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Preisverdächtig: 15 nominierte Werke für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 stehen fest
12 Mittwoch Feb 2020
12 Mittwoch Feb 2020
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10 Montag Feb 2020
Mit dem Blauen Pferd im Foyer auf und davon fliegen, Swing & Charleston mit Charlie Chaplin (Norbert Kegel) und seinen Revuegirls tanzen, das hinreißende Komikerpaar Carl Valentin & Liesl Karstadt erleben (gespielt von Michael Berndt-Cananá und Julia Vincze), im Kabarett Größenwahn frech-charmante Lieder und Theater zur Zeit sehen und einmal mit Millionen um sich werfen und genießen bis die Lichter ausgehen. Berauschend schön war diese Zeitreise in die Goldenen Zwanziger mit dem Publikum als Hauptakteure.
Dabei verwandelte sich der Theater- zum Ballsaal mit farbenreich funkelndem Glitzervorhang und Kronleuchtern. Zunächst stimmte eine knapp einstündige Gala auf den Abend ein (künstlerische Leitung: Jane Taubert). Mit amüsant-beschwingten Liedern u.a. von den Comedian Harmonists („Ich hab für Dich `nen Blumentopp bestellt“), Otto Stransky über ein anrüchiges Abenteuer, gesungen von Peter Kube („Ich fahr`mit meiner Klara in die Sahara“) über Charlie Chaplins „Without You“, Schostakowitschs Walzer Nr. 2 aus seiner wunderbaren Jazz Suite Nr. 2 bis zur getanzten Liaison zu dritt, bei der die zwei Tänzerinnen Camilla Bizzi und Ema Jankovic ihren Geliebten Gianmarco Martini Zani umgarnten.
Witzig und offenherzig sang und spielte die Schauspielerin Julia Rani im Programm „Piratencabaret“ Lieder und Tanzszenen nach C. Isherwoods „Goodbye, Berlin“. Die Theatergaststätte Goldene Weintraube verwandelte sich ins verruchte Nachtlokal Kabarett Größenwahn. Zeitungsjungen verteilten im Foyer ein Extrablatt zum Bühnenball. Es gab auch eine Polizeirazzia auf der Suche nach dem berüchtigten Alkoholschmuggler und Gangsterboss Al Capone.
Im Stummfilmkino lief der Film „Metropolis“ von Fritz Lang aus dem Jahr 1927, der großartig visionär Licht, Schatten und Gigantomanie des modernen Industriezeitalters zeigt mit zeitlos ergreifenden Szenen wie tausenden hilflos ausgestreckten Händen, die wie Ertrinkende Zuflucht suchen vor der außer Kontrolle geratenen Maschinerie. Elegante Damen in Glitterkleidern mit Federboas, Satinhandschuhen, Stirnbändern und langen Zigarettenspitzen und Herren in Frack, Zylinder oder Schirmmützen und aufgeklebten Zwirbelbärten wandelten unweit der Leinwand umher. Galant und flott wirbelten die Tanzpaare, begleitet vom Ballorchester Serenata Saxonia und dem eitel-galanten Conferencier Holger-Uwe Thews, zu mal langsamen und schwungvollen Walzern übers Parkett, tanzten vergnügt Charleston, Cha-Cha-Cha, einige auch Tango und Foxtrott. Natürlich wurden auch das schönste und originellste Ballkostüm und die beiden besten Tanzpaare gekürt und erhielten als Preis Theaterfreikarten für die Meißner Burgfestspiele.
Ein witzig-ironisches Intermezzo gab es um Mitternacht auf dem Bühnenball mit Stargast Ahmad Mesgarha, der Ausschnitte aus seinem Otto-Reuther-Programm „Der Überzieher“ aus der Welt des schönen Scheins sang und spielte zusammen mit der Pianistin Olga Nowikowa. Sie bekamen reichlich Beifall vom Bühnenballpublikum.
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In der Blue Galerie stand ein Blaues Pferd, einst Symbol der Künstlergruppe Blauer Reiter. Es beflügelte die Fantasie und man konnte träumen, zuhören und tanzen zu Klängen von Bolero, Bossa, Swing, Musette und Tango mit dem Trio „Filou“ um Jürgen Karthe am Bandoneon. Und plötzlich war man reich: Für einen Euro gab es gleich eine ganze Million… Von den Geldscheinen grinste verschmitzt und täuschend echt Charlie Chaplin.




Stummfilmkino mit dem großartig visionären Film „Metropolis“ von Fritz Lang, Deutsche Erstaufführung 1927, über Licht und Schatten und Gigantomanie des modernen Industriezeitalters.

