Wie Künstler die Corona-Krise sehen & Soforthilfeprogramm im Stadtrat beschlossen


Heiß begehrt in diesen Tagen: Toilettenpapier, das massenhaft gehortet schon zum Markenzeichen der Corona-Krise geworden ist. Während das gesamte öffentliche Leben brach liegt, wovon Kulturschaffende derzeit besonders betroffen sind. Not macht erfinderisch: Künstler Oskar Staudinger zeigt eines seiner Klopapier-Bilder in limitierter Auflage.

Kunst auf Klopapier

Seit dem Ausbruch des Corona-Virus verändert sich gerade vieles in der Welt. Eine Zeit, die mit Rasanz unser bisher gewohntes Leben durcheinander wirbelt, aber auch einlädt, über die Werte des Lebens neu nachzudenken.

In einer Bilderserie taucht der Coronavirus auf Klopapier auf. Oskar Staudinger hat ihn wie eine Heiligenikone mit schwarzer Tuschefeder auf hellem Grund gezeichnet. Eine Parodie auf die Leute, die gerade wie verrückt Klopapier bunkern und keiner weiß warum. Seine Klopapier-Bilder kann man in limitierter Auflage im Passpartout auch kaufen. „Besondere Maßnahmen erfordern besondere Kunst“, sagt der 30-jährige Künstler. Er erwarb 2018 sein Diplom an der Dresdner Kunsthochschule.  Humor ist die beste Medizin, lautet sein Motto. Durch den Ausbruch des Corona-Virus wurde Staudinger zu Bildern inspiriert, die sich mit dem Thema Pandemie befassen. Den „freiwilligen Hausarrest“ verbringt er in seinem 40 Quadratmeter großen Wohnatelier auf der Lilienthalstraße in Dresden. Den Raum nutzt er ohnehin 24 Stunden, so dass er den Unterschied zu vorher kaum merkt. Er ist hauptsächlich Grafiker und Auftragsporträtist. „Im Moment habe ich einige Aufträge fertigzustellen, darunter eine Buchillustrationsgeschichte und ein Gemälde vom Blauen Wunder“, sagt Staudinger. Er könne noch einen Monat seine Miete zahlen.

Wenn das mit der Quarantäne schärfer wird, wird es eng. Dann kann er seine Bilder nicht rechtzeitig verkaufen, wenn alles zuhause stehen bleibt. „Ich bin auf jeden Cent angewiesen und ernähre mich die nächste Zeit nur noch von Haferflocken“, sagt Oskar Staudinger augenzwinkernd. Ähnlich wie ihm ergeht es zurzeit vielen Künstlern, deren Existenzgrundlagen jetzt wegbrechen wegen der einschneidenden Maßnahmen, die eine Weiterverbreitung des Corona-Virus eindämmen sollen. Theater, Clubs und Galerien bleiben geschlossen. Abgesagt wurde auch eine Ausstellung von Angela Hampel mit dem passenden Titel „Sei dennoch unverzagt“, die am 22. März bei art + form eröffnen sollte. Stattdessen wird ein virtueller Rundgang durch die Ausstellung zu erleben sein (www.artundform.de).

“Sehr wichtig für Künstler ist, dass man zu Vernissagen geht, Kontakte knüpft, hält und sich austauscht. Das fällt jetzt alles weg“, sagt die Malerin Helena Zubler. Sie war im Gespräch mit Galerien, doch nun sei alles offen. Außerdem hatte sie bereits eine Jobzusage in einem Museum, das nun geschlossen ist. Viele Künstler haben zwei bis drei Nebenjobs, doch auch Kurse und Stipendien sind abgesagt. Helena Zubler wollte im April einen Zeichenkurs im Kulturforum „riesa efau“ beginnen. Wenn die Ausgangssperre kommt, liegt auch ihr Atelier außer Reichweite. „Als Künstler kann man zuhause reduziert arbeiten, anders als kleine Geschäfte. Da hängt bei allen Freiberuflern viel dran.“ Als nächstes will sie ihre Webseite um eine virtuelle Galerie erweitern mit der Möglichkeit, die Künstlerin zu unterstützen.  Und während die Bilder im Atelier trocknen, geht Helena Zubler in den Garten und findet dort neue Energie. „Man kann wieder anfangen Briefe zu schreiben, öfter anrufen und für andere da sein, einkaufen für ältere Menschen und die Lebensmittel vor die Wohnungstür stellen.“

Musiker geben inzwischen Wohnzimmer-Konzerte, die im Internet, auf Youtube übertragen werden. „Es wird weiterhin Kunst produziert, aber die Wege und die Vermittlung zwischen Künstler und Umwelt werden derzeit massiv umgekrempelt“, erlebt Helena Zubler. Das stellt alle Kreativschaffende vor enorme Herausforderungen. Betroffen sind auch darstellende Künstler. Darunter der Travestiekünstler „Miss Chantal, der mit Charme, Herz und Gefühl in seinen Shows in Dresden und Leipzig das Publikum bezirzte und oft im Boulevardtheater zu Gast war. Außerdem fallen Großveranstaltungen und zwei Kreuzfahrtschiffsreisen mit der Aida aus, wo er im März und April auftreten sollte. „Dadurch habe ich zu hundert Prozent Verdienstausfälle. Zwei Monate schaffe ich durchzuhalten. Doch dann kommt die Angst, wie es weitergeht“, sagt “Miss Chantal“. „Die fetten Jahre sind vorbei. Von dem Plus muss ich Kostüme kaufen, Krankenversicherung und Lebensunterhalt finanzieren. Da bleiben keine Rücklagen“, sagt er.

