Aus dem Geschichtenbuch entsteigt eines Nachts Peter Pan und entführt Wendy und ihren Bruder in seine aufregend fantasievolle Welt voller Abenteuer und Gefahren.
Übermütige Luftsprünge und Abenteuer in wild-fantasievoller Traumreise besiegen die Schatten
Das Stück „Peter Pan“ lässt kleine und große Zuschauer staunen, lachen und mitfiebern mit den Kindern einer wohlbehüteten Familie auf ihrer Reise nach Nimmerland, wo Kinder niemals erwachsen werden.
Der Sternenhimmel funkelt. Zwei Traumgestalten stecken leise kichernd ihre Köpfe durch den nachtblauen Vorhang zu den zwei schlafenden Kindern Wendy und John und springen schnurstracks in ihr Bett. Sie toben vergnügt umher und reisen in die fantastische Welt von „Peter Pan“ nach Nimmerland, wo sie jede Menge Abenteuer erleben und Gefahren bestehen. Die zauberhafte Geschichte über jenen Ort, wo Kinder niemals erwachsen werden, inszeniert von Manuel Schöbel nach Motiven des Kinderbuchklassikers von James Matthew Barrie hatte am vergangenen Sonnabend Premiere und eröffnete gleichzeitig den Theatersommer der Landesbühnen Sachsen im Theaterzelt von André Sarrasani vor imposanter Felsenkulisse im Kurort Rathen.
In einer Mischung aus Schauspiel, Schatten- und Figurentheater, begleitet von mal heiteren, verträumten Gitarrenliedern und mal wild urwüchsigen Trommelklängen kam das Stück „Peter Pan“ als Theatervergnügen für die ganze Familie auf die Bühne (Musik und Liedtexte: Alexander Wulke, Ausstattung: Stefan Weil). Mit märchenhaften Kostümen und witzig-fantasievoll erzählt mit wenigen Requisiten, entführt die Aufführung an schöne und gruslige Traumorte. Wendy (aufgeweckt-selbstbewusst: Tammy Girke) wiegt nicht nur ihre Puppe im Arm, sondern ist ebenso abenteuerlustig wie ihr Bruder John (Justin V. John) und sie kämpfen auch mal mit Kochlöffel und Regenschirm wild gegeneinander. Für ihren gestrengen Vater (Alexander Wulke) im blauen Gehrock ist Peter Pan daher wie ein Gespenst und Unruhegeist, der die Kinder verdirbt. Amüsant wie er als Piratenanführer Käpt`n Hook mit Eisenhaken-Hand in der Traumwelt Peter und seine Freunde, die verlorenen, frei umherstreifenden Kinder, verfolgt und gefangen nehmen will, die jedoch immer wieder entwischen.
Mit der geheimnisvollen Fee Glitzerklang (lustig-anmutig: Julia Rani) fliegen Peter Pan, Wendy und John in übermütigen Luftsprüngen hoch über der Bühne mit einer Seilvorrichtung (Flug-Choreografie: Sarrasani Entertainment GmbH). Im zweiten Teil gewinnt die Aufführung noch mehr an Fahrt und Spannung, sorgt der naiv-tolpatschige Kampf der Piraten samt Kanone und allerlei fiesen Tricks gegen Peter Pan und die Kinder unter der Parole „Hackfleisch“ gegen „Pudding“ für viel Spaß bei kleinen und großen Zuschauern. Wenn der Pirat Smee mit Augenklappe, Fernrohr und französisch säuselnd (schlau-gewitzt: Moritz Gabriel) dem hart gesottenen Käpt`n Hook Paroli bietet. Schön skurril auch das verfressene Krokodil, das einen Wecker verschluckt hat und laut tickend, immer wieder auftaucht und auf Beute lauert.
Peter Pan (Felix Lydike) in Fransenhosen und Wuschelhaar ist ein Luftikus, ein unbeschwert und sorglos in den Tag lebender Junge, der vor nichts Angst hat, sich von der Welt der Erwachsenen und ihren Regeln fernhält, die ihn langweilen. Er staunt über den Kuss, der von Wendy zu ihm fliegt wie ein kostbarer Vogel, doch als sie wieder nachhause will, hält er sie nicht auf. Sie bringt den verlorenen, unartigen Kindern (gespielt von Studierenden der Theaterakademie Sachsen) Manieren bei und erzählt ihnen vor dem Zubettgehen die Geschichte von Aschenbrödel wie ihre Mutter (sanft-liebevoll: Sandra Maria Huimann).
Durch seinen Leichtsinn verliert Peter Pan beinah seine geliebte Fee Glitzerklang. Doch Feen sterben nicht, wenn man an sie glaubt. Durch den herzlichen Applaus des Publikums erwacht sie wieder zum Leben und schwirrt lächelnd und glucksend davon. Und Peter Pan bleibt das ewige, ungebändigte Kind, das uns Erwachsene daran erinnert, das Träumen nicht zu verlernen.
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Weitere Termine: http://www.landesbuehnen-sachsen.de Sommertheater im Zelt vor imposanter Felsenkulisse im Kurort Rathen in der Sächsischen Schweiz. Noch beschaulicher und weniger überlaufen als sonst, lockt Kultur- und Landschaftsgenuss gleichzeitig.
Spagat zwischen wundersamer und wahrhaftiger Welt: Die Schauspielerin und Regisseurin Sandra Maria Huimann zeigt ihre vierte Regiearbeit „Alice im Wunderland“. Hier zwei Ausschnitte von den Proben im April in den Landesbühnen.
Ein verrücktes Spiel zwischen Vergessen und Erinnern
Die Inszenierung „Alice im Wunderland“ nach dem bekannten Kinderbuch von Lewis Carroll in einer Bühnenfassung von Roland Schimmelpfennig entführt die Zuschauer in die wundersame Welt von Alice, die an Alzheimer Demenz erkrankt ist. Die Stream-Premiere ist am 11. Juni, 20 Uhr auf http://www.dringeblieben.de zu sehen. Premiere hat das Stück der Landesbühnen Sachsen in Kooperation mit dem Societaetstheater dann dort im Oktober.
Eine Frau in weißem Nachthemd, Hausschuhen und grauem Haar steht mitten auf der Bühne und sieht sich verwundert um. Seltsame Gestalten laufen mit rudernden Armbewegungen um sie herum und wollen mit ihr im „Tränenteich“ schwimmen. Ein Mädchen in rot geblümtem Kleid, das aussieht wie sie selbst in jungen Jahren, klatscht mit ihr in die Hände zum Lied „Alle meine Entchen“.
Wundersame Dinge gehen vor sich. Das weiße Kaninchen hält sie für sein Hausmädchen. „Ich hol ihm besser seinen Fächer und seine Handschuhe. Wenn es wüsste, wer ich wirklich bin. Aber wer bin ich wirklich?!“, fragt sich die alte Alice. Ihr Sohn hat nie Zeit und das Kaninchen läuft immer weg. Irgendwann weiß die alte Frau nicht mehr, wer hier verrückter ist: der Hutmacher oder sie. Der ist auch noch Ärztin und will Alice helfen, genauso wie Dideldum und Dideldei, zwei Pflegekräfte.
Anrührend komisch, skurril, traurig, nachdenklich und sprachspielerisch philosophisch entführt das Stück „Alice im Wunderland“, inszeniert als Märchen für Erwachsene nach dem berühmten Kinderbuch von Lewis Carroll in einer Bühnenfassung von Roland Schimmelpfennig, in eine besondere Welt. Einen ersten Vorgeschmack gab es bei einem Probenbesuch in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Die Inszenierung in Kooperation mit dem Societaetstheater Dresden sollte dort eigentlich am 13. Mai, um 20 Uhr Premiere haben, musste dann aber wegen des verlängerten Lockdowns coronabedingt abgesagt werden.
Nun soll das Stück zur neuen Spielzeit im Oktober im Societaetstheater zu sehen sein. Die Stream-Premiere ist bereits morgen, am 11. Juni, 20 Uhr im Internet zu sehen (siehe Link unter dem Beitrag).
