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Kategorien-Archiv: Theater

Wald-Theater zum Luftholen und Lustwandeln in der Dresdner Heide

21 Montag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Musik, Projekte, Theater

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Die Natur spielt mit: Eine fantasievolle Figurenschar um die Schauspielerin und Regisseurin Regina Felber (im Hintergrund) lockt zum Wald-Theater.

Luftholen  – Eine musikalisch-theatralische Wanderung
mit Picknick im Wald

Insgesamt 15 Künstlerinnen und Künstler begleiten die Besucher beim Wald-Theater, das am 27. Juni, 15 + 18 Uhr Premiere hat.

Bühne frei zum „Wald-Theater“ in der Dresdner Heide. Vor traumhafter Kulisse im Waldpark Weißer Hirsch überrascht eine lustig-fantasievoll kostümierte Figurenschar die Spaziergänger. Zwischen Bäumen steht eine Wanderbühne mit samtrote Vorhang, auf dem vom Wind bewegte Blätterschatten mit den Sonnenstrahlen tanzen.

Ein erster Vorgeschmack auf ein Erlebnis besonderer Art. Unter dem Titel „Luftholen“ hat der musikalisch-theatralische Spaziergang am und im Stechgrund der Dresdner Heide am 27. Juni, 18 Uhr Premiere. Wegen des großen Interesses gibt es noch eine zweite Vorstellung um 15 Uhr. Beide Veranstaltungen sind bereits ausverkauft.

Sich Luft machen, Rausgehen und wieder live Kultur genießen nach dem langen Lockdown, das führte die Akteure um die Schauspielerin und Regisseurin Regina Felber zusammen. „Ich wollte wieder etwas machen, eine künstlerische Reise im Wald“, sagt Regina Felber, „und es ist toll, wieder mit anderen Künstlern zusammen arbeiten zu können.“ Noch nie sind die Leute so viel spazieren gegangen oder gejoggt und suchen Erholung im Wald wie während der Corona-Zeit, heißt es jetzt oft. Und Kunst im Wald?

Gab es so noch nicht und reizt Regina Felber daher um so mehr. Der Wald als Zufluchtsort, Ort der Geheimnisse, Träume und Visionen spielt außerhalb der Bühne und Stücken wie etwa Shakespeares „Sommernachtstraum“ bisher kaum eine Rolle. Das Kunstprojekt „Luftholen“ lädt die Besucher zum Gehen und Schauen, Hören, Verweilen und Lustwandeln im Freien ein. Insgesamt 15 Künstlerinnen und Künstler agieren zum Thema Luft und Wald an zehn Spielorten. „An der Pergola, dem Eingang zum Waldpark an der Stechgrundstraße wird das Publikum begrüßt, mit einem kulinarischen Lunchpaket und Getränk von Feinkost Müller vom Weißen Hirsch für das Waldpicknick versehen und in Gruppen von 30 bis 45 Personen von den Künstlern ins `Wald-Theater` begleitet“, so Regina Felber. Sie ist die Theaterdirektorin und spielt eine Figur, die vom Home Office weg will.

Mit von der Partie sind außerdem ein „sprechender Baum“, eine Frau im Käfig und eine Einsiedlerin, die im Wald lebt unter den Gesetzen der Natur, frei von den Zwängen der Gesellschaft und in einem Laubhaufen schläft. Gespielt wird sie von Julia Henke, die auch Figuren aus Holz mit der Kettensäge bearbeitet und einige mitbringt. Es gibt eine „Freakshow“ von Verrückten, die sich im Wald tummeln. Als Nixe in blauem Kleid und Fransentuch entsteigt die Tänzerin Sabine Jordan dem Wasser an der Teichquelle. Clown Lulu alias Joachim Lippmann sorgt als „bunter Hund“ für Späße und konkurriert
Flöte spielend mit dem Vogelgezwitscher. Eine urwüchsige Waldfee mit Feder und Blume im Haar und kraftvoll trommelnd, spielt Pepper Winnfried Haak. Ihr Künstlername ist Serpentina Riddle. Die 14-Jährige stammt aus einer Familie von Cheyenne-Indianern in den USA. Sie wohnt mit ihrer Mutter und Oma in Dresden.

Das Spiel im Wald begleiten Klänge auf dem Didgeridoo, Geige und Cello. Finanziell unterstützt wird die künstlerische Wald-Wanderung durch private Sponsoren, insbesondere Baywobau Dresden, die Apotheke am Weißen Hirsch, Ärzte und das Auktionshaus Günther. Regina Felber war sechs Jahre als Schauspielerin am Staatsschauspiel Dresden engagiert und initiiert und organisiert seither freischaffend kulturelle Projekte, darunter seit 2012 die Reihe „Dreikönigsball“ im Parkhotel Weisser Hirsch mit nationalen und internationalen Opernsängerinnen und für das Elbhangfest 2013 „Lohengrin – ein MusikSchauSpiel“ nach Richard Wagner. Das „Wald-Theater“ findet am dieses Jahr coronabedingt ausfallenden Elbhangfest-Wochenende statt.
Es ist natürlich kein Ersatz, aber setzt ein Zeichen für die Kultur, so Regina Felber. Sie wohnt seit 1994 in der Nähe vom Waldpark. 2011 entstand bereits „Spur der Kur“ in Zusammenarbeit mit dem Verschönerungsverein Weißer Hirsch/Oberloschwitz und der Baywobau, eine Zeitreise im ehemaligen Lahmann-Sanatorium mit 130 Mitwirkenden und 800 Zuschauern. Das Gebäudensemble wird saniert und als Wohnpark ausgebaut.

Außerdem kann man Regina Felber jetzt jeden Sonntag zwischen 14 und 18 Uhr mit Straßenmusik vor dem Café Clara unweit vom Körnerplatz erleben. Mit Liedern von Zarah Leander bis Rammstein. Manchmal trifft sie dann auch auf die spontan drauflos musizierende Künstlerrunde, wo auch Komiker Joachim Lipppmann regelmäßig mitmischt, unterhalb vom Körnergarten am Blauen Wunder mit regem Zulauf von Spaziergängern und Fans.

Innerhalb des Kultursommer 21, gefördert vom Bund, plant Regina Felber eine Stadtwanderung in Dresden, wieder mit verschiedenen Stationen und Künstlern. Zu erleben allerdings erst im September.

Weitere Infos und Kartenbestellungen (pro Person 25 Euro inkl. Lunchpaket und Getränk, Dauer: ca. zwei Stunden) für das Wald-Theater unter www.luftholen.regina-felber.de Für alle Nicht-Geimpften gibt es vor Ort ein zertifiziertes mobiles Test-Zentrum für einen Spuck-Test, der gratis genutzt werden kann.

Text + Fotos (lv)

Zum Theater in den Wald: das Titelplakat für diese besondere Aufführung gestaltete die Illustratorin Annette von Bodecker (im Foto 2. v. li). Außerdem dabei: Pepper Winnfred Haak, Joachim Lippmann, Regina Felber und Sabine Jordan.

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Wiedersehen mit „Addams Family“ am Elbschloss Übigau

17 Donnerstag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Theater

≈ Ein Kommentar


Freude an allem Grotesken und Makabren: The Addams Familie sorgt mit viel schwarzem Humor für Gänsehaut im gleichnamigen Musical der Comödie Dresden vor morbid-schöner Kulisse am Elbschloss Übigau (siehe dazu auch die Rezension zur Premiere auf meinwortgarten.com). Foto: Robert Jentzsch

Gruselspaß mit einer besonderen Familie

Nach dem Erfolg der vergangenen Open-Air-Saison zieht The Addams Family im Sommer 2021 noch einmal für kurze Zeit in das Elbschloss Übigau ein und liefert vom 23. Juni bis 11. Juli ein langersehntes Wiedersehen mit Gruselgarantie. In einer speziell auf Dresden zugeschnittenen Inszenierung begeisterte die skurrile Familie in der Open-Air-Saison 2020 rund 16.000 Besucherinnen und Besucher im idyllischen Schlossgarten an der Elbe. Uraufgeführt wurde das Grusical von Andrew Lippa 2009 in Chicago und landete ein Jahr später am Broadway, wo es mehr als 700 Mal über die Bühne spukte.

„Mit einer durchschnittlichen Auslastung von rund 90% hat das Sommertheater 2020 unsere kühnsten Erwartungen übertroffen“, so Comödien-Geschäftsführer Olaf Maatz. „Während sich unsere Neuproduktion ‚Alice im Wunderland‘ nach zehn Vorstellungen eine kurze und wohlverdiente Ruhepause gönnt, bringen wir ‚The Addams Family‘ aufgrund des großen Zuspruchs noch einmal für kurze Zeit auf die Bühne. Getreu dem Motto ‚never change a winning team‘ darf sich das Publikum dabei auf viele bekannte Gesichter aus dem letzten Jahr freuen.“

Neben Susanna Mucha, die im Stück die mittlerweile erwachsene Tochter Wednesday verkörpert, stehen mit Mezzosopranistin Carolin Masur, dem Leipziger Entertainer, Sänger und Conférencier Bert Callenbach sowie dem Dresdner Andreas Goldmann und Comödien-Gesicht Philipp Richter gleich fünf Darstellerinnen und Darsteller bei der Wiederaufnahme der Grusel-Produktion auf der Bühne, die dem Publikum bereits aus dem vergangenen Jahr vertraut sind und darüber hinaus auch die diesjährige Neuproduktion „Alice im Wunderland“ besetzen. Großangelegte Ensembleszenen werden auch in diesem Sommer wieder vom Musical-Jugendchor „Oh-TÖNE“ unter der Leitung von Cornelia Drese gestaltet, die darüber hinaus erneut in der Rolle der Dresdnerin Alice Beineke durch den Schlossgarten sächselt. Ebenfalls mit dabei sind die Puppenspielerinnen Katharina Klinger und Cornelia Fritsche, die das „Eiskalte Händchen“, den skurrilen Mitbewohner der Addams, mit ihrer Kunst lebendig werden lassen. Neu hinzu kommen Musical-Darsteller Stefan Reil sowie Oliver Geilhardt, der schon in den Comödien-Produktionen wie „Landeier – oder Bauern suchen Frauen“ und „Rubbeldiekatz“ mitwirkte.

