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meinwortgarten.com

~ Das Dresdner Kulturgewächshaus im Netz

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Kategorien-Archiv: Theater

Theater. Vorschau auf die neue Spielzeit an Dresdner Bühnen

04 Samstag Sept 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Theater

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Spiel um Macht. Wer wird die Krone aufsetzen in „König Lear“? Mit dem Shakespeare- Stück eröffnet am 18.9. die neue Spielzeit am Staatsschauspiel Dresden.


Wovon träumen junge Leute heute? Davon erzählt Büchners Lustspiel „Leonce und Lena“ ab 17.9. in einer Aufführung der Bürgerbühne im Kleinen Haus. Fotos: Sebastian Hoppe

Staatsschauspiel Dresden
Spiel mit Autos auf dem Neumarkt
und König Lears Töchter an der Macht

Nach fast einem Jahr Spielpause coronabedingt, hat sich das Staatsschauspiel Dresden viel vorgenommen für die neue Spielzeit. Insgesamt 27 Premieren, davon zehn Uraufführungen stehen auf dem Plan, die bisher nicht oder nur eingeschränkt gezeigt werden konnten. Die Bandbreite reicht vom Roadtrip „Asphalt“ als Spiel mit vierzig Autos auf dem Neumarkt (Premiere: 19.9.) über das Lustspiel „Leonce und Lena“ von Georg Büchner mit jungen Akteuren der Bürgerbühne im Kleinen Haus (17.9.) bis zu Schillers Monumentaldrama „Wallenstein“ unter Regie von Frank Castorf, der erstmals in Dresden inszeniert (Premiere: 9.4.2022). Beginnend mit Shakespeares „König Lear“ (18.9.) stehen die Zeichen auf Veränderung. Ein Machtwechsel steht an. Die junge Regisseurin Lily Sykes erzählt die Geschichte aus der Perspektive der Töchter Lears.
Außerdem kommt endlich die Inszenierung des Dresden-Romans
“Die rechtschaffenen Mörder“ von Ingo Schulze unter Regie von Claudia
Bauer im Oktober auf die Bühne im Großen Haus.

http://www.staatsschauspiel-dresden.de


Alternder Junggeselle auf Freiersfüßen. Da prallen Ansprüche, Liebes- und Moralvorstellungen aberwitzig aufeinander. Foto: Peter Förster

Sommertheater im Bärenzwinger
Molieres Frauen – schlau und verführerisch

Alle träumen vom Himmel auf Erden. Der alte, selbstgefällige Junggeselle auf
Brautschau und das einsame, schöne Waisenmädchen. Die üppig, direkte
und lebensfrohe Zofe und der in Liebe entflammte, junge Dichter.
Ihre Wege kreuzen, verlieren und finden sich wieder. Jeder will und verlangt etwas anderes vom anderen. Das führt zu mehr oder weniger komischen, widersinnigen Situationen und doppeldeutigen Dialogen in der Inszenierung „Molières Frauen – ein Shakespeare aus Paris“ (Buch und Regie: Peter Förster) in der bereits 18. Spielzeit des Sommertheater Dresden im Bärenzwinger. Sein bester Freund und seine Verlobte Sophie sind entsetzt als sie erfahren, dass der alte Schwerenöter dessen Sohn im Keller einsperrte, da er ihm die Braut wegschnappen wollte. Ein vergnügliches Stück über die Irrungen und Wirrungen der Liebe mit überraschenden Wendungen und ein absurdes Spiel mit Männer- und Frauenrollen, Wünschen und Erwartungen, Schein und Sein. Gespielt wird täglich außer Montag, 20 Uhr, auch bei Regen im überdachten
Innenhof noch bis 5.9.

http://www.sommertheater-dresden.de


„Lustgarantie“: Entertainerin Dagmar Frederic gibt ihr Comödie-Debüt in der Komödie um ein quirliges Damentrio jenseits der 70. Foto: Robert Jentzsch

Comödie Dresden
Sternstunden mit Lustgarantie
zum 25jährigen Jubiläum

Kurz vor seinem 25jährigen Jubiläum geht das beliebte Privattheater
endlich wieder an den Start. Mit der Premiere von „Alice im Wunderland“
begann die Comödie Dresden nach monatelanger Zwangspause im Juni wieder mit dem Spielbetrieb und eröffnete die Open-Air-Saison am Elbschloss Übigau.
Noch bis Mitte September entführt dort das verrückt-komische Musical in eine
zauberhafte Welt zwischen Utopie und Wirklichkeit. Hochprozentige Unterhaltung liefert das Dresden-Musical “Mit Herz & Promille“ (18.8. – 5.9.), in dem die Pieschener Großfamilie König humorvoll und mit typisch sächsischem Charme die Lachmuseln strapaziert. In der Spielstätte der Comödie im WTC gibt es ab September wieder temporeiche Komödien und Kultproduktionen mit bekannten TV-Gesichtern zu sehen. Darunter die französische Boulevardkomödie „Sternstunden“ (ab 28.9.) mit Cosma Shiva Hagen und die Premiere von „Lustgarantie“ am 8. Oktober, in der die Sängerin und Moderatorin Dagmar Frederic ihr Comödien-Debüt gibt als Teil eines illustren und noch sehr lebensfrohen Damen-Trios jenseits der 70.

http://www.comoedie-dresden.de


Aus dem Leben eines Sonnyboys: Die „Frank Schöbel Story“ kommt nach seiner Autobiographie im Boulvardtheater auf die Bühne. Foto: Boulvardtheater Dresden

Boulevardtheater Dresden
Ansteckende Lebenslust, Frank Schöbel & Olsenbande

Mit viel Lust und Spielfreude öffnet auch das Boulevardtheater Dresden
wieder seine Türen. Mit der Premiere von „Herr Käpt`n, die Schaluppe leckt!“
kommt am 28. August die neueste frivole Komödie für Zuschauer ab 18 Jahren auf die Bühne. Kurz nachdem das kleine, exklusive Kreuzfahrtschiff „Flotte Welle“ unter Kapitän Florian Goldeisen in See sticht, sticht einige Passagiere der Hafer. Gäste und Crew verhalten sich übermütig und freizügig und das ganze Schiff scheint erfüllt von einer mysteriösen Wollust. Alles scheint aus dem Ruder zu laufen, nur die alte Frau Leutheuser-Schnarrenthal zeigt sich erstaunlich immun und wehrhaft gegen das um sich greifende Phänomen. Da bleibt sicher kein Auge trocken bei diesem maritim-intimen Stück über neu gewonnene Lebenslust. Als nächstes feiert am 8.9. „Die Frank Schöbel Story“ Premiere über sein Leben, seine Lieben und Lieder, gespielt von ihm selbst, seiner Band und dem Ensemble (beide Vorstellungen sind bereits ausverkauft!). Die Kultkomödie „Die Olsenbande dreht durch“ (vom 5. – 17.10.) sorgt wieder für reichlich komischen Nervenkitzel und herzerfrischenden Humor.

http://www.boulevardtheater.de


Schöne Traumwelt: „Die Fantasticks“ Foto: Pawl Sosnowski

Staatsoperette Dresden
Von Cinderella bis Casanova

Träume und Sehnsüchte stehen nach fast zwei Jahren voller Einschränkungen
im Mittelpunkt der neuen Spielsaison 2021/`022 in der Staatsoperette Dresden im Kraftwerk Mitte. Sie erzählen von Sehnsucht nach der Ferne, von neuer Liebe, Glück und Reichtum und dem Traum von einer idealen Welt. Losgeht`s mit einem Dauerbrenner des Musiktheaters, „Im weissen Rössl“ (Premiere: 10.9.) in einer schmissigen Fassung mit Band und Streichquintett. „Blondinen bevorzugt“ heißt die zweite Premiere (ab 23.10.), ein Kultstück, das in der Verfilmung mit Marilyn Monroe weltberühmt wurde. Der Märchenklassiker „Cinderella“ erfreut zur Adventszeit die Herzen als mitreißendes Musical. Temporeich, voll spritziger Dialoge und mit Musik von Tango bis Foxtrott kommt die Operette „Der Vetter aus Dingsda“ auf die Bühne. In der turbulenten Kabarett-Revue „Zwei Krawatten“ wird ein mittelloser Kellner im Handumdrehen zum Gentleman. Mit „Casanova“, einer weiteren Revue-Operette, schließt die Spielzeit.

