Werkstatt-Tag: Ideen für umweltverträgliche Mobilität in Dresden gesucht!


Zeit zu handeln: Bei der großen bundesweiten Klimaschutz-Demo, initiiert von Fridays for Feature am 20. September 2019, gingen auch tausende Menschen in Dresden auf die Straße. Nun werden bei einem Werkstatt-Tag der Grünen-Stadtratsfraktion am 25. Januar im Dresdner Rathaus Ideen und Lösungen für umweltverträglichen Straßenverkehr in Dresden gesucht. Fotos: Lilli Vostry

Verkehr in einer lebenswerten Stadt – Deine Ideen werden gesucht!

Zur Diskussion und Vorstellungen für eine umweltverträgliche Mobilität sind Bürger,  Akteure verschiedener Initiativen und Vereine und Fachleute am 25. Januar, von 13 bis 19 Uhr zu einem Werkstatt-Tag der Grünen-Stadratsfraktion ins Rathaus, Plenarsaal eingeladen.

Die Grünen wollen die Verkehrswende voran bringen, sehr gern mit Euch und Euren Ideen! Am Samstag könnt ihr Euch inspirieren lassen, diskutieren, Ideen einbringen, gemeinsam Lösungen suchen und finden! Lasst uns ein klimaneutrales Dresden gestalten!

Der motorisierte Massenverkehr in Städten stößt immer mehr an Grenzen: zu viel Lärm, zu viel Abgase, zu viel Flächenverbrauch, kein Platz für Menschen.

Interessierte sind herzlich zu einem Werkstatt-Tag am 25. Januar 2020 ab 13 Uhr ins Rathaus, Plenarsaal eingeladen.

mit Prof. Udo Becker – TU Dresden – Verkehrsökologie,
Margit Haase – Leiterin des Klimaschutzstabes der Landeshauptstadt Dresden

Eingeladen zu den Diskussionen sind neben Bürgern auch Akteure verschiedener Initiativen und Vereine, die sich schon lange für umweltverträgliche Mobilität einsetzen sowie Fachleute von Dresdner Institutionen, der Universität, der Verwaltung und Politiker*innen.  

Die Ergebnisse des Werkstatttages werden publiziert und veröffentlicht!

Gern könnt Ihr ein Poster bis A0 mitbringen, auf dem Ihr Eure Initiative oder eure Ideen zur Verkehrswende vorstellen könnt! Wir würden uns sehr darüber freuen!

Habt ihr Zeit? Bringt eure Kinder mit, entweder sie helfen mit oder ihr vertraut sie unserer Kinderbetreuung an.

Text: Kati Bischoffberger 

Zur Vorbereitung eures Namensschildes wäre eine Anmeldung sinnvoll!
Anmeldungen bitte an folgende Adresse: 
mbraun1@dresden.de 

http://www.gruene-fraktion-dresden.de

Im Konzert: Land über & Katharina Johansson in der Dreikönigskirche

Sphärischer Jazz-Pop trifft Nordische Weite

Zu erleben im Konzert von Land über & Katharina Johansson am 24. Januar, um 20 Uhr in der Dreikönigskirche in Dresden.

Durch eine Tour in Schweden haben wir unser Programm noch mit Liedern von Katharinas Solo-CD ‚White Open‘ ergänzt und sind so noch vielfältiger geworden. Ein Konzertabend mit gefühlvollen, träumerischen bis aufwühlenden Liedern in Deutsch, Englisch, Französisch und Schwedisch erwartet die Gäste.

Dieser Abend beinhaltet die wohlbekannten sphärischen Klänge von Land Über mit Katharinas wunderschönen Melodien und Texten. Zu hören sein werden Rezitationen von u.a. Ringelnatz, Coverversionen von u.a. Sinead O‘Connor bis hin zu der oberhalb des Polarkreises entstandenen Version des schwedischen Weihnachtsliedes ‚Santa Lucia‘, welches wir für das nördlichste Festival Europas arrangiert haben.

Ein Videoeindruck:

https://www.youtube.com/watch?v=L5l6tcADRFA Le petit fleur

oder https://www.youtube.com/watch?v=d3oFr3WOT1I Die Reise der Sonne

Text + Foto: Benni Cellini

Karten gibt es bei www.mzdw.de

Premiere „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ an den Landesbühnen Sachsen

Du darfst alles!

Von Glanz, Gier und grenzenlosem Vergnügen und wohin das führt, erzählt schillernd bunt und grotesk abgründig die Weill-Brecht-Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Heute am 19.1., um 19 Uhr wieder.

Eine Paradiesstadt soll „Mahagonny“ werden. Mit Freiheit, Genuss im Überfluss und Wohlstand für alle. Ihre Gründer sind eine Frau und zwei Männer auf der Flucht vor den Steuerfahndern. Die Witwe Begbick treibt sie im Rollstuhl zur Eile an. Sie fahren über einen Steg quer durchs Publikum auf die Bühne. Ihr Ziel ist die Goldstadt Alaskas.
Doch sie landen mitten in einer Einöde. Die Flüsse geben das Gold ungern her. Da sie nicht zum Gold kommen, soll das Gold zu ihnen kommen. Sie stellen eine Antenne auf und gründen die Stadt Mahagonny, die mit Showglanz, rauschhaften Getränken und Werbung und sexy Damen bald viele Männer, Arbeiter aus Alaska und Glücksucher anlockt. Sie singen im Chor „Geld macht sinnlich“. Nach einem gewaltigen Taifun, der in der Umgebung alles zerstört und um Mahagonny einen Bogen macht, ergeben sich dessen Bewohner voll und ganz dem Vergnügen als gäbe es kein Morgen. Alle moralischen Ge- und Verbote werden abgeschafft. Der neue Leitspruch in Mahagonny lautet: „Du darfst!“ Alles ist erlaubt.
Doch Jim, einer der Arbeiter aus Alaska, ist nicht glücklich. „Etwas fehlt.“ Die anderen Männer holen ihn zurück. Seifenblasen steigen auf, in übergroßen durchsichtigen Kugeln tanzen verlockend, traumversunken Frauen und Männer in Anzügen zu Klavierklängen. Eine schöne Illusion, die bald zum grotesken Albtraum wird, ist der Traum von der Paradiesstadt, in der man für Geld alles kaufen kann.

