Zoffen, singen und tanzen voller Power und Herzblut (von li unten nach oben re): Kim Fisher, Dorothea Kriegl, Aneta Sablik und Charlotte Heinke. Foto: Robert Jentzsch

Im bunt schillernden Chaos der Gefühle

Die witzig-turbulente Karaoke-Komödie um ein quirliges Damenquartett von Christian Kühn hatte am Freitag abend an der Comödie Dresden Premiere.

 

Manege frei im bunt schillernden Chaos der Gefühle. Vier höchst eigenwillige Damen sorgen dabei für reichlich Trubel im “ZickenZirkus“. Die Karaoke-Komödie von Christian Kühn hatte am Freitag abend Premiere in der Comödie Dresden.

Der Titel ist Geschmacksache. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, wird angenehm überrascht. Nach drei erfolgreichen Spielzeiten mit „Tussipark“ lässt Regisseur Christian Kühn nun im „Zicken Zirkus“ wieder ein quirliges Damenquartett mit viel Witz, Lust und Power aufeinander prallen. Diesmal weckt ein alter Zirkuswagen auf dem Schrottplatz am Rande der Stadt alte und neue Träume, kommen manche Enttäuschungen, Illusionen und die Idealvorstellung vom Traummann gleich mit auf den Schrott.

Die vier Damen zoffen, quatschen, lachen und trinken, singen und tanzen hinreißend, mal biestig und mal sich gegenseitig aufmunternd und anfeuernd. Die von ihrem Eheleben mit „ausgefallenem“ Sex frustrierte Buchhalterin Elke (Kim Fisher), die nach einem Unfall mit dem Auto ihres Mannes fieberhaft ein Ersatzteil sucht. Die kapriziöse Musicaldarstellerin Panagiota (Charlotte Heinke), die hier in Ruhe proben will und auf den Durchbruch hofft. Die Bloggerin und Karaoke-Fan Jennifer (Dorothea Kriegl), die als fröhliche Quasselstrippe mit lustigen Fremdwortverdrehern alle auf Trab hält. Und die coole Lebenskünstlerin Fe (Aneta Sablik), die Besitzerin vom Zirkuswagen. Da gibt es reichlich Zündstoff über Liebe, Männer und ihre Macken, auch sie können zickende Zeitbomben sein wie sich herausstellt und dem Traum, einmal ganz anders zu sein.

Da wagen die vier Damen die Idee vom Man-Sharing. Indem sie Talente und Eigenschaften, die der eigene Mann nicht hat, einfach tauschen mit dem der anderen. Das führt zu verrückten Verwicklungen, einer komisch-dramatischen beinahe Entführung und einer größeren Spendensumme oder besser Schmerzensgeld für Liebesverrat. Die Damen berühren und erheitern mal mit Liebesschnulzen und Hits wie „Frauen regieren die Welt“ von Roger Cicero bis zu „Ich will alles“ von Wencke Myrre. Sie trommeln mit Hingabe auf Blechfässer und begeistern mit einer fantasievolll-glamourösen Showeinlage zum Schluss mit der inzwischen als Musicalstar gefeierten Panagiota. Viel Beifall und stehende Ovationen gab es für diesen gefühlreich mitreißenden „ZickenZirkus“.

http://www.comoedie-dresden.de

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