http://www.staatsoperette.de

Semperoper Dresden
Starke Frauen, Blues Brothers
und Peer Gynt

Mit 15 Neuproduktionen, 22 Wiederaufnahmen und Repertoirestücken in Oper, Ballett und Junge Szene öffnet sich ein Füllhorn von aufregend neuen Stücken in großartiger Besetzung. Unter dem Spielzeitmotto “Starke Frauenpersönlichkeiten“ sorgen gleich drei italienische Opern von Bellini, Verdi und Rossini für Leidenschaft und starke Töne: Mit Peter Konwitschnys „Norma“-Inszenierung, Vera Nemirovas Regiearbeit „Don Carlo“ und der in Kooperation mit dem Théatre de Champs-Èlysées, Paris entstandenen Neuproduktion “La Cenerentola“. Chefdirigent Christian Thielemann dirigiert die Aida-Premiere, inszeniert von der bekannten Schauspielerin
Katharina Thalbach. Für die Oper „Madama Butterfly“ kreierte
Modedesigner Kenzo die Kostüme. Als Highlight der Jungen Szene
locken die Musicals „Blues Brothers“ als Dresdner Erstaufführung
und Stephen Sondheims „Into the Wood/Ab in den Wald“ und als
Tanz-Höhepunkt tanzt das Semperoper Ballett erstmals „Peer Gynt“ in einer
Choreografie von Johan Inger.

http://www.semperoper.de

Texte (lv)

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BilderAlbum: Der SchaubudenSommer lässt Träume & Fantasie & Lebenslust hochleben erstmals auf der Hauptstraße

04 Mittwoch Aug 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte, Theater

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Aberwitzig-komische Manöver vorm Goldenen Reiter: der Platz wird zum Rollfeld, wo eine verhinderte Flugstaffel alles unternimmt, um dennoch zu fliegen.


Die wunderbaren Traumtänzer haben die Künstler Muriel Cornejo und César Olhagaray geschaffen.

Spontan-verrückte Einfälle & komische Akrobatik: Sara Ski & Chris Lynam aus Großbritannien als Fani & Wili.

Fantasievolle Kunst im öffentlichen Raum: Aus recycelten Materialien gestalten die Künstler „HRB+C“ Skulpturen, Bühnen im Open-Air-Stil, Bilder und Schriftzüge auf Haus- und Leinwänden, holen die Kunst ins Freie und zaubern damit ein Lächeln ins Gesicht.

Lustiger Boxkampf gegen „Dicke Luft“! Dazu lädt mit seiner witzigen Installation, bestehend aus drei luftigen Schlauchwesen, der Aktionskünstler Jim Whiting die Zuschauer ein.

Umwerfend komisch: Als „lebendes Spielzeug“ und menschliches Stehaufmännchen kommt Monsieur Culbuto auf der Suche nach Spielgefährten angefahren auf einem Wagen, die Hauptstraße entlang.

Luftige Harlekine, Traumgestalten, Fliegerparade und Stehaufmännchen

Der SchaubudenSommer ist aus der Neustadt auf die Hauptstraße umgezogen, erfreut, verblüfft und begeistert Stammbesucher und zufällige Besucher. Und zeigt eindrucksvoll, dass im freien Raum noch viel mehr möglich ist. Gespielt wird noch bis 5. August ab 14.30 bis 22 Uhr.

Wundersame Traumgestalten schweben, tanzen, springen hoch über den Bäumen der Hauptstraße. Vor dem Goldenen Reiter hält ein Mann auf einem Gerüst zwei Stöcke in die Luft. Als wolle er Zeichen geben, manövrieren, gar die schweren Regenwolken am Himmel vertreiben oder die Zuschauermenge dirigieren?! Die Stöcke tauscht er gegen einen Stuhl in der Hand. Will er etwa August den Starken von seinem Sockel drängen. Ungerührt geht ein Mann an der Bühne vorbei, der Galerist Holger John. Ringsum stehen die Zuschauer, kleine und große, mit Regencapes, Regenschirmen und verfolgen amüsiert und gebannt das verrückt skurrile Geschehen der drei Männer auf der regennassen Bühne, die hin und her rennen, einen Mann auf einem rollenden Karren an einem Seil im Kreis ziehen, Luftsprünge mit dem Seil vollführen… Das ist ebenso lustig wie rätselhaft, vieldeutig. Ein Blick in den Programmflyer verrät, dass es sich um eine verhinderte Flugstaffel aus Kanada handelt, die aufgrund von Budgetkürzungen ohne Flugzeuge dasteht. Entschlossen versuchen die Piloten dennoch um jeden Preis zu fliegen und setzen ihr striktes Training am Boden fort.

Corpus heißt diese Komikertruppe aus Kanada und ihre Aufführung „A Flock of Flyers“. An ihrer aberwitzigen Fliegerparade und den anderen fröhlich bunten Darbietungen dieses Internationalen Sommerfestivals für Theater, Vergnügen und Musik hätte gewiss auch der für seine leidenschaftliche Kunstliebe berühmte August der Starke seine helle Freude. Der SchaubudenSommer ist weg von der Scheune in der Dresdner Neustadt auf die Straße gezogen, genauer auf die Hauptstraße. Und es bekommt ihm sichtlich gut.

Noch überraschender und unberechenbarer als der SchaubudenSommer ist nur das Wetter mit seinem ständigen Pendeln zwischen Sonne und kräftigen Regenschauern.
So blieb es an manchen Spielflächen leer gestern abend zum Auftakt des Programms, das jetzt als Festival für Straßentheater und Urban Art weitermacht.

Komödianten, Clowns, Artisten, Musiker und Tänzer unterhalten, verblüffen und erfreuen ihr Publikum zwischen 14.30 und 22 Uhr noch bis 5. August. Und einem fröhlichbunten Sommercarneval, „Hochsommerausbruch“ für die ganze Familie mit Frau Hochsommer, Glücksfee, dem Theater Schreiber & Post, feuriger Musik mit Fanfara Kalashnikov, Cie. Freaks & Fremde und den Elbstelzen als krönendes Finale am Donnerstag (5.8., Treffpunkt: 16 Uhr vor der Dreikönigskirche).

Mit spontan-verrückten Einfällen wie Begriffe raten, wie sagt man hier und da, wortspielerisch abwandeln, artistischer Comedy mit viel Bewegung und Spiel mit den Zuschauern, begeistert das Duo Sara Ski & Chris Lyman aus Großbritannien auf der Hauptstraße. Als Clown mit wildwirbeligem Haar im feinen Anzug gibt er gern großspurig den Ton an, verlangt volle Aufmerksamkeit von den Zuschauern („Wo gehst Du hin?!“, will er wissen und macht eine Geste als wolle er samt Publikum mitkommen, als ich ein paar Schritte weitergehe…) Seine Mitspielerin in pinkfarbenem Kleid steht brav die Hände gesenkt und über sich selbst grinsend am Rand. Bis zu ihrem großen Auftritt. Sie kann nicht nur gleichzeitig jonglieren und außerordentlich gut Akkordeon spielen. Sondern sie balanciert mit dem Gesicht auch noch kleine Gläser auf Tabletts, nicht ohne sich vorher allein Wein einzuschänken, eine Treppe hochgehend. Selbst ist die Frau!

Luftige Schlauchwesen, mit denen die Zuschauer sich lustig entspannende Boxkämpfe gegen „Dicke Luft“ liefern können, hat der Aktionskünstler Jim Whiting, der aus England stammt und in Leipzig wohnt, mitgebracht zum SchaubudenSommer. Gleich drei aufblasbare Schlauchmänner und Lufttänzer stehen, vis a vis zu einer schwebenden Traumtänzerin, bereit. Die laut pfeifenden Geräusche beim Bewegen der luftigen Gesellen hat er schon entfernt, nachdem ein Anwohner ihn freundlich darauf aufmerksam machte. Die fröhliche Luftverwirbelung macht dennoch viel Spaß. „Die Kinder waren mutig“, sagt Whiting und lächelt. Sie stellten sich sofort den dicke Luft verbreitenden Wesen. Sein Schaffensort „Bimbotown“ ist leider geschlossen, nachdem die alte Fabrikhalle saniert wurde. Er ist auf der Suche nach einem neuen Ort für seine witzig-verrückten und fantasievollen, mechanischen Apparate und Installationen. Vielleicht kann ihm jemand helfen, ein neues Domizil in Dresden oder Umgebung zu finden. Seine Erfindungen sind einzigartig, originell, lösen Lachen und Denkanstöße aus.

