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Kategorien-Archiv: Unterwegs

Fülle des Lebens & der Farben & Formen: Ausstellung „Alterswerke – Kunstgeschicht(e)n erzählen“ auf der Albrechtsburg Meißen

26 Samstag Mär 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Unterwegs

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Schöne Überraschung auf dem Weg zur Albrechtsburg. Zum Glück hatte ich Katzenfutter dabei…

„Das Vergessen“, Sägemalerei von Winfried Hänel, 2020


„Liebespaar“, Acryl auf Leinwand von Regina Zepnick, 2016; „Meine Mutter und ich“, Öl auf LW von Rolf Walter, 2021


„Zauberer am Meer“, Acryl auf LW von Stefan Plenkers, 2019; „Fächer, Tanz“, Digitalcollage von Volkmar Fritzsche, 2020

Kunst hält jung

Das zeigt eindrucksvoll die Sonderausstellung „Alterswerke“ mit aktuellen Arbeiten von 80 Künstlerinnen und Künstlern auf der Albrechtsburg Meißen.

„Malen ist eine Sache, von der man den Ausgang nicht weiß, wie das Leben an sich – es ist Arbeit, die einem Freude macht und einen manchmal zur Verzweiflung bringen könnte.“ Ein anderer bekennt: „Eine Portion Verrücktheit gehört natürlich auch zu so was.“ Das bringt auf ungewöhnliche Ideen. „Meine erste Staffelei habe ich mir aus geklauten Zaunlatten, die irgendwo locker waren, selber gebaut“, verrät einer. „Ich hab mich als Künstler noch nie alt gefühlt, ein Künstler muss mit seiner Zeit gehen, er muss den Geist seiner Zeit einfangen“, erfährt der Betrachter.

Wie Künstler sich und ihr Tun selbst sehen, steht auf einer Stellwand voller Zitate, leider ohne Namen, am Eingang zur neuen Sonderausstellung “Alterswerke“ – Kunstgeschichte(n) erzählen“, die coronabedingt pausierte und nun wieder geöffnet ist auf der Albrechtsburg Meißen. Die Ausstellung entstand gemeinsam mit dem Künstlerbund Dresden e.V. Teilnahmeberechtigt waren in diesem Jahr 150 sächsische Bildende Künstlerinnen und Künstler, die 70 Jahre und älter sind. 80 von ihnen luden die beiden Kuratorinnen Nina Fischäss und Maren Marzilger in ihre Ateliers zur Auswahl von Werken und zum Gespräch ein. Ausschnitte aus diesen Interviews, die über das Gezeigte hinaus Eindrücke zum Schaffen und zur Persönlichkeit der Künstler vermitteln sollen, kann man per Audioguide auf dem Ausstellungsrundgang hören.

Zu sehen sind aktuelle Arbeiten in großer Bandbreite von Malerei, Zeichnungen, Collagen, Fotografie, Skulpturen bis zu Objekten. Eine Fülle an Farben, Formen und Darstellungen unterschiedlich in Intensität und Ausdruckskraft. Jeder Künstler ist mit einem Werk vertreten, einige mit mehrteiligen Arbeiten. Darunter zwei farbige Aquarelle, „Nachricht aus dem Paradies“ und „Trauer um den geschlagenen Baum“ von Wolfgang E. Herbst Silesius. Farbe hat für ihn viel mit Rhythmus zu tun. „Madrid, Museumstreppe“, heißt eine analoge Fotografie von Michael Vogler mit gewundenen Stufen, die an übereinander gelegte Masken erinnern. „Weben und Leben“, nennt Meta Keppler ihr Triptychon verwobener Flächen aus Blattgold, Papier und Fine Liner. Warme und erdige Farbtöne dominieren auf den Leinwänden. Fragiles und Kraftvolles, Vergänglichkeit und Lebensfreude sind nah beieinander in den Werken, die Figürliches, Landschaften und Gebäudeumrisse, durchzogen von Zeit- und Erinnerungsspuren von abstrakt bis konkret zeigen. Der Schatten des „Vergessens“ liegt über einer orange leuchtenden Landschaft mit welligen Linien und Kerben, die Sägemalerei stammt von Winfried Hänel.

Das „Flimmern am Bootshaus“ hielt in beschwingten Farbspiegelungen Bodo Brzóska fest. Stein-Fragmente auf weißem Papier ragen auf einem Holzschnitt von Angelika Brzóska. Eine „Schwarze Sonne“ rotiert wie in einem dunklem Metallkäfig von Reinhard Zabka. Eine sich wie ein wildes Tier gebärdende „Flachzange“ und eine “Flachzangenballerina“ in schwungvollem Handstand zeigen zwei witzig-fantasievolle, bemalte Keramiken von Heidemarie Dreßel. „Neues und Altes Jahr“ erscheinen geisterhaft und verlockend in einem Gemälde von Hernando León. Schön  traumversunken der „Zauberer am Meer“ von Stefan Plenkers. Eine verführerische Dame mit Zylinder und Fächer begegnet einem in einer Digitalcollage von Volkmar Fritzsche.

Erschreckend aktuell wirkt ein kleiner rostbrauner „Adler – ostwärts blickend“, geformt aus einem Bombensplitter und an eiserner Kette festgehalten in einem Werk von Armin Bock von 2017. Berührend lebhaft-kraftvoll und heiter gelassen sieht eine helle Sandsteinfigur dem „Totentanz“ entgegen in der Skulptur von Eva Backofen. Kunst hält jung und behält ihre Träume bis ins hohe Alter, das zeigt diese Ausstellung eindrucksvoll. Und ermuntert dazu auch die Besucher.
Die Ausstellung wurde bis 24. April verlängert und es finden auch Kuratorinnenführungen statt.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten: Täglich von 10 bis 18 Uhr

http://www.albrechtsburg-meissen.de

„Neues und Altes Jahr“, Acryl von Hernando Leon, o.J.


„Adler – ostwärts blickend“, Objekt aus Bombensplitter von Armin Bock, 2017


„Flachzange“ und „Flachzangenballerina“, Objekte, Keramik bemalt von Heidemarie Dreßel, 2020


„Schwarze Sonne“, Objekt von Reinhard Zabka, o.J.


„Totentanz“, Skulptur, Sandstein von Eva Backofen, 2019

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Ausstellung „Jahreszeiten – Landschaften in der Farbradierung“ von Markus Retzlaff im Museum und Galerie Heimatstuben in Schellerhau

28 Freitag Jan 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Unterwegs

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Selbstbildnis von Markus Retzlaff

Blick auf Vergangenes: Hinter dem zersplitterten Fensterglas befand sich das
erste Atelier des Künstlers.

Weiße, weite Landschaft: Panorama mit der Friedenskirche und den Weinbergen in Radebeul.

Landschaften als Spiegel von Veränderungen

Mit einer Ausstellung mit Farbradierungen von Markus Retzlaff eröffnete das Museum und Galerie Heimatstuben in Schellerhau das neue Ausstellungsjahr.

