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Kategorien-Archiv: Theater

Ein Dickhäuter hält die Stadt in Bann: „Die Nashörner“ im Kleinen Haus

20 Mittwoch Jun 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Fotos: Sebastian Hoppe/Staatsschauspiel Dresden

Ein Nashorn in der Stadt! Ein Fall höherer Gewalt!

Das absurd-komische Stück „Die Nashörner“ von Eugène Ionesco über Individualität, graue Masse, gefährliche Hirngespinste und die Kraft der Einbildung ist heute, am 20. Juni, um 19.30 Uhr nochmals im Kleinen Haus in Dresden zu sehen.

Eine Gruppe Gestalten, nach hinten geneigt, mit starren Körpern und weit ausholenden Schritten marschiert an den Bühnenrand. Stoppt kurz vor dem Publikum. Sie strömen
auseinander, treten in Spielflächen die Lage- oder Stadtplänen ähneln. Ein Mann lässt einen anderen über seinen Rücken nach unten rutschen. Ein anderer sagt, er habe nur Vertrauen zu Tierärzten. Eine Frau hält ein Fell in der Hand, redet mit ihm wie einem „Kätzchen“und legt es sich um den Hals.
Plötzlich bleiben alle schreckerstarrt stehen: „Ein Nashorn! Das ist die Höhe!“, ruft die Menge entsetzt. Ein Nashorn, das frei herumläuft in der Stadt, das geht doch nicht!

Sie rätseln woher es kommt, was es will von ihnen, ob es ein oder mehrere Hörner hat, wie es sich verhält und was man von der ganzen Sache halten soll. Denn nach und nach zeigen immer mehr Bewohner des kleinen Ortes nashornähnliches Gebaren und wer sich anders verhält, wird ausgegrenzt, verfolgt, für verrückt oder krank erklärt. Das ominöse Tier wirbelt mächtig Staub auf in der ebenso absurd-komischen wie beklemmend-düsteren, metapherreichen Inszenierung „Die Nashörner“ nach dem Stück von Eugène Ionesco unter Regie von Juliane Kann mit Studenten des Schauspielstudios der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig am Staatsschauspiel Dresden.

Ein grotesk-abgründiges Stück über (Un)Sinn, Logik, Willen, Naturgesetze, Moral, Träume und Realität mit tollen, eigensinnigen Darstellern.

Letztmals in dieser Spielzeit zu sehen am 20. Juni, um 19.30 Uhr im Kleinen Haus.

Text (lv)

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Witzig-poetische Familiensaga: „Wo ein Vogel am schönsten singt“ im Kleinen Haus

17 Sonntag Jun 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Foto: Sebastian Hoppe/Staatsschauspiel Dresden

„Die Wirklichkeit ist eine Umwandlung unserer Träume“

Eine bewegend-bilderreiche Familiengeschichte im Spannungsfeld von Unterwegssein und Ankommen, Tradition und Moderne erzählt das Stück „Wo ein Vogel am schönsten singt“ nach dem Roman von Alejandro Jodorowsky im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

In der Bühnenmitte steht ein Baum mit Ästen voller Kleidungsstücke. Der Ich-Erzähler nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise zu den Wurzeln seiner Familie, seines Vaters und seiner Mutter und erlebt am Ende der Geschichte seine eigene Geburt. „Die Wirklichkeit ist eine allmähliche Umwandlung unserer Träume“, sagt er zu Beginn. Dichtung und Wahrheit liegen nah beieinander in dieser mit viel Witz und Poesie, fröhlichen, temperamentvollen und sehnsuchtsvoll-schwermütigen Akkordeonmelodien und Tango-Klängen erzählten, russisch-jüdischen Einwanderungsgeschichte Anfang des 20. Jahrhunderts in Chile und Argentinien.

„Wo ein Vogel am schönsten singt“ nach dem gleichnamigen Roman von Alejandro Jodorowsky, der 1992 erschien, setzt sich in der Inszenierung unter Regie von Mina Salehpour mit Flucht, Heimatlosigkeit, Unterwegssein und Ankommen, Religion und  Identität auseinander in einem farb- und fantasiereichen Bilderreigen mit schnellem Figurenwechsel. Es agieren fünf Schauspielerinnen und Schauspieler, die Männer- und Frauenrollen spielen, angeführt vom gewitzt-ironisch über die Bräuche wachenden Rebbe (Philipp Lux), als gutem Geist aus der Zwischenwelt, der die Familie auf ihrem gefahrvollen Weg voller Träume, Auf- und Umbrüche und Konflikten zwischen Tradition und Moderne begleitet. Viel Beifall vom Publikum.

Text (lv)

Nächste Vorstellungen: 17.6., 19 Uhr und 25.6., 19.30 Uhr im Kleinen Haus.

 

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Neue Burgfestspiele Meißen mit „JederMann“ auf den Spuren des Mittelalters

16 Samstag Jun 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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JederMann – Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes

Neben der erfolgreichen Inszenierung des Stücks nach Hugo von Hofmannsthal ist erstmals „Das Geheimnis der Hebamme“ im Rahmen der Neuen Burgfestspiele Meißen auf der Albrechtsburg (16. – 30. Juni) zu sehen. Nächste Aufführungen von „JederMann“ mit Tom Quaas in der Titelrolle und Sandra Maria Huimann als Buhlschaft am 29. und 30. Juni, 20.30 Uhr.

Nach dem erfolgreichen Start des „Jedermann“  am 17. Juni 2016 unter Regie von Peter Kube soll das bekannte Spiel vom Sterben des reichen Mannes von Hugo von Hofmannsthal auf der Albrechtsburg zur Tradition werden.  Auch 2018  wird Tom Quaas als Jedermann gemeinsam mit seiner Buhlschaft (Sandra Maria Huimann)  seine letzte Stunde zelebrieren.

Jedermann ist reich. Jedwede Sache auf der Welt nennt er Sein durch bares Geld. Alles kann er kaufen, Frau und Mann, Grund und Boden. Er dünkt sich, Herrscher der Welt und unsterblich zu sein. Den Bettler und den armen Nachbarn weist er ab, die Warnungen seiner Mutter überhört er. Stattdessen feiert er mit seiner Buhlschaft ein Fest. Auf dem Fest steht plötzlich der Tod neben ihm und fordert ihn auf, sich für den letzten Weg bereit zu machen. Jedermann fleht den Tod an, ihm eine Frist zu gewähren, damit er sich einen Freund suchen kann, der mit ihm vor das Gericht Gottes tritt. Nach langem Bitten gewährt der Tod ihm eine Stunde.

