Tanz im Zschonergrund


Tanz der Sinne im Zschonergrundbad.

Leise säuselt der Bach im kühlen Grunde. Langsam legt sich der Schleier der Dämmerung über das Wasser. Etwas Neues, Altes erwacht …

A R S A M Y T H I S – Verzauberung der Sinne

Eine Reise voller mystischer Rituale, Phänomene & Geheimnisse, Musik und Tanz lockt am 22. Juni, um 20.30 Uhr im Zschonergrundbad Dresden. Einlass: ab 18 Uhr.

Lodernde Flammen, sprühende Gischt. Tanz der Elemente. Mit wiegenden Hüften, wehenden Schleiern und sich windenden Schlangen. Zwiesprache mit den höheren Mächten, durchdrungen vom Allzumenschlichen. Liebe, Verführung, Gier und Rache. Der ewige Kampf zwischen Finsternis und Licht, mystisch magisch inszeniert und verzaubernd tänzerisch dargeboten von Katári, Una Shamaa, Laila Nahara, Acasya, Salan, Irina, Lunara, Bastaphydio, Myoklonia Nocturna, Ayana, begleitet von Heinz Lindner am Didgeridoo und der Stimme von Jonny Winter.

Ein Abend zum Erleben und Genießen mit allen Sinnen.

Licht und Ton: Torsten Gaitzsch, Markus Orgis
Video Bill d´Amacha

open air – Ihr könnt Euch Sitzkissen mitbringen und es kann abends kühl werden im Grund. Für Imbiss & Getränke ist gesorgt.

Die Eintrittskarten sind auf 137 limitiert und selbst bei Regen bleiben alle trocken.

Für Vorverkauf bitte  eine Mail schicken. (katharina.nicht@schlangentanz.info)  Die Karten werden nach Überweisung zugemailt.

Das Bad hat bis 18 Uhr geöffnet. Abendtarif von 17 bis 18 Uhr, 1,50 €
Für Rollstuhlfahrer gibt es einen extra Einlaß, bitte nachfragen.

Text + Foto: Katharina Nicht

www.ARAMYTHIS.de
https://www.youtube.com/watch?v=sAjgg_Wjk7Q&list=PLwrvMO_pGLVpw-dZ48Gx1QMUfkyElHtiz&fbclid=IwAR0iLffWtI3R1guLuj9w5q7j_P-10ezkG2pLNf2Y9GkyEvBMGqfs-30-zLY

Premiere „Elbfuge“ im Kleinen Haus


Musik & Menschen wollen gehört werden. Wie lässt sich Eigenes und Fremdes verbinden und wie soll man mit Misstönen umgehen? Fragt das Stück „Elbfuge“ in Kleinen Haus. Foto: Sebastian Hoppe

Über die Kunst, den richtigen Ton zu treffen

Wo beginnt, wo endet Verstehen und finden viele verschiedene Klänge zu einem Stimmenstrom? Darüber wird heftig gestritten im Stück „Elbfuge“ von Àrpád Schilling und Máryás Dunjacsik. Die Premiere war am Sonnabend im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Alles um uns herum ist Musik. Es gibt keinen falschen Ton, höchstens den, den wir im großen Ganzen noch nicht gefunden haben. Erklärt eingangs eine Stimme auf der dunklen Bühne. Doch wie finden die vielen, verschiedenen Themen und Stimmen, Punkt und Kontrapunkt zueinander? Davon erzählt „Elbfuge“, eine
Stückentwicklung von Àrpád Schilling und Mátyás Dunajcsik, die aus Ungarn stammen, ins Deutsche übersetzt von Anna Langyel. Die Premiere war am Sonnabend im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Kaum geht das Licht an, wendet sich das Blatt und werden harte, raue Töne, jeder gegen jeden, angeschlagen. Kunst ist Krieg, sagt dieselbe Stimme, den wir gegen unsere eigene Begrenztheit, Feigheit und Faulheit führen. Ein starker Satz, der noch mehrmals leitmotivisch wiederkehrt in der Aufführung. Vor der schwarzen Bühnenwand auf der sonst leeren Bühne steht ein grau verwittertes Klavier, wie eine letzte Zuflucht. Das mit aufgestelltem Flügel zugleich als Projektionsfläche und Leinwand dient, wo die Mitspieler sich vorstellen, von ihren Plänen, Träumen, Ängsten, Schatten der Vergangenheit, Heimat, Fortgehen und Suche nach Integration von Eigenem und Fremdem erzählen.

Da ist die junge PR-Managerin aus Rumänien Lia (temperamentvoll-kämpferisch: Gina Calinoiu), die in der neuen Stadt am Fluss endlich ankommen will, sich für zeitgenössische Komponistinnen stark macht und für ihren Heimatort eine neue Zukunft sucht. Schließlich sei Musik für alle da und ein Menschenrecht.
Sie schätzt den umstrittenen, unbequemen und resoluten Komponisten Martin (Moritz Dürr), reibt sich aber gleichzeitig an seiner egozentrischen Art auf und wird von ihm barsch abgewiesen. Eine junge Frau aus seinem Orchester ist plötzlich gestorben. Nachfragen weicht er aus und will nichts damit zu tun haben. Der 63-jährige Komponist steckt außerdem gerade in einer Schaffenskrise.