Regie führt Sandra Maria Huimann. Die gebürtige Wienerin absolvierte das dortige Konservatorium für Schauspiel und schloss mit dem Bachelor ab. Seit 2009 ist Sandra Maria Huimann als Schauspielerin im Ensemble der Landesbühnen Sachsen engagiert und wohnt in Dresden. „Alice im Wunderland“ ist ihre vierte Regiearbeit. „Das Publikum erlebt die Geschichte aus der Perspektive von Alice, die an Alzheimer Demenz erkrankt ist. Wir versuchen ihre Wahrnehmung zu ergründen“, sagt Sandra Maria Huimann. Das geschieht in sehr körperorientiertem Spiel. Da die Darsteller, die bei den Proben Masken tragen, sich nicht anfassen dürfen wegen Corona, treten sie in Beziehung vor allem über Sprache, Körper und Rhythmus. Mir dieser Form sei sie glücklich.
„Denn es geht in dieser Geschichte ja viel um sich wiederholende Zeit und verloren gehendes Körpergefühl. Irgendwann gelangen betroffene Menschen an einen Punkt, wo sie den Bezug zur Außenwelt verlieren“, erklärt sie. „Es geht viel um Erinnerung und eine Neubewertung der Situation aus dem Wissen, das Alice gerade hat.“ Das Stück entführe aber in keine bunte Fantasiewelt. Als Kulisse dient ein weißer Raum, in einem Pflegeheim für an Alzheimer Erkrankte, der sich mittels Licht und Projektion verwandelt. Alle Figuren haben eine reale und eine Wunderland-Figur.
Zur Vorbereitung auf das Stück nahm Sandra Maria Huimann teil an einem online Kurs für Angehörige von Menschen, die mit Demenz leben mit Eva Helms, Leiterin des Infopunkts Demenzpflege im Familienzentrum Radebeul. “Ich hab versucht mir alles anzueignen, was es über diese Krankheit gibt, was Pflegepersonal und Angehörige erleben, um die einzelnen Perspektiven zu verstehen“, so die Regisseurin. Auch die Darsteller machten mit bei dem Kurs. Zusammen mit fünf Schauspielern der Landesbühnen – Anke Teickner als Alice Alzheimer, Luca Lehnert als Mädchen Alice, Michael Heuser als Patient X, Michael Berndt-Cananá als Pfleger 1 und Grian Duesberg als Pfleger 2 – stehen zwei Gäste aus der freien Szene auf der Bühne. Sabine Köhler als Hutmacher und Tobias Herzz-Hallbauer spielt Alices Sohn und hat die Musik für die Inszenierung komponiert. „Menschen mit Demenz haben ein großes Empfinden für Emotionen und Stimmungen und merken an der Stimme, dass jemand da ist, der es gut mit ihnen meint. Wenn man sich auf ihre Welt einlässt und darauf eingeht, dann kann man die Verbindung zu ihnen aufrechterhalten“, weiß Sandra Maria-Huimann.
Sie liebt ihren Beruf als Schauspielerin und führt gern Regie: „Ich finde es großartig, die Position des anderen einzunehmen und es ergänzt und bereichert sich beides. Als Regisseurin muss ich den roten Faden zusammenhalten, innerhalb dessen gibt es viele Möglichkeiten und wir finden einen Konsens, mit dem alle zufrieden sind.“ Sie selbst ist als „Aschenbrödel“ vor der Moritzburger Schlosskulisse wieder ab 3. Juli zu sehen, im Stück „Jedermann“ spielt sie die „Buhlschaft“ im Hof der Albrechtsburg Meißen und in der Liebeskomödie „Zuhause bin ich Darling“ im September in den Landesbühnen Sachsen.
Außerdem ist Sandra Maria Huimann die Frontfrau und Sängerin der Band „Machine de Beauvoir“, in der elektronische, sehr extravagante Musik und eigene Songs sowie Liedtexte großer Dichter und Denker von Brecht, Kafka und Oskar Wilde aufeinander treffen. Sie genießt die Momente im Wunderland auf der Bühne, sucht in jeder Rolle nach Wahrhaftigkeit wie auch im eigenen Leben. Ihr Motto dabei: Voller Neugier und einem Blick darauf, andere Wahrnehmungen und Geschichten genauso zu respektieren und zu verstehen.
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Stream – Premiere „Alice im Wunderland“, Märchen für Erwachsene nach Lewis Carroll von Roland Schimmelpfennig: 11. Juni, 20 Uhr
Weitere Aufführungen: 19.6., 19.00 Uhr und 25.6.19.00 Uhr als Stream und dann im Oktober folgt die Premiere im Societaetstheater Dresden
Spaß am Rollenspiel & Geschichtenerzählen: Schauspieler Moritz Gabriel. Foto (lv)
Eintauchen in fantastische Welten
Wenn er nicht auf der Bühne steht, experimentiert Moritz Gabriel gern mit Rollenspielen & Storytelling, allein und mit Freunden, und stellt seine Geschichten ins Internet.
Ein Brot schwebt durch die Luft in einem leeren Lokal mit loderndem Kaminfeuer. Ein bärtiger Mann eilt durch mittelalterliche Gassen, springt über Marktstände und sucht in jedem Winkel. Nicht nach Gästen, sondern Hexen mit spitzen Hüten und fliegenden Besen wie sich herausstellt. Die Spieler verteilen ihre Rollen, Jäger und Hexen, und das witzig-abenteuerliche Versteck- und Findespiel geht in die nächste Runde. In diesem live gestreamten online Videospiel geht es den Teilnehmern neben dem Spaß und der Spannung am Gewinnen oder Verlieren vor allem um das gemeinsame Erlebnis. Zuschauer können am Bildschirm an ihrer Interaktion teilhaben.
Rollenspiele und Storytelling, bei denen man in fantastische Welten eintauchen kann, erfreuen sich wachsender Beliebtheit in allen Altersklassen. “Als Rollenspieler wollte ich schon länger Geschichten streamen. Ich glaube, dass diese Form vielen Menschen helfen kann, weil es die Kreativität anregt, die Fähigkeit zu kommunizieren und es macht unglaublich viel Spaß“, sagt Moritz Gabriel (39).
Seit der Spielzeit 2013/2014 ist er als Schauspieler fest engagiert in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul und wohnt in Dresden. Während des coronabedingten Lockdown hatte er weniger Proben und mehr Zeit für sein liebstes Hobby. Seit seinem zwölften Lebensjahr faszinieren ihn Rollenspiele, aber noch mehr Storytelling, das Geschichten erzählen als ein Teil davon. Letzteres interessiere ihn auch am meisten am Theater. Begonnen bei Comics, über Computer- und Brettspiele bis zu Lego mag er Spiele aller Art. „Aber ich spiele nicht um Geld.“
„Man kann in andere Rollen schlüpfen, seine Schüchternheit überwinden, schlauer, selbstbewusster, stärker oder dümmer sein als man selber und sich im geschütztem Rahmen des Spiels mit Emotionen auseinandersetzen“, gefällt Moritz Gabriel an Rollenspielen und am Spiel auf der Bühne. Etwa zu spielen, dass man den Vater verloren hat und auf einen Rachefeldzug zu gehen, den man nicht unbedingt persönlich erleben will, aber diese Kraft mal zu spüren. Junge Liebhaberrollen und romantische Helden wie Romeo mag er weniger, so Moritz Gabriel. “Mich interessiert keine Figur auf der Bühne, die nur fühlt und nicht denkt.“
Seine Traumrolle ist Leonce aus Büchners Trauerspiel „Leonce und Lena“. “Eine Figur, die alles durchschaut, aber nicht anders handeln kann aufgrund ihres Charakters und scheitert, das ist viel tragischer und interessiert mich mehr.“ Den Leonce spielte Moritz Gabriel am Theaterhaus Stuttgart und Werschinin aus Tschechows „Drei Schwestern“ bereits im Theaterjugendclub in Konstanz im Süden Deutschlands. Dort wurde er 1982 geboren. Sein Vater lehrte als Logiker und Sprachwissenschaftler und war Leiter der Fakultät an der Universität in Jena. Als Kind war für Moritz Gabriel Deutschland ein Land, das er nicht in Osten und Westen teilte, sondern das sich in vier Himmelsrichtungen erstreckt. So sieht er es bis heute.
Eigentlich wollte er Physiker werden, Astrophysik findet er spannend. Doch dann entschied er sich doch für Schauspiel, weil das Spiel mit Sprache und Bewegung ihn reizt. Seit seiner Jugend tanzt er bei Gelegenheit außerdem gern Rock`n`Roll, Swing Balboa und Tango Argentino. Er studierte an der Folkwanghochschule in Essen Schauspiel und schloss mit dem Diplom ab. Danach arbeitete Gabriel bis 2010 in der freien Theaterszene und war von 2010 bis `012 am Theater der jungen Welt in Leipzig engagiert. Das Live-Rollenspiel schöpft aus dem Improtheater und es gibt viele Darstellungsformen. Die klassische Variante geht einfach: Zuhause gemeinsam am Tisch sitzen und eine Geschichte erzählen und spielen.
