Gabi Mut – Vom Leben geschlagert in der Comödie Dresden

Fotos. Oliver Fantitsch

Skurril-komische Zeitreise, bevor der Westen in den Osten kam

Zuerst tritt sie als braves Mädchen mit Zöpfen, weißer Bluse, Blümchenrock und Kniestrümpfen auf die Bühne, später singt sie voll Power mit wilder Mähne wie einst Tamara Danz von Silly. Voller Träume und Wandlungen ist der Weg der Sängerin, die freimütig ihr Herz ausschüttet und von ihren Höhen und Tiefen erzählt im Stück „Gabi Mut – Vom Leben geschlagert“. Das Schlagermusical von und mit Kathi Damerow hatte am Freitagabend Premiere in der Comödie Dresden.

Vor trist-altmodischer Kulisse mit vergilbter Blümchentapete, Blick auf Plattenbauten und Sandmännchen als Seelentröster nimmt die so zierliche wie quirlig-kraftvolle Darstellerin unter Regie von Maarten Flügge das Publikum mit auf eine Zeitreise in die DDR Anfang der 80er Jahre. Voller skurril-komischer, nahe gehender und nachdenklicher Momente Ost-Klischees auf die Schippe nehmend und gefühlvoll-mitreißender Lieder (Musik: Lukas Nimschek) ist dieser Rückblick in ein anderes Land vor der  deutschen Wiedervereinigung. In ihrem ersten Solostück – das bereits erfolgreich am Hamburger Schmidt Theater uraufgeführt wurde – spielt und singt die gebürtige Hagenowerin Kathi Damerow mit viel Witz und Selbstironie in flottem Perücken- und Klamottenwechsel: den naiven und aufgeweckten Teenager in der Talentshow „Sprungbrett“, der fleißig Altpapier und Flaschen sammelt für die heißbegehrten Knöchelturnschuhe, die nur unter der Hand zu haben sind. Sie macht Karriere als Schlagerstar und soll sich dafür „ein bisschen umhören“ im Volk für den Stasimann Werner (als dunkle Stimme aus dem Off zu hören) und lässt ihre Freundin Hella vom regierungskritischen Neuen Forum im Stich. Gerade als Gabi im „Kessel Buntes“ im Fernsehen mit ihrem Kosmonauten-Song so richtig abheben will, kommt die Nachricht vom Mauerfall und auf einen Schlag ist alles anders.

Das Publikum bangt und fühlt mit bei Gabis Erfolgen und Niederlagen, bewahrt sie vor dem nächsten Griff zur Flasche und steht ihr bei, weil sie nicht alles besser weiß, nicht unfehlbar ist, stark ist in ihrer Offenheit und Ehrlichkeit und sich nicht mehr mit vorgefertigten, einfachen Antworten zufrieden gibt in dieser Ostalgieshow zwischen Erinnerung und Gegenwart, Enttäuschungen und Weitergehen. Verliert nie den Mut, gab sie den Zuschauern mit auf den Weg. Herzlicher Beifall.

Nächste Vorstellungen: 7., 8., 21. und 22. Juli, 20 Uhr

 

Ausstellung von Veit Hofmann in der Galerie Kunst & Eros

 »Tanz ins Blaue«

Zeichnung · Malerei · Grafik von Veit Hofmann zeigt vom 12. Mai bis 15. Juli 2017 die Galerie Kunst & Eros in Dresden.

Die Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 nahe am Goldenen Reiter lädt
Kunstfreunde herzlich zur neuen Ausstellung ein.

Vernissage am 12. Mai 2017 · Beginn 19.30 Uhr
Begrüßung: Janett Noack, Einführung: Annegret Karge,
Musik: Eduardo Pinheiro – Gesang & Gitarre/ Choro, Samba, Baião, Bossa Nova

Veit Hofmann, eigentlich bekannt als Maler für großflächige Formate, zeigt uns in dieser Ausstellung eine Vielzahl von grafischen Blättern, Zeichnungen, Pastellen und anderen Arbeiten auf Papier. Damit wird erstmalig auch diese Seite seines künstlerischen Schaffens sichtbar.