Seine um seinen Ruf besorgte Frau Greta (Birte Leest) ist eifersüchtig auf die junge, innovative Künstlerin Sophie (Ursula Hobmair) und entdeckt auch noch, dass er Ideen von ihr gestohlen hat für die „Elbfuge“. Mit dem Werk soll ein
Zentrum für Neue Musik eröffnen. Als nüchtern-ehrgeiziger PR-Manager des entstehenden modernen Konzerthauses agiert Thomas Eisen, der abwechselnd heftig streitet und sich vergnügt mit Lia am Klavier. Mit ihr demonstrativ Hand in Hand zum Mikro schreitet und gemeinsam lautmalerisch tönt. Leider sind diese Szenen nur kurz. Die fünf Schauspieler gruppieren sich rings um das Klavier, stehen mal vorn, mal hinten. Erzählt wird bruchstückhaft aus der Perspektive der einzelnen Spieler. Vieles bleibt jedoch nur vage angedeutet, offen und rätselhaft im Raum stehen. Die nicht eindeutige Rollenzuordnung verwirrt und erschwert zudem das Verständnis und die Zusammenhänge. Die salbungsvoll-absurden Worte des inzwischen verblichenen Komponisten zum neuen Konzerthaus für alle gehen unter in den Hammerschlägen seiner Frau, die auf das Klavier einschlägt. Freundlicher Beifall für einen ambitionierten, widerspruchsvollen Theaterabend.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Lesung „Was wir reden, wenn es gewittert“ mit Thilo Krause im Landhaus


Worte voller Kraft und Energie: Von Erinnerungen an gewittrige Tage, der Enge und den Abenteuern der Kindheit und einer Reise zum Mittelpunkt des Sommers erzählen die Gedichte des aus Dresden stammenden, in Zürich lebenden Autors Thilo Krause.

Sich fallenlassen in die Energie des Moments

Vor der Lesung gewitterte es heftig. Jäh wird man aus allem, was gerade ist, herausgerissen. Ein Paukenschlag der Natur, der alle anderen Geräusche verebben lässt. Was geschieht in solchen Momenten mit uns? Warten wir einfach ab und lassen das Donnergrollen vorbeiziehen, grummeln mit oder lauschen den gewaltigen Naturklängen und gehen in uns?  „Was wir reden, wenn es gewittert“, der Reiz dies zu erfahren, war nach dem Gewitter am Mittwochabend noch größer.

So war die Lesung überschrieben und so heißt der neue Gedichtband des in Dresden geborenen und in Zürich lebenden Autors Thilo Krause, der für sein Schaffen u.a. mit dem Peter-Huchel-Preis geehrt wurde. Er las innerhalb der Veranstaltungsreihe Literarische Alphabete des Literaturforums Dresden im Landhaus/Stadtmuseum vor kleiner, aufmerksamer Zuhörerrunde. Moderator Patrick Beck befragte ihn Neugier weckend, ohne zu viel zu verraten, nach den literarischen Orten seines Schreibens, wie es sich dadurch verändert und nach oft verwendeten Wörtern in seinen Gedichten wie „Reiher“, „Beton“, „Benzin“ und „Schnee“. Ebenso zum Bild auf dem Buchtitel, das herabfallende Blätter und Zweige auf Marmorboden wie nach einem Sturm zeigt und was er mit einem Gewitter verbindet. Vor sieben Jahren erschien Krauses erster Gedichtband, „Und das ist alles genug“, lektoriert von der Schriftstellerin Jayne Ann Igel, im Leipziger Poetenladen. Der dritte Gedichtband „Was wir reden, wenn es gewittert“ erschien 2018 in der Edition Lyrik Kabinett bei Hanser.

„Für mich ist das Gewitter ein Innehalten, man ist einfach da und es gibt nichts zu tun. Eine gewisse Zeitlosigkeit. Man wartet einfach. Dann fängt auf einmal eine Geschichte an…“, sagt Thilo Krause über diesen Moment. Er hat Wirtschaftsingenieurwesen in Dresden und London studiert, lebt und arbeitet inzwischen als Manager in einem Elektrizitätswerk in Zürich und schreibt in seiner freien Zeit. Morgens in Gedanken auf dem Weg zur Arbeit, wenn er ein paar Haltestellen weiter geht und abends, wenn die Kinder schlafen. Die Elektrizität und das Schreiben haben auch etwas gemeinsam: „In beiden Fällen geht es darum, Energien zu verdichten“, so Krause.

Er las Gedichte aus der Gegenwart, seiner jetzigen Lebenswelt und Erinnerungsgedichte aus seiner Kindheit in der DDR und der Landschaft, in der er aufwuchs und die er vermisst.