Erstmals im Jahr 1938 in Form eines Cartoons des US-amerikanischen Zeichners Charles Addams im Magazin „The New Yorker“ erschienen, erfreute sich der ungewöhnliche Clan bereits in den 1930ern großer Beliebtheit und erlangte ab den 1960er Jahren im Zuge einer TV-Serie und anschließenden Verfilmungen, jüngst im Rahmen eines Animationsfilms von 2019, Kultstatus. Als düstere und satirische Version einer perfekten Familie finden die Addams Freude an allem Grotesken und Makabren, ohne sich bewusst zu sein, dass andere Menschen ihr Verhalten als beängstigend empfinden. Andrew Lippa spinnt die Geschichten in seinem Musical weiter: Anders als im Original, ist Tochter Wednesday kein Kind mehr, sondern ein achtzehnjähriges Mädchen, das ihre große Liebe gefunden hat.

Text: Benjamin Abicht

Comödie Dresden
Freiberger Str. 39
01067 Dresden
Tel.: 0351 – 65 29 62 23
Fax: 0351 – 65 29 62 29

www.facebook.de/Comoedie.Dresden
www.comoedie-dresden.de

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Premiere „Alice im Wunderland“ der Comödie Dresden am Schloss Übigau

15 Dienstag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Musik, Theater

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Fantasievoller Theaterspaß vor traumhafter Kulisse: „Alice im Wunderland“: Die Titelheldin entflieht dem tristen Alltag in eine märchenhaft bunte Welt und trifft viele wunderliche Gestalten wie das weiße Kaninchen, das immer in Eile ist. Fotos (2): Robert Jentzsch

Eine verrückt-komische Teegesellschaft
lässt die Lebensfreude hochleben

Traum- und reale Welt prallen witzig-skurril und fantasievoll inszeniert aufeinander in der neuen Sommertheater-Inszenierung der Comödie Dresden „Alice im Wunderland“ nach dem bekannten Kinderbuch von Lewis Carroll vor zauberhafter Kulisse am Schloss Übigau.


Riesige Pilze wachsen rings um das zauberhaft verwandelte, alte Schlossgemäuer.
Dort tummeln sich allerlei skurrile Traumgestalten mit Blumenköpfen, Schildkröten, Grinsekatze und ein weißes Kaninchen mit goldener Taschenuhr, das unaufhörlich der Zeit nachjagt auf seinem Roller. Traum- und reale Welt prallen verrückt- komisch und fantasievoll inszeniert aufeinander vor wundervoller Kulisse voll wunderlicher
Gestalten in der diesjährigen Open-Air-Inszenierung der Comödie Dresden „Alice im Wunderland“ – ein musikalischer Sommertraum nach Motiven von Lewis Carroll (Regie und Choreografie: Kerstin Polemnske). Die Premiere war am Freitag abend vor dem Elbschloss Übigau.

Die Schlossbühne ist stimmungsvoll in farbiges Licht getaucht. Um dem tristen Alltag an diesem Ort zu entfliehen, dessen Bewohner allein in ihrer eigenen Welt vor sich hin dämmern, träumt sich die mittlerweile erwachsene Alice (bezaubernd auf Selbstsuche: Susanna Mucha) in eine märchenhaft bunte, verrückt-fröhliche Fantasiewelt, in der alles erlaubt ist. Der Tagesablauf ist dagegen minutiös durchgetaktet, den die gestrenge, pillenverteilende Schwester Ingeborg (Dorothea Kriegl) überwacht. Sie lässt die Schlossbewohner (mit Maskenspiel und Gesang begleitet vom Musical-Jugend-Chor der Oh.-Töne) zackig zum Frühsport antreten mit markigen Sprüchen („Nur Fledermäuse lassen sich hängen!“) und sorgt damit für viel Heiterkeit im Publikum. Und sie umgarnt zu betörend einschmeichelnden Klängen im Tüllschlauch als Raupe, die Wasserpfeife rauchend die Bibliothek des Wunderlandes hütet und Alice weise Ratschläge gibt.

Köstlich und einfallsreich in Szene gesetzt (Ausstattung: Anne Konstanze Lahr) sind die Szenen mit der Teegesellschaft um Faselhase, Hutmacher und Murmeltier, die Alice witzig-absurd, wortspielerische Rätsel und viele Fragen stellen: „Obwohl zu viele Fragen sind ungesund, dann rollen Köpfe !“, warnen sie. Eine große Teekanne dient als fahrbarer Ausschank mit glitzerroten Fenstern und die Plätzchen haben die Form von Spielkarten. Zum sehr komödiantischen Spiel gibt es abwechselnd flotte, leise verträumte, traurige und lustig-skurrile Lieder mit Ohrwurm-Charakter wie “Hast du noch ein Plätzchen für ein Plätzchen“ (Komposition und musikalische Leitung Andreas Goldmann; Liedtexte und diverse Traumgestalten: Bert Callenbach). Goldmann erheitert als pummeliges weißes Kaninchen immer in Eile als „herzoglicher Kurier“ und „Prüfinstanz“.

Alice und die Teegesellschaft widersetzen sich dem Lach-Verbot der kalten Herzkönigin (Carolin Masur) und ihres Ministers für Ordnung (Mario Grünewald) und lassen die Lebensfreude hochleben in diesem Schauspiel mit viel doppeldeutigem Witz und Liedern mit Bezug zu den coronabedingten Einschränkungen insbesondere im kulturellen Leben. „Wir wollen endlich wieder leben, wie wir`s lang nicht mehr gekonnt! Darum gehen wir auf Reise geradewegs ins Wunderland“, tönt es laut von der Bühne. Als dann auch noch Puck, ein extrovertierter Typ (Philipp Richter, der auch als Hutmacher glänzt) ins Schloss kommt, um Sozialstunden abzuleisten, wirbelt er die neuen Regeln, die jegliches Vergnügen strikt untersagen im Wunderland, gehörig durcheinander. Ebenso wie die drei tollkühnen, jungen Schleuderbrett-Akrobaten der Staatlichen Ballett und Artistikschule Berlin. 

Begeisterter Beifall vom Premierenpublikum für diese zauberhafte Reise zur Rettung des Wunderlands. Das Stück „Alice im Wunderland“ wird noch bis Mitte September auf der Schlossbühne in Übigau gespielt. 

Text + Fotos (2) (lv)

Weitere Infos unter http://www.comoedie-dresden.de

 

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Premiere Puppenspiel „Pinocchio“ auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen

14 Montag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Theater

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Eine Holzpuppe geht auf Reisen

„Pinocchio“, Puppentheater für Menschen ab 6 Jahre nach Carlo Collodi in der Bühnenfassung von Odette Bereska hat am 19. Juni, 16 Uhr Premiere auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen. Weitere Termine: 27.6., 11 Uhr, Uckermärkische Bühnen Schwedt/ODER ZU DEN lANDESBÜHNENTAGEN: 3.7., 16 Uhr und 4.7., 16 uhr auf der Studiobühne der LB Sachsen.

Etwas fasziniert den Holzschnitzer Geppetto sofort an diesem einfachen Stück Holz und er beginnt, daraus eine kunstvolle Puppe zu fertigen. Und tatsächlich: noch während der Arbeit wird das Stück Holz lebendig und spielt Geppetto freche Streiche. Auch als dem Meister schließlich eine ganze, einzigartige Puppe geglückt ist, scheint sie doch nur Flausen in ihrem Holzkopf zu haben. Ausgestattet mit Neugier, Vorfreude, Übermut und Furchtlosigkeit beginnt eine abenteuerliche Reise. Pinocchia lässt sich von den Halunken Fuchs und Kater übers Ohr hauen, flieht aus dem Zirkus und endet im Bauch des Walfisches. Entgegen der guten Ratschläge von Vater Geppetto und der blauen Fee, stürzt sich die kleine Puppe in die Welt hinein. Sie muss ihre eigenen Erfahrungen machen und kann nur dadurch ein richtiges Kind werden. Dabei ist es hier gleichgültig, ob aus der Puppe ein Junge oder ein Mädchen wird.

Die Geschichten über die weltberühmt gewordene Marionette von Carlo Collodi aus dem Jahr 1881 erschien zunächst als Zeitungsartikel und erzählt in Episoden deren abenteuerliche Reise. Seitdem haben sich zahlreiche Kinder mit den Geschichten um die – nicht den konventionellen gesellschaftlichen Erwartungen entsprechende – Holzpuppe identifiziert. Und noch heute können wir uns fragen: was macht uns menschlich?