Ein altes Bauernhaus, das in winterliches Weiß gehüllt, weniger trostlos wirkt. Das sogenannte „Gut Wagner“ mit Wohngebäude und Stallungen, in denen früher Schweinezucht betrieben wurde, stand fast 20 Jahre leer und verfiel zusehends. Markus Retzlaff entdeckte das malerische Gemäuer in Mettelwitz auf einer Erkundungstour während des Projekts „500 Jahre Lommatzscher Pflege“ 2017. „Danach bin ich immer wieder hingefahren mit dem Moped und habe die ersten Skizzen von dem Haus gezeichnet“, erzählt der in Altkötzschenbroda, dem alten Dorfkern von Radebeul lebende Künstler. Inzwischen ist das alte Gehöft gerettet und saniert vom neuen Besitzer, einem Rechtsanwalt. Retzlaff hat das Gebäude, das zwölf Fenster in der oberen Reihe besitzt, ihm fallen dazu die zwölf Apostel oder Monate eines Jahres ein, und seinen Zustand im Frühling, Sommer und Winter in Bildern festgehalten. Das schneebedeckte Bauernhaus ziert nun das Titelbild der Ausstellung “Jahreszeiten – Landschaften in der Farbradierung“ von Markus Retzlaff, die am vergangenen Sonntag mit einem Künstlergespräch im Museum und Galerie Heimatstuben, Hauptstraße 87 im Altenberger Ortsteil Schellerhau eröffnete.

Rund 50 Arbeiten, kleine und große Formate, aus über zwei Jahrzehnten hängen an den Wänden und sind in einer Grafikmappe zu sehen.“Weil ich wusste, ich stelle in trister Zeit, im Januar, aus, wollte ich einen optimistischen Ausblick und die Besucher mit den Bildern in den Frühling hineinführen“, so Retzlaff. Das Auge schwelgt in den opulent, farbkräftigen und erdigen, fein nuancierten Radierungen, wie den Ansichten im wechselnden Licht der Jahreszeiten unterhalb vom Schlossgarten Scharfenberg und dem Barockgarten Zabeltitz bei Großenhain, der Weg zwischen den Teichen zum Schloss. Lila Schwertlilien blühen vor gelbem Hintergrund im Hochformat.

Der Leiter der Galerie, Dietrich Papsch und die Schellerhauer Kunstfreunde sind glücklich, das Haus wieder öffnen zu können mit einer neuen Ausstellung. Er besuchte Retzlaff im Sommer letzten Jahre in seinem Atelier Oberlicht in Altkötzschenbroda und war „angetan von den Arbeiten.“ Sie passten gut nach Schellerhau, so der Künstler. Dort sind die Werke von Landschaftsmalern aus dem Osterzgebirge aus der Zeit bis vor dem Ersten Weltkrieg und Gegenwartskunst zu sehen. Mit Künstlern wie Hans-Jürgen Reichelt und Jochen Fiedler, die schon dort ausstellten, sei er zudem in guter Gesellschaft.

Seit seinem Studium an der Dresdner Kunsthochschule interessiert sich Markus
Retzlaff für Farbradierungen, mit denen er die Grafik in die Malerei transportiert. Er ist einer von wenigen Künstlern, der diese alte Technik noch beherrscht. Ausgangspunkt für seine Radierungen sind Bleistiftskizzen, die Handzeichnungen überträgt er auf eine Kupferplatte. Anschließend druckt er mit mehreren Platten verschiedene Farbebenen übereinander. Jedes Blatt ist einmalig, ein Unikat. Die Umgebung von Schellerhau findet Retzlaff auch reizvoll und kommt sicher bald mit Skizzenblock und Bleistift für Wald- und Wegestudien für neue Bilder zurück. Die Ausstellung versammelt ebenso Arbeiten, mit denen Markus Retzlaff persönliche Erinnerungen verbindet. Darunter ein Selbstbildnis in dunklen Farbtönen, das ihn allein vor Blumenstrauß, Weinglas und Pinselbecher zeigt. Es entstand 2010, als „die Gruppendynamik im Atelier Oberlicht wegbrach.“ Dieses ist seit mehr als 20 Jahren sein Schaffens- und Rückzugsort, steht aber auch für Austausch und Zusammenarbeit mit anderen Künstlern offen.

Ein Blick auf Vergangenes ist auch die Radierung mit dem zersplitterten Glas im Fensterrahmen, das wie eine Figur oder Vogel erscheint. Dahinter befand sich sein erstes Atelier, im Haus am Lercher Weg in Meißen, wo Retzlaff als junger Maler wohnte und sein Frühwerk entstand. Nach einem Brand wurde das Haus abgerissen. Und die Radierung steht nun als Sinnbild auch für die Brüche im Leben, Veränderungen und Neuanfang. Dies spiegeln auch die Landschaften, wie das wunderbar weite, winterliche Panoramabild von der Friedenskirche und den Weinbergen in Radebeul. Es gehe ihm auch darum, den ursprünglichen Zustand in den Bildern zu bewahren, so Retzlaff.

Beim Ausstellungsaufbau wurde in den Heimatstuben in Schellerhau gedreht innerhalb der Sendereihe „Unser Dorf hat Wochenende“ des Mitteldeutschen Rundfunks, in der regelmäßig Orte, ihre Bewohner, die Pflege von Traditionen, Handwerk und Kultur im ländlichen Raum vorgestellt werden. Der TV-Beitrag über Schellerhau wird am 29. Januar, um 12.45 Uhr gesendet und ist danach unter MDR.de/Mediathek zu finden. Die Ausstellung von Markus Retzlaff ist noch bis 24. April in der Galerie Heimatstuben Hellerau zu  sehen. (Zutritt mit 2G+-Regel sowie telefonische Anmeldung unter 0170 – 1864 244!)

Text (lv)
Fotos: Markus Retzlaff


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Zeit-Geschichte in Bildern: Foto-Ausstellung von Helga Paris im Leonhardi-Museum Dresden

27 Donnerstag Jan 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Unterwegs

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Ungewöhnlicher Kunstort: 1879 erwarb der Maler Eduard Leonhardi die ausgediente Mühle, ließ Mühlen- und Stallgebäude abreißen und ein Ateliergebäude errichten. Das malerische Fachwerkhaus hat eine bewegte Geschichte, unweit vom Körnerplatz in Dresden-Loschwitz gelegen, ist das Leonhardi-Museum heute das älteste, von einem Künstler begründete  und noch immer bestehende Museum Deutschlands.

Lebendige Bilderreise vor grauer Kulisse

Eine Tournee-Ausstellung mit rund 130 Aufnahmen der bekannten Fotografin Helga Paris, die eindrucksvoll und kontrastreich Alltagsleben in der DDR widerspiegeln, außerdem Künstlerporträts und Selbstbildnisse zeigt noch bis 20. März das Leonhardi-Museum in Dresden.