Text + Foto:  Galerie Kunst & Eros

Geöffnet: Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr;
Tel. 0351 8024785

 

BilderAlbum: Eröffnung der neuen KulturOase Zentralwerk in Dresden

Ein neuer Magnet der Kunst und Kultur für alle

Die noch grauen alten Fabrikgebäude zeigten sich mit den Künstlern und den zahlreichen kleinen und großen Besuchern farb- und ideenreich verwandelt zur Eröffnung des Zentralwerk am Sonnabend auf der Riesaer Straße 32 in Dresden-Pieschen. „Ein Ort, an dem sich Energien sammeln“, so lautet das Motto. Das Areal bietet nicht nur Wohn- und Arbeitsräume für rund 70 Künstler und Initiativen im Gelände, sondern auch Kunst und Kultur für alle. Mit Hilfe von öffentlichen Mitteln und der gemeinnützigen Stiftung trias entsteht hier bezahlbarer Raum für selbstbestimmtes Leben und Schaffen. Verwirklicht wird das Projekt von der dazu gegründeten Zentralwerk Kultur- und Wohngenossenschaft Dresden eG. Spenden und Kulturpatenschaften werden in die Sanierung des Gemeinschaftshauses investiert.

Mit Ausstellungen im Haupthaus, offenen Ateliers, einem rotierenden Kunst-Karussell aus Baumaterial und sich fortlaufend ändernden Bildern in einem Seitenflügel des Großen Saals, Videos zur Geschichte dieses Ortes, Musik, Tanz und Performances gab es schon mal einen Vorgeschmack auf das Kommende. Eine kleine Spieloase mit Holzschiff im Sand, Trampolin, Mal- und Bastelecken gibt es schon, aus ausrangierten Badewannen und Closetts sprießt Grün in die Höhe und das erste Hochbeet unter Bäumen beginnt zu blühen.

Text + Fotos (lv)

http://www.zentralwerk.de

Premiere „Honig im Kopf“ in der Comödie Dresden


Fotos: Anuk Fotografie

Eine humorvoll anrührende Reise durch die
Welt von Alzheimerkranken

Wenn der Kopf nicht mehr weiß, was das Herz will. Davon erzählt das Stück „Honig im Kopf“ nach dem erfolgreichen Kinofilm in der Comödie Dresden.

Das Essen steht im Bücherregal, da in der Spülmaschine kein Platz war. Aus den Lieblingsschuhen der Schwiegertochter will der alte Mann einen Kuchen backen und fackelt fast die Wohnung ab. In der Familie von Amandus Rosenbach ist nichts mehr wie es war seit seiner Alzheimererkrankung. Davon erzählt das Stück “Honig im Kopf“ nach dem gleichnamigen erfolgreichen Kinofilm von Hilly Martinek und Til Schweiger in einer Bühnenbearbeitung von René Heinersdorff. Die Premiere war am Freitagabend in der Comödie Desden.

Auf der fast leeren Bühne sitzt ein Mann allein auf einem Stuhl. Das Scheinwerferlicht wandert zwischen ihm und den einzelnen Familienmitgliedern wie aufscheinende Erinnerungen aus dem Dunkeln. Alzheimer ist wie Honig im Kopf, zähflüssig und klebrig. Das Gehirn kann man sich wie ein Bücherregal vorstellen, aus dem mal hier und mal da ein paar Bücher umkippen bis alles vergessen ist. So erklärt Tildas Vater, was mit ihrem Opa los ist.

Amandus Rosenbach (voll naiv-liebenswertem Charme und würdevoll: Hannes Fischer) vergisst und verwechselt immer mehr Namen, Dinge und Orte. Doch an den Heiratsantrag an seine geliebte Frau Margarethe in Venedig und ihren Apfelkuchen erinnert er sich noch genau. Nach dem Tod seiner Frau nimmt ihn zunächst unbekümmert Sohn Niko (Heiner Junghans) in seiner Familie auf, deren straff getimter Alltag samt pikanter Geheimnisse des Paars der alte verwirrte Herr mächtig durcheinander wirbelt. Bald nervt seine Frau Sarah (Meike Anna Stock) der schusselige Amandus nur noch. Hinter einer Flügeltür stehen seine Sachen, Möbel und Erinnerungsstücke übereinander gestapelt wie das Durcheinander in seinem Kopf. Bilder und Erlebnisse aus der Kindheit steigen wieder auf, unwichtige und wertvolle Dinge und Momente des Lebens sortieren sich neu.

