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Kategorien-Archiv: Theater

Sommerfest der Jugendkunstschule Dresden am Schloss Albrechtsberg

04 Sonntag Jul 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Projekte, Tanz, Theater

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Junge Leute bringen Ideen für das neue Programm der JugendKunstSchule ein

Am 4. Juli zwischen 16 und 22 Uhr lädt das Team der JugendKunstschule (JKS) Dresden zusammen mit den jungen GestalterInnen des Beteiligungsprozesses „Meine JugendKunstschule“ zum Sommerfest am Schloss Albrechtsberg ein.

Seit einigen Wochen arbeitet eine Gruppe von jungen Dresdnerinnen zwischen 14 und 18 Jahren gemeinsam an neuen Themenschwerpunkten für das Kursprogramm der JKS. Im kreativen Beteiligungsprozess „Meine JugendKunstschule“ suchte das neu gegründete „Dreamteam“ nach Themen, die für sie als Vertreterinnen ihrer Altersgruppe von Bedeutung sind. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden zum Sommerfest künstlerisch dargestellt. Gleichaltrige Besucherinnen haben die Möglichkeit ihre Meinung einzubringen und per Abstimmung Einfluss auf die Themenauswahl zu nehmen. Das meistgewählte Thema dient als Grundlage für die inhaltlichen Angebote der JKS zwischen Januar und Juli 2022.

„Für die zukünftige Ausrichtung der JugendKunstschule Dresden ist eine solche aktive Teilhabe und Gestaltung durch junge Menschen in der Stadt eine unabdingbare Voraussetzung, um neue Wege der Zusammenarbeit von Jugendlichen und Erwachsenen zu erproben“, so Leiterin Valentina Marcenaro.

Neben dem Angebot des „Dreamteams“ finden weitere kreative Mitmachangebote von Mitarbeiterinnen der JKS statt. Von der Schmuckwerkstatt, über Upcycling-Angebote, bis hin zu Tanzdarbietungen und einer Keramikwerkstatt – Kinder und Erwachsene können sich, wie jedes Jahr, kreativ am Sommerfest beteiligen.

Um 18 Uhr findet die Aufführung des Theaterprojektes „Hate Speech“ statt. Im Rahmen des Projektes „Wege ins Theater – Kultur macht stark“ setzten sich Jugendliche der Oberschule Weixdorf mit dem Thema des verbalen Mobbings künstlerisch auseinander. Die Ergebnisse präsentieren die Projektteilnehmerinnen auf der Bühne der JKS.

Ab 20 Uhr können die Besucherinnen im Hof unter freiem Himmel bei der Musik von DJ Hafi tanzen und bis 22 Uhr den Abend vor der Kulisse des Schlosses Albrechtsberg ausklingen lassen.

Text: JKS
Fotos: Katrin Silbermann

http://www.jks-dresden.de

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Die Bürger:Bühne entführt mit „Gefährten“ auf einen Hörspaziergang im Ostragehege

01 Donnerstag Jul 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Theater

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Ein wildes Wesen, dem Menschen nicht unähnlich. Was unterscheidet uns
von Tieren, was verbindet uns? Dem geht die Aufführung „Gefährten“ ab Freitag auf einem Hörspaziergang auf dem neuen Messe- und früheren Ostrale-Gelände im Dresdner Ostragehege nach. Foto: Sebastian Hoppe


Den Fährten der Tiere nachgehen, die wir lieben, nutzen, schützen, töten…
Diana Wesser und Juliane Meckert bringen mit „Gefährten“ ein heikles Thema zur Sprache. Foto: Lilli Vostry

Skurriles Spiel zwischen Mensch und Tier

Vorab zur Uraufführung „Gefährten“ der Bürger:Bühne am Staatsschauspiel Dresden am 2.7., 17 Uhr im Ostragehege sprach ich mit Juliane Meckert und Diana Wesser, die den Hörspaziergang entwickelten. Sieben Spieler ergründen das zwiespältige Verhältnis von Mensch und Tier näher auf dem Gelände des einst größten Schlachthofs Europas.

Ein Gesicht mit gelben Augen, ein Wesen zwischen Mensch und Tier, schaut halb versteckt aus grünem Dickicht hervor auf dem Titelbild von „Gefährten“. Das gleichnamige Theaterprojekt der „Bürger:Bühne“ des Staatsschauspiel Dresden entführt die Zuschauer zu einem surrealen doku-fiktionalen Hörspaziergang auf dem neuen Messe- und ehemaligen Ostrale-Gelände im Ostragehege.

Die Uraufführung ist am 2. Juli, 17 und 19.30 Uhr. Der Rundgang startet in Gruppen mit jeweils maximal fünfzehn Teilnehmern am Treffpunkt Börse Dresden, Messering 7. Mit dieser Aufführung betritt die “Bürger:Bühne“ rätselhaftes Neuland nicht weit von der Innenstadt entfernt auf einem Gelände, das einst Europas größter Schlachthof war.

„Es geht um das Thema Nachhaltigkeit und das zwiespältige Verhältnis von Menschen zu ihren Tieren, wobei wir die Tiere mehr in den Fokus rücken“, sagt Diana Wesser. Gemeinsam mit Juliane Meckert führt sie Regie, entwickelten sie den Raum und Sound für den Hörspaziergang. Um Szenografie und Kostüme kümmerte sich Louise Walleneit. Eigentlich sollte es ein Bühnenstück werden und die Premiere ursprünglich im September 2020 sein. Doch wegen Corona ging das nicht. So hielten sie nach  einem Aufführungsort draußen Ausschau, auch der Große Garten war im Gespräch. Bevor sie sich für das Ostragehege entschieden, das schon der Maler Caspar David Friedrich in seinem geheimnisvollen Gemälde „Das große Gehege“ verewigte und den Soziologen Bruno Latour veranlasste, das Verhältnis, die Hierarchie der Über- und Unterordnung zwischen Mensch und Umwelt neu zu bestimmen.