Mehr Text zur Lesung folgt.

Text + Fotos (lv)

http://www.literaturforum-dresden.de


Schwebend leichte, vieldeutige Gedichte und Abendstimmung nach dem Gewitter und der Lesung.

7. Schriftenfest in Dresden: Schriftgießer, Bleisetzer & Buchdrucker in Aktion erleben


Eine kalligrafische Kursiv, die heute als Handschrift nur noch selten
anzutreffen ist. Sie wurde vor 110 Jahren von Walter Tiemann, dem Schriftkünstler, Typographen, Lehrer und mit Carl Ernst Poeschel Herausgeber der Janus-Presse, entworfen. Die Rarität ist auch beim 7. Schriftenfest Dresden am Wochenende zu sehen. 

Der Hüter der Schriftschätze

Eckehart SchumacherGebler setzt sich mit dem Verein für die „Schwarze Kunst“ für den Erhalt traditioneller Druckfertigkeiten ein. Rund um Buchdruck und die begleitenden Techniken, Stempelschnitt, Schrifftguss und Handsatz dreht sich alles beim 7. Schriftenfest am 15. und 16. Juni in den Werkstätten für Buchdruck und Bleisatz der Offizin Haag-Drugulin, Großenhainer Str. 11a in Dresden.

Ein großer Teil des Schatzes ruht immer noch bleischwer und überwiegend originalverpackt in den Regalen. Die Schriftenpakete überdauerten die Schriftengießereien und zwei Weltkriege und stehen nun in einer alten Lagerhalle auf dem Druckereigelände. Das Sichten und Bewahren des reichen Fundus an historischen Holz- und Bleilettern ist ein Wettlauf mit der Zeit, weiß Eckehart SchumacherGebler, seit 1992 Eigentümer des Druckereihauses Offizin Haag-Drugulin.

„Ohne das handwerkliche Wissen und Können, das immer mehr verloren geht, sind diese schönen Dinge wertloses Metall“, sagt er. Mit dem Umzug vor drei Jahren nach Dresden startete er neu und setzt die Traditionen des 1829 gegründeten Unternehmens fort. Dort erschienen einst viele Erstausgaben von Dichtern und Schriftstellern wie Georg Trakl, Franz Kafka, Max Brod, Robert Walser, Heinrich Mann und Karl Kraus. Den reichhaltigen Schriftenbestand und die unwiederbringlichen Setz-, Gieß- und Druckmaschinen der Offizin Haag-Drugulin wollte SchumacherGebler nicht dem Schrotthändler überlassen. Also zog er mit 220 Tonnen Metallschriften und Maschinen, darunter eine Handpresse aus dem Jahr 1841, um ins Areal der ehemaligen Schriftgießerei Typoart auf der Großenhainer Straße.

Eckehart SchmacherGbeler hütet hier eine einmalige Sammlung von Schriftschätzen in außergewöhnlicher Vielfalt aus 200 Jahren. Er fand und erwarb sie in stillgelegten Gießereien in England, der Schweiz, Holland und der deutschen Bundesdruckerei. Darunter Gussformen von Fraktur-Schriften, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, Antiqua-Schriften aus der ganzen Welt, von der Renaissance bis zum Klassizismus und des großen italienischen Schriftkünstlers Bodoni. Erhalten blieb auch ein Prachtband: „Marksteine der Weltliteratur in Originalschriften“, der 1902 bei Offzin W. Drugulin in Leipzig erschien, mit farbigen Illustrationen und exotischen Schriften von arabisch bis indisch.

„Wenn wir die Schriften nicht hätten, könnten wir nicht in dieser Vielfalt und Qualität drucken“, sagt Eckehart SchumacherGebler. Er ist gelernter Buchdrucker, Typograph aus Leidenschaft und kenntnisreicher Experte für Schriften. Er wurde in Berlin geboren und wäre lieber Architekt geworden. Doch als Sohn einer Druckerfamilie war sein Weg vorbestimmt und leitete er später die elterliche Druckerei in München. In Dresden sind nun unter einem Dach die Haag-Drugulin mit traditionellem Handwerk und ein Typostudio mit moderner digitaler Technik vereint. Oft sind es Künstler und bibliophile Liebhaber, vor allem aber in- und ausländische Verlage, für die Bücher und grafische Blätter gedruckt werden. Besonders stolz ist SchumacherGebler über eine in seinem Haus gestaltete großformatige Shakespeare-Ausgabe für die englische Folio Society. Außerdem gibt es eine eigene Buchreihe „Bibliothek SG“, die klassischen und modernen Autoren gewidmet ist. Der neueste Band mit Märchen der Brüder Grimm entsteht gerade.

Eckehart SchumacherGebler ist auch der Initiator des im Sommer 2013 während des ersten Schriftenfestes in Dresden gegründeten Vereins für die „Schwarze Kunst“. Hokuspokus ist damit nicht gemeint. Vielmehr geht es seinen Mitstreitern um die gewisse Magie, die noch ganz herkömmlich mit Bleilettern gesetzte und gedruckte Bücher mit dem Geruch von Druckerschwärze ausstrahlen.