Glamour & Ganoven. Während des Balls gab es auch eine Gangsterjagd quer durchs Café Kinopolis von Polizisten auf der Suche nach dem berüchtigten Alkoholschmuggler und Mafiaboss Al Capone.




Im Kabarett Café Größenwahn begeisterte Julia Rani als frech-charmante Nachtclubsängerin Sally Bowles aus dem Stück „Goodbye, Berlin“ zusammen mit Johannes Krobbach und Tobias Herzz Hallbauer a.k.a. Sonderling. 






Preisverleihung an die besten Tanzpaare und die schönsten und originellsten Kostüme.

Witzig-ironisches Intermezzo um Mitternacht mit Stargast Ahmad Mesgrha und Pianistin Olga Nowikowa.


08 Samstag Feb 2020


Ein Fest aus Farben, Düften und raffiniert gewürzten Speisen in reichhaltiger Auswahl erfreut Augen und Gaumen im neuen indischen Restaurant & Bar „masala“ (übers.: Gewürze) auf der Louisenstraße 56 in der Dresdner Neustadt. Das Lokal und die Speisekarte sind betörend farbenfroh gestaltet wie das Holi-Festival, das indische Frühlingsfest. Die Wände zieren Gemälde mit Tänzerinnen in sonnenfarbenen Gewändern. Kleine Buddhafiguren und Teelichter mit Elefantenfiguren, die Kraft, Glück und ein langes Leben verheißen, stehen auf Regalen und Tischen. Die Aromen tanzen auf der Zunge in verschiedenen Schärfegraden. Die Lieblingsgerichte der Gäste sind mit Herzen in der Speisekarte versehen. Einige davon stammen noch aus dem „RajMahal“, das bald zu klein wurde. Daher eröffnete es wenige Häuser weiter Anfang Februar neu unter dem Namen „masala“ mit nun über 50 Plätzen.
„Das RajMahal ist bekannt für authentische Küche im Stil des modernen Indiens – und so soll es auch im „masala“ bleiben“, sagt Rajiv Sharma, er betrieb die RajMahal-Restaurants. Das neue Restaurant leitet sein Freund Kirpal Singh, während Sharma die Zügel aus der Ferne hält, um sich mehr seiner jungen Familie widmen zu können. Die Preise liegen zwischen 10 bis 14 Euro für ein Hauptgericht. Neben einer Vielfalt an vegetarischen und veganen Leckereien gibt es verschiedene Hähnchengerichte, Lamm, Lachs, Garnelen und Ente. Außerdem Grill-Spezialitäten aus dem original indischen Tandoor-Ofen. Wohltuend würzig ist der ayurvedische Yogitee mit etwas Honig. Sehr zu empfehlen eine bunte Mischung diverser Dips von Mango-Chutney, Minz-Joghurt bis Tamarinde, dazu wird Papadam, Knusperbrot aus Linsenmehl gegessen. Dazu ein Glas Mangolassi mit Ingwer. Köstlich! Doch nicht nur kulinarische Genüsse, sondern auch die Kunst zu genießen und sich Zeit dafür zu nehmen, wird im „masala“ großgeschrieben. Oder um es mit dem vielarmigen, elefantenköpfigen indischen Gott Ganesha zu sagen: Lebe deine Fülle!
Text + Fotos (lv)
Geöffnet: täglich ab 11 Uhr