Zu erleben ist eine Stückentwicklung mit sieben Spielern, unter ihnen eine
Tierärztin, eine Pferdetherapeutin, eine Frau, die mit Tieren zusammenlebt, eine
Tierschutzaktivistin und ein Jäger, der noch nie geschossen hat. Sie verkörpern
skurrile Wesen zwischen Tier und Mensch, radikale Tierrechtsaktivisten und denken in ihren Texten und Szenen nach über den Umgang mit Tieren, über Fleischkonsum, Haustiere, Zoonosen, Zucht und den eigentlichen Ursprung des Menschseins. Die Akteure führen das Publikum per Kopfhörer über das Gelände, rund um den ehemaligen „Schweinedom“, die Fettschmelze und den Amtsschlachthof. “Die Zuschauer tauchen ein in die Welt der Tiere, die ihre Fährten legen und sie an verschiedene Orte im Gelände führen“, sagt Juliane Meckert. Als Kulisse dienen morbide Ruinen, gähnend leere Messehallen und idyllische Natur im Landschaftsschutzgebiet, in dem sich immer noch zahlreiche Tiere tummeln. Es sei aber kein Stationen-Theater, sondern es wird eine durchgehende akustische Spur über den weiträumigen Spielort gelegt.

“Bei diesem Hörspaziergang in Verbindung mit szenischen Bildern und wechselnden Blickrichtungen erfährt der Besucher den Raum im Messegelände neu“, so Diana Wesser (51). Die gebürtige Stuttgarterin hat Medienkunst und Grafikdesign in Leipzig studiert. Juliane Meckert (39) stammt aus Leipzig, studierte Schauspiel am Mozarteum in Salzburg und hat bereits in mehreren Theaterprojekten genreübergreifend im öffentlichen Raum u.a. in Wien, Bremerhaven und in Leipzig mitgearbeitet. Dort lud sie zusammen mit Diana Wesser 2017 in ein „Kasino der Werte“ in einer Ladenpassage ein. “Gefährten“ ist ihr viertes gemeinsames Theaterprojekt.

Der Ausgang bleibt offen. „Es gibt nicht die eine Antwort, aber klare Warnhinweise wie das weltweite Artensterben, Klimakatastrophen und Corona-Krise“, sagt Juliane Meckert. „Wir müssen wieder erkennen, dass wir Teil der Natur sind. Sie kann ohne uns leben.“ Insgesamt zehn Vorstellungen von „Gefährten“ sind bis 22. Juli, jeweils 17 und 19.30 Uhr im Ostragehege geplant.

Text + Fotos (3) (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

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Bilder-Album: Premiere Wald-Theater „Luftholen“ in der Dresdner Heide

30 Mittwoch Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Projekte, Tanz, Theater, Zwischenmenschliches

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Im Wald, über den Dächern muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…, sang
Regina Felber angelehnt an ein bekanntes Lied von Reinhard Mey.

Wundersame Begegnungen im Wald mit Riesen, Scherzkobolden und flirrenden Sonnenflecken

Die Natur wurde zur Bühne für „Luftholen“, ein vergnüglich fantasiereiches Erlebnis für kleine und große Zuschauer mit 15 Künstlerinnen und Künstlern unter Regie von Regina Felber am Sonntagnachmittag im Stechgrund in der Dresdner Heide.

„Das wahre Theater ist, wo man fühlt und lacht, wo es mit einem im Innern was macht….“, begrüßte die Schauspielerin und Initiatorin des Projekts Regina Felber vergnügt die Zuschauer am Eingang zum Wald-Theater. Von Bildschirmbildern habe sie genug. Darum zog es sie nach draußen in die Natur, genauer, in den Stechgrund in der Dresdner Heide. Diese gibt eine traumhafte Kulisse für ein besonderes künstlerisches Erlebnis. „Luftholen“ – ein musikalisch-theatralischer Spaziergang hatte am Sonntagnachmittag Premiere. Gleich zwei Vorstellungen, beide ausverkauft!

Bei schönstem Sommerwetter luden insgesamt fünfzehn Künstlerinnen und Künstler, Schauspielerinnen, Komödianten, Musiker und Tanzende ihr Publikum ein zum Schauen, Innehalten und Genießen mit allen Sinnen mitten im Grünen. Flirrende Sonnenflecken auf den Waldwegen und würzige, angenehm kühle Waldluft. Weite Aussicht, dem Himmel nah, Vogelgezwitscher, Bachplätschern. In mehreren Gruppen gingen Zuschauer und Akteure gemeinsam vom Waldpark Weißer Hirsch aus auf dem ca. zweistündigen Spaziergang auf unebenen, romantisch-verschlungenen Pfaden immer tiefer hinein in den Wald, gab es an zehn Spielorten Wundersames, Urwüchsiges, Lustig-Versponnenes und Bezauberndes zum Thema Luft und Wald zu sehen und zu hören, lauschten, lachten und ließen sich kleine wie große Zuschauer verzaubern von der Kunst im Wald. In der Natur Vorgefundenes entfachte die Fantasie der Künstler. Wie ein umgefallener, „sprechender“ Baum, dem Schauspieler Thomas Stecher seine Stimme lieh per Toneinspielung in berührenden Worten über Zeit und Vergänglichkeit. Da taucht auf einer Holzbrücke plötzlich ein Riese auf, dem das Luftholen schwer fällt und der verwundert die vielen vor ihm schwebenden Seifenblasen betrachtet.

Mehr Text zur Aufführung folgt.

Fazit. Bitte mehr davon! Die Natur als Bühne und Raum für Träume und neue Erfahrungen.

Text + Fotos (lv)

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Wald-Theater zum Luftholen und Lustwandeln in der Dresdner Heide

21 Montag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Musik, Projekte, Theater

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Die Natur spielt mit: Eine fantasievolle Figurenschar um die Schauspielerin und Regisseurin Regina Felber (im Hintergrund) lockt zum Wald-Theater.

Luftholen  – Eine musikalisch-theatralische Wanderung
mit Picknick im Wald

Insgesamt 15 Künstlerinnen und Künstler begleiten die Besucher beim Wald-Theater, das am 27. Juni, 15 + 18 Uhr Premiere hat.

Bühne frei zum „Wald-Theater“ in der Dresdner Heide. Vor traumhafter Kulisse im Waldpark Weißer Hirsch überrascht eine lustig-fantasievoll kostümierte Figurenschar die Spaziergänger. Zwischen Bäumen steht eine Wanderbühne mit samtrote Vorhang, auf dem vom Wind bewegte Blätterschatten mit den Sonnenstrahlen tanzen.

Ein erster Vorgeschmack auf ein Erlebnis besonderer Art. Unter dem Titel „Luftholen“ hat der musikalisch-theatralische Spaziergang am und im Stechgrund der Dresdner Heide am 27. Juni, 18 Uhr Premiere. Wegen des großen Interesses gibt es noch eine zweite Vorstellung um 15 Uhr. Beide Veranstaltungen sind bereits ausverkauft.