Davon erzählt originell, einfalls- und spannungsreich die Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ mit Musik von Kurt Weill und Text von Bertolt Brecht in einer Inszenierung von Manuel Schöbel, dem Intendant der Landesbühnen Sachsen in Radebeul. 1930 in Leipzig uraufgeführt, hat dieses Musik-Theaterstück fast 90 Jahre nach seiner Entstehung nichts an Brisanz und Aktualität verloren. Die Musik wechselt klangreich funkelnd zwischen dunklen, bizarren, wehmütigen, heiteren, schmissigen Tönen, lyrischen Balladen bis zu operettenhaft parodistischen Liedern. Dafür gab es reichlich Beifall vom Publikum.

Die nächste Aufführung ist am 29.1., 19 Uhr an den Landesbühnen Sachsen Radebeul.

Text (lv)

http://www.landesbuehnen-sachsen.de

Das passt! Frank Zander stellt im Fischrestaurant „Kastenmeiers“ im Taschenbergpalais aus

Farbenfrohe und humorvoll beflügelte Zander-Fische

Die Walentowski Galerie Dresden und Frank Zander präsentieren bis 27. Februar „Echte Zander“- Bilder im „Kastenmeiers im Taschenbergpalaia“, Am Taschenb erg 3 in Dresden. Der Musiker und Comedian mit der Reibeisenstimme ist gelernter Grafiker. Bei der Vernissage ist der Künstler anwesend und wird auch singen!

Der Berliner Künstler Frank Zander gehört seit über 40 Jahren zu den bekanntesten Unterhaltungskünstlern des Landes. Hits wie „Oh Susi“, „Hier kommt Kurt“ oder „Ja, wenn wir alle Englein wären“ machten ihn zu einem überaus erfolgreichen Comedy Sänger. Für sein soziales Engagement erhielt der Ur-Berliner 2002 das Bundesverdienstkreuz.

Seit einigen Jahren greift der gelernte Grafiker wieder zum Pinsel. Markenzeichen sind seine bunten und humorvoll beflügelten Zander-Fische. Aber auch große Stars wie Freddie Mercury oder Paul McCartney lässt er in seinen Kunstwerken leben.
Bis zum 27. Februar präsentieren die Walentowski Galerie Dresden und Frank Zander nun „Echte Zander“- Bilder im Restaurant Kastenmeiers im Taschenbergpalais
Bei der Vernissage am 19.1.2020 ist der Künstler anwesend.

Text + Foto: Sabine Mutschke

http://www.kastenmeiers.de

Drei Schauspiel-Premieren im Januar: „Blauer als sonst“, „Minna von Barnhelm“ & „Diplomatie“ an den Landesbühnen

Drei Stücke über die Macht der Liebe und Mitgefühl

„Blauer als sonst“, ein Stück von Eva Rottmann für Kinder ab zwölf Jahren hat am 17.1., 18 Uhr auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen in Radebeul Premiere. „Minna von Barnhelm“, eine Komödie von Gotthold Ephraim Lessing kommt am 18.1., 19 Uhr auf die große Bühne. „Diplomatie“, ein Stück von Cyril Gely, aus dem Französischen von Horst Leonhard hat am 26.1., 19 Uhr auf der Studiobühne Premiere.

Zum Stück „Blauer als sonst“

Das erste Kribbeln. Die erste Berührung. Der erste Kuss. Und was kommt dann? Vier Menschen erzählen von dem Moment, als sie den Himmel blauer sahen: sie berichten von großen Gefühlen, aber auch von Verunsicherungen. Finn. Das erste Mal gehen Finn (Felix Lydike) und Jule ( Theresa Winkler) Eis essen, ein Kuss und wie weiter? Können die beiden den Fragen der Mitschüler standhalten, ohne sich und ihre Beziehung unter Druck zu setzen? Finns Vater (Alexander Wulke)  ist aufgeregt, als er mitbekommt, dass Finn eine Freundin hat. Er fragt sich, wie er seinen Sohn begleiten und schützen kann. Frau Seidel  (Julia Vincze) erzählt von ihrem ersten Schwarm, wie sie sich in Frank verliebt hat, er aber nichts von ihr wissen wollte. Oder vielleicht doch? An einem Tag ist Jettes Himmel blauer als sonst, denn Frank hat sie endlich nach einem Treffen gefragt…

Mit dem Verlieben kommen tausend Fragen: Bin ich schön? Wann küssen wir uns? Will sie mich? Habt ihr schon? Soll ich oder macht er? Eva Rottmanns Theaterstück ermöglicht eine facettenreiche Sicht auf die Schönste Sache der Welt, die so kompliziert sein kann. Sie erzählt von dem Druck, den Jugendliche erleben, wenn es um Sex und Liebe geht aber auch über das Kribbeln im Bauch.

Blauer als sonst ist ein Stück über die Liebe. Ein Theaterstück für alle, die schon verliebt waren und sind oder die sich den Fragen der Liebe stellen.

INSZENIERUNG: ESTHER UNDISZ;  AUSSTATTUNG: IRINA STEINER

Besetzung:
Finn- Felix Lydike; Jule- Theresa Winckler a.G.; Vater- Alexander Wulke; Frau Seidel- Julia Vicze

Zum Stück „Minna von Barnhelm“

Major von Tellheim, nach dem Siebenjährigen Krieg unehrenhaft aus der Preußischen Armee entlassen, befindet sich in Geldnot, weil er im besetzten Sachsen anstatt hohe Kriegsabgaben zu fordern, sie aus Mitleid mit der Bevölkerung zum Teil aus eigenem Vermögen vorgestreckt hatte. Dafür erhielt er Wechsel, die im Berlin Friedrichs II. konfisziert wurden. Tellheim wirft man Bestechlichkeit vor. In seiner Ehre durch die ungerechtfertigten Vorwürfe verletzt und finanziell ruiniert – sieht er sich nicht mehr in der Lage, seine Verlobte Minna von Barnhelm zu heiraten. Doch seine Braut lässt nichts unversucht, um ihn zurück zu gewinnen. „Minna von Barnhelm“ (1767), eine der bedeutendsten Komödien der Theatergeschichte, ist noch heute eines der meistgespielten Stücke in Deutschland.