Der Verein setzt sich für den Erhalt der Kunst des Schriftgießens und Druckens und entsprechende Fortbildungsangebote ein, um das handwerkliche Können an die nächste Generation weiterzugeben.

Beim zweiten Schriftenfest im Juli 2014 waren grafische Schriftdrucke von experimentierfreudigen Studenten der TU Dresden zu sehen, die bei Workshops in der Offizin Haag-Drugulin entstanden. Derzeit helfen zudem zwei Kommunikations- und Grafikdesignstudentinnen, Merle Sommer aus Saarbrücken und Anna Puig aus Barcelona innerhalb eines Praktikums, die Schriftbestände im Lager zu archivieren. „Es ist wie Geschenke auspacken zu Weihnachten, dann noch so viele auf einmal. Für uns ist es spannend und auch von visuellem Reiz, die alten Schriften, Etiketten und Verpackungen zu sehen und wie sie sich mit der Zeit verändern“, erzählt Merle. In einer Woche leerten sie fünf Paletten voller Schriftpakete, deren Inhalt sie sichten, reinigen, erfassen und katalogisieren und fotografisch dokumentieren. „Neben riesigen Ziffern aus Blei aus der ehemaligen Bundesdruckerei fanden wir viele russische und holländische Antiqua-Schriften und sogar einen chinesischen Zeichensatz“, so Merle. Bis Ende August sind die beiden Studentinnen noch da. Was dabei alles ans Tageslicht kommt, erfreut sein altes Druckerherz.

Als nächstes plant SchumacherGebler das Einrichten einer Handsatzwerkstatt, wo Interessierte und Fachleute, Mediengestalter, Studenten und Schüler sich in der Druckkunst ausprobieren können. Workshops und Führungen bei der Haag-Drugulin werden für Schulklassen und Studenten bereits angeboten. „Die Druckerei soll aber kein Museum sein, sondern ein lebendiger Ort, an dem neben den Geräten und Maschinen auch das Fachwissen am Leben erhalten wird“, so SchumacherGebler. Seine Familie lebt in Bad Tölz bei München. Er ist Vater von vier Kindern und hat drei Enkelkinder. Inzwischen könnte er mit fast 80 Jahren seinen Ruhestand genießen. Doch er denkt noch nicht ans Aufhören. Dazu liebt er die schwarze Kunst zu sehr. Sie ist in aller Bandbreite wieder zu erleben, mit der  historischen Technik und Schriften aus seiner Druckerei, auf der dritten Dresdner Schriftgut-Messe im November in den Messehallen im Ostragehege.

Auf der Internetseite Schriftenfest.de besteht noch die Möglichkeit, sich kurzfristig für das Schriftenfest in Dresden anzumelden. Hier gibt es auch detaillierte Informationen zum Programmablauf.

http://www.Offizin-Haag-Drugulin.de

Text + Foto (lv)

XJazz Edition Festival: Konzert mit Anna Mateur in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul

Antidiva mit Leidenschaft zu Kunst und Musik aller Spielarten:
die Sängerin Anna Mateur. Foto: David Campesino

PROTOKOLL EINER DISKO

Bei dem Konzert im Rahmen des XJazz Edition Radeebeul-Festival 2019 gastiert die Sängerin ANNA MATEUR mit den Musikern SAMUEL HALSCHEIDT (GITARRE) und KIM EFERT (GITARRE) am 15. Juni, um 20 Uhr auf der Hauptbühne der Landesbühnen Sachsen in Radbeul.

„Kunst ist alles ist Kunst ist alles ist Kunst ist alles ist Musik.“ In ihrem neuen Programm macht Anna Mateur nichts anderes als sonst, nur anders. Also Lieder. Und Cover. Und Chaos. Sprich Kunst. Hier nun eine Kurzübersicht über das zu Erwartende:

Umgeben von virtuosen Musen fegt die Antidiva erneut über die Bühne. Sie tanzt. Sie schreit. Sie spontant. Sie macht Musik. Viel Musik. Und Pausen. Denn Pausen sind auch Musik. Geben sie sich ihren Gefühlen hin. Selbst wenn sie diese nicht verstehen. Schmelzen Sie. Wie Plastik. Wenn alle mit machen, ist das sogar sozial. Wenn keiner mitmacht, stirbt ein Cis. Alles ist Kunst. Alles ist Musik. Sogar Sie. Und Anna. Und so. Anna Mateur Anna Maria Scholz aka Anna Mateur, geboren 1977 in Dresden, studierte Musik, hätte sich aber lieber für Grafik oder Schauspiel beworben. Nach Kindspause und Studium vereint sie nun alles Musische in ihren Programmen.