Sich Luft machen, Rausgehen und wieder live Kultur genießen nach dem langen Lockdown, das führte die Akteure um die Schauspielerin und Regisseurin Regina Felber zusammen. „Ich wollte wieder etwas machen, eine künstlerische Reise im Wald“, sagt Regina Felber, „und es ist toll, wieder mit anderen Künstlern zusammen arbeiten zu können.“ Noch nie sind die Leute so viel spazieren gegangen oder gejoggt und suchen Erholung im Wald wie während der Corona-Zeit, heißt es jetzt oft. Und Kunst im Wald?

Gab es so noch nicht und reizt Regina Felber daher um so mehr. Der Wald als Zufluchtsort, Ort der Geheimnisse, Träume und Visionen spielt außerhalb der Bühne und Stücken wie etwa Shakespeares „Sommernachtstraum“ bisher kaum eine Rolle. Das Kunstprojekt „Luftholen“ lädt die Besucher zum Gehen und Schauen, Hören, Verweilen und Lustwandeln im Freien ein. Insgesamt 15 Künstlerinnen und Künstler agieren zum Thema Luft und Wald an zehn Spielorten. „An der Pergola, dem Eingang zum Waldpark an der Stechgrundstraße wird das Publikum begrüßt, mit einem kulinarischen Lunchpaket und Getränk von Feinkost Müller vom Weißen Hirsch für das Waldpicknick versehen und in Gruppen von 30 bis 45 Personen von den Künstlern ins `Wald-Theater` begleitet“, so Regina Felber. Sie ist die Theaterdirektorin und spielt eine Figur, die vom Home Office weg will.

Mit von der Partie sind außerdem ein „sprechender Baum“, eine Frau im Käfig und eine Einsiedlerin, die im Wald lebt unter den Gesetzen der Natur, frei von den Zwängen der Gesellschaft und in einem Laubhaufen schläft. Gespielt wird sie von Julia Henke, die auch Figuren aus Holz mit der Kettensäge bearbeitet und einige mitbringt. Es gibt eine „Freakshow“ von Verrückten, die sich im Wald tummeln. Als Nixe in blauem Kleid und Fransentuch entsteigt die Tänzerin Sabine Jordan dem Wasser an der Teichquelle. Clown Lulu alias Joachim Lippmann sorgt als „bunter Hund“ für Späße und konkurriert
Flöte spielend mit dem Vogelgezwitscher. Eine urwüchsige Waldfee mit Feder und Blume im Haar und kraftvoll trommelnd, spielt Pepper Winnfried Haak. Ihr Künstlername ist Serpentina Riddle. Die 14-Jährige stammt aus einer Familie von Cheyenne-Indianern in den USA. Sie wohnt mit ihrer Mutter und Oma in Dresden.

Das Spiel im Wald begleiten Klänge auf dem Didgeridoo, Geige und Cello. Finanziell unterstützt wird die künstlerische Wald-Wanderung durch private Sponsoren, insbesondere Baywobau Dresden, die Apotheke am Weißen Hirsch, Ärzte und das Auktionshaus Günther. Regina Felber war sechs Jahre als Schauspielerin am Staatsschauspiel Dresden engagiert und initiiert und organisiert seither freischaffend kulturelle Projekte, darunter seit 2012 die Reihe „Dreikönigsball“ im Parkhotel Weisser Hirsch mit nationalen und internationalen Opernsängerinnen und für das Elbhangfest 2013 „Lohengrin – ein MusikSchauSpiel“ nach Richard Wagner. Das „Wald-Theater“ findet am dieses Jahr coronabedingt ausfallenden Elbhangfest-Wochenende statt.
Es ist natürlich kein Ersatz, aber setzt ein Zeichen für die Kultur, so Regina Felber. Sie wohnt seit 1994 in der Nähe vom Waldpark. 2011 entstand bereits „Spur der Kur“ in Zusammenarbeit mit dem Verschönerungsverein Weißer Hirsch/Oberloschwitz und der Baywobau, eine Zeitreise im ehemaligen Lahmann-Sanatorium mit 130 Mitwirkenden und 800 Zuschauern. Das Gebäudensemble wird saniert und als Wohnpark ausgebaut.

Außerdem kann man Regina Felber jetzt jeden Sonntag zwischen 14 und 18 Uhr mit Straßenmusik vor dem Café Clara unweit vom Körnerplatz erleben. Mit Liedern von Zarah Leander bis Rammstein. Manchmal trifft sie dann auch auf die spontan drauflos musizierende Künstlerrunde, wo auch Komiker Joachim Lipppmann regelmäßig mitmischt, unterhalb vom Körnergarten am Blauen Wunder mit regem Zulauf von Spaziergängern und Fans.

Innerhalb des Kultursommer 21, gefördert vom Bund, plant Regina Felber eine Stadtwanderung in Dresden, wieder mit verschiedenen Stationen und Künstlern. Zu erleben allerdings erst im September.

Weitere Infos und Kartenbestellungen (pro Person 25 Euro inkl. Lunchpaket und Getränk, Dauer: ca. zwei Stunden) für das Wald-Theater unter www.luftholen.regina-felber.de Für alle Nicht-Geimpften gibt es vor Ort ein zertifiziertes mobiles Test-Zentrum für einen Spuck-Test, der gratis genutzt werden kann.

Text + Fotos (lv)

Zum Theater in den Wald: das Titelplakat für diese besondere Aufführung gestaltete die Illustratorin Annette von Bodecker (im Foto 2. v. li). Außerdem dabei: Pepper Winnfred Haak, Joachim Lippmann, Regina Felber und Sabine Jordan.

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Wiedersehen mit „Addams Family“ am Elbschloss Übigau

17 Donnerstag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Theater

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Freude an allem Grotesken und Makabren: The Addams Familie sorgt mit viel schwarzem Humor für Gänsehaut im gleichnamigen Musical der Comödie Dresden vor morbid-schöner Kulisse am Elbschloss Übigau (siehe dazu auch die Rezension zur Premiere auf meinwortgarten.com). Foto: Robert Jentzsch

Gruselspaß mit einer besonderen Familie

Nach dem Erfolg der vergangenen Open-Air-Saison zieht The Addams Family im Sommer 2021 noch einmal für kurze Zeit in das Elbschloss Übigau ein und liefert vom 23. Juni bis 11. Juli ein langersehntes Wiedersehen mit Gruselgarantie. In einer speziell auf Dresden zugeschnittenen Inszenierung begeisterte die skurrile Familie in der Open-Air-Saison 2020 rund 16.000 Besucherinnen und Besucher im idyllischen Schlossgarten an der Elbe. Uraufgeführt wurde das Grusical von Andrew Lippa 2009 in Chicago und landete ein Jahr später am Broadway, wo es mehr als 700 Mal über die Bühne spukte.