„Auf eine Art ist es gut, dass mal etwas zum Stillstand, man zur Ruhe und zu sich selbst kommt. Ich genieße es, zuhause und viel draußen im Wald mit meinen Hunden zu sein.“ Er habe Zeit, neue Lieder und Konzepte zu schreiben. „Mit ein paar Kollegen wollen wir ein Livestreaming im Netz machen, wo wir eine Stunden singen, plaudern und interaktiv mit den Zuschauern sind“, so „Miss Chantal“.

Inzwischen startete eine Initiative von Bündnis 90/Die Grünen und „Wir gestalten Dresden – der Verband der Kreativwirtschaft in Dresden“, die eine Maßnahmeliste für Soforthilfen zur Unterstützung von Kultur- und Kreativschaffenden im Wirtschaftsförderausschuss der Stadt am Mittwoch vorlegten.  “Doch dort war keiner nicht mal fünf Minuten bereit, sich mit dem Thema zu befassen und über die Vorschläge aus der Kulturszene zu diskutieren“, sagt der Grünen-Stadtrat Torsten Schulze. Der Kulturrat hatte bereits letzte Woche ein Notfallpaket von Bund und Ländern für Kulturschaffende gefordert. Die Frage, was die die Stadt tun kann für die Dresdner Kulturszene in der Corona-Krise, soll auf der nächsten Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag wieder auf die Tagesordnung.

Erfreulich: Heute wurde das Soforthilfeprogramm der Stadt Dresden für Selbstständige, Freiberufler und Kleinstunternehmen, die durch die Corona-Krise starke Umsatzeinbußen erlitten haben oder in Zukunft erleiden werden, mit 42-Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen im Stadtrat beschlossen. Die Soforthilfe wird als Zuschuss in Form einer Pauschale von 1 000 Euro gewährt, dh. sie muss nicht zurückgezahlt werden, sondern soll kurzfristig zur Liquidität der Betroffenen beitragen. Zum Einsatz kommen städtische Mittel, die aus dem Jahresabschluss 2019 stammen, so Grünen-Stadtrat Torsten Schulze. „Das Budget beträgt insgesamt fünf Millionen Euro.“ Wermutstropfen: Der Vorschlag der Grünen, dass auch Kulturschaffende, die im Nebenerwerb freiberuflich tätig sind, zu berücksichtigen sind, bekam leider keine Mehrheit im Stadtrat.

Text (lv)
Fotos: Oskar Staudinger

Weitere Infos zum Antragsverfahren und -unterlagen stehen unter http://www.dresden.de/wirtschaftsservice
Fragen dazu werden unter Tel.: 0351 – 488 87 26 (Mo bis Fr von 8 – 18 Uhr) oder per mail unter wirtschaftsfoerderung@dresden.de beantwortet.


Die Zeit der Corona-Krise wird produktiv genutzt: die Malerin Helena Zubler in ihrem Atelier. http://www.helenazubler.com


Nie war Klopapier so kostbar: Während Corona ursprünglich eine Schutzheilige gegen Seuchen war, muss ihr Name nun für das rätselhafte, hoch ansteckende Virus weltweit herhalten. Wie es um den Stellenwert der Kunst angesichts der heiligen Klorolle aussieht, demonstriert hier Oskar Staudinger (www.oskarstaudinger.com). Er widmet Corona eine eigene Bilderserie. Vielleicht hilft es und trägt ein wenig zur Heilung bei.

Lyrik zur Zeit: Corona

Corona

Der Himmel grau verhangen
ein Spalt breit Helligkeit am Horizont
dem der Strom der Gedanken entgegen treibt
Halt sucht
da die Welt kopf steht
seit das rätselhafte Virus auftauchte
sie in Beschlag nahm

Kriege und Krisen plötzlich Nebensache
wer reist sich mit anderen trifft oder die
Hand schüttelt erscheint verdächtig

Menschen reißen voreinander aus
grüßen mit den Ellenbogen
ganze Länder abgeriegelt
Infizierte dürfen nicht aus dem Haus
werden sie bald ein Erkennungszeichen
tragen von anderen gemieden

Wer hat die Büchse der Pandora geöffnet
aus der alle Übel und Seuchen entwichen
womit Zeus sich einst erzürnt rächte da
Prometheus den Menschen
das Feuer und Wissen brachte

Nehmt die Masken ab
sie engen ein
atmet echtes Leben und weniger virtuell live

Text + Foto (lv)
13.3.2020

Staatsoperette Dresden stellt voerst ihren Spielbetrieb ein

Stadt Dresden schließt alle Kultureinrichtungen aus Vorsorge vor Ansteckung mit dem Corona-Virus

Auf offizielle Anweisung unseres Trägers, der Landeshauptstadt Dresden, stellen wir ab sofort unseren Spielbetrieb bis einschließlich 19. April 2020 ein.
Diese Entscheidung trafen am 13. März die Beigeordnete für Kultur- und Tourismus Annekatrin Klepsch und die Intendant*innen aller Kultureinrichtungen unter Trägerschaft der Landeshauptstadt Dresden, um die Infektionsrate mit Covid-19 möglichst gering zu halten. Bereits erworbene Eintrittskarten können per Überweisung zurückerstattet oder gegen Gutscheine umgetauscht werden. Wir bitten auf diesem Wege um Geduld. Auch wenn wir uns um eine rasche Abwicklung der Rückerstattungen bemühen, kann dieser Prozess länger als gewünscht dauern.Text: Staatsoperette Dresden

Neue preisgekrönte Kinderbücher: „Komm mit raus, Entdeckermaus!“

Der Lesekompass 2020: 30 gute Geschichten für alle Kinder

Stiftung Lesen und Leipziger Buchmesse zeichnen 30 (Hör-)Bücher und Apps aus / Zentrales Thema: Verantwortung / Erstmals Kinderjury an Auswahl in der Kategorie 2 bis 6 Jahre beteiligt / Umbenennung der Auszeichnung.

