichtlichen Grundversorgung und medialen Vielfalt beitragen. Diese Form des Lokaljournalismus leidet jedoch oft unter Finanzierungsproblemen. Wie man dem entgegnen kann, berichtete Hanna Jo vom Hofe, seit 2014 Referentin für Medienkompetenz und Forschung in der Abteilung Förderung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM). Einen „Königsweg“ gebe es dabei nicht, so vom Hofe, sondern vielmehr verschiedene Ansätze. Einer sei, Fördermittel bei den rund 120 deutschen Stiftungen zu beantragen, die journalistische Arbeit unterstützen. Winfried Schenk vom Dresdner Stadtteilblog „Pieschen aktuell“ wünschte sich in der Session, die SLM solle künftig enger mit sächsischen Bloggern zusammenarbeiten und diese etwa in Finanzierungsfragen intensiver unterstützen. Entsprechende Gespräche sollen zeitnah folgen.

„Vernetzungen dieser Art sind es, warum wir #BSEN machen. Die Szene professionalisiert und öffnet sich – das wollen wir gern auch künftig unterstützen“, sagte Peter Stawowy abschließend.

Text + Fotos: Uta Schirmer
http://www.utaschirmer.de

 

„Brückenbauer“ für interkulturelle Begegnungen

im Foto (von li. nach re.): Dana Ritzmann, Karsten Dietze und Maria Kappelsberger vom Projekt „Brückenbauer Integration“ der VHS Dresden

Volkshochschule und Caritas helfen Ehrenamtlichen bei der Integrationsarbeit

Vorgestellt wird das  Brückenbauer-Projekt am 16. September in den Räumen der Dresdner Volkshochschule in der Annenstraße 10. Mit Vortrags-Programm von 10 – 19.30 Uhr.

Die gelingende Integration ist keine Einbahnstraße: Fragen, Vorurteile und Neugier begegnen sich auf Seiten der Alteingesessenen und der Geflüchteten. Wer sich im persönlichen Gespräch kennenlernt, kann Hemmschwellen leichter abbauen und zusammen die Stadtgesellschaft gestalten. Gemeinsam mit dem Caritasverband für Dresden e.V. will die Dresdner Volkshochschule mit ihrem Projekt „Brückenbauer Integration“ beide Seiten an einen Tisch bringen. Hierfür werden ehrenamtliche „Brückenbauer“ gesucht, die diese Begegnungen vor Ort koordinieren und moderieren.

Entstanden ist die Projektidee auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise. Der Bedarf an Informationen über die Geflüchteten, deren Hintergründe und Probleme war enorm. Die Caritas vermittelte nach Kräften den direkten Kontakt und betrieb Aufklärung. „Bei einigen Themen stießen wir jedoch an unsere Grenzen“, weiß Stephan Falley, Fachbereichsleiter Pflege und Beratung sowie stellvertretender Geschäftsführer des Caritas-Kreisverbandes Dresden. „Viele Fragen, etwa nach ihrer Religion und persönlichen Erlebnissen, können die Geflüchteten selbst am besten beantworten. Wir waren überrascht, wie gut unsere Gesprächskreise mit Alteingesessenen und Neu-Dresdnern funktionierten und wie schnell sich Vorurteile in Fragen umwandelten“, ergänzt Karsten Dietze, Koordinator Flüchtlingssozialberatung der Caritas. Künftig sollen die ehrenamtlichen „Brückenbauer“ den Austausch in kleinen Gruppen fortführen.

„Brückenbauer“ kann grundsätzlich jeder werden, der Interesse und Freude an der Moderation hat und in seiner Kirchgemeinde, Schule oder Nachbarschaft selbst Begegnungen initiieren will. „Wir suchen Menschen, die etwas bewegen wollen“, beschreibt Projektleiterin Dana Ritzmann das Projekt. Je nach persönlichem Engagement finden die Gesprächsrunden einmal im Monat oder vierteljährlich in deutscher Sprache statt. „Ganz bewusst verzichten wir auf einen Dolmetscher. Das ist manchmal für alle Beteiligten anstrengend, aber es hat bisher immer gut funktioniert“, so Ritzmann. Grundsätzlich benötigen die „Brückenbauer“ keine besonderen Vorkenntnisse.

Wer sich inhaltlich wie methodisch weiterbilden und Näheres über das Projekt erfahren möchte, ist herzlich zum „Kompetenztag Brückenbauer Integration“ am 16. September 2017 in den Räumen der Dresdner Volkshochschule (Annenstraße 10) eingeladen. Zwischen 10 Uhr und 19.30 Uhr werden Vorträge unter anderem zur religiösen Vielfalt, interkulturellen Konfliktlösung und zur aktuellen Asylgesetzgebung in Deutschland gehalten, daneben können professionelle Moderationstechniken erlernt werden.