Seit 2003 tourt sie als Sängerin, Texterin, Schauspielerin und Zeichnerin mit ihrer Formation „Anna Mateur and the Beuys“ im deutschsprachigen Raum. Preise gab es dafür; unter anderem den Deutschen Kleinkunstpreis 2008, den Salzburger Stier 2009 und den Bayerischen Kabarettpreis 2010. 2015 gewann die Künstlerin den begehrten Publikumspreis „Marlene“ in Weimar. Sie schreibt Bühnenprogramme, Songtexte und Radiokolumnen, zeichnet ihre Geschichten live auf Folien, Haut, Tische und Wände. Ihre Leidenschaft gilt Systemen zwischen Ordnung und Chaos. 2015 veröffentlichte Anna Mateur mit dem Wehwehchenatlas ihr erstes Buch. 2017 wird sie Förderpreisträgerin der Stadt Dresden und gewinnt erneut den Publikumspreis „Marlene“ in Weimar.

Zudem veröffentlicht sie eine neue Hörschnitzel CD bei „Voland und Quist“. Wenn sie nicht mit ihrem aktuellen Programmen „Protokoll einer Disko” (Besetzung Kim Efert, Samuel Halscheidt oder Christoph Schenker) oder Mimikri (Besetzung Andreas Gundlach) unterwegs ist, lebt und spinnt sie im Tal unter Ahnungslosen. XJAZZ Edition Radebeul – Kurzbeschriebung des Projekts Das „XJAZZ Edition Radebeul“-Festival geht in das 4. Jahr: Mittlerweile ist es wohl viel mehr als die kleine Schwester des Berliner „XJAZZ Festival“. Dabei steht „XJAZZ“ für viele verschiedene Soundwelten und genreübergreifende Vielfalt. Jazz wird gewürzt mit Soul, Latin, Afro-kubanischen Elementen und elektronischen Beats.

Radebeul als Weinstadt mit dem ortsansässigen weltbekannten Schlagzeuger Günter „Baby“ Sommer als Schirmherr bietet für dieses progressive Jazz-Festival den optimalen Nährboden. Ziel ist es, die schöne Kulisse der Radebeuler Weinberge, Weingüter und Kirchen für ein Zusammentreffen der lokalen und internationalen Jazzszene zu nutzen und es gleichzeitig einem bunten Publikum zugänglich zu machen. Im Mittelpunkt steht das teils progressive Musik-Erlebnis für Jung und Alt, die Konfrontation der Musiker mit ungewohnten Konzert-Settings und Erstbegegnungen, das Vernetzen der Jazzszene und die schöne Kulisse der Kleinstadt. Musikalische Inhalte und Wein-Kleinstadt-Idylle können sich hierbei auch gern kontrastieren.

Text: Petra Grubitzsch/LB

Landesbühnen Sachsen GmbH Meißner Straße 152 01445 Radebeul Tel.: +49 351 89 54 203 Mobil : 0160 88 20 685 Fax: +49 351 89 54 2 01 E-Mail: presse@landesbuehnen-sachsen.de Web: www.landesbuehnen-sachsen.de

Lesung: Wort-Gewitter mit Thilo Krause im Landhaus

„Was wir reden, wenn es gewittert“

Zur nächsten Lesung im Rahmen der Reihe Literarische Alphabete – Lesungen im Landhaus (Stadtmuseum) liest der Autor und Huchelpreisträger Thilo Krause (Dresden/Zürich) aus seinem gleichnamigen Gedichtband am 12. Juni, um 19:30 Uhr auf der Wilsdruffer Straße 2.

Seine Gedichte sind Wahrnehmung und Konzentration, ein Meditieren beim Tun: beim Kochen, Spazieren oder Reisen. Bei aller Einfachheit der Worte sind Klang, Rhythmen und Bilder das, was aus der Beobachtung ein Gedicht macht: „Draußen blitzt es. / Drinnen hält sich träge der Sommer. / Dosen, Flaschen, Müll glimmen im Farn“. Mit dem in der Schweiz lebenden Thilo Krause ist eine besondere Stimme für die deutschsprachige Literatur zu entdecken. (Text: Verlag)

Eine Veranstaltung des Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden. Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur- und Denkmalschutz und der Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.

Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Text: Patrick Beck

Siehe auch den Beitrag über die Lesung: „Was wir reden, wenn es gewittert“ auf
meinwortgarten.com

http://www.literaturforum-dresden.de

Gastspiel: „In dieser Stadt muss man singen“ mit Melanie Haupt im Dresdner Comedy & Theater Club


Zeitlose Großstadt-Lieder: Melanie Haupt & Jonathan Bratoeff bringen Chansons von Hildegard Knef auf die Bühne im Dresdner Comedy & Theater Club.

Swingende Chansons

Sie ist Schauspielerin, Sängerin und Bühnenpartnerin von Kabarettist Bodo Wartke: Melanie Haupt zeigt ihr neues Programm, einen Abend mit Liedern von Hildegard Knef gemeinsam mit Jonathan Bratoeff an der Gitarre am 14. Juni, um 20 Uhr im Dresdner Comedy & Theater Club auf der Hauptstraße 13.