Als der Vater von Tilda (kess und mitfühlend: Farina Violetta Giesmann) in seiner Verzweiflung den Opa in ein Heim geben will, entführt sie Amandus auf eine abenteuerliche Reise nach Venedig und hält sie mit der Kamera fest. Umgeben von kleinen Leuchthäusern, Booten und Säulen kommen sich auf der Suche nach ihnen auch Tildas Eltern wieder liebevoll nahe.

In einer Mischung aus Schauspiel und Videobildern erzählen und spielen die vier Darsteller. Höchst komisch, voller anrührender, aufwühlender, trauriger und schöner Momente, hin und her reißend zwischen Lachen, Weinen, Staunen und Ratlosigkeit kam diese Geschichte über Erinnerungsverlust und unvergessliche Gefühle auf die Bühne unter Regie von Ingmar Otto. Herzlicher Beifall vom Publikum. Mit einer Spendenaktion unterstützen die Schauspieler die Alzheimer-Gesellschaft in Dresden zudem beim Einrichten eines Fonds für Bildungsfreizeiten für betroffene Familien.

Nächste Vorstellungen: am 30. und 31. Mai, um 19.30 Uhr

Monsieur K & Lady M – die Magie der Kreise – die iranische Künstlerin Gila Abudalesi in der Galerie Mitte

Poesie der Farben und Formen


Im Foto (von li. nach re.): die Künstlerin Gila Abutalebi, Galeriemitarbeiter Thomas Bawolski, Galeristin Karin Weber und Künstler Steffen Fischer.

Ihre Bilder auf durchsichtiger Folie sind pure Poesie aus Sprache, Farben und Formen, farb- und ornamentreich verwoben wie ein Orientteppich. Die iranische, in Köln lebende Künstlerin Gila Abutalebi zeigt ihre zauberhaften Arbeiten derzeit in der Galerie Mitte in Dresden (noch bis 6. Mai). Mit Liedern über besondere AugenBlicke, Abschiede und ihren besten Freund, den Regenschirm, verzauberten die Schauspielerin und Sängerin Annette Richter und Musiker Derek Henderson am Piano die Besucher zur Ausstellungseröffnung. Ein Augenschmaus.

Geöffnet: Di bis Fr. 15 – 19 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr

Text + Fotos (lv)

Lilli Vostry von meinwortgarten.com

Ausstellungs-Vorschau


Steffen Fischer
„Paare & Protagonisten“
Malerei und Zeichnung

Zur Ausstellungseröffnung am 11. Mai, um 19.30 Uhr sind Interessierte herzlich in die Galerie Mitte in Dresden, Striesener Str. 49/1. Etage (am Fetscherplatz) eingeladen.

Die Ausstellung ist vom 12. Mai bis 24. Juni 2017 zu sehen (geschlossen am 25.5.)

Treffen der „Heimchen“ in Dresden

Austausch über Frauenalltag einst und heute

Vom 4. bis  8. Mai 2017 treffen sich 36 ehemalige Schülerinnen der Zimmerschen Mädchenpensionate  in Dresden.

Sie nennen sich Heimchen nach dem „Heimchen am Herde“ und bilden seit ca 100 Jahren ein Netzwerk, das sich über ganz Deutschland hinwegzieht. Neue „Ehemalige“ werden gesucht und sind herzlich willkommen im NH-Hotel, Hansastr. 43 in Dresden Neustadt, wo das diesjährige Treffen stattfindet.