Es spielen: Marie Bretschneider & Konrad Bruno Till

Inszenierung: Odette Bereska; Puppenbau / Bühne: Stefan Spitzer; Bühne / Kostüme: Irina Steiner

Musik: Jan Maihorn; Dramaturgie: Annekathrin Handschuh

Text: Petra Grubitzsch/LB Sachsen

Kasse : Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; http://www.landesbuehnen-sachsen.de 

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152,  01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0

http://www.landesbuehnen-sachsen.de

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Premiere „Peter Pan“ eröffnete den Theatersommer der Landesbühnen Sachsen im Theaterzelt in Rathen

12 Samstag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Musik, Theater, Unterwegs

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Aus dem Geschichtenbuch entsteigt eines Nachts Peter Pan und entführt Wendy und ihren Bruder in seine aufregend fantasievolle Welt voller Abenteuer und Gefahren.

Übermütige Luftsprünge und Abenteuer in
wild-fantasievoller Traumreise besiegen die Schatten

Das Stück „Peter Pan“ lässt kleine und große Zuschauer staunen, lachen und mitfiebern mit den Kindern einer wohlbehüteten Familie auf ihrer Reise nach Nimmerland, wo Kinder niemals erwachsen werden.

Der Sternenhimmel funkelt. Zwei Traumgestalten stecken leise kichernd ihre Köpfe durch den nachtblauen Vorhang zu den zwei schlafenden Kindern Wendy und John und springen schnurstracks in ihr Bett. Sie toben vergnügt umher und reisen in die fantastische Welt von „Peter Pan“ nach Nimmerland, wo sie jede Menge Abenteuer erleben und Gefahren bestehen. Die zauberhafte Geschichte über jenen Ort, wo Kinder niemals erwachsen werden, inszeniert von Manuel Schöbel nach Motiven des Kinderbuchklassikers von James Matthew Barrie hatte am vergangenen Sonnabend Premiere und eröffnete gleichzeitig den Theatersommer der Landesbühnen Sachsen im Theaterzelt von André Sarrasani vor imposanter Felsenkulisse im Kurort Rathen.

In einer Mischung aus Schauspiel, Schatten- und Figurentheater, begleitet von mal heiteren, verträumten Gitarrenliedern und mal wild urwüchsigen Trommelklängen kam das Stück „Peter Pan“ als Theatervergnügen für die ganze Familie auf die Bühne (Musik und Liedtexte: Alexander Wulke, Ausstattung: Stefan Weil). Mit märchenhaften Kostümen und witzig-fantasievoll erzählt mit wenigen Requisiten, entführt die Aufführung an schöne und gruslige Traumorte. Wendy (aufgeweckt-selbstbewusst: Tammy Girke) wiegt nicht nur ihre Puppe im Arm, sondern ist ebenso abenteuerlustig wie ihr Bruder John (Justin V. John) und sie kämpfen auch mal mit Kochlöffel und Regenschirm wild gegeneinander. Für ihren gestrengen Vater (Alexander Wulke) im blauen Gehrock ist Peter Pan daher wie ein Gespenst und Unruhegeist, der die Kinder verdirbt. Amüsant wie er als Piratenanführer Käpt`n Hook mit Eisenhaken-Hand in der Traumwelt Peter und seine Freunde, die verlorenen, frei umherstreifenden Kinder, verfolgt und gefangen nehmen will, die jedoch immer wieder entwischen.

Mit der geheimnisvollen Fee Glitzerklang (lustig-anmutig: Julia Rani) fliegen Peter Pan, Wendy und John in übermütigen Luftsprüngen hoch über der Bühne mit einer Seilvorrichtung (Flug-Choreografie: Sarrasani Entertainment GmbH). Im zweiten Teil gewinnt die Aufführung noch mehr an Fahrt und Spannung, sorgt der naiv-tolpatschige Kampf der Piraten samt Kanone und allerlei fiesen Tricks gegen Peter Pan und die Kinder unter der Parole „Hackfleisch“ gegen „Pudding“ für viel Spaß bei kleinen und großen Zuschauern. Wenn der Pirat Smee mit Augenklappe, Fernrohr und französisch säuselnd (schlau-gewitzt: Moritz Gabriel) dem hart gesottenen Käpt`n Hook Paroli bietet. Schön skurril auch das verfressene Krokodil, das einen Wecker verschluckt hat und laut tickend, immer  wieder auftaucht und auf Beute lauert.  

Peter Pan (Felix Lydike) in Fransenhosen und Wuschelhaar ist ein Luftikus, ein unbeschwert und sorglos in den Tag lebender Junge, der vor nichts Angst hat, sich von der Welt der Erwachsenen und ihren Regeln fernhält, die ihn langweilen. Er staunt über den Kuss, der von Wendy zu ihm fliegt wie ein kostbarer Vogel, doch als sie wieder nachhause will, hält er sie nicht auf. Sie bringt den verlorenen, unartigen Kindern (gespielt von Studierenden der Theaterakademie Sachsen) Manieren bei und erzählt ihnen vor dem Zubettgehen die Geschichte von Aschenbrödel wie ihre Mutter (sanft-liebevoll: Sandra Maria Huimann).
 
Durch seinen Leichtsinn verliert Peter Pan beinah seine geliebte Fee Glitzerklang. Doch Feen sterben nicht, wenn man an sie glaubt. Durch den herzlichen Applaus des Publikums erwacht sie wieder zum Leben und schwirrt lächelnd und glucksend davon. Und Peter Pan bleibt das ewige, ungebändigte Kind, das uns Erwachsene daran erinnert, das Träumen nicht zu verlernen.

Text + Foto (1) lv

Weitere Termine: http://www.landesbuehnen-sachsen.de

Sommertheater im Zelt vor imposanter Felsenkulisse im Kurort Rathen in der Sächsischen Schweiz. Noch beschaulicher und weniger überlaufen als sonst, lockt Kultur- und Landschaftsgenuss gleichzeitig.

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Die Schauspielerin Sandra Maria Huimann inszeniert „Alice im Wunderland“ an den Landesbühnen Sachsen

10 Donnerstag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Theater, Zwischenmenschliches

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Spagat zwischen wundersamer und wahrhaftiger Welt: Die Schauspielerin und Regisseurin Sandra Maria Huimann zeigt ihre vierte Regiearbeit „Alice im Wunderland“.
Hier zwei Ausschnitte von den Proben im April in den Landesbühnen.

Ein verrücktes Spiel zwischen Vergessen und Erinnern

Die Inszenierung „Alice im Wunderland“ nach dem bekannten Kinderbuch von Lewis Carroll in einer Bühnenfassung von Roland Schimmelpfennig entführt die Zuschauer in die wundersame Welt von Alice, die an Alzheimer Demenz erkrankt ist. Die Stream-Premiere ist am 11. Juni, 20 Uhr auf http://www.dringeblieben.de zu sehen. Premiere hat das Stück der Landesbühnen Sachsen in Kooperation mit dem Societaetstheater dann dort im Oktober.

Eine Frau in weißem Nachthemd, Hausschuhen und grauem Haar steht mitten auf der Bühne und sieht sich verwundert um. Seltsame Gestalten laufen mit rudernden
Armbewegungen um sie herum und wollen mit ihr im „Tränenteich“ schwimmen. Ein Mädchen in rot geblümtem Kleid, das aussieht wie sie selbst in jungen Jahren, klatscht mit ihr in die Hände zum Lied „Alle meine Entchen“.

Wundersame Dinge gehen vor sich. Das weiße Kaninchen hält sie für sein Hausmädchen. „Ich hol ihm besser seinen Fächer und seine Handschuhe. Wenn es wüsste, wer ich wirklich bin. Aber wer bin ich wirklich?!“, fragt sich die alte Alice. Ihr Sohn hat nie Zeit und das Kaninchen läuft immer weg. Irgendwann weiß die alte Frau nicht mehr, wer hier verrückter ist: der Hutmacher oder sie. Der ist auch noch Ärztin und will Alice helfen, genauso wie Dideldum und Dideldei, zwei Pflegekräfte.

Anrührend komisch, skurril, traurig, nachdenklich und sprachspielerisch philosophisch
entführt das Stück „Alice im Wunderland“, inszeniert als Märchen für Erwachsene nach dem berühmten Kinderbuch von Lewis Carroll in einer Bühnenfassung von Roland Schimmelpfennig, in eine besondere Welt. Einen ersten Vorgeschmack gab es bei einem Probenbesuch in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Die Inszenierung in Kooperation mit dem Societaetstheater Dresden sollte dort eigentlich am 13. Mai, um 20 Uhr Premiere haben, musste dann aber wegen des verlängerten Lockdowns coronabedingt abgesagt werden.

Nun soll das Stück zur neuen Spielzeit im Oktober im Societaetstheater zu sehen sein.
Die Stream-Premiere ist bereits morgen, am 11. Juni,  20 Uhr im Internet zu sehen (siehe Link unter dem Beitrag).

Regie führt Sandra Maria Huimann. Die gebürtige Wienerin absolvierte das dortige Konservatorium für Schauspiel und schloss mit dem Bachelor ab. Seit 2009 ist Sandra Maria Huimann als Schauspielerin im Ensemble der Landesbühnen Sachsen engagiert und wohnt in Dresden. „Alice im Wunderland“ ist ihre vierte Regiearbeit. „Das Publikum erlebt die Geschichte aus der Perspektive von Alice, die an Alzheimer Demenz erkrankt ist. Wir versuchen ihre Wahrnehmung zu ergründen“, sagt Sandra Maria Huimann. Das geschieht in sehr körperorientiertem Spiel. Da die Darsteller, die bei den Proben Masken tragen, sich nicht anfassen dürfen wegen Corona, treten sie in Beziehung vor allem über Sprache, Körper und Rhythmus. Mir dieser Form sei sie glücklich.