Prämiert wurden gemeinsam 30 aktuelle Bücher, Hörbücher und Apps für Kinder und Jugendliche mit dem Lesekompass. Die Auszeichnung würdigt seit 2012 Medien, die sich besonders gut zur Leseförderung eignen. Ziel der Initiatoren ist es, Eltern, ehrenamtlich Engagierten sowie Fachkräften in Kita, Schule, Bibliothek und Buchhandel eine Orientierung für die jährlich mehr als 9.000 Neuerscheinungen im Kinder- und Jugendbuchbereich zu bieten. Eine 18-köpfige Fach-, eine Jugend- und zwei Kinderjurys haben gemeinsam je zehn Titel für drei Altersgruppen ausgewählt: 2 bis 6 Jahre, 6 bis 10 Jahre und 10 bis 14 Jahre. Zu den prämierten Kinder- und Jugendmedien stehen didaktische Materialien zum Download bereit: www.stiftunglesen.de/lesekompass.

#leidernichtLeipzig | KiKA-Moderator und Lesebotschafter Tim Gailus stellt alle Gewinntertitel in drei Videos vor: www.youtube.com/playlist?list=PL-2sY-ZN2s8TGsBIZ-txhKHq73E3HucPi

Zentrales Thema: Verantwortung

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, erklärt: „Die Geschichten der diesjährigen Auswahl eint die zentrale Frage, warum Verantwortung füreinander wichtig ist. Die Bücher, Hörbücher und Apps liefern darauf inspirierende, humorvolle und aufrüttelnde Antworten. Zugleich beweisen sie eine große Nähe zu gesellschaftlichen Debatten, die auch Kinder und Jugendliche betreffen: Umweltschutz, Klimawandel, Inklusion und Integration. Mit dem Lesekompass 2020 lösen wir einmal mehr unser Versprechen ein, für jedes Kind und jeden Geschmack die passende Geschichte zu finden.“

Kategorie 2 bis 6 Jahre: Erstmals Kinderjury beteiligt

2020 war das erste Mal eine Kinderjury für die Kategorie 2 bis 6 Jahre am Auswahlprozess beteiligt. Bereits 2019 wurde eine Kinderjury für die Altersgruppe 6 bis 10 Jahre einberufen; eine Jugendjury ist schon seit der ersten Ausgabe des Lesekompasses fester Bestandteil des Auswahlteams. Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse, betont: „Ich freue mich, dass neben der Fachjury nun bei allen Kategorien Kinder und Jugendliche mitentscheiden dürfen. Der Lesekompass ist damit mehr denn je zuvor eine Auszeichnung von jungen Menschen für junge Menschen. Ihr Gespür und ihr Geschmack sind eine enorme Bereicherung für die Auswahl und zeigen genau, welche Geschichten fürs (Vor-)Lesen begeistern.“

Neuer Name: Der Lesekompass

Geändert hat sich auch der Name der Auszeichnung. Aus „Leipziger Lesekompass“ wird „Der Lesekompass“. Damit möchten Stiftung Lesen und die Leipziger Buchmesse noch deutlicher signalisieren: Diese Bücher, Hörbücher und Apps eigenen sich für alle Kinder im gesamten Bundesgebiet – egal ob (Vor-)Leseanfänger oder -profi.

2 bis 6 Jahre

Jörg Isermeyer / Daniel Napp: Ene, mene, Eierkuchen
Atlantis: 
Pappbilderbuch ab ca. 2 Jahren

John Canty / Christiane Schwabbaur: Hinten und vorn. Alles, was krabbelt und fliegt
Hanser: 
Sachbilderbuch ab ca. 3 Jahren

Tereza Vostradovská / Jaromir Konecny:
Komm mit raus, Entdeckermaus!
cbj Verlag: 
Bilderbuch und App ab ca. 4 Jahren

Claudia Rueda / Anja Malich: Hase hat Hunger
Gerstenberg Verlag: Mitmachbuch ab ca. 4 Jahren

Saskia Halfmouw: Endlich Wochenende
Esslinger: Wimmelbuch ab ca. 4 Jahren

6 bis 10 Jahre

Horst Klein /Monika Osberghaus: Alle behindert!
Klett Kinderbuch: Sachbuch ab ca. 6 Jahren

Kristina Scharmacher-Schreiber / Stephanie Marian: Wieviel wärmer ist 1 Grad?
Beltz & Gelberg: 
Sachbuch ab ca. 7 Jahren

Sonja Kaiblinger / Fréderic Bertrand: Vincent flattert ins Abenteuer
Loewe Wow!: 
Kinderroman ab ca. 7 Jahren

Knutsen / Michael Vogt: Bob18 und das Schwein namens Donnerstag
Oetinger: 
Erstlesebuch ab ca. 8 Jahren