Das Stück beruht auf einem mittelalterlichen Totentanz, der im 16. Jahrhundert von Hans Sachs aufgeschrieben wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts benutzte der österreichische Dramatiker Hugo von Hofmannsthal die Niederschrift von Hans Sachs als Quelle für sein Theaterstück. Die Beschäftigung mit zeitgenössischen Geldtheorien brachte Hofmannsthal zu der Ansicht, dass das Geld in «dämonischer Verkehrtheit zum Zweck der Zwecke» wurde und der Mensch nur durch Furcht und Glaube aus dieser Verstrickung gerettet werden könne.

Am 1. Dezember 1911 erlebte Hofmannsthals Stück unter der Regie von Max Reinhardt im Berliner Zirkus Schumann seine Uraufführung. 1920 wurde es erstmals während der Salzburger Festspiele auf dem Platz vor dem Salzburger Dom gespielt.

In Meißen kam «Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes» während der Burgfestspiele 1925 zum ersten Mal zur Aufführung. 

Im »Jedermann« treten, wie in den Mysterienspielen des späten Mittelalters, ne­ben den Figuren von Gott und Teufel auch der Tod, der Mammon, der Glaube und andere abstrakte Begriffe als Personifikationen auf. Sie alle haben allegorische Funktion: Hofmannsthal entschied sich für die Allegorie als Stilmittel, weil es »in der Idee des Dramas« sei, »das zerfließende Weltwesen in solcher Art zu festen Gegensätzen zu verdichten« (1911). Damit wird die Allegorie zum zeitgemäßen Mittel, die wirre Welt der Gegenwart überhaupt erst wieder begreifbar zu machen.

»Die Welt ist dumm, gemein und schlecht
Und geht Gewalt allzeit vor Recht,
Ist einer redlich, treu und klug,
Ihn meistern Arglist und Betrug.«

Schauspiel und Konzerte

Nach  den erfolgreichen ersten drei Jahren der NEUEN BURGFESTSPIELE MEISSEN  bietet die Festspielgemeinschaft, bestehend aus der Theater Meissen gGmbH, der  Albrechtsburg Meissen, dem Hochstift Meißen, der Landesbühnen Sachsen GmbH und der  Sächsischen Winzergenossenschaft Meißen eG, den Besuchern auch 2018 ein ausgewähltes und vielfältiges Programm von klassischen Konzert bis zur Open Air-Schauspielinszenierung vor einer beeindruckenden historischen Kulisse.

Neben der erfolgreichen Inszenierung „JEDERMANN“, steht das Schauspiel „DAS GEHEMNIS DER HEBAMME“ nach dem Bestsellerroman von Sabine Ebert  in einer Inszenierung der Landesbühnen Sachsen im Mittelpunkt der NEUEN BURGFESTSPIELE.

Die Besucher lassen sich sicherlich auch im Sommer 2018 von einzigartigen Kulturgenüssen und Kunsterlebnissen verzaubern und genießen die einmalige Atmosphäre auf dem Burghof, in der Albrechtsburg und im Dom zu MEISSEN – einem der bezauberndsten Plätze und dem ältesten Schloss Deutschlands.

Programm der Neuen Burgfestspiele Meissen

Concerto Grande

HARMONIC BRASS & QUADRO NUEVO
Sa., 16.06., 18:00 | Burghof

Konzert: MIT HERZEN, MUND UND HÄNDEN …
So., 17.06., 18:00 | Dom zu Meissen
Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonie Nr. 2 „Lobgesang“
Charles Gounod: Sinfonie Nr. 1 in D-Dur (zum 200. Geburtstag an diesem Tag)
Elbland Philharmonie, Solisten, Domchor Meißen, Domchor Naumburg, Leitung: Domkantor Jörg Bräunig  

MARTHES PFAD

Stadtspaziergang vom alten Handelsplatz zum Burghof mit Walfriede Hartmann
Di., 19.6./ Mi.20.6./ jeweils  21:00 Uhr,
21.6.(geschlossene Veranstaltung)/ 22.6./ 23.6. jeweils 19.00 Uhr  (vor „Das Geheimnis der Hebamme“ )
Treffpunkt Haupteingang Theater Meißen/ Theaterplatz

DAS GEHEIMNIS DER HEBAMME von Sabine Ebert

Nach dem gleichnamigen Roman für die Bühne adaptiert von Odette Bereska

Eine Inszenierung der Landesbühnenbühnen Sachsen
Do., 21.06., 20:30 | Burghof, Fr., 22.06., 20:30 | Burghof, Sa., 23.06., 20:30 | Burghof

OPEN AIR GOTTESDIENST
So., 24.6., 10:00 Uhr I Burghof

KONZERT DES DRESDENER  KREUZCHORES
So., 24.06., 18:00 | Burghof

Infos zu den einzelnen Programmpunkten:

 SA 16.06. | ab 15 Uhr | vom Theater zum Burghof

BÜRGERFESTUMZUG

Jedermann auf den Spuren der Hebamme

Ein historischer Festumzug unter Mitwirkung Meißner Bürger, Vereine und Laienkünstler lädt zu Beginn der Festspiele 2018 zu einem einzigartigen Aufstieg vom Theater durch die historische Altstadt zum Burgberg ein. Mit dem Blick auf die Schauspielinszenierung des Bestsellers „Das Geheimnis der Hebamme“ und die  mit dem Roman eng verflochtene Meißner Geschichte gestalten die Mitwirkenden in entsprechender Kostümierung den Festzug. Sie bieten an ausgewählten Standorten der Stadt künstlerische  Darbietungen, die mit dem Gesang Meißner Chöre auf dem Burghof ihren Abschluss finden.

Text: Petra Grubitzsch/LB

Veranstalter Neue Burgfestspiele: Theater Meißen GmbH

Kartenservice im Besucherservice: Di und Fr 10 – 18 Uhr, Do 15 – 18 Uhr,
Tel.: 03521 – 41 55 11
email: kartenservice@theater-meissen.de

http://www.landesbuehnen-sachsen.de

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Familien-Musical aus dem Traumzauberwald: „Die Sonne“ auf der Felsenbühne Rathen

13 Mittwoch Jun 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Haifischgeneral Messerzahn will die Sonne vom Himmel holen

Eine farbenfroh-fantasievolle Lieder-Geschichte von Reinhard Lakomy (Musik) und Monika Ehrhardt (Buch) für Zuschauer ab 5 Jahre ab Sonntag (17. Juni, 15 Uhr) wieder auf der Felsenbühne Rathen.