„Mit einer durchschnittlichen Auslastung von rund 90% hat das Sommertheater 2020 unsere kühnsten Erwartungen übertroffen“, so Comödien-Geschäftsführer Olaf Maatz. „Während sich unsere Neuproduktion ‚Alice im Wunderland‘ nach zehn Vorstellungen eine kurze und wohlverdiente Ruhepause gönnt, bringen wir ‚The Addams Family‘ aufgrund des großen Zuspruchs noch einmal für kurze Zeit auf die Bühne. Getreu dem Motto ‚never change a winning team‘ darf sich das Publikum dabei auf viele bekannte Gesichter aus dem letzten Jahr freuen.“

Neben Susanna Mucha, die im Stück die mittlerweile erwachsene Tochter Wednesday verkörpert, stehen mit Mezzosopranistin Carolin Masur, dem Leipziger Entertainer, Sänger und Conférencier Bert Callenbach sowie dem Dresdner Andreas Goldmann und Comödien-Gesicht Philipp Richter gleich fünf Darstellerinnen und Darsteller bei der Wiederaufnahme der Grusel-Produktion auf der Bühne, die dem Publikum bereits aus dem vergangenen Jahr vertraut sind und darüber hinaus auch die diesjährige Neuproduktion „Alice im Wunderland“ besetzen. Großangelegte Ensembleszenen werden auch in diesem Sommer wieder vom Musical-Jugendchor „Oh-TÖNE“ unter der Leitung von Cornelia Drese gestaltet, die darüber hinaus erneut in der Rolle der Dresdnerin Alice Beineke durch den Schlossgarten sächselt. Ebenfalls mit dabei sind die Puppenspielerinnen Katharina Klinger und Cornelia Fritsche, die das „Eiskalte Händchen“, den skurrilen Mitbewohner der Addams, mit ihrer Kunst lebendig werden lassen. Neu hinzu kommen Musical-Darsteller Stefan Reil sowie Oliver Geilhardt, der schon in den Comödien-Produktionen wie „Landeier – oder Bauern suchen Frauen“ und „Rubbeldiekatz“ mitwirkte.

Erstmals im Jahr 1938 in Form eines Cartoons des US-amerikanischen Zeichners Charles Addams im Magazin „The New Yorker“ erschienen, erfreute sich der ungewöhnliche Clan bereits in den 1930ern großer Beliebtheit und erlangte ab den 1960er Jahren im Zuge einer TV-Serie und anschließenden Verfilmungen, jüngst im Rahmen eines Animationsfilms von 2019, Kultstatus. Als düstere und satirische Version einer perfekten Familie finden die Addams Freude an allem Grotesken und Makabren, ohne sich bewusst zu sein, dass andere Menschen ihr Verhalten als beängstigend empfinden. Andrew Lippa spinnt die Geschichten in seinem Musical weiter: Anders als im Original, ist Tochter Wednesday kein Kind mehr, sondern ein achtzehnjähriges Mädchen, das ihre große Liebe gefunden hat.

Text: Benjamin Abicht

Comödie Dresden
Freiberger Str. 39
01067 Dresden
Tel.: 0351 – 65 29 62 23
Fax: 0351 – 65 29 62 29

www.facebook.de/Comoedie.Dresden
www.comoedie-dresden.de

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Premiere „Alice im Wunderland“ der Comödie Dresden am Schloss Übigau

15 Dienstag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Musik, Theater

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Fantasievoller Theaterspaß vor traumhafter Kulisse: „Alice im Wunderland“: Die Titelheldin entflieht dem tristen Alltag in eine märchenhaft bunte Welt und trifft viele wunderliche Gestalten wie das weiße Kaninchen, das immer in Eile ist. Fotos (2): Robert Jentzsch

Eine verrückt-komische Teegesellschaft
lässt die Lebensfreude hochleben

Traum- und reale Welt prallen witzig-skurril und fantasievoll inszeniert aufeinander in der neuen Sommertheater-Inszenierung der Comödie Dresden „Alice im Wunderland“ nach dem bekannten Kinderbuch von Lewis Carroll vor zauberhafter Kulisse am Schloss Übigau.


Riesige Pilze wachsen rings um das zauberhaft verwandelte, alte Schlossgemäuer.
Dort tummeln sich allerlei skurrile Traumgestalten mit Blumenköpfen, Schildkröten, Grinsekatze und ein weißes Kaninchen mit goldener Taschenuhr, das unaufhörlich der Zeit nachjagt auf seinem Roller. Traum- und reale Welt prallen verrückt- komisch und fantasievoll inszeniert aufeinander vor wundervoller Kulisse voll wunderlicher
Gestalten in der diesjährigen Open-Air-Inszenierung der Comödie Dresden „Alice im Wunderland“ – ein musikalischer Sommertraum nach Motiven von Lewis Carroll (Regie und Choreografie: Kerstin Polemnske). Die Premiere war am Freitag abend vor dem Elbschloss Übigau.

Die Schlossbühne ist stimmungsvoll in farbiges Licht getaucht. Um dem tristen Alltag an diesem Ort zu entfliehen, dessen Bewohner allein in ihrer eigenen Welt vor sich hin dämmern, träumt sich die mittlerweile erwachsene Alice (bezaubernd auf Selbstsuche: Susanna Mucha) in eine märchenhaft bunte, verrückt-fröhliche Fantasiewelt, in der alles erlaubt ist. Der Tagesablauf ist dagegen minutiös durchgetaktet, den die gestrenge, pillenverteilende Schwester Ingeborg (Dorothea Kriegl) überwacht. Sie lässt die Schlossbewohner (mit Maskenspiel und Gesang begleitet vom Musical-Jugend-Chor der Oh.-Töne) zackig zum Frühsport antreten mit markigen Sprüchen („Nur Fledermäuse lassen sich hängen!“) und sorgt damit für viel Heiterkeit im Publikum. Und sie umgarnt zu betörend einschmeichelnden Klängen im Tüllschlauch als Raupe, die Wasserpfeife rauchend die Bibliothek des Wunderlandes hütet und Alice weise Ratschläge gibt.