07 Freitag Feb 2020

Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein glanzvolles Programm mit Mitgliedern des Tanz-, Schauspiel- und Musiktheaterensembles der Landesbühnen Sachsen und mit der Elbland Philharmonie Sachsen.
Danach können sie das Theater mit all seinen Winkeln und Geheimnissen erkunden. In der Blue Galerie (Glashaus) werden die Gäste empfangen von Amadeus Boyde am Flügel und vom Trio Filou. Das Duo Vibrationzz begleitet hier später die Tanzenden in die Nacht. Unterhaltung versprechen Claire Waldoff (Sylke Guhr begleitet von Uwe Zimmermann) und die Comedian Harmonists (gesungen von Michael König, Kay Frenzel, Benedikt Eder, Andreas Petzoldt, Edward Lee, Thomas Tuchscheerer-am Piano) im Berliner „Kabarett Größenwahn“ (Goldne Weintraube). Hier sind auch Sandra Maria Huimann, Tammy Girke mit Thomas Gläser am Klavier sowie Julia Rani und Johannes Krobbach mit Tobias Herzz-Hallbauer im Piratencabaret zu erleben. Und natürlich gibt es eine kleine spezielle Runde Theatersport mit Johannes Krobbach, Tine Josch, Tammy girke, Felix Lydike, Alexander Wulke, Michael Berndt-Canana und Moritz Gabriel.
Im Speakeasy „Blind Pig“ (Studiobühne), erwartet die Besucher Jazzmusik der Prohibitionszeit, gespielt und gesungen u.a. von Amadeus Boyde, Franziska Abram, Paul Pernewitz, Karl Bernewitz mit Damen und Herren des Chores, Franziska Kleeberg, Carlos Matos.
Eintauchen kann man in Klassiker des Stummfilms im „Café Kinopolis“. Im Hauptsaal spielt das Ballorchester SERENATA SAXONIA für die Tanzbegeisterten Charleston, Foxtrott und Walzer.
Den Ball moderieren Holger Uwe Tews, Mu-Yi Chen und Norbert Kegel.
Wer dafür noch einmal seine Tanzkenntnisse auffrischen möchte, ist herzlich zu Tanz-Crash-Kursen im Ballettsaal mit Tanzstudio Linhart eingeladen.
Der Höhepunkt des Abends ist die Prämierung des besten Tanzpaares, der besten 20er Jahre Kostüme sowie ein Überraschungsgast um Mitternacht. Zur Vervollständigung des Ballkostüms bieten wir im Foyer diverse Accessoires zum Erwerb an.
Stargast Ahmad Mesgarha mit Pianistin Olga Nowikowa 0.00 Uhr
Auf einer Sekt- und Häppchenmeile finden die Ballgäste vielerlei „handliche“ Genüsse von Wein&Fein, La Terra Mia, Schloss Wackerbarth, Schwarzer Seele, der Kaffeerösterei Müller, der Fleischerei Täubrich, die sie mit der „Ballwährung“ einlösen können.
Die Theaterleute der Landesbühnen erwarten gespannt ihre Gäste und freuen sich auf eine glamouröse Tanznacht.
Künstlerische Gesamtleitung: Jane Taubert, Ausstattung: Stefan Wiel
Beginn der Gala: 19 Uhr
Zutritt schon ab 18.00 Uhr, Beginn Gala 19 Uhr
Inkl. Begrüßungshäppchen und ein Glas Sekt
Ball-Ticket:
60,00 Euro – inkl. Ballwährung im Wert von 20,00 Euro für Kulinarik
Zutritt ab 20:30 Uhr, Inkl. ein Glas Sekt
Flanier-Ticket:
30,00 Euro ohne Essen
Zutritt ab 22.00 Uhr, Inkl. ein Glas Sekt
Karten jetzt im VVK unter www.landesbuehnen-sachsen.de
Tel. 0351/8954203 oder 0160/8820685, presse@landesbuehnen-sachsen.de Kasse : Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; www.landesbuehnen-sachsen.de Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0
06 Donnerstag Feb 2020