Reinhard Lakomys TRAUMZAUBERBAUM bringt jedes Jahr eine wachsende Fangemeinde auf der Felsenbühne Rathen zusammen. Seit 2006 konnten die Zuschauer in der Inszenierung DER REGENBOGEN (Eigenproduktion der Landesbühnen Sachsen) über viele Jahre das Abenteuer von Benjamin, Quingel und der Vogelscheuche verfolgen. In der Lieder-Geschichte DIE SONNE müssen sich die bekannten Freunde wieder dem Bösewicht Gru-Gru in den Weg stellen. Gru-Gru will die Sonne vom Himmel holen. Zusammen mit Haifischgeneral Messerzahn und dem Höllenfürst Lichterloh will er sich zum Mächtigsten der Welt machen. Benjamin und Quingel erfahren von diesem finsteren Plan von Kiki, dem kleinen Sonnenstrahl. Gemeinsam beschließen sie, die Sonne zu retten. Sie wagen sich hinunter auf den Meeresgrund zu Messerzahn und in die Hölle zum Höllenfürsten Lichterloh. Mit einer List wollen sie Gru-Gru aufhalten.

Reinhard Lakomy und Monika Ehrhardt erzählen in der Trilogie «Die Erde soll ein Garten sein» (DER WASSERKRISTALL, DER REGENBOGEN, DIE SONNE) auf poetische und märchenhafte Weise von der Gier nach Mehr um jeden Preis und dem Mut, sich zusammen dagegen zu wehren. Die CD DIE SONNE ist schon jetzt im Handel erhältlich.

Monika Erhardt hat die Musik aus dem Nachlass ihres 2013 verstorbenen Mannes mit Ihren Texten zu dem neuen Musical verschmolzen.

Text: Petra Grubitzsch/LB

Regie/Choreografie: Katrin Wolfram; Ausstattung: Katharina Lorenz; Musikalische Leitung: Uwe Zimmermann

Besetzung:

Benjamin– Tobias Greiner-Lar/ David Leubner*  ; Quingel– Maria Spinka/ Hannah Hupfauer*; Gru — Gru – Tom Hantschel / Andreas Petzoldt;

Rochus – Anne Grünig/ Victoria Weber* ; Lunte – Freijdis Jurkat/ Julia Hänig*; Scheuche/ Höllengroßmutter – Anke Teickner / Antje Kahn; Haifischgeneral Messerzahn– Fabian Trott/ Rene Britzkow*; Der Notar, Begleiter von Messerzahn– Michal Sandor / Etienne Aweh;  Goldfisch Glückele – Corina Hofner/ Franziska Linke* ; Höllenfürst Lichterloh –  Johannes Krobbach / Fred Bonitz; Seepferdchen Stibbi 1 und Stibbi 2 – Katharina Muschiol;  Katze  /Hund- Cölestine Zoe Reich / Theresa Becker*; Meerjungfrauen–     Josefine Richter*/ Cölestine Zoe Reich/ Luisa Kettnitz/ Freijdis Jurkat/ Theresa Becker*, Josefine Richter*, Julia Hänig*; Ki ki/Feuerlocke/Spatzen/Fische/ kleine Feuerteufel – Kinderdarsteller/ Kinderchor; Das Meer / Feuer – Statisterie der Landesbühnen

*Studierende der Theaterakademie Sachsen, Kooperation unter der Leitung von Jana Bauke

Zur Stückautorin

Monika Ehrhardt-Lakomy
Schriftstellerin, geboren 1947 in Thüringen

Monika Ehrhardt-Lakomy, erster erlernter Beruf: Maurer (während der Abiturzeit). Sie studierte fünf Jahre klassisches Ballett in Berlin, reiste mit ihrer Ballettkompanie um die Welt. Noch als Tänzerin studierte sie vier Jahre Kulturwissenschaften im Fernstudium. Seit 1981 ist sie freie Autorin in Berlin. Monika Ehrhardt schreibt Fernsehfilme, Bühnenwerke, Kurzgeschichten in Anthologien und bisher 13 Hörbuch-Musical-CDs für Kinder und eine CD für Erwachsene (Die 6-Uhr-13 Bahn), allesamt vertont durch den Komponisten Reinhard Lakomy. Das wohl bekannteste Werk davon ist „Der Traumzauberbaum”, vertont durch den Komponisten Reinhard Lakomy. Zuletzt erschien „Der Traumzauberbaum 4 – Herr Kellerstaub rettet Weihnachten” im November 2012.

Viele Kitas und auch Grundschulen tragen die Namen ihrer Geschichten, z. B. die Grundschule Wolkenstein in Berlin-Pankow und die Grundschule „Traumzauberbaum” in Weißensee/Thüringen. Die größte Kita Deutschlands ist die „Traumzauberbaum-Kita” in Magdeburg (2014). Aktuell verwenden 21 Schulbuchverlage ihre Texte.

http://www.landesbuehnen-sachsen.de

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Die Sommertheater-Saison ist eröffnet!

11 Montag Jun 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Musik, Poesie, Theater

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Musik, die ins Blut geht: Prinz Alexander (Carlos Praetorius) und Aljona (Adrienne Lejko) tanzen übermütig und die feuerrote Blume entfaltet all ihren Zauber im diesjährigen Sommermärchen des Theater Junge Generation auf der Zoo-Bühne. Foto: Marco Prill/TJG

Von der Feuerroten Blume bis zu Shakespeare auf hoher See

Märchenhaft, abenteuerlich und fröhlich bunt
geht es zu beim diesjährigen Sommertheater
für klein und groß unter freiem Himmel.

Eine mächtige Zauberin verwandelt einen Prinzen in ein hässliches Ungeheuer, weil er ihr Geschenk – eine feuerrote Blume – zurückweist. Nun muss er allein tief im Wald hausen. Bis eines Tages das Mädchen Aljonuschka auf abenteuerlichen Wegen dorthin gelangt, auf der Suche nach ihrem Vater, einem Kaufmann, der von seiner weiten Reise nicht zurückkehrte. Anders als ihre zwei Schwestern wünschte sie sich von ihm nicht schöne Kleider und glitzernden Schmuck, sondern jene
wundersame Blume. Die sich ganz von allein zu erkennen gibt 
und das Allerschönste auf der Welt ist.