Hohe alte Mietshäuser und enge Straßen, in die kaum Licht fällt. Verfall und Tristesse dominiert auf den ersten Blick in den Aufnahmen. Neben einem ruinösen Fachwerkhaus mit spitzem Dach hält eine alte Dame eine lange Vogelfeder, die von weitem wie ein Regenschirm aussieht, in die Höhe. Die graue Kulisse verschwimmt beim näheren Hinsehen auf Häuser und Gesichter, die lebendig, individuell, sensibel, schroff, offen, unverblümt und zuweilen skurril Zeitgeschichte verkörpern und wach halten. Dies ist das Besondere der Tourneeausstellung der bekannten Fotografin Helga Paris, die bereits an 21 Stationen weltweit zu sehen war und nun bis 20. März verlängert im Leonhardi-Museum auf der Grundstraße 26 in Dresden gezeigt wird (Zutritt mit 2G-Nachweis).

Auf dem Titelbild lächelt ein Mädchen in einem zu großem Kleid mit hochgekrempelten Hemdsärmeln und Strohhut das Gegenüber schelmisch an. Helga Paris traf sie auf einer Fahrt durch Siebenbürgen. Insgesamt 130 Aufnahmen aus den Jahren von 1968 bis 1997, Selbstporträts und Momentaufnahmen aus dem DDR-Alltag, werden auf zwei Etagen gezeigt in dieser Ausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen (Ifa) Stuttgart. Diese wurde kuratiert von Inka Schube und für die Station in Dresden von Bernd Heise, Leiter des Leonhardi-Museums gemeinsam mit der freien Kunsthistorikerin Franziska Schmidt eingerichtet. Die Aufnahmen nehmen den Betrachter mit in eine vergangene Welt und auf Reisen der Fotografin nach Osteuropa, nach Georgien, Wolgograd, New York, Rom oder Polen.

Zu sehen sind außerdem rund 30 Künstlerporträts von namhaften und vergessenen Schriftstellern und Malern in jungen und älteren Jahren wie Christa Wolf und Sarah Kirsch, Elke Erb und Erich Arendt, Uwe Kolbe und Katja Lange, Max Uhlig, Theodor Rosenhauer und Carlfriedrich Claus. Auch das legendäre Gruppenbild der illustren Poetenrunde, von Heinz Kahlau, Peter Brasch, Lutz Rathenow bis Hans-Eckhardt Wenzel, aus dem „Literarischen Salon“ im Atelier von Wilfriede Maaß in Berlin von 1981 ist zu sehen, ganz vorn Sascha Anderson, erst gefeierter Star der Künstlerszene im Prenzlauer Berg, dann ihr Verräter und Stasi-Spitzel. Eine Aufnahme zeigt  Anderson in doppelter Gestalt an einer Kellertür, wie eine Vorwegnahme seines Doppellebens.

Ostdeutsche Geschichte in Geschichten erzählen die Bilder von Helga Paris sehr authentisch und facettenreich. Sie wurde 1938 in Gollnow in Westpommern geboren, studierte zunächst Modegestaltung, bevor sie 1964 begann sich autodidaktisch mit dem Medium Fotografie auseinanderzusetzen. Seit 1966 wohnt sie in Berlin-Prenzlauer Berg. Ihre Motive findet Helga Paris in Wohnungen, Kneipen, Pausenräumen und Werkhallen, auf Straßen und Bahnhöfen. Es entstehen Fotoserien von  Textilarbeiterinnen, Berliner Jugendlichen und Selbstbildnisse der Fotografin: dunkles kurzes Haar, große Augen, mal klarer, trotziger und in sich gekehrter Blick. Ihre kontrastreichen Fotografien sind durchweg in schwarzweiß, starkem Licht-Schatten-Spiel und vorwiegend in Grautönen gehalten, wodurch sie surreal entrückt, noch weiter weg wirken. Ihr Bildband „Diva in Grau“ über die Industriestadt Halle konnte erst 1991 erscheinen. Vor verfallenen Gebäuden stehen stolz Trabis, Frauen adrett in weißen Rüschenblusen und Fönwellen mit Einkaufstaschen vor dunkler Hausfassade, Arbeiter mit Cowboyhüten und Zigaretten vor einem Fabrikgebäude, ein zottliger Hund angeleint vor einem Frisörsalon. Ein Blick aus einem Ferienzimmer in Ahrenshoop verführt zum Träumen.

Berührend auch die Reisebilder aus Siebenbürgen, darunter eine Ansicht mit karger Landschaft, verdorrtem, schwarzem Baum und zwei Pferden vor einer Wasserpfütze. Pferdewagen und Leute mit Koffern. Armut und pure Lebensfreude nah beieinander. Kinder tanzen fröhlich mit den Erwachsenen. Ein älterer Mann steht fesch im hellen Anzug, Hut und Zigarette in der Hand vor einem vergitterten Fenster. Schön urig die Szene im Wald, wo Familien samt Kinderwagen, jung und alt auf einer Wiese am Lagerfeuer beisammen stehen, sitzen und genießen was sie haben. Ein Bild selbstverständlich und traumhaft zugleich wie aus einer anderen Welt. Zur Ausstellung erschienen ein Katalog und der Bildband „Helga Paris. Künstlerporträts“ im Verlag Spector Books Leipzig.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten im Leonhardi-Museum Dresden, Galerie für zeitgenössische Kunst + Leonhardi-Atelier:

Di – Fr von 14 – 18 Uhr, Sa + So von 10 – 18 Uhr

Tel.; (0351) 268 35 13
http://www.leonhardi-museum.de

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Kunstinitiative der Georado-Stiftung in Dorfhain setzt auf Miteinander

11 Donnerstag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Auf der farbenfrohen Fassade am Galerieeingang darf es nicht fehlen, das „Helfertier“, erklärt Künstler Olaf Stoy schmunzelnd.

„Zu Lebensqualität gehören auch Kunst und Kultur“

Freie Ateliers, geologische Schätze und viel Raum zum Mitgestalten bietet die entstehende Georado Erlebniswelt Tharandter Wald in Dorfhain. Seit 2019 dabei ist der Künstler Olaf Stoy.

Ohne Mut geht es nicht beim Klettern und in der Kunst. Daher steht er in großen Stahlbuchstaben sichtbar gleich am Eingang zur „Georado Erlebniswelt Tharandter Wald“. Diese Stiftung will Geotechnik und Geologie auf verschiedene Weise für Besucher erlebbar machen in ihrem Domizil in Dorfhain, gelegen am Rande des geologischen Kleinods Tharandter Wald, der zum Erzgebirge gehört. Ein Kletterturm und Technik für die Bergsicherung und deren Mitarbeiter und eine geotechnische Dauerausstellung befinden sich im Freigelände. Außerdem lockt eine originell-fantasiereiche Kunst- und Skulpturensammlung auf dem Platz und in den Gebäuden. In einer hellen Halle mit großen Fenstern steht das Wort Zukunft.