Preisgekröntes Menü: der Vorjahressieger der Kochsternstunden, Marcel Kube vom Restaurant „Atelier Sanssouci“ in Radebeul setzt auf Kreativität ebenso wie feine Zubereitung. Neben ihm der Erfinder der Kochsternstunden, Clemens Lutz.
Genuss mit allen Sinnen in aller Vielfalt lockt wieder bei den bereits zwölften Kochsternstunden in diesem Jahr. Ihre Kochkünste zeigen bei diesem Menüwettbewerb Spitzenköche in 35 Restaurants in Dresden und Umgebung, darunter neun neue unter der Schirmherrschaft von Georg Prinz zur Lippe. Die Eröffnungsveranstaltung mit
verschiedensten Menü-Kostproben und edlen Tropfen findet heute abend, am 6. Februar auf dem Weingut Schloss Proschwitz statt.
Ob Sterneküche, Landgasthof oder Szenelokal. Gemeinsam stellen sie sich noch bis zum 17. März dem Urteil der „Testesser“ um die köstlichsten Menüs, erlesene Tropfen von Winzern aus der Region und den besten Service. Erstmals werden alle 49 teilnehmenden Restaurants aus ganz Sachsen in einem Programmheft vorgestellt, womit dem Wunsch zahlreicher Gäste entsprochen wird. „Das macht es leichter, auch außerhalb der eigenen Essgewohnheiten neue Genussorte kennenzulernen“, schreiben die Initiatoren des Menüwettbewerbs Marlen Buder und Clemens Lutz im Vorwort des über 100seitigen Kochsternstunden-Menüheftes. Es bietet nicht nur eine Übersicht der teilnehmenden Restaurants, sondern ist auch ein Wegweiser zu hervorragenden Lokalen in der Region über das ganze Jahr. Das Titelblatt ziert ein Auszug aus dem Menü des Vorjahressiegers der Kochsternstunden, Marcel Kube vom Restaurant Atelier Sanssouci mit feiner französischer Küche in Radebeul.
„Über diese Auszeichnung habe ich mich mehr gefreut als über den Michelin-Stern, da sie von den Gästen kommt und sie überwiegend zufrieden sind“, sagte Kube, der seine Kreation präsentierte beim Pressefrühstück im Küchenzentrum Dresden. „Jeder Gast ist Restauranttester und wird auch dementsprechend behandelt. Im Anschluss an die Kochsternstunden gewinnen aber nicht nur die Restaurants mit den besten Bewertungen einen Platz auf dem Siegertreppchen, sondern auch auf die Menütester selbst warten tolle Gewinne“, sagt Clemens Lutz. Er selbst wird im Gräfes Wein & Fein in Radebeul sächsische Tapas und passende Weine u.a. von Andreas Kretschko vorstellen (15.2., 19 – 23 Uhr).
“Dinner meets Poetry Slam“ heißt es im Pop Up-Restaurant „Flavour Bast“ von
Verena Leister, die ein 6-Gänge-Menü im Club Kobalt Royal im ehemaligen Basteischlösschen am Theaterplatz 3 kreiert. Den Menüabend begleitet am 3. März, ab 18.30 Uhr die bekannte Dresdner Slammerin und Autorin Kaddi Cutz mit drei weiteren nationalen Künstlern und ihren besonderen Slamgeschichten. Die 3. Küchenparty mit „besten Speisen, spannenden Weinen und schlechtem Kaffee“ steigt bei den Alten Meistern in Dresden (13.3., 19.30 Uhr) Jeder Restauranttester hat die Chance, einen der 205 Preise zu gewinnen. Als Hauptpreis winkt eine Reise für 8 Tage mit Diamir nach Kapstadt. Die öffentliche Auslosung findet am 20. März, um 11 Uhr im Kobalt Club Royal statt.
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29 Mittwoch Jan 2020
Posted in Aktuelles, Bildende Kunst