„Heimchen“ sind auch die ehemaligen Schülerinnen der Haushaltsschulen der Mathilde-Zimmer-Stiftung, Berlin. Bürgerliche Familien schickten ihre Töchter gerne zwischen Schulabschluß und Beruf/ Studium/ Ehe  in ein Mädchenpensionat. Und so gründete 1898 Professor Zimmer in Berlin sein erstes Pensionat. Es folgten bis 1945 siebzehn weitere Schulen in ganz Deutschland, eine davon war auch in Dresden, nämlich das Rietschel-Schilling-Haus in Hellerau. 1945 wurden die ostdeutschen Pensionate geschlossen und 1987 auch das letzte westdeutsche in Kassel. Im Laufe von fast 100 Jahren durchliefen fast 20 00 Mädchen die Schulen für 1-2 Jahre und wurden „Heimchen“.

Die ehemaligen Schülerinnen der Haushaltsschulen gründeten 1929 einen Verein, den Altheimchenbund, und treffen sich jahrgangsübergreifend jedes Jahr in einer anderen Stadt in Deutschland. Und in diesem Jahr ist das Treffen, zu dem sich ca 40 Teilnehmerinnen angemeldet haben, in Dresden.

Ehemalige „Heimchen“ aus Dresden gesucht

Neue „Ehemalige“ werden gesucht und sind herzlich willkommen im NH-Hotel in Dresden Neustadt, wo das diesjährige Treffen vom 4. – 8. Mai stattfindet.

Wer mit dem Zug oder dem Fernbus kommt,  sollte am Bahnhof Dresden-Neustadt aussteigen. Dort fährt vom Bahnhofsvorplatz die Straßenbahn Nr. 3 in Richtung „Wilder Mann“ ab. Bis zum  NH Hotel, Hansastr. 43 –  sind es 3 Stationen bis zum Listplatz. Von der Haltestelle links an der Kirche vorbei und in 3 Minuten sieht man schon den gläsernen Hotelbau. ( Fahrkarte am Bahnhofskiosk 2.30 €). Die Linie fährt alle 10 Minuten.  Ein Taxi zum Hotel kostete ca.  10.- €

Am Freitag gibt es eine gemeinsame Stadtrundfahrt per Bus und ein gemeinsames Mittagessen in der Altstadt.  Am Nachmittag wird ein geführter Museumsbesuch angeboten, Anmeldungen sind dafür nötig. Die Führung wird ca 90 Minuten dauern, anschließend  kann man natürlich noch im Museum bleiben. Ihr könnt auch  allein eines der Museen besuchen.  Ein Stadtbummel, eine Verabredung mit Dresdener Freunden oder auch eine Ruhestunde im Hotel ist möglich.

Die Andacht um 18.00 in der Frauenkirche dauert inkl. einer kurzen Kirchenbeschreibung  1 Stunde.

Am Sonntag nach der Führung „ Auf Kästners Spuren“  kann man in der Neustadt in einem Lokal oder auch im Hotel Mittag essen, für die Museumsbesucher
„Grünes Gewölbe“  ist Treffpunkt um 14.00 Uhr am Schloss  ( Kassenbereich)in der Altstadt. Für diejenigen, die nicht ins Museum  gehen, werden wir am Samstag Vorschläge für eine wetterabhängige Unternehmung machen.

Texr: Margarete und Christa Emde

Kontakt:
Mathilde-Zimmer-Stiftung e.V.
Christa Emde, Tel. 030/8892 6611
email: emde.ahb@mzst.de

Altheimchenbund e.V.,
Johannisbergerstraße 34,
14197 Berlin
Tel.: 030 – 889 266 22
Fax: 030 – 889 266 26

www.mzst.de

 

 

Zeitgenössische Kunst reist von der Ostrale in Dresden nach Valetta/Malta

Kunst für Europäische Kulturhauptstädte

Nach Pécs und Breslau vertraut auch die Europäische Kulturhauptstadt 2018 bei der zeitgenössischen Kunst auf Know-How aus Dresden

Die zeitgenössischen Kunstpräsentationen im Kulturhauptstadtjahr in Valletta/Malta werden im Wesentlichen von der Dresdner OSTRALE organisiert/OSTRALE führt Anschluss der zeitgenössischen Kunst aus Dresden und Sachsen an überregionale und internationale Diskurse weiter/weitere Stärkung der Bewerbung Dresdens als Europäische Kulturhauptstadt erhofft.