Sie ist noch fast leer und bietet viel Raum zum Gestalten. Vor dem weiß gestrichenen Gebäude mit Bistro, Tagungs- und Veranstaltungsräumen sitzt ein Mann gedankenversunken auf einer Mondsichel im Gras. Ein Stück weiter steht ein stattlicher Hirsch zwischen den Tischen und Bänken auf der Terrasse. Die Skulpturen stammen aus dem ehemaligen Kunstzentrum „Tacheles“ in Berlin, das 2013 schloss. Die Kunstinitiative der Georado-Stiftung hat sie hierher gerettet. Symbolisch steht ein Baum, geschweißt aus vielen Stahlteilen in einer Auftragsarbeit von der Kieler Firma „Giganten aus Stahl“ für all das, was die Akteure auf dem Gelände verbindet. Er trägt Eichenblätter, auf einem Ast sitzt eine Eule für Wissen, ein Eichhörnchen für Fleiß, der Adler für die Weitsicht und der Fuchs für Schlauheit, erzählt Olaf Stoy, Porzellankünstler und Mitinitiator der Kunstinitiative der Georado-Stiftung.

Auf dem Land herrscht eine eigene Mentalität, man kennt und hilft sich und es ist auch ein Rückzugsort, weiß Stoy. „Doch zu Lebensqualität gehören auch Kunst und Kultur“, sagt er, „die muss aus dem Volk heraus kommen.“ In einer Zeit, in der die Gesellschaft zunehmend zersplittere in viele Teile, setzt die Kunstinitiative auf  „Miteinander“. Olaf Stoy ist im Juni 2019 nach Dorfhain gezogen. Vorher hatte der 62-Jährige sein Atelier im Technologie- und Gründerzentrum Freital als einer der ersten Mieter und gründete die Galerie “F1“, in der er Ausstellungen, Konzerte und Lyrik-Lesungen veranstaltete.
Doch obwohl sich der Kunstort direkt an der Hauptstraße befand, kamen wenig Leute.

„Vielleicht hatten die Freitaler Schwellenangst. Während in Dorfhain zu einer Lyrik-Lesung gleich 80 Besucher auch aus Dresden, Freiberg und Tharandt kamen.“ Der Georado-Stiftungschef Jens Jähnig fragte ihn 2018, ob er mittun will und bot ihm ein Atelier im Areal an. Ehemals befand sich hier der „Elrado“ Betrieb elektronische Bauelemente Dorfhain mit über 2 000 Beschäftigten und neben dem Edelstahlwerk Freital der größte Arbeitgeber in der Gegend. 1991 kam das Aus. Es gibt noch ein kleines Betriebsmuseum, das ehemalige Mitarbeiter einrichteten. Auch die Mutter von Jens Jähnig arbeitete in dem Betrieb und er ist hier aufgewachsen. Er hat eine Firma für Bergsicherung und wollte die Gebäude erhalten und kulturell neu beleben.

Inzwischen sind hier schon einige Firmen ansässig. Schirmherr der Georado-Stiftung ist seit 2019 der sächsische Innenminister Roland Wöller. Ein Blickfang ist die farbenfrohe Fassade, auf der viele Blumen und Ideen blühen, Menschen und Tiere und ihre Lebenswelt und Werte wie Heimatverbundenheit und individuelle Freiheit dargestellt sind. Nicht zu vergessen das „Helfertier“ mit dem Rotkreuz-Pflaster. Das Wandbild entstand bei einem Open-Art-Event der Georado-Stiftung, gestaltet haben es 26 Künstler aus Sachsen, Deutschland und Europa, aus Istanbul, Paris, Athen und Italien unter Federführung von Michael Fischer-Art aus Leipzig gemeinsam. Das Kunstprojekt wurde mit Mitteln aus einem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen und aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für ländliche Gebiete gefördert. Drinnen befindet sich das Herzstück der Kunstinitiative, die Galerie „ArtToGo“.

Mit wechselnden Ausstellungen und Kunst zum Mitnehmen, als Erlebnis und zu kaufen, so Stoy. In einem Raum kann man prächtige Federn einheimischer und seltener Vogelarten sehen. Nebenan hat Olaf Stoy sein Atelier und die Galerie „Weiße Kunst“ mit vielgestaltigen Werken, zu denen auch Grafik und Lyrikbände gehören. Seine neuesten Porzellanarbeiten zeigt er bei der Gruppenausstellung „Erotischer Advent“ ab 26. November in der Galerie Kunst & Eros in Dresden. Schön wäre, wenn noch ein oder zwei Künstler sich im Georado-Gelände ansiedeln würden, so Stoy, damit er nicht alleine der Organisator von Kunstprojekten bleibt. Es gibt noch freie Ateliers in der
“Villa“ zu vermieten und eine Werkstatt steht noch leer für kreative Gewerke.

„Man erfährt auch Wertschätzung als Künstler und kann ja weiterhin in der Stadt ausstellen“, so Stoy. Dieses Jahr soll es auch wieder einen Kunstweihnachtsmarkt im Georado-Gelände geben am letzten Advents-Wochenende. „Der erste fand 2019 statt mit über 2 000 Besuchern und wir mussten Bratwurst und Glühwein nachholen“, so Stoy. Der diesjährige Kunstweihnachtsmarkt am 18.12. kann wegen der aktuellen Corona-Situation leider nicht stattfinden, bedauert er.

Text + Fotos (lv)

http://www.georado.de


In der „Villa“ im Georado-Gelände sind noch freie Räume für Ateliers.


Olaf Stoy am Eingang zu seiner Galerie „Weiße Kunst“.

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BilderAlbum: Neue Gedichte vom Meer

09 Dienstag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Genießen, Poesie, Unterwegs

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Lieblingsort am Meer, an der Ostsee/Usedom in Ahlbeck im August 2021: Lilli Vostry, meinwortgarten-Inhaberin

Meeresflüstern

Ich kann es noch nicht fassen
die neue Strandtasche flüstert
mir was vom Meer
das unendlich weit erscheint
Scheu auch vor der Weite wieder hinaus

die Wellen warfen mich
immer wieder zurück
saß fest an Land
das ganz durcheinander geschüttelt
in der Sommerfrische nach rettenden
Kapitänen lechzt

atme tief ein und aus
werfe als leuchtenden Anker
mein rundes Meditationskissen in sonnigen
Farben und kreisenden Blütenspiralen
auf den Boden
den Katzen hin zum Probeliegen
ich brauche Urlaub von allem
von ihnen und sie von mir

die Katzen schleichen
drum herum schnuppern dran
setzen sich daneben lehnen sich an

ein schöner stolzer Thron
den noch niemand be-sitzt

PS.: Kaum setzte ich mich und zeigte wie es geht
nahte die getigerte Jade zur Inbesitznahme und weihte
mit wonniglichen Kratzgeräuschen mein Meditationskissen ein.