Hildegard Knef hat mit einfachen Worten eine große Tiefe erreicht. Ihr Humor und ihre Schlagfertigkeit waren legendär. Sie war vielleicht die interessanteste deutsche Künstlerin. Ehrgeizig und begabt. Ein Star. Völlig drüber und völlig normal.

Ihre unglaublichen Erfolge katapultierten sie zeitweise in den Größenwahn. Doch mit ihrem Berliner Humor fiel sie immer wieder auf den Boden. Ihrer Zeit weit voraus, passte sie in keine Schublade. Als der Deutsche Film keine Rollen mehr für sie hatte, erfand sie einfach in den 60er Jahren im Alleingang das Deutsche Chanson neu. Großartige Lieder. Zeitlos und vielschichtig.
Und deswegen finden wir: IN DIESER STADT muss man singen.
So wie viele andere ihrer Chansons.

Jonathan Bratoëff hat die Musik im Swing-Style arrangiert und begleitet Melanie Haupt an der Gitarre. Ein besonderes Zusatz-Gastspiel der großartigen Schauspielerin, Sängerin und Bühnenpartnerin von Bodo Wartke (u.a. in „Antigone“).

Ort: DRESDNER COMEDY & THEATER CLUB im Gewölbekeller im Kügelgenhaus, Hauptstraße 13 // 01097 Dresden-Neustadt, Fußgängerzone am Goldenen Reiter
Telefon 0351-46 44 877  // www.comedytheaterclub-dresden.de

Text + Foto: Heike Jack/DRESDNER COMEDY & THEATER CLUB

Premiere „Der Stripper“ in der Comödie Dresden


Alles nur Spaß und Show… Doch warum dann die Heimlichtuerei?! Sissy fällt aus allen Wolken, als sie erfährt, dass ihr Freund Johannes Stripper in einem Nachtclub ist. Fotos: Robert Jentzsch

Prickelnder Humor für mehr Liebe und Frieden

Nicht nur die Klamotten, sondern auch manche Lügen und Vorurteile fallen in der sommerlich leichten, reichlich komischen Show-Komödie „Der Stripper“, die am Freitagabend Premiere feierte in der Comödie Dresden.

Er sieht zum Anbeißen aus. Groß, gut gebaut und intelligent. Endlich hat Sissy Mr. Right gefunden! Merkwürdig nur, dass er abends oft weg muss. Sissy fällt aus allen Wolken, als sie herausfindet, dass der Medizinstudent am Wochenende keine Nachtschichten im Altersheim hat, sondern sich für Geld auszieht für Frauen jeden Alters. Da schlagen die Gefühls-Wogen hoch in der witzig-pikanten
Show-Komödie “Der Stripper“ von Ingmar Otto, der auch Regie führte. Die Premiere war am Freitag abend in der Comödie Dresden.

Passend zu den sommerlich heißen Temperaturen kam die Inszenierung mit viel Lust und Liebe, prickelndem Humor und vollem Körpereinsatz auf die Bühne. Zwischen biederen Hausfassaden mit weißen Gardinen funkeln abends Leuchtschlangen und auf dem bunt flimmernden Laufsteg in Kreuzform im Nachtclub „Diamonds und Perls“ steigt die Stimmung, wenn die fünf knackigen Tänzer zu heißer Musik ihre Klamotten abwerfen. Ein Teil der Zuschauer sitzt mit auf der Bühne. Sissy (brav-adrett: Saskia Dreyer) hat keine Lust mehr, diesen „Na bei Euch läuft`s wohl nicht so“-Blicken“ auf Partys ausgeliefert zu sein, weil ihr Freund Johannes (mehr der nette Junge von nebenan als verführerisch: Marius Bechen) so wenig Zeit für sie hat.

Brenzlig wird es, als Sissys lebenslustige Mutter (mit rauchig-verruchter Stimme: Michaela Hanser) ihn als Stripper wieder erkennt. Sie ist Politesse und steht auf junge Männer. Sissy traut ihren Augen nicht, als sie Johannes im Nachtclub sieht. Zuerst denkt sie, er sei dort mit seinen Kollegen, schwule Altenpfleger, die sich Striptease ansehen. Noch schlimmer als die Wahrheit, dass ihr Freund selbst strippt, ist für sie, dass er sie angelogen hat. Sehr schön die Szene, in der Sissy und Johannes einander gegenüber sitzen, zuerst jeder für sich tanzen und dann Rücken an Rücken, sehnsuchtsvoll (Choreografie: Patrick Nitschke). Reizvoll, als die schüchterne Sissy auf einem Stuhl mit verbundenen Augen sitzt und sie mal zaghaft, mal herzhaft zugreift, wenn die Tänzer sich ihr nähern. Am Schluss becirct sie selbst auf der Bühne die Zuschauer in schimmerndem Kleid wie eine Meernixe und mit Babybauch.