Inszenierung: Steffen Pietsch
Ausstattung : Katharina Lorenz

Besetzung:
Major Von Tellheim – Grian Duesberg
Minna Von Barnhelm – Sandra Maria Huimann
Franciska, Ihr Mädchen- Tammy Girke
Just – Moritz Gabriel
Paul Werner – Johannes Krobach
Der Wirt – Michael Berndt-Cananà
Eine Dame In Trauer – Anke Teickner

Zum Stück „Diplomatie“

«Paris darf nicht oder nur als Trümmerfeld in die Hand des Feindes fallen» lautet Hitlers Befehl im August 1944 an den deutschen Stadtkommandanten von Paris, General Dietrich von Choltitz. Alles ist für die Zerstörung der französischen Hauptstadt vorbereitet, als der schwedische Generalkonsul Raoul Nordling durch eine Geheimtür in von Choltitz‘ Suite im Hotel Meurice eindringt. Es entspinnt sich ein faszinierendes und atemberaubendes Duell zwischen dem schwedischen Diplomaten und dem deutschen Militär. Das Schicksal von Millionen Menschen und eine der schönsten Städte der Welt stehen auf dem Spiel. Mit allen Mitteln der Diplomatie versucht Nordling, den General vom Plan der sinnlosen und katastrophalen Vernichtung abzubringen.

Aus der historischen Tatsache, dass von Choltitz einen direkten Befehl Hitlers missachtete, entwickelt der Dramatiker und Romanautor Cyril Gély einen fiktiven Dialog über die Widersprüche zwischen den gnadenlosen Gesetzen des Krieges und persönlichem Gewissen und zeigt, wie entscheidend die gesellschaftliche Verantwortung jedes einzelnen für den Verlauf von Geschichte ist.

Inszenierung: Tine Josch;
Ausstattung: Irina Steiner
Dramaturgie:  Johanna Jäger

Darsteller:  Dietrich Von Choltitz – Holger Uwe Thews;  Raoul Nordling – Michael Heuser; Helmut Mayer – Tom Hantschel; Hans Brensdorf – Max Westphal

Text: Petra Grubitzsch/LB

Kasse : Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; www.landesbuehnen-sachsen.de 

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152,  01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0

Neue Gedichte: Im Gräserrauschen überwintern meine Träume

 

Zweisam

Als die Knospe aufsprang
teilte sie sich zweisam
öffneten sich die Blütenkelche
aus einem Stängel

Flimmerrot und Blütenstaub
fließt in mein gespaltenes Herz
die Blüten schaukeln
bei jeder Bewegung
wenn ich näherkomme
als würden sie gleich
herabfallen

LV
24.1.2019

Sonntagmorgen

Der Himmel voller
rosa Tupfen
die mich wach küssen
fern von dir
segle ich mit den Wolken
die wie Möwen auffliegen
ihre Flügel ausstrecken
nach mir

im Dickicht der Bettdecke
vergraben sehe ich
ihnen zu
wie die Wolkenflügel höher
und höher steigen
fliege ihnen nach

LV
20.10.2019

Leuchten

Ein einzelnes Ahornblatt liegt
auf dem Weg
abseits vom Blättermeer
reckt es seine orangeroten Spitzen

mir entgegen
ich hebe das Blatt auf
sein Leuchten
das ich lange vermisste
in meinen
und deinen Augen

LV
23.11.2019

Traum

Im Traum sah
ich dich
zurückgekehrt
von einer langen Reise
umarmten wir
uns lange

doch am Tisch saß
der Schatten eines anderen
ich schwankte
zwischen ihnen

LV
26.11.2019

Blättertanz

Die alte Weide trägt
ihr schönstes Blätterkleid
ein gelbes Schimmern und Wogen
der Zweige im Tanz
mit dem Wind

fliegen ihre Blätter
wie Segel
mit den Schreien der Vögel
grauen Wattewolken
golden eingefärbt am Horizont
wiegt die Weide
ihre dunkle Krone
müde von den Stürmen
ein Vogel setzt sich ins Geäst

LV
28.11.2019

Lichterblumen

Nachts erblühen
am Fenster gegenüber
die Lichterblumen
mit Herzklopfen
sehe ich sie
kein Geld der Welt
strahlt heller

ein Mann schaut aus dem Fenster
ob die Lichtergirlande hält
sehe sein Spiegelbild
hinter dem Glas
als ich aufwache
ist er fort

LV
2.12.2019

Die eine Rose
(Für meinen Vater)

Im Wintergarten steht die Zeit still
im wispernden Gräserrauschen
aus wärmeren Tagen
ranken wogen überwintern
meine Träume

sieht mich die eine Rose an
rot etwas verblasst
die du in mein Herz pflanztest
nach langer Zeit
es schien als wachsen
wir uns entgegen
ungeachtet der Dornen
die unsichtbar stachen

in der Rose seh
ich dich noch immer
die dunklen Geister
aus Kindertagen sind verbannt
in Asche verwandelt
dem Fluss übergeben
Wildenten flogen auf
der Mond steht hoch
über den Blätterschatten

am Morgen geht
die erste Blüte
am Weihnachtskaktus auf

LV
16./17.12.2019)