„Ein Spielleiter legt die Welt und Nichtspielercharaktere, Milieu, Zeit und Genre fest, in der die Protagonisten sich bewegen. Das reicht von Mittelalter, Fantasy, Sience Fiction bis Krimi“, erklärt Gabriel. Moritz Gabriel ist online sein eigener Spieler und Spielleiter und bevorzugt das Genre des Cyperpunk. Beim Storytelling interessieren ihn frei nach George Orwell Szenarien in der nahen Zukunft, Dystopien, die überspitzt eine unterdrückende Gesellschaft zeigen und wie man selber als machtlose Figur überlebt. Im Wohnzimmer baut er Kamera und Mikro auf und streamt seine Rollenspiele und Geschichten live im digitalen Raum. Zu sehen sind sie auf seinem eigenen Kanal im Internet (www.twitch.tv). Dort spielt Moritz Gabriel als theMelrakki, das isländische Wort für Polarfuchs. Er war schon dort und Füchse sind sein Totem-Krafttier, da sie neugierig, sehr vorsichtig, aber auch clever, nicht domestiziert, durchtrieben und sehr individuell seien. Anregungen für die Rollenspiele findet er auf der Plattform „Roll 20“ im Netz, wo man auch Bilder hochladen und Würfel-Würfe rollen kann, mit denen bestimmte Details für den Handlungsverlauf festgelegt werden. Als Hilfsmittel und zur Inspiration nutzt Gabriel auch gern „Ironsworn“, ein Regelwerk aus einer mittelalterlichen Welt und einem Storytelling-Tool als ergiebiges „Geschichtenerzählhandwerker-Köfferchen“.
Seine Lieblingstheaterform ist „Teppichtheater“, das früher auf Marktplätzen ausgebreitet wurde zum Geschichtenerzählen. Dazu passen auch die erste Regiearbeit von Moritz Gabriel an den Landesbühnen: das Stück „Salzwasser“ in der Tradition von irischem Kneipentheater und die „Geschichte einer Tigerin“ von Dario Fo, gespielt von Gabriel mit intensivem Erzähl- und Körpertheater im Überlebenskampf eines verletzten Soldaten in der Wildnis. Derzeit laufen die Proben für die Inszenierung „Peter Pan“, wo Moritz Gabriel die Rolle des gewitzt-schlauen Piraten „Smee“ spielt. Die Premiere ist am 4. und 5.Juni im Theatersommerzelt der Landesbühnen in Rathen. Außerdem kommt das nächste Stück unter seiner Regie mit dem Titel „Atmen“ von Mc Millen über ein modernes Paar im Zwiespalt seiner Wünsche und Lebensvorstellungen im Herbst in den Landesbühnen in Radebeul heraus.
Premiere „Winnetou I“ von Olaf Hörbe nach Karl May im Lößnitzgrund in Radebeul in einer Inszenierung der Landesbühnen Sachsen in Radebeul unter Regie von Manuel Schöbel am 29. Mai, um, 19.30 Uhr,
Das Stück „Winnetou I“ von Olaf Hörbe nach Karl May der Landesbühnen Sachsen hat unter Regie von Manuel Schöbel am 29. Mai, um 19.30 Uhr im Radebeuler Lößnitzgrund Premiere. Gespielt wird bis 13. Juni.
In Radebeul entwarf Karl May seine berühmtesten Romanfiguren: Winnetou und Old Shatterhand.
„ Wir sind zuversichtlich am 29. Mai 2021 endlich starten zu können und freuen uns auf die Vorstellungen von „Winnetou I“ im Radebeuler Lößnitzgrund. Dankbar sind wir für die Unterstützung der Stadt Radebeul. Aus den Büchern, die einst Karl May hier in Radebeul geschrieben hat, steigen die Figuren auf die Bühne im Lößnitzgrund und wir freuen uns auf den Moment, wenn unser Winnetou sozusagen nach Hause kommt“, so Manuel Schöbel, Intendant der Landesbühnen Sachsen.
Für die Vorstellungen im Lößnitzgrund greifen die Landesbühnen Sachsen auf die Inszenierung zurück, die für die Felsenbühne Rathen entstand. Die Felsenbühne Rathen wird bis zum Sommer 2022 wegen eines umfangreichen Umbaus nicht bespielt.
Die Inszenierung wird den räumlichen Gegebenheiten angepasst und auch für alle, die die Aufführung im Elbsandsteingebirge schon gesehen haben, Überraschungen und Neues bereithalten.
Die Schienen für den Bau der Eisenbahn sind ein fremdes Element auf der indianischen Erde – und Vorboten der weiteren Eroberung. Der junge Häuptling Winnetou (Michael Berndt-Cananá) weiß um die technische Überlegenheit der weißen Eroberer. Gleichzeitig ist mit Klekih-petra ein weißer Mann an seiner Seite, der nicht den Feindbildern entspricht. Winnetou sucht nach Lösungen für die tiefe Krise, in der sich die Indianer befinden. Banditen wie Santer greifen die Lebensgrundlage der Indianer immer wieder an. In dieser Situation treffen Winnetou und Old Shatterhand (Jan Baake) aufeinander. Doch bis zur Blutsbrüderschaft der beiden ist es noch ein weiter Weg…
Effektvolle Kämpfe, Stunts und artistische Einlagen verleihen der Aufführung einen besonderen Reiz.
Hinweise zum Hygienekonzept und Anfahrt s.U.
Termine:
Sa 29.05.2021 19:30 Premiere Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
So 30.05.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
Do 03.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
Fr 04.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
Sa 05.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
So 06.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
Do 10.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
Fr 11.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
Sa 12.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
So 13.06.2021 19:30 Winnetou I Lößnitzgrund Radebeul
Winnetou I von Olaf Hörbe nach Karl May
Die Felsenbühne Rathen ist die Freilichtbühne mit der längsten Tradition der Karl-May Festspiele. Bereits 1938 ritten Karl Mays Helden – allerdings politisch einseitig interpretiert und benutzt – hier über di
Mit Jürgen Haase als Winnetou und Herbert Graedtke als Old Shatterhand begann 1984 in «Der Schatz im Silbersee» die neue Ära der Karl-May Stücke. Es folgten unter anderem «Winnetou», «Der Ölprinz», «Old Surehand», «Unter Geiern», «Der Schatz im Silbersee». Allein bei sechs Inszenierungen nach Karl May sorgte Olaf Hörbe für das Textbuch und die Regie. Auch für die aktuelle Version von „Winnetou I“ konnte Olaf Hörbe als Autor gewonnen werden. Die Inszenierung erlebte bisher 71 Vorstellungen auf der Felsenbühne Rathen.
Erzählt wird die Geschichte Winnetous (Michael Berndt-Cananá). Der junge Häuptling weiß um die technische Überlegenheit der weißen Eroberer. Er hat eine Ahnung von der Größe der Welt hinter dem Ozean. Gleichzeitig ist mit Klekih-petra ein weißer Mann an seiner Seite, der nicht den Feindbildern entspricht. Winnetou sucht nach Lösungen für die tiefe Krise, in der sich die Indianer befinden. Die Schienen für den Bau der Eisenbahn sind ein fremdes Element auf der indianischen Erde – und Vorboten der weiteren Eroberung. Banditen wie Santer greifen die Lebensgrundlage der Indianer an. Für Winnetou wird es schwer, die Indianer von Racheakten abzuhalten. In dieser Situation treffen Winnetou und Old Shatterhand (Jan Baake) aufeinander. Doch bis zur Blutsbrüderschaft der beiden ist es noch ein weiter Weg. Ihre Geschichte führt sie ins Lager der Apachen, in die Westernstadt St. Louis, zu den Landvermessern nahe der Station «Little Paradise» und in die Berge auf der Spur des Goldes. Geritten wird wie immer auf feurigen Pferden. Effektvolle Kämpfe, Stunts und artistische Einlagen verleihen der Aufführung einen besonderen Reiz.