LV
24.8.2021

Windzerzaust

Das Meer rief mich
schon lange
endlos wogende Weite
es empfing mich
mit hellem Tosen

weiß brausenden Wellen
tausenden Schaumküssen
pudrig weicher Sand
unter den Füßen
Möwenschreie über mir

ein heftiger Wind rüttelt seit Tagen
an mir und allem ringsum
Bäume stehen gekrümmt auf der Promenade
das Meer unnahbar menschenleer

ließ mich nicht abhalten
trug als einzige ein Kleid am
windzerzausten Strand
das bald nasschwappte vom Spiel mit
den Wellen

ich friere und halte unverdrossen aus
mit den Möwen die in wilden Lufttänzen
geschickt ihr Futter fangen mit kichernden
Rufen dem Sturmgebraus
entgegen fliegen

LV
30.08.2021

Meereshüter

Die Musik des Meeres
Wellenrauschen zieht sie
magisch an
die kleinen weißen Segler
Luftakrobaten Überflieger aller Stürme

sie sind anmutig keck lustig ausdauernd
aufmunternd
halten jedes Wetter aus

Kinder jagen sie gern
und kreischen mit den Möwen
um die Wette
wenn sie auffliegen zum Möwentanz
in der Luft stehen
mit vibrierenden Flügeln
und gestreckten Beinen
im Flug ihr Futter fangen

scharenweise
einen Moment war es mir zu viel
wie sie über mir kreisten
immer näher kamen
mit ihren spitzen weit aufgerissenen
Schnäbeln
gierig
eine stieß gegen meine Kapuze

gleich stürzen sie sich auf mich
ständig auf Futtersuche
geb ihnen täglich
doch es reicht nie für alle

rudere mit den Armen in der Luft
sie schenken mir ihre Federn
große und kleine längliche uns ovale
weiß flaumige silbergraue schwarze und
braun gesprenkelte

alle Krumen aufgepickt stehen sie wieder
friedlich nebeneinander im nassen Sand
fliegen übers Meer oder tippeln auf und ab
am Strand

nichts kann sie erschüttern
aus der Ruhe bringen
dafür liebe ich sie
ihre Sehnsuchtsrufe
trage ich in mir

LV
31.8.2021

Wagnis

Seit Tagen stand ich im Sand
umarmte mit Blicken das Meer
wagte nicht mich in die Wellen zu werfen
dem Wind entgegen stellen
der rau unwirtlich unwirklich
sich durch nichts besänftigen ließ

ein kräftiger Wind blies mir ins Gesicht
als ich oben auf der Steilküste entlang in
Erinnerungen schwelgte
der Holzpavillon der vor Regen schützte ist
fort
zwischen hohen Buchen und Kiefern
etliche umgestürzt klägliche Fragmente
toste das Meer

die weiße Treppe die sonst federleicht
hinunter führt umbrodelte ein heftiger
Wind  trennte mich vom Strand
menschenleer aufgewühlt wild ungebärdig
innig zärtliches Zwiegespräch mit den
brausenden Wogen steigendes Herzpochen
je näher ich dem vertrauten Ort durch strömenden
Regen mit dem Rad durch den Wald
zurück in eine andere Zeit kam
in der ich mich auskannte wiederfand
noch ohne Verlorenes Liebgewordenes

nass bis auf die Haut aber glücklich wieder
hier gewesen zu sein kam das Meer mit mir
mit an den neuen Ort
fütterte weiter die unersättlichen Möwen
und andere Vögel an der Seebrücke mit
einem Haus mit Türmchen wie aus dem
sagenhaften Vineta und der Jugendstiluhr
auf der die Zeit stehen geblieben scheint

doch der Zeiger rückt unermüdlich weiter
bemerkte ich erfreut wie die munter
kreisenden und kreischenden Möwen die
ich abends am Elbestrand wiedertreffe

LV
11.9.2021


Steilküste in Ückeritz


Möwenstrand in Swinemünde

Jades Lieblingsplatz

Alle Texte + Fotos (lv)

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Ausstellung „Ge-Flügel-Schau 2.0“ in der Galerie „ArtToGo“ in Dorfhain bei Freital

05 Freitag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Unterwegs

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Stolze Reiher und Gans mit blutrotem Gefieder von Thomas Junghans.


Krähen im Flug von Olaf Stoy


Eulen und drei Vögel von Olaf Stoy


Beflügelt: Künstler und Kurator Olaf Stoy in der Ausstellung.

Kunstvolles Geflatter

14 Vogelarten von grazil, keck bis kauzig zeigen acht Künstler aus eigener Beobachtung zurzeit in der Ausstellung „Ge-Flügel-Schau 2.0“ in der Galerie “ArtToGo“ der Georado-Stiftung  in Dorfhain bei Freital.

Ein Kranich schwingt sich stolz in den strahlend blauen Himmel. Graugänse und Krähen im Flug. Eine Gruppe Reiher steht gleich neben dem Eingang zur Ausstellung. Ein kleiner Strandläufer mit spitzem Schnabel sieht sich vor dem Fenster um. Bekannte und seltene Vögel tummeln sich in aller Schönheit und Vielfalt zurzeit in der Ausstellung “Ge-Flügel-Schau 2.0“ in der Galerie „ArtToGo“ der Georado-Stiftung auf der Talstraße 7 in Dorfhain. Vorher war die Schau bereits im Heimatmuseum der Stadt Wilsdruff  bis September 2021 zu sehen und präsentiert sich nun in neuer Form in der Galerie im Georado-Gelände. Acht Künstlerinnen und Künstler zeigen in der ehemaligen Produktionshalle, vor frisch geweißten Wänden und Ziegelsteineinfassungen, nun gefiederte Kunst in vielerlei Gestalt und Form auf Fotografien, Leinwänden, in Holz, Porzellan, Keramik, Stahl, Worten und Klängen. 14 Vogelarten sind in der Ausstellung von nahem zu sehen und bestaunen, von wundervoll majestätisch, grazil, keck bis kauzig. Der Ausstellungstitel spielt mit Bildern von Kleintierschauen, die üblicherweise von Züchterverbänden organisiert werden.

„Einige ältere Anwohner sind auch in die Falle gegangen und fragten zur Ausstellungseröffnung nach der Tierschau“, erzählt Olaf Stoy, Künstler und Kurator der „Ge-Flügel-Schau 2.0“ schmunzelnd. Als sie hörten, dass es eine Kunstausstellung ist, seien sie wieder gegangen. Obwohl dies mit auf dem Ausstellungsplakat steht. Die Idee zur Ausstellung lag buchstäblich in der Luft, so Olaf Stoy. Da er und einige seiner Künstlerkollegen sich schon seit einiger Zeit intensiv mit der Darstellung von Vögeln in verschiedensten Handschriften und Materialien befassen. Natürlich auch wegen der reichhaltigen Symbolik dieser Tiere, begonnen beim Traum vom Fliegen, Schwerelosigkeit, Freiheit, Zugvögeln, die Sehnsucht nach fernen Ländern wecken bis zum Umgang des Menschen mit dem lieben Federvieh und zunehmend gefährdeten Singvögeln, die immer weniger Nahrung und Aufenthaltsräume in ihrer natürlichen Umwelt finden. In Raumnischen verteilt stehen in der Ausstellung Vögel auf Podesten und Regalen in miniature und lebensgroß der Natur nachempfunden und aus eigener Beobachtung und Erleben der Künstler gestaltet.