Während die zeitgenössische Kunst in Teilen der Kulturhauptstadt Dresden oft einen schweren Stand hat, vertrauen Europäische Kulturhauptstädte längst auf das internationale Know-How aus Dresden. Mehr noch: An allen drei Orten, an denen in der Europäischen Kulturhauptstadt Valletta/Malta 2018 zeitgenössische Kunst gezeigt werden wird, soll das Team der OSTRALE Biennale die Präsentationen und Ausstellungen maßgeblich mitgestalten. Derzeit wird mit dem Umbau ehemaliger Lagerhallen sogar ein eigenes Museum dafür geschaffen. Eine erste Ausstellung im Vorfeld wurde am 18. April bereits eröffnet, weitere werden folgen. Die Kulturverantwortlichen in Valletta sprechen bereits vom Beginn einer langjährigen Partnerschaft weit über 2018 hinaus.

Die Direktorin der OSTRALE Biennale Andrea Hilger war gerade in Valletta, um die von ihr kuratierte vierwöchige Ausstellung „Mediatrixism“ von Anne und Martin Müller (Dresden) im Rahmen des VIVA-Festivals zu eröffnen und die Pläne für 2018 weiter zu konkretisieren.

Für das Kulturhauptstadtjahr werden vom OSTRALE-Team derzeit schwerpunktmäßig künstlerische Positionen ausgewählt, die 2016 und 2017 auch auf der OSTRALE selbst gezeigt wurden, ergänzt durch zusätzliche Arbeiten aus Dresden und Sachsen.

Auch in den ehemaligen Europäischen Kulturhauptstädten Pécs (Ungarn, 2010) und Breslau (Polen, 2016) war die OSTRALE bereits mit umfangreichen Präsentationen zeitgenössischer Kunst präsent gewesen. So hatte die OSTRALE 65 künstlerische Positionen aus Dresden und Sachsen in Breslau gezeigt. In den letzten Jahren hatte es insgesamt vierzehn Auslandsprojekte der OSTRALE in neun Ländern gegeben.

Rupert Cefai, Präsident der Fondazzjoni Kreattività für das St James Cavalier, Valletta/Malta:

„Wir freuen uns, bei der Präsentation zeitgenössischer Kunst in Valletta als Europäische Kulturhauptstadt 2018 mit der OSTRALE zusammenarbeiten zu können. Mit unserer Partnerschaft wollen wir die gemeinsamen Stärken der weitreichenden kreativen Expertise und der internationalen Dimension ausbauen, indem wir Projekte von hoher künstlerischer Exzellenz präsentieren, die sowohl kunstinteressierte Menschen, als auch andere anregen. Damit wollen wir die Basis legen für den Ausbau unserer Partnerschaft und gegenseitigen Zusammenarbeit in den nächsten Jahren.“

Andrea Hilger: „Valletta hat uns aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen mit zahlreichen Auslandsprojekten nicht nur mit offenen Armen empfangen, sondern uns gezielt angesprochen. Wir freuen uns, sowohl Positionen aus ganz Europa als auch Künstler aus Dresden und Sachsen weiter in überregionale und internationale Diskurse der Kunst tragen zu dürfen. Wir hoffen, mit dem weiteren Ausbau der internationalen Vernetzung auch die Bewerbung Dresdens als Europäische Kulturhauptstadt 2025 zu stärken.“

OSTRALE in Dresden 2017

In Dresden selbst findet die OSTRALE Biennale unter dem Motto „re_form“ dieses Jahr vom 28. Juli bis 1. Oktober statt, nochmals in den unsanierten Futterställen im Ostragehege. Dann wird sie in Dresden erst wieder 2019 stattfinden – sofern in der Kulturhauptstadt ein geeigneter Ort gefunden werden kann.

Text: OstraleTeam

OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Kunst

OSTRALE / Büro, Messering 20, 01067 Dresden, Tel +49 351 653 37 63, post@ostrale.de

www.ostrale.de, OSTRALE: / Ausstellung: Zur Messe 9, D-01067 Dresden, Förderverein: www.ostrale-freunde.de

 

 

 

BallastRevue mit der Herkuleskeule in neuer Spielstätte im Kulturpalast

Foto: HL Böhme

„Geht Euch an die Wäsche!“

Mit reichlich Humor und Herzblut eröffnete das Kabarett der Herkuleskeule mit dem Programm „BallastRevue“ seine neue Spielstätte im Kabarettkeller im Kulturpalast.