Michael Berndt Cananá reitet als Winnetou seit 17. Mai 2014 in Rathen: Michael Berndt Cananá wurde am 7.1.1980 in Dresden geboren und hat seine Schauspielausbildung von 2004-2008 an der Berliner Schule für Schauspiel absolviert und dort aktiv in der BSFSSM (Berliner Schulen für Schauspiel-Schulmannschaft) mitgespielt. Anschließend folgte sein erstes Engagement am Landestheater Neustrelitz, bevor er 2012 an die Landesbühnen Sachsen wechselte. Auf der Felsenbühne Rathen spielte er bereits ab 2012 Apanatschka und ab 2014 Winnetou in „Old Surehand“.
Jürgen Haase, 2018 zum letzten Mal die Rolle des Old Shatterhand auf der Felsenbühne Rathen. Er hat mit einer kurzen Unterbrechung von 2007 bis 2012 über 30 Jahre Karl-May-Geschichte in Rathen mitgeschrieben und erlebt. Ab 1984 war er der erste Winnetou der Felsenbühne Rathen. 1991 übernahm er die Rolle des Blutsbruders Old Shatterhand. Nach einer Pause nach 2006 hat ihn Manuel Schöbel 2012 auf die Felsenbühne zurückgeholt. Ab 2014 spielte er wieder Old Shatterhand. Er übergab nach der Vorstellung am 1.9. 2018 seinen Henrystutzen an seinen Nachfolger Holger Uwe Thews: In diesem Sommer spielt Jürgen Haase die Rolle des Santer und Holger Uwe Thes den Medizinmann.
Und noch ein Schauspieler prägte die lange Karl-May-Tradition der Landesbühnen Sachsen.
Olaf Hörbe, verkörpert in diesem Sommer erneut den Häuptling Intschu-tschuna, den Vater Winnetous, im aktuellen Stück „Winnetou I“. Er ist zugleich der Autor des Stückes. Insgesamt schrieb er 6 Karl-May Stücke für Rathen und inszenierte sie selbst von 1995 bis 2010.
Der neue Old Shatterhand – Jan Baake wuchs in Jena auf. Hier spielte er sieben Jahre Pantomime bei Harald Seime. Seine Ausbildung zum Schauspieler erhielt er an der HMT Leipzig und war von 1997 bis 2003 Ensemblemitglied am DNT Weimar, dem Volkstheater Rostock und dem Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau.
Seit 2004 arbeitet er freiberuflich. Für die Produktionen „Spur des Falken“ und „Weiße Wölfe“ lernte er beim Awego-Stuntteam der Brüder Kahl das Reiten und spielte 2001 und 2002 in der Hauptrolle als „Weitspähender Falke“ für das GHT-Zittau auf der Waldbühne Jonsdorf und 2006 bei den Störtebeker-Festspielen in Ralswiek. In dieser Zeit begann er auch seine Arbeit als Regisseur und spielte und inszenierte seit dem unter anderem am Theater der Jungen Welt in Leipzig, dem TAG Wien, der Staatsoper Hamburg, dem ThaliaTheater Halle, dem Theater Plauen-Zwickau, der Alten Oper in Erfurt und initiierte ein Strassentheaterprojekt in Kairo.
Im TV wirkte er als Schauspieler u.a. für „Tatort Weimar“, „Soko Leipzig“, „Abschnitt 40“, „In aller Freundschaft“, „Tatort Leipzig“ mit.
An den Landesbühnen Sachsen war er 2018 und 2019 in den Produktionen „Geheimnis der Hebamme“ und „Der gestiefelte Kater“ zu erleben. 2020 spielte er in einer Inszenierung von Ute Raab den Trinker in „Der Trinker“ von Hans Fallada..
Darsteller: Winnetou– Michael Berndt-Cananá; Old Shatterhand– Jan Baake a.G.; Sam Hawkens – Grian Duesberg; Santer – Jürgen Haase a.G; Intschu-tschuna – Olaf Hörbe a.G.; Klekih-petra– Lutz Hillmann a.G./ Frank Siebert a.G.;
Nscho-tschi – Julia Vincze; Kliuna-ai/ Mary (Chefin der Mädchenband) – Christin Rettig; Tangua- Matthias Avemarg; Medizinmann –Holger Uwe Thews; Bancroft/Mr. Henry/Apache -Thomas Förster a.G.;
Stone – Felix Lydike/Max Oskar Henel a.G.; Mr. White/Clay – Johannes Krobbach; Wirtin – Anke Teickner; Wirt/Metan-akva/ Rattler — Holger Kahl; Santers Assistent / Apachen Trommler – David Leubner a.G.; Parker-Thomas Strangfeld;
Mädchenband- Christin Rettig, Lena Beltermann, , Anna-Luise Wolf
Kiowa, Apachen, Siedler, Banditen, Vermesser – AWEGO und Komparserie der Landesbühnen
Premiere war auf der Felsenbühne Rathen am 4. Juli 2015
Jetzt aber muß ich schließen, weil ich mir einen Kaffee, den Sie auch gern trinken, kochen will. Das Wasser singt im Topfe. Es klingt grad wie: „Im lieben, schönen Lößnitzgrund […][2]
Zu Mays Lebzeiten wurde dieses Poem nicht veröffentlicht.
Für Besucher:innen gelten bis auf Weiteres folgende Hygienemaßnahmen vor Ort:
Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes im/auf dem gesamten Spielgelände
Mindestabstand von 1,5 m zu fremden Hausständen
Besucher:innen mit Symptomen einer Covid-19-Infektion ist der Zutritt untersagt
Bei einer Inzidenz zwischen 100 und 50 sind wir außerdem verpflichtet, folgende Nachweise von Ihnen zu kontrollieren:
Nachweis eines tagesaktuellen negativen Corona-Testergebnisses aus einem Testzentrum (nicht älter als 24h)
ODER: Nachweis über vollständige Impfung oder Genesung nach den geltenden Regeln
Darüber hinaus sind wir verpflichtet, Ihre Kontaktdaten (Name, Anschrift) aufzunehmen und 4 Wochen für eine Nachverfolgung bei Bekanntwerden eines Infektionsfalls aufzubewahren. Dafür können Sie die perforierten Abschnitte auf Ihrem Hardticket bzw. den markierten Abschnitt auf Ihrem print@home-Ticket nutzen. Die ausgefüllten Abschnitte sammeln wir am Spielort ein und verwahren sie sicher vor dem Zugriff unbefugter Dritter.
Bitte halten Sie für einen zügigen Einlass daher Folgendes bereit:
Ticket mit ausgefüllter Kontaktdatenerfassung (Vor- und Zuname, Telefonnummer/E-Mail-Adresse, vollständige Anschrift)
Ausweisdokument
Negatives Test-Ergebnis / Nachweis über vollständigen Impfschutz / Nachweis über überstandene Covid-19-Infektion ggf. in Kombination mit Impfung
Ab einer Inzidenz unter 50 ist vorgesehen, dass die vorgenannten Nachweispflichten an unseren Spielstätten entfallen.
LÖSSNITZGRUND RADEBEU
Für unsere Vorstellungen von „Winnetou I“ im Lößnitzgrund Radebeul haben wir hier die wichtigsten Informationen für Besucher:innen zusammen gestellt.
ANFAHRT
Während unserer Vorstellungen wird die direkte Zufahrt zum Spielort auf der Lößnitzgrundstraße aufgrund der örtlichen Gegebenheiten gesperrt. Wir empfehlen daher:
die Anfahrt mit der Lößnitzgrundbahn (bis zur Haltestelle „Lößnitzgrund“ 260 m, ca. 3 Min. Fußweg). Fahrtzeiten, Preise und wichtige Hinweise der Lößnitzgrundbahn finden Sie unter: https://www.loessnitzgrundbahn.de/
oder das Parken auf folgenden Parkplätzen:
Parkplatz an der Spielstätte (begrenzte Kapazität)
Parkplatz am Bilzbad, ca. 11 Min. Fußweg ( 750 m)
Parkplatz gegenüber der Landesbühnen Sachsen, ca. 20 Min. Fußweg (1,9 km)
GPS Koordinaten für die Planung der eigenen Anreise (einfach kopieren und in Google Maps oder der Google Suche eingeben):
51.11951658119005, 13.65485810011821
ZUGANG & KASSE
Der Eingang zur Spielstätte „Lößnitzgrund – Little Tombstone“ befindet sich im südlichen Bereich des Geländes. Hier finden Sie die Abendkasse (bis Ende der Spielzeit 2020 / 2021 ohne Abendkassenzuschlag) und den Kontrollpunkt für die negativen Testnachweise bzw. Nachweise über Impfung/Genesung. Personen ohne gültigen Nachweis (negativer Corona-Test, Impfung, Genesung) können wir leider keinen Zutritt zu unserer Spielstätte gewähren. Bitte bemühen Sie sich daher im Vorfeld der Vorstellung um den erforderlichen Nachweis.