„Denn es geht in dieser Geschichte ja viel um sich wiederholende Zeit und verloren gehendes Körpergefühl. Irgendwann gelangen betroffene Menschen an einen Punkt, wo sie den Bezug zur Außenwelt verlieren“, erklärt sie. „Es geht viel um Erinnerung und eine Neubewertung der Situation aus dem Wissen, das Alice gerade hat.“ Das Stück entführe aber in keine bunte Fantasiewelt. Als Kulisse dient ein weißer Raum, in einem Pflegeheim für an Alzheimer Erkrankte, der sich mittels Licht und Projektion verwandelt. Alle Figuren haben eine reale und eine Wunderland-Figur.

Zur Vorbereitung auf das Stück nahm Sandra Maria Huimann teil an einem online Kurs für Angehörige von Menschen, die mit Demenz leben mit Eva Helms, Leiterin des Infopunkts Demenzpflege im Familienzentrum Radebeul. “Ich hab versucht mir alles anzueignen, was es über diese Krankheit gibt, was Pflegepersonal und Angehörige erleben, um die einzelnen Perspektiven zu verstehen“, so die Regisseurin. Auch die Darsteller machten mit bei dem Kurs. Zusammen mit fünf Schauspielern der Landesbühnen – Anke Teickner als Alice Alzheimer, Luca Lehnert als Mädchen Alice, Michael Heuser als Patient X, Michael Berndt-Cananá als Pfleger 1 und Grian Duesberg als Pfleger 2 – stehen zwei Gäste aus der freien Szene auf der Bühne. Sabine Köhler als Hutmacher und Tobias Herzz-Hallbauer spielt Alices Sohn und hat die Musik für die Inszenierung komponiert. „Menschen mit Demenz haben ein großes Empfinden für Emotionen und Stimmungen und merken an der Stimme, dass jemand da ist, der es gut mit ihnen meint. Wenn man sich auf ihre Welt einlässt und darauf eingeht, dann kann man die Verbindung zu ihnen aufrechterhalten“, weiß Sandra Maria-Huimann.

Sie liebt ihren Beruf als Schauspielerin und führt gern Regie: „Ich finde es großartig, die Position des anderen einzunehmen und es ergänzt und bereichert sich beides. Als Regisseurin muss ich den roten Faden zusammenhalten, innerhalb dessen gibt es viele Möglichkeiten und wir finden einen Konsens, mit dem alle zufrieden sind.“ Sie selbst ist als „Aschenbrödel“ vor der Moritzburger Schlosskulisse wieder ab 3. Juli zu sehen, im Stück „Jedermann“ spielt sie die „Buhlschaft“ im Hof der Albrechtsburg Meißen und in der Liebeskomödie „Zuhause bin ich Darling“ im September in den Landesbühnen Sachsen.

Außerdem ist Sandra Maria Huimann die Frontfrau und Sängerin der Band „Machine de Beauvoir“, in der elektronische, sehr extravagante Musik und eigene Songs sowie Liedtexte großer Dichter und Denker von Brecht, Kafka und Oskar Wilde aufeinander treffen. Sie genießt die Momente im Wunderland auf der Bühne, sucht in jeder Rolle nach Wahrhaftigkeit wie auch im eigenen Leben. Ihr Motto dabei: Voller Neugier und einem Blick darauf, andere Wahrnehmungen und Geschichten genauso zu respektieren und zu verstehen. 

Text + Fotos (3) (lv)



Stream – Premiere „Alice im Wunderland“, Märchen für Erwachsene nach Lewis Carroll von Roland Schimmelpfennig: 11. Juni, 20 Uhr                                                                                             

Weitere Aufführungen: 19.6., 19.00 Uhr und 25.6.19.00 Uhr  als Stream und dann im Oktober folgt die Premiere im Societaetstheater Dresden

Wo: auf der Plattform dringeblieben.de; Veranstaltungslink: https://dringeblieben.de/videos/premiere-alice-im-wunderland 

Kooperation mit dem Societaetstheater Dresden

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Moritz Gabriel ist Schauspieler an den Landesbühnen Sachsen und streamt als Rollenspieler im digitalen Raum

10 Donnerstag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Theater

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Spaß am Rollenspiel & Geschichtenerzählen: Schauspieler Moritz Gabriel. Foto (lv)

Eintauchen in fantastische Welten

Wenn er nicht auf der Bühne steht, experimentiert Moritz Gabriel gern mit Rollenspielen & Storytelling, allein und mit Freunden, und stellt seine Geschichten ins Internet.

Ein Brot schwebt durch die Luft in einem leeren Lokal mit loderndem Kaminfeuer. Ein bärtiger Mann eilt durch mittelalterliche Gassen, springt über Marktstände und sucht in jedem Winkel. Nicht nach Gästen, sondern Hexen mit spitzen Hüten und fliegenden Besen wie sich herausstellt. Die Spieler verteilen ihre Rollen, Jäger und Hexen, und das witzig-abenteuerliche Versteck- und Findespiel geht in die nächste Runde. In diesem live gestreamten online Videospiel geht es den Teilnehmern neben dem Spaß und der Spannung am Gewinnen oder Verlieren vor allem um das gemeinsame  Erlebnis. Zuschauer können am Bildschirm an ihrer Interaktion teilhaben.

Rollenspiele und Storytelling, bei denen man in fantastische Welten eintauchen kann, erfreuen sich wachsender Beliebtheit in allen Altersklassen. “Als Rollenspieler wollte ich schon länger Geschichten streamen. Ich glaube, dass diese Form vielen Menschen helfen kann, weil es die Kreativität anregt, die Fähigkeit zu kommunizieren und es macht unglaublich viel Spaß“, sagt Moritz Gabriel (39).

Seit der Spielzeit 2013/2014 ist er als Schauspieler fest engagiert in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul und wohnt in Dresden. Während des coronabedingten Lockdown hatte er weniger Proben und mehr Zeit für sein liebstes Hobby. Seit seinem zwölften Lebensjahr faszinieren ihn Rollenspiele, aber noch mehr Storytelling, das Geschichten erzählen als ein Teil davon. Letzteres interessiere ihn auch am meisten am Theater. Begonnen bei Comics, über Computer- und Brettspiele bis zu Lego mag er Spiele aller Art. „Aber ich spiele nicht um Geld.“

„Man kann in andere Rollen schlüpfen, seine Schüchternheit überwinden, schlauer, selbstbewusster, stärker oder dümmer sein als man selber und sich im geschütztem Rahmen des Spiels mit Emotionen auseinandersetzen“, gefällt Moritz Gabriel an Rollenspielen und am Spiel auf der Bühne. Etwa zu spielen, dass man den Vater verloren hat und auf einen Rachefeldzug zu gehen, den man nicht unbedingt persönlich erleben will, aber diese Kraft mal zu spüren. Junge Liebhaberrollen und romantische Helden wie Romeo mag er weniger, so Moritz Gabriel. “Mich interessiert keine Figur auf der Bühne, die nur fühlt und nicht denkt.“

Seine Traumrolle ist Leonce aus Büchners Trauerspiel „Leonce und Lena“. “Eine Figur, die alles durchschaut, aber nicht anders handeln kann aufgrund ihres Charakters und scheitert, das ist viel tragischer und interessiert mich mehr.“ Den Leonce spielte Moritz Gabriel am Theaterhaus Stuttgart und Werschinin aus Tschechows „Drei Schwestern“ bereits im Theaterjugendclub in Konstanz im Süden Deutschlands. Dort wurde er 1982 geboren. Sein Vater lehrte als Logiker und Sprachwissenschaftler und war Leiter der Fakultät an der Universität in Jena. Als Kind war für Moritz Gabriel Deutschland ein Land, das er nicht in Osten und Westen teilte, sondern das sich in vier Himmelsrichtungen erstreckt. So sieht er es bis heute.

Eigentlich wollte er Physiker werden, Astrophysik findet er spannend. Doch dann entschied er sich doch für Schauspiel, weil das Spiel mit Sprache und Bewegung ihn reizt. Seit seiner Jugend tanzt er bei Gelegenheit außerdem gern Rock`n`Roll, Swing Balboa und Tango Argentino. Er studierte an der Folkwanghochschule in Essen Schauspiel und schloss mit dem Diplom ab. Danach arbeitete Gabriel bis 2010 in der freien Theaterszene und war von 2010 bis `012 am Theater der jungen Welt in Leipzig engagiert. Das Live-Rollenspiel schöpft aus dem Improtheater und es gibt viele Darstellungsformen. Die klassische Variante geht einfach: Zuhause gemeinsam am Tisch sitzen und eine Geschichte erzählen und spielen.