Tannen (Traum) Paar

Vor dem Wintergartenfenster
stehen zwei hochgewachsene Tannen
wie ein Paar
halten sie sich
an den Zweigen
wiegen ihre spitzen Häupter
schauen zu mir herein
aus dem Dunkel ins Licht
das sich im Fensterglas spiegelt
verdoppelt in die Nacht
hinaus strahlt zu den Tannen

ihr stilles Dasein
ihr filigranes Umfangen
in naher Weite himmeloffen
berühren mich

die Schatten verlieren ihre Schwärze
mit den wogenden roten Blüten
in meinen Händen am Weihnachtskaktus

LV
25./26.12.2019

Amaryllis
(Für meine Schwester)

Zuerst wagt sich ein kleiner Spross
aus der Erde
den Blicken verborgen
im Inneren
was dort wächst und werden will
begossen und behütet
in der Hülle
regt sich das erträumte Neue

über Nacht öffnet
sich die erste Blüte
eine Handvoll Liebe

LV
29.12.2019

Tanzende Schatten

Wenn du wiederkommst
tanzen wir wieder Tango
die Musik greift mir ans Herz
das Feuer deiner Schritte
steckt mich an

für einen Augenblick
vergessen die Schatten
die in mir nachhallen
in den Füßen
die gern leicht wären

wie ein Falter
der sacht auffliegt
und sich niederlässt
wie es ihm gefällt
der Gedanke wärmt mich
im Licht der Wintersonne

LV
29.12.2019

Lichtblick

Im Garten die hohen Bäume
breiten ihre dunklen Äste aus
als wollten sie auch einen Lichtstrahl
erhaschen
von dem grünen Zwerg
der auf der Wiese steht
ganz allein
vor sich hin funkelt
in der stillen Nacht
und mir sein schönstes
Lächeln schenkt

LV
29.12.2019

Abschied vom alten Jahr

Die Sonne kam noch einmal zurück
einen Augenblick schienen im Licht
hinter dem kahlen Geäst die Schatten blasser
und die hellen Momente des Jahres noch heller
als wollten sie mich noch einmal
umarmen

eingehüllt in weiche Wattewolken
die erhaben stehen über den Silvesterknallern
die hohl
wie die Poltergeister die sie zünden
zwischen den Häusern widerhallen
egal wen es trifft
denke an das kleine fellige Wesen
leblos am Straßenrand
das nirgends einen Ort fand vor dem Getöse

nicht um dunkle Geister zu vertreiben
das alte Jahr geht von selbst
was bleibt liegt an uns
ich zähle das Leben nicht mehr nach Jahren
fließe mit dem Augenblick
und der Ode an die Freude im Herzen

LV
31.12.2019

Himmelslicht

Der Himmel ein flammendes Band
als verbrenne die Sonne
in sicherer Entfernung
ein ergreifendes Schauspiel
fliegen die Blicke mit dem schwarzen
Vogelschwarm ins Feuerrot
vor dem Silvesterabend

in der Nacht fällt eine Himmelslaterne
alles Licht auslöschend auf ein Zoohaus
das lichterloh brennt drinnen eingeschlossen
die Tiere fast alle sterben
Menschenaffen, kleinere Affen,
seltene Vögel und Flughunde
Keiner dachte an sie
andere trauten sich nicht den Tieren
die Türen ins Freie zu öffnen
man kann ja nie wissen

ihre Blicke lassen mich nicht los
Massa der Gorillamann der sein ganzes Leben
im Zoo saß mit diesen tiefen dunklen Augen
fragend forschend und fassungslos
die sanfte Orangmutter Lea und ihr
wuscheliges Kind Suria
der verschmitzt grinsende Schimpanse Charly
und all die namenlosen Tiere

das Entsetzen ist groß nach dem Brand
im Affenhaus was würden die Tiere sagen
ihr Menschen habt den Schlüssel
zu euch selber verloren
sucht im Außen nach immer mehr
greift nach den Sternen
überseht euer inneres Licht

die Feuer greifen um sich
weltweit
Geld heilt keine Wunden

habt ihr vergessen was es heißt
Mensch zu sein

LV
6.1.2020

Bilder im Kopf

Ich trage Bilder
in Gedanken
im Herzen
mit mir herum
ungezügelt nicht
lieb gezüngelt
frei heraus

sie halten verhalten
sich in und außerhalb von Bilderrahmen
anderer
denken sehen
fliegen
über alle Grenzen
in die Welt
hinaus

LV
15.11.2019

Feuervogel

Nach den grauschweren Tagen
als der rettende Regen fiel
zu spät für die Tiere im Zoo
in der Silvesterfeuernacht
und den brennenden Wäldern Australiens
kehrt ahnungslos die Sonne zurück

ein großer Feuervogel
schwingt sich hinauf
in den Abendhimmel
sein Gefieder glänzt
in tausend Farben
über dem Fluss

LV
13.1.2020

Traum eines Tannenbaums

Ein kleiner Tannenbaum
leuchtet im Vorgarten
hinter dem Magnolienstrauch
in funkelndem Zwiegespräch
und träumt vom Frühling

doch schon nach Neujahr
war er verschwunden
lächelt sein Licht
mir nicht mehr zu
hinter kahlem Gezweig

LV
13.1.2020

Texte + Fotos (lv)

Lesung mit dem Dichter Pablo Jofré aus „Abecedar“ im Landhaus/Stadtmuseum Dresden


Das Geheimnis der Wörter-Zimmer

Im Rahmen der Reihe Literarische Alphabete liest der Dichter Pablo Jofré (Madrid und Berlin)  aus seinem Gedichtband A b e c e d a r am 14. Januar, 19.30 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Straße 2.

„Abecedar“ ist ein Gedichtband im Format eines Wörterbuches, von A wie „Abgrund“ oder „Aufwachen“ bis Z wie „Zuchtperle“ reichen die Themen in diesem Buch. Inspirieren ließ sich der Autor dabei von Gustave Flauberts 1911 erschienenem „Wörterbuch der Gemeinplätze“.

„Das Staunen wurde größer. Mit jedem erneuten Blick in die verlässlichen Wörter-Zimmer, aus denen sich dieses Abecedar fügt“, schreibt der Dichter José F. A. Oliver in seinem begeisterten Nachwort zu dem Band.