Köstlich und einfallsreich in Szene gesetzt (Ausstattung: Anne Konstanze Lahr) sind die Szenen mit der Teegesellschaft um Faselhase, Hutmacher und Murmeltier, die Alice witzig-absurd, wortspielerische Rätsel und viele Fragen stellen: „Obwohl zu viele Fragen sind ungesund, dann rollen Köpfe !“, warnen sie. Eine große Teekanne dient als fahrbarer Ausschank mit glitzerroten Fenstern und die Plätzchen haben die Form von Spielkarten. Zum sehr komödiantischen Spiel gibt es abwechselnd flotte, leise verträumte, traurige und lustig-skurrile Lieder mit Ohrwurm-Charakter wie “Hast du noch ein Plätzchen für ein Plätzchen“ (Komposition und musikalische Leitung Andreas Goldmann; Liedtexte und diverse Traumgestalten: Bert Callenbach). Goldmann erheitert als pummeliges weißes Kaninchen immer in Eile als „herzoglicher Kurier“ und „Prüfinstanz“.

Alice und die Teegesellschaft widersetzen sich dem Lach-Verbot der kalten Herzkönigin (Carolin Masur) und ihres Ministers für Ordnung (Mario Grünewald) und lassen die Lebensfreude hochleben in diesem Schauspiel mit viel doppeldeutigem Witz und Liedern mit Bezug zu den coronabedingten Einschränkungen insbesondere im kulturellen Leben. „Wir wollen endlich wieder leben, wie wir`s lang nicht mehr gekonnt! Darum gehen wir auf Reise geradewegs ins Wunderland“, tönt es laut von der Bühne. Als dann auch noch Puck, ein extrovertierter Typ (Philipp Richter, der auch als Hutmacher glänzt) ins Schloss kommt, um Sozialstunden abzuleisten, wirbelt er die neuen Regeln, die jegliches Vergnügen strikt untersagen im Wunderland, gehörig durcheinander. Ebenso wie die drei tollkühnen, jungen Schleuderbrett-Akrobaten der Staatlichen Ballett und Artistikschule Berlin. 

Begeisterter Beifall vom Premierenpublikum für diese zauberhafte Reise zur Rettung des Wunderlands. Das Stück „Alice im Wunderland“ wird noch bis Mitte September auf der Schlossbühne in Übigau gespielt. 

Text + Fotos (2) (lv)

Weitere Infos unter http://www.comoedie-dresden.de

 

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Premiere Puppenspiel „Pinocchio“ auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen

14 Montag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Theater

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Eine Holzpuppe geht auf Reisen

„Pinocchio“, Puppentheater für Menschen ab 6 Jahre nach Carlo Collodi in der Bühnenfassung von Odette Bereska hat am 19. Juni, 16 Uhr Premiere auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen. Weitere Termine: 27.6., 11 Uhr, Uckermärkische Bühnen Schwedt/ODER ZU DEN lANDESBÜHNENTAGEN: 3.7., 16 Uhr und 4.7., 16 uhr auf der Studiobühne der LB Sachsen.

Etwas fasziniert den Holzschnitzer Geppetto sofort an diesem einfachen Stück Holz und er beginnt, daraus eine kunstvolle Puppe zu fertigen. Und tatsächlich: noch während der Arbeit wird das Stück Holz lebendig und spielt Geppetto freche Streiche. Auch als dem Meister schließlich eine ganze, einzigartige Puppe geglückt ist, scheint sie doch nur Flausen in ihrem Holzkopf zu haben. Ausgestattet mit Neugier, Vorfreude, Übermut und Furchtlosigkeit beginnt eine abenteuerliche Reise. Pinocchia lässt sich von den Halunken Fuchs und Kater übers Ohr hauen, flieht aus dem Zirkus und endet im Bauch des Walfisches. Entgegen der guten Ratschläge von Vater Geppetto und der blauen Fee, stürzt sich die kleine Puppe in die Welt hinein. Sie muss ihre eigenen Erfahrungen machen und kann nur dadurch ein richtiges Kind werden. Dabei ist es hier gleichgültig, ob aus der Puppe ein Junge oder ein Mädchen wird.

Die Geschichten über die weltberühmt gewordene Marionette von Carlo Collodi aus dem Jahr 1881 erschien zunächst als Zeitungsartikel und erzählt in Episoden deren abenteuerliche Reise. Seitdem haben sich zahlreiche Kinder mit den Geschichten um die – nicht den konventionellen gesellschaftlichen Erwartungen entsprechende – Holzpuppe identifiziert. Und noch heute können wir uns fragen: was macht uns menschlich?

Es spielen: Marie Bretschneider & Konrad Bruno Till

Inszenierung: Odette Bereska; Puppenbau / Bühne: Stefan Spitzer; Bühne / Kostüme: Irina Steiner

Musik: Jan Maihorn; Dramaturgie: Annekathrin Handschuh

Text: Petra Grubitzsch/LB Sachsen

Kasse : Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; http://www.landesbuehnen-sachsen.de 

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152,  01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0

http://www.landesbuehnen-sachsen.de

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Premiere „Peter Pan“ eröffnete den Theatersommer der Landesbühnen Sachsen im Theaterzelt in Rathen

12 Samstag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Musik, Theater, Unterwegs

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Aus dem Geschichtenbuch entsteigt eines Nachts Peter Pan und entführt Wendy und ihren Bruder in seine aufregend fantasievolle Welt voller Abenteuer und Gefahren.

Übermütige Luftsprünge und Abenteuer in
wild-fantasievoller Traumreise besiegen die Schatten

Das Stück „Peter Pan“ lässt kleine und große Zuschauer staunen, lachen und mitfiebern mit den Kindern einer wohlbehüteten Familie auf ihrer Reise nach Nimmerland, wo Kinder niemals erwachsen werden.

Der Sternenhimmel funkelt. Zwei Traumgestalten stecken leise kichernd ihre Köpfe durch den nachtblauen Vorhang zu den zwei schlafenden Kindern Wendy und John und springen schnurstracks in ihr Bett. Sie toben vergnügt umher und reisen in die fantastische Welt von „Peter Pan“ nach Nimmerland, wo sie jede Menge Abenteuer erleben und Gefahren bestehen. Die zauberhafte Geschichte über jenen Ort, wo Kinder niemals erwachsen werden, inszeniert von Manuel Schöbel nach Motiven des Kinderbuchklassikers von James Matthew Barrie hatte am vergangenen Sonnabend Premiere und eröffnete gleichzeitig den Theatersommer der Landesbühnen Sachsen im Theaterzelt von André Sarrasani vor imposanter Felsenkulisse im Kurort Rathen.