Johannes Heisig, „Waterloo Sunset“

Sylvia Hagen, „Apokalyptischer Reiter“
Die GALERIE HIMMEL präsentiert mit der kommenden Ausstellung Bronze- und Terrakotta-Plastiken von Sylvia Hagen sowie Gemälde von Johannes Heisig. Die Ausstellung will keinen „Wettstreit der Künste“ ausfechten, wie es der Ausstellungstitel „Paragone“ versprechen mag, sondern widmet sich vielmehr den Handschriften zweier herausragender ostdeutscher Künstler, deren Hauptthemen Figur und Mensch sind.
Sylvia Hagen (*1947 Treuenbrietzen)
Charakteristisch für die faszinierenden Bronze- und Terrakotta-Plastiken der Bildhauerin Sylvia Hagen sind die rauen, spröden und schrundigen Oberflächen mit ihren Durchbrechungen, den unzähligen kleinen Höhlungen und Buckeln, die ein reiches Licht-und-Schatten-Spiel ermöglichen. Diese pulsierende „Haut“ lässt die fragmentierten und wahrhaftigen Figuren zum Leben erwachen. Ihr Volumen scheint allein dem Zweck zu dienen, um ausgehöhlt, durchbrochen und zerklüftet zu werden und seine Oberfläche als Grenze zu verlieren. So wird das Innen nach Außen und das Außen nach Innen gekehrt, Oberfläche und Kern der Skulptur verwachsen wesenhaft miteinander.
Das Werk von Sylvia Hagen steht für die Auflösung kernhaften Volumens und für das Vergängliche, das Verletzliche. Der tektonische Aufbau einiger Figuren zeigt eine klare Strenge, fragil anmutende Werke eine besondere Empfindsamkeit. In der Technik des schichtweisen Aufbaus aus Tonplatten baut die Bildhauerin statische Konstruktionen wie ein Architekt. Dieses Verfahren ermöglicht das scheinbare Auflösen des Körperhaften. Exemplarisch steht dafür die amorphe Figur des gesockelten „Apokalyptischen Reiters“, ein Symbol der Angst für Krieg und Zerstörung. Sylvia Hagen sucht kein naturalistisches Abbild von etwas Gesehenem, sie geht weit darüber hinaus. Ihre Figuren sind nicht erzählerisch, vielmehr metaphorisch. Sie verkörpern auf tief beeindruckende Weise die gesamte Ausdruckskraft existenzieller Seinszustände.
Johannes Heisig (*1953 Leipzig)
In der ostdeutschen Kunstszene der 1980er Jahre mit Hubertus Giebe und Walter Libuda als „Junger Wilder“ apostrophiert, wurde Johannes Heisig 1978 Meisterschüler von Gerhard Kettner an der Dresdner Kunsthochschule. Hier fand er Anschluss an spezifische Traditionslinien der Dresdner Malerei, wie sie unter anderem durch Oskar Kokoschka und Otto Dix vertreten waren. Auch Wegbereiter der Moderne wie Van Gogh oder Cézanne waren richtungsweisend für Heisigs ausdrucksstarke, unorthodoxe und scheinbar unbefangene Malerei. Mit wuchtigem Gestus gestaltet Johannes Heisig seine Themen in Alltag und Geschichte, in Literatur und Musik, in Kunst und Religion. Über fünf Jahrzehnte hinweg hat der Maler eine glanzvolle Handschrift entwickelt, welche durch die selbstkritische Praxis des Verwerfens und Suchens der Form erst zur Vollendung gelangt.
Johannes Heisigs kraftvolle Bilder entfalten einen mitunter betörenden Kolorismus, in dem sensibel orchestrierte Klangfarben aus dem Tonbett eines lichthaltigen Grau heraus leuchten.
In der Porträtmalerei ist das zentrale psychologische Moment der Malerei Johannes Heisigs mit Händen zu greifen. Selten gleitet der Pinsel an der bloßen Oberfläche des Sichtbaren ab. Die Erscheinung des Gegenübers wird als bisweilen schöne, immer jedoch empfindlich dünnhäutige und – ähnlich wie die Landschaften und Stillleben – vergängliche Existenz beschrieben, anfällig für die stets zu gewärtigenden Zufügungen des Lebens. Andere Bilder, in denen sich die Wahrnehmung in phantastische Farbräume hinein weitet, erzählen von inneren Zuständen, von Störung und Zerstörung, von Selbstzweifel, von Hoffnung. Aus dunstig-nebulösen, teils chaotisch strukturierten Farbfeldern lösen sich Figuren, Dinge und Architekturen auf der Suche nach ihrer Rolle im Bild, ihrem Ort in der Welt. Diesen Bildfindungen eignet etwas Dramatisches, ja Bühnenartiges. Doch statt hermetischem Welttheater haben hier bizarre Tagträume ihren Auftritt.
Im Kabinett präsentiert die Galerie Himmel zeitgleich Radierungen von Konrad Henker (*1979 Weimar). Konrad Henker, der sich ausschließlich der Radierung widmet, verbringt mehrere Wochen jährlich in der Gletscherlandschaft des alpinen Hochgebirges, um vor Ort zu arbeiten. In der Einsamkeit und Stille über 3000 m Höhe sind es die elementaren und unmittelbaren Eindrücke, die der Künstler auf schweren Zinkplatten zu fassen sucht. Im Atelier werden die Radierungen mit Aquatinta und Strichätzung aufwendig überarbeitet und weiterentwickelt. Zeichnerische Leichtigkeit, lebendige Dynamik und technische Bravour geben den „Seelenlandschaften“ eine faszinierende Tiefe.
Die Ausstellungen „Sylvia Hagen | Johannes Heisig – Paragone “ und „Konrad Henker – Hintereis. Alpine Radierungen“ werden am Freitag, dem 31. Januar 2020, um 19 Uhr, mit einer Vernissage eröffnet. Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Bernd Küster, Direktor a.D. der Museumslandschaft Hessen Kassel, spricht einführende Worte. Die Künstler werden anwesend sein.
Die Ausstellungen sind vom 1. Februar bis 28. März 2020 zu sehen.
Text:
Anja Himmel & Michael Böhlitz
GALERIE HIMMEL
Obergraben 8
01097 Dresden
Tel. 0351-4843578
email@galerie-himmel.de
www.galerie-himmel.de
28 Dienstag Jan 2020