Pablo Jofré, geboren 1974 in Santiago de Chile, studierte Literatur, Anthropologie, Journalismus, Deutsch, Englisch und Französisch in Chile, Spanien und Deutschland und ist ein notorischer Reisender mit Wohnsitz in Berlin. „Abecedario“ erschien zuerst 2012, es folgte der Band „Usted“ 2013, eine Hommage an La Maladie de la mort von Marguerite Duras, sowie „Extranjería“ 2017. Gemeinsam mit dem Berliner Musiker Andi Meißner spielt der Autor in dem Duo Jofre Meissner Project, zu dessen Repertoire Gedichte von Extranjería, Abecedario und Usted gehören.

Text: Patrick Beck

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und dem Amt für Kultur- und Denkmalschutz.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Ballast über Bord! Mach dein Leben leichter… Ein Kurs zum Aufräumen mit Birte Dresler


Das neue Jahr hat gerade begonnen. Zeit Altes, Überflüssiges loszulassen. Zeit für mehr Licht, Leichtigkeit und Unbeschwertheit…. Altkram raus, aussortieren, weg damit. Bin gerade voll dabei.

Zwei Pfannen, drei Griffe. Einer kann weg. Nicht immer ist es so einfach. Aufräumexpertin Birte Dresler gibt Tipps, wie man sich am besten von Dingen trennt. Foto: Norbert Millauer

„Wegwerfen, was sich nicht gut anfühlt!“

Wie man sich von alten Dingen trennt und mehr Leichtigkeit im Leben gewinnt, weiß die Aufräumexpertin Birte Dresler. Ihr nächster Vortrag „Ballast über Bord – Mach dein Leben leichter findet am 15. Januar, um 19.30 Uhr im FITZ auf der Meißner Straße 128 in Radebeul statt.

Das neue Jahr hat gerade begonnen. Ein guter Zeitpunkt, um Altes, Überflüssiges loszulassen. Dafür mehr Licht, Leichtigkeit und Unbeschwertheit gewinnen. Doch das ist oft leichter gedacht als getan. Von manchen alten Dingen trennt man sich leicht, von anderen unheimlich schwer und sie liegen wie Blei in der Wohnung. Wozu hebt man die abgelebten Sachen dennoch auf? Was hindert uns daran, sie wegzuwerfen?
Abschied zu nehmen und anzuerkennen, dass ihre Zeit vorbei ist und
um außen wie innen Raum zu schaffen für Neues?

Darum geht es im Vortrag „Ballast über Bord – Mach dein Leben leichter“ mit Birte Dresler, Aufräumexpertin und Lebensberaterin, am 15. Januar, um 19.30 Uhr im FITZ auf der Meißner Straße 128 in Radebeul. „Es kommen immer mehr Menschen dahinter, dass weniger mehr ist“, sagt Birte Dresler. Das bezieht sich nicht nur auf gesammelte Dinge. „Unser Familien-Terminkalender, wo jeder seine Spalte hat, ist auch relativ leer. Nicht jeden Tag verplanen, sondern auch Zeit frei halten für sich selbst“, ist ihr wichtig. Die 49-Jährige hat Chemie an der TU Dresden studiert, zwei Söhne und arbeitet hauptberuflich am Fraunhofer Institut für Werkstoff- und Strahltechnik in Dresden, u.a. als Gefahrstoff- und Atemschutzbeauftragte. Ein Herzensprojekt ist ihre Feng-Shui- und Lebensberatung, die sie seit 2015 anbietet.

„Ich möchte Menschen helfen, herauszufinden, was sie glücklich macht und danach ihr Leben zu gestalten“, sagt Birte Dresler. Sie sei selbst nicht der superordentliche Typ, ihr Mann darin fast schon pedantisch. Vielmehr interessiere sie, wie die Dinge unser Leben beeinflussen und wie entlastend, befreiend Ausmisten und Loslassen sein können und der Blick wieder frei wird für unsere eigentlichen Wünsche und Bedürfnisse.

„Beim Loswerden von Dingen hilft, sich zu fragen: Brauche ich das wirklich? Erleichtert es mein Leben? Macht dieser Gegenstand mich glücklich? Wenn er verloren ginge, würde ich ihn wieder kaufen?“ Oder behält man es nur, weil es teuer war oder ein Geschenk, auch wenn man es nicht gebrauchen kann. Beim Aussortieren setzt Birte Dresler auf die fünf „S-Prinzipien“: “Sofort beginnen. Systematisch. Simply first. Small Steps und Wegwerfen, was sich nicht gut anfühlt! Seit einer größeren Aufräumaktion Ende 2016 beschäftigt sie sich intensiver mit dem Thema, las mehrere Bücher über Aussortieren und Weggeben. Anregungen fand sie auch bei Marie Kondo, der bekannten japanischen Aufräumexpertin und Buchautorin. „Sie empfiehlt, nach Kategorien zu sortieren und mit emotional weniger bedeutsamen Dingen anzufangen, z.B. Kleidungsstücke auf einen Haufen legen und nur das behalten, was man wirklich anzieht und womit man sich wohlfühlt. Wichtig ist auch, jedem Ding einen festen Platz zu geben.“ Sie hat auch Bücher aus dem Regal genommen und verschenkt, die sie nicht mehr las oder verinnerlicht hatte.

Die aussortierten Sachen bringt sie einmal pro Monat in den „Allerhand – Gebrauchtwarenladen“ gleich bei ihr um die Ecke in Radebeul. „Es ist schön, wenn andere Leute sich darüber freuen, die weniger haben.“ Ihre eigenen Erfahrungen mit dem Aufräumen hat Birte Dresler in einer Vortragsserie festgehalten. Ihren ersten Vortrag zum Aufräumen hielt sie im Februar 2017 vor 20 Zuhörern in der Apotheke auf der Hauptstraße. Mittlerweile sind es über 20 Vorträge an verschiedenen Orten wie der Volkshochschule Radebeul Ost.