Was es braucht zum Glücklichsein, woran man Liebe messen und wann man ihr vertrauen kann, davon erzählt die neue Sommertheater-Inszenierung des Theaters Junge Generation „Die Feuerrote Blume“ von Ania Michaelis nach einem russischen Märchen von Sergej T. Aksakov auf der Freilichtbühne im Zoo Dresden, umgeben von lustigen Tiergeräuschen. Viele Erwachsene kennen sicher noch den zauberhaften Märchenfilm, 1978 gedreht als eine Version des französischen Märchens „Die Schöne und das Biest“.

Wie Aljonuschka es schafft, ihr Glück zu finden und das Waldungeheuer zu erlösen, darauf dürfen Zuschauer ab sechs Jahren und alle, die noch staunen und träumen können, gespannt sein. Das Märchenstück wird fast den ganzen Juni gespielt. Wochentags um 10 Uhr und am Wochenende um 16 Uhr. Der Zoobesuch ist mit der Vorstellung im Ticketpreis enthalten.

Gruselspaß im Sonnenhäusel im Großen Garten

Das Puppentheater Sonnenhäusel im Großen Garten wird diesen Sommer zum Gespensterschloss und Schauplatz einer nicht alltäglichen Geschichte über getrübte Harmonie im Zusammenleben. Im Stück „Drei miese, fiese Kerle“ von Paul Maar und Susann Opel-Götz in einer Fassung von Jule Kracht für Zuschauer ab vier Jahre machen die Nachbarn Rabbatz, erschreckt ein dickes Ungeheuer Passanten, während Konrads Onkel Hausmausik macht. Der Junge versucht zusammen mit einer karierten Katze, Anti-Gespensterkugeln und einem ausgebufften Plan, dem grusligen Treiben ein Ende zu bereiten.

Abenteuerliche Reise auf hoher See im Bärenzwinger

Sehr verwegen und nach Abenteuer klingt auch das neue Sommertheater-Stück im urigen Innenhof des Bärenzwinger: „Meuterei auf der Country – ein Shakespeare auf hoher See“ aus der Feder von Regisseur Peter Förster. Mit einer Compagnie von freischaffenden jungen Schauspielern bringt er Volkstheater im besten Sinne, nah am Publikum, witzig-komisch und mit aktuellen Bezügen auf die Bühne. Zu sehen ab 19. Juli bis Anfang September, sechs Mal die Woche (außer montags).

Komödien und Konzerte in der St. Pauli Theateruine

Unter dem Spielzeit-Motto „Sommer der Leidenschaft“ kommen Herz und Humor auch bei den Aufführungen mit einem Dutzend spielbegeisterter Amateure in der St. Pauli Ruine nicht zu kurz. Die Bandbreite in dem romantischen alten Kirchgemäuer am Königsbrücker Platz reicht von Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ über Molières
Charakterkomödie „Der Bürger als Edelmann“, die Komödie „Lysistrata oder Der Weiberkrieg“ von Aristophanes, die am 20. Juli Premiere hat, bis zum Goethical „Faust rockt!“ Außerdem sind wieder viele Konzerte und Chorauftritte von Klassik, Pop bis Jazz und Chanson bis in den Herbst zu erleben.

Platzinstallationen von Muriel Cornejo und César Olhagaray aus Chile beim Scheune-Schaubuden–Sommer im Juli 2017. Das XXI. Internationale Sommerfestival für Theater, Vergnügen und Musik in der Dresdner Neustadt lockt dieses Jahr. Foto: André Wirsig

Buntes Schaubuden-Vergnügen in der Neustadt

Bunt, fröhlich und fantasiereich geht es beim Scheune-Schaubuden-Sommer vom 12. bis 22. Juli rings um das Kulturzentrum Scheune auf der Alaunstraße in der Neustadt zu. Insgesamt über 100 Künstler aus aller Welt, Schauspieler, Performer, Tänzer, Musiker, Clowns und Akrobaten laden allabendlich klein und groß auf dem wundervoll gestalteten Budenplatz zu besonderen Erlebnissen, zum Wundern und Umherwandeln ein. Zwölf Vorstellungen stehen im abwechslungsreichen Programm jeden Abend zur Auswahl. Der Schaubudenplatz öffnet täglich um 19 Uhr bis Mitternacht.

Picknickkorb voller Poesie mit dem Pantomimen-Duo Bodecker & Neander im Societaetstheater

Zum Theatergenuss im Grünen lädt das Societaetstheater wieder auf seiner Gartenbühne ein. Dann sitzt das Publikum gemütlich auf der Wiese unterm Blätterdach, während es einen „Sommerabend“ mit dem Pantomimen-Duo Bodecker & Neander erlebt (vom 1. bis 14. Juli). Die zwei international gefeierten Künstler aus Berlin reisen diesmal mit einem prall gefüllten Picknickkorb voll witzig-wortloser, poetischer Szenen.

Winnetou und Zorro auf der Felsenbühne Rathen

Immer einen Ausflug wert ist die Felsenbühne Rathen mit einem vielseitigen Programm für alle Generationen. Das reicht vom Musical „Zorro“ mit zündender Musik von den Gipsy Kings, über das Märchen „Von einem, der auszog, das Gruseln zu lernen“, das Abenteuerstück „Winnetou I“ von Karl May bis zum Familienmusical „Die Sonne“ mit Liedern und Geschichten aus dem Traumzauberwald von Reinhard Lakomy und Monika Erhardt.

Text (lv) 

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Premiere „Das Geheimnis der Hebamme“ auf der Felsenbühne Rathen

11 Montag Jun 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Zauberhafte, lebendige Reise ins Mittelalter

Mit viel historischem Flair, Musik, Feuer, fahrenden Spielleuten, edlen und finsteren Rittern, feschen Hofdamen erlebte der Bestseller-Roman „Das Geheimnis der Hebamme“ von Sabine Ebert am Freitagabend seine Premiere als Theaterstück auf der Felsenbühne Rathen.

Sie zieht alle in ihren Bann: Die einen fürchten sie als gefährliche Zauberin und Hexe, die anderen schätzen ihren Rat und ihre Heilkunst.
In die legendenreiche, 
reizvolle und raue Welt des Mittelalters entführt das Stück „Das Geheimnis der Hebamme“ von Sabine Ebert nach dem gleichnamigen Bestseller-Roman für die Bühne adaptiert von Odette Bereska in dieser Inszenierung der Landesbühnen Sachsen. Die Uraufführung war am Freitagabend auf der Felsenbühne Rathen in der Sächsischen Schweiz.