In einer Mischung aus Schauspiel, Schatten- und Figurentheater, begleitet von mal heiteren, verträumten Gitarrenliedern und mal wild urwüchsigen Trommelklängen kam das Stück „Peter Pan“ als Theatervergnügen für die ganze Familie auf die Bühne (Musik und Liedtexte: Alexander Wulke, Ausstattung: Stefan Weil). Mit märchenhaften Kostümen und witzig-fantasievoll erzählt mit wenigen Requisiten, entführt die Aufführung an schöne und gruslige Traumorte. Wendy (aufgeweckt-selbstbewusst: Tammy Girke) wiegt nicht nur ihre Puppe im Arm, sondern ist ebenso abenteuerlustig wie ihr Bruder John (Justin V. John) und sie kämpfen auch mal mit Kochlöffel und Regenschirm wild gegeneinander. Für ihren gestrengen Vater (Alexander Wulke) im blauen Gehrock ist Peter Pan daher wie ein Gespenst und Unruhegeist, der die Kinder verdirbt. Amüsant wie er als Piratenanführer Käpt`n Hook mit Eisenhaken-Hand in der Traumwelt Peter und seine Freunde, die verlorenen, frei umherstreifenden Kinder, verfolgt und gefangen nehmen will, die jedoch immer wieder entwischen.

Mit der geheimnisvollen Fee Glitzerklang (lustig-anmutig: Julia Rani) fliegen Peter Pan, Wendy und John in übermütigen Luftsprüngen hoch über der Bühne mit einer Seilvorrichtung (Flug-Choreografie: Sarrasani Entertainment GmbH). Im zweiten Teil gewinnt die Aufführung noch mehr an Fahrt und Spannung, sorgt der naiv-tolpatschige Kampf der Piraten samt Kanone und allerlei fiesen Tricks gegen Peter Pan und die Kinder unter der Parole „Hackfleisch“ gegen „Pudding“ für viel Spaß bei kleinen und großen Zuschauern. Wenn der Pirat Smee mit Augenklappe, Fernrohr und französisch säuselnd (schlau-gewitzt: Moritz Gabriel) dem hart gesottenen Käpt`n Hook Paroli bietet. Schön skurril auch das verfressene Krokodil, das einen Wecker verschluckt hat und laut tickend, immer  wieder auftaucht und auf Beute lauert.  

Peter Pan (Felix Lydike) in Fransenhosen und Wuschelhaar ist ein Luftikus, ein unbeschwert und sorglos in den Tag lebender Junge, der vor nichts Angst hat, sich von der Welt der Erwachsenen und ihren Regeln fernhält, die ihn langweilen. Er staunt über den Kuss, der von Wendy zu ihm fliegt wie ein kostbarer Vogel, doch als sie wieder nachhause will, hält er sie nicht auf. Sie bringt den verlorenen, unartigen Kindern (gespielt von Studierenden der Theaterakademie Sachsen) Manieren bei und erzählt ihnen vor dem Zubettgehen die Geschichte von Aschenbrödel wie ihre Mutter (sanft-liebevoll: Sandra Maria Huimann).
 
Durch seinen Leichtsinn verliert Peter Pan beinah seine geliebte Fee Glitzerklang. Doch Feen sterben nicht, wenn man an sie glaubt. Durch den herzlichen Applaus des Publikums erwacht sie wieder zum Leben und schwirrt lächelnd und glucksend davon. Und Peter Pan bleibt das ewige, ungebändigte Kind, das uns Erwachsene daran erinnert, das Träumen nicht zu verlernen.

Text + Foto (1) lv

Weitere Termine: http://www.landesbuehnen-sachsen.de

Sommertheater im Zelt vor imposanter Felsenkulisse im Kurort Rathen in der Sächsischen Schweiz. Noch beschaulicher und weniger überlaufen als sonst, lockt Kultur- und Landschaftsgenuss gleichzeitig.

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Die Schauspielerin Sandra Maria Huimann inszeniert „Alice im Wunderland“ an den Landesbühnen Sachsen

10 Donnerstag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Theater, Zwischenmenschliches

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Spagat zwischen wundersamer und wahrhaftiger Welt: Die Schauspielerin und Regisseurin Sandra Maria Huimann zeigt ihre vierte Regiearbeit „Alice im Wunderland“.
Hier zwei Ausschnitte von den Proben im April in den Landesbühnen.

Ein verrücktes Spiel zwischen Vergessen und Erinnern

Die Inszenierung „Alice im Wunderland“ nach dem bekannten Kinderbuch von Lewis Carroll in einer Bühnenfassung von Roland Schimmelpfennig entführt die Zuschauer in die wundersame Welt von Alice, die an Alzheimer Demenz erkrankt ist. Die Stream-Premiere ist am 11. Juni, 20 Uhr auf http://www.dringeblieben.de zu sehen. Premiere hat das Stück der Landesbühnen Sachsen in Kooperation mit dem Societaetstheater dann dort im Oktober.

Eine Frau in weißem Nachthemd, Hausschuhen und grauem Haar steht mitten auf der Bühne und sieht sich verwundert um. Seltsame Gestalten laufen mit rudernden
Armbewegungen um sie herum und wollen mit ihr im „Tränenteich“ schwimmen. Ein Mädchen in rot geblümtem Kleid, das aussieht wie sie selbst in jungen Jahren, klatscht mit ihr in die Hände zum Lied „Alle meine Entchen“.

Wundersame Dinge gehen vor sich. Das weiße Kaninchen hält sie für sein Hausmädchen. „Ich hol ihm besser seinen Fächer und seine Handschuhe. Wenn es wüsste, wer ich wirklich bin. Aber wer bin ich wirklich?!“, fragt sich die alte Alice. Ihr Sohn hat nie Zeit und das Kaninchen läuft immer weg. Irgendwann weiß die alte Frau nicht mehr, wer hier verrückter ist: der Hutmacher oder sie. Der ist auch noch Ärztin und will Alice helfen, genauso wie Dideldum und Dideldei, zwei Pflegekräfte.