Darunter die eleganten Kraniche und Reiher aus hellem Lindenholz von Thomas Junghans. Dazu gesellen sich von ihm ein Pinguin, ein Fasan aus Maulbeerbaumholz mit Glasperlenaugen und Fuchs und Gans mit blutrotem Gefieder im Kiefernholz im hinteren, weiß gekachelten Ausstellungsraum. Die wunderbaren Vogelfotografien stammen von Steffen Petrenz. Wache, träumende, verschmitzt blinzelnde und sich aneinander schmiegende Eulen aus rotem und schwarzem Ton und farbig gefasstem Beton zeigt Ulrich Eißner. Ein Strauß steckt den Kopf in den Sand in einer Stahlskulptur von Emilie Gotmann. Beim Rundgang ertönen Vogelstimmen, gackern Hühner, hört man Naturgeräusche wie Gewitter und Baulärm, Eingriffe in die Natur, aufgenommen in einer Soundcollage „Habitat“ von Jacob Stoy und Clemens Pitschke. Außerdem kann man gerahmte Haikus – japanische Kurzgedichte mit poetischen und skurrilen Betrachtungen über Mensch, Tier und Umwelt von Uwe Claus lesen.

„Diese Ausstellung kann auch ein Weg sein, zur Natur und Kunst zu finden. Wir möchten alle Sinne ansprechen“, sagt Olaf Stoy. Die „Ge-Flügel-Schau 2.0“ ist ein gelungenes, eindrucksvolles Erlebnis für kleine und große Besucher. Augenzwinkernd zeigt er „Geflatter“, drei schwarze Krähen im Fug aus Ton, eine fliegende Eule mit Goldaugen und einen Nachtvogel sitzend auf einem Wandboard. Außerdem akribisch feine,  leuchtend farbige, überzeichnete Drucke mit „Hähnchen und Hühnchen“, die ihm beim Urlaub auf dem Dorf im Havelland letztes Jahr vor der Nase herum liefen und schließlich Modell standen.

Mit Tier- und Natur-Ausstellungen wie dieser will Olaf Stoy auch „Brücken bauen denjenigen, die noch Hemmschwellen zu Kunst haben. Wir freuen uns, wenn das Angebot angenommen wird.“ Die geplante „Mr. Gockel Schau“ mit lebenden Hähnen, wo der schönste Hahn vom Publikum gekürt werden sollte und als Preis ein Bild von Stoy und eine Flasche Rotwein mit schwarzem Hahn-Siegel winkte, kam leider nicht zustande, bedauert er. Die „Ge-Flügel-Schau 2.0“ ist noch bis 21. November in der Galerie „ArtToGo“ zu sehen.

Als nächstes findet eine musikalische Lesung “Seltsame Vögel“ am 5. November, um 19 Uhr im Georado-Gelände in Dorfhain statt. Olaf Stoy liest skurril doppelbödige Kurzgeschichten und Tino Z. steuert Rocksongs vom Feinsten bei.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet hat die Ausstellung jeweils sonntags von 10 – 16 Uhr und begleitend zu den Veranstaltungen.

Weitere Infos unter http://www.georado.de


Strandläufer von Thomas Junghans


Strauss aus Stahl von Emilie Gotmann


Kranich im Flug, Graugänse, Reiher, Turmfalke und Bienenfresser in Fotografien von Steffen Petrenz


Poesie & Eulen, das gefiederte Paar stammt von Ulrich Eißner


20 Haikus – japanische Kurzgedichte mit beflügelnden Gedanken über Menschen, Vögel und Umwelt steuert der Lyriker Uwe Claus zur Ausstellung bei.

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Rückblick auf den 20. Meißner Grafikmarkt & farbenfroh skurrile Bilder sächsischer Kurfürsten von Esteban Velazquez von Wilhelm

05 Freitag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Unterwegs

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„Kunst zum Anfassen.“ Die Dresdner Malerin, Grafikerin und Bildhauerin Catrin Große zeigte hautnah ihre neuesten Werke beim Meißner Grafikmarkt.


Farbenfrohe Kunst von der Postkarte über Advents- und Jahreskalender, kleine LebensARTBüchlein mit witzigen Sprüchen bis zu illustrierten Kinderbüchern brachte die Radebeuler Künstlerin und Galeristin (Galerie mit Weitblick) Dorothee Kuhbandner mit auf die Albrechtsburg.


Originell: Farbige, zackige Sägeblatt-Drucke mit schwungvollen Figuren im Lebens-Tanz von Dorothee Kuhbandner.

Die Lust an der Linie

Über 30 Künstler zeigten Arbeiten auf Papier in aller Vielfalt beim 20. Meißner Grafikmarkt auf der Albrechtsburg. Allerdings kamen diesmal mit rund 2 500 Besuchern weniger als sonst.

„Nimm was der Blick dir gibt“, lockt als Aufforderung an die Besucher zum Sehen und Genießen gleich neben dem Eingang. Der Spruch ziert zusammen mit farbigen Holzschnitten und Bonmots aus seinem Lebenswerk den Ringelnatz-Kalender für 2022. Der liegt neben maritimen Grafiken auf alten Seekarten und kleinen typografischen Blättern voller doppelsinniger Lebensweisheiten am Stand von Hans-Hilmar Koch. Er ist Grafiker, Setzer und Drucker in Krakow am See, wo er eine Werkstatt und eine Galerie in Schwerin hat, und er ist wohl der am weitesten angereiste Teilnehmer beim diesjährigen 20. Meißner Grafikmarkt, der veranstaltet vom Freundeskreis Albrechtsburg Meißen e.V. am vorletzten Oktober-Wochenende auf der Albrechtsburg stattfand.

Über 30 Künstlerinnen und Künstler aus der Region zwischen Dresden, Leipzig, Halle und Berlin zeigten eine  große Vielfalt an Arbeiten auf Papier und verschiedenste Drucktechniken für ein breites Publikum zum Verkauf. Der Erlös geht anders als in Galerien vollständig an die Künstler. Ca. fünf, sechs Künstler hatten ihre Teilnahme am Meißner Grafikmarkt kurzfristig abgesagt. “Zwei von ihnen kamen nicht klar mit der 3G-Regel und dem erforderlichen, kostenpflichtigen Testnachweis für Ungeimpfte. Das ist sehr bedauerlich“, sagt Schlossleiter Uwe Michel. In der Ausschreibung zum Meißner Grafikmarkt sei jedoch auf die geltenden Covid 19-Regelungen hingewiesen worden. Nachdem dieser bereits zwei Mal abgesagt werden musste, sei man froh, dass die Kunstschau dieses Jahr wieder stattfinden konnte. Daher fand der Jubiläums-Grafikmarkt auch nicht wie sonst im Frühjahr statt, sondern jetzt. Rund 2 500 Besucher kamen diesmal, so Michel. Weitaus weniger als sonst wohl auch wegen der Corona-Einschränkungen. Bisher kamen bis zu 5 000 Besucher an beiden Tagen zum Meißner Grafikmarkt.