Am Eingang stand ein Büchertisch mit den nunmehr fünf Bänden der Hebammen-Reihe, die Sabine Ebert für ihre vorwiegend Leserinnen signierte. Mittelalterliche Klänge nehmen die Zuschauer mit auf eine abenteuerliche und episodenreich bewegende, dreistündige Zeitreise ins 12. Jahrhundert unter Regie vom Manuel Schöbel und rustikal einfach ausgestattet von Stefan Wiel. Ein Spielmann mit Laute (Alexander Wulke) und seine Frau (Cordula Hanns) mit buntem Holzkarren und ein Possenreißer mit Jahreszahl-Schildern (Jan Baake), der außerdem als Geistlicher und Hofmeister agiert, begleiten das Geschehen.

Sie bringen die historischen Hintergründe näher, unterhalten mit lustigen und traurigen Liedern das Publikum und spielen selbst verschiedene Figuren. Finstere Reiter verfolgen eine junge Frau in grauem Kleid und langem rotem Haar und Korb in der Hand als „aufsässiges Weibsbild“ und angebliche Hexe. Die junge Hebamme Marthe (bezaubernd wie wagemutig:
Luca Lehnert) kann ihnen gerade noch entrinnen. Sie ist auf der Flucht vor 
einem grausamen Burgherren nach der Totgeburt seines Sohnes und schließt sich einer Gruppe fränkischer Siedler an, die in die Mark Meißen ziehen, um dort ein Stück Land und ihr Glück zu finden. Ihr Anführer, Ritter Christian (edelmütig: Michael Berndt-Cananá) verliebt sich in die schöne und kluge Marthe, die ihn mit ihrem Heilwissen fasziniert, selbst ständig Gefahren ausgesetzt und auch an ihre Grenzen als Heilerin stoßend. In atmosphärischen, archaischen Bildern – mit lodernden Fackeln, Feuerstelle, Suppe aus Holzschüsseln, Markttag in Meißen mit Handwerk und Ziegen, Pferdekutsche mit Salzfuhrleuten und martialischen Fecht- und Folterszenen vor der Felsenkulisse – wird mittelalterliches Flair lebendig in farbenfrohen, lebhaften Szenen und originalgetreuen Kostümen.

Greifbar vor allem durch den Siedlerzug mit Frauen, Männer und Kindern, die Freud und Leid teilen auf ihrem beschwerlichen Marsch mit Leiterwagen voll Habseligkeiten in die ungewisse Fremde. Gesetzlose überfallen sie und stehlen Vorräte. Am Hof des Markgrafen von Meißen heilt Marthe dessen Sohn Dietrich. Als sie ein erfrischendes Bad im Holzzuber nimmt, fängt es an zu regnen. Im zweiten Teil der Aufführung spitzt sich die Handlung dramatisch zu. Und auch der Regen wird stärker. Die Zuschauer in Regencapes folgen dennoch gebannt bis zum Schluss dem spannenden Geschehen. Nach Silberfunden in Christiansdorf, dem späteren Freiberg herrscht Unfrieden. Ritter Randolf (als eiskalter Bösewicht: Jürgen Haase) beherrscht grausam das Siedlerdorf, während Christian unterwegs ist. Am Ende wird Ritter Randolf als Strafe für seine Missetaten auf eine Pilgerfahrt ins Gelobte Land geschickt.

Ritter Christian kann endlich seine geliebte Marthe über alle Standesgrenzen hinweg heiraten. Viel Beifall gab es für diese originelle, kenntnisreiche Reise in die heimatliche Historie. Autorin Sabine Ebert strahlte und umarmte auf der Bühne symbolisch das Schauspielerensemble und mit stehenden Ovationen applaudierende Publikum.

Die Open-Air-Inszenierung „Das Geheimnis der Hebamme“ wird wieder am 15. und 16. Juni, 19.30 Uhr auf der Felsenbühne Rathen und am 21.6., 22. und 23.6., 20.30 Uhr auf dem Burghof der Albrechtsburg Meißen im Rahmen der neuen Burgfestspiele Meißen gespielt. Als Ritter und Edelleute wirken im Stück auch Mitglieder der Interessengemeinschaft „Mark Meissen 1200“ mit.

Text (lv)


Buchautorin Sabine Ebert und Landesbühnen-Intendant und Regisseur Manuel Schöbel auf dem Weg zur Premiere von „Das Geheimnis der Hebamme“ auf der Felsenbühne Rathen. Foto (lv)


Vor dem romantischen Ritt an den Hof des Markgrafen in Meißen lauern ständig Gefahren, wird die Liebe des edlen Ritters Christian zu der schönen und klugen Hebamme Marthe auf eine harte Probe gestellt.

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Wo der Humor wilde Blüten treibt – Das Kleine Welttheater in Radebeul

04 Montag Jun 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Humorvoller Blick auf die Welt und sich selbst: das Künstlerpaar Alf Mahlo und Henriette Ehrlich erfüllte sich den Traum vom eigenen Theater. 
Ach wie gut, dass niemand weiß… Zauber der Verwandlung im Märchenprogramm mit Clown Lulu alias Joachim Lippmann und Alf Mahlo im Kleinen Welttheater in Radebeul. Fotos: Max Patzig

Humorvolle Reise durch die Märchenwelt

Der Komödiant und Entertainer Alf Mahlo zeigte zusammen mit Clown Lulu sein erstes Kinderprogramm im Kleinen Welttheater in Radebeul.

Der alte Wolf im Zottelmantel und Fliege würde gern mal einen Helden spielen. Mit einem Wolfszähne-Schleif-Song singt er sich Mut zu. Während Rotkäppchen
sich beherzt gegen den verfressenen, grimmigen Gesellen zu wehren weiß, indem das kecke Mädchen ihn fröhlich singend mit dem Schifferklavier zu einer Polonaise quer durch den Zuschauerraum mitreißt. Mit von der Partie sind außerdem ein vorlauter Froschkönig, Hans von Glück, Rumpelstilzchen, Hänsel und Gretel und die tückisch mit Zuckerwerk lockende Hexe auf einer mit viel Fantasie, Spielwitz und Musik erzählten Reise durch „Die schönsten deutschen Märchen… In 70 Minuten“ mit Vollblutkomödiant Alf Mahlo & Clown Lulu.