Anrührend komisch, skurril, traurig, nachdenklich und sprachspielerisch philosophisch
entführt das Stück „Alice im Wunderland“, inszeniert als Märchen für Erwachsene nach dem berühmten Kinderbuch von Lewis Carroll in einer Bühnenfassung von Roland Schimmelpfennig, in eine besondere Welt. Einen ersten Vorgeschmack gab es bei einem Probenbesuch in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Die Inszenierung in Kooperation mit dem Societaetstheater Dresden sollte dort eigentlich am 13. Mai, um 20 Uhr Premiere haben, musste dann aber wegen des verlängerten Lockdowns coronabedingt abgesagt werden.

Nun soll das Stück zur neuen Spielzeit im Oktober im Societaetstheater zu sehen sein.
Die Stream-Premiere ist bereits morgen, am 11. Juni,  20 Uhr im Internet zu sehen (siehe Link unter dem Beitrag).

Regie führt Sandra Maria Huimann. Die gebürtige Wienerin absolvierte das dortige Konservatorium für Schauspiel und schloss mit dem Bachelor ab. Seit 2009 ist Sandra Maria Huimann als Schauspielerin im Ensemble der Landesbühnen Sachsen engagiert und wohnt in Dresden. „Alice im Wunderland“ ist ihre vierte Regiearbeit. „Das Publikum erlebt die Geschichte aus der Perspektive von Alice, die an Alzheimer Demenz erkrankt ist. Wir versuchen ihre Wahrnehmung zu ergründen“, sagt Sandra Maria Huimann. Das geschieht in sehr körperorientiertem Spiel. Da die Darsteller, die bei den Proben Masken tragen, sich nicht anfassen dürfen wegen Corona, treten sie in Beziehung vor allem über Sprache, Körper und Rhythmus. Mir dieser Form sei sie glücklich.

„Denn es geht in dieser Geschichte ja viel um sich wiederholende Zeit und verloren gehendes Körpergefühl. Irgendwann gelangen betroffene Menschen an einen Punkt, wo sie den Bezug zur Außenwelt verlieren“, erklärt sie. „Es geht viel um Erinnerung und eine Neubewertung der Situation aus dem Wissen, das Alice gerade hat.“ Das Stück entführe aber in keine bunte Fantasiewelt. Als Kulisse dient ein weißer Raum, in einem Pflegeheim für an Alzheimer Erkrankte, der sich mittels Licht und Projektion verwandelt. Alle Figuren haben eine reale und eine Wunderland-Figur.

Zur Vorbereitung auf das Stück nahm Sandra Maria Huimann teil an einem online Kurs für Angehörige von Menschen, die mit Demenz leben mit Eva Helms, Leiterin des Infopunkts Demenzpflege im Familienzentrum Radebeul. “Ich hab versucht mir alles anzueignen, was es über diese Krankheit gibt, was Pflegepersonal und Angehörige erleben, um die einzelnen Perspektiven zu verstehen“, so die Regisseurin. Auch die Darsteller machten mit bei dem Kurs. Zusammen mit fünf Schauspielern der Landesbühnen – Anke Teickner als Alice Alzheimer, Luca Lehnert als Mädchen Alice, Michael Heuser als Patient X, Michael Berndt-Cananá als Pfleger 1 und Grian Duesberg als Pfleger 2 – stehen zwei Gäste aus der freien Szene auf der Bühne. Sabine Köhler als Hutmacher und Tobias Herzz-Hallbauer spielt Alices Sohn und hat die Musik für die Inszenierung komponiert. „Menschen mit Demenz haben ein großes Empfinden für Emotionen und Stimmungen und merken an der Stimme, dass jemand da ist, der es gut mit ihnen meint. Wenn man sich auf ihre Welt einlässt und darauf eingeht, dann kann man die Verbindung zu ihnen aufrechterhalten“, weiß Sandra Maria-Huimann.

Sie liebt ihren Beruf als Schauspielerin und führt gern Regie: „Ich finde es großartig, die Position des anderen einzunehmen und es ergänzt und bereichert sich beides. Als Regisseurin muss ich den roten Faden zusammenhalten, innerhalb dessen gibt es viele Möglichkeiten und wir finden einen Konsens, mit dem alle zufrieden sind.“ Sie selbst ist als „Aschenbrödel“ vor der Moritzburger Schlosskulisse wieder ab 3. Juli zu sehen, im Stück „Jedermann“ spielt sie die „Buhlschaft“ im Hof der Albrechtsburg Meißen und in der Liebeskomödie „Zuhause bin ich Darling“ im September in den Landesbühnen Sachsen.

Außerdem ist Sandra Maria Huimann die Frontfrau und Sängerin der Band „Machine de Beauvoir“, in der elektronische, sehr extravagante Musik und eigene Songs sowie Liedtexte großer Dichter und Denker von Brecht, Kafka und Oskar Wilde aufeinander treffen. Sie genießt die Momente im Wunderland auf der Bühne, sucht in jeder Rolle nach Wahrhaftigkeit wie auch im eigenen Leben. Ihr Motto dabei: Voller Neugier und einem Blick darauf, andere Wahrnehmungen und Geschichten genauso zu respektieren und zu verstehen. 

Text + Fotos (3) (lv)



Stream – Premiere „Alice im Wunderland“, Märchen für Erwachsene nach Lewis Carroll von Roland Schimmelpfennig: 11. Juni, 20 Uhr                                                                                             

Weitere Aufführungen: 19.6., 19.00 Uhr und 25.6.19.00 Uhr  als Stream und dann im Oktober folgt die Premiere im Societaetstheater Dresden

Wo: auf der Plattform dringeblieben.de; Veranstaltungslink: https://dringeblieben.de/videos/premiere-alice-im-wunderland 

Kooperation mit dem Societaetstheater Dresden

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Moritz Gabriel ist Schauspieler an den Landesbühnen Sachsen und streamt als Rollenspieler im digitalen Raum

10 Donnerstag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Theater

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Spaß am Rollenspiel & Geschichtenerzählen: Schauspieler Moritz Gabriel. Foto (lv)

Eintauchen in fantastische Welten

Wenn er nicht auf der Bühne steht, experimentiert Moritz Gabriel gern mit Rollenspielen & Storytelling, allein und mit Freunden, und stellt seine Geschichten ins Internet.

Ein Brot schwebt durch die Luft in einem leeren Lokal mit loderndem Kaminfeuer. Ein bärtiger Mann eilt durch mittelalterliche Gassen, springt über Marktstände und sucht in jedem Winkel. Nicht nach Gästen, sondern Hexen mit spitzen Hüten und fliegenden Besen wie sich herausstellt. Die Spieler verteilen ihre Rollen, Jäger und Hexen, und das witzig-abenteuerliche Versteck- und Findespiel geht in die nächste Runde. In diesem live gestreamten online Videospiel geht es den Teilnehmern neben dem Spaß und der Spannung am Gewinnen oder Verlieren vor allem um das gemeinsame  Erlebnis. Zuschauer können am Bildschirm an ihrer Interaktion teilhaben.