ACHTUNG: Keine Verarbeitung von Gutscheinen garantiert
Leider können wir Besuchern:innen, die über einen Gutschein der Landesbühnen Sachsen verfügen, keine Einlösung vor Ort an der Spielstätte „Lößnitzgrund – Little Tombstone“ garantieren. Wir bitten Sie daher, Gutscheine bereits im Vorfeld der Veranstaltung in der Theaterkasse Radebeuleinzulösen.
TESTZENTREN IN DER UMGEBUNG
Ein Testzentrum an der Spielstätte ist in Vorbereitung. Über die genauen Öffnungszeiten informieren wir Sie zeitnah.
Weitere Testzentren für Ihren Besuch an der Spielstätte Lößnitzgrund Radebeul finden Sie in Radebeul:
Auf unserer Spielstätte finden Sie Sanitäranlagen, die vor sowie nach der Vorstellung kostenfrei genutzt werden können (unter Einhaltung der geltenden Corona-Schutz-Maßnahmen).
Ein gastronomisches Angebot auf dem Gelände wird über unseren Partner GOURMETTA bereit gestellt. Weitere gastronomische Angebote in Radebeul finden Sie auch z. B. in Altkötzschenbroda.
DIREKTKONTAKT:
Informationen rund um Tickets und Ihren Besuch im Lößnitzgrund Radebeul erhalten Sie unter:
Das Leben als Traum: „Das Buch der Unruhe“ von Fernando Pessoa kommt eine Nacht lang, in einer achtstündigen Aufführung unter Regie von Sebastian Hartmann live aus dem Lichthof des Albertinums gestreamt, ins Wohnzimmer. Auf dem Foto: Schauspielerin Luise Aschenbrenner. 4. Juni, 22 – 6 Uhr. Foto: Sebastian Hoppe
Sehnsucht nach Sicherheit und Identität: Von Menschen, die in Grenzorten leben und ihren Erfahrungen erzählt die Uraufführung von „Anschluss“ von Jaroslav Rudiš unter Regie von Alexander Riemenschneider. Auf dem Bild: Moritz Dürr, Sven Hönig, Philipp Lux, Holger Hübner. 25. Juni, 19.30 Uhr, Kleines Haus 1. Foto: Sebastian Hoppe
Eine Konferenz der Abwesenden, Theater zwischen Schlaf und Traum mit Pessoas „Buch der Unruhe“, Sommerfrische im eigenen Land & in Grenzorten & Schillers „Die Räuber“
Mit fünf Aufführungen zu spannenden aktuellen Themen, davon eine digital übertragen aus dem Lichthof des Albertinums, öffnet sich nach einem Jahr coronabedingter Pause wieder der Vorhang auf der Großen Bühne im Schauspielhaus und im Kleinen Haus.
Am 1. Juni 2021 kann das Staatsschauspiel Dresden seine Spielstätten endlich wieder für Publikum öffnen. Intendant Joachim Klement: „Es war für uns keine einfache Zeit – insbesondere auch für die künstlerischen Teams und das Ensemble, die mit großer Disziplin im vergangenen Jahr Inszenierungen probten und zur Premierenreife brachten, ohne Gewissheit zu haben, wann es für sie endlich möglich sein würde, das Erarbeitete dem Publikum zu präsentieren. Umso mehr freuen sich alle Mitarbeiter*innen am Haus nun, im Juni gleich fünf dieser neuen Arbeiten zeigen zu können!“
Den Auftakt macht am 1. Juni 2021, 19.30 Uhr im Kleinen Haus 1 die Uraufführung von KONFERENZ DER ABWESENDEN, eine Produktion von Rimini Protokoll, die in der weltumspannenden Krise einer Pandemie die Antwort radikal in weltweiter Zusammenarbeit findet. Und doch ist diese zutiefst lokal verankert – im Setting einer Konferenz, zu der niemand anreisen kann und Menschen aus der eigenen Stadt die Identität eines abwesenden Konferenzgastes übernehmen, um ihm so den eigenen Körper, die eigene Stimme und die eigene Anwesenheit zu leihen.
Am 4. Juni 2021 folgt die digitale Premiere von DAS BUCH DER UNRUHE nach Fernando Pessoa, die von 22 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages live aus dem Lichthof des Albertinums gestreamt wird. Unter der Regie von Sebastian Hartmann entstand keine Inszenierung im herkömmlichen Sinn, eher eine theatrale Installation zu Pessoas Lebenskonzeption, in der bewusste Isolation und Kontemplation, Schlaf und Traum, wichtiger als das aktive Alltagsleben sind. Die achtstündige Aufführung findet deshalb für die digital zugeschalteten Zuschauer*innen in der Zeit des Schlafes, für die Dauer einer Nacht, statt.
TRILOGIE DER SOMMERFRISCHE von Carlo Goldoni in der Regie von Rafael Sanchez ist am 11. Juni 2021, 19.30 Uhr die erste Premiere, die nach langer Zeit wieder auf der großen Bühne im Schauspielhaus zu sehen sein wird. Perfekt passend für die Zeit, in der wir uns langsam wieder optimistisch mit der Planung von Urlauben befassen – und in der die Sommerfrische im eigenen Land eine neue Renaissance erlebt. Die B-Premiere findet am 12. Juni 2021 statt.
Und auch die Bürger:Bühne freut sich darauf, am 18. Juni 2021, 19.30 Uhr, im Kleinen Haus 1 DIE RÄUBER*INNEN nach Friedrich Schiller (Regie: Yves Hinrichs) mit Jugendlichen endlich vor Publikum zu zeigen.
Die Uraufführung von ANSCHLUSS von Jaroslav Rudiš, inszeniert von Alexander Riemenschneider, beschließt am 25. Juni 2021, 19.30 Uhr, im Kleinen Haus 1 den Premierenreigen im Juni (B-Premiere am 26. Juni 2021). Grenzorte und die Erfahrungen von Menschen, die dort leben, und die Sehnsucht nach Sicherheit und Identität, die mit klaren Grenzen oftmals Hand in Hand zu gehen scheint, stehen in diesem Werk, das im Auftrag des Staatsschauspiels Dresden entstanden ist, im Mittelpunkt. Das Stück spielt an der sächsisch-böhmischen Grenze am Bahnhof eines einst mondänen Luftkurorts.
Der Vorverkauf für die Premieren startet am Freitag, dem 21. Mai 2021 um 10 Uhr. Karten für das Streaming von DAS BUCH DER UNRUHE sind bereits jetzt erhältlich.
Von der Zwei-Zimmer-Atmung bis zum Abstand von sich selbst
Künstler bleiben nicht länger still im Lockdown. Gut so. Satire darf auch weh tun. Die Corona-Maßnahmen tun es auch. Rund 50 Film- und Fernsehschauspieler, darunter bekannte wie Jan Josef Liefers, Ulrich Tukur, Nadja Uhl und Wotan Wilke Möhring, sorgen derzeit für Aufsehen mit einer Internetaktion mit ironischen Videos zur Corona-Politik unter dem Motto #allesdichtmachen.
Dass die Wellen der Entrüstung derart hoch schlagen, wundert nicht nur die Beteiligten, sorgt für viel Diskussionsstoff vor allem in den sozialen Netzwerken und wirft viele Fragen auf. Vom Vorwurf, die SchauspielerInnen würden mit ihrer Aktion #allesdichtmachen die Corona-Maßnahmen und an Covid Erkrankte „verhöhnen“, „veräppeln“, sich darüber „lustig machen“ bis „schäbig“ reicht die Medienschelte in Zeitungen und im Fernsehen.
33 Videos stehen noch auf der Seite #allesdichtmachen auf Youtube. Sie sind sehr unterschiedlich gelungen in Machart, Aussage und Wirkung. Alle rufen auf eigene Weise zur Unterstützung der Corona-Maßnahmen der Bundesregierung auf.