„Es ist ein ambitioniertes Publikum in Meißen und ein angenehmer Ort. Ich bin gern hier“, sagt Hans-Hilmar Koch. Er komme nicht nur aus monetären Gründen her, er schaut sich auch an den anderen Kunstständen um, trifft Freunde und Künstlerkollegen, auch um neue Dinge zu besprechen. Catrin Große ist freischaffend als Malerin, Grafikerin und Bildhauerin in Dresden und erstmals beim Meißner Grafikmarkt dabei. Vor ihr steht eine fast leere Kaffeetasse und sie blättert in der großen Grafikmappe, nimmt die Bilder aus der Folie, damit die Besucher sie besser sehen. „Es ist ja auch als Kunst zum Anfassen gedacht“, sagt Catrin Große. Sie zeigt die menschliche Figur, Tiere und Pflanzen, zarte Kirschblütenzweige, sich jagende Jaguare und eine grinsende Gestalt mit Totenschädel in schwarz-weißen Farbkontrasten und schwebend leichte Blätter, die mit linearen, grafischen Strukturen spielen im von ihr entwickelten Ambossdruck, einem Hochdruckverfahren mit vielen Tiefdruckanleihen.

In ihren Grafiken gibt sie sich ganz der Lust am Spiel mit der Linie hin. Etwas zweischneidig sei es, so Catrin Große, zwischen den Arbeiten zu sitzen und zu merken, wenn Besuchern etwas nicht gefällt oder die Farbe Schwarz sie zurückhält. „Doch ich habe auch schon oft Bildtitel gefunden durch Gespräche mit Besuchern. Die Bilder wirken ja auf jeden Betrachter anders mit ihren Assoziationen und öffnen Türen. Ich freue mich, wenn sie jemand ansprechen“, sagt Catrin Große. Es gehe aber nicht nur darum, Grafiken zu verkaufen, die dann privat in einem Haushalt hängen. Schön wäre, wenn Künstlerinnen ihre Arbeiten noch selbstverständlicher und sichtbar auch in großen Ausstellungen, Galerien und Museen zeigen könnten. Das passiere leider noch zu wenig.

Bereits mehrmals beim Meißner Grafikmarkt dabei ist die Radebeuler Künstlerin Dorothee Kuhbandner. „Es gibt nicht so viele Grafikmärkte in der Gegend und ist eine gute Gelegenheit, sich zu zeigen“, sagt sie. Guten Zuspruch fanden bei dieser Kunstmesse ihr neuer, farbenfreudiger und fantasievoller Jahres- und Adventskalender sowie ihre kleinen „LebensART“-Hefte mit farbigen Zeichnungen und witzigen Sprüchen. Neu von ihr sind farbige Sägeblatt-Drucke mit schwungvollen Figuren. Die Fotokünstlerin Gabriele Seitz stellte ihren neuen Bildband „In Lethes Garten“ mit schwarz-weißen Aufnahmen von Blüten und Gewächsen aus dem Botanischen Garten in Dresden und Gedichten von Heinz Weißflog vor und einen Tischkalender mit Blumen-Stilleben.

Eine besondere Entdeckung im Rahmen des Grafikmarktes sind die farbenfroh skurrilen Bilder sächsischer Kurfürsten von Esteban Velazquez von Wilhelm. „Herr Michel hat mich angerufen und eingeladen, meine Bilder auf der Albrechtsburg zu zeigen“, sagt von Wilhelm erfreut. Der 41jährige Historiker und Künstler stammt aus Venezuela und lebt seit 2016 in Dresden. Er trägt eine rote Augenklappe, ein Auge verlor er durch Folter durch das politische Regime in Venezuela, und eine Lederjacke bemalt mit dem Meißner Stadtwappen und auf der Rückseite die Albrechtsburg. Witzig, frech und fantasievoll, weiß perückt und ein Auge von einem Fleck bedeckt, spielen seine Porträts sächsischer Kurfürsten und Herrscher mit Äußerlichkeiten, Posen, Symbolen von Macht und Individualität und hinterfragen sie. Die Bilder lösen unweigerlich Staunen und Schmunzeln beim Betrachter aus und bringen goldverziert, mit wild expressiver Farbigkeit und dem Blick von außen auf hiesige Traditionen und Gegenwart frischen Wind in das altehrwürdige Gemäuer der Albrechtsburg. Von Wilhelms sächsischer Hof auf der Albrechtsburg kann auf Anfrage noch zwei Wochen bis 4. November besichtigt werden. Der nächste Meißner Grafikmarkt soll im Frühjahr 2022 stattfinden.

Text + Fotos (lv)


Skurril-eigenwillige Porträts sächsischer Kurfürsten zeigte der aus Venezuela stammende und jetzt in Dresden lebende Künstler Esteban Velazquez von Wilhelm in einer Sonderausstellung im Rahmen des Meißner Grafikmarktes.


Stilvoll: Porträt des Künstlers Esteban Velazquez von Wilhelm fotografiert von Lorenzo Capunata. Der Maler von Wilhelm sagt über seine Bilder: „Das Thema Kurfürsten ist für mich von größter Bedeutung.  Ich verspreche allen Sachsen, dass ich durch meine Kunst eure Kurfürsten zu hochgeschätzten Persönlichkeiten in der ganzen Welt machen werde. In meiner Arbeit kommen der Historiker und der Künstler zusammen. Es handelt sich um eine Arbeit, die eine vorbereitende dokumentarische Recherche beinhaltet. Ein Dialog mit der historischen und anekdotischen Aufarbeitung der sächsischen Geschichte ist notwendig, einschließlich der Auseinandersetzung mit den relevanten Aspekten der Persönlichkeit jedes dieser sächsischen Adligen. Erst danach kann ich meine Pinsel und meine Tuben mit Ölfarbe in die Hand nehmen. Ich liebe das.“

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„Gedichte mit Zartheit und Verletzlichkeit und seltene Stimmungen“ – Zur Lesung mit Poesie & Musik „Vom Zauber endloser Anfänge“ in der Preusker-Bücherei Großenhain

04 Donnerstag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Poesie, Unterwegs

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WortBilder, die vom Zauber endloser Anfänge erzählen: Autorin Lilli Vostry bei ihrer Lesung in der Preusker-Bücherei Großenhain. Fotos (2): Jens Reichel

Schwere Leichtigkeit und süße Melancholie

Die Gedichtlesung von Lilli Vostry und Gabriel Jagieniak „Vom Zauber endloser Anfänge“ hatte in der Karl-Preusker-Bücherei Großenhain Premiere.