Max Held / Timo Grubing: Wild Claws. Im Auge der Python
Arena Verlag: 
Kinderroman ab ca. 9 Jahren

Der Lesekompass 2020: Die Auswahl

Antje Damm: Der Wolf und die Fliege
Moritz Verlag: Interaktives Buch ab ca. 2 Jahren

Nina Dulleck: Boje hebt ab
Oetinger: Bilderbuch ab ca. 3 Jahren

John Hare: Ausflug zum Mond
Moritz Verlag: Bilderbuch ab ca. 4 Jahren

Wade Bradford / Kevin Hawkes: Wer schnarcht im 13. Stock?
Orell Füssli Verlag: 
Bilderbuch ab ca. 4 Jahren

Anu & Friedbert Stohner / Katja Gehrmann:
Erkki, der kleine Elch. Auf sie mit Geweih
Fischer Sauerländer: Vorlesebuch ab ca. 5 Jahren

Nina Blazon / Karin Lindermann: Ein Baum für Tomti. Eine wunderbare Reise zu den Bäumen
Carlsen Verlag: Kinderroman ab ca. 6 Jahren

Maria Farrer / Jörg Pohl: Hallo, Herr Eisbär
Hörcompany: Hörbuch ab ca. 7 Jahren

Elias & Agnes Våhlund: Handbuch für Superhelden
Jacoby & Stuart: 
Comic ab ca. 8 Jahren

Ben Brooks / Quinton Winter: Stories for Kids Who Dare to be Different
Loewe Verlag: 
Sachbuch ab ca. 8 Jahren

Babette Pribbenow: Pepper Mint und das verrückt fantastische Forscherbuch
Kosmos Verlag: Interaktives Buch ab ca. 9 Jahren

10 bis 14 Jahre

Enne Koens / Maartje Kuiper: Ich bin Vincent und ich habe keine Angst
Gerstenberg Verlag: 
Roman ab ca. 10 Jahren

Timo Parvela / Bjørn Sortland / Pasi Pitkänen: Kepler 62. Die Einladung
Kosmos Verlag: 
Comic ab ca. 10 Jahren

Amie Kaufmann / Britta Keil: Beast Changers. Im Bann der Eiswölfe
Ravensburger: 
Fantastischer Roman ab ca. 10 Jahren

Andreas Gruber: Code Genesis. Sie werden dich finden
cbt Verlag: 
Krimi ab ca. 12 Jahren

Oliver Uschmann / Sylvia Witt: Meer geht nicht
Gulliver: Roman ab ca. 12 Jahren

Holly Goldberg Sloan/Meg Wolitzer/Sophie Zeitz: An Nachteule von Sternhai
Hanser: 
Roman ab ca. 10 Jahren

Mario Fesler / Eva Schöffmann-Davidov: Extrem gefährlich! Maus mit Mission
Magellan Verlag: 
Fantastischer Roman ab ca. 10 Jahren

Anne Becker: Die beste Bahn meines Lebens
Beltz & Gelberg: Roman ab ca. 11 Jahren

Kathrin Schrocke: Immer kommt mir das Leben dazwischen
Mixtvision:  Roman ab ca. 12 Jahren

Neal & Jarrod Shustermann / Kristian Lutze / Pauline Kurbasik: Dry
Fischer Sauerländer: 
Dystopie ab ca. 14 Jahren

Es fängt mit Lesen an: Lesen ist die zentrale Voraussetzung für Bildung, beruflichen Erfolg, Integration und zukunftsfähige gesellschaftliche Entwicklung. Die Stiftung Lesen führt in enger Zusammenarbeit mit Bundes- und Landesministerien, wissenschaftlichen Einrichtungen, Stiftungen, Verbänden und Unternehmen bundesweite Programme, Kampagnen, Forschungs- und Modellprojekte durch, zum Beispiel den Bundesweiten Vorlesetag im November. Die Stiftung Lesen steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird von zahlreichen prominenten Lesebotschaftern unterstützt: www.stiftunglesen.de

Die Leipziger Buchmesse ist Literatur- und Bildungsmesse zugleich. Der Bereich „FOKUS BILDUNG“ fasst alle ausstellungs- und programmseitigen Angebote zum Thema Bildung zusammen. Die Inhalte reichen von frühkindlicher bis hin zur schulischen Bildung in der Abiturstufe. So erhalten Erzieher, Lehrer und Pädagogen einen umfassenden Überblick über bildungsrelevanten Themen für eine erfolgreiche und nachhaltige Arbeit: www.leipziger-buchmesse.de

Text: Pressebüro Leipziger Buchmesse/Julia Wick

www.stiftunglesen.de www.leipziger-buchmesse.de

Absage der Premiere „Der Vampyr“ & weiterer Vorstellungen an den Landesbühnen Sachsen

Absage der Vorstellungen bis auf weiteres in den Landesbühnen Sachsen

Aufgrund der 1. Änderung der Allgemeinverfügung des Landkreises Meißen vom 13. März 2020 über das Verbot von Großveranstaltungen ab 1000 Personen und die Meldepflicht von Veranstaltungen und Ansammlungen von Menschen ab 100 Personen anlässlich der Eindämmung der Atemwegserkrankung  SARS-CoV-2 (Corona Virus) ist es untersagt, öffentliche und private Großveranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl ab 100 Personen durchzuführen.