Premiere hatte ihr gemeinsames Programm für kleine und große Zuschauer unter Regie von Henriette Ehrlich und liebevoll ausgestattet von Andrea Wiener am Sonntagnachmittag im Kleinen Welttheater in Radebeul-Altkötzschenbroda. Es war ein vergnügliches wie aufregendes Abenteuer auch für den Entertainer Mahlo, gab er zu, der das erste Mal vor Kindern spielte, unter ihnen sein Sohn Alfons. Sie saßen auf Decken vor der Bühne und verfolgten lebhaft mit Zurufen, „Ahs“ und „Ohs“ und auch mal „Nö“ die spontan und mit viel Situationskomik agierende, bunte Märchenfiguren-Meute. Als Isegrimm, graue Eminenz des Moritzburger Märchenwaldes nimmt Mahlo lustig reimend und auch ein bisschen wehmütig das Publikum für anderthalb Stunden mit in eine Welt, als die Menschen noch in Eintracht mit der Natur lebten und die Sprache der Tiere verstehen konnten, bevor Habgier einzog.

Da wechseln Zauber, List und Tücke ständig. Wird hemmungslos geprahlt, geflunkert und Stroh zu Gold gesponnen. Da verleihen Mahlo und Clown Lulu in schnellem Rollenwechsel einem Dutzend Märchenfiguren Gestalt, frisch und frei interpretiert und vielseitig zwischen Schauspiel und Improvisation, Puppentheater, Pantomime und Gesang pendelnd. Im Sommer letzten Jahres erfüllte sich Mahlo zusammen mit der Schauspielerin Henriette Ehrlich in einem umgebauten alten Scheunengebäude den Traum vom eigenen Theater. Mit urigem, südlichen Flair. Steinwänden, venezianischer Tapete, zitronig leuchtenden Spiegeln, Kronleuchter und rotem Vorhang auf der ausziehbaren Bühne. Die Spielstätte hat 90 Plätze. Für Theatervorstellungen, Vorträge, Firmenevents bis zu Familienfeiern. Das Kleine Welttheater arbeite eng zusammen mit dem Betreiber des Wirtshauses Sonnenhof im vorderen Gebäude. So werde zum Theaterbesuch auch ein extra Buffet angeboten, so Mahlo. „Wir sind aber kein Dinnertheater.“ Das Angebot werde gut angenommen und die Tickets meist im Vorverkauf online gebucht. Das funktioniere gut.

„Zu uns kommt ein illustres, anspruchsvolles Publikum auch über Radebeul und das Dresdner Umland hinaus, viele Stammgäste, aber auch zufällige Besucher. Es hat sich schneller entwickelt als gedacht“, so Alf Mahlo. Er schreibt die Stücke und Henriette Ehrlich inszeniert. Sie spielen meist zu zweit und hin und wieder mit Gästen. Und gehen auch weiterhin auf Gastspieltouren. „Aber wir wollten eine eigene Heimstätte“, so Mahlo. Die Bandbreite im Kleinen Welttheater reicht von Komödien wie „Jägerstolz im Unterholz“ und einem Stück über den Radebeuler Naturkundler und Visionär Eduard Bilz bis zu „Mahlo`s Gossenhauer“, Kneipensingen mit den Besuchern in fröhlicher Runde mit lebensprallen Liedern im Restaurant Sonnenhof. Das nächste Mal zu erleben am 28. Juni, ab 20 Uhr. Das Märchenstück mit Alf Mahlo & Clown Lulu wird am 10. Juni, um 15 Uhr wieder gespielt im Kleinen Welttheater in Altkötzschenbroda.

Text (lv)

http://www.kleines-welttheater.de

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Spielzeiteröffnung in der St. Pauli Ruine mit Molierès „Der Bürger als Edelmann“

02 Samstag Jun 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Foto: St. Pauli Ruine

Humorvolle Posse auf Maulhelden

Die neue Spielzeit in der St. Pauli Ruine steht unter dem Titel „Sommer der Leidenschaft“. Mit viel Spiel- und Improvisierfreude und hoffentlich vielen Besuchern versucht der Theaterruinen-Verein die drastische Kürzung von 20 000 Euro durch die Stadt in diesem Jahr zu überstehen.

Nichts kann ihn aufhalten. Der wohlhabende, aber wenig feinsinnige Monsieur Jourdain möchte gern ein Edelmann werden in der Komödie „Der Bürger als Edelmann“ von Molière. Mit der herrlich verdreht-komischen und zeitlosen Geschichte und Parodie auf Selbstgefälligkeit und Kleingeist unter Regie von Jörg Berger eröffnete die neue Spielsaison in der St. Pauli Ruine am Königsbrücker Platz.

Da wird in der Inszenierung erbittert gestritten, welche der Künste – Musik, Tanz, Fechten oder Philosophie – die schönste und nützlichste ist. Da verrenkt sich Jourdain (schön großspurig: Michael Hochmuth) den Kiefer beim Sprechen und sieht sich von lauter Trotteln umgeben. Zerreißt er ein Blatt mit einer Serenade und stimmt in Schlafhemd und Zipfelmütze Satisfaction von den Stones an. Herausgeputzt mit Blümchenweste wie ein Pfingstochse und einem Lampenschirm als Hut (Ausstattung/Kostüme: Anja Pfefferkorn, Anuschka Kilian-Buck) empfängt er die vornehme Marquise, trumpft vor Frau und Dienstmagd auf als Maulheld und macht sich zum Narren vor allen.

Als witzig-absurder Höhepunkt seines Aufstiegs wird er in einer feierlichen Hochzeitszeremonie mit fähnchenschwenkenden Zuschauern, viel Rauch und hypnotischen orientalischen Klängen von bärtigen Männern zum ehrwürdigen „Mamamouchi“ mit Turban gekrönt, der versehentlich seine Tochter Lucile mit dem zuvor abgewiesenen Cléonte als fremdem Adligen verheiratet. Theater mit Witz und Anspruch, voller Leicht- und Tiefsinn mit spielbegeisterten Laiendarstellern
(in der Molière-Komödie agieren komisch-deftig nah am Publikum außerdem: Angela Huth, Carola Pohlan, Luisa Ludwig, Jens Döring, Leander Mieth, Rainer Könen, Ingmar Härtel, Matthias Starke und unverwüstlich witzig-weise Karl Weber) kommt in dem urigen Gemäuer unterm Glasdach fast allabendlich von Mai bis Oktober auf die Bühne.