Rollenspiele und Storytelling, bei denen man in fantastische Welten eintauchen kann, erfreuen sich wachsender Beliebtheit in allen Altersklassen. “Als Rollenspieler wollte ich schon länger Geschichten streamen. Ich glaube, dass diese Form vielen Menschen helfen kann, weil es die Kreativität anregt, die Fähigkeit zu kommunizieren und es macht unglaublich viel Spaß“, sagt Moritz Gabriel (39).

Seit der Spielzeit 2013/2014 ist er als Schauspieler fest engagiert in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul und wohnt in Dresden. Während des coronabedingten Lockdown hatte er weniger Proben und mehr Zeit für sein liebstes Hobby. Seit seinem zwölften Lebensjahr faszinieren ihn Rollenspiele, aber noch mehr Storytelling, das Geschichten erzählen als ein Teil davon. Letzteres interessiere ihn auch am meisten am Theater. Begonnen bei Comics, über Computer- und Brettspiele bis zu Lego mag er Spiele aller Art. „Aber ich spiele nicht um Geld.“

„Man kann in andere Rollen schlüpfen, seine Schüchternheit überwinden, schlauer, selbstbewusster, stärker oder dümmer sein als man selber und sich im geschütztem Rahmen des Spiels mit Emotionen auseinandersetzen“, gefällt Moritz Gabriel an Rollenspielen und am Spiel auf der Bühne. Etwa zu spielen, dass man den Vater verloren hat und auf einen Rachefeldzug zu gehen, den man nicht unbedingt persönlich erleben will, aber diese Kraft mal zu spüren. Junge Liebhaberrollen und romantische Helden wie Romeo mag er weniger, so Moritz Gabriel. “Mich interessiert keine Figur auf der Bühne, die nur fühlt und nicht denkt.“

Seine Traumrolle ist Leonce aus Büchners Trauerspiel „Leonce und Lena“. “Eine Figur, die alles durchschaut, aber nicht anders handeln kann aufgrund ihres Charakters und scheitert, das ist viel tragischer und interessiert mich mehr.“ Den Leonce spielte Moritz Gabriel am Theaterhaus Stuttgart und Werschinin aus Tschechows „Drei Schwestern“ bereits im Theaterjugendclub in Konstanz im Süden Deutschlands. Dort wurde er 1982 geboren. Sein Vater lehrte als Logiker und Sprachwissenschaftler und war Leiter der Fakultät an der Universität in Jena. Als Kind war für Moritz Gabriel Deutschland ein Land, das er nicht in Osten und Westen teilte, sondern das sich in vier Himmelsrichtungen erstreckt. So sieht er es bis heute.

Eigentlich wollte er Physiker werden, Astrophysik findet er spannend. Doch dann entschied er sich doch für Schauspiel, weil das Spiel mit Sprache und Bewegung ihn reizt. Seit seiner Jugend tanzt er bei Gelegenheit außerdem gern Rock`n`Roll, Swing Balboa und Tango Argentino. Er studierte an der Folkwanghochschule in Essen Schauspiel und schloss mit dem Diplom ab. Danach arbeitete Gabriel bis 2010 in der freien Theaterszene und war von 2010 bis `012 am Theater der jungen Welt in Leipzig engagiert. Das Live-Rollenspiel schöpft aus dem Improtheater und es gibt viele Darstellungsformen. Die klassische Variante geht einfach: Zuhause gemeinsam am Tisch sitzen und eine Geschichte erzählen und spielen.

„Ein Spielleiter legt die Welt und Nichtspielercharaktere, Milieu, Zeit und Genre fest, in der die Protagonisten sich bewegen. Das reicht von Mittelalter, Fantasy, Sience Fiction bis Krimi“, erklärt Gabriel. Moritz Gabriel ist online sein eigener Spieler und Spielleiter und bevorzugt das Genre des Cyperpunk. Beim Storytelling interessieren ihn frei nach George Orwell Szenarien in der nahen Zukunft, Dystopien, die überspitzt eine unterdrückende Gesellschaft zeigen und wie man selber als machtlose Figur überlebt. Im Wohnzimmer baut er Kamera und Mikro auf und streamt seine Rollenspiele und Geschichten live im digitalen Raum. Zu sehen sind sie auf seinem eigenen Kanal im Internet (www.twitch.tv). Dort spielt Moritz Gabriel als theMelrakki, das isländische Wort für Polarfuchs. Er war schon dort und Füchse sind sein Totem-Krafttier, da sie neugierig, sehr vorsichtig, aber auch clever, nicht domestiziert, durchtrieben und sehr individuell seien. Anregungen für die Rollenspiele findet er auf der Plattform „Roll 20“ im Netz, wo man auch Bilder hochladen und Würfel-Würfe rollen kann, mit denen bestimmte Details für den Handlungsverlauf festgelegt werden. Als Hilfsmittel und zur Inspiration nutzt Gabriel auch gern „Ironsworn“, ein Regelwerk aus einer mittelalterlichen Welt und einem Storytelling-Tool als ergiebiges „Geschichtenerzählhandwerker-Köfferchen“.

Seine Lieblingstheaterform ist „Teppichtheater“, das früher auf  Marktplätzen ausgebreitet wurde zum Geschichtenerzählen. Dazu passen auch die erste Regiearbeit von Moritz Gabriel an den Landesbühnen: das Stück „Salzwasser“ in der Tradition von irischem Kneipentheater und die „Geschichte einer Tigerin“ von Dario Fo, gespielt von Gabriel mit intensivem Erzähl- und Körpertheater im Überlebenskampf eines verletzten Soldaten in der Wildnis. Derzeit laufen die Proben für die Inszenierung „Peter Pan“, wo Moritz Gabriel die Rolle des gewitzt-schlauen Piraten „Smee“ spielt. Die Premiere ist am 4. und 5.Juni im Theatersommerzelt der Landesbühnen in Rathen. Außerdem kommt das nächste Stück unter seiner Regie mit dem Titel „Atmen“ von Mc Millen über ein modernes Paar im Zwiespalt seiner Wünsche und Lebensvorstellungen im Herbst in den Landesbühnen in Radebeul heraus. 

Text +  Fotos (2) (lv)

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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