Aufgrund dieser  Allgemeinverfügung finden bis auf weiteres  keine Vorstellungen mit über 100 Personen der Landesbühnen Sachsen statt.

„Leider muss deshalb auch die Premiere der Oper „Der Vampyr“ am 14. März 2020 abgesagt werden. Wir hoffen, sie zu einem späteren Termin nachholen zu können“, so Manuel Schöbel, Intendant der Landesbühnen Sachsen.

Die Absage betrifft heute Abend die Vorstellung „Picasso“ und „Diplomatie“ in Radebeul und „Minna von Barnhelm“ im Kulturhaus Freital,  Sonnabend, 14.3. 2020 den „Theatersport“ und „Der Vampyr“ und am Sonntag, 15.3. das Schauspiel „Minna von Barnhelm“.

Tickets können dort  zurückgegeben werden, wo sie erworben wurden.

Nachfragen bitte in der Kasse der Landesbühnen Sachsen.

In der nächsten Woche werden wir Sie über weitere Entscheidungen informieren.

Text: Petra Grubitzsch/Pressereferentin LB

Kasse : Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; http://www.landesbuehnen-sachsen.de

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152,  01445 Radebeul,
Tel. 0351/8954-0

Schlösser, Burgen und Gärten bleiben geschlossen bis Mitte April

Aus aktuellem Anlass bleiben Museen, eintrittspflichtige Parks und Gärten der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH ab 14. März bis zunächst zum 19. April 2020 geschlossen. Dies gilt für folgende Einrichtungen:

•    Filmkuppel „Zwinger Xperience“ im Innenhof des Dresdner Zwingers
•    „Festung Xperience“ in der Festung Dresden
•    Schloss & Park Pillnitz
•    Schloss Moritzburg und Fasanenschlösschen Moritzburg
•    Albrechtsburg Meissen
•    Barockgarten Großsedlitz
•    Schloss Weesenstein
•    Palais Großer Garten & Parkeisenbahn Dresden
•    Burg Stolpen
•    Barockschloss Rammenau
•    Schloss Nossen
•    Klosterpark Altzella
•    Burg Mildenstein
•    Burg Kriebstein
•    Schloss Colditz
•    Schloss Rochlitz
•    Burg Gnandstein

 

Text: Uli Kretzschmar,
Pressesprecher Press Release
Fachteamleitung Presse & Kommunikation Subject Responsible Press & Communication
Bereich Marketing Marketing Department

http://www.schloesserland-sachsen.de

Erste Ausstellung „Samsara“ eröffnet in der Artbox Dresden


Belle Shafir vor ihrem Werk „Samsara“. Eine Horse Hair Installation, 2017,
1000 cm x 100 cm. Foto: Artbox Dresden

Ein Kunstschaufenster in der Hafenstraße

Die erste Ausstellung eröffnet am heutigen 13. März, 18 – 20 Uhr mit einem Wandbild der Objekt- und Performancekünstlerin BELLE SHAFIR in dem 24h-Ausstellungsraum an der Ecke Hafenstraße/Uferstraße.

Die in Tel Aviv lebende Objekt- und Performancekünstlerin Belle Shafir (geb. 1953) schafft derzeit vor allem subtile Objekte unter Einbeziehung von erinnerungshaltigen Dingen wie Fotografien, altem Kartenmaterial oder ausgerissenen Bücherseiten. Belle Shafir, Tochter polnischer Holocaust-Überlebender, wuchs im bayerischen Amberg auf dem elterlichen Pferdehof auf. Seit einigen Jahren bezieht sie auch Elemente ihrer Familiengeschichte, so auch das häufig wiederkehrende Material Pferdehaar, in ihre Kunst ein.
„Ich verhäkle mich mit meiner Welt“, so beschreibt Belle Shafir ihre eigenwillige Art, subjektive und kollektive Erinnerungen zu netzartigen Strukturen zu arrangieren, indem sie als verbindendes Element das Pferdehaar, manchmal auch Wachsfäden, einsetzt. In der Ausstellung „Samsara“ verhäkelt und verknotet sie das Haar zu filigranen, tierähnlichen Geschöpfen. Die Installation weckt Assoziationen zu Labors, Eingriffen ins Erbgut und die Erschaffung künstlichen Lebens, akzentuiert aber zugleich die tief empfundene Liebe zu allem Lebendigen. (John Hinnerk Pahl)
Einführung: John Hinnerk Pahl (Kunsthistoriker)
Ausstellungsdauer: 14.03.- 26.04.2020
Die Artbox (Schaufenster Uferstraße, Ecke Hafenstraße) betreibt Pahl zusammen mit den Künstlern Heinz Schmöller und Ulrike Mundt.  Im Urban Sh*t auf der Hoyerswerdaer Str. 31 zeigt John Hinnerk Pahl noch bis zum 3. April. die Ausstellung „KONTERFEI – Malerei von Janna Gerdes“ Sie ist Studentin der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. 

Preisverleihung Leipziger Buchmesse

Die Preisträger stehen fest
Lutz Seiler, Bettina Hitzer und Pieke Biermann erhalten den Preis der Leipziger Buchmesse 2020.

Ungewöhnliche Umstände erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: Nach Absage der Leipziger Buchmesse aufgrund der aktuell hohen Auflagen für öffentliche Großveranstaltungen wegen des Corona-Virus gab die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse die Namen der drei diesjährigen Preisträger in der Live-Sendung „Lesart-Das Literaturmagazin“ des Preis-Medienpartners Deutschlandfunk Kultur am 12. März bekannt.