Umwerfend komisch der Auftritt der Cie. Dynamogène aus Frankreich. Als „lebendes Spielzeug“ und menschliches Stehaufmännchen kommt „Monsieur Culbuto“ auf einem Wagen angefahren, hier und da abgestellt von einem Lieferboten. Die kugelrunde Gestalt, 320 Kilo schwer, trägt ein braunes Gewand und eine Kappe wie ein Pilot. Er wartet darauf, dass jemand mit ihm spielt. Ist jemand gefunden, bewegt er sich, dreht, wippt, walzt und kugelt sich nach allen Seiten, verbeugt sich, fällt vornüber und bleibt liegen bis ihm jemand aufhilft. Das ist ungeheuer witzig und anrührend anzuschauen. Und man staunt wie der Kugelmann es schafft, derart beweglich zu sein, immer wieder aufzustehen und die Balance zu halten. D i e Entdeckung des diesjährigen SchaubudenSommers.

Fazit zum neuen Spielort und dem neuen Festival für Straßentheater

Beim SchaubudenSommer im Freien können alle, vom Rollstuhlfahrer bis zum Kleinkind im Wagen, zuschauen. Das ging in den Buden und im Scheune-Saal mit der hohen Metalltreppe nicht. Draußen ist außerdem noch viel mehr möglich, wie die neuen Performances etwa mit dem Kugelmann zeigen, die viel Platz und festen Boden brauchen und die Interaktion mit dem Publikum. Hier steht das Erlebnis im Vordergrund. Zufällige Passanten sehen die Menschentraube und bleiben stehen, werden angezogen vom Geschehen. Was im Scheunegelände so nicht ging. Die Kulisse dort wurde in den letzten Jahren immer mehr ein Treffpunkt für die Szene in der Neustadt, rings um die Buden und Zelte war der Platz immer voll, standen und saßen die Leute mit Getränk in der Hand. Der Lärmpegel war dementsprechend und teils verstand man im Trubel vor den Buden gar nicht mehr die Künstler drinnen. Das ist zum Glück auf der Hauptstraße anders. Dort verteilen sich die Spielorte mehr, man wandelt neugierig umher, die schöne Baum-Allee entlang. Natur und Kunst spielen wunderbar zusammen. Bäume, Wiese und bunte Blumenrabatten, Springbrunnen nebst Bänken sorgen für zusätzlichen Genuss, Freude, Muße, Innehalten und werden Teil der Inszenierung ohne zu sehr einzugreifen.

In den angrenzenden Lokalen mit Außenplätzen sitzen die Leute weiter bei Speis und Trank, können nebenbei einen Blick auf die Komödianten und Performances erhaschen und bekommen vielleicht auch Lust mehr zu sehen. Der SchaubudenSommer mit seinem besonderen Flair ist jedenfalls eine Bereicherung der Kulturlandschaft dieser Stadt, nicht mehr wegzudenken und passt gut auf die Hauptstraße. Das macht neugierig und Lust auf mehr solche neue Spielformen und Künstler, die gemeinsam mit dem Publikum agieren und lebendig Kunst dorthin bringen wo sie hingehört, zu den Menschen. Glückwunsch den Veranstaltern zu dieser Neuauflage des SchaubudenSommers!

Der Eintritt ist frei. Für das weitere Gedeihen dieses Festivals sind natürlich Spenden nach den Shows und auch danach weiterhin von Besuchern und Unterstützern jederzeit willkommen.

Text + Fotos (lv)

http://www.schaubudensommer.de

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Uraufführung „Gefährten“ – ein inszenierter Hörspaziergang durch das Ostragehege

20 Dienstag Jul 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Projekte, Theater

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Den Fährten der Tiere folgen… Und wie sie uns Menschen sehen, erfährt man neugierig, staunend, gerührt und erschüttert in der Open-Air-Inszenierung „Gefährten“ im Ostragehege. Fotos: Sebastian Hoppe

Menschliche Tiere und tierische Menschen

Was unterscheidet, trennt, eint und verbindet Mensch und Tier und wie kann ein besserer Umgang gelingen? Dem geht mit viel Ironie, Situationskomik, Wut, Wehmut und Fantasie die Aufführung „Gefährten“ auf einem inszenierten Hörspaziergang im Ostragehege nach. Ein bewegendes Projekt der Bürger:Bühne des Staatsschauspiels Dresden.

Wie fühlt es sich an Tiere zu haben? Was ist artgerechte Haltung? Bleibt der Mensch oder die Tiere und Natur als letztes zurück oder schafft er sich am Ende selber ab, nachdem er alles andere ausgerottet hat?! Spannende Fragen, die sich die Akteure der Aufführung „Gefährten“ zu Beginn stellen. Die Besucher lauschen ihnen mit Kopfhörern im Garten der Börse Dresden im Messegelände, auf der Wiese sitzend zur Einstimmung. Die Antworten darauf sind so unterschiedlich und konträr, dass bald eine lebhafte Diskussion zwischen den Akteuren entsteht, die das Heikle und die Tragweite des Themas schon deutlich vor Augen führen.

„Wir haben die Freiheit in uns“, sagt eine Akteurin. „Die Tiere begleiten mich oder ich begleite die Tiere.“ Sie würde nie sagen, dass sie die Tiere hat. Wir alle würden irgendwie Tiere einsperren und wir haben in der Gesellschaft eine Verantwortung auch für die Tiere.

Wie passen Freiheit und Haustiere überhaupt zusammen? Und was ist ihre eigentliche Umgebung heute? Von Tieren, die ursprünglich in der Wildnis lebten, die aber seit vielen Jahrhunderten von Menschen gehalten werden? Eine Frau erzählt, dass sie monatelang mit einer Spinne zusammenlebte. „Bis sie sich entschied auszuziehen…“ Der einzige Mann in der Runde lacht bei dem geäußerten Gedanken, dass wir mehr Wale bräuchten, die das angeschwemmte Plastik aus dem Meer fressen. Eine Veganerin findet, allein mit dem Fleischverzicht sei den Tieren nicht geholfen. Es brauche Lösungen, die die Leute wachrütteln. So wie bisher könne es nicht weitergehen.,

Sieben Spielerinnen und Spieler mit unterschiedlichen Ansichten, Erfahrungen und Verbindungen zu Tieren folgen deren Fährten und ergründen das zwiespältige Verhältnis zwischen Mensch und Tier, die geliebt, geschätzt, genutzt und getötet werden, auf einem inszenierten. surrealen und dokufiktionalen Hörspaziergang durch das Ostragehege, wo ehemals Europas größter Schlachthof war. Regie, Raum und Sound lag in den Händen von Juliane Meckert und Diana Wesser in dieser Produktion der Bürger:Bühne des Staatsschauspiels Dresden.

Die nächste Vorstellung am 21.7., um 19.30 Uhr ist bereits ausverkauft! Für die letzten zwei Vorstellungen am  22. Juli, um 17 + 19.30 Uhr sind noch Karten erhältlich.  Start ist an der Börse Dresden, Messering 7.

Die sieben Darsteller erzählen und spielen mit viel Ironie und Situationskomik, Unbehagen, Wut und Wehmut, nahegehend und streitbar, fantasiereich kostümierte Mischwesen aus Tier und Mensch, die mal belustigt, mal bedrückend, beängstigend und grotesk-komisch mit den Zuschauern spielen – als Versuchsobjekte für ein Experiment. Zuerst geht es hinauf in den Festsaal der Börse mit nachgebildeten Tiertrophäen, Läufer aus Tierhaut und eine ausgestopfte weiße Eule auf dem Kaminsims. Wo es wissenschaftlich ausführlich und eindringlich um Objekt, Subjekt und Abspaltung der Spezies Mensch, die Naturausbeutung als Ressource des Industriekapitals, die Höherbewertung von Kultur gegenüber der Natur und die Suche nach Alternativen geht, die aus ökologisch feministischen Naturvorstellungen heraus auf gleichberechtigten Beziehungen zwischen Mensch, Natur und Tieren beruhen.

Das Publikum folgt den Gestalten mit Tierköpfen, die Hasenkopf, Federkleid, Bärenfell oder eine durchsichtige, kugelige Hülle wie eine Qualle tragen. Ein gefiedertes Wesen (Ivana Kromat), vielleicht ein Huhn in golden schimmernder Jacke zieht eine lange rote Schleppe wie eine blutrote Spur durch eine helle, leere helle Messehalle, auf dem Boden die weiß gezeichneten Umrisse von Tieren, die einst hier geschlachtet wurden.
Dieses Wesen stellt sich im nachhinein als Pferd-Mensch-Chimäre heraus.

Es sind Tiergeräusche zu hören, Schweine grunzen, Schafe mähen, Kühe muhen und Pferde wiehern. Ein Mann erklärt die Bewegungsabfolge, welche die Zuschauer mit ausführen sollen: „Greif mit der linken Hand in die Luft, zieh etwas an dich heran und stich mit der rechten Hand zu! So geht das.“ Und wiederholt die Worte immer wieder und die meisten Zuschauer machen es mit. Fast 700 Millionen Geflügel, 60 Millionen Schweine und 30 Millionen Rinder sterben jährlich in Deutschland auf die Art. Rund 30 000 Arbeiter in Schlachthöfen töten im Akkord die Tiere.

