Anya Janssen, Niederlande, Öl auf Leinwand: „Die Leute sagen, ich bin anders.“

Biennale-Zwischenjahr 2020 mit Gastspielen in Rijeka, Kampala und Nairobi

Die diesjährige internationale Ausstellung zeitgenössischer Künste OSTRALE Biennale schloss Anfang September nach gut neun Wochen ihre Tore. Sie fand in diesem Jahr als Zwischennutzung in der von einem privaten Bauherren zur Verfügung gestellten, historischen Zigarettenfabrik f6 und parallel in mehreren Häusern im Stadtgebiet statt. Obwohl sie in diesem Jahr elf Tage weniger geöffnet hatte als zuletzt und diesmal die gesamten Sommerferien in der Ausstellungszeit lagen (2017: nur 2 Ferienwochen), hatte die diesjährige OSTRALE Biennale mit ca. 28.000 Besuchern fast genauso viele wie beim letzten Mal (2017: ca. 30.000). Gegen Ende konnten an manchen Tagen trotz der Hitze bis zu ca. 1.500 Kunstfreunde gezählt werden. In den nur zwei Wochen nach den Ferien kamen im Rahmen des Kunstunterrichtes auch ca. 5.000 Schüler (225 Schulklassen) aus ganz Sachsen.

Da die OSTRALE über keinen festen Veranstaltungsort mehr verfügt, sucht der OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Künste e. V. für das nächste Biennale-Jahr 2021 bereits nach einem neuen Gebäude in Dresden. Die dortige Veranstaltung soll erneut durch mehrere dezentrale Ausstellungen ergänzt werden. Im kommenden Jahr 2020 wird die OSTRALE einen Teil der soeben in Dresden gezeigten Werke unter anderem auch in der Europäischen Kulturhauptstadt Rijeka (Kroatien) präsentieren. Die Stadt Dresden bewirbt sich für das Jahr 2025 ebenfalls als Europäische Kulturhauptstadt.

Die Dresdner und ihre Gäste haben die Ausstellung und die Ergänzungen durch Symposien, Workshops und Artist in Residence nach Einschätzung der Organisatoren erneut sehr gut angenommen. Gleiches gilt für die im Stadtgebiet verteilten Ausstellungen, wie unter anderem im Ausländerrat, in der ehemaligen Haftanstalt Bautzner Straße und im Goethe-Institut Dresden. In diesem Biennale-Jahr waren insgesamt über 300 Werke von 180 Künstlern aus über 34 Nationen zu erleben. Ihr Spektrum deckte erneut alle Gattungen der zeitgenössischen Kunst ab.

„Gern würden wir auch künftig als ‚Raumpionier‘ eine möglichst umfassend kuratierte Schau aktueller internationaler Kunst in einem Stadtteil Dresdens präsentieren, an dem sie sonst nicht so stark vertreten wäre. Dafür werden wir wieder ca. 8.000 Quadratmeter Gebäude plus Freigelände benötigen. Es wäre grandios, wenn wir ein vorübergehend leerstehendes Gebäude beleben könnten.“, so die Biennale-Direktorin Andrea Hilger.

2020: Biennale-Zwischenjahr mit Auftritten Rijeka, Kampala und Nairobi

Emina Višnić, Direktorin von Rijeka 2020, kündigt an: „Die OSTRALE hat in den letzten Jahren bereits das Programm Europäischer Kulturhauptstädte bereichert, wie in Pécs (Ungarn, 2010), Wroclaw (Polen, 2016), Valletta (Malta, 2018) und anderen Partnerstädten. Sie wird ihr aktuelles Konzept ‚-ismus‘ in Rijeka unter dem Titel ‚Watergate‘ in unsere drei Schwerpunktthemen ‚Arbeit, Migration und Wasser‘ einbinden.“. „Wir freuen uns außerordentlich, dass wir im kommenden Biennale-Zwischenjahr erneut das Programm einer Europäischen Kulturhauptstadt mitgestalten dürfen. ‚Watergate‘ wird Elemente unserer diesjährigen Ausstellungsthemen ‚Ismus‘, ‚WomanIsm‘ und ‚MigARTion‘ vereinen.“, freut sich auch Andrea Hilger.

Die Präsentation in Rijeka ist im kommenden Jahr 2020 nicht das einzige Auslandsgastspiel der OSTRALE. Antka Hofmann, eine der Kuratorinnen der OSTRALE Biennale: „Wir werden mit unserem Projekt ‚WomanIsm‘ in Uganda und in Kenia gastieren und dort mit spannenden Partnern, wie dem Goethe-Zentrum in Kampala und der Circle Art Gallery in Nairobi zusammenarbeiten.“ WomanIsm wird gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes und durch das „ifa“ Institut für Auslandsbeziehungen.

Die OSTRALE Biennale ist mit aktuell insgesamt über 300 Kunstwerken von ca. 180 Künstlern aus über 34 Nationen eine der größten temporären Ausstellungen für zeitgenössische Künste in Deutschland. Sie ist keine Verkaufsausstellung per se, was ihr die Freiheit gibt, gesellschaftlich relevante Themen abseits des Marktgeschehens zu diskutieren. Die Leitgedanken der OSTRALE, wie unter anderem friedliches Miteinander, Akzeptanz des Fremden/Unbekannten, respektvoller Umgang, religiöse Vielfalt und Internationalität spiegeln sich in den Ausstellungen inhaltlich wieder. Das Team des OSTRALE Zentrums für zeitgenössische Künste hat bereits mehrfach große Teile des Programms zeitgenössischer Künste in Europäischen Kulturhauptstädten gestaltet, so 2010 in Pécs, 2016 in Breslau und 2018 in Valletta/Malta. Auch in der Europäischen Kulturhauptstadt 2020 Rijeka/Kroatien wird die OSTRALE Teile des Programmes mitgestalten. 

Text: Tobias Blaurock

http://www.ostrale.de