Eine abenteuerliche Kistenlandschaft erstreckt sich auf der Bühne. Sie bietet Platz zum Verstecken, Herumlümmeln, Bekritzeln und Festhalten. Anfangs sind rhythmische Schläge wie lautes Herzklopfen aus dem Kisteninneren zu hören. Von dort kommen nacheinander vier Menschen zum Vorschein, ein Junge mit Kopfhörern, ein Mädchen, eine Frau und ein Mann. Sie alle kennen dieses Gefühl, wenn es im Bauch kribbelt, man wie berauscht ist und der Himmel BLAUER ALS SONST. So heißt auch das Stück von Eva Rottmann für Zuschauer ab 12 Jahren, das vom schwebenden Gefühl des Verliebtseins, von erster Liebe mit allen Verrücktheiten, Unsicherheiten, Höhen und Tiefen erzählt (Regie: Esther Undisz, Ausstattung: Irina Steiner).
Mit aller Spannung, Aufregung, Geheimnissen und Überraschungen, wie sie Verliebte egal welchen Alters erleben, erzählt die Aufführung von gerade entflammten, aber auch von vergessenen und verlorenen Gefühlen, die wieder aufsteigen. Die Premiere von „Blauer als sonst“ war unlängst auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Da lernen sich der schüchterne Finn (Felix Lydike) und Jule, die hübsch und irgendwie anders als die anderen ist (eigensinnig: Theresa Winkler) näher kennen. Er ist gerade mit seinem Vater (lässig mit weichem Kern: Alexander Wulke) in eine andere Stadt gezogen und alles ist neu für ihn. Nach einem Vokabeltest treffen sich Finn und Jule im Stadtpark, essen Eis und… küssen sich, erst zaghaft, dann intensiv und er hebt übermütig die Arme. Ein Gefühl wie Fliegen. Der Vater reagiert nervös und fragt vorsichtig, ob sie schon… Und ist erleichtert, als der Sohn ihm antwortet, dass sie das alles in der Schule haben. Bei diesen wenigen, andeutungsreichen Worten in puncto sexuelle Aufklärung ist Schmunzeln im Zuschauerraum hörbar. Einige Mädchen lachen laut, als Finn gleich am Anfang cool und ungeniert direkt einen Rap von Bushido singt. Während sein Vater mit gefühlvoll-wehmütigen Songs von den Beatles u.a. auf der Ukulele das kribbelig herzergreifende Geschehen begleitet.
Schön die Szene, in der Finn und Jule sich in einem mit Kreide gezeichneten Kreis auf dem Boden gegenübersitzen und befragen, was ihnen am anderen gefällt. Und wie Jule überlegt, wann und wo das erste Mal passieren könnte. Witzig, wie Finns Vater für ihn Kondome kaufen will und verlegen herumdruckst und Frau Seidel, die Besitzerin des Stadtparkkiosks ihn herrlich cool-abgeklärt abblitzen lässt (Julia Vincze). Sie erzählt von ihrem ersten Schwarm, wie sie sich in Frank verliebte, der nichts von ihr wissen wollte. Wie sie abnahm, nicht mehr übersehen werden wollte und Frank sie eines Tages endlich nach einem Treffen fragte.
Da weiß Finn bald nicht mehr, ob Jule ihn wirklich will, weil sie seinen „kleinen Freund“ noch nicht mal sehen und anfassen will, als er hinter einer Kiste die Hosen runterlässt. Sein Mitschüler Adrian nervt ihn ständig, wann es denn soweit wäre und er solle sich nicht abwimmeln lassen. Und prahlt, was er mit einem Mädchen schon alles angeblich anstellte. Die Umzugskisten wirbeln auf der Bühne durcheinander wie die Gefühle der jugendlichen Darsteller. Bei der Kioskbesitzerin, wo er eine Flasche Alkohol gegen seinen Liebeskummer klauen wollte, schüttet Finn sein Herz aus und sie erzählt ihm von Frank, der sie damals nachts allein im Schwimmbad sitzen ließ. Belustigt hört sie, als Finn wild entschlossen mit ihr am liebsten nach Russland abhauen und einen Kiosk oder Restaurant aufmachen will. Sein Vater scheint wie verwandelt, macht plötzlich Liegestütze, bestellt gut gelaunt Pizza für beide und springt unter die Dusche als habe er gleich ein Rendez-vous. Manchmal ist der Himmel eben blauer als sonst. Ein witziges, ehrliches und wahrhaftiges Stück zum Verlieben. Viel Beifall vom Premierenpublikum.
Text (lv)
Nächste Aufführungen:
28.1., 10.3., 6.4. auf der Studiobühne der Landesbühnen und am 7.4., 10 Uhr in Hoyerswerda/Kulturfabrik.
26 Sonntag Jan 2020