In der übernächsten Veranstaltung am 29.1., 19.30 Uhr im FITZ mit dem Titel „FlyLady – Tausche Chaos gegen Leichtigkeit“ geht es dann vor allem darum, nach dem erfolgreichen Ausmisten den Haushalt ordentlich im Griff zu behalten. Inzwischen gibt es bei Birte Dresler  keine „großen Aufräumaktionen“ mehr. „Der Trick ist, regelmäßig wenig auszusortieren. So hat man keinen unbezwingbaren Berg an Chaos mehr vor sich.“

Text + Foto (lv)

Veranstaltungs-Tipp
„FlyLady – Tausche Chaos gegen Leichtigkeit“

Ist es nicht wie verhext? Da räumen und putzen wir in unseren Vier Wänden, nehmen uns kaum Zeit für die Dinge, die uns Spaß machen und doch lässt sich dieser Drache namens Haushalt einfach nicht bezwingen. Oder etwa doch? Lernen Sie die FlyLady-Methode kennen und erfahren Sie, wie Sie Ihren Haushalt ohne großen Aufwand und schweißtreibende Putzorgien ein für alle Mal im Griff behalten.

Text: Birte Dresler
Ort: FITZ, Meißner Str. 128, 01445 Radebeul Zeit: 29.01.2020, 19:30 Uhr.
Kosten: 10 € Anmeldung: Beatrix Schumann 0163/ 1645863 oder Birte Dresler 01575/ 8866826

Die Kunst ohne Worte lebt weiter – Neustart der Dresdner Pantomimeschule


Freude über den Neubeginn: Michael Meinel, ehemaliger Schüler von Ralf Herzog, leitet jetzt den Mimenstudio Dresden e.V. Der Altmeister der Pantomimekunst ist weiter ehrenamtlich als Lehrer und künstlerischer Berater mit an Bord.

Pantomime hat viele Gesichter

Viele Jahre war Dresden eine Hochburg der vielsagenden Kunst der Körpersprache im Osten. Der Mimenstudio Dresden e.V. setzt die Tradition fort mit neuen Angeboten. Im November lockt zudem das 36. Internationale PantomineTheaterFestival.

Gute Nachricht für Freunde der großen Kunst ohne Worte: Die Tradition der Dresdner Pantomimeschule geht weiter. Nach einjährigen Pause zur Neuorientierung wagt der Mimenstudio Dresden e.V. einen Neubeginn. Unter dem Vorsitz von Michael Meinel, einem ehemaligen Schüler von Ralf Herzog, bietet der Verein wieder Pantomimekurse an, er organisiert einen Workshop im März und wird auch das 36. Internationale PantomimeTheaterFestival Dresden im November ausrichten. Auch Ralf Herzog, der Begründer der Dresdner Pantomimeschule, ist ehrenamtlich als Lehrer und Künstlerischer Berater mit an Bord.

Ralf Herzog war Gründer und langjähriger Vorsitzender des Mimenstudio Dresden e.V. Im August 2018 hatte er das Ende der Mimenbühne und der Ensemblearbeit verkündet. Das Ensemble zog aus der damaligen Spielstätte aus, und auch der Mimenstudio Dresden e.V. als Träger der Mimenbühne stand kurz vor seiner Auflösung.
„Die Kraft ist zu Ende, die Finanzen sind es auch“, begründete Ralf Herzog damals die Entscheidung. „Wir haben lange gekämpft und ziehen nun das Fazit: Eine eigene Spielstätte ohne Förderung ist für uns als Verein auf Dauer nicht zu stemmen.“ Dass er seine Kräfte auch deshalb einteilen musste, weil er seine Frau pflegte, wussten nur enge Freunde. Vor diesem Hintergrund wurde Micheal Meinel, ein ehemaliger Schüler von Ralf Herzog, aktiv. Er wurde von 1994 bis 2000 durch Ralf Herzog unterrichtet und hat in der Zeit auch Kinder- und Erwachsenenkurse gegeben.

„Die Dresdner Pantomimeschule hat international einen großartigen Ruf“, erklärt Michael Meinel. „Die nonverbale Improvisationskunst von Ralf Herzog und seine
Workshops beim Pantomimefestival zogen jedes Jahr Künstler aus der ganzen Welt nach Dresden. Diese über 40-jährige Tradition muss weitergehen. Daher wird es wieder Training und Kurse geben, in denen wir gemeinsam mit Ralf Herzog Erfahrungen weitergeben und das Genre beleben wollen.“

Jede Woche findet mindestens ein Pantomime-Training statt. Das Konzept des Mimenstudio Dresden e.V. wurde neu ausgerichtet, neue Mitstreiter gefunden
und bewährte Partner integriert. Derzeit gibt es jeden Dienstag von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr im Projekttheater auf der Louisenstraße einen offenen Pantomimekurs, zu dem Interessenten ab 18 Jahren jederzeit willkommen sind. In Kürze ist eine weitere Trainingszeit an anderem Ort geplant. Die Teilnahmegebühr am Kurs beträgt momentan 10 Euro pro Monat. Mitglieder des Mimenstudio Dresden e.V. zahlen derzeit 5 Euro zusätzlich zum Vereinsbeitrag von 5 Euro pro Monat.

„Unser Verein ist ebenso offen für unser Publikum, für Freunde der Pantomime, die das Genre unterstützen möchten“, betont Michael Meinel. „Daher werben wir aktiv um Mitglieder und Sponsoren. Auch sie zahlen 5 Euro pro Monat oder einen Betrag, den sie selbst bestimmen können.“

Eine finanzielle Unterstützung benötigt der Verein 2020 für zwei Projekte: Workshop für Mimen, Tänzer und Schauspieler im März. Im März 2020 findet im Theaterhaus Rudi ein Workshop statt, der sich nicht nur an Pantomimen, sondern auch an Tänzer, Schauspieler und Artisten richtet. Ob Amateur oder Profi – hier können Menschen mit Lust am Bewegungstheater ihre Stilmittel erweitern.