Eine Gestalt mit Federrock und Fernglas (Hayret Ulusoy) steht im Gestrüpp hinter einem Gitterzaun und klagt über die Gitterkäfige und die ständige Beleuchtung. Die Augen tun so weh, dass sie den Sternenhimmel nicht mehr sieht, dafür stinkt es nach faulen Eiern und Tod. Ihr habt doch schon alles von mir! Was wollt Ihr noch?!, kreischt sie verzweifelt dramatisch die Zuschauer an. Ein Bär (Karl Theodor Uschner) wühlt in einer Mülltonne nach Essbarem.

Hinter den verfallenen Schlachthofbaracken und den Brombeerhecken versammelt sich das Publikum zu einem geheimen Treffen mit einer Gruppe von radikalen Tierrechtsaktivisten am imaginären Lagerfeuer, die überlegen und erbittert streiten, wie sie das sinnlose Machtspiel zwischen Mensch und Tier beenden und die Erde retten können. Im Chor verkünden sie kämpferisch ihre neue fantastische Gesellschaftsutopie: „Menschliche Tiere und tierische Menschen!“ Sie wollen die Grenze auflösen, Einssein mit den Tieren.

Sie malen sich aus wie es wäre als Mischwesen, Chimäre. Zu fliegen wie die Vögel oder im Wasser gleiten wie die Fische. Den Kopf frei machen und nichts tun. Pure Freiheit. Es gäbe keine Zoos mehr und man könnte in den natürlichen Lebensraum der Tiere mit einfließen.

Im nächsten Moment beschimpfen sie sich mit Tierausdrücken als „dumme Gans“, „fettes Schwein“, „Opferlamm“… Der Hase, das Versuchskaninchen zeigt stolz das gläserne Versuchslabor für die neuen Mischwesen unter der Holzbrücke. Unterdessen ziehen Gewitterwolken herauf am Himmel.

Auf einer begrünten Rampe werden die Zuschauer von den Tiergestalten einer gründlichen Selektion unterzogen, sie drehen den Spieß um, nehmen drastisch die Einteilung in Nutz- und Haustiere auf die Schippe und überlegen gruslig-komisch, was brauchbar ist am Menschen und wie er zu optimieren sei. „Sex ist unhygienisch! Wer braucht das noch?! Und wozu dann noch Geschlechter?“, ruft eine Frau, die Leiterin des Experiments (Romy Kunert) im schwarz-weiß karierten Kostüm mit vier Händen spöttisch in die Runde. Gipfelnd in der Frage, ob es dann überhaupt noch Menschen brauche?! Tiere haben bessere Sinne, sie sehen und hören viel mehr als Menschen. Der Hase (Sarah-Luisa Bracke) erzählt von schlimmen Tierversuchen, seitdem zuckt er ständig. Zusammen mit der Frau, die unter ihrem karierten Mantel eine Haut wie ein Reptil trägt, verteilt er Tierfelle an die Zuschauer. Jetzt ist Rundumerneuerung angesagt. Sich häuten, alles schön und neu wachsen lassen… Ein paar Hände, Klauen und Flügel würde die Reptilfrau auch gern nehmen. Die Qualle (Lydia Müller) balanciert auf einem Seil und sagt weise: „Bekommt etwas zu viel Gewicht, gerät es aus dem Gleichgewicht. Wir alle kämpfen, um nicht unterzugehen.“

Über die Straße geht es hinüber in den Wald, in naturgeschütztes Gebiet mit entsprechender Beschilderung. Dort sind Insekten und Grün streng geschützt. Der Widerspruch stößt den anderen Tiergestalten auf. Eine Spaziergängerin mit vier Galgohunden schaut neugierig auf den bunten Tierumzug. Im Wald hält der Bär hungrig ein Gewehr, an seiner Seite sitzt auf einem roten Stuhl eine schwarze Gestalt (Paula-Sophie Graband) mit einer Krone aus Zweigen und einem roten Herz in der Hand. Ein Schuss und ein Tierschrei sind zu hören. Sie erzählen von Jagd und Töten von Wildtieren berührend und zwiespältig. Gerade hat das Reh noch gelebt, jetzt liegt es tot am Boden und sein Herz pulsiert noch warm in der Hand. Ein unangenehmes Gefühl. Doch das Tier wäre auch gestorben, wenn sie nicht da gewesen wäre, tröstet sich die Frau. Sein Herz bekommt, in Scheiben geschnitten, ihr Hund, der zur Jagd mitlief und dem sie damit etwas Gutes getan habe, er freut sich.

Auf einer Waldlichtung sitzen die Zuschauer auf der Wiese auf den Tierfellen und lauschen meditativen Klängen. Eine Stimme sagt salbungsvoll: „Wir sollten diese Verbindung immer wieder sehen – jede Blume ist eine Welt für sich. Jeder Baum. Jede Bewegung.“ Die Tiergestalten verteilen wie für ein Festmahl silberne Teller. Die Vogelfrau zerteilt ein Tier mit dem Messer, das sei doch auch ein „Teil von Kultur“!, und wirft den Zuschauern rohe, rote  Fleischstücke samt Fell und Krallen zu. Guten Appetit!

Man fühlt sich hin und her gerissen bei diesem Rundgang an konkrete und symbolische Orte und Szenen, in denen an das Leid der Tiere dieser Welt erinnert wird. Das geschieht ergreifend, traurig, aberwitzig und schmerzlich, aber auch feierlich und würdevoll wie bei einer Zeremonie. Mit abschließendem Ritual an der Elbe für all die getöteten und täglich weiter sterbenden Tierarten durch Naturzerstörung. Währenddessen bricht die Sonne durch die Wolken, Die Tiergestalten teilen Spiegel aus, den sich jeder Zuschauer vors Gesicht hält und sich vorstellt, welches Tier er ist, Wild- oder Haustier und mit der Energie dieser Wesen in Resonanz geht. Auf der Spiegelrückseite steht: „Wir werden gemeinsam oder wir werden gar nicht“. Ein Zitat der Wissenschaftshistorikerin Donna Haraway aus ihrem letzten Buch „Unruhig bleiben“. Die ganze Aufführung ist ein Experiment mit wechselnden Mensch-Tier-Perspektiven. Ob es geglückt ist und etwas bewirkt, kann jeder für sich entscheiden.

Es ist auf jeden Fall an der Zeit, das Verhältnis Mensch – Tier neu zu gestalten, sie als fühlende Geschöpfe und Lebewesen anzuerkennen, ihre natürlichen Lebensräume zu erhalten, zu schützen und sie einfach in Ruhe leben zu lassen. Mensch und Tiere können nicht ohne einander, sondern nur miteinander Wege finden, sie naturnah und verträglich zu halten und auf die Bedürfnisse der Tiere zu achten. Nicht die Tiere brauchen ein Bewusstsein, sondern die Menschen mehr Bewusstsein und Mitgefühl für einen angemessenen, besseren Umgang mit Tieren als Mitlebewesen.

Viel Beifall für ein besonderes Theatererlebnis, das einen nicht so schnell loslässt.

Text + Fotos (2) (lv)

Weitere Infos + Tickets unter http://www.staatsschauspiel-dresden.de


Skurril und gruslig-komisch: das Experiment mit Mischwesen aus Mensch und Tier und eine Zeremonie, auf der schmerzlich, wütend und würdevoll an das Tierleid in der Welt erinnert wird. Fotos: Sebastian Hoppe‚
Nach dem Abschlussritual an der Elbe. Die „Gefährten“ und die sie begleitenden Menschen bekamen reichlich Beifall zur Uraufführung. Fotos (2) (lv)

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Sommerfest der Jugendkunstschule Dresden am Schloss Albrechtsberg

04 Sonntag Jul 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Projekte, Tanz, Theater

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Junge Leute bringen Ideen für das neue Programm der JugendKunstSchule ein

Am 4. Juli zwischen 16 und 22 Uhr lädt das Team der JugendKunstschule (JKS) Dresden zusammen mit den jungen GestalterInnen des Beteiligungsprozesses „Meine JugendKunstschule“ zum Sommerfest am Schloss Albrechtsberg ein.