Von Kathrin Krüger

WortBilder nennt sie ihre Gedichte. Poesie, bei der man Illusionen sehen kann. Die nämlich im eigenen Kopf. Wenn Lyrikerin Lilli Vostry von Meeresflüstern, dem Morgenlied oder Garten Eden erzählt, sind sie da. „Sie halten verhalten sich in und außerhalb von Bilderrahmen“. Das kann man nicht begreifen, das muss man in sich fühlen. Bilder, so poetisch, dass Töne keine Mühe haben, mit Leichtigkeit anzuschließen. Und mit süßer Melancholie.

Lilli Vostry und Musiker Gabriel Jagieniak haben sich scheinbar gesucht und gefunden. Ihre künstlerische Zusammenarbeit ist noch jung. Doch ernteten die beiden ungleichen Dresdner in Großenhain zur Premiere ihrer musikalischen Gedichtlesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ viel Zuspruch und beseelte Resonanz.

Lilli ist die eher unruhige, die in ihren poetischen Gedichten Zartheit und Verletzlichkeit zeigt, ansonsten eher nachdrücklich den Ton der Veranstaltung angibt. In neckisch-fordernden Wortwechseln trifft sie auf einen eher ruhigen Instrumentalisten am Akkordeon und Saxophon, der die spielerische Auseinandersetzung um das nächste Musikstück gern für sich entscheiden möchte. Das Großenhainer Premierenpublikum amüsierte sich darüber und war dankbar für die Unkompliziertheit, mit der diese Gedichtlesung vorgestellt wurde.

Natur und Zwischenmenschliches als Gedichtthemen ließen seltene Stimmungen aufkommen. Die wurden von der Musik unterstützt und verstärkt. Ob Tango oder französische Muzette, Gabriel Jagieniak hat die passenden Stücke zu den hintergründigen, oft rätselhaften emotionalen WortBildern von Lilli Vostry. Er stellte auch eine Kostprobe eines eigenen Liederprogramms vor.

Der wundervoll gestaltete Raum in der Preuskerbücherei – mit Bildern von Hobbymalerin Petra Rothe an den Wänden – gab das passende Szenario für so eine in mancher Hinsicht außergewöhnliche Unterhaltung ab. „Ein toller Auftakt, der Mut macht für Weiteres“, sagt Lilli Vostry. Sie möchte ihre Lesung gern an vielen weiteren Leseorten vorstellen.


Wunderbarer Ort & aufgeschlossenes Publikum: Offen, spontan, lebendig und unkompliziert ging es zu bei der Gedicht-Lesung mit Musik „Vom Zauber endloser Anfänge“ mit Gabriel Jagieniak und Lilli Vostry. Hier nach der Lesung zusammen mit der rührigen Bibliotheksleiterin, Kathrin Schäfer und einer Mitarbeiterin am 12. Oktober in der Preusker-Bücherei in Großenhain. Fotos (2): Jens Reichel

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Video

Video zur Lesung mit Musik „Vom Zauber endloser Anfänge“ in der Bücherei Großenhain

Hervorgehoben

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Poesie, Unterwegs

≈ 2 Kommentare

Hier eine Live-Aufnahme  –
Momente meiner Lesung mit Musik „Vom Zauber endloser Anfänge“ zusammen mit Gabriel Jagieniak am 12. Oktober 2021 in der Karl-Preusker-Bücherei in Großenhain.

Herzlichen Dank an Jens Reichel für das Video!

Viel Freude beim Anschauen.

Lilli Vostry

20211012_Lesung_LilliVostry_Grossenhain_Impressionen

20211012_Lesung_LilliVostry_Grossenhain_Impressionen

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Bücherherbst & Tag der offenen Tür in der Bücherei Großenhain

17 Sonntag Okt 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Lebensart, Literatur, Musik, Poesie, Projekte, Unterwegs

≈ 2 Kommentare


Die Dresdner Autorin Lilli Vostry lobte die Karl-Preusker-Bücherei als Schatzkästchen und wundervoll einladenden Ort. Foto: Kathrin Krüger

Bibliothek im poetischen Bücherherbst

Von Kathrin Krüger

Großenhain. Der Herbst ist wunderschön: mit bunten Blättern, einer tief stehenden Sonne und vielfältigen Kürbissen. Aber auch mit trüben Tagen und Scheibenkratzen am Morgen. Dann ist ein gutes Buch der richtige Helfer gegen Trübsinn und Herbstblues.

Die Karl-Preusker-Bücherei am Neumarkt hat dafür eine Vielzahl von Angeboten parat, und lädt zudem ein zum Verweilen, Schmökern und Kreativ sein. Denn es ist Bücherherbst. Und Museumsgeburtstag. Am Tag der Bibliotheken, am 24. Oktober, öffnet das Haus am Neumarkt von 14 bis 17 Uhr seine Türen. Es gibt Führungen durch die Bücherei, Preuskers Gute Stube und herbstliche Basteleien. Genau am 24. Oktober 1828 gründete Rentamtmann Karl Benjamin Preusker hier die erste deutsche Volksbücherei. Seit 1995 wird deshalb deutschlandweit der Tag der Bibliotheken gefeiert.

Der Bücherherbst ist tatsächlich schon in vollem Gange. Einige Lesungen fanden bereits statt. Besondere Resonanz fand die Gedicht-Lesung „Poesie und Musik“ mit den Dresdnern Lilli Vostry und Gabriel Jagieniak. Die Lyrikerin und der Musiker bescherten etwa 20 Zuhörern einen entspannten, beschwingten Abend mit stimmungsvoller Poesie und emotionalen Klängen. „Dieses Haus ist ein Schatz für die Stadt, es ist alles so liebevoll gestaltet und einladend“, lobte die Autorin den Veranstaltungssaal. Selbst in Dresden gäbe es kaum solche bezaubernden Orte und damit genau das passende Ambiente für die Premiere der Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“.

Auch zur Einkaufsnacht mit Feuerzauber am 5. November von 18 bis 20 Uhr kann man einen Blick in die Bibliothek werfen und sich die Ausstellung „Naturblicke“ von Petra Rothe ansehen, die schon zur Poesie-Lesung eine passende Kulisse abgab. Lese-Ecken laden zum Schmökern ein, für Kinder gibt es kleine Kreativbasteleien. Preuskers Gute Stube ist wieder geöffnet, in der es um 19 Uhr eine Führung gibt. Bereits um 18 Uhr wird eine Vorleserunde für Klein und Groß mit „Geschichten aus dem Bücherschatz der Karl-Preusker-Bücherei“ geboten.

Wer selbst schreiberisch tätig sein möchte, um damit vielleicht dem Herbst und Winter schöne Seiten abzugewinnen, kann am 21. Oktober zur Schreibwerkstatt des Kulturraums in die Bücherei kommen. 15 bis 17 Uhr werden Schüler und Jugendliche, 17 bis 20 Uhr Erwachsene von der neuen Werkstattleiterin Sarah Rehm begleitet.

(Dieser Beitrag mit Foto erschien am 16.10.2021 in der Sächsischen Zeitung, Lokalausgabe Großenhain.)

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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