„Ein Spielleiter legt die Welt und Nichtspielercharaktere, Milieu, Zeit und Genre fest, in der die Protagonisten sich bewegen. Das reicht von Mittelalter, Fantasy, Sience Fiction bis Krimi“, erklärt Gabriel. Moritz Gabriel ist online sein eigener Spieler und Spielleiter und bevorzugt das Genre des Cyperpunk. Beim Storytelling interessieren ihn frei nach George Orwell Szenarien in der nahen Zukunft, Dystopien, die überspitzt eine unterdrückende Gesellschaft zeigen und wie man selber als machtlose Figur überlebt. Im Wohnzimmer baut er Kamera und Mikro auf und streamt seine Rollenspiele und Geschichten live im digitalen Raum. Zu sehen sind sie auf seinem eigenen Kanal im Internet (www.twitch.tv). Dort spielt Moritz Gabriel als theMelrakki, das isländische Wort für Polarfuchs. Er war schon dort und Füchse sind sein Totem-Krafttier, da sie neugierig, sehr vorsichtig, aber auch clever, nicht domestiziert, durchtrieben und sehr individuell seien. Anregungen für die Rollenspiele findet er auf der Plattform „Roll 20“ im Netz, wo man auch Bilder hochladen und Würfel-Würfe rollen kann, mit denen bestimmte Details für den Handlungsverlauf festgelegt werden. Als Hilfsmittel und zur Inspiration nutzt Gabriel auch gern „Ironsworn“, ein Regelwerk aus einer mittelalterlichen Welt und einem Storytelling-Tool als ergiebiges „Geschichtenerzählhandwerker-Köfferchen“.

Seine Lieblingstheaterform ist „Teppichtheater“, das früher auf  Marktplätzen ausgebreitet wurde zum Geschichtenerzählen. Dazu passen auch die erste Regiearbeit von Moritz Gabriel an den Landesbühnen: das Stück „Salzwasser“ in der Tradition von irischem Kneipentheater und die „Geschichte einer Tigerin“ von Dario Fo, gespielt von Gabriel mit intensivem Erzähl- und Körpertheater im Überlebenskampf eines verletzten Soldaten in der Wildnis. Derzeit laufen die Proben für die Inszenierung „Peter Pan“, wo Moritz Gabriel die Rolle des gewitzt-schlauen Piraten „Smee“ spielt. Die Premiere ist am 4. und 5.Juni im Theatersommerzelt der Landesbühnen in Rathen. Außerdem kommt das nächste Stück unter seiner Regie mit dem Titel „Atmen“ von Mc Millen über ein modernes Paar im Zwiespalt seiner Wünsche und Lebensvorstellungen im Herbst in den Landesbühnen in Radebeul heraus. 

Text +  Fotos (2) (lv)

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Winnetou reitet im Lößnitzgrund

29 Samstag Mai 2021

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Premiere „Winnetou I“ von Olaf Hörbe nach Karl May im Lößnitzgrund in Radebeul in einer Inszenierung der Landesbühnen Sachsen in Radebeul unter Regie von Manuel Schöbel am 29. Mai, um, 19.30 Uhr, 

Das Stück „Winnetou I“ von Olaf Hörbe nach Karl May der Landesbühnen Sachsen hat unter Regie von Manuel Schöbel am 29. Mai, um 19.30 Uhr im Radebeuler Lößnitzgrund Premiere. Gespielt wird bis 13. Juni.

In Radebeul entwarf Karl May seine berühmtesten Romanfiguren: Winnetou und Old Shatterhand.

„ Wir sind zuversichtlich am  29. Mai 2021 endlich starten zu können und freuen uns auf die Vorstellungen von „Winnetou I“ im Radebeuler Lößnitzgrund.  Dankbar sind wir für die Unterstützung der Stadt Radebeul. Aus den Büchern, die einst Karl May hier in Radebeul geschrieben hat, steigen die Figuren auf die Bühne im Lößnitzgrund und wir freuen uns auf den Moment, wenn unser Winnetou sozusagen nach Hause kommt“, so Manuel Schöbel, Intendant der Landesbühnen Sachsen.

Für die Vorstellungen im Lößnitzgrund greifen die Landesbühnen Sachsen auf die Inszenierung zurück, die für die Felsenbühne Rathen entstand. Die Felsenbühne Rathen wird bis zum Sommer 2022 wegen eines umfangreichen Umbaus nicht bespielt.

Die Inszenierung wird den räumlichen Gegebenheiten angepasst und auch für alle, die die Aufführung im Elbsandsteingebirge schon gesehen haben, Überraschungen und Neues bereithalten.

Die Schienen für den Bau der Eisenbahn sind ein fremdes Element auf der indianischen Erde – und Vorboten der weiteren Eroberung. Der junge Häuptling Winnetou (Michael Berndt-Cananá) weiß um die technische Überlegenheit der weißen Eroberer. Gleichzeitig ist mit Klekih-petra ein weißer Mann an seiner Seite, der nicht den Feindbildern entspricht. Winnetou sucht nach Lösungen für die tiefe Krise, in der sich die Indianer befinden. Banditen wie Santer greifen die Lebensgrundlage der Indianer immer wieder an. In dieser Situation treffen Winnetou und Old Shatterhand (Jan Baake) aufeinander. Doch bis zur Blutsbrüderschaft der beiden ist es noch ein weiter Weg…

Effektvolle Kämpfe, Stunts und artistische Einlagen verleihen der Aufführung einen besonderen Reiz.

Hinweise zum Hygienekonzept und  Anfahrt s.U.

Termine:

Sa   29.05.2021   19:30            Premiere Winnetou I   Lößnitzgrund Radebeul

So  30.05.2021   19:30            Winnetou I              Lößnitzgrund Radebeul

Do  03.06.2021   19:30            Winnetou I              Lößnitzgrund Radebeul

Fr   04.06.2021   19:30            Winnetou I              Lößnitzgrund Radebeul

Sa   05.06.2021   19:30            Winnetou I              Lößnitzgrund Radebeul

So  06.06.2021   19:30            Winnetou I              Lößnitzgrund Radebeul

Do  10.06.2021   19:30            Winnetou I              Lößnitzgrund Radebeul

Fr   11.06.2021   19:30            Winnetou I              Lößnitzgrund Radebeul

Sa   12.06.2021   19:30            Winnetou I              Lößnitzgrund Radebeul

So  13.06.2021   19:30            Winnetou I              Lößnitzgrund Radebeul

Winnetou I von Olaf Hörbe nach Karl May

Die Felsenbühne Rathen ist die Freilichtbühne mit der längsten Tradition der Karl-May Festspiele. Bereits 1938 ritten Karl Mays Helden – allerdings politisch einseitig interpretiert und benutzt – hier über di

Mit Jürgen Haase als Winnetou und Herbert Graedtke als Old Shatterhand begann 1984 in «Der Schatz im Silbersee» die neue Ära der Karl-May Stücke. Es folgten unter anderem «Winnetou», «Der Ölprinz», «Old Surehand», «Unter Geiern», «Der Schatz im Silbersee». Allein bei sechs Inszenierungen nach Karl May sorgte Olaf Hörbe für das Textbuch und die Regie. Auch für die aktuelle Version von „Winnetou I“ konnte Olaf Hörbe als Autor gewonnen werden. Die Inszenierung erlebte bisher 71 Vorstellungen auf der Felsenbühne Rathen.

Erzählt wird die Geschichte Winnetous (Michael Berndt-Cananá). Der junge Häuptling weiß um die technische Überlegenheit der weißen Eroberer. Er hat eine Ahnung von der Größe der Welt hinter dem Ozean. Gleichzeitig ist mit Klekih-petra ein weißer Mann an seiner Seite, der nicht den Feindbildern entspricht. Winnetou sucht nach Lösungen für die tiefe Krise, in der sich die Indianer befinden. Die Schienen für den Bau der Eisenbahn sind ein fremdes Element auf der indianischen Erde – und Vorboten der weiteren Eroberung. Banditen wie Santer greifen die Lebensgrundlage der Indianer an. Für Winnetou wird es schwer, die Indianer von Racheakten abzuhalten. In dieser Situation treffen Winnetou und Old Shatterhand (Jan Baake) aufeinander. Doch bis zur Blutsbrüderschaft der beiden ist es noch ein weiter Weg. Ihre Geschichte führt sie ins Lager der Apachen, in die Westernstadt St. Louis, zu den Landvermessern nahe der Station «Little Paradise» und in die Berge auf der Spur des Goldes. Geritten wird wie immer auf feurigen Pferden. Effektvolle Kämpfe, Stunts und artistische Einlagen verleihen der Aufführung einen besonderen Reiz.

Michael Berndt Cananá reitet als Winnetou seit 17. Mai 2014  in Rathen: Michael Berndt Cananá wurde am 7.1.1980 in Dresden geboren und hat seine Schauspielausbildung von 2004-2008 an der Berliner Schule für Schauspiel absolviert und dort aktiv in der BSFSSM (Berliner Schulen für Schauspiel-Schulmannschaft) mitgespielt. Anschließend folgte sein erstes Engagement am Landestheater Neustrelitz, bevor er 2012  an die Landesbühnen Sachsen wechselte. Auf der Felsenbühne Rathen spielte er bereits ab 2012 Apanatschka und ab 2014 Winnetou in „Old Surehand“.

Jürgen Haase, 2018 zum letzten Mal die Rolle des Old Shatterhand auf der Felsenbühne Rathen.  Er hat mit einer kurzen Unterbrechung von 2007 bis 2012 über 30 Jahre Karl-May-Geschichte in Rathen mitgeschrieben und erlebt. Ab 1984 war er der erste Winnetou der Felsenbühne Rathen. 1991 übernahm er die Rolle des Blutsbruders Old Shatterhand. Nach einer Pause nach 2006 hat ihn Manuel Schöbel 2012 auf die Felsenbühne zurückgeholt. Ab 2014 spielte er wieder Old Shatterhand. Er übergab nach der Vorstellung am 1.9. 2018 seinen Henrystutzen an seinen Nachfolger Holger Uwe Thews:  In diesem Sommer spielt Jürgen Haase die Rolle des Santer und Holger Uwe Thes den Medizinmann.