„Die Leipziger Buchmesse und ihr Preis leben, auch wenn wir schweren Herzens, aber aus Sorge um die Gesundheit und Sicherheit unserer Gäste die Buchmesse 2020 absagen mussten“, erklärt Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. „Ich danke Deutschlandfunk Kultur ganz herzlich für die pragmatische, kollegiale Hilfe, in dieser Situation die Preisverkündung ins Radio zu verlegen, um zumindest den Preisträgern einen Resonanzraum zu geben.“ Lutz Seiler erhält für sein Werk „Stern 111“ (Suhrkamp Verlag) den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik. Bettina Hitzer wird mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik für ihr Buch „Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts“ (Klett-Cotta Verlag) ausgezeichnet. Preisträgerin in der Kategorie Übersetzung ist Pieke Biermann für die Übersetzung von Fran Ross Buch „Oreo“ (dtv Verlag).

Kategorie Belletristik:

Lutz Seiler Stern 111 Suhrkamp Verlag

Zur Begründung:

Der „Stern 111“, er leuchtet spektral. Legendäres Radiofabrikat der DDR, reine Liebe für eine junge Frau, die Sternferne der Dichtkunst genauso wie der Star, der die Eltern des Romanhelden in den Westen lockt. Dieser Roman leuchtet auf jeder Seite, und das mit menschenfreundlichem Humor. Die Milchstraße wird ziegengemacht, in jeder schnell errichteten Mauer krabbeln die Asseln der Schwellenzeiten, unter dem Schimmel der uralten Konserven lauert rätselhafte Süße. In Lutz Seiler kunstvollem Roman wird groß und genau die Neuordnung der Dinge in einem plötzlich regellosen Raum beschrieben, und das in der Verquickung von Geschichtsschreibung und Privatmärchen. Auf die Zeitläufe legt der Autor eine sinnliche Zeitschreibung: die eines werdenden Dichters und jungen Mannes, der sich elternlos finden muss, sich auf den Weg macht in ein poetisches Dasein. Nicht zuletzt erzählt „Stern 111“ – ohne die Geste des „Wenderomans“ bemühen zu müssen – vom sich binnen kurzem veränderndem Herzschlag der Mitte Berlins, erst kommen die Künstler und Maurer, dann die Prostituierten, die Touristen. Während die Älteren die Welt entdecken.

Der Autor:

Lutz Seiler, 1963 in Gera geboren, arbeitete nach einer Lehre als Baufacharbeiter als Zimmermann und Maurer und studierte anschließend Germanistik. Seit 1997 leitet er das Literaturprogramm im Peter-Huchel-Haus. Für sein literarisches Werk erhielt Seiler mehrere Preise, darunter den Ingeborg-Bachmann-Preis, den Bremer Literaturpreis, den Uwe-Johnson-Preis und 2014 den Deutschen Buchpreis. Er lebt in Berlin und Stockholm.

Kategorie Sachbuch und Essayistik:

Bettina Hitzer Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts Klett-Cotta Verlag

Zur Begründung:

Mit keiner Krankheit sind wir im privaten wie öffentlichen Umfeld so stark konfrontiert wie mit Krebs. Bettina Hitzer zeichnet die Geschichte dieser Erkrankung so umfassend nach wie noch nie: Sie schreibt eine Gesellschaftsgeschichte, Emotionsgeschichte und Mediengeschichte. Ihr Buch beleuchtet, wie unterschiedlich im 20. Jahrhundert in Deutschland Krebs erforscht, besprochen und erlebt worden ist. Dabei zeigt sie auf, welchem gesellschaftlichen Wandel der Umgang mit der Krankheit unterlag. Von der Mündigwerdung des Patienten über die öffentliche Akzeptanz bis zur Erfindung der Nachsorge entsteht so ein Panorama, das über einfache Fallgeschichten und Ratgeber von Krebs weit hinausreicht. Mit ihrem emotionsgeschichtlichen Zugriff vertritt Bettina Hitzer einen fruchtbaren neuen Ansatz der Geschichtswissenschaft. Und am Ende steht dabei die Entdeckung: Noch nie haben wir unsere Gefühle so stark rationalisiert wie heute in der Zeit ständiger Selbstoptimierung und permanenter Gefühlsarbeit.

Die Autorin:

Bettina Hitzer studierte Geschichte, habilitierte sich und lehrt an der FU Berlin. Seit 2014 leitet sie eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, die sich mit Krankheit als Emotionsgeschichte beschäftigt. Ihre Arbeiten zur Wissens- und Wissenschaftsgeschichte sowie zur Migrations- und Religionsgeschichte wurden 2016 mit dem Walter-de-Gruyter-Preis ausgezeichnet. Sie lebt in Berlin.

Kategorie Übersetzung:

Pieke Biermann Oreo von Fran Ross übersetzt aus dem amerikanischen Englisch dtv Verlag

Zur Begründung:

Außen schwarz und innen weiß, so sieht nicht nur ein Oreo-Keks aus, zwischen zwei Hauttypen (und Milieuschichten) verpappt ist auch Christine, die Tochter einer schwarzen Mutter und eines weißen Juden namens Schwartz. Christines Geschichte ist dabei vor allem eines: kunterbunt. Zwischen Mythologie, Rassismuskritik, Slapstick und Psychoanalyse-Satire changierend, brennt Fran Ross in „Oreo“ zudem ein sprachliches Feuerwerk ab, das seinesgleichen sucht. Jiddische Ausdrücke, Gossenslang und akademisches Highbrow-Palaver stellen die Übersetzung vor enorme Herausforderungen. Pieke Biermann hat sie bravourös gelöst und das halsbrecherische Erzähl-Tempo dieser durch New York rasenden rotzfrechen und oberschlauen Superfrau mit großem Erfindungsreichtum in ein Deutsch gebracht hat, das eine solch schrill-schöne Vielgestalt auf so engem Raum selten gesehen hat.