Seit einigen Wochen arbeitet eine Gruppe von jungen Dresdnerinnen zwischen 14 und 18 Jahren gemeinsam an neuen Themenschwerpunkten für das Kursprogramm der JKS. Im kreativen Beteiligungsprozess „Meine JugendKunstschule“ suchte das neu gegründete „Dreamteam“ nach Themen, die für sie als Vertreterinnen ihrer Altersgruppe von Bedeutung sind. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden zum Sommerfest künstlerisch dargestellt. Gleichaltrige Besucherinnen haben die Möglichkeit ihre Meinung einzubringen und per Abstimmung Einfluss auf die Themenauswahl zu nehmen. Das meistgewählte Thema dient als Grundlage für die inhaltlichen Angebote der JKS zwischen Januar und Juli 2022.

„Für die zukünftige Ausrichtung der JugendKunstschule Dresden ist eine solche aktive Teilhabe und Gestaltung durch junge Menschen in der Stadt eine unabdingbare Voraussetzung, um neue Wege der Zusammenarbeit von Jugendlichen und Erwachsenen zu erproben“, so Leiterin Valentina Marcenaro.

Neben dem Angebot des „Dreamteams“ finden weitere kreative Mitmachangebote von Mitarbeiterinnen der JKS statt. Von der Schmuckwerkstatt, über Upcycling-Angebote, bis hin zu Tanzdarbietungen und einer Keramikwerkstatt – Kinder und Erwachsene können sich, wie jedes Jahr, kreativ am Sommerfest beteiligen.

Um 18 Uhr findet die Aufführung des Theaterprojektes „Hate Speech“ statt. Im Rahmen des Projektes „Wege ins Theater – Kultur macht stark“ setzten sich Jugendliche der Oberschule Weixdorf mit dem Thema des verbalen Mobbings künstlerisch auseinander. Die Ergebnisse präsentieren die Projektteilnehmerinnen auf der Bühne der JKS.

Ab 20 Uhr können die Besucherinnen im Hof unter freiem Himmel bei der Musik von DJ Hafi tanzen und bis 22 Uhr den Abend vor der Kulisse des Schlosses Albrechtsberg ausklingen lassen.

Text: JKS
Fotos: Katrin Silbermann

http://www.jks-dresden.de

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Die Bürger:Bühne entführt mit „Gefährten“ auf einen Hörspaziergang im Ostragehege

01 Donnerstag Jul 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Theater

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Ein wildes Wesen, dem Menschen nicht unähnlich. Was unterscheidet uns
von Tieren, was verbindet uns? Dem geht die Aufführung „Gefährten“ ab Freitag auf einem Hörspaziergang auf dem neuen Messe- und früheren Ostrale-Gelände im Dresdner Ostragehege nach. Foto: Sebastian Hoppe


Den Fährten der Tiere nachgehen, die wir lieben, nutzen, schützen, töten…
Diana Wesser und Juliane Meckert bringen mit „Gefährten“ ein heikles Thema zur Sprache. Foto: Lilli Vostry

Skurriles Spiel zwischen Mensch und Tier

Vorab zur Uraufführung „Gefährten“ der Bürger:Bühne am Staatsschauspiel Dresden am 2.7., 17 Uhr im Ostragehege sprach ich mit Juliane Meckert und Diana Wesser, die den Hörspaziergang entwickelten. Sieben Spieler ergründen das zwiespältige Verhältnis von Mensch und Tier näher auf dem Gelände des einst größten Schlachthofs Europas.

Ein Gesicht mit gelben Augen, ein Wesen zwischen Mensch und Tier, schaut halb versteckt aus grünem Dickicht hervor auf dem Titelbild von „Gefährten“. Das gleichnamige Theaterprojekt der „Bürger:Bühne“ des Staatsschauspiel Dresden entführt die Zuschauer zu einem surrealen doku-fiktionalen Hörspaziergang auf dem neuen Messe- und ehemaligen Ostrale-Gelände im Ostragehege.

Die Uraufführung ist am 2. Juli, 17 und 19.30 Uhr. Der Rundgang startet in Gruppen mit jeweils maximal fünfzehn Teilnehmern am Treffpunkt Börse Dresden, Messering 7. Mit dieser Aufführung betritt die “Bürger:Bühne“ rätselhaftes Neuland nicht weit von der Innenstadt entfernt auf einem Gelände, das einst Europas größter Schlachthof war.

„Es geht um das Thema Nachhaltigkeit und das zwiespältige Verhältnis von Menschen zu ihren Tieren, wobei wir die Tiere mehr in den Fokus rücken“, sagt Diana Wesser. Gemeinsam mit Juliane Meckert führt sie Regie, entwickelten sie den Raum und Sound für den Hörspaziergang. Um Szenografie und Kostüme kümmerte sich Louise Walleneit. Eigentlich sollte es ein Bühnenstück werden und die Premiere ursprünglich im September 2020 sein. Doch wegen Corona ging das nicht. So hielten sie nach  einem Aufführungsort draußen Ausschau, auch der Große Garten war im Gespräch. Bevor sie sich für das Ostragehege entschieden, das schon der Maler Caspar David Friedrich in seinem geheimnisvollen Gemälde „Das große Gehege“ verewigte und den Soziologen Bruno Latour veranlasste, das Verhältnis, die Hierarchie der Über- und Unterordnung zwischen Mensch und Umwelt neu zu bestimmen.

Zu erleben ist eine Stückentwicklung mit sieben Spielern, unter ihnen eine
Tierärztin, eine Pferdetherapeutin, eine Frau, die mit Tieren zusammenlebt, eine
Tierschutzaktivistin und ein Jäger, der noch nie geschossen hat. Sie verkörpern
skurrile Wesen zwischen Tier und Mensch, radikale Tierrechtsaktivisten und denken in ihren Texten und Szenen nach über den Umgang mit Tieren, über Fleischkonsum, Haustiere, Zoonosen, Zucht und den eigentlichen Ursprung des Menschseins. Die Akteure führen das Publikum per Kopfhörer über das Gelände, rund um den ehemaligen „Schweinedom“, die Fettschmelze und den Amtsschlachthof. “Die Zuschauer tauchen ein in die Welt der Tiere, die ihre Fährten legen und sie an verschiedene Orte im Gelände führen“, sagt Juliane Meckert. Als Kulisse dienen morbide Ruinen, gähnend leere Messehallen und idyllische Natur im Landschaftsschutzgebiet, in dem sich immer noch zahlreiche Tiere tummeln. Es sei aber kein Stationen-Theater, sondern es wird eine durchgehende akustische Spur über den weiträumigen Spielort gelegt.

“Bei diesem Hörspaziergang in Verbindung mit szenischen Bildern und wechselnden Blickrichtungen erfährt der Besucher den Raum im Messegelände neu“, so Diana Wesser (51). Die gebürtige Stuttgarterin hat Medienkunst und Grafikdesign in Leipzig studiert. Juliane Meckert (39) stammt aus Leipzig, studierte Schauspiel am Mozarteum in Salzburg und hat bereits in mehreren Theaterprojekten genreübergreifend im öffentlichen Raum u.a. in Wien, Bremerhaven und in Leipzig mitgearbeitet. Dort lud sie zusammen mit Diana Wesser 2017 in ein „Kasino der Werte“ in einer Ladenpassage ein. “Gefährten“ ist ihr viertes gemeinsames Theaterprojekt.

Der Ausgang bleibt offen. „Es gibt nicht die eine Antwort, aber klare Warnhinweise wie das weltweite Artensterben, Klimakatastrophen und Corona-Krise“, sagt Juliane Meckert. „Wir müssen wieder erkennen, dass wir Teil der Natur sind. Sie kann ohne uns leben.“ Insgesamt zehn Vorstellungen von „Gefährten“ sind bis 22. Juli, jeweils 17 und 19.30 Uhr im Ostragehege geplant.

Text + Fotos (3) (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

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Bilder-Album: Premiere Wald-Theater „Luftholen“ in der Dresdner Heide

30 Mittwoch Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Projekte, Tanz, Theater, Zwischenmenschliches

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Im Wald, über den Dächern muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…, sang
Regina Felber angelehnt an ein bekanntes Lied von Reinhard Mey.

Wundersame Begegnungen im Wald mit Riesen, Scherzkobolden und flirrenden Sonnenflecken

Die Natur wurde zur Bühne für „Luftholen“, ein vergnüglich fantasiereiches Erlebnis für kleine und große Zuschauer mit 15 Künstlerinnen und Künstlern unter Regie von Regina Felber am Sonntagnachmittag im Stechgrund in der Dresdner Heide.