Und noch ein Schauspieler prägte die lange Karl-May-Tradition der Landesbühnen Sachsen.

Olaf Hörbe, verkörpert in diesem Sommer erneut den Häuptling Intschu-tschuna, den Vater Winnetous, im aktuellen Stück „Winnetou I“.  Er ist zugleich der Autor des Stückes. Insgesamt schrieb er 6 Karl-May Stücke für Rathen und inszenierte sie selbst von 1995 bis 2010.

Der neue Old Shatterhand – Jan Baake wuchs in Jena auf. Hier spielte er sieben Jahre Pantomime bei Harald Seime. Seine Ausbildung zum Schauspieler erhielt er an der HMT Leipzig und war von 1997 bis 2003 Ensemblemitglied am DNT Weimar, dem Volkstheater Rostock und dem Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau.

Seit 2004 arbeitet er freiberuflich. Für die Produktionen  „Spur des Falken“ und „Weiße Wölfe“ lernte er beim Awego-Stuntteam der Brüder Kahl das Reiten und spielte 2001 und 2002 in der Hauptrolle als „Weitspähender Falke“ für das GHT-Zittau auf der Waldbühne Jonsdorf und 2006 bei den Störtebeker-Festspielen in Ralswiek. In dieser Zeit begann er auch seine Arbeit als Regisseur und spielte und inszenierte seit dem unter anderem am Theater der Jungen Welt in Leipzig, dem TAG Wien, der Staatsoper Hamburg, dem ThaliaTheater Halle, dem Theater Plauen-Zwickau, der Alten Oper in Erfurt und initiierte ein Strassentheaterprojekt in Kairo.

Im TV wirkte er als Schauspieler u.a. für „Tatort Weimar“, „Soko Leipzig“, „Abschnitt 40“, „In aller Freundschaft“, „Tatort Leipzig“ mit.

An den Landesbühnen Sachsen war er 2018 und 2019 in den Produktionen „Geheimnis der Hebamme“ und „Der gestiefelte Kater“ zu erleben.   2020 spielte er in einer Inszenierung von Ute Raab den Trinker in „Der Trinker“ von Hans Fallada..

Regie: Manuel Schöbel; Ausstattung: Stefan Wiel

Musik : Hans-Peter Preu ;  Kampfchoreografie: Awego – Holger Kahl; Pferdestunts: Awego

Darsteller:  Winnetou– Michael Berndt-Cananá;  Old Shatterhand– Jan Baake a.G.; Sam Hawkens – Grian Duesberg;  Santer – Jürgen Haase a.G;  Intschu-tschuna – Olaf Hörbe a.G.;  Klekih-petra– Lutz Hillmann a.G./ Frank Siebert a.G.; 

Nscho-tschi –  Julia Vincze;   Kliuna-ai/  Mary (Chefin der Mädchenband) –  Christin Rettig;  Tangua- Matthias Avemarg; Medizinmann –Holger Uwe Thews; Bancroft/Mr. Henry/Apache  -Thomas Förster a.G.;  

Stone  – Felix Lydike/Max Oskar Henel a.G.; Mr. White/Clay – Johannes Krobbach;     Wirtin – Anke Teickner;  Wirt/Metan-akva/  Rattler — Holger Kahl;  Santers Assistent / Apachen Trommler – David Leubner a.G.; Parker-Thomas Strangfeld;

Mädchenband- Christin Rettig, Lena Beltermann, , Anna-Luise  Wolf

Kiowa, Apachen, Siedler, Banditen, Vermesser –  AWEGO und Komparserie der Landesbühnen

Premiere war auf der Felsenbühne Rathen am 4. Juli 2015

Gedicht von Karl May:

Im lieben, schönen Lößnitzgrund

Da saßen Zwei selbander;

Die schlossen einen Freundschaftsbund,

Gehn niemals auseinander.

Der Eine schickt Romane ein,

Der Andre läßt sie drucken,

Und’s Ende wird vom Liede sein:

’s wird Beiden herrlich glucken![1]

Karl May schrieb dieses Gedicht am 3. Dezember 1891 in einem Brief an seinen neuen Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld. Es wird dort eingeleitet mit den Worten:

Jetzt aber muß ich schließen, weil ich mir einen Kaffee, den Sie auch gern trinken, kochen will. Das Wasser singt im Topfe. Es klingt grad wie: „Im lieben, schönen Lößnitzgrund […][2]

Zu Mays Lebzeiten wurde dieses Poem nicht veröffentlicht.

Quelle: https://www.karl-may-wiki.de/index.php/Im_lieben,_sch%C3%B6nen_L%C3%B6%C3%9Fnitzgrund_(Gedicht)

SOMMERSPIELSTÄTTEN

An all unseren Spielstätten, ob Outdoor oder Indoor, gelten die aktuell gültigen Hygienevorschriften des Freistaates Sachsen. Ab einer Inzidenz unter 100 im jeweiligen Landkreis öffnen wir unsere Spielstätten für öffentliche Vorstellungen.

GELTENDE HYGIENESCHUTZMASSNAHMEN:

Für Besucher:innen gelten bis auf Weiteres folgende Hygienemaßnahmen vor Ort: 

  • Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes im/auf dem gesamten Spielgelände
  • Mindestabstand von 1,5 m zu fremden Hausständen
  • Besucher:innen mit Symptomen einer Covid-19-Infektion ist der Zutritt untersagt

Bei einer Inzidenz zwischen 100 und 50 sind wir außerdem verpflichtet, folgende Nachweise von Ihnen zu kontrollieren: 

  • Nachweis eines tagesaktuellen negativen Corona-Testergebnisses aus einem Testzentrum (nicht älter als 24h)
  • ODER: Nachweis über vollständige Impfung oder Genesung nach den geltenden Regeln

Darüber hinaus sind wir verpflichtet, Ihre Kontaktdaten (Name, Anschrift) aufzunehmen und 4 Wochen für eine Nachverfolgung bei Bekanntwerden eines Infektionsfalls aufzubewahren. Dafür können Sie die perforierten Abschnitte auf Ihrem Hardticket bzw. den markierten Abschnitt auf Ihrem print@home-Ticket nutzen. Die ausgefüllten Abschnitte sammeln wir am Spielort ein und verwahren sie sicher vor dem Zugriff unbefugter Dritter. 

Bitte halten Sie für einen zügigen Einlass daher Folgendes bereit:

  • Ticket mit ausgefüllter Kontaktdatenerfassung (Vor- und Zuname, Telefonnummer/E-Mail-Adresse, vollständige Anschrift)
  • Ausweisdokument
  • Negatives Test-Ergebnis / Nachweis über vollständigen Impfschutz / Nachweis über überstandene Covid-19-Infektion ggf. in Kombination mit Impfung

Ab einer Inzidenz unter 50 ist vorgesehen, dass die vorgenannten Nachweispflichten an unseren Spielstätten entfallen.

LÖSSNITZGRUND RADEBEU

Für unsere Vorstellungen von „Winnetou I“ im Lößnitzgrund Radebeul haben wir hier die wichtigsten Informationen für Besucher:innen zusammen gestellt. 

ANFAHRT

Während unserer Vorstellungen wird die direkte Zufahrt zum Spielort auf der Lößnitzgrundstraße aufgrund der örtlichen Gegebenheiten gesperrt. Wir empfehlen daher: 

  • die Anfahrt mit der Lößnitzgrundbahn (bis zur Haltestelle „Lößnitzgrund“ 260 m, ca. 3 Min. Fußweg). Fahrtzeiten, Preise und wichtige Hinweise der Lößnitzgrundbahn finden Sie unter: https://www.loessnitzgrundbahn.de/ 

oder das Parken auf folgenden Parkplätzen: 

  • Parkplatz an der Spielstätte (begrenzte Kapazität)
  • Parkplatz am Bilzbad, ca. 11 Min. Fußweg ( 750 m) 
  • Parkplatz gegenüber der Landesbühnen Sachsen, ca. 20 Min. Fußweg (1,9 km)

GPS Koordinaten für die Planung der eigenen Anreise (einfach kopieren und in Google Maps oder der Google Suche eingeben):

51.11951658119005, 13.65485810011821

ZUGANG & KASSE

Der Eingang zur Spielstätte „Lößnitzgrund – Little Tombstone“  befindet sich im südlichen Bereich des Geländes. Hier finden Sie die Abendkasse (bis Ende der Spielzeit 2020 / 2021 ohne Abendkassenzuschlag) und den Kontrollpunkt für die negativen Testnachweise bzw. Nachweise über Impfung/Genesung. Personen ohne gültigen Nachweis (negativer Corona-Test, Impfung, Genesung) können wir leider keinen Zutritt zu unserer Spielstätte gewähren. Bitte bemühen Sie sich daher im Vorfeld der Vorstellung um den erforderlichen Nachweis.

ACHTUNG: Keine Verarbeitung von Gutscheinen garantiert

Leider können wir Besuchern:innen, die über einen Gutschein der Landesbühnen Sachsen verfügen, keine Einlösung vor Ort an der Spielstätte „Lößnitzgrund – Little Tombstone“ garantieren. Wir bitten Sie daher, Gutscheine bereits im Vorfeld der Veranstaltung in der Theaterkasse Radebeul einzulösen. 

TESTZENTREN IN DER UMGEBUNG

Ein Testzentrum an der Spielstätte ist in Vorbereitung. Über die genauen Öffnungszeiten informieren wir Sie zeitnah. 