Auf der Bühne herrscht noch Umzugschaos. Hinter einer weißen Wand
wühlen und suchen die Kabarettisten in Kartons nach ihren Auftrittsklamotten und Requisiten. „Konnte ja keiner ahnen, dass der Kulturpalast pünktlich fertig wird“, sagt Birgit Schaller mit fassungsloser Begeisterung. Ganz entblättern kommt nicht in Frage. „Geh du doch nackig raus, dich kennt noch keener!“, sagt Detlef Nier zu seinem jungen Kollegen Hannes Sell. Der lässt mit seinem hautengen Körperanzug mit roten Muskelsträngen sogar unter die Haut blicken. Mit ihm steht Nancy Spiller als ebenfalls  theatererprobtes, neues Ensemblemitglied der Herkuleskeule, begleitet von den Musikern Jens Wagner und Volker Fiebig an Klavier und Schlagzeug, auf der Bühne in der „BallastRevue“, mit der das Kabarett-Theater seine neue Spielstätte im Kulturpalast am Montagabend eröffnete. Schon vor der Vorstellung gibt es im geräumigen Foyer im Kabarettkeller an den rot und schwarz gestrichenen Wänden viel zu sehen, schmunzeln und staunen, angefangen beim steinernen Denkerkopf von Marx über politische Karikaturen nach Gemäldemotiven Alter Meister in Goldrahmen bis zu witzigen Objekten aus den Programmen.

„Der Einzugsbereich ist jetzt wesentlich größer und moderner als im alten Haus, man kann auch ein bisschen flanieren und sich Zeit nehmen bevor es losgeht“, sagt Angelika Mohreng. Sie sitzt auf einer der hohen Sitzbänke an der Wand. „Ein guter Beobachterposten“, scherzt sie.  Ihr Mann holt inzwischen Getränke. Es gibt Fettbemmchen und Bier. Die Preise seien in Ordnung. Ein Bier vom Fass kostet vier Euro. Ein Glas Rotwein 4,80 Euro. Beide sind gespannt auf den neuen Zuschauersaal. „Wir gehen seit vielen Jahren in die Herkuleskeule, haben den ,Stumpi` Wolfgang Stumph noch erlebt und sind noch nie enttäuscht worden“, sagt Harald Mohreng. „Manchmal ist es bitterer Ernst und trotzdem kann man lachen“, weiß seine Frau zu schätzen.

„Kabarett im Untergrund“

In der neuen Spielstätte sitzt man bequem in Sitzlogen ohne Tische, aber mit viel Beinfreiheit und die Getränke dürfen mit in die Vorstellung genommen werden. Neugierig auf den Kabarettkeller „im Untergrund“ und die erste Premiere waren auch der Pantomime Ralf Herzog und Schauspielkollege Jürgen Haase. „Knabbern am Stamm, wo es wehtut“, sagte Haase zur neuen Keller-Bühne. Die beiden spielen hier im Sommer ihr neues Benimm-Programm „Knigge reloaded“.

„Nur wer ein Tabu bricht, dem hört man heute noch zu“, wissen die Kabarettisten. Ein bisschen Crash, ein bisschen Trash, trommeln sie auch ein wenig auf der Marx-Büste herum , die schon einen Sprung hat, aber nicht fehlen darf. Was ist Ballast, was muss mit in die Zukunft? Wie kann man in dieser Welt überleben?  Das fragen sich die zwei gestandenen Kabarettisten Schaller und Nier und die zwei Neulinge Spiller und Sell und geben alles, vollen Stimm- und Körpereinsatz, lassen Hirn und Herz sprechen in Texten und Liedern aus der Feder von Herkuleskeule-Chef Wolfgang Schaller unter Regie von Matthias Nagatis. Sie packen heiße Themen an wie Flüchtlingspolitik, politisches Kasperletheater mit Merkel und Onkel Sam im Syrien-Krieg, die Angst vor Terror und Angstmache, um neue Überwachungssysteme einzuführen. Es geht um Frauen, die nicht immer besser mit Macht umgehen als Männer („Außen Rock, innen drin Kriegsministerin“) und in einer Satire steigt gar eine Hitler-Figur aus der Urne, der reumütig seine Gesinnungsgenossen auffordert, besser mit den Flüchtlingen umzugehen, ihnen etwa deutsche Volkslieder beizubringen und ihnen etwas zweideutig zuruft: „Wenn ihr unbedingt Nazis sein wollt, seid gute Nazis!“ Wie diese dann wären, verrieten die Kabarettisten leider nicht.