Die Übersetzerin:

Pieke Biermann, geboren 1950, studierte Deutsche Literatur und Sprache bei Hans Mayer sowie Anglistik und Politikwissenschaft in Hannover und Padua. Seit 1976 ist sie freie Schriftstellerin und Übersetzerin, u.a. von Stefano Benni, Andrea Bajani, Dacia Maraini, Agatha Christie und Dorothy Parker. Ihre Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem drei Mal mit dem Deutschen Krimipreis. Sie lebt in Berlin.

Jury des Preises der Leipziger Buchmesse

Unter der Leitung von Jens Bisky wählte die siebenköpfige Jury Katharina Herrmann, Tobias Lehmkuhl, Wiebke Porombka, Marc Reichwein, Katrin Schumacher und Katharina Teutsch 15 Nominierte und drei Preisträger aus insgesamt 402 eingereichten Titeln für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 aus.

Über den Preis der Leipziger Buchmesse
Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig unterstützen den Preis der Leipziger Buchmesse. Partner des Preises ist das Literarische Colloquium Berlin. Medienpartner ist das Kundenmagazin buchjournal und Deutschlandfunk Kultur.

Text + Fotos: Pressebüro Leipziger Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse im Internet:

www.leipziger-buchmesse.de
www.leipziger-buchmesse.de/buecherleben
www.preis-der-leipziger-buchmesse.de

Leipziger Buchmesse im Social Web:
http://www.facebook.com/leipzigerbuchmesse
http://twitter.com/buchmesse
http://www.instagram.com/leipzigerbuchmesse

 

BilderAlbum: Ausstellung von Michael Klose & Jürgen Cominotto „Im Wald und auf der Heide…“ in der Galerie Mitte

Wundervolle Orte und Figurenzauber

Der Wald als Ort zum Wandern, Lichtbaden, Innehalten und Träumen. Augen- und Entdeckungslust verbindet die Ausstellung „Im Wald und auf der Heide…“ mit wunderbar farb- und formspielender Malerei, Grafik und Plastik von Michael Klose und Jürgen Cominotto, die noch bis 14. März in der Galerie Mitte am Fetscherplatz/Striesener Straße 49 (1. Etage) in Dresden zu sehen ist. Im Kabinett sind außerdem sinnlich-farbenfrohe Miniatur-Zeichnungen unter dem Titel „Faszination der Linie“ von Manuela Neumann zu sehen. Schön und ausdrucksvoll sind auch ihre bemalten Ostseesteine, deren Formen sie nachspürt, aus denen Figuren erwachsen, die sinnend, träumend und wach in die Welt schauen.

Michael Klose (Jahrg. 1963) ist Architekt und ein Malerpoet, der eng mit dem Wald verbunden ist. Täglich fuhr er durch die Dresdner Heide in sein Architekturbüro. Seine Bilder, die Brücken, Seerosenteiche, Wald und Berge zeigen, sind licht- und farbspiegelnd, abstrakt und teils schemenhaft figürlich reizvoll in der Schwebe gehalten, lassen dem Betrachter viel Freiraum für eigene Fantasie.

„Es ist eine Zwischenwelt, die uns lockt, den nebulösen Fata Morganen zu folgen, um uns neu zu entdecken“, sagt die Galeristin Karin Weber über seine Arbeiten. Er hat eine Vorliebe für die Farbe Blau, die Farbe des Himmels und der Transzendenz, des Meers, der Träume und der Romantik.

„Es ist ein Zustand des noch nicht und nicht mehr, den Klose beschreibt“, so Karin Weber. Berauscht von der Naturbetrachtung, entdeckte Michael Klose für sich die Pleinair-Malerei neu. Mit Malkoffer und Staffelei ausgestattet, setzt er sich der Natur aus. „Er ist fasziniert von den atmosphärischen Stimmungen, dem Licht, den wechselnden Witterungsbedingungen und der Wiedergabe dieses intensiven Augenblicks einer vollkommenen sinnlichen Verschmelzung mit dem Gesehenen.“ Im Atelier werde kaum etwas verändert. Seit 15 Jahren arbeitet er an Bildern und Aquarellen in seinem Atelier in der ehemaligen Schokoladenfabrik in Dresden-Johannstadt. Sein Architektendasein habe er an den Nagel gehängt, um sich ganz der Malerei zu widmen.

Jürgen Cominotto, 1952 in Bremen geboren, studierte Bildhauerei an der HKM in Bremen bei Waldemar Otto, der sich vor allem der figürlichen Arbeitsweise verschrieben hatte, während seinerzeit in den 70er Jahren in Westdeutschland alle nach Abstraktion strebten. 1994 folgte er dem Ruf als Kunsttherapeut an die Vamed Klinik im Schloss Pillnitz. Er lebt und arbeitet seit vielen Jahren mit seiner Familie in Ohorn. „Die menschliche Figur und die menschliche Seele verschmelzen mit dem Werkstoff Ton, mit dem er Metaphorisches und Mythologisches ausformt: spannend, witzig und universell. So gibt es immer eine Verbindung zwischen dem Menschen, der Natur und seiner Geschichte“, beschreibt Karin Weber seine Figurenwelt.