Weitere Testzentren für Ihren Besuch an der Spielstätte Lößnitzgrund Radebeul finden Sie in Radebeul: 

  • Testzentrum Dittrichs Gold, Pestalozzistr. 11, 01445 Radebeul
    nur mit Anmeldung: Tel. 0351 6563760 oder per E-Mail an info©gastronomie-radebeul.de 
    täglich 09:00 – 18:00 Uhr
  • Apotheke am Westbahnhof, Bahnhofstraße 15, 01445 Radebeul
    Mo – Fr 08:00 – 12:00 + 13:00 – 18:00 Uhr
  • Adler Apotheke, Moritzburger Straße 13, 01445 Radebeul
    Mo – Fr 08:00 – 16:00 Uhr, Sa 08:00 – 11:30 Uhr
  • Lößnitz-Apotheke, Meissner Str. 79, 01445 Radebeul: https://www.coronatest-radebeul.de/
  • Café Grünlich, Altkötzschenbroda 25, 01445 Radebeul: https://www.drk-dresdenland.de/angebote/gesundheit/covid-testcenter-radebeul-altkoetzschenbroda/

SANITÄRANLAGEN & GASTRONOMIE

Auf unserer Spielstätte finden Sie Sanitäranlagen, die vor sowie nach der Vorstellung kostenfrei genutzt werden können (unter Einhaltung der geltenden Corona-Schutz-Maßnahmen). 

Ein gastronomisches Angebot auf dem Gelände wird über unseren Partner GOURMETTA bereit gestellt. Weitere gastronomische Angebote in Radebeul finden Sie auch z. B. in Altkötzschenbroda. 

DIREKTKONTAKT: 

Informationen rund um Tickets und Ihren Besuch im Lößnitzgrund Radebeul erhalten Sie unter: 

Tel.: 0351-89 54 214

kasse©landesbuehnen-sachsen.de 

IN RADEBEUL:

Landesbühnen Sachsen,   Meißner Straße 152, 01445 Radebeul

Tel. 0351/8954-214 | http://www.landesbuehnen-sachsen.de

PRINT@HOME

Buchen Sie schnell, bequem und zu jeder Zeit von zu Hause unter: http://www.landesbuehnen-sachsen.de

KASSE UND INFORMATIONEN

Informationen und Tickets, Kasse der Landesbühnen Sachsen GmbH,  Meißner Str. 152,

01445 Radebeul; Tel. 0351/ 89 54 214, Fax 0351/ 89 54 213, www.landesbuehnen-sachsen.de

Text: Petra Grubitzsch, Pressereferentin der Landesbühnen Sachsen

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Neustart im Staatsschauspiel Dresden mit fünf Premieren im Juni

19 Mittwoch Mai 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Theater, Zwischenmenschliches

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Das Leben als Traum: „Das Buch der Unruhe“ von Fernando Pessoa kommt eine Nacht lang, in einer achtstündigen Aufführung unter Regie von Sebastian Hartmann live aus dem Lichthof des Albertinums gestreamt, ins Wohnzimmer. Auf dem Foto: Schauspielerin Luise Aschenbrenner.  4. Juni, 22 – 6 Uhr. Foto: Sebastian Hoppe


Sehnsucht nach Sicherheit und Identität: Von Menschen, die in Grenzorten leben und ihren Erfahrungen erzählt die Uraufführung von „Anschluss“ von Jaroslav Rudiš unter Regie von Alexander Riemenschneider. Auf dem Bild: Moritz Dürr, Sven Hönig, Philipp Lux, Holger Hübner. 25. Juni, 19.30 Uhr, Kleines Haus 1. Foto: Sebastian Hoppe

Eine Konferenz der Abwesenden, Theater zwischen Schlaf und Traum
mit Pessoas „Buch der Unruhe“, Sommerfrische im eigenen Land & in Grenzorten & Schillers „Die Räuber“ 

Mit fünf Aufführungen zu spannenden aktuellen Themen, davon eine digital übertragen aus dem Lichthof des Albertinums, öffnet sich nach einem Jahr coronabedingter Pause wieder der Vorhang auf der Großen Bühne im Schauspielhaus und im Kleinen Haus. 

Am 1. Juni 2021 kann das Staatsschauspiel Dresden seine Spielstätten endlich wieder für Publikum öffnen. Intendant Joachim Klement: „Es war für uns keine einfache Zeit – insbesondere auch für die künstlerischen Teams und das Ensemble, die mit großer Disziplin im vergangenen Jahr Inszenierungen probten und zur Premierenreife brachten, ohne Gewissheit zu haben, wann es für sie endlich möglich sein würde, das Erarbeitete dem Publikum zu präsentieren. Umso mehr freuen sich alle Mitarbeiter*innen am Haus nun, im Juni gleich fünf dieser neuen Arbeiten zeigen zu können!“

Den Auftakt macht am 1. Juni 2021, 19.30 Uhr im Kleinen Haus 1 die Uraufführung von KONFERENZ DER ABWESENDEN, eine Produktion von Rimini Protokoll, die in der weltumspannenden Krise einer Pandemie die Antwort radikal in weltweiter Zusammenarbeit findet. Und doch ist diese zutiefst lokal verankert – im Setting einer Konferenz, zu der niemand anreisen kann und Menschen aus der eigenen Stadt die Identität eines abwesenden Konferenzgastes übernehmen, um ihm so den eigenen Körper, die eigene Stimme und die eigene Anwesenheit zu leihen.

Am 4. Juni 2021 folgt die digitale Premiere von DAS BUCH DER UNRUHE nach Fernando Pessoa, die von 22 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages live aus dem Lichthof des Albertinums gestreamt wird. Unter der Regie von Sebastian Hartmann entstand keine Inszenierung im herkömmlichen Sinn, eher eine theatrale Installation zu Pessoas Lebenskonzeption, in der bewusste Isolation und Kontemplation, Schlaf und Traum, wichtiger als das aktive Alltagsleben sind. Die achtstündige Aufführung findet deshalb für die digital zugeschalteten Zuschauer*innen in der Zeit des Schlafes, für die Dauer einer Nacht, statt.

TRILOGIE DER SOMMERFRISCHE von Carlo Goldoni in der Regie von Rafael Sanchez ist am 11. Juni 2021, 19.30 Uhr die erste Premiere, die nach langer Zeit wieder auf der großen Bühne im Schauspielhaus zu sehen sein wird. Perfekt passend für die Zeit, in der wir uns langsam wieder optimistisch mit der Planung von Urlauben befassen – und in der die Sommerfrische im eigenen Land eine neue Renaissance erlebt. Die B-Premiere findet am 12. Juni 2021 statt.

Und auch die Bürger:Bühne freut sich darauf, am 18. Juni 2021, 19.30 Uhr, im Kleinen Haus 1 DIE RÄUBER*INNEN nach Friedrich Schiller (Regie: Yves Hinrichs) mit Jugendlichen endlich vor Publikum zu zeigen.

Die Uraufführung von ANSCHLUSS von Jaroslav Rudiš, inszeniert von Alexander Riemenschneider, beschließt am 25. Juni 2021, 19.30 Uhr, im Kleinen Haus 1 den Premierenreigen im Juni (B-Premiere am 26. Juni 2021). Grenzorte und die Erfahrungen von Menschen, die dort leben, und die Sehnsucht nach Sicherheit und Identität, die mit klaren Grenzen oftmals Hand in Hand zu gehen scheint, stehen in diesem Werk, das im Auftrag des Staatsschauspiels Dresden entstanden ist, im Mittelpunkt. Das Stück spielt an der sächsisch-böhmischen Grenze am Bahnhof eines einst mondänen Luftkurorts.

Der Vorverkauf für die Premieren startet am Freitag, dem 21. Mai 2021 um 10 Uhr. Karten für das Streaming von DAS BUCH DER UNRUHE sind bereits jetzt erhältlich.

Text: Gertrud Aringer

Leiterin Presse-und Öffentlichkeitsarbeit
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
Telefon +49 351 4913 755
Fax          +49 351 4913 760

www.staatsschauspiel-dresden.de

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Sarkastisch & Solidarisch: Bisher schwieg die Kulturszene zur Corona-Politik. Das ändert sich jetzt mit der Aktion #allesdichtmachen von Schauspielern, die für Aufruhr sorgen.

26 Montag Apr 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Projekte, Theater, Zwischenmenschliches

≈ 4 Kommentare

Von der Zwei-Zimmer-Atmung bis zum Abstand von sich selbst

Künstler bleiben nicht länger still im Lockdown. Gut so. Satire darf auch weh tun. Die Corona-Maßnahmen tun es auch. Rund 50 Film- und Fernsehschauspieler, darunter bekannte wie Jan Josef Liefers, Ulrich Tukur, Nadja Uhl und Wotan Wilke Möhring,  sorgen derzeit für Aufsehen mit einer Internetaktion mit ironischen Videos zur Corona-Politik unter dem Motto #allesdichtmachen.

Dass die Wellen der Entrüstung derart hoch schlagen, wundert nicht nur die Beteiligten, sorgt für viel Diskussionsstoff vor allem in den sozialen Netzwerken und wirft viele Fragen auf. Vom Vorwurf, die SchauspielerInnen würden mit ihrer Aktion #allesdichtmachen die Corona-Maßnahmen und an Covid Erkrankte „verhöhnen“, „veräppeln“, sich darüber „lustig machen“ bis „schäbig“ reicht die Medienschelte in Zeitungen und im Fernsehen.