Die Stripper um Nachtclubchef Lou (cool-egoistisch: Sebastian Smulders) ziehen singend und tanzend alle Register, um den Laden vor der Pleite zu retten. Sie tragen mal schwarze, scharfe Klamotten mit Patronengürtel, agieren mal wie Krieger aus einem Fantasyfilm, als fesche Matrosen, Indianerhäuptling, mit Bauhelm und Basecup und in Karohemden und Jeans, posieren oberkörperfrei und im Stringtanga zu heißen Klängen von Rock, Pop bis Schlager. Ein Höhepunkt der Show ist der Auftritt der schillernden Dragqueen Wanda Wonder (Michaela Hanser) und des Nachtfalters Lollo in schwarzen Lackhosen (wandlungsstark: Jan Bastel in mehreren Rollen auch als Porno, Tiger, Andrew und Verkäufer).  Deftig-humorvoll ihr Lied: „Ficken für den Frieden…“  Die Botschaft des Abends: „Make love, not war!“ einschließlich geschwenkter Regenbogenfahne für bunte Vielfalt war eindeutig und bekam reichlich Beifall.

Text (lv)

http://www.comoedie-dresden.de

Kunst: offen in Sachsen – Farb-Spaziergänge bei Christa Günther in Radebeul

„Kunst ist das: dass man die Dinge immer wieder neu sieht“ (W. Kentridge), steht auf einer Ansichtskarte, die eine Farblandschaft von Christa Günther zeigt. Sonnenlicht, Grün und rote Farbspuren durchziehen das Bild, das sie „Tabula Rasa III“ nennt. Die Farben flirren und pulsieren, fließen immer wieder neu und anders ineinander auf den Leinwänden. Vielleicht spielt der Bildtitel darauf an?

In ihre Bilderwelt eintauchen und zuschauen, wie ein Bild sich malt, können Besucher beim diesjährigen 15. Kunst: offen in Sachsen. Während der Pfingsttage vom 8. bis 10. Juni öffnen Künstler sachsenweit ihre Ateliers, Arbeits- und Ausstellungsräume und laden ein zum Schauen, Staunen und Entdecken und natürlich auch zum Erwerben von Kunst.
Christa Günther öffnet ihr Atelier in der Alten Schuhfabrik auf der Gartenstraße 72A in Radebeul an diesen Tagen ebenfalls von 10 bis 18 Uhr. Wie ein Bild sich malt, können die Besucher von 15 – 16 Uhr bei ihr erleben. Eine lustige Figur, aus einer Staffelei zusammengesetzt mit bunt bekleckstem, weißem Shirt und bemalter CD als Kopf weist den Weg zum Atelier von Christa Günther in der zweiten Etage der Alten Schuhfabrik in Radebeul. Ein saniertes, helles Gebäude mit roten Klinkersteinen. Seit 2006 hat Christa Günther hier ihr Atelier. Nebenan haben Peter und Karen Graf ihre Ateliers und eine Tür weiter der Künstler Matthias Kistmacher. Im Gebäude sind außerdem ein Architekturbüro und ein Fuhrunternehmen tätig.

Christa Günther ist bereits zum 13. Mal bei „Kunst: offen in Sachsen“ dabei.
„Für mich ist Malen etwas ganz Zärtliches, das der Seele gut tut. Etwas erschaffen, bei dem man alles um sich herum vergisst, das ist das Schönste am Malen“, sagt die Künstlerin. 1998 hängte Christa Günther ihren Job an den Nagel. Sie unterrichtete viele Jahre als Lehrerin Deutsch und Musik und hat drei Kinder alleine großgezogen. Während einer Waldorfpädagogik-Ausbildung in Stuttgart kam sie zur freien Kunst und seither lässt der Umgang mit Farben sie nicht mehr los. Sie besuchte Kurse im riesa efau in Dresden, bei Sandor Doro, Frank Herrmann und Maksa, einer Hamburger Künstlerin. “Sandor Doro hat mich in die Abstraktion gebracht“, sagt sie.

Malen sei auch ein Spaziergang nach innen. Die Farbe Blau, die für das Unbewusste und die Seele steht, taucht facettenreich in ihren Bildern auf, die sie Farbschicht um Farbschicht mit Pinsel, Spachtel und Rakel aufträgt. Dabei entstehen faszinierende Farbspiegelungen, fließende, ineinander greifende, sich durchdringende, überlagernde, rissig-brüchige und lichtvoll changierende Farbräume mit Titeln wie „Mia Volta“ (griech.: Spaziergang) oder „Phanta Rei“ (Alles fließt). Angeregt von der Natur und Reiseeindrücken. Sie macht sich keine Skizzen, sagt Christa Günther, sondern malt rein aus dem Gedächtnis, der Erinnerung. Ihre mal pastellfarbenen, mal kraftvoll leuchtenden Bilderlandschaften wirken oft auch wie erinnerte Träume, halb konkret, halb verschwommen in der Ferne aufleuchtend. Und lassen dem Betrachter viel Spielraum, eigenen Empfindungen und Fantasien nachzugehen.