Beispielsweise der Vorschlag von Thorsten Merten, der wegen des gebotenen Abstands die Bundesregierung auffordert, Familien entsprechend größere Wohnungen, Häuser oder Villen a la Spahn zu geben. Schön sarkastisch Cem Ali Gültekin, der als seinen „solidarischen Beitrag“ früh reihum die Kinder in der Nachbarschaft weckt zum Schnelltesten für die Schule und sie stramm stehen lässt. Anrührend Maxim Mehmet, der seine Frau und Tochter nur noch per Skype sieht und die Kinder voneinander trennen musste, damit sie nicht zusammen spielen. Und einen Geburtstagskuchen mit Kerzen vor die Zimmertür der Tochter stellt, die er kaum noch sieht. „Doch ob drei, fünf oder zehn Jahre, wir können warten!“
Absurdkomisch macht sich Nina Gummich in ihrem Video für Meinungsfreiheit stark, indem sie sich gleich von ihrer eigenen Meinung befreit, bevor sie noch mehr infiziert. „Und für die Karriere ist es auch besser. Keine Meinung ist die beste Meinung…“
Schauspieler Hanns Zischler distanziert sich „vom Social Distancing, von all meinen Mitmenschen und mit aller gebotenen Schärfe von mir selbst. Ich distanziere mich von morgens bis abends. Mit anderen Worten: Ich halte Abstand.“
Fast schon kafkaesk wünscht sich Volker Bruch von der Regierung „mehr Angst, um sich an ihr festzuhalten.“ Sein Gesichtsausdruck mit ernster Miene, standhaft verzweifeltem Zusammenreißen und abgerungenem Lächeln lässt einen nicht los. Beeindruckend!
Einige Schauspieler haben ihre Videos wegen der heftigen Reaktionen inzwischen von der Seite genommen, die eigentlich ganz witzig waren wie das Video mit der Zwei-Zimmer-Atmung, wo ein Mann und eine Frau ständig die Zimmer wechseln, um den anderen zu schützen. Alternativ dazu zwei Tüten zum Ein- und Ausatmen, damit die Luft rein bleibt. Dieses Video hat Richy Müller inzwischen zurückgezogen. Auch das Video von Heike Makatsch ist nicht mehr zu sehen, in dem sie im Wohnzimmer saß und weder Paketbote noch Pizzalieferferdienst die Tür öffnete, um sich und die Nachbarn zu schützen und kein Infektionsrisiko einzugehen.
Anderes fand ich übertrieben, wie das ebenfalls zurückgezogene Video einer Schauspielerin, die erzählte, wie sie die überlastete Polizei in der Corona-Zeit unterstützt, auch vor hartnäckigen Gegnern auf Demos. Indem sie ihre Kinder statt von ihnen lieber selbst mit dem Gummiknüppel verprügele.
Felix Klare hat sein Video wieder auf die Seite gestellt, gute Entscheidung!, in dem der Schauspieler und Vater von vier Kindern mit viel Ironie vom Homeschooling mit ihnen erzählt und klare Ansagen macht, damit sie spuren.
Besonders heftiger Gegenwind schlug Jan Josef Liefers entgegen, der in seinem Video ohne Umschweife, pointiert ironisch allen Medien unseres Landes dankt, die seit über einem Jahr „unermüdlich, verantwortungsvoll und mit klarer Haltung“ dafür sorgen, dass der „Alarm ganz oben bleibt“ und „kein unnötiger kritischer Disput uns ablenken kann von der Zustimmung zu den sinnvollen und immer angemessenen Maßnahmen unserer Regierung.“ Natürlich ist er mit seiner ostdeutschen Herkunft besonders sensibilisiert bei diesem Thema und für Zwischentöne. Mit schräg geneigtem Kopf und gutgläubig schaut Liefers in die Kamera, wenn er feststellt, dass schließlich „nur ganz wenige Spezialisten wissen, was wirklich gut für uns ist.“ Wer es anders sieht, wird eindringlich gemahnt. Liefers Rat: „Verzweifeln Sie ruhig, aber zweifeln Sie nicht!“ Sein Video hat mittlerweile über 1,3 Millionen Aufrufe.
Ein TV-Interview mit Jan Josef Liefers auf WDR über sein medienkritisches Video wurde zur Realsatire! Es glich einem Verhör, das der Moderator mit Liefers führte, der sichtlich mitgenommen vom Wirbel um die Aktion und die dauernden Rechtfertigungen dazu wie er sagte, war. Der Medienmann fühlte sich wohl persönlich angegriffen von Liefers Video. Getroffene Hunde bellen.
Im Interview in der TV-Sendung „drei nach neun“ ging es zwar sachlicher zu in der Diskussionsrunde über die Aktion #allesdichtmachen im Beisein von CDU-Kanzlerkandidat Laschet, der Liefers Meinung nicht teilt, aber andere Meinungen in einer Demokratie für unerlässlich hält. Die Frage stand im Raum, und auch Liefers, der zugeschaltet war, schien auf einmal verunsichert bis reuevoll, ob Ironie das geeignete Mittel für die heikle Corona-Thematik sei.
Mit welchen Mitteln, wenn nicht der Ironie, hätten sich die Schauspieler denn sonst Gehör verschaffen sollen? Aktionen wie „Stumme Künstler“ brachten alle nichts. Nun weiß man warum. Satire tut weh, da schreien alle auf. Sie lebt von der Übertreibung, um auf den wahren Kern zu stoßen. Wenn der Beifall dann auch noch von der falschen Seite kommt, wie Liefers dem Moderator im WDR-Interview erwiderte, ist das erst recht schlimm und ja es polarisiert. Wie das Land schon vor Corona gespalten war.
Ich verstehe die ganze Aufregung nicht oder so: wie tief das Land schon in der Lethargie, im Gleichmut versunken ist. Und dass mit den Schauspielervideos doch einige wunde Punkte getroffen wurden und eine Auseinandersetzung damit not tut. Bezeichnend der Satz eines Regisseurs, Winkelmann (noch nie gehört und ich geh viel ins Theater): den Schauspielern habe man das Drehbuch (!) weggenommen… Deswegen sei das Ganze nach hinten losgegangen. Das erinnert mich ein bisschen an die Situation 89, als die Schauspieler nach der Vorstellung aus ihrer Rolle heraustraten und ihre persönliche Meinung zu den Zuständen äußerten.
Nichts anderes haben sie in den Videos getan, unverblümt, spontan, satirisch zugespitzt bis albern und beängstigend kafkaesk. Dass das manche derart vor den Kopf stößt, sie es missverstehen oder gar nicht, konnten die Schauspieler nicht ahnen, die aber auch Betroffene vom Lockdown wie wir alle sind und ihre eigenen Erfahrungen damit gemacht haben.
Vielleicht müssten manch andere mal ihr Drehbuch einen Moment weg legen und mehr auf sich selbst und das Leben hören und sehen. Die Videos von #allesdichtmachen sind Leben pur mit allen Emotionen, Widersprüchen, Wut, Schmerz, Traurigkeit, Angst und der leisen Hoffnung, zumindest gehört zu werden und ein paar Denkanstöße zu geben. Das ist doch die Aufgabe von Kunst, sich einzumischen in die Zeit, die Menschen zu bewegen und nicht klein beizugeben.
Dies ist ein freies Land, wo jeder sagen und tun kann, was er will. Dachten auch die Schauspieler der Videos, die wohl nach über einem Jahr im Lockdown und geschlossenen Theatern einfach ihrem Spieltrieb nachgegeben und Corona und die Folgen und den Umgang damit von ganz oben bis unten weidlich ausgeschlachtet haben. Herausgekommen ist ein unschön verzerrtes Spiegelbild der Gesellschaft, damit die Öffentlichkeit endlich wahrnimmt, wie komplex die Corona-Misere tatsächlich ist.
Fazit: Wer offen ist, auch bereit zum Nach- und Mitdenken, wird in den teils klaren, teils absurd-hintersinnigen bis beklemmenden Szenen nicht nur Kritik an den Corona-Maßnahmen, sondern auch Anregungen finden. Nicht nur die Wortwahl, auch Stimme, Tonfall, Betonung, Körpereinsatz sagen viel aus. Entweder man sieht und versteht es oder nicht. Ganz wie im echten Polittheater.
Danke den SchauspielerInnen für diese selbstbewusste Aktion, die zeigt, dass Corona eben alle angeht, keinen kaltlässt und daher alle gemeinsam überlegen sollten, was zu tun ist, damit nicht alles dicht bleibt. Sondern wir alle uns bald wieder mitten im Leben wiederfinden.