36. Internationales PantomimeTheaterFestival vom 12.- 15. November 2020

Der Workshop soll bei den Dresdner Mimen auch die Grundlage legen für eine neue Inszenierung, die beim 36. Pantomimefestival Premiere hat. Sie ist der Beginn eines neuen Dresdner Ensembles. Das Festival findet vom 12. bis 15.11.2020 statt. „Durch die kompakte Verbindung von Vorstellungen und Workshops wird das Festival wie zuletzt 2018 wieder den Charakter eines internationalen Genre-Treffens mit wunderbar familiärem Ambiente bekommen“, erklärt Michael Meinel. „Es gibt unzählige Beispiele, wie sich die „Kunst ohne Worte“ dank des Zusammentreffens der Künstler weiterentwickelt hat. Darauf freuen wir uns heute schon.“

Zur Finanzierung von Workshop und Festival hat der Verein eine erste Förderzusage von der Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden (OSD) über 3 500 Euro bekommen. Jan Klemmer, Referenz Sponsoring der OSD, erklärt: „Die Pantomimeschule gehört seit über 40 Jahren fest zur Kulturlandschaft in unserer Landeshauptstadt. Wir haben sie oft bei Veranstaltungen als Förderer begleitet. Gerade in diesem Jahr war uns die Förderung wichtig, auch um ein Zeichen zu setzen, dass wir uns eine Kulturszene in Dresden ohne sie nicht vorstellen können und wollen.“

„Über die Unterstützung durch die Stiftung freuen wir uns sehr“, erklärt Michael Meinel. „Sie ist ein erster Schritt, um das Festival zu planen. Ohne finanzielle Förderung wäre es auch in der Vergangenheit nicht möglich gewesen, internationale Künstler nach Dresden einzuladen. Nun hoffen wir ebenfalls auf eine Zusage durch Stadt und Land. Die Anträge sind eingereicht.“

Ralf Herzog ist über die Aufbruchsstimmung im Verein sehr glücklich: „Innerhalb von 40 Jahren hat sich die Pantomime zu einer Kunst mit vielen Einflüssen und Facetten entwickelt. Sie ist zugleich die Basis aller darstellenden Künste. Jeder von uns beherrscht sie mehr oder weniger gut in seiner Körpersprache. Sich damit auseinanderzusetzen ist eine spannende Aufgabe und ich bin sehr froh, dass ich meine Erfahrungen beisteuern kann. Vielen Dank an die neue Mannschaft für den Elan und die Lust wieder anzufangen, ich bin dabei!“

Wer sich für die Pantomimekurse oder den Workshop interessiert oder den Verein durch eine Mitgliedschaft oder eine Spende unterstützen möchte, meldet sich unter info@mimedresden.de
http://www.mimedresden.de

Der neue Vereinsvorsitzende des Mimenstudio Dresden e.V.

Michael Meinel wurde in Meißen geboren, wuchs in Radebeul auf und lebt seit seinem Studium an der TU Dresden in Dresden. Von 1994 bis 2000 war er Schüler der Pantomimeschule von Ralf Herzog. Darüber hinaus besuchte er zahlreiche internationale Workshops. Beim Mimenstudio trainierte er die Kindergruppe und betreute ebenfalls Kurse für Erwachsene. Sein Ingenieurberuf führte ihn einige Zeit ins
Ausland. Nach seiner Rückkehr war er viele Jahre bei der Chorbühne Tritonus aktiv, wo neben dem Gesang auch szenisches Spiel gefragt ist.

Historie des Mimenstudio Dresden e.V.

Der Verein Mimenstudio Dresden e. V. war Träger der Mimenbühne und Organisator des Spielbetriebs. Er wurde 1999 von Ralf Herzog gegründet. Die Mimenbühne Dresden gab es bereits seit 1992. Sie war eine der wenigen Pantomime-Bühnen in Deutschland mit eigener Spielstätte. Zum Ensemble gehörten rund zehn Darsteller – eine Seltenheit in der heutigen Zeit, in der der Solo- und Duo-Darbietungen
dominieren. Etwa 40 Vorstellungen stemmte das Ensemble pro Jahr.
Für die Vereinsmitglieder ist die Pantomime ein Hobby neben ihrer Berufstätigkeit. Sie zahlen Mitgliedsbeiträge. Während des Spielbetriebes spendeten sie die Einnahmen aus Ticketverkäufen an den Verein, der daraus Miete, Techniker und Nebenkosten finanzierte.
Der damalige Vereinsvorsitzender Ralf Herzog fungierte als Intendant und künstlerischer Leiter und unterrichtete die Mitglieder ehrenamtlich im Handwerk
der Pantomime. Rund 20 eigene Inszenierungen hatte das Ensemble unter seiner Leitung erarbeitet, z.B. das nonverbale Maskentheater-Stück „Restaurant Fatal“ oder die Oper ohne Worte „Die Zauberflöte“. Neben den Inszenierungen am eigenen Haus leistete das Ensemble unzählige kulturelle Beiträge in und für Dresden, zum Beispiel beim Elbhangfest, beim Stadtfest, in der Reihe der Dresdner Schülerkonzerte
oder im Rahmen der Theaternacht.
Ein Vorläufer des Vereins und der Dresdner Pantomimeschule war das Pantomimestudio, das 1982 gemeinsam mit dem Volkskunstpodium das renommierte Internationale Pantomimefestival Dresden ins Leben rief.