Lukas Bärfuss stellt in seinem neuen Buch eine Kartographie der Passionen vor.
Foto: Stefano de Marchi
Die Liebe und das Begehren in all ihren Spielarten sind die Fluchtpunkte in diesen Erzählungen von Lukas Bärfuss. Wie begegnen wir uns? Welche Sehnsüchte treiben uns um? Nach welchen Vorlagen entwerfen wir die Geschichten unserer Leidenschaften? Bärfuss zeichnet eine Kartographie der Passionen. Seine Geschichten handeln von Grenzerfahrungen, die wir mitten im Alltag machen können. Sie zeigen die Momente der Verwandlung. (Wallstein Verlag)
Lukas Bärfuss, geb. 1971 in Thun/Schweiz. Dramatiker und Romancier, Essayist. Seine Stücke werden weltweit gespielt, seine Romane sind in etwa zwanzig Sprachen übersetzt. Lukas Bärfuss ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und lebt in Zürich. 2019 wurde Lukas Bärfuss mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
Den eindrücklichen Erzählungsband „Malinois“, das beginnende Literaturjahr und die Verwandlung zu „Das Erich Kästner Haus für Literatur e.V.“ feiern Veranstalter und Besucher im Anschluss an Lesung & Gespräch mit einem kleinen Umtrunk (um Anmeldung wird aus Kapazitätsgründen gebeten.)
Text:
Das Erich Kästner Haus für Literatur e.V.
Villa Augustin
Antonstraße 1
01097 Dresden
Tel 0351 / 8045087
26 Sonntag Jan 2020

Eine Opernsängerin pfeift auf Wagner und lässt sich auf hemmungslos vermischte Klassik und Jazz ein. Dieses spannend-skurrile und außergewöhnliche musikalische Abenteuer wagen die Sopranistin Prof. Christiane Hossfeld und das Duo “JazzLust Classics“ , das sind Posaunist Micha Winkler und Silke Krause am Klavier und Akkordeon, in ihrem gemeinsamen Programm: „Du meine Seele, Du mein Herz … und ab und zu ein feiner Scherz“. Die Premiere war am Freitagabend im Dresdner Friedrichstatt-Palast am Wettiner Platz.
Auf die Bühne kam Persönliches und Unpersönliches aus dem Leben und der Feder einer Opernsängerin, heiter-augenzwinkernde Gedichte, Geschichten und
Lieder mit und ohne Pfiff unter Regie von Thomas Schuch. „Ein Brückenschlag zwischen Hochkultur und ambitionierter Off-Kultur“, sagte Posaunist Micha Winkler über diese Uraufführung. „Wir bringen E- und U-Musik zusammen, das ergibt EU-Musik.“
Im rot und nachtblauen Bühnenlicht funkelt ein Kronleuchter über dem eleganten Canapee mit Tischchen. Dort sitzt, lauscht, rezitiert, erzählt und blättert Opernsängnerin Christiane Hossfeld in Partituren. Zunächst als galante Diva, im langen weißen Kleid mit Glitzergürtel und schwarzer Federboa, sang sie auf einem Leuchtpodest mit Sopranstimme gefühlvoll die Arie der „Lauretta“ aus der Oper „Gianni Schicchi“ von Puccini und eine Variation zu „Tannhäuser“ von Wagner. Sie überraschte mit Liedern kess gepfiffen bis zum jazzigen Ohrwurm „Sommertime“ von Gershwin und dem leise berührenden Lied „Send in the Clowns“ von Stephen Sondheim zum Schluss.
Flott, beschwingt und eigenwillig klangspielerisch von Silke Krause und Michael Winkler begleitet, erklingen Opernarien und Musik von Brahms, Bach, Schumann und Mozart zu rau, schrulligen Tuba- und Posaunen- und hellen Trompetenklängen und temporeich übermütigem Klavier- und Akkordeonspiel. Hossfeld erzählt Episoden über ihre sängerischen Anfänge, den wunderbar vielseitigen Herrn Kroll, den sie als Kind bewunderte, über den „perfekten“ Auftritt und einen Opernregisseur, der sich an der Oper rächen und sie quälen will, da das Werk ihm zu groß war. Sie reimt amüsant über Sinn und Anspruch von Kunst, während Winkler geheimnisvoll-fremdartige Klänge auf dem Didgeridoo spielt. Da schimmern mit der Musik unzählige Regentropfen bei einer Probe im Bayreuther Festspielhaus. Nahe geht auch ihr Abschiedsgedicht für eine schwarze Tasche, die ihr Opernleben rund um die Welt viele Jahre begleitete und nun abgewetzt und verbeult vor ihr steht.
Anfangs zögerlich, steigert sich die Improvisierfreude zwischen Opernsängerin und Jazzmusikern im Laufe des Abends. Mal sirenenhaft, mal betörend tönend, mitwippend, mit den Fingern schnippend, mit Ei- und Bananenrassel und Kochlöffel-Castagnetten und Schlüsseln klappernd, lässt sich Christiane Hossfeld ganz auf dieses musikalische Abenteuer ein. Ein besonderer Abend und gelungenes Experiment. Reichlich Beifall gab es dafür vom Publikum.
Text (lv)
Nächste Vorstellung: 30.1., 19.30 Uhr
25 Samstag Jan 2020