So viel nackte, ungeschönte Wahrheit ist selten wie in dieser „BallastRevue“. Mit den ausgeräumten Umzugskisten ist nun auch Platz für Neues. Als Mittel gegen Konflikte und Krisen in der Welt gaben die Kabarettisten zuguterletzt dem Publikum als Anfang für Veränderungen mit auf den Weg: „Geht Euch an die Wäsche. Lasst die Liebe wieder wachsen…“

Für diese erste Premiere im neuen Haus gab es reichlichen und herzlichen Beifall.

Nächste Vorstellungen: 5.5., 19.30 Uhr, 6.5., 17+20 Uhr, 7.5., 18 Uhr, 9., 11., und 12.5., 19.30 Uhr

http://www.herkuleskeule.de

Text + Fotos (lv)

Das Ensemble der Herkuleskeule (von li. nach re.): Hannes Sell, Brigitte Heinrich, Michael Rümmler, Alexander Pluquett, Rainer Bursche, Detlef Nier, Birgit Schaller, Nancy Spiller, Wolfgang Schaller, Katrin Jaehne

Das Lächeln der „Mona Verdrießa“…

Zur Uraufführung „In Gottes eigenem Land“ – Bewegende Reise in die Geschichte deutscher Auswanderer

Bilder- und klangreich und mit großartigem Zusammenwirken von Schauspielern und Laiendarstellern, den Community Players sowie mehreren Chören feierte das Stück zum Reformationsjubiläum 2017 am Sonnabend seine Uraufführung an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Der Bühnenhimmel ist abwechselnd dunkel, rot und tiefblau. Geräusche von Schüssen, Meeresrauschen und leise Melodien eines Chors begleiten die Reisenden: Eine bunte Menschenmenge, deutsche Auswanderer, die vor Krieg und Not fliehen auf einem Schiff nach Amerika, in die „Neue Welt“. Mittendrin der lutherische Theologe, Idealist und Erneuerer Heinrich Melchior Mühlenberg (voll wagemutigem Aufbruchsgeist: Moritz Gabriel).

Im Auftrag der Frankeschen Stiftungen Halle geht er 1742 nach Pennsylvania, um dort deutsche Gemeinden als Seelsorger zu betreuen. Von den Träumen, Hoffnungen und dem harten Überlebenskampf der Neuankömmlinge im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ und Freiheit erzählt das Schauspiel „In Gottes eigenem Land“ von Olaf Hörbe, der außerdem als Friedensrichter Conrad Weiser auf der Bühne steht, nach dem historischen Roman von Eberhard Görner, der seine Uraufführung anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 am Sonnabend an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul erlebte.

Die Inszenierung unter Regie von Damian Cruden nimmt das Publikum bilder- und klangreich – mit mal augenzwinkernd-salbungsvollen, mal herzergreifend tröstenden Kirchenliedern bis zu Countrymusik – mit auf eine spannende und bewegende Reise zurück in ein wenig bekanntes Kapitel deutscher Historie, deren Themen und Konflikte wie Leben in der Fremde und Umgang mit eigenen und anderen Werten und Religionen gerade hochaktuell sind. Zu erleben ist ein beeindruckend zusammen agierendes, großartiges Spielerensemble aus Schauspielern und Laiendarstellern, genannt Community Players, die Matrosen, Soldaten, Farmer und Indianer, Frauen und Kinder spielen, stimmreich begleitet von mehreren Chören und dem Vocalensemble Nobiles aus Leipzig. Da wird gestritten, gekämpft, geweint, gelacht, gesungen, getrunken, getanzt und gebetet auf dem geräumigen Holzdeck mit Tischen, Bänken und rauchumhülltem Kreuz auf der Empore. Die Kirchenoberen (Matthias Henkel und René Geisler) erteilen von dort aus Ratschläge und trinken Wein.