Dabei ist die derzeitige Situation für den Verein der TheaterRuine St. Pauli e.V. nicht gerade zum Lachen.
Der Dresdner Stadtrat hat die Kulturförderung für die Spielstätte in diesem 
Jahr massiv gekürzt, 20 000 Euro weniger als bisher für die Theaterruine und den St. Pauli Salon mit soziokulturellem Angebot. „Wir wurden von der Kürzung überrascht, hatten gerade ein neues Konzept erarbeitet. Die Einsparungen haben schon Auswirkungen in dieser Spielzeit“, sagt Jörg Berger, Regisseur und künstlerischer Leiter der TheaterRuine. Eigentlich wollte er das märchenhaft-verrückte Soundheim-Musical „Into the Woods“ (Ab in den Wald) inszenieren, was jedoch wegen der zu zahlenden Tantiemen vorerst nicht gehe.

Auch bei den Gastspielen gebe es Abstriche. Neben Repertoire-Stücken und einer weiteren Premiere, „Lysistrata“, einer Geschlechter-Krieg-Komödie von Aristophanes (20.7.) stehen diesmal besonders Chorkonzerte und Liederabende, darunter einer zum 20. Todestag von Gerhard Gundermann mit dem „Folkskunstkollektiv“ Huderich (21.6.) im Programm.

„Wir sind für die Stadt immer noch die preiswerteste Variante als Verein. Die Theaterruine und der St. Pauli Salon sind sehr gut besucht. Jedoch die 20 000 Euro Miete, die auch an die Stadt geht, nicht finanzierbar für uns“, so Berger. Letztes Jahr kamen rund 20 000 Zuschauer zu den rund 150 Veranstaltungen der Theaterruine. „Wir haben bereits eine Petition mit 5 500 Unterschriften von Besuchern, die sich für mehr Unterstützung durch die Stadt einsetzen, im Rathaus eingereicht“, sagt Berger. Er hofft, dass die Förderung im nächsten Jahr wie bisher weitergeht.

Nächste Vorstellungen: „Der Bürger als Edelmann“ von Molière am 13. und 14.6., 19.30 Uhr

Text (lv)

http://www.pauliruine.de

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Premiere „Einige fühlen den Regen, andere werden nass“ & Festivaltag mit Stücken von Jugendlichen im Theater Junge Generation

30 Mittwoch Mai 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Projekte, Theater

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Fotos: Marco Prill/TJG

Vom Zauber des Augenblicks

Manches ahnt, anderes weiß man oder glaubt es. Wenn der Himmel grau und die Luft staubtrocken ist, es greifbar ist bevor die ersten Tropfen fallen und erfrischend über die Haut rinnen. Man kann es als schön, wohltuend oder ärgerlich empfinden. Den unverhofften Zauber des Augenblicks oder nüchtern sachlich nur die Tatsachen sehen.
Um die Fülle an Momenten und Möglichkeiten, die Welt, sich selbst und andere zu betrachten, geht es in der Aufführung „Einige fühlen den Regen, andere werden nass“. Eine spielerische, bilder- und klangreiche Entdeckungsreise mit allen Sinnen, in Szene gesetzt von siebzehn jungen PerformerInnen zwischen 13 und 16 Jahren der Theaterakademie zusammen mit dem TJG-Artist in Residence, BBB Johannes Deimling auf der Kleinen Bühne im Theater Junge Generation. Am 31. Mai, um 10 Uhr das nächste Mal zu sehen.

So vieldeutig wie der Titel ist auch das Spiel mit Wahrnehmung, verr-rücktem Blick auf alltägliche Dinge und Situationen und Perspektivenwechsel, die Inneres und Äußeres, Bekanntes, Vertrautes, Gewohnheiten in anderem Licht darstellen, indem sie die Richtung ändern, sie ins Gegenteil verkehren und damit Raum für Neues entstehen lassen.

Da pochen Füße Regengeräusche auf den Boden, sacht und pladdernd, öffnen sich Hände langsam vom Gesicht, sehen und treffen sich Blicke, verbindet oder verliert man sich in der Gruppe, sucht nach Halt und eigenem Ausdruck. Da bewegen sich Schirme, Seile, wogt ein Koffer und ein bunt behängter Ast wie ein Uhrpendel hin und her, recken sich farbige Sockenhände blassweißer Körper in die Luft als würden die Füße schweben. Alles ist möglich, alles eine Frage des Blickwinkels in diesem sehr offen gehaltenen Bilderreigen, in dem das Mädchen mit dem Xylophon vom Anfang nicht mehr die Tonleiter rauf und runter spielt, sondern sich vom nächsten Ton überraschen lässt. Viel Beifall von kleinen und großen Zuschauern.

Text (lv)


Foto: Marco Prill/TJG zur Theaterakademie-Inszenierung: „Liegt Europa in mir?“

Alle Formate, Projekte und Inszenierungen: Festivaltag der Theaterakademie am 2. Juni 2018

Am 2. Juni präsentiert die Theaterakademie des TJG ab 14 Uhr einen ganzen Nachmittag und Abend lang sämtliche Ideen, Arbeiten und Inszenierungen, die in der sich ihrem Ende nähernden Spielzeit unter Mitwirkung von Jugendlichen am Haus entstanden sind – ein Angebot für alle, die eine Inszenierung verpasst haben oder sich einen Überblick verschaffen wollen, welche Möglichkeiten des Mit- bzw. Selbermachens das TJG Jugendlichen bietet.
Zugleich werden an diesem Tag Videos und Live-Performances gezeigt, die im Rahmen von PLATFORM shift+ mit Jugendlichen in Dresden, Tallinn, London und Marseille zum Thema „creative activism“ erarbeitet wurden.

Das Festivalticket kostet 5,00 Euro und gilt für alle Inszenierungen. Gegen seine Vorlagen erhält man an der Vorverkaufs- oder Tageskasse kostenfreie Eintrittskarten für die einzelnen Vorstellungen.
Da die Platzkapazität begrenzt ist, wird ein frühzeitiges Sichern der Eintrittskarten empfohlen.

Sonnabend, 2. Juni, ab 14 Uhr im tjg. im Kraftwerk Mitte
www.tjg-dresden.de

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Gruselspaß, Winnetou-Fest und das Geheimnis der Hebamme auf der Felsenbühne Rathen

12 Samstag Mai 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Von einem, der auszog, das Gruseln zu lernen

Eröffnung der Saison auf der Felsenbühne Rathen am 12. Mai 2018, 15.00 Uhr mit einem Märchen von Manuel Schöbel nach den Gebrüdern Grimm (ab 6 Jahre). Kleine Gespenster sind am 12. und 13.5. mit freiem Eintritt eingeladen.