Schon das Titelbild auf dem Programmheft zu „Minna von Barnhelm“, eine Komödie von Gotthold Ephraim Lessing, spricht Bände. Vor grau blättriger Wand sitzt der Major von Tellheim auf dem Sofa, in weißem Hemd mit stehendem Kragen, Reithose mit Hosenträgern und Stiefeln. Eigentlich ein Mann zum Verlieben. Sein Blick kühn, verwegen, wagemutig und sehnsuchtsvoll. Eine Hand hält er beschützend auf Minna, seine Liebste, ihr Kopf ruht auf seinem Knie, halb auf dem Sofa liegend, hält sie den Liebsten fest. Sie schaut verträumt, auch ein wenig schmollend und skeptisch. Denn sie weiß, dieses Bild ist nicht von Dauer. Sein Blick ist in die Ferne gerichtet. Es zieht ihn hinaus in die Welt, neue Abenteuer zu bestehen und seinen Edelmut und Stärke zu beweisen.
Doch daraus wird vorerst nichts. Schlimmer noch. Der Major von Tellheim (innerlich zerrissen: Grian Duesberg) glaubt, Minnas Liebe nicht mehr würdig zu sein. Da er nach dem Siebenjährigen Krieg unehrenhaft aus der Preußischen Armee entlassen wurde. Man wirft ihm Bestechlichkeit vor, obwohl er anstatt im besetzten Sachsen hohe Kriegsabgaben zu fordern, sie aus Mitleid mit der Bevölkerung zum Teil aus eigenem Vermögen vorgestreckt hatte. Dafür erhielt er Wechsel, die im Berlin Friedrich II. konfisziert wurden. In seiner Ehre durch die ungerechtfertigten Vorwürfe verletzt und finanziell ruiniert, sieht Tellheim sich nicht mehr in der Lage, seine Verlobte Minna von Barnhelm (liebevoll-selbstbewusst: Sandra Maria Huimann) zu heiraten. Doch sie lässt nichts unversucht, um ihn zurückzugewinnen und kämpft um ihre Liebe.
Ebenso spannungs- wie reizvoll erzählt Lessings Stück „Minna von Barnhelm“ (1767), das er selbst als „ernstes Lustspiel“ bezeichnete, von Licht und Schatten heldenhafter, männlicher Tugenden, die zu Anerkennung, Macht und Erfolg führen sollen und von den Konflikten, die aus gesellschaftlich festgelegten, starren Rollenbildern für Männer und Frauen entstehen. Damit war Lessing mit seinem Stück den Moralvorstellungen seiner Zeit weit voraus, es ist immer noch erstaunlich zeitlos, modern in seiner Grundaussage und mit seinen starken Frauenfiguren und bis heute eines der meistgespielten Stücke auf deutschen Bühnen.
Wunderbar komödiantisch, voller Spiellust, Leidenschaft, gefühlreicher Wortgefechte und feinsinnigem Humor in bezaubernd romantischen Kostümen vor trister Kulisse erlebte die Inszenierung „Minna von Barnhelm“ unter Regie von Steffen Pietzsch in der Ausstattung von Katharina Lorenz letzten Sonnabend ihre Premiere an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Eine Augenweide und ein Genuss für Geist und Sinne mit durchweg großartigen Schauspielerinnen und Schauspielern. Zur Premiere gab es reichlich Beifall vom Publikum.
Text (lv)
Sa 25.01.2020 19:30 Hauptbühne
So 02.02.2020 18:00 Großenhain Kulturzentrum
Sa 07.03.2020 19:30 Hauptbühne
Fr 13.03.2020 19:00 Freital Kulturhaus
So 15.03.2020 19:00 Hauptbühne
Sa 25.04.2020 19:00 Neustadt Neustadthalle
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