Das Projekt „Brückenbauer Integration“ findet im Rahmen des aktuellen Semesterschwerpunktes „mittendrin“ der Volkshochschule statt. Zu diesem gehört auch das Gesprächsformat „mitreden.DD“, in dem Dresdner gemeinsam über die Zukunft ihrer Stadt diskutieren können. „Dieser Ansatz ist neu. Wir wollen nicht von vorn belehren, sondern den Bürgern die Möglichkeit geben, miteinander das Gespräch zu suchen“, erläutert Frank Uhlmann, Fachbereichsleiter Gesellschaft der Dresdner Volkshochschule. „Wie wichtig dieser Dialog für unsere Stadt ist, erkennt man auch an den vielen Fragen, die die Geflüchteten selbst mitbringen“, hebt Projektleiterin Dana Ritzmann abschließend hervor.

Interessierte können sich telefonisch unter 0351 2544031 oder per E-Mail unter dana.ritzmann@vhs-dresden.de zum Kompetenztag anmelden sowie weitere Informationen zum Projekt erhalten.

Weitere Infos: www.vhs-dresden.de und www.caritas-dresden.de

Text + Foto: Medienkontor Dresden

Wunderfitziges Jubiläum der Puppentheatersammlung Dresden

Bild: Stehwien

Puppenspieltage mit Kasper & Co. verzaubern klein und groß anlässlich des 65. Geburtstags der Puppentheatersammlung am 29. und 30. September 2017 im St.-Pauli-Salon.

Mit 65 Jahren ist die Puppentheatersammlung Dresden noch nicht einmal halb so alt wie ihre ältesten Exponate. Über 200 Lenze zählen einige Marionetten der mit 120.000 Objekten auch im internationalen Vergleich großen und bedeutenden Kollektion. Anlässlich des diesjährigen Jubiläums veranstaltet der Förderverein „Freunde der Puppentheatersammlung Dresden e.V.“ am 29. und 30. September 2017 im St.-Pauli-Salon (Hinterhaus Hechtstraße 32 in Dresden) die „Wunderfitzigen Puppenspieltage“.

Auf dem Programm stehen unter anderem zwei Dresdner Erstaufführungen von Puppenspielern aus Leipzig und Ostrau. Für Kinder besonders interessant sind die Märchenklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ des Kleinen Salontheaters Dresden (29. September, 16 Uhr), „Zwerg Nase“ von Johann Raphael Boehncke aus Leipzig (30. September, 11 Uhr) und „Froschkönig oder die grüne Minna“ des Vivid Figurentheaters Chemnitz (30. September, 16 Uhr). Mit Kleists Tragikomödie „Amphitryon“ beweist die Theaterimkerei Ostrau am 29. September (20 Uhr), dass Puppenspiel auch für Jugendliche und Erwachsene reizvoll sein kann. In einer „lecture performance“ am 30. September um 19 Uhr lassen die Veranstalter 65 Jahre Puppentheatersammlung Dresden in einem Vortrag mit Marionettenspiel Revue passieren.

„Den nächsten runden Geburtstag können wir hoffentlich schon im Kulturkraftwerk Mitte feiern“, zeigt sich die Vorsitzende der „Freunde der Puppentheatersammlung Dresden e.V.“, Alexandra Löser, optimistisch. Der geplante Standort, in direkter Nachbarschaft zum Theater Junge Generation, soll vor allem kürzere Wege zwischen Publikum und Museumsarbeit verwirklichen. „Bereits seit 26 Jahren unterstützt unser Verein die Puppentheatersammlung. Wir wollen künftig unsere Workshops, Führungen und Puppentheaterveranstaltungen noch besser der Öffentlichkeit zugänglich machen, denn in der Sammlung gibt es so machen Schatz zu entdecken“, so Löser.

Karten für die „Wunderfitzigen Puppenspieltage“ können via E-Mail an post@puppentheaterfreunde.de oder telefonisch unter 0351 49143700 vorbestellt werden. Der Eintritt für die Märchenspiele beträgt 4 Euro für Kinder und 7 Euro für Erwachsene, für „Amphitryon“ 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Der Eintritt zur „lecture performance“ ist frei, Spenden sind herzlich willkommen.

Weitere Infos: www.puppentheaterfreunde.de

Text: Medienkontor Dresden