An diesem Wochenende darf sich auf der Felsenbühne Rathen gegruselt werden, denn dann spuken nicht nur auf der Bühne in „Von einem, der auszog, das Gruseln zu lernen“ Gespenster rum, sondern hoffentlich auch viele kleine und größere Gespenster im Zuschauerraum. Denn an diesen beiden Tagen bekommen Kinder bis 14 Jahren, die als Gespenst verkleidet kommen, freien Eintritt.

Karl (Felix Lydike), der jüngere Sohn des Korbmachers, ist so ganz anders geraten als sein Bruder. Stellt sich dieser geschickt und gescheit an, will Karl einfach nichts gelingen. Und begeistern kann er sich auch für nichts. Das Markttreiben pulsiert: da wird gefeilscht, gescherzt und gestritten, gegessen und gefeiert und bewundert, doch Karl kann sich nicht freuen. Vielleicht, weil er sich vor nichts fürchtet? Der Junge ahnt, dass man das Leben nicht genießen kann, wenn man vor nichts Angst hat. Und so sehnt er sich danach, sich endlich einmal richtig zu gruseln.

Zu Hause hat er nichts zu verlieren, denn niemand kann etwas mit ihm anfangen – das glaubt er zumindest. Dabei übersieht er Suse, die ihm auf seiner Suche nach der Furcht mit Herz und Rat und Tat zur Seite stehen wird.

«Wenn‘s mir nur gruselte! Wenn‘s mir nur gruselte!», wünscht er aus tiefster Seele und versucht es um Mitternacht auf dem dunklen, unheimlichen Kirchturm, bei den Gehenkten auf dem Ziegenberg und schließlich in einem verwunschenen Schloss. Schafft er es, die Gespenster zu besiegen, wird er das halbe Königreich und die Prinzessin zum Lohn bekommen. Er nimmt es also mit großen schwarzen Katzen, einem fahrenden Bett, halben Männern und mit Gerippen auf und erweist sich als viel klüger und gewitzter als alle glaubten. Doch das Gruseln will und will sich nicht einstellen. Bis er plötzlich Suse aus den Augen verliert …

Inszenierung: Steffen Pietsch; Ausstattung: Tilo Staudte; Kostüme: Katharina Lorenz

Musik; Sebastian Undisz; Choreografie: Michal Sandor

Darsteller: Karl, Nachbar – Felix Lydike;  Suse,- Forellenfriedel, Nachbarin, Gehenkter –Luca Lehnert/ Cordula Hanns; Heringshanne, Küsterin, Wirtin, Höfling, Gehenkter, Katze, Halber, Gerippe – Julia Vincze; Korbmacher, Anderer, – Michael Heuser; Anton, Haushofmeister, Fuhrmann, – Grian Duesberg; Marktschreier, König, – Olaf Hörbe;, Küster, Wirt- Holger Uwe Thews;  Arco, , Katze, Halber, Gerippe – Michal Sandor

Nächste Vorstellungen:

3.6., 15 Uhr, Von Einem, der auszog…;
28.6., 11 Uhr, Von Einem, der auszog…;
30.6., 16 Uhr, Von einem, der auszog…; 
 

Der Sommer 2018 auf der Felsenbühne Rathen

Vom 12. Mai bis 2. September stehen insgesamt 84 Vorstellungen, neun Inszenierungen und vier Gastspiele im Programm.

Große und kleine Abenteuer erwarten Alle, wenn sie den romantischen Aufstieg zur Felsenbühne Rathen mitten im Nationalpark Sächsische Schweiz bewältigen. Egal ob sie die Blutsbrüder Winnetou und Old Shatterhand in „Winnetou I“  im Wilden Westen oder die Jägerburschen Max und Kaspar im Ringen um die schöne Agathe in der Oper „Der Freischütz“ erleben wollen.

Winnetou und Old Shatterhand ritten vor 80 Jahren erstmals durch die sächsischen Berge. Deshalb feiern wir am 19. Mai ein Großes Winnetou-Fest mit zahlreichen ehemaligen Darstellern der berühmten Helden Karl Mays auf der Bühne und im Kurort Rathen.

Jeden Sommer sind sie aber auch voller Neugier auf die neuen Helden. Im Sommer 2018 wird der sagenumwobene „Zorro“ über die Bühne reiten und im gleichnamigen Musical für Gerechtigkeit und gegen seinen Bruder anfechten.

Ebenso dramatisch – nur in einer andern viel länger zurückliegenden Zeit- geht es im neuen Stück „Das Geheimnis der Hebamme“ nach dem vielgelesenen Roman von Sabine Ebert zu. Es erzählt die Geschichte einer Hebamme, die durch das mittelalterliche Sachsen irrt, zwischen die Machtkämpfe von Rittern und Landesfürsten gerät und um Anerkennung ihrer Liebe und nicht zuletzt um ihr Leben kämpfen muss.

Grimms Märchenfreunde sind herzlich willkommen  zu „Von Einem, der auszog das Gruseln zu lernen“, „Die Goldene Gans oder was wirklich kleben bleibt“  und „Schneeweißchen und Rosenrot“.

In Lakomys Familienmusical „Die Sonne“ erleben die Kinder mit Benjamin und Quingel eine spannende Reise.

Abenteuer, Helden, Prinzessinnen, schöne Stimmen, Pferde und auch Märchen, all dies bietet die Felsenbühne Rathen im Sommer 2018.

Text: Petra Grubitzsch/LB Sachsen

Premieren

Von Einem, der auszog, das Gruseln zu lernen ( 10 x)

Sb, 12. Mai -15.00 Uhr
Märchen von Manuel Schöbel nach den Brüdern Grimm (ab 6),
Regie Steffen Pietsch

Das Geheimnis der Hebamme – UA – ( 10 x)

Fr 8. Juni – 18.30 Uhr
Von Sabine Ebert, Nach dem  gleichnamigen Roman für die Bühne adaptiert von Odette Bereska,
Regie Manuel Schöbel

Zorro – Das Musical  (9 x)

Fr 22. Juni – 19.30 Uhr,
Buch und Gesangstexte: Stephen Clark, Musik: The Gipsy Kings, Co-Komponist und musikalische Anpasssung: John Cameron, Originalgeschichte: Stephan Clark und Helen Edmundson, Deutsch von Holger Hauer (Gesangstexte) und Jürgen Hartmann (Buch),
Regie Manuel Schöbel 

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Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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