„Das wahre Theater ist, wo man fühlt und lacht, wo es mit einem im Innern was macht….“, begrüßte die Schauspielerin und Initiatorin des Projekts Regina Felber vergnügt die Zuschauer am Eingang zum Wald-Theater. Von Bildschirmbildern habe sie genug. Darum zog es sie nach draußen in die Natur, genauer, in den Stechgrund in der Dresdner Heide. Diese gibt eine traumhafte Kulisse für ein besonderes künstlerisches Erlebnis. „Luftholen“ – ein musikalisch-theatralischer Spaziergang hatte am Sonntagnachmittag Premiere. Gleich zwei Vorstellungen, beide ausverkauft!

Bei schönstem Sommerwetter luden insgesamt fünfzehn Künstlerinnen und Künstler, Schauspielerinnen, Komödianten, Musiker und Tanzende ihr Publikum ein zum Schauen, Innehalten und Genießen mit allen Sinnen mitten im Grünen. Flirrende Sonnenflecken auf den Waldwegen und würzige, angenehm kühle Waldluft. Weite Aussicht, dem Himmel nah, Vogelgezwitscher, Bachplätschern. In mehreren Gruppen gingen Zuschauer und Akteure gemeinsam vom Waldpark Weißer Hirsch aus auf dem ca. zweistündigen Spaziergang auf unebenen, romantisch-verschlungenen Pfaden immer tiefer hinein in den Wald, gab es an zehn Spielorten Wundersames, Urwüchsiges, Lustig-Versponnenes und Bezauberndes zum Thema Luft und Wald zu sehen und zu hören, lauschten, lachten und ließen sich kleine wie große Zuschauer verzaubern von der Kunst im Wald. In der Natur Vorgefundenes entfachte die Fantasie der Künstler. Wie ein umgefallener, „sprechender“ Baum, dem Schauspieler Thomas Stecher seine Stimme lieh per Toneinspielung in berührenden Worten über Zeit und Vergänglichkeit. Da taucht auf einer Holzbrücke plötzlich ein Riese auf, dem das Luftholen schwer fällt und der verwundert die vielen vor ihm schwebenden Seifenblasen betrachtet.

Mehr Text zur Aufführung folgt.

Fazit. Bitte mehr davon! Die Natur als Bühne und Raum für Träume und neue Erfahrungen.

Text + Fotos (lv)

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Wald-Theater zum Luftholen und Lustwandeln in der Dresdner Heide

21 Montag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Musik, Projekte, Theater

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Die Natur spielt mit: Eine fantasievolle Figurenschar um die Schauspielerin und Regisseurin Regina Felber (im Hintergrund) lockt zum Wald-Theater.

Luftholen  – Eine musikalisch-theatralische Wanderung
mit Picknick im Wald

Insgesamt 15 Künstlerinnen und Künstler begleiten die Besucher beim Wald-Theater, das am 27. Juni, 15 + 18 Uhr Premiere hat.

Bühne frei zum „Wald-Theater“ in der Dresdner Heide. Vor traumhafter Kulisse im Waldpark Weißer Hirsch überrascht eine lustig-fantasievoll kostümierte Figurenschar die Spaziergänger. Zwischen Bäumen steht eine Wanderbühne mit samtrote Vorhang, auf dem vom Wind bewegte Blätterschatten mit den Sonnenstrahlen tanzen.

Ein erster Vorgeschmack auf ein Erlebnis besonderer Art. Unter dem Titel „Luftholen“ hat der musikalisch-theatralische Spaziergang am und im Stechgrund der Dresdner Heide am 27. Juni, 18 Uhr Premiere. Wegen des großen Interesses gibt es noch eine zweite Vorstellung um 15 Uhr. Beide Veranstaltungen sind bereits ausverkauft.

Sich Luft machen, Rausgehen und wieder live Kultur genießen nach dem langen Lockdown, das führte die Akteure um die Schauspielerin und Regisseurin Regina Felber zusammen. „Ich wollte wieder etwas machen, eine künstlerische Reise im Wald“, sagt Regina Felber, „und es ist toll, wieder mit anderen Künstlern zusammen arbeiten zu können.“ Noch nie sind die Leute so viel spazieren gegangen oder gejoggt und suchen Erholung im Wald wie während der Corona-Zeit, heißt es jetzt oft. Und Kunst im Wald?

Gab es so noch nicht und reizt Regina Felber daher um so mehr. Der Wald als Zufluchtsort, Ort der Geheimnisse, Träume und Visionen spielt außerhalb der Bühne und Stücken wie etwa Shakespeares „Sommernachtstraum“ bisher kaum eine Rolle. Das Kunstprojekt „Luftholen“ lädt die Besucher zum Gehen und Schauen, Hören, Verweilen und Lustwandeln im Freien ein. Insgesamt 15 Künstlerinnen und Künstler agieren zum Thema Luft und Wald an zehn Spielorten. „An der Pergola, dem Eingang zum Waldpark an der Stechgrundstraße wird das Publikum begrüßt, mit einem kulinarischen Lunchpaket und Getränk von Feinkost Müller vom Weißen Hirsch für das Waldpicknick versehen und in Gruppen von 30 bis 45 Personen von den Künstlern ins `Wald-Theater` begleitet“, so Regina Felber. Sie ist die Theaterdirektorin und spielt eine Figur, die vom Home Office weg will.

Mit von der Partie sind außerdem ein „sprechender Baum“, eine Frau im Käfig und eine Einsiedlerin, die im Wald lebt unter den Gesetzen der Natur, frei von den Zwängen der Gesellschaft und in einem Laubhaufen schläft. Gespielt wird sie von Julia Henke, die auch Figuren aus Holz mit der Kettensäge bearbeitet und einige mitbringt. Es gibt eine „Freakshow“ von Verrückten, die sich im Wald tummeln. Als Nixe in blauem Kleid und Fransentuch entsteigt die Tänzerin Sabine Jordan dem Wasser an der Teichquelle. Clown Lulu alias Joachim Lippmann sorgt als „bunter Hund“ für Späße und konkurriert
Flöte spielend mit dem Vogelgezwitscher. Eine urwüchsige Waldfee mit Feder und Blume im Haar und kraftvoll trommelnd, spielt Pepper Winnfried Haak. Ihr Künstlername ist Serpentina Riddle. Die 14-Jährige stammt aus einer Familie von Cheyenne-Indianern in den USA. Sie wohnt mit ihrer Mutter und Oma in Dresden.

Das Spiel im Wald begleiten Klänge auf dem Didgeridoo, Geige und Cello. Finanziell unterstützt wird die künstlerische Wald-Wanderung durch private Sponsoren, insbesondere Baywobau Dresden, die Apotheke am Weißen Hirsch, Ärzte und das Auktionshaus Günther. Regina Felber war sechs Jahre als Schauspielerin am Staatsschauspiel Dresden engagiert und initiiert und organisiert seither freischaffend kulturelle Projekte, darunter seit 2012 die Reihe „Dreikönigsball“ im Parkhotel Weisser Hirsch mit nationalen und internationalen Opernsängerinnen und für das Elbhangfest 2013 „Lohengrin – ein MusikSchauSpiel“ nach Richard Wagner. Das „Wald-Theater“ findet am dieses Jahr coronabedingt ausfallenden Elbhangfest-Wochenende statt.
Es ist natürlich kein Ersatz, aber setzt ein Zeichen für die Kultur, so Regina Felber. Sie wohnt seit 1994 in der Nähe vom Waldpark. 2011 entstand bereits „Spur der Kur“ in Zusammenarbeit mit dem Verschönerungsverein Weißer Hirsch/Oberloschwitz und der Baywobau, eine Zeitreise im ehemaligen Lahmann-Sanatorium mit 130 Mitwirkenden und 800 Zuschauern. Das Gebäudensemble wird saniert und als Wohnpark ausgebaut.

Außerdem kann man Regina Felber jetzt jeden Sonntag zwischen 14 und 18 Uhr mit Straßenmusik vor dem Café Clara unweit vom Körnerplatz erleben. Mit Liedern von Zarah Leander bis Rammstein. Manchmal trifft sie dann auch auf die spontan drauflos musizierende Künstlerrunde, wo auch Komiker Joachim Lipppmann regelmäßig mitmischt, unterhalb vom Körnergarten am Blauen Wunder mit regem Zulauf von Spaziergängern und Fans.

Innerhalb des Kultursommer 21, gefördert vom Bund, plant Regina Felber eine Stadtwanderung in Dresden, wieder mit verschiedenen Stationen und Künstlern. Zu erleben allerdings erst im September.

Weitere Infos und Kartenbestellungen (pro Person 25 Euro inkl. Lunchpaket und Getränk, Dauer: ca. zwei Stunden) für das Wald-Theater unter www.luftholen.regina-felber.de Für alle Nicht-Geimpften gibt es vor Ort ein zertifiziertes mobiles Test-Zentrum für einen Spuck-Test, der gratis genutzt werden kann.