Bis es soweit ist, vertreiben weitere kulturelle Aktionen wie Danser Encore den Lockdown-Blues. Die Welle der Lebensfreude von im öffentlichen Raum singenden und tanzenden Menschen aus Frankreich ist nun auch hierzulande angekommen. Der erste Flashmob dieser Art fand letzten Freitag nachmittag auch in Dresden am Blauen Wunder statt, leider griff die Polizei ein, wie vorher schon bei einem spontanen Straßencafé mit Kaffee und Kuchen und Begegnung vor dem Weimarer Theater und dem Denkmal mit Goethe und Schiller. Wenn die wüssten!
Landschaftstheater vor zauberhafter Kulisse: Theaterspaß für klein und groß bei der Inszenierung „Robin Hood“ im Sommer letzten Jahres. Fotos (3) (lv)
Selbst in verschiedene Rollen schlüpfen
Der Verein SandsteinSpiele e.V. sucht Schauspieler und Helfer für ihr Landschaftstheater in Reinhardtsdorf-Schöna.
Ob Hasen, Insekten, James Bond oder Robin Hood – das Ensemble der SandsteinSpiele überrascht seit 2013 seine Zuschauer mit ausgefallenen Bühnenstücken und farbenreichen Kostümen in schönster Naturkulisse der Sächsischen Schweiz. Nachdem sie bereits im letzten Jahr allen Corona-Einschränkungen zum Trotz ihre Inszenierung im „Elbwood Forest“ sprichwörtlich auf die Wiese gezaubert haben, sind die Organisatoren auch in diesem Jahr voller Tatendrang. Am 13. März 2021 erhalten potentielle Schauspieler sowie Helfer hinter den Kulissen in einem virtuellen Informationstreffen die Möglichkeit, alles über die Pläne des Vorstandes zu erfahren und sich für die kommende Spielsaison anzumelden.
Noch ist unklar, ab wann wirklich wieder Theater gespielt werden darf und welche Auflagen die Spieler und das Publikum dafür erfüllen müssen. Doch nach der Erfahrung im vergangenen Jahr zeigt sich der Vorstand optimistisch, auch diesmal wieder ein einwandfreies Hygienekonzept umsetzen zu können. In der letzten Inszenierung zeigten sie bereits, wie man mit spielerischer Leichtigkeit die neuen Regeln mit Leben füllen kann. Kurzerhand integrierten die Spieler die Belehrungen zu Abstands- und Hygieneregeln in ihre Inszenierung. Auch in diesem Jahr zeigt sich das Ensemble aus Reinhardtsdorf-Schöna optimistisch und hat bereits mit der Planung begonnen.
Damit auch die kommende Inszenierung ein voller Erfolg wird, braucht es sowohl Schauspieler in großen und kleinen Rollen auf der Bühne als auch viele helfende Hände im Hintergrund. Gesucht werden Ehrenamtliche, die die Inszenierung musikalisch begleiten, Requisiten auf- und abbauen oder etwa beim Kartenverkauf vor Ort helfen. Gemeinsam schaffen die Aktiven inmitten des Elbsandsteingebirges ein kulturelles Highlight, auf das sich Gäste aus Nah und Fern freuen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Theater auf einer festen Bühne sorgen in diesem Landschaftstheater die Felsformationen und Tafelberge der Umgebung für eine beeindruckende Kulisse. Mal wird ein alter Schuppen am Wegesrand zum Heimatmuseum, mal eine Garage zum Büro des britischen Geheimdienstes oder eine Blumenwiese dient als Klassenzimmer der Hasenschule. Zu Fuß wandern die Zuschauer mit ihrem Klapphocker von Spielort zu Spielort und erleben so in den Vorstellungen immer neue Eindrücke und Blickwinkel.
Die Anmeldung zum virtuellen Informationsgespräch am 13. März ist unter der E-Mail-Adresse info@sandsteinspiele.de möglich.
Die Premiere ist zunächst für den 19. Juni geplant. Weitere Aufführungen sollen an folgenden Terminen in 2021 stattfinden: 20.6./26.6./27.6./10.7./11.7./17.7./18.7./24.7./25.7.
Über die Homepage können sich Interessierte für den Newsletter eintragen. Hierüber erfahren sie als erste, wann der Ticket-Vorverkauf startet und können sich die besten Plätze frühzeitig sichern.
TJG-Projekt für den Deutschen Preis für kulturelle Bildung „KULTURLICHTER“ 2020 nominiert. Die Bekanntgabe der Preisträger und digitale Preisverleihung findet am 11. März statt.
Das Projekt „UPDATE – Spielerisch GameTheater machen“ des Theater Junge Generation (TJG) ist für den Deutschen Preis für kulturelle Bildung „KULTURLICHTER 2020“ nominiert. In der Kategorie ‚Preis des Bundes‘, den Kulturstaatsministerin Monika Grütters verleiht und der ein Projekt auszeichnet, das bundesweit zur Anwendung gebracht werden kann, sind neben dem tjg. auch die „Lernplattform für Jewish Places“ des Jüdischen Museums Berlin und „Bauhaus-machen.de – Die digitale Bildungsplattform“ von der Kooperation Berlin Dessau Weimar gGmbH nominiert. Die Jury hat über die 129 eingegangenen Bewerbungen beraten und neun Projekte für drei Kategorien ausgewählt.
„UPDATE“ verbindet Prinzipien von Online-Spielen und Theater in theatralen Projekten mit Jugendlichen. Jugendliche haben im TJG unter Anleitung einer Theaterpädagogin, eines Regisseurs und Dramaturg*innen Game-Theater-Inszenierungen für die Bühne und für den digitalen Raum entwickelt. Eine neue Game-Theater-Produktion im Stadtraum Dresdens ist in Planung; zudem soll das theaterpädagogische Wissen zum Game-Theater gebündelt und vermittelt werden.
Die Bekanntgabe der Preisträger*innen/die digitale Preisverleihung findet am 11. März 2021 statt und wird per Livestream auf www.kulturlichterpreis.de übertragen.
Text: Norbert Seidel/TJG
tjg. theater junge generation
Kinder- und Jugendtheater Dresden ~ theatre for children and young audiences
Kraftwerk Mitte 1 ~ 01067 Dresden
Postanschrift ~ Postfach 12 00 20 ~ 01001 Dresden
Tickets und Info +49 351 3 20 42 777 ~ tjg-dresden.de
Vorhang weiter zu
Alle Vorstellungen, Veranstaltungen sowie die Freizeitangebote der Theaterakademie entfallen bis einschließlich So 28. Feb 2021.
Über neue Entwicklungen informieren wir auf tjg-dresden.de.
Bekanntgabe der Nominierungen für den Deutschen Preis für
Kulturelle Bildung „KULTURLICHTER“ 2020
Die neun Nominierten für den 2020 von Bund und Ländern erstmals gemeinsam
ausgelobten Deutschen Preis für Kulturelle Bildung „KULTURLICHTER“ stehen
fest. Aus ihnen werden im nächsten Schritt drei Preisträgerinnen und Preisträger
ausgewählt und am 11. März 2021 um 19 Uhr im Rahmen einer digitalen
Preisverleihung bekanntgegeben, die per Livestream auf http://www.kulturlichterpreis.de übertragen wird. Die Jury hat über die 129 eingegangenen Bewerbungen beraten und neun Projekte in drei Kategorien nominiert. Der KULTURLICHTER-Preis wird in drei Kategorien vergeben: den Preis des Bundes verleiht Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Er zeichnet ein Projekt aus, das bundesweit zur Anwendung gebracht werden kann.
Den Preis der Länder verleiht der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Bernd Sibler. Er würdigt ein Projekt, das regional oder interregional übertragen werden kann. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert.
Über den Preis in der Kategorie „PreisÜber den Preis in der Kategorie „Preis des Publikums“ entscheidet ein öffentliches Online-Voting, das am 4. März startet.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärt: „Die Teilhabe an der Kultur ist eine grundlegende Voraussetzung, um unser gesellschaftliches Leben insgesamt mitzugestalten. Deshalb ist es eines unserer wichtigsten Ziele, kulturelle Teilhabe und Bildung für jeden Menschen in Deutschland zu ermöglichen – unabhängig von der sozialen Lage, der ethnischen Herkunft oder vom Alter.
