Zauberhafte Reise in einer Wunderwelt voller Schönheit und Gefahren: Der Buchklassiker „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende wird lebendig beim diesjährigen Sommertheater Open Air der Comödie Dresden am Schloss Übigau nahe der Elbe. Heute, am 27. Juli, um 19.30 Uhr ist die letzte Vorstellung! Fotos (2): Robert Jentzsch

Die Kraft der Fantasie

Mit ihr kommt man überall hin. überwindet Ängste, Mauern, Sorgen… Davon erzählt zauberhaft, anrührend, spannend und geheimnisvoll die diesjährige Sommertheater-Inszenierung „Die unendliche Geschichte“ nach dem Buchklassiker von Michael Ende vor wundervoller Kulisse der Comödie Dresden am Schloss Übigau, das dieses Jahr 300 Jahre besteht.

In einer faszinierenden Mischung aus Schau- und Puppenspiel (Regie: Nina Damaschke) verschmelzen Realität und Traum, tauchen mit dem Jungen Bastian die Zuschauer in eine fantastische Buchwelt voller Schönheit und Gefahren ein. Sie treffen auf wundersame Wesen wie Irrlichter, Rennschnecken, Felsenbeißer, Werwölfe und den süßen, entzückenden weißen Glücksdrachen Fuchur, den man einfach gernhaben muss wie er mit seinen großen braunen Augen sanft und furchtlos Bastian und seinen Freund Atrèju auf ihrem Weg begleitet, um Phantasién vor dem alles verschlingenden Nichts zu retten.

Bastian liebt Bücher, sie sind sein Zufluchtsort aus seinem einsamen Alltag. Seine Mutter ist tot, sein Vater viel beschäftigt und die Mitschüler rempeln ihn an und verspotten ihn, weil er scheu, verträumt, pummelig und nicht so cool ist wie sie. Auf der Flucht vor ihnen landet Bastian (neugierig-aufgeweckt: Philipp Rahn) landet er in einem Antiquariat bei dem kauzigen Buchhändler Herr Koreander (Daniel Tille, der auch Bastians Vater spielt), wo er in dem verfallenen Laden voller Bücher auf der Empore ein geheimnisvolles Buch entdeckt, das ihn magisch anzieht. Er beginnt zu lesen und schon werden die Gestalten aus den Buchseiten lebendig und er erlebt mit ihnen aufregende, lustige, verrückte und spannende Abenteuer, erfährt viel Neues über sich und das Leben und überwindet seine Angst, lernt Macht, Erfolg, Weisheit, Güte, Glück und Liebe kennen auf seiner Reise durch Phantasién.

Bastian begleitet den jungen Jäger Atréju (voll Sanftmut und innerer Stärke: Joachim Stehle) und besteht mit ihm gemeinsam und dem sie schützenden Amulett Auryn viele Prüfungen. um die Kindliche Kaisern (bezaubernd, zart: Larissa Grosenick), die Herrscherin des Phantaaiereiches, die im Sterben liegt und nur durch einen neuen Namen gerettet werden kann. Sie kämpfen in den Sümpfen der Traurigkeit, in denen Atréjus schönes weißes Pferd und Freund Artax versinkt. Sie begegnen der uralten Sumpfschildkröte Morla, dem zwielichtigen Werwolf Gmork und fliegen mit dem Glücksdrachen Fuchur unbeschwert zu fantastischen Klängen durch die Lüfte. Eine der schönsten Szenen im Stück, wie Atréju auf dem Bett steht hinter dem Glücksdrachen mit dem warm glänzenden Gesicht und seine Arme zum Fliegen ausbreitet. Später stehen er und Bastian sich wie in einem Spiegelbild gegenüber. Er muss durch die drei Tore der Sphinxen, die nicht jeden durchlassen, trifft einen skurrilen, sächselnden Orakelforscher und eine Heilerin mit spitzen Feenohren, die witzig-weise und gelassen Rat erteilt.

Eine böse Zauberin in verführerisch rotem Kleid und Hut will Bastian für immer in der Fantasiewelt halten, nicht mehr in die Menschenwelt zurücklassen. Mit jedem Wunsch verliert er eine Erinnerung. In der Alten-Kaiser-Stadt zeigt Atréju dem Jungen Bastian seine mögliche Zukunft. Ein närrischer Affe mit Federbusch, Argax tritt dort auf als Aufseher der Menschen, die sich in ihren Wünschen verloren haben. Sie wollen alle mal Kaiser von Phantasién werden, sitzen da und starren geistesabwesend vor sich hin wie gefangen in ihren Wünschen. Sein letzter Wunsch bringt Bastian zurück in die Menschenwelt, er fällt in einen tiefen Schlaf, findet sich wieder in einem Zaubergarten und der Hüterin Aiuóla, wo die Früchte alle aus ihr heraus wachsen, er sich wohl fühlt und Geborgenheit findet. Und er kostet von den Wassern des Lebens und weiß wieder, wer er ist und was er solange vermisst hat.

Ein Stück für kleine und große Zuschauer zum Träumen, Staunen und Schmunzeln, das Kopf und Herz gleichermaßen anspricht und berührt ohne rührselig zu werden. Reichlich Beifall gab es dafür vom Premierenpublikum.  Die Aufführung „Die unendliche Geschichte“ wird noch fast den ganzen Juli bis 27.7. gespielt. Beginn jeweils um 19.30 Uhr. Heute ist die letzte Vorstellung der „Unendlichen Geschichte“. Eine schöne Anregung auch, das wunderbare Buch von Michael Ende mal wieder zu lesen,

Text (lv)
http://www.comoedie-dresden.de

Süßer, sanfter und unerschrockener Begleiter durch die gefährdete Wunderwelt Phantasién: der Glücksdrache Fuchur.