Text + Fotos (lv)

Zum Theater in den Wald: das Titelplakat für diese besondere Aufführung gestaltete die Illustratorin Annette von Bodecker (im Foto 2. v. li). Außerdem dabei: Pepper Winnfred Haak, Joachim Lippmann, Regina Felber und Sabine Jordan.

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Wiedersehen mit „Addams Family“ am Elbschloss Übigau

17 Donnerstag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Theater

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Freude an allem Grotesken und Makabren: The Addams Familie sorgt mit viel schwarzem Humor für Gänsehaut im gleichnamigen Musical der Comödie Dresden vor morbid-schöner Kulisse am Elbschloss Übigau (siehe dazu auch die Rezension zur Premiere auf meinwortgarten.com). Foto: Robert Jentzsch

Gruselspaß mit einer besonderen Familie

Nach dem Erfolg der vergangenen Open-Air-Saison zieht The Addams Family im Sommer 2021 noch einmal für kurze Zeit in das Elbschloss Übigau ein und liefert vom 23. Juni bis 11. Juli ein langersehntes Wiedersehen mit Gruselgarantie. In einer speziell auf Dresden zugeschnittenen Inszenierung begeisterte die skurrile Familie in der Open-Air-Saison 2020 rund 16.000 Besucherinnen und Besucher im idyllischen Schlossgarten an der Elbe. Uraufgeführt wurde das Grusical von Andrew Lippa 2009 in Chicago und landete ein Jahr später am Broadway, wo es mehr als 700 Mal über die Bühne spukte.

„Mit einer durchschnittlichen Auslastung von rund 90% hat das Sommertheater 2020 unsere kühnsten Erwartungen übertroffen“, so Comödien-Geschäftsführer Olaf Maatz. „Während sich unsere Neuproduktion ‚Alice im Wunderland‘ nach zehn Vorstellungen eine kurze und wohlverdiente Ruhepause gönnt, bringen wir ‚The Addams Family‘ aufgrund des großen Zuspruchs noch einmal für kurze Zeit auf die Bühne. Getreu dem Motto ‚never change a winning team‘ darf sich das Publikum dabei auf viele bekannte Gesichter aus dem letzten Jahr freuen.“

Neben Susanna Mucha, die im Stück die mittlerweile erwachsene Tochter Wednesday verkörpert, stehen mit Mezzosopranistin Carolin Masur, dem Leipziger Entertainer, Sänger und Conférencier Bert Callenbach sowie dem Dresdner Andreas Goldmann und Comödien-Gesicht Philipp Richter gleich fünf Darstellerinnen und Darsteller bei der Wiederaufnahme der Grusel-Produktion auf der Bühne, die dem Publikum bereits aus dem vergangenen Jahr vertraut sind und darüber hinaus auch die diesjährige Neuproduktion „Alice im Wunderland“ besetzen. Großangelegte Ensembleszenen werden auch in diesem Sommer wieder vom Musical-Jugendchor „Oh-TÖNE“ unter der Leitung von Cornelia Drese gestaltet, die darüber hinaus erneut in der Rolle der Dresdnerin Alice Beineke durch den Schlossgarten sächselt. Ebenfalls mit dabei sind die Puppenspielerinnen Katharina Klinger und Cornelia Fritsche, die das „Eiskalte Händchen“, den skurrilen Mitbewohner der Addams, mit ihrer Kunst lebendig werden lassen. Neu hinzu kommen Musical-Darsteller Stefan Reil sowie Oliver Geilhardt, der schon in den Comödien-Produktionen wie „Landeier – oder Bauern suchen Frauen“ und „Rubbeldiekatz“ mitwirkte.

Erstmals im Jahr 1938 in Form eines Cartoons des US-amerikanischen Zeichners Charles Addams im Magazin „The New Yorker“ erschienen, erfreute sich der ungewöhnliche Clan bereits in den 1930ern großer Beliebtheit und erlangte ab den 1960er Jahren im Zuge einer TV-Serie und anschließenden Verfilmungen, jüngst im Rahmen eines Animationsfilms von 2019, Kultstatus. Als düstere und satirische Version einer perfekten Familie finden die Addams Freude an allem Grotesken und Makabren, ohne sich bewusst zu sein, dass andere Menschen ihr Verhalten als beängstigend empfinden. Andrew Lippa spinnt die Geschichten in seinem Musical weiter: Anders als im Original, ist Tochter Wednesday kein Kind mehr, sondern ein achtzehnjähriges Mädchen, das ihre große Liebe gefunden hat.

Text: Benjamin Abicht

Comödie Dresden
Freiberger Str. 39
01067 Dresden
Tel.: 0351 – 65 29 62 23
Fax: 0351 – 65 29 62 29

www.facebook.de/Comoedie.Dresden
www.comoedie-dresden.de

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Premiere „Alice im Wunderland“ der Comödie Dresden am Schloss Übigau

15 Dienstag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Musik, Theater

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Fantasievoller Theaterspaß vor traumhafter Kulisse: „Alice im Wunderland“: Die Titelheldin entflieht dem tristen Alltag in eine märchenhaft bunte Welt und trifft viele wunderliche Gestalten wie das weiße Kaninchen, das immer in Eile ist. Fotos (2): Robert Jentzsch

Eine verrückt-komische Teegesellschaft
lässt die Lebensfreude hochleben

Traum- und reale Welt prallen witzig-skurril und fantasievoll inszeniert aufeinander in der neuen Sommertheater-Inszenierung der Comödie Dresden „Alice im Wunderland“ nach dem bekannten Kinderbuch von Lewis Carroll vor zauberhafter Kulisse am Schloss Übigau.


Riesige Pilze wachsen rings um das zauberhaft verwandelte, alte Schlossgemäuer.
Dort tummeln sich allerlei skurrile Traumgestalten mit Blumenköpfen, Schildkröten, Grinsekatze und ein weißes Kaninchen mit goldener Taschenuhr, das unaufhörlich der Zeit nachjagt auf seinem Roller. Traum- und reale Welt prallen verrückt- komisch und fantasievoll inszeniert aufeinander vor wundervoller Kulisse voll wunderlicher
Gestalten in der diesjährigen Open-Air-Inszenierung der Comödie Dresden „Alice im Wunderland“ – ein musikalischer Sommertraum nach Motiven von Lewis Carroll (Regie und Choreografie: Kerstin Polemnske). Die Premiere war am Freitag abend vor dem Elbschloss Übigau.

Die Schlossbühne ist stimmungsvoll in farbiges Licht getaucht. Um dem tristen Alltag an diesem Ort zu entfliehen, dessen Bewohner allein in ihrer eigenen Welt vor sich hin dämmern, träumt sich die mittlerweile erwachsene Alice (bezaubernd auf Selbstsuche: Susanna Mucha) in eine märchenhaft bunte, verrückt-fröhliche Fantasiewelt, in der alles erlaubt ist. Der Tagesablauf ist dagegen minutiös durchgetaktet, den die gestrenge, pillenverteilende Schwester Ingeborg (Dorothea Kriegl) überwacht. Sie lässt die Schlossbewohner (mit Maskenspiel und Gesang begleitet vom Musical-Jugend-Chor der Oh.-Töne) zackig zum Frühsport antreten mit markigen Sprüchen („Nur Fledermäuse lassen sich hängen!“) und sorgt damit für viel Heiterkeit im Publikum. Und sie umgarnt zu betörend einschmeichelnden Klängen im Tüllschlauch als Raupe, die Wasserpfeife rauchend die Bibliothek des Wunderlandes hütet und Alice weise Ratschläge gibt.

Köstlich und einfallsreich in Szene gesetzt (Ausstattung: Anne Konstanze Lahr) sind die Szenen mit der Teegesellschaft um Faselhase, Hutmacher und Murmeltier, die Alice witzig-absurd, wortspielerische Rätsel und viele Fragen stellen: „Obwohl zu viele Fragen sind ungesund, dann rollen Köpfe !“, warnen sie. Eine große Teekanne dient als fahrbarer Ausschank mit glitzerroten Fenstern und die Plätzchen haben die Form von Spielkarten. Zum sehr komödiantischen Spiel gibt es abwechselnd flotte, leise verträumte, traurige und lustig-skurrile Lieder mit Ohrwurm-Charakter wie “Hast du noch ein Plätzchen für ein Plätzchen“ (Komposition und musikalische Leitung Andreas Goldmann; Liedtexte und diverse Traumgestalten: Bert Callenbach). Goldmann erheitert als pummeliges weißes Kaninchen immer in Eile als „herzoglicher Kurier“ und „Prüfinstanz“.