Die Plastiken werden von Hand aufgebaut, glasiert und bemalt und im Brennofen bis zu 1 140 Grad gebrannt. Es sind alles Unikate. Formal gehe es um das Konvexe, die runde Form, das Weibliche, das Werden, der Kreis, der Anfang und Ende in sich vereint, das Innen mit dem Außen. „Vieles passiert im Kopf, auf und in dem sich vieles ereignen kann: Auf dem Kopf von Flora blüht es, Ikarus zerschellt am Kopf, Adam steht auf einem Kopf, Zeus als Stier verwandelt ergibt sich dem Kopf von Europa“, so Karin Weber.

Im Kabinett zeigt Manuela Neumann ganz auf die zeichnerische Linie konzentrierte Figurationen. Für dieses unbeschreibliche Glücksgefühl zu zeichnen brach sie den Klavierunterricht ab. Jede freie Minute zeichnete sie sich von der Seele, was anders nicht auszudrücken war, so Karin Weber. Sie besuchte parallel zu einer Apothekenfachlehre die Abendschule und studierte danach an der HfBK Dresden. Sie wechselte von der Malerei zur Plastik und diplomierte bei Prof. Heinze. Nach dem Studium kehrte sie zur Zeichnung als spontanere Gefühlsäußerung zurück. „Ihre Poesie integriert Geschichten vom Alltag, vom Werden und Vergehen, von Natur, Wind und Sonne, von einem harmonischen Gleichgewicht in der Welt, das sie so ersehnt“, sagt Karin Weber über die Arbeiten von Manuela Neumann.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di bis Fr von 15 – 19 Uhr, Sa von 10 – 14 Uhr sowie nach Vereinbarung.
Tel.: (0351) 459 00 52

http://www.galerie-mitte.de

Vorschau

Frank Panse „Frühe Zeichnungen – späte Bilder“ heißt die nächste Ausstellung. Die Eröffnung ist am 19. März, um 19.30 Uhr in der Galerie Mitte. Im Kabinett wird von Gudrun Trendafilov künstlerische Druckgrafik zu sehen sein.


Magie der roten Wälder: Aquarell von Michael Klose.

Erste „Lange Nacht der Frauen“ am Equal Pay Day in Dresden

Frauenpower und Kreativität für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt

Gespräche, Lesungen, Vorträge, Workshops und Party laden ein zum Mitmachen und Feiern bei der Ersten „Langen Nacht der Frauen“ des Bündnisses Equal Pay Day am 13. März in Dresden.

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag im Jahr, bis zu dem Frauen*, rein rechnerisch, „umsonst“ arbeiten. Das Bündnis Equal Pay Day Dresden will auf das Thema Lohnungleichheit und die Benachteiligung von Frauen* auf dem Arbeitsmarkt aufmerksam machen. Deshalb gibt es am 13. März 2020 die „1. Lange Nacht der Frauen*“.

Über den ganzen Stadtraum verteilt bieten Kooperationspartner*innen von 16 bis ca. 20 Uhr verschiedenste Veranstaltungen zum Thema an: Diskussionen, Lesungen, Gespräche oder künstlerische Arbeiten. Weitere Informationen finden Interessierte im Programmheft im Anhang.

Ab 20 Uhr wird mit Programm, Musik und Snacks die „1. Lange Nacht der Frauen“ gebührend gefeiert. Zu erleben sind Kaddi Cutz (Poetry Slam), Still Movin’ (Musik) und Elchtest (Impro Theater). Zum Tanzen bringen Crline (ProZecco/Dresden), house & disco und Ostbam (ProZecco, vir.go/Leipzig) italo disco.

Wann: Freitag, 13. März 2020, 20 Uhr Einlass | ab 20.30 Uhr Programm
Wo: Eventgewölbe Dresden, Kanonenhof, Brühlscher Garten 4, 01067 Dresden (neben dem Bärenzwinger)

Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen. Der Eintritt ist frei.
Der Veranstaltungsort ist barrierefrei, das Programm wird durch Gebärdensprachdolmetschende übersetzt.

Veranstaltet wird die „1. Lange Nacht der Frauen*“ vom Bündnis Equal Pay Day Dresden. Dazu gehören: die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Dresden, der *sowieso* KULTUR BERATUNG BILDUNG Frauen für Frauen e. V., das DRESDNER Kulturmagazin, der Kreative Werkstatt Dresden e. V., der Landesfrauenrat Sachsen e. V. und der Lebendiger leben! e. V.

Weitere Informationen im Programmheft oder hier:
§        www.dresden.de/gleichstellung
§        www.frauen-ev-sowieso.de/lange-nacht-der-frauen/  
§        Facebook: Equal Pay Day Dresden

Alle, die mit den Veranstalterinnen diskutieren, feiern oder einfach nur dabei sein wollen, sind herzlich eingeladen unter dem Motto: Dresden hat Potential – zeigen wir es!

Text: Elke Mandel,
Projektkoordinatorin
Kreative Werkstatt Dresden e.V.
Bürgerstraße 50, Galvanohof
01127 Dresden
Tel 0351/8584200   Fax 0351/8584209
info@kreative-werkstatt.de
www.kreative-werkstatt.de