33 Videos stehen noch auf der Seite #allesdichtmachen auf Youtube. Sie sind sehr unterschiedlich gelungen in Machart, Aussage und Wirkung. Alle rufen auf eigene Weise zur Unterstützung der Corona-Maßnahmen der Bundesregierung auf.

Beispielsweise der Vorschlag von Thorsten Merten, der wegen des gebotenen Abstands die Bundesregierung auffordert, Familien entsprechend größere Wohnungen, Häuser oder Villen a la Spahn zu geben. Schön sarkastisch Cem Ali Gültekin, der als seinen „solidarischen  Beitrag“ früh reihum die Kinder in der Nachbarschaft weckt zum Schnelltesten für die Schule und sie stramm stehen lässt. Anrührend Maxim Mehmet, der seine Frau und Tochter nur noch per Skype sieht und die Kinder voneinander trennen musste, damit sie nicht zusammen spielen. Und einen Geburtstagskuchen mit Kerzen vor die Zimmertür der Tochter stellt, die er kaum noch sieht. „Doch ob drei, fünf oder zehn Jahre, wir können warten!“

Absurdkomisch macht sich Nina Gummich in ihrem Video für Meinungsfreiheit stark, indem sie sich gleich von ihrer eigenen Meinung befreit, bevor sie noch mehr infiziert. „Und für die Karriere ist es auch besser. Keine Meinung ist die beste Meinung…“

Schauspieler Hanns Zischler distanziert sich „vom Social Distancing, von all meinen Mitmenschen und mit aller gebotenen Schärfe von mir selbst. Ich distanziere mich von morgens bis abends. Mit anderen Worten: Ich halte Abstand.“

Fast schon kafkaesk wünscht sich Volker Bruch von der Regierung „mehr Angst, um sich an ihr festzuhalten.“ Sein Gesichtsausdruck mit ernster Miene, standhaft verzweifeltem Zusammenreißen und abgerungenem Lächeln lässt einen nicht los. Beeindruckend!

Einige Schauspieler haben ihre Videos wegen der heftigen Reaktionen inzwischen von der Seite genommen, die eigentlich ganz witzig waren wie das Video mit der Zwei-Zimmer-Atmung, wo ein Mann und eine Frau ständig die Zimmer wechseln, um den anderen zu schützen. Alternativ dazu zwei Tüten zum Ein- und Ausatmen, damit die Luft rein bleibt. Dieses Video hat Richy Müller inzwischen zurückgezogen. Auch das Video von Heike Makatsch ist nicht mehr zu sehen, in dem sie im Wohnzimmer saß und weder Paketbote noch Pizzalieferferdienst die Tür öffnete, um sich und die Nachbarn zu schützen und kein Infektionsrisiko einzugehen.

Anderes fand ich übertrieben, wie das ebenfalls zurückgezogene Video  einer Schauspielerin, die erzählte, wie sie die überlastete Polizei in der Corona-Zeit unterstützt, auch vor hartnäckigen Gegnern auf Demos. Indem sie ihre Kinder statt von ihnen lieber selbst mit dem Gummiknüppel verprügele.

Felix Klare hat sein Video wieder auf die Seite gestellt, gute Entscheidung!, in dem der Schauspieler und Vater von vier Kindern mit viel Ironie vom Homeschooling mit ihnen erzählt und klare Ansagen macht, damit sie spuren.

Besonders heftiger Gegenwind schlug Jan Josef Liefers entgegen, der in seinem Video ohne Umschweife, pointiert ironisch allen Medien unseres Landes dankt, die seit über einem Jahr „unermüdlich, verantwortungsvoll und mit klarer Haltung“ dafür sorgen, dass der „Alarm ganz oben bleibt“ und „kein unnötiger kritischer Disput uns ablenken kann von der Zustimmung zu den sinnvollen und immer angemessenen Maßnahmen unserer Regierung.“ Natürlich ist er mit seiner ostdeutschen Herkunft besonders sensibilisiert bei diesem Thema und für Zwischentöne. Mit schräg geneigtem Kopf und gutgläubig schaut Liefers in die Kamera, wenn er feststellt, dass schließlich „nur ganz wenige Spezialisten wissen, was wirklich gut für uns ist.“  Wer es anders sieht, wird eindringlich gemahnt. Liefers Rat: „Verzweifeln Sie ruhig, aber zweifeln Sie nicht!“ Sein Video hat mittlerweile über 1,3 Millionen Aufrufe.

Ein TV-Interview mit Jan Josef Liefers auf WDR über sein medienkritisches Video wurde zur Realsatire! Es glich einem Verhör, das der Moderator mit Liefers führte, der sichtlich mitgenommen vom Wirbel um die Aktion und die dauernden Rechtfertigungen dazu wie er sagte, war. Der Medienmann fühlte sich wohl persönlich angegriffen von Liefers Video. Getroffene Hunde bellen.

Im Interview in der TV-Sendung „drei nach neun“ ging es zwar sachlicher zu in der Diskussionsrunde über die Aktion #allesdichtmachen im Beisein von CDU-Kanzlerkandidat Laschet, der Liefers Meinung nicht teilt, aber andere Meinungen in einer Demokratie für unerlässlich hält. Die Frage stand im Raum, und auch Liefers, der zugeschaltet war, schien auf einmal verunsichert bis reuevoll, ob Ironie das geeignete Mittel für die heikle Corona-Thematik sei.

Mit welchen Mitteln, wenn nicht der Ironie, hätten sich die Schauspieler denn sonst Gehör verschaffen sollen? Aktionen wie „Stumme Künstler“ brachten alle nichts. Nun weiß man warum. Satire tut weh, da schreien alle auf. Sie lebt von der Übertreibung, um auf den wahren Kern zu stoßen. Wenn der Beifall dann auch noch von der falschen Seite kommt, wie Liefers dem Moderator im WDR-Interview erwiderte, ist das erst recht schlimm und ja es polarisiert. Wie das Land schon vor Corona gespalten war.

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht oder so: wie tief das Land schon in der Lethargie, im Gleichmut versunken ist. Und dass mit den Schauspielervideos doch einige wunde Punkte getroffen wurden und eine Auseinandersetzung damit not tut. Bezeichnend der Satz eines Regisseurs, Winkelmann (noch nie gehört und ich geh viel ins Theater): den Schauspielern habe man das Drehbuch (!) weggenommen… Deswegen sei das Ganze nach hinten losgegangen. Das erinnert mich ein bisschen an die Situation 89, als die Schauspieler nach der Vorstellung aus ihrer Rolle heraustraten und ihre persönliche Meinung zu den Zuständen äußerten.

Nichts anderes haben sie in den Videos getan, unverblümt, spontan, satirisch zugespitzt bis albern und beängstigend kafkaesk. Dass das manche derart vor den Kopf stößt, sie es missverstehen oder gar nicht, konnten die Schauspieler nicht ahnen, die aber auch Betroffene vom Lockdown wie wir alle sind und ihre eigenen Erfahrungen damit gemacht haben.

Vielleicht müssten manch andere mal ihr Drehbuch einen Moment weg legen und mehr auf sich selbst und das Leben hören und sehen. Die Videos von #allesdichtmachen sind Leben pur mit allen Emotionen, Widersprüchen, Wut, Schmerz, Traurigkeit, Angst und der leisen Hoffnung, zumindest gehört zu werden und ein paar Denkanstöße zu geben. Das ist doch die Aufgabe von Kunst, sich einzumischen in die Zeit, die Menschen zu bewegen und nicht klein beizugeben.

Dies ist  ein freies Land, wo jeder sagen und tun kann, was er will. Dachten auch die Schauspieler der Videos, die wohl nach über einem Jahr im Lockdown und geschlossenen Theatern einfach ihrem Spieltrieb nachgegeben und Corona und die Folgen und den Umgang damit von ganz oben bis unten weidlich ausgeschlachtet haben. Herausgekommen ist ein unschön verzerrtes Spiegelbild der Gesellschaft, damit die Öffentlichkeit endlich wahrnimmt, wie komplex die Corona-Misere tatsächlich ist.

Fazit: Wer offen ist, auch bereit zum Nach- und Mitdenken, wird in den teils klaren, teils absurd-hintersinnigen bis beklemmenden Szenen nicht nur Kritik an den Corona-Maßnahmen, sondern auch Anregungen finden. Nicht nur die Wortwahl, auch Stimme, Tonfall, Betonung, Körpereinsatz sagen viel aus. Entweder man sieht und versteht es oder nicht. Ganz wie im echten Polittheater.

Danke den SchauspielerInnen für diese selbstbewusste Aktion, die zeigt, dass Corona eben alle angeht, keinen kaltlässt und daher alle gemeinsam überlegen sollten, was zu tun ist, damit nicht alles dicht bleibt. Sondern wir alle uns bald wieder mitten im Leben wiederfinden.

Bis es soweit ist, vertreiben weitere kulturelle Aktionen wie Danser Encore den Lockdown-Blues. Die Welle der Lebensfreude von im öffentlichen Raum singenden und tanzenden Menschen aus Frankreich ist nun auch hierzulande angekommen. Der erste Flashmob dieser Art fand letzten Freitag nachmittag auch in Dresden am Blauen Wunder statt, leider griff die Polizei ein, wie vorher schon bei einem spontanen Straßencafé mit Kaffee und Kuchen und Begegnung vor dem Weimarer Theater und dem Denkmal mit Goethe und Schiller. Wenn die wüssten!

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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