Alice und die Teegesellschaft widersetzen sich dem Lach-Verbot der kalten Herzkönigin (Carolin Masur) und ihres Ministers für Ordnung (Mario Grünewald) und lassen die Lebensfreude hochleben in diesem Schauspiel mit viel doppeldeutigem Witz und Liedern mit Bezug zu den coronabedingten Einschränkungen insbesondere im kulturellen Leben. „Wir wollen endlich wieder leben, wie wir`s lang nicht mehr gekonnt! Darum gehen wir auf Reise geradewegs ins Wunderland“, tönt es laut von der Bühne. Als dann auch noch Puck, ein extrovertierter Typ (Philipp Richter, der auch als Hutmacher glänzt) ins Schloss kommt, um Sozialstunden abzuleisten, wirbelt er die neuen Regeln, die jegliches Vergnügen strikt untersagen im Wunderland, gehörig durcheinander. Ebenso wie die drei tollkühnen, jungen Schleuderbrett-Akrobaten der Staatlichen Ballett und Artistikschule Berlin. 

Begeisterter Beifall vom Premierenpublikum für diese zauberhafte Reise zur Rettung des Wunderlands. Das Stück „Alice im Wunderland“ wird noch bis Mitte September auf der Schlossbühne in Übigau gespielt. 

Text + Fotos (2) (lv)

Weitere Infos unter http://www.comoedie-dresden.de

 

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Premiere Puppenspiel „Pinocchio“ auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen

14 Montag Jun 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Theater

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Eine Holzpuppe geht auf Reisen

„Pinocchio“, Puppentheater für Menschen ab 6 Jahre nach Carlo Collodi in der Bühnenfassung von Odette Bereska hat am 19. Juni, 16 Uhr Premiere auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen. Weitere Termine: 27.6., 11 Uhr, Uckermärkische Bühnen Schwedt/ODER ZU DEN lANDESBÜHNENTAGEN: 3.7., 16 Uhr und 4.7., 16 uhr auf der Studiobühne der LB Sachsen.

Etwas fasziniert den Holzschnitzer Geppetto sofort an diesem einfachen Stück Holz und er beginnt, daraus eine kunstvolle Puppe zu fertigen. Und tatsächlich: noch während der Arbeit wird das Stück Holz lebendig und spielt Geppetto freche Streiche. Auch als dem Meister schließlich eine ganze, einzigartige Puppe geglückt ist, scheint sie doch nur Flausen in ihrem Holzkopf zu haben. Ausgestattet mit Neugier, Vorfreude, Übermut und Furchtlosigkeit beginnt eine abenteuerliche Reise. Pinocchia lässt sich von den Halunken Fuchs und Kater übers Ohr hauen, flieht aus dem Zirkus und endet im Bauch des Walfisches. Entgegen der guten Ratschläge von Vater Geppetto und der blauen Fee, stürzt sich die kleine Puppe in die Welt hinein. Sie muss ihre eigenen Erfahrungen machen und kann nur dadurch ein richtiges Kind werden. Dabei ist es hier gleichgültig, ob aus der Puppe ein Junge oder ein Mädchen wird.

Die Geschichten über die weltberühmt gewordene Marionette von Carlo Collodi aus dem Jahr 1881 erschien zunächst als Zeitungsartikel und erzählt in Episoden deren abenteuerliche Reise. Seitdem haben sich zahlreiche Kinder mit den Geschichten um die – nicht den konventionellen gesellschaftlichen Erwartungen entsprechende – Holzpuppe identifiziert. Und noch heute können wir uns fragen: was macht uns menschlich?

Es spielen: Marie Bretschneider & Konrad Bruno Till

Inszenierung: Odette Bereska; Puppenbau / Bühne: Stefan Spitzer; Bühne / Kostüme: Irina Steiner

Musik: Jan Maihorn; Dramaturgie: Annekathrin Handschuh

Text: Petra Grubitzsch/LB Sachsen

Kasse : Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; http://www.landesbuehnen-sachsen.de 

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152,  01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0

http://www.landesbuehnen-sachsen.de

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Willkommen in diesem reichhaltigen Garten der Künste – Hier blüht Euch was! Hier wächst vieles, Schönes und Dorniges, Auffälliges und Verborgenes, Seltenes und Seltsames nebeneinander. Hier erfahrt Ihr das Neueste aus der Dresdner Kultur- und Kunstszene in aller Eigenart und Vielfalt. Sitzt man auf der Gartenbank mit namhaften und weniger bekannten Kulturmenschen und Menschen mit Ideen und Visionen aus anderen Lebensbereichen. Zeigen Künstler beim Atelier-Besuch ihre neuesten Werke, bevor sie in der Ausstellung hängen und erzählen, welche Bilder sie nie ausstellen würden. Wird Neues aus der Bühnen- und Bücherwelt vorgestellt, Augen- und Ohrenschmaus weitergegeben. Es gibt ein Traumtagebuch, für die Bilder der Nacht und Lebensträume. Es ist Platz für Poesie und Kurzprosa, Reisereportagen, Beiträge über das Leben mit anderen Kulturen, über Lebensart und Zwischenmenschliches. Es werden WortRaritäten gesammelt und Wort-Rätsel mit geheimnisvollem Inhalt gelüftet. Und nun: Schaut Euch um, entdeckt, genießt und lasst Euch anregen von der Fülle an Kulturgewächsen. Und vor allem: Bleibt schön neugierig und empfehlt meinwortgarten weiter.
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Lilli Vostry

Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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TOP-BEITRÄGE & SEITEN

  • Die Sprache des Steins: Ausstellung zum Abschluss des Internationalen Bildhauer-Symposiums auf dem Campus der Fachhochschule Dresden
  • Restaurace "Babicka" eröffnet mit tschechisch-böhmischer Küche in Pirna
  • BilderAlbum: Bilder & Klänge für alle im KlanGLaboR
  • "Mut schöpfen": Kurzgeschichte & Dialog-Szene "Wenn aus Liebe Gewalt wird"
  • Premiere "Leonce und Lena" nach Georg Büchner auf der Bürgerbühne im Kleinen Haus
  • Ausstellung "Mittendrin" von Peter Pit Müller & André Uhlig im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz
  • Premiere "Die Laborantin" von Ella Road im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden
  • Premiere "Einige fühlen den Regen, andere werden nass" & Festivaltag mit Stücken von Jugendlichen im Theater Junge Generation
  • Ausstellung "Gotthardt Kuehl. Ein Lichtblick für Dresden" auf Schloss Burgk Freital
  • Ein Abend für Thomas Brasch im Minckwitzschen Weinberghaus in Radebeul

Top-Beiträge & Seiten

  • Viele Facetten & Blicke von Frauen auf die Welt: Im Literaturkreis der Stadtbibliothek Radebeul-Ost im Kulturbahnhof bieten sie reichlich Gesprächsstoff
  • Schönes bleibt: Kleine Komödien
  • Ausstellung "Landschaften, Frauen, Tod und TV" von Hans Scheib im Einnehmerhaus Freital
  • Premiere "Die Weihnachtsgans Auguste" im Boulevardtheater Dresden
  • Kurzgeschichte: Die Frau an der Haltestelle
  • Schönes bleibt: Gedichte zur Erinnerung
  • Zirkus um Wildtiere: MDR-Reportage: "Zoff in der Manege - (k)ein Herz für Tiere?"
  • Premiere "Der Raub der Sabinerinnen" in der Comödie Dresden
  • Medea: Bitter-komische Rache einer Außerirdischen im Schauspielhaus Dresden
  • Atelierbesuch bei Kathrin Stadthaus: "Ich fühle mich überall zuhause"

Aktuelle Beiträge

  • Neue Katzen-Lyrik: Im Lichtzimmer
  • Neue Lyrik: Kerzenflamme & Alles aus Liebe
  • Neue Lyrik: Kindheitswege. Zwischen Gestern & Heute
  • Neue Gedichte vom Meer in HerbstFarben
  • Opera en miniature: „Abu Hassan“ – Musiktheater mit Puppen im Schloss Lauenstein
  • Letzte Gelegenheit in die fantastische Welt im Lügenmuseum Radebeul einzutauchen
  • „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“ – Vielleicht bringt die 25. Vorstellung Glück!
  • Klangwanderung & Konzert mit Agnes Ponizil & Anne Kathrin Wagler an zwei Klavieren beim Musiksommer Bärenstein
  • Start in die neue Spielsaison im Mittelsächsischen Theater: José Luis Gutiérrez dirigiert das Orchester mit viel Schwung
  • Wunderreiche Welt & unbequeme Wahrheiten: dem Lügenmuseum Radebeul droht die Räumung

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