Während das Bild auf der Leinwand Form annimmt, ist es mucksmäuschenstill im Atelierraum, hört man nur den Spachtel sacht über die Fläche streichen. Ein spannendes Erlebnis auch für Julius (7), der mit seiner Oma, einer ehemaligen Lehrerkollegin von Christa Günther, hergekommen ist. „Das Gelb sieht aus wie eine Banane mit Nase und das Rot wie ein tanzender Weihnachtsmann“, sagt er. Die Künstlerin und die anderen Erwachsenen schmunzeln. Sie dreht das Bild um, dann sieht es wieder anders aus.

Sie öffnet gern ihr Atelier. „Ich merke, wie die Leute reagieren auf meine Kunst, es ergeben sich Gespräche und wenn ich ein Bild verkaufe, ist das ein schöner Nebeneffekt“, sagt sie. Die Besucher können nach dem Bilderbummel auch Wein aus eigenem Anbau ihres Freundes, der Winzer ist, verkosten. Rotburgunder und Zweigelt stehen bereit. Auf der Staffelei im Atelier trocknet inzwischen das kleine Ölbild. „Jetzt lasse ich es einfach laufen. Mal sehen wie es in einer Stunde aussieht. Dann kann ich noch mal drüber gehen“, sagt Christa Günther. Fünfzehn Besucher hatte sie am Sonnabend im Atelier innerhalb einer Stunde, weiß sie anhand der von draußen nach drinnen in eine Schale gewanderten Steine, Reisemitbringsel. Sie lächelt glücklich.

Bilder von ihr sind auch in der derzeitigen Ausstellung der Künstlergruppe „Radebeuler Kunstspuren“ im Foyer der Landesbühnen Sachsen in Radebeul vor den Vorstellungen zu sehen (noch bis 23. Juni).  Die 15 KünstlerInnen öffnen ihre Ateliers wieder für Besucher am 15. September, von 10 – 18 Uhr.

Text + Fotos (lv)

http://www.christaguenther.de

Eine Übersicht der Künstler, die ihre Ateliers über Pfingsten für Besucher öffnen, steht unter http://www.kunst-offen-in-sachsen.de

Musiker Ulrich Thiem las aus „Die Spieluhr“ von Ulrich Tukur bei Büchers Best


Zauber der Musik und Worte: der Musiker Ulrich Thiem las aus Ulrich Tukurs Novelle „Die Spieluhr“ und spielte Cello-Improvisationen bei seiner gut besuchten Lesung bei Büchers Best in der Neustadt.

Spannendes Spiel mit Wirklichkeit und Fantasie

Die Magie von Musik, Malerei und Sprache verbinden sich in der Lesung des Cellisten Urlich Thiem aus Ulrich Tukurs Novelle „Die Spieluhr“ am Pfingstsonntag, um 19.30 Uhr in der Yenidze.

Sie haben einiges gemeinsam. Die gleichen Namens-Initialen, die Magie der Kunst und Musik verbindet sie. Nach einem Konzert lernte Ulrich Thiem den Schauspieler Ulrich Tukur kennen. Er schenkte seiner Frau „Die Spieluhr“. Thiem nahm das Büchlein in die Hand und las und las. Ihn faszinierte die „Mischung aus Fiktion und Realität, Verrücktheiten und Verwirrungen bis zur Auflösung“, erzählte Ulrich Thiem bei seiner Lesung mit Cello-Improvisationen im Buchladen Büchers Best auf der Louisenstraße in der Neustadt.

„Die Wirklichkeit ist der Schatten der Kunst“, zitiert er aus dem Buch. Es ist ein spannendes Spiel mit Wahrnehmung, Wirklichkeit und Fantasie. Es wirke wie eine Anrufung der verborgenen Seele der Menschen und Dinge, so Thiem. Eine Beschwörung des Mysteriösen.

Auf wundervoll verwirrende Weise verbindet die Novelle „Die Spieluhr“ von Tukur die Lebenswege zweier ganz verschiedener Menschen, des Gelehrten und Freigeistes Wilhelm Ude, der aus der preußischen Enge entflieht, nach Paris geht und dort eine Galerie eröffnet und der Putzfrau Serafine, die betörende Blumenstilleben malt. Sie treffen sich in ihrer Sehnsucht nach einer schöneren Welt, die wohl nur in der Kunst zu haben ist, heißt es im Buch.

Ulrich Thiem entführt die Zuhörer mit dieser geheimnisvoll-entrückten Geschichte und bezaubernder Cello-Musik, abwechselnd zart und expressiv, in die undurchdringlichen Gefilde zwischen Wirklichkeit und Traum. Die nächste Lesung findet am Pfingstsonntag, am 9. Juni, um 19.30 Uhr unter der Yenidze-Kuppel statt.

Text + Fotos (lv)


Hüter der Wunder im Bücherreich von Büchers Best: Ladenkater „Musashi“.