Musik, die ins Blut geht: Prinz Alexander (Carlos Praetorius) und Aljona (Adrienne Lejko) tanzen übermütig und die feuerrote Blume entfaltet all ihren Zauber im diesjährigen Sommermärchen des Theater Junge Generation auf der Zoo-Bühne. Foto: Marco Prill/TJG

Von der Feuerroten Blume bis zu Shakespeare auf hoher See

Märchenhaft, abenteuerlich und fröhlich bunt
geht es zu beim diesjährigen Sommertheater
für klein und groß unter freiem Himmel.

Eine mächtige Zauberin verwandelt einen Prinzen in ein hässliches Ungeheuer, weil er ihr Geschenk – eine feuerrote Blume – zurückweist. Nun muss er allein tief im Wald hausen. Bis eines Tages das Mädchen Aljonuschka auf abenteuerlichen Wegen dorthin gelangt, auf der Suche nach ihrem Vater, einem Kaufmann, der von seiner weiten Reise nicht zurückkehrte. Anders als ihre zwei Schwestern wünschte sie sich von ihm nicht schöne Kleider und glitzernden Schmuck, sondern jene
wundersame Blume. Die sich ganz von allein zu erkennen gibt 
und das Allerschönste auf der Welt ist.

Was es braucht zum Glücklichsein, woran man Liebe messen und wann man ihr vertrauen kann, davon erzählt die neue Sommertheater-Inszenierung des Theaters Junge Generation „Die Feuerrote Blume“ von Ania Michaelis nach einem russischen Märchen von Sergej T. Aksakov auf der Freilichtbühne im Zoo Dresden, umgeben von lustigen Tiergeräuschen. Viele Erwachsene kennen sicher noch den zauberhaften Märchenfilm, 1978 gedreht als eine Version des französischen Märchens „Die Schöne und das Biest“.

Wie Aljonuschka es schafft, ihr Glück zu finden und das Waldungeheuer zu erlösen, darauf dürfen Zuschauer ab sechs Jahren und alle, die noch staunen und träumen können, gespannt sein. Das Märchenstück wird fast den ganzen Juni gespielt. Wochentags um 10 Uhr und am Wochenende um 16 Uhr. Der Zoobesuch ist mit der Vorstellung im Ticketpreis enthalten.

Gruselspaß im Sonnenhäusel im Großen Garten

Das Puppentheater Sonnenhäusel im Großen Garten wird diesen Sommer zum Gespensterschloss und Schauplatz einer nicht alltäglichen Geschichte über getrübte Harmonie im Zusammenleben. Im Stück „Drei miese, fiese Kerle“ von Paul Maar und Susann Opel-Götz in einer Fassung von Jule Kracht für Zuschauer ab vier Jahre machen die Nachbarn Rabbatz, erschreckt ein dickes Ungeheuer Passanten, während Konrads Onkel Hausmausik macht. Der Junge versucht zusammen mit einer karierten Katze, Anti-Gespensterkugeln und einem ausgebufften Plan, dem grusligen Treiben ein Ende zu bereiten.

Abenteuerliche Reise auf hoher See im Bärenzwinger

Sehr verwegen und nach Abenteuer klingt auch das neue Sommertheater-Stück im urigen Innenhof des Bärenzwinger: „Meuterei auf der Country – ein Shakespeare auf hoher See“ aus der Feder von Regisseur Peter Förster. Mit einer Compagnie von freischaffenden jungen Schauspielern bringt er Volkstheater im besten Sinne, nah am Publikum, witzig-komisch und mit aktuellen Bezügen auf die Bühne. Zu sehen ab 19. Juli bis Anfang September, sechs Mal die Woche (außer montags).

Komödien und Konzerte in der St. Pauli Theateruine

Unter dem Spielzeit-Motto „Sommer der Leidenschaft“ kommen Herz und Humor auch bei den Aufführungen mit einem Dutzend spielbegeisterter Amateure in der St. Pauli Ruine nicht zu kurz. Die Bandbreite in dem romantischen alten Kirchgemäuer am Königsbrücker Platz reicht von Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ über Molières
Charakterkomödie „Der Bürger als Edelmann“, die Komödie „Lysistrata oder Der Weiberkrieg“ von Aristophanes, die am 20. Juli Premiere hat, bis zum Goethical „Faust rockt!“ Außerdem sind wieder viele Konzerte und Chorauftritte von Klassik, Pop bis Jazz und Chanson bis in den Herbst zu erleben.

Platzinstallationen von Muriel Cornejo und César Olhagaray aus Chile beim Scheune-Schaubuden–Sommer im Juli 2017. Das XXI. Internationale Sommerfestival für Theater, Vergnügen und Musik in der Dresdner Neustadt lockt dieses Jahr. Foto: André Wirsig

Buntes Schaubuden-Vergnügen in der Neustadt

Bunt, fröhlich und fantasiereich geht es beim Scheune-Schaubuden-Sommer vom 12. bis 22. Juli rings um das Kulturzentrum Scheune auf der Alaunstraße in der Neustadt zu. Insgesamt über 100 Künstler aus aller Welt, Schauspieler, Performer, Tänzer, Musiker, Clowns und Akrobaten laden allabendlich klein und groß auf dem wundervoll gestalteten Budenplatz zu besonderen Erlebnissen, zum Wundern und Umherwandeln ein. Zwölf Vorstellungen stehen im abwechslungsreichen Programm jeden Abend zur Auswahl. Der Schaubudenplatz öffnet täglich um 19 Uhr bis Mitternacht.

Picknickkorb voller Poesie mit dem Pantomimen-Duo Bodecker & Neander im Societaetstheater

Zum Theatergenuss im Grünen lädt das Societaetstheater wieder auf seiner Gartenbühne ein. Dann sitzt das Publikum gemütlich auf der Wiese unterm Blätterdach, während es einen „Sommerabend“ mit dem Pantomimen-Duo Bodecker & Neander erlebt (vom 1. bis 14. Juli). Die zwei international gefeierten Künstler aus Berlin reisen diesmal mit einem prall gefüllten Picknickkorb voll witzig-wortloser, poetischer Szenen.

Winnetou und Zorro auf der Felsenbühne Rathen

Immer einen Ausflug wert ist die Felsenbühne Rathen mit einem vielseitigen Programm für alle Generationen. Das reicht vom Musical „Zorro“ mit zündender Musik von den Gipsy Kings, über das Märchen „Von einem, der auszog, das Gruseln zu lernen“, das Abenteuerstück „Winnetou I“ von Karl May bis zum Familienmusical „Die Sonne“ mit Liedern und Geschichten aus dem Traumzauberwald von Reinhard Lakomy und Monika Erhardt.

Text (lv) 

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