Wichtig hierfür sind neue, interaktive Vermittlungsangebote unserer Kultureinrichtungen. Besonders gute Ideen und Initiativen wollen wir mit dem neuen KULTURLICHTER-Preis würdigen und damit auch einen Anreiz für die gesamte Kulturlandschaft schaffen, kulturelle Bildung mithilfe digitaler Formate noch attraktiver zu gestalten. Wie das gelingen kann, zeigen bereits die nominierten Projekte eindrucksvoll.“
Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, betonte:
„Das Besondere am KULTURLICHTER-Preis ist, dass sein Fokus auf dem Digitalen liegt, dass gelungene und innovative Beispiele der Kultur- und Kulturerbevermittlung sichtbar werden und dass mit vielen neuen Konzepten Menschen erreicht werden können, die so einen Zugang zu Kultur erhalten. Die Förderung von Wissenstransfer und die Vernetzung von Kultur- und Bildungseinrichtungen dienen dem gesellschaftlichen Zusammenhalt – ein Wert, der stets hochgehalten werden sollte.“
Nominiert für den Preis des Bundes sind die „Lernplattform für Jewish Places“
vom Jüdischen Museum Berlin, „Bauhaus-machen.de – Die digitale Bildungsplattform“ von der Kooperation Berlin Dessau Weimar gGmbH und das Projekt „UPDATE – Spielerisch GameTheater machen“ vom tjg. theater junge generation in Dresden.
Nominiert in der Kategorie „Preis der Länder“ sind „Werkstatt Quillo“ vom Quillo e.V. aus dem brandenburgischen Falkenhagen, das „Fabmobil – eine fahrende
Kunst- und Digitalwerkstatt für den ländlichen Raum“ des Vereins Constitute aus Dresden, „lost/found/art. Von der historischen Spur zum Erinnerungskunstwerk.
Partizipatives Kunstprojekt und Sonderausstellung in der Gedenkstätte Sachsenhausen“ von Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.
Für den Preis des Publikums stehen auf der Shortlist das Projekt
„Digitale Übertitelung und Übersetzung im Theater und im Live Stream“ von dem freien Theater „boat people projekt“ in Göttingen, „Wandertag im Weltraum“ vom ASA-FF in Chemnitz und der sächsischen Staatstheater Hannover. Der Preis des Publikums prämiert ein Projekt mit besonderem Potenzial. Die Gewinnerin oder der Gewinner erhält eine maßgeschneiderte Beratung für die Weiterentwicklung de Projekts. Die Kulturstiftung der Länder und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien unterstützen damit die Umsetzung eines herausragenden Konzepts, das noch professionellen Anschub für die Umsetzung benötigt, sei es bei der technischen Entwicklung, der Netzwerkarbeit oder bei der Weiterentwicklung des Vermittlungskonzepts.
Der Preis des Publikums orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen und Anliegen des Gewinner-Projekts, auf die dann passgenau eingegangen wird. Der Preis des Publikums ist nicht finanziell dotiert.
Tel +49 (0)30 / 89 36 35 29, presse@kulturstiftung.de
Kulturstiftung der Länder
Lützowplatz 9, 10785 Berlin http://www.kulturstiftung.de
Pressestelle BKM
Dr. Joachim Riecker, Leiter der Pressestelle und Pressesprecher
Tel + 49 (0)30) / 18 68 14 33 33, presse@bkm-info.bund.de
Lesung im Oldtimerbus: „Ich will Zeugnis ablegen“ – auf den Spuren von Victor Klemperer in Dresden mit Hanns-Jörn Weber. Foto: Kerstin Theurich Herausragend war sein Bettlerkönig Peachum in Brechts „Dreigroschenoper“, die am 31.8.1991 Premiere am Staatsschauspiel Dresden hatte. Foto: HL Böhme/Beide Aufnahmen stammen aus dem Historischen Archiv der Sächsischen Staatstheater.
Wandlungsreich und wahrhaftig
Das Staatsschauspiel Dresden trauert um den Dresdner Künstler Hanns-Jörn Weber, der am 17. Februar 2021 im Alter von 79 Jahren verstorben ist. Von 1970 bis 2007 gehörte er zum Ensemble des Staatsschauspiels Dresden und bewies in mehr als einhundert Rollen seine große Wandlungsfähigkeit und Gestaltungskraft, etwa als Parzival in Christoph Heins „Die Ritter der Tafelrunde“, Peachum in Brechts „Dreigroschenoper“ oder Philipp II in Schillers „Don Karlos“. Hanns-Jörn Weber war einer der prägenden Persönlichkeiten des Schauspielensembles. Er war unverkennbar in seiner Art Theater zu spielen und zu leben: Er war eine Dresdner Schauspielerlegende.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Ensemble blieb er dem Haus als gerne gesehener Gast erhalten, zum Beispiel in Uwe Tellkamps „Der Turm“ oder Gerhart Hauptmanns „Die Ratten“. Ebenfalls unvergessen sind Hanns-Jörn Webers außergewöhnliche Lesungen im Oldtimerbus über das Leben des großen Philologen Viktor Klemperer mit dem Titel „Ich will Zeugnis ablegen“. Auch abseits der Bühne engagierte sich Hanns-Jörn Weber für das Staatsschauspiel Dresden – etwa durch seine langjährige Tätigkeit als Mitglied des Personalrats.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.
Hanns-Jörn Weber (* 16. Dezember 1941 in Bromberg, † 17. Februar 2021 in Dresden) legte 1963 nach einem abgebrochenen Studium an der Babelsberger Filmhochschule sowie anschließendem privatem Schauspielunterricht die Bühnenreifeprüfung ab. Ab 1961 führten ihn Bühnenengagements zunächst an das Harzer Bergtheater sowie bis 1963 an die Städtischen Bühnen Quedlinburg. Es folgten Engagements beim Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin (1963 – 1967) und bei den Bühnen der Stadt Magdeburg (1967 – 1970). Neben seinem langjährigen Engagement am Staatsschauspiel Dresden wirkte er in Fernsehproduktionen wie „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“, in einigen Episoden der Serie Polizeiruf 110 und im Tatort mit.
Im Kreislauf der Geschichte: Zwischen Vergangenheit und Gegenwart bewegen sich die Darsteller im Stück „Stummes Land“ von Thomas Freyer, Fotos: Sebastian Hoppe
Aufbruch aus der Sprachlosigkeit
Das Staatsschauspiel Dresden ist mit STUMMES LAND von Thomas Freyer (Regie: Tilmann Köhler) zu den 46. Mülheimer Theatertagen „Stücke“ (8.5.-29.5.2021) eingeladen. Die Mülheimer Theatertage sind eines der wichtigsten Foren für deutschsprachige Gegenwartsdramatik.
Im Rahmen der Mülheimer Theatertage „Stücke“ werden hier sieben bis acht Stücke in der wirksamsten Aufführung, meist der Uraufführung, gezeigt. Die Auswahl trifft ein unabhängiges Gremium aus den in der jeweiligen Saison uraufgeführten deutschsprachigen Stücken. Am Ende der Theatertage vergibt eine Jury aus Kritiker*innen und Theaterschaffenden den mit 15.000 Euro dotierten Mülheimer Dramatikpreis an den besten Autor oder die beste Autorin.
Joachim Klement, Intendant Staatsschauspiel Dresden: „Ich freue mich für den Autor, das Team und unser Theater sehr über diese Einladung. Gerade in diesem für alle sehr herausfordernden Jahr, das mit vielen Unsicherheiten behaftet ist, ist es wunderbar, dass wir mit der Uraufführung dieses Auftragswerkes eingeladen wurden. Schon das ist ein schöner Erfolg.“
Zum Stück: Neben den Geschichten seiner Generation im Hier und Jetzt erzählt Thomas Freyer von ostdeutscher Geschichte, deren Wurzeln bis in die Zeit des Nationalsozialismus reichen. Freyer fragt nach den historischen Verläufen und Verortungen von Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft, und lässt in STUMMES LAND, das als Auftragswerk für das Staatsschauspiel Dresden entstanden ist, keine monokausalen Deutungsmuster zu. Gemeinsam mit seinen langjährigen künstlerischen Partnern Tilmann Köhler (Regie), Karoly Risz (Bühne) und Susanne Uhl (Kostüm) setzt Thomas Freyer seine literarische Spurensuche nach dem Gewordensein und den Perspektiven heutiger Konflikte mit dieser Arbeit in und für Dresden fort.
Die Mülheimer Theatertage „Stücke“ finden vom 8. bis zum 29. Mai 2021 statt.