Dieses findet November 2020 zum 36. Mal statt und wird wieder durch den Mimenstudio Dresden e.V. organisiert. Die Kunst des nonverbalen Improvisationstheaters unter Leitung von Ralf Herzog ist eine besondere Kompetenz der Dresdner Pantomimeschule und wird international sehr geschätzt. Herzogs Workshops zur Improvisation sind für viele Festivalteilnehmer ein ausschlaggebender
Grund, nach Dresden zu kommen. Die Mimenbühne und Verein hatten viele Höhen und Tiefen erlebt und sind mehrfach umgezogen. Aufgrund eines Brandes wechselten sie 2004 aus dem Stadtteilhaus Neustadt auf der Prießnitzstraße in das Haus des Theaters Wechselbad auf die Maternistraße. Im Jahr 2014 mussten sich die Pantomimen wieder eine neue Spielstätte suchen und fanden sie in einer Bühnengemeinschaft mit dem August Theater. Im August 2018 stellte der Verein den Spielbetrieb ein und
löste das Ensemble der Mimenbühne auf. Der Mimenstudio Dresden e.V. führt nun die Tradition der Dresdner Pantomimeschule fort.

Text + Fotos: Sabine Mutschke

Kontakt:

Mimenstudio Dresden e.V.
Vorsitzender: Michael Meinel
Ruf: +49 (0) 151 55 61 98 99
Mail: info@mimedresden.de

Dresden flippig bunt – Ausstellung des „German Pop Art“-Künstlers Michel Friess im „Kastenmeiers im Taschenbergpalais“


Michel Friess, „Dresden“, Ultra-Unikat

Michel Friess, „Mickey Lovespray“

Fröhlich-bunte Popart und fantastische Stadtansichten

Der international renommierte „German Pop Art“ – Künstler Michel Friess stellt bis 16. Januar 2020 im Restaurant „Kastenmeiers im Taschenbergpalais“ Dresden am Taschenberg 3 aus.

Die Bilder von Michel Friess sorgen in Amerika und Asien für ausverkaufte Ausstellungen. In der Dauerausstellung der „Soho Contemporary Art“ in New York hängen die Werke des Pop Art-Künstlers mit den deutschen Wurzeln neben Bildern von Andy Warhol und Keith Haring. Jetzt kann man eine Auswahl seiner „German Pop Art“ auch in Dresden bewundern.
Bis zum 16. Januar präsentieren die Walentowski Galerien seine Arbeiten im Restaurant „Kastenmeiers“ im Taschenbergpalais und zeigen die spannende Bandbreite seines Schaffens, von den legendären Motiven mit Mickey Mouse und Pink Panther über Pop-Icons wie Audrey Hepburn oder die Beatles bis hin zu fantastischen Stadtansichten aus den USA und Deutschland. Selbst ein Dresden-Motiv ist dabei, das der Künstler extra für diese Ausstellung anfertigte.

Michel Friess wurde 1970 in Neustadt an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz geboren. Bereits in seiner Jugend fühlte er sich zur Street-Art hingezogen und nahm ab 1986 Aufträge als Graffiti-Künstler an. Nach diversen Studienreisen in die Künstlerviertel New Yorks und Las Vegas wandte er sich endgültig der Pop Art zu. Später machte er sich durch beeindruckende Portrait-Arbeiten für viele prominente Persönlichkeiten unter seinem Label “GERMAN POPART” einen Namen. Beispielsweise porträtierte er Bundeskanzlerin Angela Merkel, Billy Idol, Harald Glööckler, Georgio Armani und Stefan Raab. Jedes Werk fertigt Michel Friess auf Bestellung und einzeln als Unikat in seinem Loft-Atelier in Kaiserslautern – einer ehemaligen Feilenfabrik aus den 50er Jahren.

Der Künstler legt Wert auf komplette Handarbeit. Er widmet sich mit großer Leidenschaft der aufwendigen Herstellung seiner Werke: Mithilfe einzeln aus Holz gefertigter und von Hand gespannter Siebe arbeitet er vorrangig mit der Technik des Handsiebdrucks. Für ein Werk nutzt er bisweilen über 20 Siebe. Darüber hinaus kommen Malerei, Airbrush sowie Spraydosen und Papier-Collagen zum Einsatz.
Die so entstehenden Unikate beeindrucken besonders durch die Hingabe zum Detail.

Seine Werke sind weltweit in vielen namhaften Galerien und Kunstmessen ausgestellt worden – von Shanghai bis nach New York. Michel Friess wurde mehrfach ausgezeichnet, sein Bild „Berliner Dom“ schaffte es zum Beispiel 2013 auf das Cover des Fachmagazins „Der Kunsthandel“. Im Juni 2019 wurde dem Shooting Star der Titel „Artist of the Year“ verliehen.

Die Bilder von Michel Friess sind bis 16. Januar 2020 im „Kastenmeiers im Taschenbergpalais“, auch unabhängig von einem Restaurantbesuch, zu sehen. Die Besichtigung ist täglich ab 15 Uhr möglich, das Restaurant öffnet um 17 Uhr.

Darüber hinaus kann man weitere Werke des Künstlers in der Walentowski Galerie Dresden kennenlernen. Sie befindet sich ebenfalls im Taschenbergpalais und hat täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr bzw. sonntags bis 17 Uhr geöffnet.
Dies ist nicht nur die fünfte Ausstellung im „Kastenmeiers im Taschenbergpalais“, sondern gleichzeitig Nummer 63 seit Beginn dieser Tradition im Herbst 2010 im Kurländer Palais. Bei dieser Ausstellung arbeitet das Restaurant Kastenmeiers mit der Walentowski Galerie Dresden und dem Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden zusammen.

Auch die nächste Ausstellung des Künstlers Frank Zander im Januar ist als gemeinsames Projekt geplant. Die Vernissage findet am 19. Januar 2020 statt.

Text + Fotos: Sabine Mutschke

Mehr Informationen über den Künstler Michel Friess und seine Arbeit auf
https://walentowski-galerien.de/kuenstler/michel-friess
oder http://michel-friess.com/vita/„Kastenmeiers im Taschenbergpalais“

Kontakt:
Restaurant Kastenmeiers im Taschenbergpalais
Taschenberg 3
01067 Dresden,
Telefon 0351/ 48 48 48 01
http://www.kastenmeiers.de
Walentowski Galerien


Michel Friess, „Pink Panther Soup“