Zwei Erzähler (Holger Uwe Thews und Sophie Lüpfert) betrachten mitfühlend die kühne und gefahrenreiche Mission Mühlenbergs. Den Delawaren-Häuptling Fliegender Pfeil spielt Publikumsliebling Gojko Mitic, der würdevoll, weise, schelmisch und nachdenklich den Glaubens-Streit der lutherischen „Streithähne“ verschiedener religiöser Sekten und Anfeindungen gegen die indianischen Ureinwohner zu befrieden sucht. Auf der Hochzeit seines Freundes Mühlenberg überreicht er dessen Frau Anna Maria (als schöne und kluge Ratgeberin und Mutter: Julia Rani) eine indianische Perlenkette. Im Schlussbild klopfen Flüchtlinge in orangenen Rettungswesten ans Holzhaus der deutschen Einwanderer. Begeisterter Beifall für einen ergreifenden Theaterabend. Mit dem Stück gehen die Landesbühnen auch auf Tour in mehreren Bundesländern und wollen es außerdem in diesem Jahr am einstigen Wirkungsort von Mühlenberg in Pennsylvania aufführen.

Nächste Aufführungen: 30.4. und 1.5., 19 Uhr und 5.5., 20 Uhr an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.


Foto: Kathrin Krüger-Mlaouhia

Ein Hut genügt… Ausstellung mit Aktfotografie im Kunstkeller Dresden

Eine sommerlich-heitere Aktbilderschau rund um Kopfbedeckungen und auch nicht immer nur auf Köpfen von Galerist und Fotokünstler Volkmar Fritzsche.

Am Dienstag, dem 9. Mai, 20 Uhr, findet die Vernissage zur Ausstellung: „Ein Hut genügt…“ im Kunstkeller auf der Radeberger Straße 15 statt. 

„Manchmal reicht schon eine Kopfbedeckung aus. Das zeigte sich in meiner oft experimentellen fotografischen Zusammenarbeit mit zahlreichen Modellen jeden Alters“, sagt Volkmar Fritzsche über die Bilder. So entwickelte sich die Idee für ein Ausstellungsprojekt, in dem mal ganz gezielt mit Hüten, aber auch allen möglichen anderen Kopfbedeckungen auf vorrangig originell-witzige Weise experimentiert werden sollte. Das Ergebnis dessen zeigt nun diese Ausstellung.

Die fotografischen Arbeiten versuchen – in Natürlichkeit und auf ästhetische Weise – den oft weitgehend nackten Körper mit viel pointierter Heiterkeit zu fusionieren, getreu dem Credo: schon Hüte machen Leute. Die Exposition mit etwa 80 Bildern beinhaltet vorwiegend Originalfotografien in s/w oder Farbe, sowie Fotocollagen und experimentelle Verfremdungen.

Neu in dieser Ausstellung: Wir suchen Ihren Favoriten! Jeder Besucher kann, wenn er mag, ein Bild favorisieren (lt. Bildnummer). Auf diese Weise wird zum Ausstellungsende ein Gesamt-Favorit ermittelt. Sie erhalten am Eingang ein Kärtchen, auf dem Sie Ihre gewählte Bildnummer, Rufnummer oder Mailadresse hinterlassen, sodass wir Sie kontaktieren können, falls Sie richtig getippt hatten. Beim Verlassen der Galerie stecken Sie Ihr Favoritenkärtchen in ein bereitgestelltes Kästchen.

Diese „Sieger-Fotografie“ erhalten alle Besucher – auf Fotopapier ca. A4 oder digital – die den Gesamt-Favoriten richtig getippt hatten.

Text + Fotografik: Volkmar Fritzsche/Kunstkeller

http://www.kunstkeller-dresden.de